TV-Tipp für den 14. April: State of Play – Stand der Dinge

April 13, 2020

Servus TV, 21.55

State of Play – Der Stand der Dinge (State of Play, USA/Großbritannien 2009)

Regie: Kevin Macdonald

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Wiederholung: Mittwoch, 15. April, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Wikipedia über „State of Play“ (deutsch, englisch)

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Meine Besprechung von David Yates‘ TV-Serie „State of Play – Mord auf Seite Eins (State of Play, Großbritannien 2003, nach einem Buch von Paul Abbott)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


TV-Tipp für den 11. Mai: State of Play – Stand der Dinge

Mai 10, 2019

Servus TV, 20.15

State of Play – Der Stand der Dinge (State of Play, USA/Großbritannien 2009)

Regie: Kevin Macdonald

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Wiederholung: Sonntag, 12. Mai, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Wikipedia über „State of Play“ (deutsch, englisch)

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Meine Besprechung von David Yates‘ TV-Serie „State of Play – Mord auf Seite Eins (State of Play, Großbritannien 2003, nach einem Buch von Paul Abbott)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)

 


TV-Tipp für den 12. Januar: Up in the Air

Januar 11, 2019

RTL II, 20.15

Up in the Air (Up in the Air, USA 2009)

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Jason Reitman, Sheldon Turner

LV: Walter Kirn: Up in the Air, 2001 (Mr. Bingham sammelt Meilen)

Ryan Bingham reist durch die USA und entlässt, im Auftrag verschiedener Firmen, deren Angestellte. Bindungen hat der Single keine. Sein Ziel als Vielflieger ist es die magische Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Grenze zu durchbrechen. Dafür sammelt er wie besessen Bonusmeilen. Als er eine jüngere Kollegin ausbilden soll und er eine andere Vielfliegerin kennen lernt, gerät sein sorgloes Leben aus dem Takt.

Jason Reitmans feinfühliges, perfekt komponiertes und austariertes Porträt eines Arschlochs ist auch ein Gesellschaftskommentar. Außerdem übernahm George Clooney die Hauptrolle.

mit George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J. K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride, Zach Galifianakis

Wiederholung: Sonntag, 13. Januar, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Up in the Air“

Wikipedia über „Up in the Air“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „#Zeitgeist – Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“ (Men, Women, and Children, USA 2014)

Meine Besprechung von Jaso Reitmans „Tully“ (Tully, USA 2018)

Bonushinweis

Am 17. Januar läuft Jason Reitmans neuer Film an:


TV-Tipp für den 31. Mai: Juno

Mai 31, 2018

Disney Channel, 20.15

Juno (Juno, USA 2007)

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Diablo Cody

Die sechzehnjährige Juno (Ellen Page) ist schwanger. Aber anstatt das mit einem Schulkameraden gezeugte Kind abzutreiben, möchte sie es zur Adoption freigeben. Sie hat auch schon die richtigen Eltern gefunden.

Die herrlich unsentimentale, schnoddrige und immer wieder altkluge Komödie war ein Überraschungserfolg. Diablo Cody erhielt für ihr Buch den Drehbuchoscar.

Juno“ ist die erste Zusammenarbeit von Jason Reitman und Diablo Cody. „Young Adult“ (mit Charlize Theron) und „Tully“ (ebenfalls mit Theron) folgten. In den Filmen reflektiert Cody auch ihr Leben.

Tully“ läuft heute in den deutsche Kinos an – und der Film, auch wenn er keine Komödie ist, einen Blick wert.

Mit Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, J. K. Simmons

Wiederholung: Freitag, 1. Juni, 23.15 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Juno“

Metacritic über „Juno“

Rotten Tomatoes über „Juno“

Wikipedia über „Juno“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Wer ist Diablo Cody? (mit Links zum Drehbuch und Interviews)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „#Zeitgeist – Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“ (Men, Women, and Children, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Es sollte nur eine harmlose „Game Night“ sein…

März 1, 2018

Max (Jason Bateman) und seine Frau Annie (Rachel McAdams) sind begeisterte Spieler. Sie lieben diese altmodischen Brettspiele und bei Ratespielen, wie Charade oder Trivial Pursuit, sind sie immer dabei. Damit können sie ganze Abende, Tage und Wochenenden verbringen. Mit ihren Freunden Kevin (Lamorne Morris), seiner Frau Michelle (Kylie Bunbury) und Ryan (Billy Magnussen), der immer eine andere Frau mitbringt, – dieses Mal ist es Sarah (Sharon Horgan) -, veranstalten sie regelmäßig Spieleabende. Nett, harmlos, jugendfrei und garantiert legal.

Bis Brooks (Kyle Chandler) sie zu einem besonderen Spieleabend einlädt. Brooks ist der erfolgreiche Bruder von Max. Er reist durch die Welt, hat viel Geld und ist sehr souverän. Halt das genaue Gegenteil des netten, treuen und zuverlässigen Max.

Brooks hat für den Abend einen besonderen Spieleabend organisiert. Sie müssen eine Entführung aufklären und sie werden bei dem Spiel nicht mehr zwischen Realität und Spiel unterscheiden können, weil die ganze Stadt das Spielfeld ist. Es ist, ohne dass er es sagt, „The Game“ in einer harmlosen Variante.

Seine sechs Gäste sind zunächst skeptisch. Immerhin haben sie sich auf einen ihrer normalen Spieleabende vorbereitet. Aber als zwei maskierte Männer das Haus betreten und sofort eine wilde Schlägerei zwischen ihnen und Brooks entbrennt, sind sie begeistert von dem Engagement der Spieler – und sie beginnen mitzuspielen.

Was sie in diesem Moment nicht ahnen: Brooks wurde wirklich entführt, weil er einen seiner Geschäftskunden hereinlegte. Und dieser Kunde ist kein Geschäftsmann mit Verbindungen zum Verbrechen, sondern ein Verbrecher der skrupellosen Sorte.

Bis sie das begreifen, dauert es eine Weile und das ändert nichts daran, dass sie Brooks suchen und retten müssen. Ohne die Polizei zu informieren.

Game Night“ ist eine weitgehend harmlose Komödie, die von seinen sympathischen Darstellern lebt, während der Humor sich weitgehend in Blödeleien ergeht und, etwas unbeholfen, mehrere ‚Spiele‘ miteinander verbindet. Denn neben der echten Entführung hat Brooks für den Abend auch eine falsche Entführung organisiert und der Nachbar, ein psychopathischer Streifenpolizist, der Hannibal Lecter zu einem warmherzigen Gesprächspartner degradiert, spielt ebenfalls ein Spiel.

Inszeniert wurde „Game Night“ von John Francis Daley und Jonathan Goldstein, den Regisseuren von „Vacation – Wir wind die Griswolds“ und Autoren von „Kill the Boss“, „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ und „Spider-Man: Homecoming“ (als zwei von sechs genannten Drehbuchautore, aber immerhin nach einer von ihnen erfundenen Geschichte). Das Drehbuch für „Game Night“ ist von Mark Perez („S.H.I.T. – Die Highschool GmbH“).

Game Night (Game Night, USA 2018)

Regie: John Francis Daley, Jonathan Goldstein

Drehbuch: Mark Perez

mit Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler, Sharon Horgan, Billy Magnussen, Lamorne Morris, Kylie Bunbury, Jesse Plemons, Michael C. Hall, Danny Huston

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Game Night“

Metacritic über „Game Night“

Rotten Tomatoes über „Game Night“

Wikipedia über „Game Night“


TV-Tipp für den 1. Februar: Up in the Air

Februar 1, 2018

Kabel 1, 20.15

Up in the Air (Up in the Air, USA 2009)

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Jason Reitman, Sheldon Turner

LV: Walter Kirn: Up in the Air, 2001 (Mr. Bingham sammelt Meilen)

Ryan Bingham reist durch die USA und entlässt, im Auftrag verschiedener Firmen, deren Angestellte. Bindungen hat der Single keine. Sein Ziel als Vielflieger ist es die magische Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Grenze zu durchbrechen. Dafür sammelt er wie besessen Bonusmeilen. Als er eine jüngere Kollegin ausbilden soll und er eine andere Vielfliegerin kennen lernt, gerät sein sorgloes Leben aus dem Takt.

Jason Reitmans feinfühliges, perfekt komponiertes und austariertes Porträt eines Arschlochs ist auch ein Gesellschaftskommentar. Außerdem übernahm George Clooney die Hauptrolle.

mit George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J. K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride, Zach Galifianakis

Wiederholung: Freitag, 2. Februar, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Up in the Air“

Wikipedia über „Up in the Air“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „#Zeitgeist – Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“ (Men, Women, and Children, USA 2014)


TV-Tipp für den 27. Januar: State of Play – Der Stand der Dinge

Januar 27, 2018

ZDFneo, 21.45

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

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Film-Zeit über „State of Play“

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


TV-Tipp für den 17. Juni: State of Play – Der Stand der Dinge

Juni 17, 2017

ZDF, 23.30

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

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Film-Zeit über „State of Play“

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Veranstalten Sie doch einmal eine richtige „Office Christmas Party“

Dezember 8, 2016

Jetzt ist wieder die Zeit für Weihnachtsfilme, mehr oder weniger feierlich, meistens weniger gelungen, oft schon an Silvester vergessen. „Office Christmas Party“, der neue Film von Josh Gordon und Will Speck (den Regisseuren von „Die Eisprinzen“ und „Umständlich verliebt“), gehört zu den weniger gelungenen. Trotz sympathischer Schauspieler, dem (ausgehend von der Erwartungshaltung) weitgehenden Verzicht auf Zoten und, für die Architekturjunkies, einem Büro-Set, das nach alten Plänen von Ludwig Mies van der Rohe gebaut und im Film großflächig zerstört wird.

In ihrer „Komödie“ (in der ich nicht einmal lachen musste) erzählen sie von der Weihnachtsfeier in der in Chicago ansässigen IT-Firma Zanotek. Clay Vanstone (T. J. Miller), der gute Filialleiter, richtet sie gegen den Willen seiner biestigen Schwester Carol (Jennifer Aniston), die Firmenchefin, aus, weil er es jedes Jahr tut, weil sie die Zweigstelle schließen will und weil er während der Feier einen potentiellen Großkunden überzeugen will, ihm einen großen Auftrag zu geben. Damit wäre dann die Schließung der Zweigstelle abgewendet und er hätte einen Grund, die Feier auszurichten, gegen den seine Schwester nichts sagen kann.

Selbstverständlich läuft die als Dekadenzfest ausgelegte Feier schnell aus dem Ruder. Allerdings nicht besonders witzig und auch ohne tiefere Erkenntnis oder Überraschungen. Die meiste Zeit hüpfen die Schauspieler quietschvergnügt durch das Bild und brüllen in Variationen „Party“ und „Sex“, während der frisch geschiedene, grundvernünftige, grundsympathische Josh Parker (Jason Bateman) endlich seine Liebe zu seiner ebenso sympathischen Untergebenen Tracey Hughes (Olivia Munn) erkennt. Sie programmiert auch gerade irgendein superrevolutionäres, firmenrettendes WLAN.

Bateman und Munn werden bei der Besetzungsliste an erster Stelle genannt, was sie damit zu den Hauptdarstellern und den Protagonisten des Films macht. Außerdem begleiten wir in den ersten Filmminuten Josh Parker vom Scheidungsanwalt zur Arbeit. Wenn „Office Christmas Party“ halbwegs stringent eine Story entwickelt hätte, würde sich der gesamte Film um sie drehen. So sind sie grundsympathische Charaktere, die man ohne große Probleme aus dem Film herausschreiben könnte. Miller böte sich als Partyveranstalter, der seine Firma retten will, da schon eher als Protagonist an. Aber im entscheidenden Moment liegt er im Krankenhaus. Und wenn dann IT-Spezialistin Hughes am Ende, wenn es in ganz Chicago kein Internet gibt, ihr WLAN-Programm schwuppdiwupp zum Laufen bringt, fragte ich mich, ob es wirklich nichts wichtigeres als ein ständig funktionierendes Internet geben soll.

Während sie immer wieder für längere Zeit die Party verlassen, läuft die Party, auch ohne sie, weiter und ein, zwei weitere Pärchen, meist gespielt von bekannten US-Comedy-Gesichtern, finden im Lauf der Weihnachtsfeier zueinander. Die wird natürlich mit reichlich Drogen (fest und flüssig) aufgepeppt. Aber das haben wir in „The Wolf of Wall Street“ pointierter, exzessiver und erkenntnisreicher gesehen.

Im Gegensatz zu einer echten Party hat die „Office Christmas Party“ zwei unbestreitbare Vorteile: nach der Party hat man keine Kopfschmerzen (außer man hat sich vorher mit alkoholischen Getränken versorgt) und schon während des Abspanns verblasst die Erinnerung an das Gesehene. „Office Christmas Party“ ist halt nur eine weitere zotige US-Komödie.

office-christmas-party-plakat

Office Christmas Party (Office Christmas Party, USA 2016)

Regie: Josh Gordon, Will Speck

Drehbuch: Laura Solon, Dan Mazer

mit Jason Bateman, Olivia Munn, T. J. Miller, Jennifer Aniston, Kate McKinnon, Courtney B. Vance, Jillian Bell, Rob Corddry, Vanessa Bayer, Randall Park, Jamie Chung, Karan Soni

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Office Christmas Party“

Metacritic über „Office Christmas Party“

Rotten Tomatoes über „Office Christmas Party“

Wikipedia über „Office Christmas Party“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Central Intelligence“ – nicht so wahnsinnig intelligent

Juni 16, 2016

Vor zwanzig Jahren war Calvin (Kevin Hart) an der Schule der allseits beliebte Überflieger, dem alle eine glänzende Karriere prophezeiten und Robbie Weirdicht war der übergewichte Watschenmann und Außenseiter.

Jetzt hat Weirdicht einen anderen Namen, dem er alle Ehre macht. Denn er heißt Bob Stone, sieht aus wie Dwayne ‚The Rock‘ Johnson, arbeitet undercover für den Geheimdienst und er braucht die Hilfe von Calvin, der ein langweiliges Leben als Buchhalter führt. Immerhin hat er ein eigenes kleines Büro und muss nicht nebenan im Großraumbüro arbeiten. Dank dieser Buchhalterkenntnisse kann er Bob helfen bei der Jagd nach den von dem geheimnisvollem Black Badger gestohlenen Verschlüsselungscodes für das US-amerikanische Spionage-Satelittensystem (okay, das ist nur der MacGuffin), die in wenigen Stunden meistbietend verkauft werden sollen (und das ist die berühmte Ticking Clock).

Dummerweise wird Bob von seiner Firma, angeführt von CIA-Agent Harris (Amy Ryan, hübsch biestig), als abtrünniger Agent gejagt und sie nehmen dabei Kollateralschäden und Gesetzesübertretungen billigend in Kauf.

Central Intelligence“ ist eine weitere Buddy-Komödie, die dieser Formel folgt, ohne wirklich eigene Akzente zu setzen. Denn die Story, die in einer Buddy-Komödie sowieso nebensächlich ist, ist hier noch dünner geraten und ohne irgendeinen Funken Plausibilität und frei von Überraschungen, aber mit etlichen unglaubwürdigen Momenten. Das beginnt schon bei der Prämisse.

Die Action, auch wenn man nicht gerade „Lethal Weapon“-Zerstörungsorgien erwartet, ist eher dünn gesät.

Dafür redet Kevin Hart, mal wieder, ohne Punkt und Komma; was allerdings selten witzig, meistens nervig ist. Dwayne Johnson hat dagegen, nachdem er schon vor Jahren in der Elmore-Leonard-Verfilmung „Be Cool“ sein Image persiflierte, seinen Spaß als geistig minderbemittelter, immer optimistischer, supertaffer, unzerstörbarer Geheimagent mit einem Hang zu unpassenden Kleidern. Bei ihm, vor allem nachdem er in einer Szene durchaus glaubwürdig einen Psychiater spielt, hätte man sich eine Entwicklung oder die Enthüllung, dass Bob nur den Trottel spielt, gewünscht.

So ist „Central Intelligence“ nur ein Starvehikel, das gerade so seinen Dienst nach Vorschrift erfüllt. Immerhin sind die meisten Gags oberhalb der Gürtellinie angesiedelt und der Film behauptet auch nie, mehr zu sein als ein harmloser, schnell vergessener Spaß für die ganze Familie.

Wer dagegen eine gelungene Buddy-Komödie sehen will, sollte sich Shane Blacks „The Nice Guys“ ansehen.

Central Intelligence - Plakat

Central Intelligence (Central Intelligence, USA 2016)

Regie: Rawson Marshall Thurber

Drehbuch: Ike Barinholtz, David Stassen, Rawson Marshall Thurber (nach einer Geschichte von Ike Barinholtz und David Stassen)

mit Kevin Hart, Dwayne Johnson, Danielle Nicolet, Amy Ryan, Jason Bateman, Aaron Paul, Tim Griffin, Ryan Hansen, Timothy John Smith, Thomas Kretschmann, Melissa McCarthy (Cameo)

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Central Intelligence“

Metacritic über „Central Intelligence“

Rotten Tomatoes über „Central Intelligence“

Wikipedia über „Central Intelligence“


TV-Tipp für den 21. Mai: Operation: Kingdom

Mai 21, 2016

ZDFneo, 22.35

Operation: Kingdom (USA 2007, Regie: Peter Berg)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan

In Riad verüben Terroristen einen Anschlag auf eine amerikanische Wohnanlage. Es sterben über hundert Menschen. FBI-Agent Ronald Fleury stellt ein Team von Spezialisten zusammen, um der dortigen Polizei bei der Sicherung des Tatortes zu helfen. Schnell geraten sie zwischen die Fronten.

Guter Politthriller, bei dem die Charaktere im Mittelpunkt stehen und man, angesichts der vielen Subplots, öfters den Eindruck hat, die Geschichte wäre besser als TV-Mehrteiler erzählt worden. Handfeste Action gibt es eigentlich nur am Ende.

Außerdem hat er eine tolle Titelsequenz und einen doofen deutschen (oder denglischen) Titel.

mit Jamie Foxx, Chris Cooper, Jennifer Garner, Jason Bateman, Ashraf Barhoum, Ali Suliman, Jeremy Piven, Richard Jenkins, Danny Huston

Hinweise

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Film-Zeit über „Operation: Kingdom“

Rotten Tomatoes über „Operation: Kingdom“

Wikipedia über „Operation: Kingdom“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „The Kingdom“ von Matthew Michael Carnahan

Rope of Silicon: Interview mit Matthew Michael Carnahan über „The Kingdom“ und „Lions for Lambs“ (24. September 2007)

Meine Besprechung von Peter Bergs „Battleship“ (Battleship, USA 2012)

Meine Besprechung von Peter Bergs „Lone Survivor“ (Lone Survivor, USA 213)


Neu im Kino/Filmkritik: „Kill the Boss 2“ versucht es mit Entführung

November 27, 2014

Rückblickend erscheint „Kill the Boss“ in einem sanfteren Licht. Immerhin ging es da um drei Männer, die schreckliche Vorgesetzte hatten und sie töten wollten. Das ging ziemlich schief, aber Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) kamen mit heiler Haut aus der Sache raus – und die Komödie, von der nie eine Fortsetzung geplant war, war so erfolgreich, dass jetzt ein zweiter Teil entstanden ist, der in den USA („Horrible Bosses 2“) und bei uns („Kill the Boss 2“) mit einem unpassendem Titel zu kämpfen hat. Denn Nick, Dale und Kurt sind inzwischen mit einer grandiosen Geschäftsidee selbstständig: einer Dusche, die auch gleich das shamponieren und einseifen erledigt. Der Großkapitalist Bert Hanson (Christoph Waltz – großartig! Vielleicht weil er sich an das Drehbuch hielt.) will ihr Produkt kaufen. Sagt er. Denn als er die von ihnen produzierte riesige Menge von „Shower-Buddy“-Duschen abnehmen soll, sagt er, dass er ihre Firma in den Bankrott treiben wolle, das Patent billig kaufen und die Duschen in China produzieren werde.
Die einzige Idee, die die drei Trottel haben, um aus ihrer Malaise zu kommen ist: sie entführen den Sohn von Bert Hanson und erpressen den Firmenchef um die benötigte Summe. Die Entführung geht, dank Inkompetenz und Lachgas, schief, aber Rex Hanson (Chris Pine) befindet sich dann doch in im Kofferraum ihres Autos. Denn Rex will sich an seinem Vater rächen – und wenn er seinen Willen nicht bekommt, flippt er auch wegen Kleinigkeiten aus.
Für eine Komödie ist „Kill the Boss 2“ erschreckend unwitzig. Die meiste Zeit geht für die improvisierten Blödeleien von Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis drauf, die ohne Punkt und Komma gleichzeitig Quatschen und mit ihren Improvisationen schnell nerven. Denn es ist nicht witzig, drei Männern zuzuhören, die ständig durcheinander reden, sich für unglaublich witzig halten und dies auch zeigen.
Eigentlich haben nur die beiden von Christoph Waltz und Kevin Spacey gespielten Kapitalisten witzige Sprüche, die wahrscheinlich schon so im Drehbuch standen. Waltz spielt einen höflichen Kapitalisten von der aalglatten Sorte; Spacey, den wir noch aus dem ersten Teil kennen, einen Choleriker von der beleidigenden Sorte; wobei seine Beleidigungen über die Inkompetenz und bodenlose Dummheit von Nick, Dale und Kurt absolut zutreffend sind. Denn die drei Männer sind Blödiane, denen ein normal denkender Mensch noch nicht einmal die Aufsicht über eine Toilette anbieten würde. Entsprechend begrenzt ist das Interesse an ihrem Schicksal und das Mitleid, das man mit ihnen hat.
Und damit kommen wir zu einem zweiten Problem: während sie in „Kill the Boss“ noch Normalos aus der unterdrückten Arbeiter- und Angestelltenwelt waren, die sich gegen ihre Unterdrücker wehrten und wir uns, als Quasi-Gleichgesinnte, deshalb mit ihnen und ihren Wünschen identifizieren konnten, sind sie jetzt einfach Trottel, die aus eigenem Verschulden hereingelegt wurden (sie hätten nur einen Vertrag mit Hanson abschließen müssen) und jetzt ihren Fehler wieder gut machen wollen, in dem sie sich als Verbrecher versuchen. Aber ohne die Hilfe von Dean „Motherfucker“ Jones (Jamie Foxx, ebenfalls wieder dabei) und die Ideen des von ihnen entführten Rex würde dem Trio nichts gelingen.
Am Ende taucht Jones als Deus ex machina und es gibt – ich liebe Autoverfolgungsjagden – eine Autoverfolgungsjagd mit einer köstlichen Unterbrechung an einem Bahnübergang.
Die Story, immerhin kein 1-zu-1-Remake von „Kill the Boss“, ist, jedenfalls wenn man mehr als eine Nummernrevue erwartet, erschreckend schlecht entwickelt. Alle Drehungen und Wendungen kennt man schon aus anderen, besseren und kraftvoller erzählten Filmen, in denen Entführungen grandios scheitern.
Ach ja: Frau Aniston ist auch wieder dabei. Sie ist immer noch sexsüchtig.

Kill the Boss 2 - Plakat

Kill the Boss 2 (Horrible Bosses 2, USA 2014)
Regie: Sean Anders
Drehbuch: Sean Anders, John Morris (nach einer Geschichte von Jonathan Goldstein, John Francis Daley, Sean Anders und John Morris, basierend auf Charakteren von Michale Markowitz)
mit Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston, Jamie Foxx, Chris Pine, Christoph Waltz, Kevin Spacey, Jonathan Banks, Lindsay Sloane
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Kill the Boss 2“
Moviepilot über „Kill the Boss 2“
Metacritic über „Kill the Boss 2“
Rotten Tomatoes über „Kill the Boss 2“
Wikipedia über „Kill the Boss 2“
Meine Besprechung von Seth Gordons „Kill the Boss“ (Horrible Bosses, USA 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: I Origins; Like Father, like Son; Phoenix; Sieben verdammt lange Tage; Ein Sommer in der Provence; Who am I – Kein System ist sicher

September 26, 2014

Wenig Zeit, daher „Kurz & Knapp“ (auch eine Form von KuK) über die Neustarts im Kino am heutigen Donnerstag:

I Origins - Plakat

„I Origins“ ist einer der Filme, von denen ich viel erwartete und dann umso enttäuschter war. Denn die Prämisse, dass jede Iris einzigartig ist und ein Molekularbiologe, der in diesem Forschungsgebiet über die Evolution des Auges bahnbrechendes leistet, entdeckt, dass diese Arbeitshypothese falsch ist und damit seine gesamte Forschung und seine Überzeugungen in Frage stellen würde, verspricht einen philosophischen Science-Fiction-Film.
Aber dann geht es auch um eine Liebesgeschichte, die ungefähr in der Filmmitte ein abruptes Ende findet und später doch wieder wichtig ist. Es geht um Forschungsfragen. Es geht um die Frage nach der Einzigartigkeit des Menschen und um Wiedergeburt, was die Einzigartigkeit der Iris, aber auch etwas viel unangenehmeres beweisen würde. Es gibt auch ein seltsames Forschungsprogramm, das nicht näher erklärt wird, aber für die Fans von Paranoia-Thrillern gedacht ist. Für die gibt es auch eine Szene nach dem Abspann.
Letztendlich begnügt Mike Cahill sich in „I Origins“ mit dem Aufwerfen von Fragen und mehreren überraschenden bis abstrusen Wendungen, die nur verwirren ohne auch nur im Ansatz zu erklären, worum es den Machern ging.
„I Origins“ ist ein frustierender Film. Mit und ohne Seelenwanderung. Und dass Cahill im Presseheft sagt, dass für ihn „I Origins“ nur der Anfang seiner Erforschung des Bereiches zwischen Fakten und Glauben sei und er den Stoff in weiteren Filmen oder einer TV-Serie fortspinnen will, hilft nicht, weil wir dann den Film nicht als eigenständiges, in sich abgeschlossenes Werk, sondern nur als den Auftakt von etwas Größerem ansehen sollen.

I Origins – Im Auge des Ursprungs (I Origins, USA 2014)
Regie: Mike Cahill
Drehbuch: Mike Cahill
mit Michael Pitt, Brit Marling, Astrid Bergès-Frisbey, Steven Yeun, Archie Panjabi, Cara Seymour, Venida Evans, William Mapother, Kashish
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „I Origins“
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Metacritic über „I Origins“
Rotten Tomatoes über „I Origins“
Wikipedia über „I Origins“ (deutsch, englisch)

Like Father Like Son - Plakat 1

Was wäre, wenn dein Kind bei der Geburt vertauscht worden wäre? Und was würdest du tun? Das muss sich Ryota Nonomiya fragen, als er erfährt, dass genau das vor sechs Jahren geschehen ist. Der distanzierte, statusbewusste Architekt, der in finanzieller Hinsicht alles für seinen Sohn tut, aber wegen der vielen Arbeit ihn fast nie sieht, hat jetzt eine Erklärung für die Defizite und den mangelnden Ehrgeiz seines Sohnes. Aber ist Blut wirklich dicker als Erziehung? Soll er seinen falschen Sohn gegen seinen echten Sohn tauschen, der bei einer zwar liebevollen, aber armen und furchtbar ambitionslosen Familie lebt? Oder soll er dafür kämpfen, das Sorgerecht für beide Kinder zu bekommen?
Hirokazu Kore-eda erhielt für seinen Film „Like Father, like Son“ in Cannes den Preis der Jury und das ist verständlich. Ruhig und aus Ryotas Perspektive erzählt er von diesem Dilemma. Dabei bleiben die Sympathien für den egoistischen Ryota, der das Kind vor allem als Statussymbol braucht, überschaubar. Aber die angesprochenen Fragen sind unversell und Hirokazu Kore-eda behandelt sie auch angemessen komplex in einer scheinbar einfachen Geschichte über zwei Familien und ihre Kinder in einer Gesellschaft, in der – wenn so ein Fehler entdeckt wird – die Kinder getauscht werden und ein Adoptionen selten sind.
Ein sehenswerter Film.


Like Father, like Son (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)
Regie: Hirokazu Kore-eda
Drehbuch: Hirokazu Kore-eda
mit Masaharu Fukuyama, Machiko Ono, Keita Ninomiya, Lily Franky, Yoko Maki, Shogen Hwang
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Like Father, like Son“
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Rotten Tomatoes über „Like Father, like Son“
Wikipedia über „Like Father, like Son“

Phoenix - Plakat - 4

Nelly hat schwer verletzt und verunstaltet den Zweiten Weltkrieg und Auschwitz überlebt. Ihre Freundin Lene bietet ihr ein neues Leben in Israel mit einem neuen Gesicht an. Aber Nelly will wieder ihr altes Gesicht zurückhaben. Sie will in Deutschland bleiben und sie will wieder ihren Ehemann Johnny treffen. Er ist ihre große Liebe, der sie verraten hatte.
Johnny arbeitet jetzt in Berlin in der Bar „Phoenix“. Als er Nelly trifft, erkennt er sie nicht. Aber er bemerkt eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen der unbekannten Schönheit und seiner toten Frau. Jedenfalls glaubt Johnny, dass Nelly tot ist. Er will die Fremde zu Nellys Ebenbild verändern, um so an Nelly Familienvermögen zu gelangen. Nelly spielt mit.
Cineasten werden in „Phoenix“ sofort eine Variante von Alfred Hitchcocks „Vertigo“ erkennen. Sowieso hat jedes Bild, jeder Satz, jede Geste und jede Szene mindestens eine weitere Bedeutung, was beim Ansehen und Entschlüsseln Spaß macht. Wobei, wie üblich bei Christian Petzold, der Film auch einfach als spannende Geschichte funktioniert. Jedenfalls bis Nelly auf Johnnys Angebot eingeht. Dann fällt die vorher vorhandene Spannung wie ein Soufflé in sich zusammen und die restlichen Minuten, wenn Nelly die Gestik von Nelly einstudiert und sie bei ihren Verwandten, die den Krieg überlebten, vorgestellt wird, haben dann etwa die Spannung von Malen-nach-Zahlen.
„Phoenix“ ist Fritz Bauer, dem Initiator und Ankläger des Auschwitz-Prozesses, gewidmet. Harun Farocki, mit dem Petzold bei, ich glaube, jedem seiner Filme zusammenarbeitete, verstarb kurz vor der Premiere des Films.
Insgesamt ist „Phoenix“ ein sehenswerter Film. Aber Petzolds bester Film ist es nicht.


Phoenix (Deutschland 2014)
Regie: Christian Petzold
Drehbuch: Christian Petzold, Harun Farocki (Mitarbeit)
LV (nach Motiven): Hubert Monteilhet: Le retour des cendres, 1961 (Der Asche entstiegen)
mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Michael Maertens, Imogen Kogge, Kirsten Block
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Phoenix“
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Rotten Tomatoes über „Phoenix“


Sieben verdammt lange Tage - Plakat


Nach dem Tod ihres Vaters müssen die Mitglieder der Familie Altman, auf Wunsch des Verstorbenen, eine siebentägige Totenwache nach jüdischer Tradition halten, was natürlich dazu führt, dass die gar nicht so gläubige Familie, die uns als dysfunktional vorgestellt wird, über alte und neue Probleme reden muss.
„Sieben verdammt lange Tage“ ist gut besetzt. Jason Bateman als gerade entlassener und getrennt lebender Radio-Producer (seine Frau schlief mit seinem Boss), der jetzt nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Tina Fey, Adam Driver und Corey Stoll als seine Geschwister. Jane Fonda (Die soll Jahrgang 1937 sein? Niemals.) als Mutter mit vergrößerter Brust und die ihre Kinder als Studienobjekte für ihre populären Erziehungsratgeber benutzte. In Nebenrollen sind unter anderem Rose Byrne als Batemans alte und neue Freundin und Timothy Olyphant als verblödeter, aber sehr verständnisvoller Nachbar und Ex-Freund von Tina Fey dabei.
Es ist auch gut inszeniert von Shawn Levy (Real Steel, Prakti.com). Jonathan Troppers Drehbuch schmeckt die dramatischen und die komödiantischen Teile in dieser in Richtung harmonieseliger RomCom gehenden Familienzusammenführung ordentlich ab.
Aber die Charaktere, die alle in einem luftleeren Raum abseits von all den normalen Alltagsproblemen lebten, interessierten mich niemals wirklich. Auch die Prämisse wirkte arg ausgedacht. Immerhin versteht die Familie sich gut und sie traf sich in den vergangenen Jahren sicher zum üblichen Thanksgiving-Dinner und dem gemeinsamen Weihnachts-/Silvesterurlaub. Immerhin leben sie doch in und um Long Island, New York, ziemlich nah beieinander.
„Sieben verdammt lange Tage“ ist kein schlechter, aber ein uninteressanter Film.

Sieben verdammt lange Tage (This is where I leave you, USA 2014)
Regie: Shawn Levy
Drehbuch: Jonathan Tropper
LV: Jonathan Tropper: This is where I leave you, 2009 (Sieben verdammt lange Tage)
mit Jason Bateman, Jane Fonda, Tina Fey, Adam Driver, Rose Byrne, Corey Stoll, Kathryn Hahn, Connie Britton, Timothy Olyphant, Dax Shepard, Debra Monk, Abigail Spencer, Ben Schwartz,
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Sieben verdammt lange Tage“
Moviepilot über „Sieben verdammt lange Tage“
Metacritic über „Sieben verdammt lange Tage“
Rotten Tomatoes über „Sieben verdammt lange Tage“
Wikipedia über „Sieben verdammt lange Tage“ (deutsch, englisch)
Homepage von Jonathan Tropper

Meine Besprechung von Shawn Levys „Real Steel“ (Real Steel, USA 2011)

Meine Besprechung von Shawn Levys „Prakti.com“ (The Internship, USA 2013)

Ein Sommer in der Provence - Plakat

Für die beiden Pariser Teenager Léa und Adrien ist schon die Hinfahrt im Zug eine Tortur, die ihren Höhepunkt erreicht, als sie erfahren, dass das Gut ihres Großvaters ab von jeglicher Zivilisation mitten in der Einöde liegt und dass es dort keinen Handy-Empfang gibt (gut, das Problem wird später gelöst). Für ihren jüngeren, gehörlosen Bruder Théo ist die Zugfahrt wohl eher der Beginn eines großen Abenteuers. Und für ihren Großvater Paul (Jean Reno als grumpy old man) ist der Besuch auch eine höchst unwillkomme Unterbrechung seines geruhsamen Landlebens zwischen Olivenbäumen und funktionierendem Alkoholiker, der sich vor Ewigkeiten so heftig mit seiner Tochter zerstritt, dass er seine Enkelkinder noch nicht gesehen hat.
Dennoch verleben sie einen schönen „Sommer in der Provence“, in dem Léa sich in einen schönen Reiter und Pizzabäcker (mit Nebeneinkommen) verliebt, während ihr Bruder ein Auge auf die ebenfalls etwas ältere Dorfschönheit und Eisverkäuferin wirft. Sie treffen auch, via einer von Adrien gefakten Facebook-Einladung, die alten Freunde von Paul und seiner Frau Irène. Eine Bande echter Rocker. Jedenfalls im Sommer. In den anderen Jahreszeiten gehen sie bürgerlichen Berufen nach. Gemeinsam erinnern sie sich am Lagerfeuer an ihre Jugend, die so um 68 rum war, inclusive einem Besuch des legendären Woodstock-Festivals.
In der Realität hätten die Franzosen damals wohl eher das unbekanntere Isle-of-Wight-Festival besucht, aber diese kleine Ungenauigkeit ändert nichts daran, dass jetzt die 68er alt werden und damit auch neue Themen in das typisch französische „Die Familie verbringt einen Sommer auf dem Land“-Komödie gelangen.
Davon abgesehen ist Rose Boschs „Ein Sommer in der Provence“ die diesjährige Ausgabe dieses Genres, in dem die Familie einen Urlaub auf dem Land macht, die Teenager sich verlieben, die Generationen sich etwas streiten und versöhnen und es viele kleine Episoden für jeden Geschmack gibt. So ist „Ein Sommer in der Provence“ ein luftiger Ensemblefilm, der keinen Protagonisten und keine eindeutige Erzählperspektive hat. Diese Positionslosigkeit im Erzählerischen kann man dem Film vorwerfen, oder sich einfach von den Schönheiten der Landschaft verzaubern lassen.

Ein Sommer in der Provence (Avis de mistral, Frankreich 2014)
Regie: Rose Bosch
Drehbuch: Rose Bosch
mit Jean Reno, Anna Galiena, Chloé Jouannet, Hugo Dessioux, Lukas Pelissier, Tom Leeb, Aure Atika
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Ein Sommer in der Provence“
Moviepilot über „Ein Sommer in der Provence“
AlloCiné über „Ein Sommer in der Provence“
Rotten Tomatoes über „Ein Sommer in der Provence“
Wikipedia über „Ein Sommer in der Provence“ 

Who am I - Plakat

Nachdem seine Freunde in einem Hotelzimmer ermordet wurden, geht Benjamin (Tom Schilling) zur Europol-Cybercrime-Polizistin Hanne Lindberg (Trine Dyrholm), um ihr alles über die von ihm mitgegründete und polizeilich europaweit gesuchte Hackergruppe CLAY (Clowns laughing @ You) zu erzählen. Gemeinsam machten er und seine Kumpels Max (Elyas M’Barek), Stephan (Wotan Wilke Möhring) und Paul (Antoine Monot, Jr.) etliche Anonymus-Aktionen, die meistens mit einem Einbruch oder mindestens einem Hausfriedensbruch und Benjamins überragenden Computerkenntnissen durchgeführt wurden, gerieten in Kontakt mit der Russian Cyber-Mafia und in den Fokus der Polizei, die sie unerbittlich als Großverbrecher verfolgte.
Das klingt jetzt, nach Wikileaks und den NSA-Enthüllungen von Edward Snowden, wie ein schlecht ausgedachter Scherz und genauso unglaubwürdig wirkt dann auch der gesamte Thriller „Who am I – Kein System ist sicher“ mit seinen eindimensionalen, sich unlogisch verhaltenden Charakteren, die wir immer durch Benjamins Augen sehen. Denn fast der gesamte Film besteht aus Benjamins Geständnis.
Für mich hörte sich Benjamins Geschichte allerdings von der ersten bis zur letzten Minute wie eine schlecht ausgedachte Kolportage aus Schlagzeilen und pubertärer Phantasie an, die eine erfahrene Polizistin niemals glauben würde. Das ist allerdings die Voraussetzung dafür, dass sie später Benjamin hilft und die doppelte Schlusspointe funktioniert. Wobei die erste Pointe Benjamins oft vollkommen unglaubwürdige Geschichte erklärt und die zweite ein netter Abschluss eines vermurksten Films über Hacker, Cybercrime, Lug und Trug ist.
Besser man sieht sich noch einmal „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“ an. Da gibt es auch atmosphärische Berlin-Bilder und einen glaubwürdigeren Einblick in das Hacker-Leben.

Who am I – Kein System ist sicher (Deutschland 2014)
Regie: Baran Bo Odar
Drehbuch: Jantje Friese, Baran Bo Odar
mit Tom Schilling, Elyas M’Barek, Hannah Herzsprung, Wotan Wilke Möhring, Antoine Monot, Jr., Triny Dyrholm, Stephan Kampfwirth
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Who am I“
Moviepilot über „Who am I“
Wikipedia über „Who am I“
Meine Besprechung von Baran Bo Odars „Das letzte Schweigen“ (Deutschland 2010)


TV-Tipp für den 15. Juni: State of Play – Der Stand der Dinge

Juni 15, 2014

RTL, 20.15/23.25

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

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Film-Zeit über „State of Play“

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)


Neu im Kino/Filmkritik: „Disconnect“ im realen Leben

Januar 30, 2014

 

Seine Premiere hatte „Disconnect“ bereits im September 2012 auf dem Toronto International Film Festival und seitdem hat der Ensemblefilm nichts von seiner Aktualität verloren. Im Gegenteil. An der Oberfläche geht es in den, je nach Zählung, ungefähr fünf, mehr oder weniger lose miteinander verknüpften Geschichten um das Internet und wie es unser Leben verändert. Aber eigentlich geht es Drehbuchautor Andrew Stern und Regisseur Henry-Alex Rubin um Beziehungen zwischen Ehepaaren, zwischen Eltern und Kindern und zwischen Liebenden und wie sehr sie alle, aus verschiedenen Gründen nicht mehr miteinander verbunden sind.

Es gibt eine TV-Reporterin, die einen minderjährigen Online-Stripper interviewen möchte. Der erklärt sich zu dem Interview bereit, möchte dann aber mehr von ihr, gerät in Konflikt mit seinem Chef und er möchte auch gar nicht aus dem Sexgeschäft aussteigen. Dennoch will die Journalistin ihn aus dem Sex-Business befreien.

Es gibt ein junges Ehepaar, das nach dem Tod ihres Babys nicht mehr miteinander redet. Auch nicht über seine Kriegserlebnisse. In einem Online-Chat lernt sie einen netten Mann kennen, der ihr in der seelischen Krise hilft. Plötzlich sind ihre Konten leer geräumt. Der von ihnen engagierte Detektiv verfolgt die Spur der Betrüger zu diesem Chat-Partner.

Der Detektiv selbst ist Vater. Sein Sohn und dessen Freund narren einen introvertierten Klassenkameraden mit einer gefälschten Netz-Identität, in der sie eine in ihn verliebte Schulkameradin sind.

Als dieser den Betrug entdeckt, versucht er sich umzubringen. Seine Eltern fragen sich, warum ihr Sohn sich umbringen wollte. Vor allem der Vater, ein immer beschäftigter Anwalt, beginnt nach Antworten zu suchen. Er beginnt mit dem Computer seines Sohnes und entdeckt dort, dass er eine Freundin hatte.

Disconnect“ ist, auch wenn die Kamera etwas zu sehr pseudodokumentarisch wackelt, ein hochkarätig besetzter Ensemblefilm in bester „Short Cuts“- und „L. A. Crash“-Tradition, der durch seine offene Struktur sein Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und verschiedene Facetten ansprechen kann, ohne an dramaturgischer Wucht zu verlieren. Dabei verknüpft Rubin die Geschichten organisch miteinander zu der eindeutigen Botschaft: Redet miteinander. Nicht über das Smartphone, sondern ganz altmodisch und ohne technische Hilfsmittel.

Disconnect - Plakat

Disconnect (Disconnect, USA 2012)

Regie: Henry-Alex Rubin

Drehbuch: Andrew Stern

mit Jason Bateman, Hope Davis, Frank Grillo, Michael Nyqvist, Paula Patton, Andrea Riseborough, Alexander Skarsgård, Max Thieriot, Colin Ford, Jonah Bobo, Haley Ramm

Norbert Leo Butz

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Neu im Kino/FIlmkritik: Jason Bateman ist „Voll abgezockt“ von dem wundervollen „Identity Thief“ Melissa McCarthy

März 29, 2013

Als Sandy Patterson ganz hilfsbereit am Telefon der netten Frau von seiner Bank einige Informationen gibt, ahnt er nicht, was er damit auslöst. Denn die nette Telefonstimme ist Diana, die mit geklauten Identitäten ihren Kaufrausch befriedigt. Ab jetzt gibt sie als Sandy Bigelow Patterson in Orlando, Florida, Geld in rauen Mengen aus, während in Denver, Colorado, Sandys Kontostand unaufhaltsam in die Miesen rutscht. Seine Kreditwürdigkeit ist futsch. Er wird verdächtigt, mit einem Drogenkartell Kontakt zu haben. Und auch sein neuer Job ist in Gefahr. Der ermittelnde Polizist meint nur, dass sich die Sache in einigen Monaten klären werde. Also tut Sandy, der wahrscheinlich sogar mitten in der Nacht auf einer einsamen Landstraße an einer roten Ampel stehen bleibt, was ein Mann tun muss. Er nimmt die Angelegenheit in die eigenen Hände. Er fliegt nach Florida, um Diana auf eigene Faust nach Denver zu bringen. Denn so gefährlich kann dieses kleine, übergewichtige Weibsstück ja nicht sein.

Nun, das ist ein Irrtum. Denn Diana ist ein wahrer Teufel; halt das genaue Gegenteil von Sandy.

Dennoch kann er sie überzeugen, ihn nach Denver zu begleiten. Die schießwütigen Gangster, die gerade in ihrer Wohnung stürmten, halfen.

Und ab jetzt verläuft die Komödie „Voll abgezockt“ von „Kill the Boss“-Regisseur Seth Gordon, wie eine Straßenbahn, auf geradem Weg zum vorhersehbaren Happy End. Das ist nicht schlecht. Immerhin ist Melissa McCarthy, die Diana spielt, eine fantastische Komödiantin, die sich hier so richtig austoben kann, ihr Opfer Sandy wird von Jason Bateman daher übersteigert Normal gespielt, die Chemie zwischen den Beiden stimmt und so dürfen sich die gegensätzlichen Charaktere auf ihrer langen Autofahrt ordentlich aneinander reiben und, selbstverständlich, annähern.

Allerdings ist in dem Moment, in dem die beiden sich auf die Reise begeben auch schon der größte Konflikt aus dem Weg geräumt. Die Komödie hat ihr gesamtes Konfliktpotential verpulvert und wird ab da zum vor sich hin plätscherndem Buddy-Movie mit witzigen Episoden. Denn sie unternimmt während der gesamten Reise keinen einzigen ernsthaften Fluchtversuch. Stattdessen finden Sandy und Diana sich zunehmend sympathisch, lernen voneinander und befreunden sich. Ihre Verfolger, ein Gangsterpärchen und ein Kopfgeldjäger, beide ziemlich gewalttätig und etwas unterbelichtet, sind nicht wirklich bedrohlich. Die trendige Kapitalismuskritik ist arg zahm. Hey, der glücklich verheiratete, zweifache Vater Sandy macht das alles, weil er seinen Job in der Finanzbranche behalten will. Und alle Wendungen, auch die unlogischen, sind absolut vorhersehbar bis hin zum kitschig-versöhnlichem Ende.

Dennoch ist „Voll abgezockt“ dank Melissa McCarthy eine unterhaltsame Komödie, die viel von ihrem Potential grundlos verschenkt.

Voll abgezockt - Plakat

Voll abgezockt (Identiy Thief, USA 2013)

Regie: Seth Gordon

Drehbuch: Craig Mazin (nach einer Geschichte von Craig Mazin und Jerry Eeten)

mit Jason Bateman, Melissa McCarthy, Amanda Peet, Jon Favreau, John Cho, Robert Patrick, Genesis Rodriguez, Eric Stoenstreet, Maggie Elizabeth Jones, Clark Duke, Morris Chestnut, Ben Flacone, Mary-Charles Jones

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Film-Zeit über „Voll abgezockt“

Metacritic über „Voll abgezockt“

Rotten Tomatoes über „Voll abgezockt“

Wikipedia über „Voll abgezockt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Seth Gordons „Kill the Boss“ (Horrible Bosses, USA 2011)


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