TV-Tipp für den 30. April: Der gläserne Turm

April 30, 2019

3sat, 22.25

Der gläserne Turm (Deutschland 1957)

Regie: Harald Braun

Drehbuch: Odo Krohmann, Wolfgang Koeppen, Harald Braun

Seit ihrer Heirat mit dem Unternehmer Robert Fleming lebt die Schauspielerin Katja als dessen lebendiges Accessoire. Als ein Autor ihr eine Rolle in seinem Theaterstück anbietet, beginnt sie sich aus der Ehe zu befreien. Aber ihr Mann will weiter über sie bestimmen.

Der gläserne Turm“ ist in jedem Fall eine Wiederentdeckung. Denn das damals von der Kritik abgelehnte Noir-Melodrama kennt heute kaum noch jemand.

Aufwand, gute Darsteller und routinierte Regie täuschen nicht darüber hinweg, dass auch Drehbuch-Mitarbeiter Wolfgang Koeppen nichts an der Geschwätzigkeit und inneren Leere des Kolportagedramas ändern konnte.“ (Lexikon des internationalen Films)

eine Emanzipationsgeschichte in ordentlichem Gewand, ein wenig steif, aber inhaltlich progressiv. Und sehr hübsch anzusehen, was auch der Kameraarbeit Friedl Behn-Grunds zu verdanken ist, der sein Können schon im Stummfilm bewiesen hatte.“ (Carolin Weidner: Junge deutsche Literatur und die Filmindustrie, in Claudia Dillmann, Olaf Möller, Hrsg.: Geliebt und verdrängt – Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1963, 2016)

Wolfgang Koeppen („Das Treibhaus“) wird zwar als einer der Drehbuchautoren genannt, aber im Nachhinein sagte er, dass im Film nur ein einziger Satz von ihm enthalten sei. Der dann auch noch von der falschen Person im falschen Moment mit der falschen Betonung ausgesprochen werde.

Heute startet mit „Das Mädchen Rosemarie“ (um 20.15 Uhr) und „Der gläserne Turm“ die 3sat-Reihe „Deutsch-Deutsches Kino – 40 Jahre Filme in Ost und West“ (mit allen Filmen und Ausstrahlungsterminen). Bis zum 24. Mai zeigt der Sender 21 größtenteils selten gezeigte Filme, die die deutsche Nachkriegsgeschichte reflektieren und die einen Blick wert sind. Ob sie Klassiker sind und zum Kanon des deutschen Films gehören, kann danach diskutiert werden.

mit Lilli Palmer, O. E. Hasse, Peter van Eyck, Brigitte Horney, Hannes Messemer, Ludwig Linkmann

Hinweise

Filmportal über „Der gläserne Turm“

Wikipedia über „Der gläserne Turm“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 7. September: Nachts, wenn der Teufel kam

September 7, 2018

3sat, 22.25

Nachts, wenn der Teufel kam (Deutschland 1957)

Regie: Robert Siodmak

Drehbuch: Werner Jörg Lüddecke (nach dem Tatsachenbericht von Will Berthold)

Hamburg, 1944: ein Serienmörder geht um. Kommissar Kersten hält den debilen Bruno Lüdke (Mario Adorf) für den Täter.

Klassiker des deutschen Films und der Durchbruch für Mario Adorf, der danach sicher nicht zum Sonntagsbrunch eingeladen wurde.

Mit Mario Adorf, Claus Holm, Werner Peters, Hannes Messemer

Hinweise

3sat über die Reihe „Nachkriegskino“

Filmportal über „Nachts, wenn der Teufel kam“

Wikipedia über „Nachts, wenn der Teufel kam“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Zeuge gesucht” (Phantom Lady, USA 1943)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Unter Verdacht“ (The Suspect, USA 1944)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Rächer der Unterwelt“ (The Killers, 1946)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Der schwarze Spiegel” (The dark mirror, USA 1946)

Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Die Killer“ (The Killers, USA 1946)

Meine Besprechung von Deutsches Historisches Museum (Hrsg.) „Robert Siodmak“ (2015)


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