Neu im Kino/Buch– und Filmkritik: Was gibt es Neues auf dem „Friedhof der Kuscheltiere“?

April 4, 2019

Stephen Kings Horrorroman „Friedhof der Kuscheltiere“ las ich als Teenager innerhalb weniger Tage während der Schule. Heute erinnere ich mich vor allem an die Hauskatze, die, nachdem sie von den Toten wiederauferstanden ist, einige richtig fiese und angsteinflößende Gruselkatze ist und dass immer wieder, mitten in der Nacht, über die im Wald liegende Holzbarriere geklettert wird.

Die Verfilmung von 1989 interessierte mich danach nicht sonderlich. Wie könnte ein Film, der damals von der Kritik nicht gerade euphorisch abgefeiert wurde, den Grusel des Romans toppen?

Irgendwann später sah ich mir die Verfilmung an und fand sie okay.

Jetzt, dreißig Jahre nach Mary Lamberts Verfilmung, für die Stephen King höchstpersönlich das Drehbuch geschrieben und eine kleine Rolle übernommen hatte, gibt es eine neue Verfilmung von Kings Roman, die gelungen eigene Akzente setzt.

Die Geschichte dürfte bekannt sein: Die Familie Creed zieht von der Großstadt nach Ludlow, einer Kleinstadt in Maine. Der Vater, Dr. Louis Creed (Jason Clarke), hat eine Stelle als Arzt im Gesundheitszentrum der Universität angenommen. Bei ihm sind seine Frau Rachel (Amy Seimetz) und ihre beiden Kinder, die achtjährige Tochter Ellie (Jeté Laurence) und ihr zweijähriger Sohn Gage (Hugo und Lucas Lavoie). Sie sind eine stinknormale, glückliche Familie. Sie freuen sich auf ihr neues Leben in der Provinz.

Kurz nach ihrer Ankunft beobachten sie eine Prozession mit Tierköpfen maskierter Kinder. Die Kinder bringen ein totes Haustier zum titelgebenden Friedhof der Kuscheltiere. Ihr Nachbar Jud Crandall (John Lithgow) erklärt ihnen, dass es diesen Friedhof schon lange gibt und dass etliche Tiere auf der vor ihrem Haus liegenden Straße von Lastern überfahren wurden.

Das nächste Opfer der Laster ist Church, die kuschelige Katze der Creeds.

Weil Ellie ihre Katze so sehr liebte, verrät Crandall Louis ein Geheimnis. Hinter dem Friedhof der Haustiere und damit hinter der Barriere aus Ästen und Buschwerk gibt es eine Grabstätte der Ureinwohner. Die dortigen Geister können Tote wieder lebendig werden lassen. Als Mann der Wissenschaft ist Louis skeptisch. Aber er begräbt Church auf der alten Grabstätte.

Und das Wunder geschieht: Church kehrt zurück. Aber sein Fell ist verfilzt und sein Wesen hat sich verändert. Er ist jetzt nicht mehr der liebe Kater.

Kurz darauf wird – und das ist eine der Veränderungen zur Vorlage – Ellie von einem Laster getötet.

Louis, der uns zuerst als vollkommen rationaler Mann präsentiert wurde, ist verzweifelt über den Verlust seiner über alles geliebten Tochter. Er ignoriert Crandalls Warnungen und bringt seine tote Tochter zu der Grabstätte im Wald. Denn warum soll etwas, das bei einer Katze funktioniert, nicht auch bei einem Menschen funktionieren?

Wie Kings Roman beginnt die Verfilmung mit dem Einzug der Creeds in ihr neues Haus. Mit ihnen entdecken wir die auf der Straße vorbeirasenden Laster, den Haustier-Fritof, die Holzbarriere und den netten Nachbarn, der die gesamte Geschichte von Ludlow kennt. All das etabliert das Regieduo Kevin Kölsch und Dennis Widmyer in den ersten Minuten. Durch ihre Inszenierung geben sie bereits eine Vorahnung auf das kommende Grauen für die glückliche Familie Creed.

Danach verlangsamen sie gekonnt das Erzähltempo. Es dauert einige Zeit bis zuerst Church und dann Ellie sterben. Und die meiste Action gibt es am Filmende, wenn Ellie ihren Eltern ihre dunkle Seite zeigt. Bis dahin ist „Friedhof der Kuscheltiere“ vor allem ein psychologisches Drama, in dem Louis zunehmend fanatisch agiert. Wahlweise wie ein religiöser Eiferer oder wie ein Alkoholiker, der die Welt nach seinen Wünschen gestalten will und dabei alle Warnungen, auch wider besseres Wissen, ignoriert.

Friedhof der Kuscheltiere“ ist eine kühl erzählte Reise in den Wahnsinn. Mit seiner Beschränkung auf wenige Drehorte (zwei Häuser, ein Wald), eine Handvoll Schauspieler (eine Familie, der Nachbar) und seiner kurzen Laufzeit (ohne Abspann keine hundert Minuten) gehört der Horrorfilm zu den Thrillern, die die Freiheiten eines niedrigen Budgets für eine sehr düstere Geschichte nutzen.und eine sehr spezielle Auffassung von einem Hollywood Ending haben.

Friedhof der Kuscheltiere (Pet Sematary, USA 2019)

Regie: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer

Drehbuch: Jeff Buhler (nach einer Geschichte von Matt Greenberg)

LV: Stephen King: Pet Sematary, 1983 (Friedhof der Kuscheltiere)

mit Jason Clarke, Amy Seimetz, John Lithgow, Jeté Laurence, Aliyssa Levine

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Stephen King: Friedhof der Kuscheltiere

(übersetzt von Christel Wiemken)

Heyne, 2019 (Filmausgabe) (überarbeitete, vollständige Taschenbuchausgabe, mit einer 2000 geschriebenen Einleitung von Stephen King)

608 Seiten

10,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Hoffmann und Campe Verlag, 1985

Originalausgabe

Pet Sematary

Doubleday, New York 1983

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „Friedhof der Kuscheltiere“

Metacritic über „Friedhof der Kuscheltiere“

Rotten Tomatoes über „Friedhof der Kuscheltiere“

Wikipedia über „Friedhof der Kuscheltiere“ (deutsch, englisch)

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

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TV-Tipp für den 15. März: Texas Killing Fields

März 15, 2019

3sat, 22.25

Texas Killing Fields – Schreiendes Land (Texas Killing Fields, USA 2011)

Regie: Ami Canaan Mann

Drehbuch: Donald F. Ferrarone

Drei Polizisten suchen in den Sümpfen von Texas einen Serienfrauenmörder.

Etwas unspektakulärer, an James Lee Burke (ohne Geister) erinnernder fiebriger Südstaaten-Noir mit tollen Bildern und Schauspielern. Der Krimiplot gerät dabei zur Nebensache.

Ami Canaan Mann ist die Tochter von Michael Mann. In den letzten Jahren arbeitete sie fast ausschließlich fürs Fernsehen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Jessica Chastain, Chloë Grace Moretz, Sheryl Lee, Tony Bentley, Stephen Graham, Jason Clarke

Hinweise

Metacritic über „Texas Killing Fields“

Rotten Tomatoes über „Texas Killing Fields“

Wikipedia über „Texas Killing Fields“

Daily Mail über die wahren Hintergründe (8. Juli 2012)

Meine Besprechung von Ami Canaan Manns „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“ (Texas Killing Fields, USA 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: Die wahre Geschichte vom „Aufbruch zum Mond“

November 13, 2018

Als die Amerikaner und die Sowjets mit dem Wettlauf um die Vorherrschaft im Weltraum beginnen, liegen in Europa immer noch die Trümmer des Zweiten Weltkrieg herum, Der erste Satellit im All, das erste Tier im All, der erste Astronaut im All – immer hat die Sowjetunion die Nase vorne. Das muss sich ändern.

Am 25. Mai 1961 erklärt US-Präsident John F. Kennedy daher, dass die USA bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann zum Mond schicken werde. Die NASA ist mit dem Gemini-Programm und dem darauf folgendem Apollo-Programm für das Gelingen dieser Vision verantwortlich. Die Fortschritte in den Programmen werden von einem großen Presserummel begleitet. Die Vision einer Eroberung des Weltraums löst eine gigantische Weltraum-Euphorie aus und es gibt einen neuen Traumberuf.

1962 werden die ersten Astronauten der Öffentlichkeit vorgestellt. Neil Armstrong, ein introvertierter Grübler, gehört zu ihnen. Sieben Jahre später, am 21. Juli 1969 (in den USA war es noch der 20. Juli) betritt er als erster Mensch den Mond.

In seinem Biopic „Aufbruch zum Mond“ verfolgt Regisseur Damien Chazelle („Whiplash“, „La La Land“) den Weg von Neil Armstrong von 1961 als Testpilot bis zu seinen legendären Schritten auf dem Mond. Diese Schritte auf dem Mond wurden im großen IMAX-Format gefilmt und sie fallen in dem nostalgischen Biopic durch den abrupten Formatwechsel auf. Jedenfalls im IMAX-Kino.

Der restliche Film ist ein im Dokumentarfilm-Stil inszeniertes, sich in engen Wohn- und Büroräumen abspielendes Drama, das ohne große Erklärungen wichtige Szenen in Armstrongs Leben aneinanderreiht. Damit ähnelt das Biopic am ehesten einem beobachtenden Dokumentarfilm, der konsequent auf einen Sprecherkommentar und Dramatisierungen verzichtet. D. h. alles das, was wir nicht aus den Szenen erfahren, erfahren wir nicht.

Das gilt auch für die Namen von Armstrongs Mit-Astronauten. Sie werden nicht oder erst spät im Film genannt. Und ohne den Namen hat man auch keine Ahnung, ob diese Person wichtig oder unwichtig ist. Dazu kommt der dokumentarisch-beobachtende Blick, der es unmöglich macht, zu ahnen, wer von den Männern des Gemini-Projekts – Neil Armstrong (Ryan Gosling), Ed White (Jason Clarke), Jim Lovell (Pablo Schreiber), Gus Grissom (Shea Whigham), Pete Conrad (Ethan Embry), Elliot See (Patrick Fugit), David Scott (Christopher Abbott), Buzz Aldrin (Corey Stoll) und Richard F. Gordon (Skyler Bible) – später zum Apollo-Projekt gehören wird und wer dann mit Neil Armstrong in der Apollo 11 erfolgreich zum Mond und zurück fliegen wird. Buzz Aldrin und Michael Collins (Lukas Haas) waren es. Entsprechend distanziert beobachtet man Armstrongs Mitastronauten, die alle vor allem ruhige Tüftler sind, bei ihrem Training und der Suche nach lebensbedrohlichen Fehlern.

Fast genauso wichtig wie Armstrongs Beruf ist in dem Film seine Beziehung zu seiner Frau Janet Armstrong (Claire Foy) und seine Trauer über den Tod seiner zweijährigen Tochter am Filmanfang. Diese findet erst am Filmende eine dramaturgisch nicht vorbereitete und eher misslungene Auflösung, die auch erklären soll, warum Armstrong unbedingt zum Mond fliegen wollte.

Chazelle konzentriert sich in „Aufbruch zum Mond“ so sehr auf Armstrong, dass schon seine Arbeitskollegen zu austauschbaren Nebenfiguren werden. Die restliche Welt mit all ihren revolutionären Umbrüchen und Studentenunruhen kommt bei ihnen nicht vor.

Aufbruch zum Mond (First Man, USA 2018)

Regie: Damien Chazelle

Regie: Josh Singer

L. V. James R. Hansen: First Man: The Life of Neil A. Armstrong, 2005 (Aufbruch zum Mond: Neil Armstrong – Die autorisierte Biographie; Aufbruch zum Mond)

mit Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Christopher Abbott, Kyle Chandler, Corey Stoll, Connor Blodgett, Brian D’Arcy James, Pablo Schreiber, Luke Winters, Ciarán Hinds, Patrick Fugit, Olivia Hamilton, Lukas Haas, Shea Whigham, Willie Repoley, Ethan Embry, Ben Owen

Länge: 142 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Aufbruch zum Mond“

Metacritic über „Aufbruch zum Mond“

Rotten Tomatoes über „Aufbruch zum Mond“

Wikipedia über „Aufbruch zum Mond“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood überprüft den Faktengehalt

Meine Besprechung von Damien Chazelles „Whiplash“ (Whiplash, USA 2014)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „La La Land“ (La La Land, USA 2016)


TV-Tipp für den 19. März: Kind 44

März 19, 2018

ZDF, 22.15

Kind 44 (Child 44, CZ/GB/RO/USA 2015)

Regie: Daniel Espinosa

Drehbuch: Richard Price

LV: Tom Rob Smith: Child 44, 2008 (Kind 44)

Russland, 1953, zu Stalins Lebzeiten: der Geheimdienstler Leo Demidow wird in die tiefste Provinz verbannt. Dort stolpert er über einen Mordfall, der einem Mordfall in Moskau ähnelt. Soll es im Arbeiter- und Bauernstaat einen Serienmörder geben?

Letztendlich und gerade wegen der beteiligten Personen enttäuschende Verfilmung von Tom Rob Smiths mit mehreren Preisen ausgezeichnetem Thriller, die in Teilen besser (vor allem an Anfang) und in Teilen (vor allem am Ende) schlechter als der Roman ist. Dabei war ich von dem Roman auch nicht so wahnsinnig begeistert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Joel Kinnaman, Paddy Considine, Jason Clarke, Vincent Cassel, Fares Fares, Charles Dance, Josef Altin

Die Vorlage

Smith - Kind 44 - TB 2Smith - Kind 44 - Movie-Tie-In - 2
Tom Rob Smith: Kind 44
(übersetzt von Armin Gontermann)
Goldmann, 2015 (Movie Tie-In)
512 Seiten
9,99 Euro

Taschenbuchausgabe
Goldmann, 2010

Deutsche Erstausgabe
Dumont, 2008

Originalausgabe
Child 44
Simon & Schster UK Ltd., 2008

Hinweise

Homepage von Tom Rob Smith

Deutsche Homepage von Tom Rob Smith

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kind 44“

Moviepilot über „Kind 44“

Metacritic über „Kind 44“

Rotten Tomatoes über „Kind 44“

Wikipedia über „Kind 44“ (deutsch, englisch) und Tom Rob Smith (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tom Rob Smiths „Kind 44“ (Child 44, 2008)

Meine Besprechung von Daniel Espinosas „Sebastian Bergman – Spuren des Todes 1“

Meine Besprechung von Daniel Espinosas „Safe House“ (Safe House, USA 2012)

Meine Besprechung von Daniel Espinosas „Kind 44“ (Child 44, CZ/GB/RO/USA 2015)

Meine Besprechung von Daniel Espinosas „Life“ (Life, USA 2017)

Richard Price in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Winchester – Das Haus der Verdammten“ und der begeisterten Lebenden

März 17, 2018

Dr. Eric Price (Jason Clarke) ist 1906 in San Francisco ein Arzt, dem man ohne Not keine Operation und auch keine andere Aufgabe anvertrauen würde. Gerade das prädestiniert ihn aus offensichtlichen und weniger offensichtlichen Gründen für diese Aufgabe. Im Auftrag des Unternehmensvorstandes soll er Sarah Winchester (Helen Mirren) begutachten.

Seit dem Tod ihres Mannes William Winchester 1880 gehört der Witwe die Hälfte der Winchester Repeating Arms Company. Die Firma ist auch heute noch vor allem für das Winchester-Gewehr bekannt. Sie lebt in einem riesigen Haus, das sie seit Jahren Tag und Nacht immer wieder umbauen lässt und das inzwischen so verschachtelt ist, dass niemand mehr weiß, wo die verschiedenen Gänge hinführen. Das gleiche gilt für die Zimmer, die man teilweise nicht betreten kann. Das Haus ist ein einziges Escher-Labyrinth. Ihre exorbitant teueren Bauarbeiten rechtfertigt die Spritistin mit den Geistern der von Winchester-Waffen erschossenen Menschen, die hier von ihr mehr oder weniger lange eingesperrt werden. Das könnte man als den Spleen einer reichen Frau abtun, wenn sie nicht auch noch für die Finanzen des Unternehmens zuständig wäre. Die Firmenleitung würde die inzwischen ungefähr 75-jährige Spinnerin gerne von ihren Pflichten entbinden. Price soll mit seiner Begutachtung die dafür nötige Grundlage schaffen.

Ausgewählt wurde er allerdings nicht von seinem Auftraggeber, sondern von Sarah Winchester.

Kurz nachdem Price das malerisch gelengene Winchester-Anwesen betreten hat, gibt es seltsame Vorfälle und Erscheinen, bei denen unklar ist, ob Price, der gerade einen von Sarah Winchester verordneten kalten Drogenentzug durchmachen muss (sie duldet keine Drogen in ihrem Haus), halluziniert oder ob es wirklich die Geister der Ermordeten sind, die sich an ihrem Mörder, also in diesem Fall der Firma, die die Waffe für ihren Tod herstellte, rächen wollen.

Winchester – Das Haus der Verdammten“ ist von dem realen Winchester-Anwesen inspiriert. Es liegt in San José, Kalifornien, und Sarah Winchester ließ es endlos umbauen. Die sich daraus entwickelnde Geschichte ist dann ein altmodischer Grusler, der überraschungsfrei und unblutig, mit den üblichen Schockmomenten, den vertrauten Pfaden folgt. „Winchester“ zeigt nichts, was nicht so auch schon vor dreißig, vierzig, fünfzig Jahren erzählt wurde.

Das ist, nachdem die Brüdern Michael und Peter Spierig mit „Daybreakers“ und „Predestination“ spannende und eigenständige Genrefilme inszenierten, dann doch zu wenig, um wirklich zu begeistern.

Das Winchester House, bzw. Winchester Mystery House, das während des San-Francisco-Erdbebens 1906 (der Film spielt in den Tagen vor dem Erdebeben) teilweise zerstört und teilweise wieder aufgebaut wurde, kann besichtigt werden. Wenn man wieder Urlaub in den USA macht.

Der Film wurde, abgesehen von drei Drehtagen im Originalhaus, in einem Studio in Melbourne gedreht.

Winchester – Das Haus der Verdammten (Winchester, USA 2018)

Regie: Michael Spierig, Peter Spierig (aka The Spierig Brothers)

Drehbuch: Michael Spierig, Peter Spierig, Tom Vaughan

mit Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook, Finn Scicluna-O’Prey, Eamon Farren, Angus Sampson, Tyler Coppin, Laura Brent

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Winchester“

Metacritic über „Winchester“

Rotten Tomatoes über „Winchester“

Wikipedia über „Winchester“

Meine Besprechung von Michael und Peter Spierigs „Daybreakers“ (Daybreakers, Australien/USA 2009)

Meine Besprechung von Michael und Peter Spierigs „Predestination (Predestination, Australien 2014)


TV-Tipp für den 3. Dezember: Zero Dark Thirty

Dezember 2, 2016

ZDFneo, 22.00

Zero Dark Thirty (Zero Dark Thirty, USA 2012)

Regie: Kathryn Bigelow

Drehbuch: Mark Boal

Gut versteckte TV-Premiere von Kathryn Bigelows nicht unproblematischen Film über die Jagd auf Osama Bin Laden, erzählt aus der Sicht der Geheimdienste mit einer CIA-Analytikerin als Protagonistin.

Zum Kinostart schrieb ich unter anderem: „Nach dem gelungenen „The Hurt Locker“, der ersten Zusammenarbeit von Mark Boal und Kathryn Bigelow, ist „Zero Dark Thirty“ eine ziemlich herbe Enttäuschung, die unter einem unfokussiertem Drehbuch und der Absicht, den Menschen im Schatten, die Osama bin Laden jagten und töteten ein Denkmal zu setzen, leidet. Für ein solches Heldenporträt muss man nicht gleich den gesamten Film ausschließlich und ohne jegliche Distanz aus der Perspektive der CIA-Agenten und Soldaten erzählen.“

mit Jessica Chastain, Jason Clarke, Jennifer Ehle, Fares Fares, James Gandolfini, Kyle Chandler, Harold Perrineau, Reda Kateb, Mark Strong, Edgar Ramirez, Frank Grillo, Mark Valley

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Zero Dark Thirty“

Metacritic über „Zero Dark Thirty“

Rotten Tomatoes über „Zero Dark Thirty“

Wikipedia über „Zero Dark Thirty“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kathryn Bigelows „Zero Dark Thirty“ (Zero Dark Thirty, USA 2012)


TV-Tipp für den 10. Juni: Lawless – Die Gesetzlosen

Juni 10, 2016

3sat, 23.05

Lawless – Die Gesetzlosen (Lawless, USA 2012)

Regie: John Hillcoat

Drehbuch: Nick Cave

LV: Matt Bondurant: The wettest County in the World, 2008

Franklin County, Virginia, während der Prohibition: Die Bondurant-Brüder sind Schnapsbrenner und mit sich und der Welt im Reinen. Bis der skrupellose und psychopathische Bundesagent Charlie Rakes die Schnapsbrenner und alle die in das Geschäft verwickelt sind, vernichten will.

Feiner, auf Tatsachen basierender Prohibitions-Gangsterfilm; – mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Shia LaBeouf, Tom Hardy, Jason Clarke, Guy Pearce, Jessica Chastain, Mia Wasikowska, Dane DeHaan, Chris McGarry, Tim Tolin, Gary Oldman, Lew Temple, Marcus Hester, Bill Camp

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „Lawless“

Rotten Tomatoes über „Lawless“

Wikipedia über „Lawless“ (deutsch, englisch)

Süddeutsche Zeitung: Interview mit John Hillcoat (27. März 2013)

Meine Besprechung von John Hillcoats Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“ (The Road, USA 2009)

Meine Besprechung von John Hillcoats „Lawless – Die Gesetzlosen (Lawless, USA 2012)

Meine Besprechung von John Hillcoats „Triple 9“ (Triple 9, USA 2016)


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