TV-Tipp für den 11. Dezember: Der blaue Engel

Dezember 11, 2017

Arte, 20.15

Der blaue Engel (Deutschland 1930, Regie: Josef von Sternberg)

Drehbuch: Robert Liebmann, Carl Zuckmayer, Karl Vollmöller

LV: Heinrich Mann: Professor Unrat, 1905

Lehrer Rath verliebt sich in die Nachtclubsängerin Lola Lola. Schnell darauf beginnt sein gesellschaftlicher Abstieg.

Ein UFA-Klassiker aus der Zeit, als Babelsberg das Zentrum des deutschen Films war. „Der blaue Engel“ war ein Kassenschlager und gilt heute als einer der Klassiker des Films. Marlene Dietrich setzte danach ihrer Karriere in Hollywood fort.

„Der von [Produzent Erich] Pommer lancierte Film entstand übrigens sozusagen hinter dem Rücken der UFA-Gewaltigen, für die Heinrich Mann natürlich ein suspekter Autor war. Dieser fand nach einer ersten Voraufführung den Film durchaus akzeptabel. ‚Gerade ein wirklicher Roman ist nicht ohne weiteres verfilmbar. Er hat viele Seiten, und nur eine ist dem Film zugewendet. Er muss richtig gedreht werden. Das ist hier meines Erachtens auch geschehen’, schrieb er 1930 an K. Lemke.“ (Barbara Rogall, Film-Blätter 1974)

Die Musik ist von Friedrich Holländer. „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ wurde ein Gassenhauer; „Nimm dich in acht vor blonden Frauen“, „Ich bin die fesche Lola“ und „Kinder, heut abend, such ich mir was aus“ sind nicht so bekannt.

Und die Vorlage, Heinrich Manns grandiose Satire auf den Wilhelminismus und die spießbürgerliche Doppelmoral, ist ein Klassiker der deutschen Literatur. Die Geschichte ist heute (im Gegensatz zu “Der Untertan”) etwas veraltet, aber dank der Sprache fesselt sie heute immer noch. Hier sind die ersten Zeilen des lesenswerten Romans:

„Da er Raat hieß, nannte die ganze Schule ihn Unrat. Nichts konnte einfacher und natürlicher sein. Der und jener Professor wechselten zuweilen ihr Pseudonym. Ein neuer Schub Schüler gelangte in die Klasse, legte mordgierig eine vom vorigen Jahrgang noch nicht genug gewürdigte Komik an dem Lehrer bloß und nannte sie schonungslos beim Namen. Unrat aber trug den seinigen seit vielen Generationen, der ganzen Stadt war er geläufig, seine Kollegen benutzten ihn außerhalb des Gymnasiums und auch drinnen, sobald er den Rücken drehte.“

Anschließend zeigt Arte im Rahmen seines UFA-Themenabends um 22.00 Uhr das Melodrama „Opfergang“ (Deutschland 1944, Regie: Veit Harlan) und um 23.35 Uhr die Doku „Hitlers Hollywood“ (Deutschland 2017, Regie: Rüdiger Suchsland). Beide Filme sind TV-Premieren.

Mit Emil Jannings, Marlene Dietrich, Kurt Gerron, Rosa Valetti, Hans Albers

Hinweise

Wikipedia über “Der blaue Engel”

Die Zeit: Volker Schlöndorff über “Der blaue Engel”

Deutsche Marlene-Dietrich-Seite über “Der blaue Engel”

Englische Marlene-Dietrich-Seite über “Der blaue Engel”

Filmstarts über “Der blaue Engel”

Kindlers Neues Literaturlexikon über Heinrich Manns “Professor Unrat”

Werbeanzeigen

TV-Tipp für den 4. September: Der Mann, der Sherlock Holmes war

September 4, 2017

Arte, 20.15

Der Mann, der Sherlock Holmes war (Deutschland 1937, Regie: Karl Hartl)

Drehbuch: Robert A. Stemmle, Karl Hartl

LV: Figur von Sir Arthur Conan Doyle

Zwei kleine Detektive klären als Holmes und Watson ein Verbrechen auf – und Holmes-Erfinder Doyle schaut ihrem Treiben amüsiert zu.

Ein damals ungeheuer erfolgreicher und heute immer noch sehenswerter Ufa-Klassiker mit Hans Albers, Heinz Rühmann und dem Gassenhauer „Jawohl, meine Herren, so haben wir es gern“.

Arte zeigt die restaurierte Fassung

Danach ufat es weiter mit der Travestiekomödie „Viktor und Viktoria“ (Deutschland 1933, Regie: Reinhard Schünzel) und, um 23.40 Uhr, mit dem Stummfilmdrama „Die Liebe der Jeanne Ney (Deutschland 1927, Regie: Georg Wilhelm Papst).

Mit Hans Albers, Heinz Rühmann, Marieluise Claudius, Hansi Knoteck, Hilde Weisner, Siegfried Schürenberg, Paul Bildt

Hinweise

Arte über „100 Jahre UFA – Ganz großes Kino“

Filmportal über „Der Mann, der Sherlock Holmes war“

Wikipedia über „Der Mann, der Sherlock Holmes war“ (deutsch, englisch)

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Der Fall Moriarty“ (Moriarty, 2014)

Meine Besprechung von Mattias Boströms „Von Mr. Holmes zu Sherlock“ (Fran Holmes till Sherlock, 2013)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 1“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von “Sherlock: Eine Legende kehrt zurück -Staffel 2″ (Sherlock, GB 2012)

Meine Besprechung von „Sherlock – Staffel 3“ (Sherlock, GB 2014)

Mein Hinweis auf „“Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 4“ (Sherlock, GB 2017)

Meine Besprechung von “Sherlock: Ein Skandal in Belgravia” (A Scandal in Belgravia, GB 2012)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. August: Münchhausen

August 28, 2017

Arte, 20.15

Münchhausen (Deutschland 1943, Regie: Josef von Baky)

Drehbuch: Berthold Bürger (Pseudonym von Erich Kästner) (ungenannt)

Heute startet die uneingeschränkt empfehlenswerte Arte-Reihe „100 Jahre UFA – Ganz großes Thema“ mit einem fetten Themenabend. Es geht los mit „Münchhausen“ (in einer restaurierten Fassung), um 22.05 Uhr folgt die neue Doku „Maschinenraum des deutschen Films: 100 Jahre UFA“ und um 23.10 Uhr der gut zweistündige, ebenfalls restaurierte UFA-Dokumentarfilm „Wege zu Kraft und Schönheit“ von 1925, der den Rassenwahn der Nazis vorwegnahm.

Die nächsten Tage gibt es weitere UFA-Filme. Das vollständige Programm gibt es hier.

Über „Münchhausen“ muss ich wohl nichts sagen? Wir haben ja alle als Kinder Hans Albers auf der Kanonenkugel gesehen und später erfahren, was die Nazis den Machern dieses Prestigeprojekt alles erlaubten.

Mit Hans Albers, Hans Brausewetter, Marina von Ditmar, Käthe Haack, Brigitte Horney, Leo Slezak, Ilse Werner

Wiederholungen

Sonntag, 9. September, 09.30 Uhr

Mittwoch, 13. September, 14.00 Uhr

Hinweise

Arte über „100 Jahre UFA – Ganz großes Kino“

Filmportal über „Münchhausen“

Wikipedia über „Münchhausen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Erich Kästners „Die verschwundene Miniatur“ (1935/2009)


TV-Tipp für den 12. Januar: Der blaue Engel

Januar 12, 2014

BR, 23.25

Der blaue Engel (D 1930, R.: Josef von Sternberg)

Drehbuch: Robert Liebmann, Carl Zuckmayer, Karl Vollmöller

LV: Heinrich Mann: Professor Unrat, 1905

Lehrer Rath verliebt sich in die Nachtclubsängerin Lola Lola. Schnell darauf beginnt sein gesellschaftlicher Abstieg.

Ein UFA-Klassiker aus der Zeit, als Babelsberg das Zentrum des deutschen Films war. „Der blaue Engel“ war ein Kassenschlager und gilt heute als einer der Klassiker des Films. Marlene Dietrich setzte danach ihrer Karriere in Hollywood fort.

„Der von [Produzent Erich] Pommer lancierte Film entstand übrigens sozusagen hinter dem Rücken der UFA-Gewaltigen, für die Heinrich Mann natürlich ein suspekter Autor war. Dieser fand nach einer ersten Voraufführung den Film durchaus akzeptabel. ‚Gerade ein wirklicher Roman ist nicht ohne weiteres verfilmbar. Er hat viele Seiten, und nur eine ist dem Film zugewendet. Er muss richtig gedreht werden. Das ist hier meines Erachtens auch geschehen’, schrieb er 1930 an K. Lemke.“ (Barbara Rogall, Film-Blätter 1974)

Die Musik ist von Friedrich Holländer. „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ wurde ein Gassenhauer; „Nimm dich in acht vor blonden Frauen“, „Ich bin die fesche Lola“ und „Kinder, heut abend, such ich mir was aus“ sind nicht so bekannt.

Und die Vorlage, Heinrich Manns grandiose Satire auf den Wilhelminismus und die spießbürgerliche Doppelmoral, ist ein Klassiker der deutschen Literatur. Die Geschichte ist heute (im Gegensatz zu “Der Untertan”) etwas veraltet, aber dank der Sprache fesselt sie heute immer noch. Hier sind die ersten Zeilen des lesenswerten Romans:

„Da er Raat hieß, nannte die ganze Schule ihn Unrat. Nichts konnte einfacher und natürlicher sein. Der und jener Professor wechselten zuweilen ihr Pseudonym. Ein neuer Schub Schüler gelangte in die Klasse, legte mordgierig eine vom vorigen Jahrgang noch nicht genug gewürdigte Komik an dem Lehrer bloß und nannte sie schonungslos beim Namen. Unrat aber trug den seinigen seit vielen Generationen, der ganzen Stadt war er geläufig, seine Kollegen benutzten ihn außerhalb des Gymnasiums und auch drinnen, sobald er den Rücken drehte.“

Mit Emil Jannings, Marlene Dietrich, Kurt Gerron, Rosa Valetti, Hans Albers

Hinweise

Wikipedia über “Der blaue Engel”

Die Zeit: Volker Schlöndorff über “Der blaue Engel”

Deutsche Marlene-Dietrich-Seite über “Der blaue Engel”

Englische Marlene-Dietrich-Seite über “Der blaue Engel”

Filmstarts über “Der blaue Engel”

Kindlers Neues Literaturlexikon über Heinrich Manns “Professor Unrat”


%d Bloggern gefällt das: