TV-Tipp für den 4. Februar: Two Lovers

Februar 3, 2020

Servus TV, 22.15

Two Lovers (Two Lovers, USA 2008)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray, Rick Menello

Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.

Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton. Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas

Wiederholung: Mittwoch, 5. Februar, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „Two Lovers“

Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)

IFC: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Spout Blog: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Coming Soon: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Collider: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)

Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: James Gray schickt Brad Pitt „Ad Astra: Zu den Sternen“

September 19, 2019

James Gray war noch nie der schnellste Erzähler. In all seinen bisherigen Filmen erzählte er langsamer als man es nach Hollywood-Erzählkonventionen gewohnt ist. Je nach persönlicher Gefühlslage ist das dann „atmosphärisch“ oder „langweilig“. In seinem neuen Film „Ad Astra“ perfektioniert er seine langsame Erzählweise fast zum Stillstand.

Major Roy McBride (Brad Pitt) soll zum Rand unseres Sonnensystems reisen. In der Nähe des Neptuns gibt es mehrere radioaktive Explosionen, die zu Katastrophen auf der Erde führen. Diese terroristischen Aktionen könnten sogar die Erde vernichten. McBrides Vorgesetzte vermuten, dass hinter den Anschlägen McBrides Vater H. Clifford McBride (Tommy Lee Jones) steckt. Er verschwand vor sechzehn Jahren mit seiner Besatzung. Er war der Leiter des Luna-Projekts, das im Universum nach intelligentem Leben suchen sollte.

Diese Geschichte von McBrides Reise von der Erde zum Rand des Sonnensystems ist selbstverständlich von Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ bzw. Francis Ford Coppolas Verfilmung „Apocalypse Now“ und Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ inspiriert.

Deshalb verfolgt der Film, immer wieder mit überwältigenden, für die große IMAX-Leinwand gemachten Bildern, McBride auf seiner Reise von der Erde zum kommerziell besiedelten Mond, zum militärisch-wissenschaftlich besiedelten Mars und dann zum unbesiedelten Neptun, wo er auf seinen Vater trifft. Auf seiner Reise begegnet McBride Mondpiraten, wildgewordenen Pavianen in einer norwegischen Forschungsstation und wenigen, sehr wenigen Menschen. Weil er auf einer Geheimmission ist, kann er mit ihnen nicht darüber reden.

Über seine Gefühle will er auch nicht reden. Denn für McBride handelt es sich, so wird uns gesagt, bei der Mission um eine sehr persönliche Angelegenheit. Die lange Reise zu seinem totgeglaubten Vater ist für ihn der Anlass, über sein Verhältnis zu seinem Vater und zu seinen Mitmenschen nachzudenken. Denn McBride ist ein introvertierter Einzelgänger. Die Reise im Film soll daher auch seinen Weg vom Einzelgänger zum sozialen Wesen, das sich um seine Mitmenschen kümmert, nachzeichnen.

Dieser innere Konflikt wird im Film allerdings nicht durch die Erlebnisse, die McBride auf seiner Reise hat, erfahrbar gemacht. Stattdessen spricht Brad Pitt leise mit ruhig-monotoner Stimme darüber. Dazu gibt es lange Einstellungen und ruhige Bilder von ihm, dem Weltraum und den wenigen von Menschen besiedelten Orten.

Wer sich jetzt nicht brennend für McBrides Selbstfindungsprobleme und sein Verhältnis zu seinem Vater und was das für ihn bedeutet, interessiert, wird eine sehr schön aussehende, sehr ruhige Reise durch das All sehen und am Ende des Films ganz „Zen“ sein.

Ad Astra: Zu den Sternen (Ad Astra, USA 2019)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray, Ethan Gross

mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Liv Tyler, Donald Sutherland, Donnie Keshawarz, Loren Dean, Kimberly Elise, Bobby Nish

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ad Astra“

Metacritic über „Ad Astra“

Rotten Tomatoes über „Ad Astra“

Wikipedia über „Ad Astra“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)

James Gray, Brad Pitt und Nasa-Vertreter unterhalten sich über den Film (16. September 2019)

Schon einige Tage älter: im TIFF Talk redet James Gray über seine Karriere und den damals noch nicht der Öffentlichkeit gezeigten Film „Ad Astra“ (9. Januar 2019)


TV-Tipp für den 24. August: Helden der Nacht

August 23, 2019

ZDFneo, 22.05

Helden der Nacht (We own the Night, USA 2007)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray

Stilsicherer, an das Kino der Siebziger erinnernder, 1988 in New York spielender Polizeithriller über zwei Brüder: der eine folgt der Familientradition und wird Polizist; der andere Discobesitzer und Verbrecher. Jetzt steht der Discobesitzer vor der Frage, ob er vollständig mit seiner Familie brechen soll.

„Helden der Nacht hat alle Ingredienzien eines Genrethrillers. Mehr noch, Gray scheint einigen dieser Klassiker seine Reverenz erweisen wollen. In seinen besten Momenten ruft Helden der Nacht Erinnerungen an die Korruptionsthriller Sidney Lumets oder die dreckigen kleinen Nachtfilme Scorseses wach.“ (epd Film 2/2008)

Mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Tony Musante

Hinweise:

Rotten Tomatoes über „Helden der Nacht“

Wikipedia über „Helden der Nacht“ (deutsch, englisch)

Film & Video: Interview mit James Gray über Stuntmen und digitale Bildbearbeitung

Salon Conversations: Podcast mit James Gray

Dark Horizons: Interview mit James Gray

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)


TV-Tipp für den 16. April: Two Lovers

April 16, 2019

Servus TV, 20.15

Two Lovers (Two Lovers, USA 2008)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray, Rick Menello

Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.

Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton. Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas

Wiederholung: Mittwoch, 17. April, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „Two Lovers“

Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)

IFC: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Spout Blog: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Coming Soon: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Collider: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)


TV-Tipp für den 20. Dezember: Der Fremde im Zug – Eine Dame verschwindet – Hitchcock/Truffaut

Dezember 20, 2018

Ein Alfred-Hitchcock-Abend mit zwei selten gezeigten Filmen und einer guten Doku. Das ist wie Weihnachten. Nur schöner.

Arte, 20.15

Der Fremde im Zug (Strangers on a train, USA 1951)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Raymond Chandler, Czenzi Ormonde

LV: Patricia Highsmith: Strangers on a train, 1950 (Alibi für zwei, Zwei Fremde im Zug)

Während einer Bahnfahrt schlägt ein Bruno Anthony dem Tennis-Profi Haines einen vertauschten Mord vor. Haines hält dies für einen schlechten Scherz, bis seine Frau ermordet wird und Bruno den zweiten Mord einfordert.

Nach einigen Misserfolgen war “Der Fremde im Zug” wieder ein Kassenerfolg für Alfred Hitchcock. Die Highsmith-Verfilmung markiert den Beginn von Hitchcocks goldenen fünfziger Jahre. Heute hat „Der Fremde im Zug“ einen festen Platz im Hitchcock-Kanon hat.

Mit Robert Walker, Farley Granger, Patricia Hitchcock, Leo G. Carroll, Ruth Roman, Laura Elliott

Auch bekannt als “Verschwörung im Nordexpress”

Wiederholung: Freitag, 21. Dezember, 13.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Fremde im Zug“

Wikipedia über „Der Fremde im Zug“ (deutsch, englisch) und über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Meine Besprechung der Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Kriminalakte über Patricia Highsmith

Arte, 21.50

Eine Dame verschwindet (The Lady vanishes, Großbritannien 1938)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Sidney Gilliat, Frank Launder, Alma Reville

LV: Ethel Lina White: The wheel spins, 1936 (Eine Dame verschwindet)

Im Balkanexpress verschwindet eine nette, ältere Dame. Eine junge Frau und ein ebenfalls junger Mann suchen sie, obwohl die anderen Passagiere behaupten, die alte Dame habe niemals existiert.

Hitchcocks letzter bedeutender englischer Film. Danach ging’s nach Hollywood und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte.

“Die hervorragenden Schauspieler tragen das ihre dazu bei, aus der launigen Geschichte ein fesselndes Abenteuer zu machen. Am überzeugendsten aber siegt hier Hitchcocks Genie, den Thrill aus dem kontrapunktischen Spiel von Suspense und Komik zu schöpfen.” (Robert A. Harris/Michael S. Lasky: Alfred Hitchcock und seine Filme)

Mit Margaret Lockwood, Michael Redgrave, Paul Lukas, Dame May Whitty, Googie Withers, Cecil Parker

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Eine Dame verschwindet“

Wikipedia über „Eine Dame verschwindet“ (deutsch, englisch)

Arte, 23.25

Hitchcock–Truffaut (Hitchcock/Truffaut, Frankreich 2015)

Regie: Kent Jones

Drehbuch: Kent Jones, Serge Toubiana

Achtzigminütige Doku über das legendäre Gespräch zwischen Alfred Hitchcock und Francois Truffaut und wie dieses als „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ veröffentlichte Gespräch die Arbeit von jüngeren Regisseuren beeinflusste.

Mit Alfred Hitchcock, Francois Truffaut, Wes Anderson, Olivier Assayas, Peter Bogdanovich, Arnaud Desplechin, David Fincher, James Gray, Kiyoshi Kurosawa, Richard Linklater, Paul Schrader, Martin Scorsese

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Hitchcock-Truffaut“

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Juni: Helden der Nacht

Juni 9, 2017

ZDFneo, 23.25

Helden der Nacht (USA 2007, Regie: James Gray)

Drehbuch: James Gray

Stilsicherer, an das Kino der Siebziger erinnernder, 1988 in New York spielender Polizeithriller über zwei Brüder: der eine folgt der Familientradition und wird Polizist; der andere Discobesitzer und Verbrecher. Jetzt steht der Discobesitzer vor der Frage, ob er vollständig mit seiner Familie brechen soll.

„Helden der Nacht hat alle Ingredienzien eines Genrethrillers. Mehr noch, Gray scheint einigen dieser Klassiker seine Reverenz erweisen wollen. In seinen besten Momenten ruft Helden der Nacht Erinnerungen an die Korruptionsthriller Sidney Lumets oder die dreckigen kleinen Nachtfilme Scorseses wach.“ (epd Film 2/2008)

Mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Tony Musante

Hinweise:

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Helden der Nacht“

Rotten Tomatoes über „Helden der Nacht“

Wikipedia über „Helden der Nacht“ (deutsch, englisch)

Film & Video: Interview mit James Gray über Stuntmen und digitale Bildbearbeitung

Salon Conversations: Podcast mit James Gray

Dark Horizons: Interview mit James Gray

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016) (am 17. August erscheint der Film auf DVD und Blu-ray mit, anscheinend, umfangreichem Bonusmaterial. Angekündigt sind ein Making of, ein Behind-the-Scenes-Featurette und ein Special zur Berlinale-Premiere.)


TV-Tipp für den 1. April: Helden der Nacht

März 31, 2017

ZDF, 02.20

Helden der Nacht (USA 2007, Regie: James Gray)

Drehbuch: James Gray

Stilsicherer, an das Kino der Siebziger erinnernder, 1988 in New York spielender Polizeithriller über zwei Brüder: der eine folgt der Familientradition und wird Polizist; der andere Discobesitzer und Verbrecher. Jetzt steht der Discobesitzer vor der Frage, ob er vollständig mit seiner Familie brechen soll.

„Helden der Nacht hat alle Ingredienzien eines Genrethrillers. Mehr noch, Gray scheint einigen dieser Klassiker seine Reverenz erweisen wollen. In seinen besten Momenten ruft Helden der Nacht Erinnerungen an die Korruptionsthriller Sidney Lumets oder die dreckigen kleinen Nachtfilme Scorseses wach.“ (epd Film 2/2008)

Mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Tony Musante

Hinweise:

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Helden der Nacht“

Rotten Tomatoes über „Helden der Nacht“

Wikipedia über „Helden der Nacht“ (deutsch, englisch)

Film & Video: Interview mit James Gray über Stuntmen und digitale Bildbearbeitung

Salon Conversations: Podcast mit James Gray

Dark Horizons: Interview mit James Gray

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Percy Fawcett sucht im Amazonas „Die versunkene Stadt Z“

März 31, 2017

Seine letzten beiden, von der Kritik hochgelobten Dramen „Two Lovers“ und „The Immigrant“ erlebten bei uns nur eine DVD-Premiere. Zuletzt lief vor zehn Jahren sein grandioser Krimi „Helden der Nacht – We own the Night“ in unseren Kinos.

Mit „Die versunkene Stadt Z“ kehrt James Gray jetzt zurück in unsere Kinos und es ist, im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen, die alle in New York City spielen, ein Ausflug in unbekannte Gefilde. Denn Gray erzählt die Geschichte des Forschers Percival  ‚Percy‘ Fawcett, der zwischen 1906 und 1925 mehrere Reisen nach Südamerika unternahm. Damals war der Dschungel auf der Landkarte ein weißer Fleck. Seine erste Mission, im Auftrag der Royal Geographical Society, war daher ein banaler, unter seiner Würde liegender Grenzvermessungsauftrag im Regenwald von Brasilien und Bolivien, den der Soldat ohne große Begeisterung annimmt. Nur die Aussicht, so seine gesellschaftliche Position entscheidend zu verbessern und den gesellschaftlichen Bannfluch, der über seine Familie und Herkunft ausgesprochen wurde, entkommen zu können, versüßt ihm die lange Abwesenheit von seiner Familie. Seine erste Reise beginnt im Juli 1906 und endet 1908.

Im Regenwald, bei ihrer Expedition zum Quellgebiet des Rio Verde, entdeckt er Spuren einer alten, legendären Stadt. Sie könnte von einer früheren Hochkultur stammen.

In den kommenden Jahren unternimmt er, unterbrochen vom 1. Weltkrieg, an dem er als Soldat teilnimmt und schwer verwundet wird, Aufenthalten bei seiner Familie und Versuchen, die Finanzierung für die Reisen zusammenzubekommen, mehrere Forschungsreisen in den Amazonas.

1925 verschwindet er bei seiner siebten Forschungsreise, die er mit seinem Sohn Jack unternimmt, spurlos im Regenwald.

Für seinen in Nordirland und Kolumbien (in der Gegend um Santa Marta) gedrehten Abenteuerfilm „Die versunkene Stadt Z“ folgt James Gray dem wahren Schicksal von Percy Fawcett, das David Grann zuerst in einer längeren Reportage für die 2005er September-Ausgabe von „The New Yorker“ und 2009 in dem Sachbuch „The lost City of Z: A Tale of deadly Obsession in the Amazon“ aufzeichnete. Auch wenn im Film von Fawcetts sieben Reisen nur drei erzählt werden. In dem aus Grays vorherigen Filmen bekanntem langsamen Erzähltempo, das sich mehr auf seine Charaktere und ihre Gefühle als auf eine hyperenergetisch vorangetriebene Geschichte konzentriert. Damit liegt er quer zu den heutigen Sehgewohnheiten. Das muss man mögen.

Das Erzähltempo ist deshalb nicht das große Problem seines neuesten Films. Es ist das zunehmend redundante Hin und Her zwischen England und dem Amazonas. Auch weil die in England spielenden Teile die Geschichte von Fawcett nicht voranbringen. Sie vermitteln ein gutes Bild der damaligen Zeit und der Beziehungen und der Dynamiken in der Familie Fawcett (Wie geht seine Frau mit seiner ständigen, jahrelangen Abwesenheit um? Wie gehen seine Kinder damit um, dass sie letztendlich keinen Vater haben?), aber die eigentliche Geschichte spielt im Regenwald.

Dort sucht awcett die versunkene Stadt Z, kämpft dabei mit allen möglichen Gefahren und lernt auch die indigene Bevölkerung kennen. Davon hätte man gerne mehr gesehen. Auch wenn „Die versunkene Stadt Z“ – dieser Vergleich muss unter Filmkunstfans sein – nicht Werner Herzogs „Aguirre, der Zorn Gottes“ (gedreht in Peru) ist. Aber Herzog hatte Klaus Kinski. Gray hat ’nur‘ „Sons of Anarchy“ Charlie Hunnam, der für die Rolle zwar ordentlich abnahm, aber immer der vernünftige britische Forscher bleibt.

Insofern ist „Die versunkene Stadt Z“, und das sage ich als James-Gray-Fan, ein eher enttäuschender Film, der mich niemals so packte, wie ich hoffte und der einfach zu sehr, fast schon wie ein klassisches Biopic, an der Chronologie der Ereignisse festhält, anstatt sich einfach nur auf eine, für das Leben des Porträtierten, aussagekräftige Episode zu konzentrieren. Oder, wie früher, als Regisseure die Fakten einfach zugunsten einer guten Geschichte ignorierten.

Die versunkene Stadt Z (The lost City of Z, USA 2016)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray

LV: David Grann: The lost City of Z: A Tale of deadly Obsession in the Amazon, 2009 (Die versunkene Stadt Z)

mit Charlie Hunnam, Sienna Miller, Tom Holland, Robert Pattinson, Angus Macfadyen, Edward Ashley

Länge: 141 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Die versunkene Stadt Z“

Metacritic über „Die versunkene Stadt Z“

Rotten Tomatoes über „Die versunkene Stadt Z“

Wikipedia über „Die versunkene Stadt Z“

Berlinale über „Die versunkene Stadt Z“

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Die Pressekonferenz beim NYFF

Arte unterhält sich mit James Gray über den Film


TV-Tipp für den 10. August: The Immigrant

August 9, 2016

Tele 5, 20.15

The Immigrant (USA 2013, Regie: James Gray)

Drehbuch: James Gray, Ric Menello

Melodrama über eine polnische Einwanderin, die 1921 in New York, mangels Alternativen, als Prostituierte ihr Geld verdienen muss und von zwei Männern, ihrem Zuhälter und einem Magier, geliebt wird.

In Sepiatönen gedrehtes Einwanderer-Melodram, das in der Leidensgeschichte seiner fantastisch gespielten Hauptfigur an die Stummfilmzeit anknüpft. Stilbewusst hält der Film die Waage zwischen Realismus und bewusst eingesetzter Emotionalität“ schreibt das Lexikon des internationalen Films über James Grays neuesten Film, der, wieder einmal, glänzend besetzt ist, wieder einmal von der Kritik abgefeiert wurde und wieder einmal bei uns nicht im Kino lief. Heute ist die TV-Premiere. Immerhin zu einer gescheiten Uhrzeit.

mit Marion Cotillard, Joaquin Phoenix, Jeremy Renner, Dagmar Dominczyk, Jicky Schnee

Wiederholung: Samstag, 13. August, 04.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „The Immigrant“

Rotten Tomatoes über „The Immigrant“

Wikipedia über „The Immigrant“

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)


TV-Tipp für den 16. November: Hitchcock-Truffaut

November 16, 2015

Arte, 20.15
Hitchcock–Truffaut (Frankreich 2015, Regie: Kent Jones)
Drehbuch: Kent Jones, Serge Toubiana
Achtzigminütige Doku über das legendäre Gespräch zwischen Alfred Hitchcock und Francois Truffaut und wie dieses als „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ veröffentlichte Gespräch die Arbeit von jüngeren Regisseuren beeinflusste.
Anschließend, um 21.35 Uhr läuft Alfred Hitchcocks „Frenzy“.
Mit Alfred Hitchcock, Francois Truffaut, Wes Anderson, Olivier Assayas, Peter Bogdanovich, Arnaud Desplechin, David Fincher, James Gray, Kiyoshi Kurosawa, Richard Linklater, Paul Schrader, Martin Scorsese
Hinweise
Arte über „Hitchcock-Truffaut“

Rotten Tomatoes über „Hitchcock-Truffaut“

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Wikipedia über Francois Truffaut (deutsch, englisch, französisch)

Erster Teil meines Francois-Truffaut-Porträts (mit einer Besprechung von Emmanuel Laurents “Godard trifft Truffaut”)

Zweiter Teil meines Francois-Truffaut-Porträts: Die Antoine-Doinel-Filme

Kriminalakte über Francois Truffaut


TV-Tipp für den 17. Oktober: Helden der Nacht

Oktober 17, 2014

3sat, 22.35

Helden der Nacht (USA 2007, Regie: James Gray)

Drehbuch: James Gray

Stilsicherer, an das Kino der Siebziger erinnernder, 1988 in New York spielender Polizeithriller über zwei Brüder: der eine folgt der Familientradition und wird Polizist; der andere Discobesitzer und Verbrecher. Jetzt steht der Discobesitzer vor der Frage, ob er vollständig mit seiner Familie brechen soll.

„Helden der Nacht hat alle Ingredienzien eines Genrethrillers. Mehr noch, Gray scheint einigen dieser Klassiker seine Reverenz erweisen wollen. In seinen besten Momenten ruft Helden der Nacht Erinnerungen an die Korruptionsthriller Sidney Lumets oder die dreckigen kleinen Nachtfilme Scorseses wach.“ (epd Film 2/2008)

Mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Tony Musante

Hinweise:

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Helden der Nacht“

Rotten Tomatoes über „Helden der Nacht“

Wikipedia über „Helden der Nacht“ (deutsch, englisch)

Film & Video: Interview mit James Gray über Stuntmen und digitale Bildbearbeitung

Salon Conversations: Podcast mit James Gray

Dark Horizons: Interview mit James Gray

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)


DVD-Kritik: „Blood Ties“ in vertrauten Gewässern

Oktober 9, 2014

Auf den ersten Blick sieht „Blood Ties“ wie ein amerikanischer Film aus. Er spielt in New York. In den Siebzigern. Clive Owen, Billy Crudup, James Caan, Zoe Saldana, Mila Kunis, Noah Emmerich und Lili Taylor spielen mit. Marion Cottilard, die in dem am 30. Oktober im Kino anlaufendem grandiosen Sozio-Drama „Zwei Tage, eine Nacht“ die Hauptrolle hat, ist zwar eine Pariserin, aber mit „Contagion“, „Public Enemies“ und den Christopher-Nolan-Filmen „The Dark Knight rises“ und „Inception“ sammelte sie schon reichlich Hollywood-Erfahrung.
Trotzdem ist „Blood Ties“, der neue Film von „Kein Sterbenswort“-Regisseur Guillaume Canet eine europäische Produktion, die in New York gedreht wurde, weil Canet vor seinem geistigen Auge bei dieser Geschichte immer das Manhattan der siebziger Jahre sah. Außerdem verleiht der Ortswechsel der Geschichte über zwei Brüder, der eine Polizist, der andere Gangster, eine andere Stimmung. Denn „Blood Ties“ ist ein Remake von „Rivals“ (DVD-Titel)/“Ungleiche Brüder“ (TV-Titel) (Les Liens Du Sang, Frankreich 2009). In Jacques Maillots Film spielte Guillaume Canet den Polizistenbruder.
In dem Remake übernahm Billy Crudup die Rolle des gesetzestreuen Polizisten Frank. Sein Bruder Chris wird von Clive Owen gespielt. Im Zentrum des Films steht ihre Beziehung zueinander und ihre Beziehung zu ihrem Vater (James Caan), der Chris bevorzugt. Außerdem erzählt Canet aus dem Leben der beiden Brüder, also dem Polizistenalltag von Frank und wie er sich in die Gangsterbraut Vanessa (Zoe Saldana) verliebt und von Chris‘ Versuchen, ein ehrliches Leben zu führen, wie er sich in eine Arbeitskollegin verliebt und doch wieder zum Verbrecher wird. Dabei leidet der extrem langsam bis schleppend erzählte Film unter seinem Anspruch, wirklich alles, was einem zu einem Familiendrama, Polizei- und Gangsterfilm einfällt, mehr oder weniger ausführlich, zeigen zu wollen. So verschwindet der Hauptplot, der Kampf der Brüder um die Anerkennung ihres Vaters, immer wieder hinter den Subplots, ohne jemals zu überraschen. Vor allem die Geschichte von Chris ist ein Best of des sozialkritischen Gangsterdramas: die Arbeit in einer Werkstatt (im Original arbeitet er in einem Lebensmittelgeschäft als Aushilfe unter einem missgünstigem Chef), der missglückte Versuch, einen Imbiss zu eröffnen, die absurd hohe Kindergeldforderung seiner Frau und dann halt wieder die Verbrechen. Auftragsmorde, Überfälle um Geld zu verdienen und der Betrieb eines Bordells als Hintermann, während seine Ex-Frau die Bordellchefin ist.
Canets Drama ist in erster Linie eine Charakterstudie, die oft kryptisch wirkt, weil viele Hintergründe erst langsam enthüllt werden, und alle Charaktere wahre Meister im Schweigen sind. Entsprechend wenig Eigendynamik entfalten die einzelnen Plots. Da ist das kürzere Original „Ungleiche Brüder“, dessen Plots sich ebenfalls teilweise sehr sprunghaft voran bewegen und das auch immer wieder zerfasert, kraftvoller.
Bei der Besetzung hätte man einen Film erwarten können, der nicht so sehr nur den bekannten Muster folgt und, gerade weil er in New York spielt, im Schatten von Sidney Lumets Polizeidramen, Martin Scorseses Gangsterfilmen und James Grays „Helden der Nacht“ (We own the Night, USA 2007), dessen Story fast wie eine Blaupause für „Blood Ties“ wirkt, steht.
Das Bonusmaterial besteht aus einem informativem Making of (26 Minuten) und etlichen geschnittenen Szenen (20 Minuten). Bei den geschnittenen Szenen wurden erstaunlich viele Szenen geschnitten, die entweder genau so oder sehr ähnlich in „Ungleiche Brüder“ sind; was geradezu eine vergleichende Betrachtung der beiden Filme herausfordert.

Blood Ties - DVD-Cover

Blood Ties (Blood Ties, Frankreich/USA 2013)
Regie: Guillaume Canet
Drehbuch: Guillaume Canet, James Gray (Englische Fassung) (nach dem Drehbuch „Les Liens du sang“ von Jacques Maillot, Pierre Chosson und Eric Veniard)
LV: Bruno Papet, Michel Papet: Deux freres, flic et truand, 1997 (auch als Film-Tie-in „Les Liens du sang“ veröffentlicht)
mit Clive Owen, Billy Crudup, Marion Cotillard, Mila Kunis, Zoe Saldana, Matthias Schoenaerts , James Caan, Noah Emmerich, Lili Taylor, Domenick Lombardozzi, John Ventimiglia, Griffin Dunne

DVD
Koch Media
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Making of, Deleted Scenes, Deutscher und Originaltrailer
Länge: 122 min
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Moviepilot über „Blood Ties“
Rotten Tomatoes über „Blood Ties“
AlloCiné über „Blood Ties“
Wikipedia über „Blood Ties“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 1. September: Two Lovers

August 31, 2014

Eins Festival, 20.15/23.55

Two Lovers (USA 2008, Regie: James Gray)

Drehbuch: James Gray, Rick Menello

Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.

Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton. Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.

mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)

IFC: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Spout Blog: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Coming Soon: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Collider: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Meine ausführliche Besprechung von “Two Lovers” (Two Lovers, USA 2008 – mit weiteren Informationen)

 

Der Buchtipp

Roesler-Keilholz - Keilholz HRSG - James Gray

96 Seiten – das täuscht. Denn der von Silke Roesler-Keilholz und Sascha Keilholz herausgegebene Sammelband „James Gray – Der filmische Raum zwischen Nähe und Distanz“ ist extrem klein gedruckt. Andere Verlage hätten den Text locker auf gut 192 Seiten verteilt und es würde sich immer noch niemand über den Platz zwischen den Buchstaben beschweren.

In dem Sammelband sind Analysen von James Grays Filmen „Little Odessa“, „The Yards“, „We own the Night“ und „Two Lovers“ und ein Interview mit James Gray. Klingt doch gut?

Silke Roesler-Keilholz/Sascha Keilholz (Hrsg.): James Gray – Der filmische Raum zwischen Nähe und Distanz

Schüren, 2012

96 Seiten

14,90 Euro


TV-Tipp für den 13. Mai: Two Lovers

Mai 13, 2013

Arte, 20.15

Two Lovers (USA 2008, R.: James Gray)

Drehbuch: James Gray, Rick Menello

Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.

Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton. Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.

mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas

Wiederholung: Mittwoch, 15. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)

IFC: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Spout Blog: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Coming Soon: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Collider: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Meine ausführliche Besprechung von “Two Lovers” (Two Lovers, USA 2008 – mit weiteren Informationen)

 

Der Buchtipp

Roesler-Keilholz - Keilholz HRSG - James Gray

96 Seiten – das täuscht. Denn der von Silke Roesler-Keilholz und Sascha Keilholz herausgegebene Sammelband „James Gray – Der filmische Raum zwischen Nähe und Distanz“ ist extrem klein gedruckt. Andere Verlage hätten den Text locker auf gut 192 Seiten verteilt und es würde sich immer noch niemand über den Platz zwischen den Buchstaben beschweren.

In dem Sammelband sind Analysen von James Grays Filmen „Little Odessa“, „The Yards“, „We own the Night“ und „Two Lovers“ und ein Interview mit James Gray. Klingt doch gut?

Silke Roesler-Keilholz/Sascha Keilholz (Hrsg.): James Gray – Der filmische Raum zwischen Nähe und Distanz

Schüren, 2012

96 Seiten

14,90 Euro


%d Bloggern gefällt das: