TV-Tipp für den 10. Juli: Saving Mr. Banks

Juli 10, 2018

Super RTL, 20.15

Saving Mr. Banks (Saving Mr. Banks, USA/Großbritannien/Australien 2013)

Regie: John Lee Hancock

Drehbuch: Kelly Marcel, Sue Smith

Walt Disney will das Kinderbuch „Mary Poppins“ verfilmen. Dafür braucht er nur das Einverständnis der Autorin P. L. Travers. Die Engländerin hasst ungefähr alles abgrundtief, was Walt Disney verkörpert und mit ihrem Buch machen will.

Das sehr, sehr gelungene und sehr kurzweilige Making of zu dem Klassiker „Mary Poppins“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung; mit vielen Clips.

mit Emma Thompson, Tom Hanks, Colin Farrell, Paul Giamatti, Jason Schwartzman, Bradley Whitford, Ruth Wilson, B. J. Novak, Rachel Griffiths, Kathy Baker

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Saving Mr. Banks“

Moviepilot über „Saving Mr. Banks“

Metacritic über „Saving Mr. Banks“

Rotten Tomatoes über „Saving Mr. Banks“

Wikipedia über „Saving Mr. Banks“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood untersucht „Saving Mr. Banks“

Das Drehbuch „Saving Mr. Banks“ von Kelly Marcel und Sue Smith

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „Saving Mr. Banks“ (Saving Mr. Banks, USA/Großbritannien/Australien 2013)

Meine Besprechung von John Lee Hancocks „The Founder“ (The Founder, USA 2016)

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TV-Tipp für den 25. Januar: Darjeeling Limited

Januar 25, 2017

Arte, 20.15

Darjeeling Limited (USA 2007, Regie: Wes Anderson)

Drehbuch: Wes Anderson, Roman Coppola, Jason Schwartzman

Drei Brüder, die seit Jahren nicht mehr miteinander geredet haben, wollen in Indien ihre Mutter besuchen und wieder zueinanderfinden – und wir können uns köstlich bei diesem Versöhnungsversuch mit viel Lokalkolorit amüsieren.

mit Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwartzman, Amara Karan, Wally Wolodarsky, Waris Ahluwalia, Irrfan Khan, Barbet Schroeder, Bill Murray, Anjelica Huston

Wiederholung: Freitag, 27. Januar, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Darjeeling Limited“

Metacritic über „Darjeeling Limited“

Rotten Tomatoes über „Darjeeling Limited“

Wikipedia über „Darjeeling Limited“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wes Andersons „The Grand Budapest Hotel“ (The Grand Budapest Hotel, USA/Deutschland 2014)


TV-Tipp für den 13. September: Grand Budapest Hotel

September 13, 2016

ARD, 22.45

The Grand Budapest Hotel (The Grand Budapest Hotel, USA/Deutschland 2014)

Regie: Wes Anderson

Drehbuch: Wes Anderson (nach einer Geschichte von Wes Anderson und Hugo Guiness)

1932: Monsieur Gustave H., der Chefconcierge des Grand Budapest Hotels, erbt von Madame D. ein wertvolles Gemälde und weil der Sohn der Verstorbenen dem Concierge das Gemälde nicht gönnt, gerät Gustave H. in Teufels Küche.

The Grand Budapest Hotel“ ist ein sehr kurzweiliger, temporeicher, starbesetzter Spaß voller Zitate, Witze und Überraschungen. Eine wahre cineastische Wundertüte, die man auch einfach als spritzige Komödie genießen kann.

mit Ralph Fiennes, Tony Revolori, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Harvey Keitel, Jude Law, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Jason Schwartzman, Léa Seydoux, Tilda Swinton, Tom Wilkinson, Owen Wilson, Florian Lukas, Bob Balaban, Lisa Kreuzer

Wiederholung: Mittwoch, 14. September, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Homepage der Akademie Zubrowka

Film-Zeit über „The Grand Budapest Hotel“

Moviepilot über „The Grand Budapest Hotel“

Metacritic über „The Grand Budapest Hotel“

Rotten Tomatoes über „The Grand Budapest Hotel“

Wikipedia über „The Grand Budapest Hotel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wes Andersons „The Grand Budapest Hotel“ (The Grand Budapest Hotel, USA/Deutschland 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Tim Burton macht „Big Eyes“

April 23, 2015

Die Bilder von den Kindern mit den großen Augen dürften auch bei uns bekannt sein. Aber der Name der Zeichnerin und die Geschichte hinter den Kitsch-Bildern dürften bei uns unbekannt sein. Wahrscheinlich haben auch in den USA bis zu Tim Burtons „Big Eyes“ nur wenige Menschen die Geschichte dieses Kunstschwindels gekannt; obwohl die Zeichnungen von Margaret Keane seit Jahrzehnten bekannt sind, in den Sechzigern wohl allgegenwärtig waren und auch heute noch bekannt sind. Immerhin ist Margaret Keane immer noch als Malerin aktiv und erfolgreich.
Das war, als Margaret in den frühen Fünfzigern mit ihrer Tochter Jane ihren damaligen Mann verläßt und nach San Francisco flüchtet, nicht absehbar. Für ein Kleingeld verkauft sie auf Märkten ihre Bilder und lernt ihren späteren Mann Walter Keane kennen, der als Maler auftritt, aber vor allem ein Verkaufsgenie ist. Sie verlieben sich ineinander, heiraten 1955 und als bei einer Ausstellung ihre Bilder besser als seine Stadtansichten von Paris (die erstens kitschig und zweitens nicht von ihm sind) ankommen, gibt er sich kurzerhand als der Zeichner der Kinderbilder aus. Immerhin wollen die Käufer mit dem Künstler reden und eine Frau würde niemals als Künstlerin anerkannt werden. Er verkauft ihre Bilder für eine erstaunliche Summe und baut, dank seines Geschäftssinns, in den folgenden Jahren ein kleines Imperium auf. Denn die Leute sind süchtig nach Keane-Bildern. Mit Nachdrucken befriedigt er die durch seine publikumswirksamen Auftritte angestachelte Nachfrage, während die Druckerpressen heiß laufen und die schüchterne Margaret zu Hause Originale malt, bis sie die Lüge nicht mehr vor ihrer pubertierenden Tochter verbergen kann. 1964 verlässt sie Walter und flüchtet mit ihrer Tochter nach Hawaii. Dort lernt sie auch ihren jetzigen Mann Dan McGuire kennen (der im Film keine Rolle spielt), wird Zeugin Jehovas (was angesprochen wird) und sagt der Öffentlichkeit schließlich, dass sie die bekannten Keane-Bilder gemalt hat. Es kommt zu einem Prozess, den ihr Ex-Mann, der sich selbst verteidigt, grandios verliert und sie als Erschafferin der Keane-Bilder anerkannt wird.
Diese Fakten bilden, mit gewissen Freiheiten, das erzählerische Rückgrat von „Big Eyes“, den Keane-Bewunderer Tim Burton, als eher milde Satire auf den Kunstbetrieb der sechziger Jahre (mit Jason Schwartzman als blasierten Galerist, Terence Stamp als Kunstkritikpapst und Danny Huston als Keane fördernder Klatschkolumnist als Triumvirat des Kunstbetriebs), als Emanzipationsdrama und als bittere Studie über Träume inszenierte. Burton ließ die Schauspieler immer einen kleinen Tick neben der Rolle spielen und zeigt so ihren Selbstbetrug. Amy Adams ist als Margaret Keane eine Spur zu sehr die schüchterne Doris-Day-Hausfrau, die eben diesen Traum von der perfekten Familie hat, aber sich in die falschen Männer verliebt. Christoph Waltz ist als Walter Keane immer eine Spur zu großspurig als frankophoner Künstler. Schon bei seinem ersten Auftritt ist seine Fassade brüchig. Er wäre gerne ein großer Maler. In Wirklichkeit ist er aber ein großer Verkäufer, der sich nie eingestehen will, dass er kein Künstler ist. Er ist ein Nachfolger von Ed Wood, bei dem sich – im Gegensatz zu Walter Keane – der Traum auf eine große Karriere als Künstler niemals erfüllen wird.
Obwohl das Drehbuch für „Big Eyes“ von den „Ed Wood“-Drehbuchautoren Scott Alexander und Larry Karaszweski ist, ist „Big Eyes“ kein zweiter „Ed Wood“. Der Geschichte von Margaret Keane fehlt letztendlich die dramatische Fallhöhe von Ed Wood. Während bei ihm alles schief geht, was schief gehen kann, geht bei ihr alles gut aus. Auch dank der Hilfe einiger Männer.
Tim Burton inszeniert diese wahre Geschichte im quietschbunten Stil damaliger Hollywood-Kitschfilme, mit, bei der Ehegeschichte, einem größeren Realismus, einem oft ironischen Ton und einer bittersüßen Note. Denn die unschuldigen fünfziger und sechziger Jahre, als der amerikanische Traum noch intakt war und Kunst von den Museen zum Alltagsgegenstand wurde, sind vorbei.

Big Eyes - Plakat

Big Eyes (Big Eyes, USA 2014)
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Scott Alexander, Larry Karaszewski
mit Amy Adams, Christoph Waltz, Danny Huston, Jon Polito, Krysten Ritter, Jason Schwartzman, Terence Stamp, Delaney Raye, Madeleine Arthur, Elisabetta Fantone, James Saito, Guido Furlani
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Big Eyes“
Moviepilot über „Big Eyes“
Metacritic über „Big Eyes“
Rotten Tomatoes über „Big Eyes“
Wikipedia über „Big Eyes“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Big Eyes“
Meine Besprechung von Tim Burtons „Frankenweenie“ (Frankenweenie, USA 2012)

Tim Burton in der Kriminalakte

DP/30 spricht mit Tim Burton über „Big Eyes“


Neu im Kino/Filmkritik: „Saving Mr. Banks“ und Mary Poppins vor Walt Disney

März 7, 2014

Mary Poppins kennen wir alle. Jedenfalls das Musical aus dem Hause Walt Disney. Auch die Songs, wie „A Spoonful of Sugar“, „Chim Chim Cheree“, „Feed the Birds“, „Let’s go fly a Kite“ und natürlich „Supercalifragilisticexpialidocious“. Aber den Roman von P. L. Travers, der die Vorlage für „Mary Poppins“ war, dürften nur wenige kennen. Er und auch die anderen „Mary Poppins“-Bücher sind derzeit auf Deutsch nicht erhältlich. Und den Kampf zwischen P. L. Travers und Walt Disney, bevor sie die Verfilmungsrechte verkaufte, kennen wir nicht. Denn Valerie Lawsons Buch „Out of the Sky she came: The Life of P. L. Travers“ und Ian Collies TV-Dokumentation „The Shadow of Mary Poppins“, die sich auch mit der Entstehung des Films damit beschäftigten, sind neueren Datums und wurden nicht in Deutschland veröffentlicht. Sie dienten, neben dem Disney-Archiv, als Quellen für „Saving Mr. Banks“, einer ziemlich wahren Dramedy, die zeigt, wie vor den Dreharbeiten Welten aufeinander prallten. Auf der einen Seite war Walt Disney, ein erfolgreicher Produzent, der seinen Kindern versprach, „Mary Poppins“ zu verfilmen und in seinen Filmen für Kinder alles in Rosarot zeichnete. Zwanzig Jahre lang fragte er Travers immer wieder, ob er „Mary Poppins“ verfilmen dürfe. Die steife Engländerin lehnte standhaft ab, bis sie Anfang der sechziger Jahre Geld benötigte.

1961 fliegt sie für einige Tage nach Hollywood. Disney will ihr zeigen, dass er ihren Charakter ernsthaft und feinfühlig behandeln wird. Er sichert ihr sogar zu, dass sie beim Drehbuch das letzte Wort habe. Travers hasst alles an Hollywood: die fröhliche Mentalität, das mit Disney-Plüschtieren vollgestopfte Hotelzimmer, die ständige Dutzerei („Walt, you gotta call me Walt, ya know.“) und das Wetter, das sie an ihre Jugend 1906 in Australien erinnert. Vor allem an ihre grenzenlose Bewunderung für ihren Vater, einen begnadeten Geschichtenerzähler, Hallodri und Alkoholiker. Ihr so urbritisches Kindermädchen Mary Poppins, das die Banks-Kinder erziehen soll, ist nämlich die verklärte Version ihrer eigenen Kindheit, die sie vom heißen Australien in ihr geliebtes London verlegte. Und weil sie ihre Erinnerungen nicht von Hollywood verunstaltet lassen will, ist ihr typisch britisches Verhalten, gepaart mit Zickigkeit und Rechthaberei, für den Drehbuchautor Don DaGradi und die beiden Komponisten Richard und Robert Sherman eine Tortur, von der – auf ihren Wunsch – Tonbänder existieren. Denn egal was sie tun, es ist falsch. Es wurden die falschen Schauspieler ausgewählt, die Lieder der Sherman-Brüder lehnte sie rundheraus ab, Animationen passten auch nicht zu ihrer Mary Poppins, der Familienvater Mr. Banks sollte in einem positiven Licht erscheinen und sie verbat sich auch die Farbe Rot. Dazwischen korrigierte sie penibel die Grammatik und das Versmaß und selbstverständlich lehnte sie Neologismen ab. Schon bei „responstable“ meinte sie, das sei kein Wort. Das war noch bevor sie „ Supercalifragilisticexpialidocious“ sah. Mit ihrem asozialen Verhalten verstörte sie Walt Disney und seine Angestellten.

Nur ihr Fahrer, ein immer gut gelaunter Familienvater, scheint mit ihr auszukommen. Jedenfalls lässt er sich von ihren schnippischen Bemerkungen nicht die Laune verderben.

John Lee Hancock erzählt, nach einem vorzüglichem Drehbuch von Kelly Marcel und Sue Smith, in „Saving Mr. Banks“ kurzweilig und humorvoll die Geschichte dieses Kampfes zwischen zwei Egos (grandios gespielt von Tom Hanks und Emma Thompson) um widerstreitende künstlerische Visionen. Denn selbstverständlich sind die Charaktere auch ein Teil ihres Erfinders, aber die Leser und Zuschauer eignen sie sich wiederum anders an. So gibt es in dem Film P. L. Travers, die ihre Erfindung beschützen will, Walt Disney, der sie der ganzen Welt geben will und einen anderen Blick auf Mary Poppins hat als P. L. Travers. Und es gibt, als Stellvertreter für ihre Fans, Travers‘ Fahrer, für den die Erlebnisse von Mary Poppins eine ganze besondere Bedeutung haben, die nichts mit der ursprünglichen Intention von Travers zu tun haben. Dabei nimmt Hancock sich, vor allem gegen Ende des Films einige Freiheiten. So war P. L. Travers nicht besonders begeistert von der Verfilmung, an der sie, dank einer prozentualen Beteiligung, prächtig verdiente. Und die Erinnerungen an ihre Kindheit sind auch eher kitschig geraten.

Davon abgesehen ist „Saving Mr. Banks“ prächtiges Schauspielerkino, bei dem viele Interna aus den Disney-Studios, die ihnen von Insidern verraten wurden, verwandt wurden. Auch die Ausstattung entspricht anscheinend genau der Originalausstattung, weil die mitproduzierende Walt Disney Company, Zugang zu ihren Archiven gewährte und auch dafür sorgte, dass ein echter Walt-Disney-Film entstand.

Außerdem sieht man danach, mit einem breiten Lächeln, „Mary Poppins“ mit anderen Augen.

Saving Mr Banks - Plakat

Saving Mr. Banks (Saving Mr. Banks, USA/Großbritannien/Australien 2013)

Regie: John Lee Hancock

Drehbuch: Kelly Marcel, Sue Smith

mit Emma Thompson, Tom Hanks, Colin Farrell, Paul Giamatti, Jason Schwartzman, Bradley Whitford, Ruth Wilson, B. J. Novak, Rachel Griffiths, Kathy Baker

Länge: 126 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Saving Mr. Banks“

Moviepilot über „Saving Mr. Banks“

Metacritic über „Saving Mr. Banks“

Rotten Tomatoes über „Saving Mr. Banks“

Wikipedia über „Saving Mr. Banks“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood untersucht „Saving Mr. Banks“

Das Drehbuch „Saving Mr. Banks“ von Kelly Marcel und Sue Smith

Eine Pressekonferenz mit einem vollen Podium

Academy Conversations zum Film, ebenfalls gut besucht

DP/30 unterhält sich mit Regisseur John Lee Hancock

DP/30 unterhält sich mit Drehbuchautor Kelly Marcel

Die BBC-Doku „The Secret Life of Mary Poppins“


Neu im Kino/Filmkritik: Besuchen Sie „The Grand Budapest Hotel“!

März 6, 2014

Oft schreibe ich in meinen Besprechungen ja, welcher Schauspieler welche Rolle spielt. Bei Wes Andersons neuem Film „The Grand Budapest Hotel“ mache ich das nicht. Denn ein Teil des Spaßes beim Ansehen der Komödie ist es, Ralph Fiennes, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Harvey Keitel, Jude Law, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Jason Schwartzman, Léa Seydoux, Tilda Swinton, Tom Wilkinson, Owen Wilson, Florian Lukas und Bob Balaban, in ihren teils cameohaften Auftritten, teils gut geschminkt oder mit Bart, zu erkennen. Außerdem steht das ja alles auf dem stylischen Plakat.

Ein weiterer Teil des Spaßes, jedenfalls für Filmfans, ist es, all die Anspielungen, Zitate und Reminiszenzen zu entdecken. In dem sicheren Gefühl, in dieser Sekunde gerade zwei verpasst zu haben. Denn „The Grand Budapest Hotel“ ist ein großartiger Spaß, in dem 1968 im nur noch schwach von seiner früheren Größe zehrendem Grand Budapest Hotel der seltsame Hotelbesitzer Zero Moustafa einem jungen Autor erzählt, wie er der Besitzer des mondänen Hotels wurde.

1932 begann er als Zero (und das war er damals) unter der strengen Fuchtel von Monsieur Gustave H., der als Chefconcierge gerade bei den älteren Damen sehr beliebt war, als Lobbyboy. Nach dem plötzlichen Tod der 84-jährigen Madame Céline Villeneuve Desgoffe und Taxis (kurz Madame D.), fahren sie zur Trauerfeier, haben ein unschönes Erlebnis an der Grenze, erfahren, dass Madame D. Monsieur Gustave ein wertvolles Gemälde vermachte und dass die aasigen Erben ihnen das Bild nicht gönnen. Monsieur Gustave und Zero stehlen es, flüchten zurück in das Grand Budapest Hotel und spätestens hier beginnt eine herrlich verwirrende Geschichte um Lug und Betrug, Mord, falsche Verdächtigungen und, wir ahnen es, Liebe, die so flott und so vergnüglich erzählt wird, dass man kaum zum Nachdenken kommt und auch überhaupt nicht über die Geschichte nachdenken will, denn eine wichtige Inspiration für die Filmgeschichte sind die Screwballkomödien und Serials der frühen dreißiger Jahre, in denen der Held von einer tödlichen Gefahr in die nächste stolpert. Erzählt wird das äußerst geschmackvoll und stilbewusst mit mehr als einem Hauch Billy Wilder und Ernst Lubitsch und einer Danksagung an Stefan Zweig, dessen Memoiren Anderson zu diesem Film inspirierten.

The Grand Budapest Hotel“ ist ein sehr kurzweiliger, temporeicher Spaß voller Zitate, Witze und Überraschungen. Eine wahre cineastische Wundertüte, die man auch einfach als spritzige Komödie genießen kann.

The Grand Budapest Hotel - Plakat

The Grand Budapest Hotel (The Grand Budapest Hotel, USA/Deutschland 2014)

Regie: Wes Anderson

Drehbuch: Wes Anderson (nach einer Geschichte von Wes Anderson und Hugo Guiness)

mit Ralph Fiennes, Tony Revolori, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Harvey Keitel, Jude Law, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Jason Schwartzman, Léa Seydoux, Tilda Swinton, Tom Wilkinson, Owen Wilson, Florian Lukas, Bob Balaban, Lisa Kreuzer

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Homepage der Akademie Zubrowka

Film-Zeit über „The Grand Budapest Hotel“

Moviepilot über „The Grand Budapest Hotel“

Metacritic über „The Grand Budapest Hotel“

Rotten Tomatoes über „The Grand Budapest Hotel“

Wikipedia über „The Grand Budapest Hotel“ (deutsch, englisch)

Einige Ausschnitte aus der Berlinale-Pressekonferenz (hier in ganzer Länge von gut 53 Minuten)

Und noch mehr Ausschnitte aus dem Film (für die ganz Ungeduldigen, die auch gerne auf einige Überraschungen verzichten)


TV-Tipp für den 18. Dezember: Spun – Leben im Rausch

Dezember 18, 2013

 

Eins Festival, 22.15

Spun – Leben im Rausch (USA 2002, R.: Jonas Åkerlund)

Drehbuch: Will De Los Santos, Creighton Vero

Ross und seine Freunde sind bekennende Drogenkonsumenten, die einen höllischen Trip erleben.

Abgefahrene Drogenkomödie

mit Jason Schwartzman, John Leguizamo, Brittany Murphy, Patrick Fugit, Mickey Rourke, Peter Stormare, Eric Roberts

Wiederholung: Donnerstag, 19. Dezember, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Spun“

Rotten Tomatoes über „Spun“

Wikipedia über „Spun“ (deutsch, englisch)


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