TV-Tipp für den 12. November: Love & Mercy

November 11, 2020

WDR, 23.30

Love & Mercy (Love & Mercy, USA 2015)

Regie: Bill Pohlad

Drehbuch: Oren Moverman, Michael Alan Lerner

Sehenswertes Biopic über „Beach Boys“-Mastermind Brian Wilson, das sich auf zwei wichtige Abschnitte in Wilsons Leben konzentriert: die Arbeit an der legendären, die Popmusik verändernden LP „Pet Sounds“ und sein Leben in den 80er Jahren als Patient des gemeingefährlichen Dr. Eugene Landy, der nichts von Wilsons neuer Bekanntschaft hält.

Love & Mercy“ ist nicht am chronologischen Abhandeln einer Musikerbiographie, sondern am Porträtieren eines schwierigen Charakters an zwei entscheiden Punkten seines Lebens interessiert.

Für Brian-Wilson-Fans ein Pflichttermin.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit John Cusack, Paul Dano, Elizabeth Banks, Paul Giamatti, Jake Abel, Kenny Wormald, Brett Davern, Graham Rogers

Hinweise

Moviepilot über „Love & Mercy“

Metacritic über „Love & Mercy“

Rotten Tomatoes über „Love & Mercy“

Wikipedia über „Love & Mercy“ (deutsch, englisch), die Beach Boys (deutsch, englisch) und Brian Wilson (deutsch, englisch)

AllMusic über die Beach Boys und Brian Wilson

Meine Besprechung von Bill Pohlands „Love & Mercy“ (Love & Mercy, USA 2015)


TV-Tipp für den 2. März: Good Kill – Tod aus der Luft

März 1, 2019

ZDFneo, 23.45

Good Kill – Tod aus der Luft (Good Kill, USA 2015)

Regie: Andrew Niccol

Drehbuch: Andrew Niccol

Ruhiges, äußerst intensives Drama über die Gewissenskonflikte von einem Ex-Kampfpiloten (Ethan Hawke), der jetzt Drohnenpilot ist und, wie viele Kollegen, seelische Probleme mit dem Töten per Drohne und seinem normalen Leben, nach Feierabend, in Las Vegas (das hätte Hollywood sich nicht besser ausdenken können: die echten Basen sind in der Nähe des Spielerparadieses) hat.

Das Drehbuch ist straff und facettenreich (auch wenn das Militär etwas nachdenklicher, selbtreflexiver und vernünftiger rüberkommt, als es wohl in der Realität der Fall ist), die Schauspieler überzeugend, und Andrew Niccol („Gattaca“, „Lord of War“, beide ebenfalls mit Hawke) zeigt nach dem Totalausfall „Seelen“, dass er nichts verlernt hat. Für einen Kinostart hat es trotzdem nicht gereicht und der Film (es ist der erste Spielfilm über den Drohnenkrieg) ist aufklärerisch im besten Sinne. Unbedingt sehenswert!

Mit Ethan Hawke, Zoë Kravitz, January Jones, Bruce Greenwood, Jake Abel, Dylan Kenin

Hinweise
Moviepilot über „Good Kill“
Metacritic über „Good Kill“
Rotten Tomatoes über „Good Kill“
Wikipedia über „Good Kill“
Meine Besprechung von Andrew Niccols „Seelen“ (The Host, USA 2013)
Andrew Niccol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. Juni: Good Kill – Tod aus der Luft

Juni 10, 2017

ZDFneo, 21.50
Good Kill – Tod aus der Luft (USA 2015, Regie: Andrew Niccol)
Drehbuch: Andrew Niccol
Ruhiges, äußerst intensives Drama über die Gewissenskonflikte von einem Ex-Kampfpiloten (Ethan Hawke), der jetzt Drohnenpilot ist und, wie viele Kollegen, seelische Probleme mit dem Töten per Drohne und seinem normalen Leben, nach Feierabend, in Las Vegas (das hätte Hollywood sich nicht besser ausdenken können: die echten Basen sind in der Nähe des Spielerparadieses) hat.
Das Drehbuch ist straff und facettenreich (auch wenn das Militär etwas nachdenklicher, selbtreflexiver und vernünftiger rüberkommt, als es wohl in der Realität der Fall ist), die Schauspieler überzeugend, und Andrew Niccol („Gattaca“, „Lord of War“, beide ebenfalls mit Hawke) zeigt nach dem Totalausfall „Seelen“, dass er nichts verlernt hat. Für einen Kinostart hat es trotzdem nicht gereicht und der Film (es ist der erste Spielfilm über den Drohnenkrieg) ist aufklärerisch im besten Sinne. Unbedingt sehenswert!
Mit Ethan Hawke, Zoë Kravitz, January Jones, Bruce Greenwood, Jake Abel, Dylan Kenin

Wiederholung: Sonntag, 11. Juni, 04.50 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Moviepilot über „Good Kill“
Metacritic über „Good Kill“
Rotten Tomatoes über „Good Kill“
Wikipedia über „Good Kill“
Meine Besprechung von Andrew Niccols „Seelen“ (The Host, USA 2013)
Andrew Niccol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. Oktober: Good Kill – Tod aus der Luft

Oktober 13, 2016

3sat, 22.35
Good Kill – Tod aus der Luft (USA 2015, Regie: Andrew Niccol)
Drehbuch: Andrew Niccol
Ruhiges, äußerst intensives Drama über die Gewissenskonflikte von einem Ex-Kampfpiloten (Ethan Hawke), der jetzt Drohnenpilot ist und, wie viele Kollegen, seelische Probleme mit dem Töten per Drohne und seinem normalen Leben, nach Feierabend, in Las Vegas (das hätte Hollywood sich nicht besser ausdenken können: die echten Basen sind in der Nähe des Spielerparadieses) hat.
Das Drehbuch ist straff und facettenreich (auch wenn das Militär etwas nachdenklicher, selbtreflexiver und vernünftiger rüberkommt, als es wohl in der Realität der Fall ist), die Schauspieler überzeugend, und Andrew Niccol („Gattaca“, „Lord of War“, beide ebenfalls mit Hawke) zeigt nach dem Totalausfall „Seelen“, dass er nichts verlernt hat. Für einen Kinostart hat es trotzdem nicht gereicht und der Film (es ist der erste Spielfilm über den Drohnenkrieg) ist aufklärerisch im besten Sinne. Unbedingt sehenswert!
Mit Ethan Hawke, Zoë Kravitz, January Jones, Bruce Greenwood, Jake Abel, Dylan Kenin
Hinweise
Moviepilot über „Good Kill“
Metacritic über „Good Kill“
Rotten Tomatoes über „Good Kill“
Wikipedia über „Good Kill“
Meine Besprechung von Andrew Niccols „Seelen“ (The Host, USA 2013)
Andrew Niccol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. April: Good Kill – Tod aus der Luft

April 30, 2016

ZDFneo, 20.15
Good Kill – Tod aus der Luft (USA 2015, Regie: Andrew Niccol)
Drehbuch: Andrew Niccol
Ruhiges, äußerst intensives Drama über die Gewissenskonflikte von einem Ex-Kampfpiloten (Ethan Hawke), der jetzt Drohnenpilot ist und, wie viele Kollegen, seelische Probleme mit dem Töten per Drohne und seinem normalen Leben, nach Feierabend, in Las Vegas (das hätte Hollywood sich nicht besser ausdenken können: die echten Basen sind in der Nähe des Spielerparadieses) hat.
Das Drehbuch ist straff und facettenreich (auch wenn das Militär etwas nachdenklicher, selbtreflexiver und vernünftiger rüberkommt, als es wohl in der Realität der Fall ist), die Schauspieler überzeugend, und Andrew Niccol („Gattaca“, „Lord of War“, beide ebenfalls mit Hawke) zeigt nach dem Totalausfall „Seelen“, dass er nichts verlernt hat. Für einen Kinostart hat es trotzdem nicht gereicht und der Film (es ist der erste Spielfilm über den Drohnenkrieg) ist aufklärerisch im besten Sinne. Unbedingt sehenswert!
Mit Ethan Hawke, Zoë Kravitz, January Jones, Bruce Greenwood, Jake Abel, Dylan Kenin
Wiederholung: Sonntag, 1. Mai, 01.15 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
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Meine Besprechung von Andrew Niccols „Seelen“ (The Host, USA 2013)
Andrew Niccol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. Juli: Good Kill – Tod aus der Luft

Juli 27, 2015

ZDF, 22.15
Good Kill – Tod aus der Luft (USA 2015, Regie: Andrew Niccol)
Drehbuch: Andrew Niccol
Ruhiges, äußerst intensives Drama über die Gewissenskonflikte von einem Ex-Kampfpiloten (Ethan Hawke), der jetzt Drohnenpilot ist und, wie viele Kollegen, seelische Probleme mit dem Töten per Drohne und seinem normalen Leben, nach Feierabend, in Las Vegas (das hätte Hollywood sich nicht besser ausdenken können: die echten Basen sind in der Nähe des Spielerparadieses) hat.
Das Drehbuch ist straff und facettenreich (auch wenn das Militär etwas nachdenklicher, selbtreflexiver und vernünftiger rüberkommt, als es wohl in der Realität der Fall ist), die Schauspieler überzeugend, und Andrew Niccol („Gattaca“, „Lord of War“, beide ebenfalls mit Hawke) zeigt nach dem Totalausfall „Seelen“, dass er nichts verlernt hat. Für einen Kinostart hat es trotzdem nicht gereicht und der Film (es ist der erste Spielfilm über den Drohnenkrieg) ist aufklärerisch im besten Sinne. Unbedingt sehenswert!
Anschließend, um 23.50 Uhr, läuft die okaye 45-minütige Doku „Drohnenkrieg – Tod aus der Luft“, die dem Film erstaunlich wenig hinzufügt.
Mit Ethan Hawke, Zoë Kravitz, January Jones, Bruce Greenwood, Jake Abel, Dylan Kenin
Wiederholung: Mittwoch, 29. Juli, 01.50 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
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Meine Besprechung von Andrew Niccols „Seelen“ (The Host, USA 2013)
Andrew Niccol in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Love & Mercy“, die Beach Boys und Brian Wilson

Juni 11, 2015

Die Sommerhits der Beach Boys, wie „Surfin‘ USA“, „I get around“, „Fun, Fun, Fun“ und „Good Vibrations“, kennt heute noch jedes Kind. Immerhin gehören diese Songs, die vor fünfzig Jahren in 2-Minuten-Hymnen den Mythos von Kalifornien als Land des immerwährenden Sommers mit Surfbrettern, lachenden Sonnyboys und fröhlichen Mädels zementierten, zum festen Radioprogramm. Brian Wilson ist dagegen vor allem Musikfans ein Begriff. Er war der kreative Kopf der Beach Boys, viele Jahre litt er an falsch behandelten psychischen Problemen, die er erst mit der Hilfe von seiner Frau Melinda Ledbetter in den Griff bekam. Seitdem veröffentlicht der Perfektionist, mehr oder weniger regelmäßig, neue CDs, die im Schatten seines Frühwerks stehen.
Mit „Love & Mercy“ ist jetzt von Bill Pohlad ein Biopic über Wilsons Leben inszeniert worden, das nicht schlecht ist, aber an seiner Konstruktion leidet, immer wieder zu wenig in die Tiefe geht und sich zu sehr an die Brian-Wilson-Fans richtet. Denn wer die Hintergründe nicht kennt, wird sich mehr als einmal fragen, wie so etwas möglich sein kann und ob das Geschilderte wirklich den Tatsachen entspricht. Tut es, obwohl die Wirklichkeit teilweise noch absurder war.
Beginnen wir mit der Konstruktion: Bill Pohlad erzählt „Love & Mercy“ auf zwei Zeitebenen, zwischen denen er flüssig und gelungen hin und her springt. Der eine Teil spielt in den Sechzigern: die Beach Boys sind eine erfolgreiche Band. Aber Brian Wilson (Paul Dano) will mehr als flauschige Sommerhits abliefern. Während die Band ohne ihn auf Tour geht, zieht er sich ins Studio zurück. Er will die neue LP „Pet Sounds“ aufnehmen. Die Entstehung dieser 1966 veröffentlichte Rock-Symphonie wird ausführlich gezeigt. Aber wer die Platte nicht kennt und nichts über ihre Bedeutung für die Geschichte der Rockmusik weiß, sieht vor allem einen Musiker, der im Studio obsessiv einem bestimmten Sound hinterherjagt.
Der andere Teil spielt zwanzig Jahre später in den späten Achtzigern. Brian Wilson (John Cusack) wird von Dr. Eugene Landy (Paul Giamatti) behandelt und von der Welt abgeschirmt. Aber Wilson entwickelt Gefühle für die junge Cadillac-Autoverkäuferin Melinda Ledbetter (Elizabeth Banks). Das hier mögliche Psychodrama zwischen dem Arzt und seinem Patienten bleibt allerdings in den Anfängen stecken. In erster Linie wird uns die Situation präsentiert, in der Brian Wilson in diesem Moment steckt. Aber zunächst gibt es die im Film nicht erklärte Lücke zwischen dem Sechziger-Jahre-Wilson, der zwar schon psychische Probleme hatte, aber weitgehend normal funktionierte, und dem Achtziger-Jahre Wilson, der unzurechnungsfähig ist und nur unter Aufsicht vor die Haustür gehen darf, weil er anscheinend eine Gefahr für sich selbst und seine Umwelt darstellt. Dabei ist der etwas merkwürdige Wilson auf den ersten Blick ein extrem pflegeleichter Patient. Wie ein kleines Kind akzeptiert er seine Bewacher und er offenbart vor fremden Menschen, wie der Autoverkäuferin, seine tiefsten Gefühle und Verletzungen. Und er ist mit seiner Situation ganz zufrieden. Immerhin wird er beschützt und er kann, was er einige Jahre früher nicht tat, sein Haus verlassen. Nur seine neue Freundin Melinda Ledbetter möchte, je mehr sie über Wilsons Leben erfährt, die seltsame Situation ändern. Aber sie ist, auch wenn dieser Teil aus ihrer Perspektive erzählt wird, als Zufallsbekanntschaft, ein Nebencharakter.
Diese Konstruktion und die Teilung in einen Musikfilm und ein Drama hält einen auf Distanz zum Geschehen. Es gibt auch kein Greatest Hits der Band, sondern eine feinfühlige Annäherung an einen schwierigen Charakter in zwei Lebensphasen. „Love & Mercy“ vermeidet so die typischen Biopic-Fallen. Aber es bleibt auch immer der Eindruck, dass man zwei nicht zueinander passende halbe Filme gesehen hat, die ihr Potential nicht ausschöpfen. Dass nur an der Oberfläche eines Enigmas gekratzt wurde.
Für Fans von Musikfilmen ist „Love & Mercy“ natürlich ein Pflichttermin. Es ist auch ein Musikfilm, der sich für die Arbeit hinter den Kulissen und die seelischen Probleme des Künstlers interessiert, ohne diese sensationslüstern auszubeuten. Denn für den Brian Wilson der achtziger Jahre ist die Musik, die früher sein Leben definierte, unwichtig. Aber die Beziehung zu Melinda Ledbetter, mit der er immer noch verheiratet ist, wird wichtiger.

Love and Mercy - Plakat

Love & Mercy (Love & Mercy, USA 2015)
Regie: Bill Pohlad
Drehbuch: Oren Moverman, Michael Alan Lerner
mit John Cusack, Paul Dano, Elizabeth Banks, Paul Giamatti, Jake Abel, Kenny Wormald, Brett Davern, Graham Rogers
Länge: 122 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Love & Mercy“
Moviepilot über „Love & Mercy“
Metacritic über „Love & Mercy“
Rotten Tomatoes über „Love & Mercy“
Wikipedia über „Love & Mercy“, die Beach Boys (deutsch, englisch) und Brian Wilson (deutsch, englisch)
AllMusic über die Beach Boys und Brian Wilson


Neu im Kino/Filmkritik: „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ und auf der Jagd nach dem Goldenen Vlies

August 15, 2013

 

Beginnen wir mit den für einen echten Krimifan interessanten und wichtigen Punkten bei „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“:

Percy Jackson wurde von Rick Riordan erfunden. Riordan erfand auch Privatdetektiv Tres Navarre und seine sieben Bücher mit ihm wurden für den Edgar-, Anthony- und Shamus-Award nominiert. Also ein echter Krimiautor, dessen Krimis nie ins Deutsche übersetzt wurden und der „Rowling umgekehrt“ machte. Denn er wurde vom Krimiautor zum Fantasy- und Jugendbuchautor. Einem sehr erfolgreichen. Immerhin sollen über zwanzig Millionen Exemplare seiner Percy-Jackson-Bücher weltweit verkauft worden sein. In den USA haben die Abenteuer von Percy Jackson viele Fans und die fünf Romane gehören zu den sich am besten verkauften Kinder- und Jugendbüchern, die sich vor allem an Zwölfjährige richten.

Richard Castle spielt mit. Also nicht der Krimi-Bestsellerautor, sondern Nathan Fillion, der Schauspieler, der den Bestsellerautor in der wöchentlichen TV-Krimiserie „Castle“ spielen darf. Aber während der echte Richard Castle das Licht der Öffentlichkeit meidet (Mr. Fillion macht das ja für ihn), muss ein Schauspieler halt auch Geld verdienen – und wenn es als griechischer Gott Hermes ist, der in der Gegenwart ein beeindruckendes Lagerhaus hat. Für uns Menschen sieht Hermes allerdings wie ein stinknormaler UPS-Zweigstellenleiter einer wirklich kleinen, leicht renovierungsbedürftigen Zweigstelle in Washington, D. C., aus.

Und da wären wir auch bei Rick Riordans Kniff: in seinen Percy-Jackson-Büchern versetzt er die griechische Götterwelt in die Gegenwart. In die USA. Und lässt Menschen (die die Götter nicht erkennen), Halbgötter und Götter gegeneinander kämpfen, lieben und leiden. Halt wie damals im alten Griechenland, aber mit Autos, Computern und Smartphones.

In dem zweiten „Percy Jackson“-Abenteuer müssen Percy Jackson, der halb menschliche Sohn von Poseidon, und seine Freunde, die im Wald in einem lauschigen Lager für Halbgötter, dem Camp Half-Blood, leben, nach einem Angriff von einem mechanischen Monster, das ihr unsichtbares Schutzschild durchbrach, aufbrechen und das Goldene Vlies, das sie retten kann, suchen. Die Spur führt zum Bermuda-Dreieck, dem Meer der Monster, und die Zeit drängt.

Denn Luke, der Sohn von Hermes, will ebenfalls das Goldene Vlies haben. Allerdings will er nicht das Lager der Halbgötter beschützen, sondern vernichten.

Das könnte ein vergnügliches Fantasy-Abenteuer sein, bei dem Kinder sich an den farbenprächtigen Abenteuern und Ältere an dem Spiel mit der griechischen Mythologie erfreuen. Aber es ist ein Film für ADHS-geschädigte Zehnjährige, die von einem Film einfach nur in kurzen Abständen Action, beeindruckende Sets und einige Witzeleien wollen. Dummerweise ist der Film-Percy vier Jahre älter als der Buch-Percy und deshalb gibt es auch etwas Liebesgeplänkel, was Zehnjährige nicht sonderlich interessiert.

Für andere ist der Film ein erzählerisches Desaster, das wieder einmal alle meine Vorurteile gegenüber Fantasy-Geschichten bestätigte. Denn während in normalen Geschichten (wozu auch Science-Fiction und Horror gehören) die Autoren an die Realität und die Regeln der von ihnen geschaffenen Welt gebunden sind, kann in einer Fantasy-Geschichte alles mit einem Zauberspruch, einem aus dem Nichts auftauchendem Monster oder einem mit einem Pfiff herbeigerufenem Seemonster, wenn man es gerade benötigt, alles gelöst werden.

Und wenn das alles nicht hilft, gibt es noch das Goldene Vlies, das enorme heilende Kräfte hat – und damit Tote wieder lebendig machen kann.

Damit schrumpfen dann die Probleme und Gefahren für die Protagonisten zunächst auf den richtigen Gebrauch von Zaubersprüchen und, weil alles möglich ist und nichts wirklich folgenreich für die Charaktere und die Welt ist, verflüchtigen sich die Probleme und Gefahren ins Nichts.

Außerdem nimmt sich der Film nie Zeit, an einem Ort zu bleiben. Nur in dem Lager der Halbgötter, das mit seinen Holzhütten wie ein Ferienlager wirkt, verbringen wir am Filmanfang etwas mehr Zeit. Aber danach geht es Hopplahopp von einem Ort zum Nächsten.

Und wahrscheinlich alle Kämpfe wurden vor einem Green Screen getrickst. Jedenfalls sind die zahlreichen Monster nie bedrohlich und die Schauspieler wirken immer so, als ob sie gegen einen nicht vorhandenen Gegner kämpfen müssen. Sowieso wirken die meisten CGI-Effekte erstaunlich billig.

Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ ist eine ziemlich langweilige Angelegenheit – für alle, die keine zehn Jahre mehr sind.

Percy Jackson 2 - Plakat

Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen (Percy Jackson: Sea of Monsters, USA 2013)

Regie: Thor Freudenthal

Drehbuch: Marc Guggenheim

LV: Rick Riordan: Percy Jackson and the Olympians: The Sea of Monsters, 2006 (Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen)

mit Logan Lerman, Alexandra Daddario, Douglas Smith, Leven Rambin, Brandon T. Jackson, Jake Abel, Anthony Head, Stanley Tucci, Connor Dunn, Nathan Fillion, Robert Knepper, Ron Perlman (im Original die Stimme von Polyphemus)

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Ach ja: 3D

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“

Metacritic über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“

Rotten Tomatoes über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“

Wikipedia über „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ (deutsch, englisch)

Homepage von Rick Riordan


Neu im Kino/Filmkritik: „Seelen“, eine Science-Fiction-Schmonzette von Andrew Niccol, nach einem Buch von Stephenie Meyer

Juni 14, 2013

Seelen“ wird beworben als der neue Film von „Twilight“-Autorin Stephenie Meyer und „The Truman Show“-, „Gattaca“- und „Lord of War“-Autor Andrew Niccol und je nachdem, ob man „Seelen“ als Stephenie-Meyer- oder als Andrew-Niccol-Film sieht, wird man begeistert oder maßlos enttäuscht sein. Denn „Seelen“ ist ein in der nahen Zukunft spielendes Teenager-Drama, dessen Zielpublikum heftig pubertierende Mädchen sind. Denen gefällt, nach der IMDB-Nutzerbewertung, der Liebesfilm mit homöopathischer Science-Fiction-Beigabe auch sehr gut.

Science-Fiction-Fans können sich dagegen an der schönen Ausstattung erfreuen. Denn die von Stephenie Meyer, die den Film auch produzierte, entworfene Welt macht ziemlich wenig Sinn und die Prämisse ist, jedenfalls bei der Filmgeschichte, ziemlicher Unfug.

Wieder einmal haben Außerirdische die Welt besetzt und nur noch eine kleine Gruppe Menschen kämpft im wunderschön fotogenen US-Hinterland gegen sie. Dabei sind diese Aliens Parasiten, die den Menschen ihre Seelen klauen. So wird uns jedenfalls zuerst gesagt. Aber eigentlich sind diese Aliens ganz liebe Gesellen, die schon seit langer Zeit Seelen sehr liebevoll und sehr vorsichtig von einem Gastkörper zum nächsten transportieren, das Wissen des Gastes in sich aufnehmen und weitergeben. Sie werden deshalb auch ganz einfach Seelen genannt; – was ja eigentlich etwas Gutes ist. Außerdem ist bei ihnen alles sauber, gepflegt und ordentlich. Krankheit und Armut scheint es nicht mehr zu geben. Eigentlich hätte uns, wie ein Blick in die Nachrichten zeigt, nichts besseres passieren können.

Trotzdem ist Melanie Stryder (Saoirse Ronan) davon nicht begeistert. Sie kämpft gegen die Aliens, versucht ihren Bruder zu beschützen, wird dennoch der Gast für eine Seele, wehrt sich allerdings gegen diese Seele, flüchtet aus dem Krankenhaus der Seelen, wird von der Sucherin (Diane Kruger; fantastisch!) gnadenlos verfolgt, kann sich in einer riesigen Höhle irgendwo in der Wüste bei einigen Widerstandskämpfern verstecken und zwei Jungs sind heftig in sie verliebt.

Das Leben der Widerstandskämpfer in der Höhle, das sich durch geschickt platzierte Spiegel, abgesehen von den Wohnungen, nicht von der uns bekannten, normalen Welt unterscheidet, ist eine ländliche Fantasie, die schonungslos den Marlboro-Western-Kitsch feiert. Die starren Gesellschaftsstrukturen sind von anno dunnemals, als Männer die respektierten Führer und Frauen die Köchinnen waren, und werden klaglos von den, Uh?, freien Menschen akzeptiert. Der Kampf gegen die einen versklavenden Seelen eint.

Melanies Kampf zwischen den beiden in ihr wohnenden Seelen, wobei die ihr implantierte Seele als weise Ratgeberin gar nicht so unsympathisch ist, wird sehr unfilmisch, in inneren Streitgesprächen verdeutlicht. In der Originalfassung sind die beiden von Saoirse Ronan mit unterschiedlichen Akzenten gesprochen Frauenstimmen allerdings kaum unterscheidbar. Und wenn Melanie befürchtet, dass ihre ursprüngliche Seele endgültig verschwindet, wendet sie eine ziemlich brachiale Kusstherapie an, die, wenn ein Mann sie erfunden hätte, hochgradig frauenverachtend wäre. Denn sie will von dem einen Jungen, den sie früher hasste, so geküsst werden, dass ihr altes Ich wieder auftaucht. Zwischen der Knutscherei wird sie ziemlich oft geschlagen; scheint auch gegen die Alien-Seelen zu helfen.

Seelen“ wirkt mit seinem schleppendem Erzähltempo, den vielen aufgeworfenen Fragen, die nicht beantwortet werden, und dem hastigen Ende wie der Pilotfilm für eine nicht verwirklichte Science-Fiction-Serie, die dann auch hätte klären können, warum diese Seelen, obwohl sie so grundsympathisch erscheinen, doch furchtbar böse sind und wir gegen sie kämpfen müssen.

Als Kinofilm bleiben dagegen mehr Fragen als Antworten, etwas banale Revolutionsromantik, viel christliche Verklärung des einfachen Lebens und eine vor sich hin plätschernde Liebesgeschichte mit langweilig-austauschbaren Charakteren.

Andrew-Niccol-Fans können diese Auftragsarbeit getrost vergessen.

Seelen - Plakat

Seelen (The Host, USA 2013)

Regie: Andrew Niccol

Drehbuch: Andrew Niccol

LV: Stephenie Meyer: The Host, 2008 (Seelen)

mit Saoirse Ronan, Max Irons, Jake Abel, Diane Kruger, William Hurt, Chandler Canterbury, Boyd Holbrook, Frances Fisher, Scott Lawrence

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Seelen“

Metacritic über „Seelen“

Rotten Tomatoes über „Seelen“

Wikipedia über „Seelen“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephenie Meyer


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