TV-Tipp für den 29. Januar: Das Ende – Assault on Precinct 13

Januar 28, 2019

Tele 5, 20.15

Das Ende – Assault on Precinct 13 (Assault on Precinct 13, USA/Frankreich 2005)

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: James DeMonaco (nach dem Drehbuch von John Carpenter)

Jahreswende in Detroit: In einem abgelegenem Polizeirevier, das demnächst aufgelöst werden soll, muss wegen eines Schneesturms über die Nacht ein berüchtigter Gangster untergebracht werden. Einige korrupte Polizisten, die verhindern wollen, dass der Gangster redet, wollen ihn umbringen. Sie belagern das Revier. Der Revierleiter nimmt den Kampf auf – und muss dabei auch dem Gefangenen vertrauen.

Fetziges Remake von John Carpenters gleichnamigem Film; wobei John Carpenter die Story auch geklaut hat (und nie ein Geheimnis daraus gemacht hat).

Drehbuchautor James DeMonaco schrieb und inszenierte anschließend die „The Purge“-Filme.

Jean-François Richet inszenierte das aus zwei Kinofilmen bestehende Biopic „Public Enemy No. 1″ über den Verbrecher Jacques Mesrine.

mit Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Gabriel Byrne, Maria Bello, John Leguizamo, Brian Dennehy, Kim Coates, Hugh Dillon

Wiederholung: Mittwoch, 30. Januar, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Rotten Tomatoes über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Wikipedia über „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (deutsch, englisch

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Neu im Kino/Filmkritik: Wie war „The First Purge“?

Juli 6, 2018

Inzwischen wissen wir, was die Purge ist und wie sie endete. Aber wie begann sie? „The First Purge“ erzählt diese Geschichte. Nach einer katastrophalen Regierung, die zum Abstieg der Republikaner und der Demokraten und dem Aufstieg der New Founding Fathers of America (NFFA) führte, soll die USA als eine neue Nation wiedergeboren werden. Ein wichtiger Teil dieser Wiedergeburt ist die Purge, die Säuberung. In einer Nacht im Jahr dürfen die Menschen alle Verbrechen begehen, die sie wollen, ohne dafür bestraft zu werden. Diese einmalige Triebabfuhr soll, wie ein reinigendes Gewitter, die Menschen für das nächste Jahr von ihren Aggressionen befreien. Unglaublich, aber wahr: das Experiment gelingt so gut, dass daraus jährliche Festspiele wurden, an denen die Amerikaner sich vor allem gegenseitig ermordeten.

Das war am Anfang, als die Wissenschaftlerin Dr. Update zum ersten Mal ihre Theorie ausprobieren darf, nicht sicher.

Wegen seiner Insellage und Bevölkerungsstruktur (arm und schwarz) wird der New Yorker Bezirk Staten Island gewählt. Die Bewohner erhalten, wenn sie während der Nacht auf der Insel bleiben, 5000 Dollar. Und – was, zugegeben, das Forschungsdesign komplett zerstört – jeder Teilnehmende erhält mehr Geld, wenn er Verbrechen begeht. Wobei besonders schwere Verbrechen, wie Mord, besonders gut bezahlt werden. Nachgewiesen wird das durch Aufnahmen, die der Versuchsteilnehmer selbst erstellt.

Aber die Bewohner des Viertels wollen nicht Straftaten begehend, durch die Stadt ziehen. Sie ziehen sich zum gemeinsamen Gottesdienst in eine Kirche zurück oder feiern auf der Straße. Also stacheln die NFFAler durch das Veröffentlichen der Aufnahmen der wenigen Morde und durch weiße Söldner, die schon vorher auf Abruf bereitstanden, die Situation an. Die Söldner beginnen die afroamerikanischen Bewohner niederzumetzeln. Denn die Purge ist auch ein sozialdarwinistisches Programm, bei dem möglichst viele Menschen sterben sollen, die für die Gesellschaft nur ein Ballast sind. Aus Sicht der NFFA, die die besten Elemente der NRA, der Tea-Party, christlicher Spinner und White-Supremacy-Anhängern (vulgo Nazis und Ku-Klux-Klan) vereint, sind das alle anderen Rassen, Minderheiten und arme Menschen.

Während Dr. Update noch an die hehren Absichten der NFFA glaubt, manipuliert diese schon schon die erste Purge hemmungs- und skrupellos für ihre eigenen Belange. Sie wollen möglichst viele der Inselbewohner ermorden lassen. Nachdem deren Söldner die friedlichen Teilnehmer eines Gottesdienstes niedergemetzelt haben, beginnen die Bewohner des Viertels sich zu wehren. Das sind vor allem Nya, die als Aktivistin gegen die Purge kämpft, ihr jüngerer Bruder Isaiah, der droht ins verbrecherische Milieu abzugleiten, und Dimitri, der lokale Druglord und Ex-Freund von Nya. Dimitri ist dabei der gute Geist des Viertels und am Ende tritt er allein gegen eine Übermacht Weißer, die alle Bewohner eines Hochhauskomplexes umbringen wollen, an.

Politisch subtil war keiner der bisherigen von James DeMonaco geschriebenen und inszenierten „Purge“Filme „The Purge: Die Säuberung“ (The Purge, USA 2013), „The Purge: Anarchy“ (The Purge: Anarchy, USA 2014) und „The Purge: Election Year“ (The Purge: Election Year, USA/Frankreich 2016). Aber als gradlinige B-Actionfilme mit einer flammenden Anklage gegen ultrakonservative Ansichten und deren skrupellosen Machtmissbrauch machen sie Spaß. Wie ein Punksong.

Für „The First Purge“ schrieb James DeMonaco nur das Drehbuch. Die Regie übernahm Gerard McMurray, der als Afroamerikaner, stärker als in den vorherigen Filmen die schwarze Perspektive in den Thriller brachte. Denn bei all den satirischen Zuspitzungen ist die Realität für People of Color in den heutigen USA, wo immer wieder Schwarze von Polizisten erschossen werden und KKK-Mitglieder ungestört mit Fackeln durch Charlottesville ziehen, immer erkennbar. Da muss dann nicht mehr explizit auf Donald Trump hingewiesen werden.

Der Erfolg von Filmen wie „Black Panther“, „Creed“ und „Get Out“ bei der Kritik und an der Kinokasse und das, wie bei den anderen „Purge“-Filmen, überschaubare Budget halfen sicher auch, sich auf diese Perspektive zu konzentrieren und die Rollen so zu besetzen, wie sie jetzt besetzt sind.

The First Purge“ ist ein B-Actionfilm mit vielen vertrauten Elementen, einer flammenden Klage gegen Machtmissbrauch und ein waschechte Blaxploitation-Film mit viel hemmungslos zelebrierter Black Power. Schon an der Hauptfarbe erkennt man die Bösewichter.

The First Purge (The First Purge, USA 2018)

Regie: Gerard McMurray

Drehbuch: James DeMonaco

mit Y’lan Noel, Lex Scott Davis, Joivan Wade, Steve Harris, Marisa Tomei

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „The First Purge“

Metacritic über „The First Purge“

Rotten Tomatoes über „The First Purge“

Wikipedia über „The First Purge“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Die Säuberung“ (The Purge, USA 2013)

Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Anarchy“ (The Purge: Anarchy, USA 2014)

Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Election Year“ (The Purge: Election Year, USA/Frankreich 2016)


TV-Tipp für den 30. Januar: Das Ende – Assault on Precinct 13

Januar 30, 2018

Tele 5, 20.15

Das Ende – Assault on Precinct 13 (Assault on Precinct 13, USA/Frankreich 2005)

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: James DeMonaco (nach dem Drehbuch von John Carpenter)

Jahreswende in Detroit: In einem abgelegenem Polizeirevier, das demnächst aufgelöst werden soll, muss wegen eines Schneesturms über die Nacht ein berüchtigter Gangster untergebracht werden. Einige korrupte Polizisten, die verhindern wollen, dass der Gangster redet, wollen ihn umbringen. Sie belagern das Revier. Der Revierleiter nimmt den Kampf auf – und muss dabei auch dem Gefangenen vertrauen.

Fetziges Remake von John Carpenters gleichnamigem Film; wobei John Carpenter die Story auch geklaut hat (und nie ein Geheimnis daraus gemacht hat).

Drehbuchautor James DeMonaco schrieb und inszenierte anschließend die „The Purge“-Filme. Der vierte „The Purge“-Film „The Island“ ist für den 4. Juli 2018 (US-Premiere) angekündigt.

Jean-François Richet inszenierte das aus zwei Kinofilmen bestehende Biopic „Public Enemy No. 1″ über den Verbrecher Jacques Mesrine.

mit Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Gabriel Byrne, Maria Bello, John Leguizamo, Brian Dennehy, Kim Coates, Hugh Dillon

Wiederholung: Donnerstag, 1. Februar, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Rotten Tomatoes über „Das Ende – Assault on Precinct 13“

Wikipedia über „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (deutsch, englisch


Neu im Kino/Filmkritik: „The Purge: Election Year“ jetzt wird gewählt

September 15, 2016

Es ist wieder Purge-Nacht und Leo Barnes ist zurück. In dem zweiten „The Purge“-Film „Anarchy“ hieß der von Frank Grillo kongenial verkörperte Kämpfer nur Sergeant und, obwohl er die Nacht eigentlich für eine private Rachemission benutzen wollte, beschützte er eine erkleckliche Zahl von Menschen. Denn in der von James DeMonaco erfundenen Welt, einer grellen Satire auf die USA und die religiös erweckte Tea-Party-Bewegung und rechtslastige Waffenlobby, haben die New Founding Fathers of America (NFFA) als Regierung eine friedliche Welt erschaffen, in der die Bürger einmal im Jahr, in einer Nacht, der Purge-Nacht, alles das Tun können, was sonst unter Strafe steht. Die Purge-Nacht ist also ein Aufruf, eine Nacht lang zu rauben, morden und marodieren. Als Katharsis für die reuigen Sünder. als Programm, um die Kriminalität zu reduzieren und als Karneval des Tötens.

Politisch subtil war das in den beiden vorherigen „The Purge“-Filmen „The Purge“ (ein Home-Invasion-Thriller) und „The Purge: Anarchy“ (ein Quasi-Western im John-Carpenter-Modus) nicht, aber unmissverständlich und mit viel grimmigem Humor effektiv erzählt.

In „The Purge: Election Year“ spielt die actionhaltige Geschichte, wie der Titel schon andeutet, während eines Wahlkampfs und damit steht die Politik im Mittelpunkt der Geschichte.

Barnes arbeitet als Bodyguard für Senator Charlie Roan, die die Purge-Nacht abschaffen will. Die beliebte Politikerin könnte die Wahl gewinnen und damit das Regime der NFFA brechen. Deshalb verändern die Herrschenden die Regeln: in dieser Purge-Nacht wird die Immunität für Politiker aufgehoben. Jetzt können alle Menschen straffrei getötet werden.

Noch vor Sonnenuntergang schicken sie ein Killerteam los, das Roan in ihrer gut gesicherten Privatwohnung töten soll.

Barnes kann das verhindern und sie sind in Washington, D. C., auf der Flucht vor dem Killerteam und mehr oder weniger allen anderen mordlustigen Bewohnern der Hauptstadt.

Diesen Thrillerplot, den DeMonaco mit einem Verschwörungsthriller mixt, erzählt er gewohnt effektiv als gradliniges B-Movie. Dabei wird die Kritik an der Gewalt der Purge-Nacht zunehmend durch eine Faszination an der Gewalt und einer sensationsgierigen Inszenierung von ihr überlagert.

Das war schon in den vorherigen „The Purge“-Filmen eine Gratwanderung, die den Thrillern immer auch ein soziales und politisches Gewissen verpasste und, auch weil die Idee der Purge-Nacht so absurd, einfach und menschenverachtend ist, für Diskussionen sorgte und zum Nachdenken anregte. Immerhin wurde in „Anarchy“ gesagt und gezeigt, dass die Oberklasse von der Purge-Nacht profitiert, sie schon lange zu einem Spektakel wurde, bei dem man seine Mordgelüste straffrei befriedigen konnte und, weil die normale Bevölkerung nicht genug Menschen umbrachte, die NFFA eigene Killerkommandos losschickte, die schnell einige Obdachlose und Afroamerikaner tötete. Es ging, ganz platt aus der Sicht der NFFA, um die Auslöschung von lebensunwertem Leben und Festigung ihrer Macht gegen jegliche Opposition.

In „Election Year“ wird diese Diskussion in den Film getragen. Es wird über die Idee der Purge-Nacht und die Ideologie der NFFA gestritten. Zwei politische Parteien und konträre Gesellschaftsbilder stehen sich gegenüber. Und die schon aus den vorherigen Filmen bekannten Revolutionäre wollen jetzt die Nacht für einen Anschlag gegen die NFFA-Führer benutzen. Es geht also auch um die Art und Mittel des Kampfes gegen ein verbrecherisches Regime.

Trotzdem, oder vielleicht sogar gerade deswegen, ist „Election Year“ der unpolitischste Film der Trilogie, die natürlich eine Trilogie aus vier, fünf oder mehr Teilen werden kann. Das liegt einerseits daran, dass in „Election Year“ die Politik eher pflichtschuldig präsentiert wird, während viel mehr Energie auf das spekulative Zeigen der Purge-Nacht verwendet wird. Andererseits, und das ist das viel größere Problem von „Election Year“, wirkt der Film wie eine beliebige Dystopie, die nichts mit dem gesellschaftlichen Klima der USA zu tun hat. Der Wahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton wird nicht thematisiert. Die NFFA-Führer sind ein Kreis honoriger alter Männer. Der von Kyle Secor gespielte Minister Edwidge Owens, der Hauptbösewicht des Films, ist ein typischer christlich erweckter Tea-Party-Konservativer fernab jeglicher populistischer Anwandlungen eines Donald Trump.

Und so ist „The Purge: Election Year“ nicht das erwartete politische Statement zur Lage der Nation, sondern eine in ihrer politischen Zuspitzung arg gedämpfte Version von „The Purge: Anarchy“, die sich mehr auf das Darstellen von Gewalt und die Beziehungen der Charaktere untereinander konzentriert. Letztendlich kämpft eine extrem multikulturelle, grundehrliche Truppe gegen Anzugträger, Kapitalisten und Nazis.

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The Purge: Election Year (The Purge: Election Year, USA/Frankreich 2016)

Regie: James DeMonaco

Drehbuch: James DeMonaco

mit Frank Grillo, Elizabeth Mitchell, Edwin Hodge, Betty Gabriel, Joseph Julian Soria, Mykelti Williamson, Kyle Secor, Terry Serpico

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „The Purge: Election Year“

Metacritic über „The Purge: Election Year“

Rotten Tomatoes über „The Purge: Election Year“

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Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Die Säuberung“ (The Purge, USA 2013)

Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Anarchy“ (The Purge: Anarchy, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Purge: Anarchy“ und ein bisschen Totschlag

August 1, 2014

The Purge Anarchy - Teaser

Das ist der Spring Break für die Tea Party: eine Nacht lang dürfen sie ohne Bestrafung mit dem ganzen Abschaum aufräumen. Ist das nicht paradiesisch?

Nun, nicht so ganz, wie James DeMonaco in seiner dystopischen „The Purge“-Welt zeigt. In naher Zukunft werden die Vereinigten Staaten von Amerika von den New Founders of America (NFA) regiert. Zur Kriminalitätssenkung haben sie die Purge-Night (also, gerne mit einem pathetisch-religiösen Unterton gesprochen, die „Nacht der Reinigung“) erfunden. Einmal im Jahr gelten eine Nacht lang keine Regeln. Mord ist erlaubt und diese Freiheit, sich einmal im Jahr bei seinen Mitmenschen schadlos zu halten, wird auch reichlich ausgenutzt. Immerhin ist so die Kriminalitätsrate auf Null gesunken.

Letztes Jahr stellte DeMonaco (Drehbuch für „Verhandlungssache“ und „Assault on Precinct 13“ [das gelungene Remake]) in seinem Spielfilm „The Purge – Die Säuberung“ diese Vision erstmals vor. Sie war der schemenhaft skizzierte politische Hintergrund für einen spannenden und an der Kinokasse enorm erfolgreichen, in einer Gated Community spielenden Home-Invasion-Thriller mit Ethan Hawke und Lena Headey in den Hauptrollen.

Mit „The Purge: Anarchy“ legt DeMonaco jetzt den zweiten im „Purge“-Universum spielenden Film vor, der mit neuen Charakteren eine komplett neue Geschichte erzählt, die wieder während der Purge-Nacht spielt. Aber dieses Mal ist die Großstadt Los Angeles das Spielfeld, auf dem fünf Menschen versuchen, die Nacht zu überleben.

Es sind das Pärchen Shane (Zach Gilford) und Liz (Kiele Sanchez), die sich auf dem Heimweg befinden. Auf einem Parkplatz wurde die Tankleitung an ihrem Auto durchschnitten. Als sie das entdecken, taucht schon eine Gruppe maskierter jugendlicher Motorradfahrer auf, die sie diese Nacht einfach so umbringen wollen.

Eva (Carmen Ejogo) und ihre Tochter Cali (Zoe Soul) müssen notgedrungen die Wohnung verlassen, nachdem zuerst der Hausmeister bei ihnen einbricht und Eva vergewaltigen will. Bevor er das tun kann, wird er erschossen von einer Gruppe maskierter Männer, die anscheinend alle Bewohner des Mietshauses umbringen wollen und es dabei abbruchreif schießen.

Als Eva und Cali zu einem Laster, mit dem die Männer kamen, geschleppt werden, werden sie aus dem Hinterhalt von dem Ex-Polizisten Leo (Frank Grillo) erschossen. Mit einem gepanzerten Auto und gut bewaffnet ist er auf dem Weg durch die Stadt zu einem uns unbekanntem Ziel.

Aber jetzt hat er Eva und Cali und Shane und Liz, die heimlich in sein Auto einstiegen, an der Backe. Er wird zu ihrem Führer durch die Nacht, in der wir auch einige weitere Hintergründe über die Purge-Nacht, warum es sie gibt, wer stirbt und die Proteste gegen sie, erfahren.

Schon in „The Purge – Die Säuberung“ war dieser politische Hintergrund ein einziger wütender Angriff auf das konservative Amerika. In „The Purge: Anarchy“ wächst sich dieser mit dem Holzhammer ausgeführte Angriff auf die Tea-Party, die Konservativen und die Neo-Liberalen zu einem deutlich formuliertem politischen Manifest aus, das unter anderem von einem afroamerikanischem Führer, der an einen wütenden Spike Lee erinnert, auch handgreiflich ausgeführt wird. An Deutlichkeit ist James DeMonaco in seiner Wut auf die Verhältnisse nicht zu überbieten. Denn die Folgen der Purge-Nacht für die Armen und die hinter der Nacht stehende politische Agenda sind überspitze Fortschreibungen der Verhältnisse in der heutigen USA.

The Purge: Anarchy“ steht nämlich in der Tradition der kleinen, fiesen, gewalttätigen B-Thriller, die eine spannende Geschichte mit einer eindeutigen gesellschaftlichen Aussage verbinden. Dabei ist DeMonaco zynisch, politisch unkorrekt, überspitzt seine Kritik schamlos und schmeckt es mit einer ordentlichen Portion Gewalt ab. Sein Großstadt-Western erinnert an die ähnlich pessimistischen und düsteren John-Carpenter-Filme „Assault on Precinct 13“ und „Die Klapperschlange“, in denen immer eine latente Bedrohung spürbar war und man keine fünf Cent auf das Überleben eines bestimmten Charakters gewettet hätte.

Die weitgehend vorhersehbare Handlung, die dürftig skizzierten Charaktere und die gerade am Anfang klischeehaften Dialoge sind da ein verzeihbarer Wermutstropfen in dem Thriller, der nach offiziellen Angaben nur neun Millionen gekostet hat und diese inzwischen schon in den USA eingespielt hat. Weiteren Ausflügen in die „Purge“-Welt steht also nichts im Weg.

Und Frank Grillo, der hier den toughen Führer der kleinen Gruppe spielt, empfiehlt sich mit seinem Spiel als neuer „Punisher“; – wenn es denn jemals wieder einen Film mit dem eiskalten Rächer gibt.

The Purge Anarchy - Plakat

 

The Purge: Anarchy (The Purge: Anarchy, USA 2014)

Regie: James DeMonaco

Drehbuch: James DeMonaco

mit Frank Grillo, Carmen Ejogo, Zach Gilford, Kiele Sanchez, Michael K. Williams, Zoe Soul

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 18 Jahren

Hinweise

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Film-Zeit über „The Purge: Anarchy“

Moviepilot über „The Purge: Anarchy“

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Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Die Säuberung“ (The Purge, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Schöne neue Welt in „The Purge – Die Säuberung“

Juni 13, 2013

 

Dass „The Purge“ am Startwochenende den ersten Platz der US-Kinocharts erreichte, kam etwas überraschend. Denn es ist eine kleine, fiese, an einem Ort in einer Nacht spielende Dystopie mit wenigen Schauspielern und einem weitgehend vertrauten Plot: einige in einem Haus eingesperrte Menschen müssen sich bis zum Sonnenaufgang gegen eine heranrückende Masse von Angreifern verteidigen.

Das musste „The Purge“-Hauptdarsteller Ethan Hawke schon in „Das Ende – Assault on Precinct 13“ machen, einem Remake von John Carpenters Klassiker „Assault – Anschlag bei Nacht“, der, wie Carpenter nicht müde wird zu betonen, ein Remake des von ihm bewunderten Howard-Hawks-Western „Rio Bravo“ (mit John Wayne) ist.

Und „The Purge“ ist dann auch weitgehend ein Western, ein Home-Invasion-Thriller, mit einem überraschendem Ende, das noch einmal klar die Meinung von Regisseur und Drehbuchautor James DeMonaco zu der von ihm entworfenen, in knapp zehn Jahren spielenden Utopie sagt, die anscheinend geradewegs aus den feuchten Träumen der Tea Party oder rechtskonservativer Denker nach dem Besuch des Gottesdienstes kommt: nachdem die Gewalt in den USA immer mehr zunahm, verkündete die neue Regierung, die New Founders of America, einen jährlichen Säuberungstag („Purge-Day“). An dem Tag darf man endlich einmal – ohne bestraft zu werden – all die Taten begehen, die man sonst nicht darf. Eine Nacht lang wird gemordet, gebrandschatzt und jedes Gewaltverbrechen begangen, das das Strafgesetzbuch hergibt. Einige machen begeistert mit.

James Sandin (Ethan Hawke), der in der noblen, Stepford-artigen Gated Community allen Nachbarn seine superteure Alarmanlage verkaufte und der deshalb jetzt in einem prächtigen Haus lebt, verbringt die Nacht lieber eingeschlossen in seinem Haus mit seiner Frau Mary (Lena Headey) und seinen beiden Kindern, dem 14-jährigen Charlie (Max Burholder) und der 16-jährigen Zoey (Adelaide Kane). Als sein Sohn einem Afroamerikaner, der um sein Leben rennt, Unterschlupf gewährt, ist es mit der ruhigen Nacht für die Familie Sandin vorbei.

Sie wissen nicht, ob der Afroamerikaner wirklich nur ein harmloser obdachloser Flüchtling ist oder sie umbringen möchte. Vor ihrem Haus versammelt sich eine Gruppe grotesk maskierter Menschen, die eindeutig zur Oberschicht gehören, den Säuberungstag zur inneren Säuberung benutzen (immerhin können sie sich so all der negativen Gefühle, die sie die vergangenen zwölf Monate anstauen mussten, legal entledigen) und ihren Flüchtling haben wollen. Dafür werden sie auch das gut, aber eben nicht perfekt gesicherte Haus stürmen und, quasi als Zugabe, die Bewohner töten.

Da ist es fast schon gut, dass James vorher in einem Schusswechsel den Freund seiner minderjährigen Tochter, der ihn umbringen wollte, in Notwehr tötete.

Zugegeben, die Story von James DeMonaco, der auch die Bücher für „Verhandlungssache“ und „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (mit Ethan Hawke und leider ohne Kinostart bei uns) schrieb und „Staten Island“ (mit Ethan Hawke) inszenierte, ist nicht neu und sie folgt auch weitgehend den bekannten Mustern. Auch die Inszenierung geht eher in Richtung gemütlicher Abend auf der heimischen Couch als großer Kinosaal.

Aber der Hintergrund, vor dem „The Purge“ spielt, macht aus dem 08/15-Home-Invasion-Thriller dann doch etwas besonderes. Denn die ziemlich ätzende und wenig subtile Sozialsatire spielt in einer Gesellschaft, in der während der Handlungszeit das Töten erlaubt ist und die Protagonisten sich fragen müssen, wann und warum sie nicht von ihrem guten Recht Gebrauch machen. Es geht also von der ersten bis zur letzten Minute um die Frage, was Menschlichkeit ist, welche Werte gelten und was eine Gesellschaft zusammenhält. Das ist mehr, als viele Action-Thrillern bieten – und hier schließt sich dann auch wieder der Kreis zu John Carpenters Low-Budget-Thriller „Assault – Anschlag bei Nacht“.

Wegen des überraschend großen kommerziellen Erfolgs wird es eine Fortsetzung von „The Purge“ geben, in der wir wahrscheinlich mehr über das wiedergeborene Amerika erfahren.

The Purge - Plakat

The Purge – Die Säuberung (The Purge, USA 2013)

Regie: James DeMonaco

Drehbuch: James DeMonaco

mit Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder, Adelaide Kane, Edwin Hodge, Rhys Wakefield, Tony Oller, Arija Bareikis, Tom Yi, Chris Mulkey, Tisha French, Dana Bunch

Länge: 85 Minuten

FSK: ? (wahrscheinlich ab 16 Jahre)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

NFA-Homepage (erstellt von den New Founders of America)

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Purge – Die Säuberung“

Metacritic über „The Purge – Die Säuberung“

Rotten Tomatoes über „The Purge – Die Säuberung“

Wikipedia über „The Purge – Die Säuberung“

Tor: Danny Bowes bespricht „The Purge – Die Säuberung“

Wortvogel bespricht „The Purge – Die Säuberung“

 

 

 


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