Neu im Kino/Filmkritik: „Christopher Robin“ ist erwachsen, sein Kumpel Winnie Puuh nicht

August 18, 2018

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Christoper Robin erwachsen. Er ist verheiratet, hat eine neunjährige Tochter und arbeitet in London als Effizienzmanager bei Winslow Luggage. Seiner Tochter liest er abends keine Kindergeschichten, sondern Schulbücher vor. Auf der Arbeit plant er immer weitere Kostenoptimierungen. So auch an diesem Wochenende. Anstatt mit seiner Familie auf’s Land zu fahren, sitzt er allein im Büro und studiert Zahlen, die letztendlich Entlassungen in der defizitären Kofferfabrik rechtfertigen sollen.

Da taucht Winnie Puuh auf und entführt ihn in den Hundertmorgenwald, das Paradies seiner Kindheit. Damals erlebte Robin mit dem Bär Winnie Puuh und seinen Freunden I-Aah, Ferkel und Tigger Abenteuer, in denen sie nicht an den nächsten Tag dachten und nicht älter werden wollten. Bis er dann aufs Internat ging und sie vergaß.

Marc Forsters Disney-Film „Christopher Robin“ verwendet die von A. A. Milne vor knapp hundert Jahren erfundenen Charaktere und erzählt ihre Geschichte weiter. Milnes Bücher sind Klassiker der Kinderbuchliteratur. Disney sicherte sich in den Sechzigern die Rechte an den Figuren und benutzte Milnes Charaktere in zahlreichen Filmen für weitere fiktive Geschichten, in denen die bekannt-beliebten Charaktere weitere Abenteuer erleben. Dieses Mal und zum ersten Mal als Realfilmabenteuer; – wobei Robins tierische Plüschtierfreunde selbstverständlich animiert sind. Auch insgesamt wurde viel mit CGI gearbeitet. Das spräche für einen Kinderfilm, in dem Stofftiere ein wildes Abenteuer erleben. Aber dafür ist die Stimmung des Films zu melancholisch und auch zu düster. Außerdem richten sich das Thema und die damit verknüpfte offensichtliche Aussage vor allem an Erwachsene. Sie sollen wieder zu der Unbeschwertheit und Sorglosigkeit ihrer Kindheit zurückkehren. Deshalb, man ahnt es schon bei dem Titel, ist nicht Winnie Puuh, sondern Christopher Robin der Protagonist des Films. Er muss etwas lernen und Winnie Puuh will ihm dabei helfen. Also besucht der ‚Bär von sehr geringem Verstand‘ ihn in London und zerrt ihn von der Arbeit weg.

Aber für Erwachsene ist dann alles in „Christopher Robin“ zu plakativ. Sie erfassen die Botschaft spätestens bei Winnie Puuhs erstem Auftritt in London. Sie können sich in dem Moment die gesamte Geschichte mühelos ausmalen, während sie versuchen Logikprobleme (Wie viele Bäume führen in den Hundertmorgenwald? Und wie ist dieser Wald mit der realen Welt verbunden?) zu ignorieren und nicht an „Alice im Wunderland“ zu denken. Robin springt an dem Wochenende, an dem er eigentlich Zahlen studieren sollte, zwischen der realen Welt und dem Hundertmorgenwald, der Welt seiner Kindheit, die mal ein Fantasiegebilde ist (wofür eindeutig der Baumzugang spricht), mal eine ganz normal-reale Welt ist hin und her und Winnie Puuh und seine Freunde betreten ebenso mühelos die Welt des Nachkriegsengland. Dort können sie von den Menschen gesehen werden und sie können sich miteinander unterhalten. Wenn Menschen mit Stofftieren reden würden.

Marc Forsters Film ist ein netter, naiver, niemals wirklich packender Abenteuerfilm, der seine witzigen Momente hat (vor allem wenn Winnie Puuh mal wieder hungrig ist) und der eine begrüßenswerte Botschaft hat. Nur für welches Publikum?

Die wahre Geschichte von A. A. Milne, seiner Beziehung zu seinem Sohn Christoper Robin und wie er ‚Pu der Bär‘ erfand, wurde vor einigen Monaten in „Goodbye Christopher Robin“ erzählt.

P. S.: Am Montag, den 20. August, zeigt das ZDF um 22.15 Uhr Marc Forsters nicht guten James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“.

Christopher Robin (Christopher Robin, USA 2018)

Regie: Marc Forster

Drehbuch: Alex Ross Perry, Tom McCarthy, Allison Schroeder (nach einer Geschichte von Greg Brooker und Mark Steven Johnson, basierend auf den Charakteren von A. A. Milne und dem Illustrator E. H. Shepard)

mit Ewan McGregor, Hayley Atwell, Bronte Carmichael, Mark Gatiss

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Christopher Robin“

Metacritic über „Christopher Robin“

Rotten Tomatoes über „Christopher Robin“

Wikipedia über „Christopher Robin“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Marc Forsters „World War Z“ (World War Z, USA 2013)

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TV-Tipp für den 3. August: Krieg in London – The Crime

August 2, 2018

3sat, 23.50

Krieg in London – The Crime (The Sweeney, Großbritannien 2012)

Regie: Nick Love

Drehbuch: Nick Love, John Hodge

Jack Regan (Ray Winstone) ist der Anführer einer kleinen Spezialeinheit der Londoner Polizei, die Verbrecher mit archaischen Methoden jagt und Bürgerrechte wahrscheinlich noch nicht einmal buchstabieren kann. Aber jetzt laufen interne Ermittlungen gegen sie und eine Verbrecherbande, angeführt von einem vermögendem Safeknacker, plant einige Überfälle.

In England hieß der Film, weil er auf einer dort kultigen, hier fast unbekannten TV-Serie basiert, „The Sweeney“. Bei uns hieß Nick Loves brachialer Polizeithriller dann „The Crime“, weil das so ein richtig deutscher Titel ist, der alles und nichts sagt. Im Fernsehen heißt er jetzt „Krieg in London – The Crime“, was genausoviel über den Film verrät, der ein herrlich altmodischer Actionthriller und ein Abgesang an „die gute alte Zeit der Verbrechensbekämpfung“ ist, als der Unterschied zwischen Verbrechern und Polizisten die Dienstmarke war.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ray Winstone, Ben Drew, Hayley Atwell, Steven Mackintosh, Paul Anderson, Alan Ford, Damian Lewis

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „The Crime“

Metacritic über „The Crime“

Rotten Tomatoes über „The Crime“

Wikipedia über „The Crime“

Meine Besprechung von Nick Loves „The Crime“ (The Sweeney, Großbritannien 2012)


TV-Tipp für den 4. Februar: Krieg in London – The Crime

Februar 4, 2017

ARD, 23.40

Krieg in London – The Crime (The Sweeney, Großbritannien 2012)

Regie: Nick Love

Drehbuch: Nick Love, John Hodge

Jack Regan (Ray Winstone) ist der Anführer einer kleinen Spezialeinheit der Londoner Polizei, die Verbrecher mit archaischen Methoden jagt und Bürgerrechte wahrscheinlich noch nicht einmal buchstabieren kann. Aber jetzt laufen interne Ermittlungen gegen sie und eine Verbrecherbande, angeführt von einem vermögendem Safeknacker, plant einige Überfälle.

In England hieß der Film, weil er auf einer dort kultigen, hier fast unbekannten TV-Serie basiert, „The Sweeney“. Bei uns hieß Nick Loves brachialer Polizeithriller dann „The Crime“, weil das so ein richtig deutscher Titel ist, der alles und nichts sagt. Im Fernsehen heißt er jetzt „Krieg in London – The Crime“, was genausoviel über den Film verrät, der ein herrlich altmodischer Actionthriller und ein Abgesang an „die gute alte Zeit der Verbrechensbekämpfung“ ist, als der Unterschied zwischen Verbrechern und Polizisten die Dienstmarke war.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ray Winstone, Ben Drew, Hayley Atwell, Steven Mackintosh, Paul Anderson, Alan Ford, Damian Lewis

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „The Crime“

Metacritic über „The Crime“

Rotten Tomatoes über „The Crime“

Wikipedia über „The Crime“

Meine Besprechung von Nick Loves „The Crime“ (The Sweeney, Großbritannien 2012)


TV-Tipp für den 29. Oktober: Kommissar Falcón: Die Toten von Santa Clara

Oktober 29, 2015

ZDF, 00.45
Kommissar Falcón: Die Toten von Santa Clara (Falcón: The Silent and the Damned, Spanien/Deutschland/Großbritannien 2012)
Regie: Gabriel Range
Drehbuch: Sarah Phelps
LV: Robert Wilson: The vanished Hands; The Silent and the Damned, 2004 (Die Toten von Santa Clara)
Dieses Mal ermittelt Kommissar Javier Falcón in seiner Heimatstadt Sevilla in zwei Mordfällen (naja, in dem einen Fall ermittelt er, obwohl er es nicht soll), die selbstverständlich miteinander zusammenhängen, ihren Ursprung in der Vergangenheit in den frühen Siebzigern in Chile haben, ihn auch, weil der eine Tote ein Baulöwe ist, in die Kreise der spanischen Machtelite führen und deftige politische Kalamitäten verursachen.
Auch der zweite und bislang letzte „Kommissar Falcón“-Krimi ist ein bunter, unspannender Touristenkrimi mit einem Superkommissar, der mehr private Probleme an der Backe hat als der Krimihandlung gut tut. Diese ist sowieso pure Kolportage (inclusive Pädophilen, aber ohne einen Serienmörder) und, weil es ja um eine undurchschaubare Polit-Intrige mit Korruption bis in die höchsten Kreise und CIA-Beteiligung geht (wegen dem Putsch in Chile am 11. September 1973), endet der Krimi ohne eine richtige Überführung des Täters (Wer hat denn jetzt die ersten beiden sadistischen Morde begangen?). Aber immerhin tut der Kommissar am Ende etwas, was kein „Tatort“-Kommissar tun dürfte. Trotzdem unterscheidet sich „Kommissar Falcón“ nicht von einem biederen deutschen TV-Krimi.
Dass sogar das mitproduzierende ZDF nicht so begeistert von dem Ergebnis ist, zeigt die lange Zeit zwischen Synchronisation (bereits 2013) und heutiger Erstausstrahlung weit nach Mitternacht.
Mit Marton Csokas, Hayley Atwell, Santiago Cabrera, Kenneth Cranham, Charlie Creed-Miles, James Floyd, Emilia Fox, Kerry Fox, Henry Goodman, Robert Lindsay, Martin McCann, Bill Paterson, Rosie Perez
Hinweise
ZDF über „Kommissar Falcón“
Wikipedia über „Kommissar Falcón“ und Robert Wilson (deutsch, englisch)
Homepage von Robert Wilson

Die Vorlage

Wilson - Die Toten von Santa Clara - 4

Die Romane von Robert Wilson erscheinen bei Goldmann und, nun, sie können nur besser als die Verfilmungen sein.

Robert Wilson: Die Toten von Santa Clara
(übersetzt von Kristian Lutze)
Goldmann, 2013
512 Seiten
9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe
Page & Turner, 2005


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Ant-Man“ – Marvels kleinster Held

Juli 23, 2015

Das ist wohl die Marvel-Version von einem kleinem Film. Und das liegt nicht an der Größe des Superhelden, der mit einem Anzug auf die Größer einer Ameise (daher auch der Titel „Ant-Man“) schrumpfen kann, sondern an der, nach dem Riesen-“Avengers: Age of Ultron“-Remidemmi kleinen und überschaubaren Geschichte.
Scott Lang (Paul Rudd) will nach einem Gefängnisaufenthalt nur noch ein ehrliches Leben führen und sich mit seiner Frau Maggie (Judy Greer) und seiner Tochter Cassie (Abby Ryder Fortson) aussöhnen. Maggie hat dummerweise einen neuen Liebhaber: den Polizisten Jim Paxton (Bobby Cannavale). Mit der Arbeit funktioniert es auch nicht wie geplant. Seine Einbrechertalente sind auf dem freien Arbeitsmarkt nicht gefragt und wenn seine Chefs erfahren, was er früher getan hat, ist er den Job los. Die Jobs, die ihm sein Freund Luis (Michael Peña, mal wieder grandios) anbietet, sind vor allem illegal. Trotzdem erklärt Lang sich bereit, bei einem Einbruch mitzumachen.
Kurz darauf wird er vom Hausherrn geschnappt. Es ist Dr. Hank Pym (Michael Douglas). Der Erfinder will Lang als neuen Ant-Man haben. Denn Pym hat sich mit seinem früheren Schützling Darren Cross (Corey Stoll) überworfen und Cross hat ihn aus seiner Firma Pym Technologies rausgedrängt. Jetzt steht Cross kurz vor dem Durchbruch bei seinen Forschungen für einen Ant-Man-Anzug: das Yellowjacket. Pym möchte das verhindern. Auch weil er weiß, welche seelischen Schäden das Verändern der Körpergröße hervorrufen kann. Also soll Lang das Yellowjacket aus der gut gesicherten Firmenzentrale von Pym Technologies klauen. Lang, Luis und ihre Freunde (nicht gerade Leuchten in ihrem Job) planen also, während einer Präsentation, den Anzug zu stehlen.
Marvel nennt „Ant-Man“ ihren Heist-Film. Aber letztendlich ist es ein Marvel-Film mit den typischen Vor- und Nachteilen, wie einem blassen Bösewicht (obwohl Corey Stoll sehr gehässig grinsen kann), einer teilweise arg plätschernden Story, einem gut aufgelegtem Cast und überzeugenden Action-Szenen. Es gibt einige Querverweise zu den anderen Marvel-Filmen, die – bis auf eine Kampfszene, die am Ende wieder aufgenommen wird – dieses Mal so nebenbei formuliert werden, dass sie auch als Scherz durchgehen können. Und es gibt in der schon erwähnten Kampfszene auch einen größeren Auftritt von einem aus den vorherigen Marvel-Filmen (ohne die „Guardians of the Galaxy“) bekannten Charakter. Damit werden, wie gewohnt, die anderen Geschichten etwas weiter erzählt und es wird gezeigt, dass auch dieser Film zu einem größeren Ganzen gehört. Und es gibt die bekannten Abspann-Sequenzen.
Dieses Mal gibt es sogar eine ordentliche Portion Humor. Allein schon die Idee eines auf Ameisengröße schrumpfenden Mannes und sein Training sind gut genug für einige Lacher in diesem immer bescheiden, um nicht zu sagen klein auftretenden Film.
Aber ein Heist-Film, auch wenn hier mehrmals eingebrochen wird, ist „Ant-Man“ nicht. Jedenfalls nicht mehr als ein James-Bond-Film. In einem klassischen Einbruchsfilm dreht sich alles um den Einbruch. Das Herzstück des Films ist die genaue Schilderung der Durchführung des Einbruchs. Die bekanntesten Heist-Filme sieht man sich wegen des Einbruchs an. In „Ant-Man“ sind die Einbrüche flott vorbei. Eigentlich wird nur der erste genauer geschildert, während die anderen Einbrüche sich vor allem auf die Action konzentrieren und wir kaum erfahren, was warum wie geklaut wird.
Die Action ist gewohnt spektakulär und gewinnt hier allein schon durch die Größe der Kämpfenden neue Dimensionen. So findet, weil die Kämpfenden auf Ameisengröße geschrumpft sind, ein Teil des Schlusskampfes in einem Kinderzimmer auf einer Modelleisenbahn statt. Die Zerstörung ist entsprechend überschaubar.
Seinen ersten Auftritt hatte Ant-Man Hank Pym 1962 in Band 27 der Comicreihe „Tales to Astonisch“ und er ist ein Mitglied der ursprünglichen Avengers. Pym hatte, so seine ursprüngliche Geschichte, eine Substanz entdeckt (das Pym-Partikel), die es ihm ermöglichte, seine Größe beliebig zu verändern und übermenschliche Kräfte zu haben, was in einem Gefecht vorteilhaft sein kann. Denn eine Ameise kann im Gefecht unverletzt hinter feindliche Linien gelangen und auch Gebäude infiltrieren. Das ist eine durchaus faszinierende Idee, über die man allerdings nicht zu lange nachdenken sollte, weil sie dann immer idiotischer wird. Und das würde einem den Spaß an diesem Film verderben.

Eine Comicversion

Pünktlich zum Filmstart erschien bei Panini Comics auch Robert Kirkmans („The Walking Dead“) „Ant-Man“-Version, die in den USA bereits 2007 erschien. Hier ist Ant-Man Eric O’Grady, ein kleiner S.H.I.E.L.D.-Soldat der unzuverlässigen Sorte. Zusammen mit seinem Freund Chris McCarthy soll er auf einem S.H.I.E.L.D.-Helicarrier (ein in der Luft schwebender Flugzeugträger) eine Tür bewachen. Weil sie allerdings nicht wissen, ob sie Leute am verlassen oder betreten des Raums hindern sollen, schlagen sie Dr. Hank Pym, der den Raum verlassen will, ohnmächtig, betreten den Raum und McCarthy probiert den Ant-Man-Anzug aus, was dazu führt, dass er auf Ameisengröße schrumpft und erst einmal tagelang durch die Station irrt. Bei einem Angriff von Hydra (den Bösewichtern) stirbt McCarthy und O’Grady schnappt sich den Anzug, den er fortan zum Beobachten von duschenden Frauen benutzt. Weil Shield befürchtet, dass der Anzug in die falschen Hände fällt (als sei er bei O’Grady in den richtigen), wird Mitch Carson, der auch ein guter Terminator wäre, beauftragt, O’Grady zu finden.
Robert Kirkmans Ant-Man ist eigentlich ein selbstbezogener Teenager, der außer Sex wenig im Kopf hat. Das ist im Superheldengenre ein witziger und respektloser Ansatz. Trotzdem sehen wir mehr seitenfüllende Kloppereien als nackte Frauen und O’Grady wird am Ende – und da verrate ich wohl kein großes Geheimnis – doch zu einem guten und ziemlich verantwortungsbewussten S.H.I.E.L.D.-Agenten. Kirkman erzählt in „Ant-Man“ eine ziemlich klassische Entwicklungsgeschichte, die, – für die Marvel-Fans -, vor und nach dem Civil War spielt.

Ant-Man - Plakat

Ant-Man (Ant-Man, USA 2015)
Regie: Peyton Reed
Drehbuch: Edgar Wright, Joe Cornish, Adam McKay, Paul Rudd (nach einer Geschichte von Edgar Wright und Joe Cornish)
LV: Charakter von Stan Lee, Larry Lieber, Jack Kirby
mit Paul Rudd, Michael Douglas, Evangeline Lilly, Corey Stoll, Bobby Cannavale, Michael Peña, T. I., Wood Harris, Judy Greer, Abby Ryder Fortson, David Dastmalchian, Anthony Mackie, Hayley Atwell, John Slattery, Martin Donovan, Stan Lee
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Kirkman - Ant-Man
Robert Kirkman (Autor)/Phil Hester/Cory Walker/Khary Randolph (Zeichner): Ant-Man Megaband
(übersetzt von Harald Gantzberg)
Panini, 2015
292 Seiten
28 Euro

Originalausgabe
The Irredeemable Ant-Man
Marvel, 2006/2007

enthält
Civil War: Choosing Sides (Dezember 2006)
The Irredeemable Ant-Man # 1 – 12 (Dezember 2006 – November 2007)
Amazing Fantasy (2004) 15 (Januar 2006)

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite von Marvel
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Ant-Man“
Moviepilot über „Ant-Man“
Metacritic über „Ant-Man“
Rotten Tomatoes über „Ant-Man“
Wikipedia über „Ant-Man“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns “The Walking Dead 15: Dein Wille geschehe” (The Walking Dead Vol. 15: We find ourselves, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Eine größere Welt (Band 16)“ (The Walking Dead, Vol. 16: A larger world, 2012)

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Fürchte dich nicht (Band 17)“ (The Walking Dead, Vol. 17: Something to Fear, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Grenzen (Band 18)“ (The Walking Dead, Vol. 18: What comes after, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Auf dem Kriegspfad (Band 19)“ (The Walking Dead, Vol. 19: March to War, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Stefano Gaudiano/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Krieg – Teil 1 (Band 20)“ (The Walking Dead, Vol. 20: All Out War, Part One, 2014)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 2“ (USA 2011/2012)

Meine Besprechung der TV-Serie “The Walking Dead – Staffel 3″ (USA 2013)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Ryan Ottley (Zeichner)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 1“ (Haunt, Vol 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 2“ (Haunt, Vol. 6 – 12, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) “Haunt – Band 3″ (Haunt, Vol. 13 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Nick Spencer (Autoren)/Shawn Martinbroughs (Zeichner) „Dieb der Diebe: „Ich steige aus“ (Band 1)“ (Thief of Thieves # 1 – 7, 2012)

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Avengers: Age of Ultron“ ist da

April 23, 2015


Wir haben
Chris Evans als Steve Rogers/Captain America (der hier erstaunlich blasse Anführer der Truppe)
Robert Downey Jr. als Tony Stark/Iron Man (der großmäulige, verantwortungslose Finanzier der Gruppe)
Chris Hemsworth als Thor (aus der anderen Galaxis)
Mark Ruffalo als Bruce Banner/Hulk (aus dem Forschungslabor)
Scarlett Johansson als Natasha Romanoff/Black Widow
Jeremy Renner als Clint Barton/Hawkeye
James Spader als Ultron (Stimme im Original)
Aaron Taylor-Johnson als Pietro Maximoff/Quicksilver (im letzten X-Men-Film „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ wurde er von Evan Peters gespielt, aber der wurde von einem anderen Studio produziert)
Elizabeth Olsen als Wanda Maximoff/Scarlet Witch
Paul Bettany als Jarvis/Vision (und mit einem Körper)
Samuel L. Jackson als Nick Fury
Don Cheadle als James Rhodes/War Machine
Cobie Smulders als Maria Hill
Anthony Mackie als Sam Wilson/The Falcon
Hayley Atwell als Peggy Carter
Idris Elba als Heimdall (ungefähr zwei Sätze)
Stellan Skarsgård als Erik Selvig (ungefähr kein Satz)
Claudia Kim als Dr. Helen Cho
Thomas Kretschmann als Baron Strucker
Andy Serkis als Ulysses Klaue (naja)
Julie Delpy als Madame B (sorry, hab ich in dem Starrummel übersehen)
Stan Lee als Stan Lee (obligatorischer Kurzauftritt)

Wir haben Action bis zum Abwinken.
Es beginnt mit einer großen Schlacht in dem osteuropäischen Fantasieland Sokovia. Danach geht die Reise um die halbe Welt und in New York, Seoul, Johannesburg und Sokovia geht dabei, mit der Hilfe von viel CGI, einiges zu Bruch.
Dabei werden dieses Mal erstaunlich oft ganz normale Menschen als Opfer und schreiend weglaufende Menschenmasse gezeigt. Das ist, nachdem man in früheren Marvel-Filmen den Eindruck gewinnen konnte, dass die Großstädte, in denen die Superhelden die Bösewichter verkloppen und regelmäßig eine sanierungsbedürftige Innenstadt hinterlassen, ein Novum. Denn bislang sah es so aus, als sei vor dem Kampf der Superhelden gegen die Superschurken die Kampfzone von magischen Kräften evakuiert worden. Aber dieses Mal verlang die Filmgeschichte nach vielen Menschen, die fotogen von den Avengers beschützt werden. Vor allem beim viel zu langen und ziemlich konfusen Schlußkampf in Sokovia.

Wir haben zu viel Beiwerk für eine sinnvolle Story. Die ist nur Klammer für die Auftritte und Kabbeleien der aus mehreren Filmen bekannten Superhelden. In „Avengers: Age of Ultron“ geht es um den Konflikt zwischen Gut und Böse und wie die Guten das Böse schaffen, das dann zuerst die Avengers und später die Welt vernichten will. Denn die von Tony Stark gestartete Friedensmaschine, der sehr lernfähige Roboter Ultron, begreift schnell, dass die Avengers bei ihren Friedensmissionen viel Leid verursachen. Deshalb will er, seinem Programm folgend, alle Bedrohungen für eine friedliche Welt beseitigen. Aber diese Idee, dass unser Handeln unbeabsichtigte Folgen hat und dass Gut und Böse miteinander verflochten sind, wird nur oberflächlich behandelt. Überhaupt nicht behandelt wird der grundlegende Fehler in Ultrons Programm. Denn hätte Tony Stark sich beim Programmieren an Isaac Asimovs Robotergesetze gehalten, wäre das alles nicht passiert.

Wir haben das filmische Äquivalent zu diesen maßlosen Benefiz-Rockkonzerten aus den Achtzigern, als sich alle bekannten Musiker für die gute Sache in einem Stadion versammelten und gegen die Apartheid, den Hunger und gegen die Kernkraft ansangen.
Denn dummerweise ist „Avengers: Age of Ultron“ genau wie diese Konzerte, die beim ersten Mal Spaß machen, aber beim zweiten Mal nerven. Es gibt zu viele Häuptlinge, aber keine Indianer und keine Struktur. Jeder versucht sich nur möglichst groß in Szene zu setzen und aus einer eigentlich guten Idee wird ein an allen Ecken und Enden ausufernde Starparade, die zeigt, dass ihre Soloauftritte besser sind.

Avengers - Age of Ultron - Plakat

Avengers: Age of Ultron (The Avengers: Age of Ultron, USA 2015)
Regie: Joss Whedon
Drehbuch: Joss Whedon
mit Chris Evans, Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, James Spader, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Paul Bettany, Samuel L. Jackson, Don Cheadle, Cobie Smulders, Anthony Mackie, Hayley Atwell, Idris Elba, Stellan Skarsgård, Claudia Kim, Thomas Kretschmann, Andy Serkis, Julie Delpy, Stan Lee, Henry Goodman
Länge: 141 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Facebook-Seite von Marvel
Film-Zeit über „Avengers: Age of Ultron“
Moviepilot über „Avengers: Age of Ultron“
Metacritic über „Avengers: Age of Ultron“
Rotten Tomatoes über „Avengers: Age of Ultron“
Wikipedia über „Avengers: Age of Ultron“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Joss Whedons „Viel Lärm um nichts“ (Much ado about nothing, USA 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: „Cinderella“ ist Aschenputtel

März 12, 2015

Die Geschichte von Aschenputtel (manchmal auch Aschenbrödel oder bei den Amis Cinderella) ist ja bekannt. Aber heute, wo gefühlt jedes Märchen mit einem anderen Schwerpunkt neu erzählt wird, fällt Kenneth Branaghs Version von Aschenputtel schon auf. Denn er erzählt das Märchen einfach noch einmal so, wie wir es aus unseren Kindertagen kennen. Nur die Tricktechnik ist besser als in den älteren Filmen.
Das ist, angesichts der zahlreichen mehr oder weniger missglückten Neuinterpretationen, schon etwas. Modernisierungen, wie „Maleficent – Die dunkle Fee“ (inspiriert von Dornröschen) oder „Snow White and the Huntsman“ (inspiriert von Schneewittchen), ließen einen oft kopfschüttelnd zurück. Da wurde die Geschichte aus der Sicht eines Nebencharakters erzählt und plötzlich war die böse Fee gar nicht mehr so böse, sondern nur noch eine strenge Mutter und die ganze Geschichte hatte nicht mehr die Prägnanz des Originals. Da wurde aus der Heldin eine veritable Actionheldin, die mit dem alten Märchen wenig, mit aktuellen Fantasy-Filmen viel zu tun hat und die natürlich alles das weg lässt, was wir am Original mochten.
Aber gleichzeitig fragte ich mich, warum Kenneth Branagh, der immerhin mit zwei Shakespeare-Neuinterpretationen, die allgemein abgefeiert wurden und damals William Shakespeare für viele Zuschauer erstmals erschloss, dieses Mal so konservativ vorgeht und er sich – ohne jede Not – zum willigen Erfüllungsgehilfen von Walt Disney degradieren lässt. Dieser konservative Ansatz macht dann auch „Cinderella“ zu einem Film für achtjährige Mädchen. Alles ist offensichtlich. Es gibt keinen Subtext, keine aktuellen Bezüge oder einen individuellen Zugriff auf die Geschichte. Es gibt nur die Geschichte von einem verschüchterten, passiven Mädchen, das sich in den Traumprinz verliebt und ihn am Ende, nachdem er sie im ganzen Land suchte, auch bekommt.
Diese sattsam bekannte Geschichte wird in prachtvollen Bildern, die im Luxus schwelgen und mit einigen bekannten Schauspielern (Cate Blanchett, Helena Bonham Carter, Stellan Skarsgard, Derek Jacobi) garniert, mit Liebe zum malerischen Detail, überraschungsfrei und, immerhin, erstaunlich kitschfrei erzählt. Denn allzuleicht hätte der Märchenfilm in eine jungmädchenhafte Schwärmerei ausarten können.

P1.43 (CINDE_003B_G - Payoff Poster (Blue Dress) (ONLINE DEBUT NOVEMBER))
Cinderella (Cinderella, USA 2015)
Regie: Kenneth Branagh
Drehbuch: Chris Weitz
mit Lily James, Cate Blanchett, Richard Madden, Stellan Skarsgard, Holliday Grainger, Sophie McShera, Derek Jacobi, Helena Bonham Carter, Nonso Anozie, Ben Chaplin, Hayley Atwell
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Cinderella“
Moviepilot über „Cinderella“
Metacritic über „Cinderella“
Rotten Tomatoes über „Cinderella“
Wikipedia über „Cinderella“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Kenneth Branaghs „Jack Ryan: Shadow Recruit“ (Jack Ryan: Shadow Recruit, USA 2013)


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