TV-Tipp für den 21. August: Ich bin wie ich bin

August 20, 2019

One, 22.00

Ich bin wie ich bin (Col cuore in gola/Le Coeur aux Levres, Italien/Frankreich 1967)

Regie: Tinto Brass

Drehbuch: Pierre Lévy, Francesca Longo, Sergio Donati

LV: Sergio Donati: Il sepolcro di carta, 1955

Ein junger Mann will eine junge Frau beeindrucken, indem er einen Mord aufklärt. Böser Fehler.

Kunterbunter Sixties-Giallo, der inzwischen einen gewissen Kultstatus hat. Damals urteilte das Lexikon des internationalen Films unerbittlich: „bei einer oberflächlichen Mischung aus Sex und Crime bleibt.“

Später inszenierte Tinto Brass „Salon Kitty“ (1976) und „Caligula“ (1979).

Mit Jean-Louis Trintignant, Ewa Aulin, Roberto Bisacco, Charles Kohler, Luigi Bellini, Vira Silenti

Wiederholung: Donnerstag, 22. August, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ich bin wie ich bin“

Wikipedia über „Ich bin wie ich bin“ (deutsch, englisch)

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TV-Tipp für den 24. Juli: Rendez-vous

Juli 23, 2019

Arte, 22.00

Rendez-vous (Rendez-vous, Frankreich 1985)

Regie: André Téchiné

Drehbuch: André Téchiné, Olivier Assayas

Die junge Nina verlässt die Provinz, um in Paris Schauspielerin zu werden. Vor der großen Karriere trifft sie allerdings auf zwei Männer: den Immobilienmakler Paulot und seinen von Todessehnsucht getriebenen Mitbewohner Quentin, der als Maître de Plaisir in einem Hardcore-Pornotheater arbeitet.

Eine zeitgenössische Kritik: „Aus einer vielschichtigen, komplizierten Geschichte wird durch die beherrschte Inszenierung Téchinés, die hervorragende Kameraarbeit und die mitreißende schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller ein Film von bruchloser Einheitlichkeit und morbider Schönheit.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Klingt doch nach dem perfekten Sommerfilm

mit Juliette Binoche, Lambert Wilson, Wadeck Stranczak, Jean-Louis Trintignant, Dominique Lavanant

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rendez-vous“

Wikipedia über „Rendez-vous“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 24. Januar (+ Buchtipp: Michael Haneke: Die Drehbücher): Liebe

Januar 24, 2019

RBB, 23.30

Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.

Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.

Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.

mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)

Buchtipp

Kürzlich erschienen und mit deutlich über eintausendreihundert Seiten kein leichtes Buch: „Die Drehbücher“ von Michael Haneke. Es enthält die Drehbücher der Kinofilme von Michael Haneke. Das sind „Der siebente Kontinent“ (1989), „Benny’s Video“ (1992), „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994), „Der Kopf des Mohren“ (1995, verfilmt von Paulus Manker), „Funny Games“ (1997, US-Remake 2008), „Code: Unbekannt“ (2000), „Die Klavierspielerin“ (2001), „Wolfzeit“ (2003), „Caché“ (2005), „Das weiße Band“ (2009), „Liebe“ (2012), „Flashmob“ (noch nicht verfilmt) und „Happy End“ (2017).

Für Cineasten ein Pflichtkauf.

Michael Haneke: Die Drehbücher

Hoffmann und Campe, 2019

1344 Seiten

54 Euro


TV-Tipp für den 5. April: Liebe

April 5, 2018

MDR, 23.35
Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.
Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.
Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.
mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

 

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: Ein „Happy End“ bei Michael Haneke???

Oktober 12, 2017

Einen typischen Feelgood-Film erwartet niemand von Michael Haneke, dem Regisseur von „Benny’s Video“, „Funny Games“ und, zuletzt, den Erfolgen „Das weiße Band“ und „Liebe“. Der Film erhielt vorn fünf Jahren die Palme d’Or in Cannes und in einem kurzen Moment, auch weil Isabelle Huppert wieder die Tochter von Jean-Louis Trintignant spielt, kann man glauben, dass „Happy End“ eine Fortsetzung von „Liebe“ ist. Es wird nämlich ein Ereignis erwähnt, das es auch in „Liebe“ gab: George erstickte seine todkranke Frau. In dem Moment erscheint „Happy End“ die Geschichte von „Liebe“ über die letzten Tage eines großbürgerlichen Pariser Ehepaares fortzusetzen.

Aber das ist Quatsch.

Denn im Mittelpunkt von „Happy End“ steht die Familie Laurent. Seit Jahrzehnten besitzt sie in Calais ein Bauunternehmen und lebt in einem Anwesen. Der Patriarch Georges (Jean-Louis Trintignant) leidet an Demenz und hegt Suizidgedanken, die er beharrlich, aber erfolglos in die Tat umsetzen will. Seine Tochter Anne (Isabelle Huppert) führt das Unternehmen straff und zielgerichtet. Ihr Sohn Pierre (Franz Rogowski) ist der designierte, aber ungeeignete Nachfolger. Ihr Bruder Thomas (Mathieu Kassovitz) ist Arzt, der jetzt seine zwölfjährige Tochter Ève (Fantine Harduin) bei sich und damit den Laurents aufnimmt. Èves Mutter hat sich mit Tabletten vergiftet.

Georges erblickt in ihr eine Verbündete. Dabei passt sie, wie er erst später feststellt, hervorragend in die dysfunktionale Familie Laurent, in der Humanität sich als gutes Angebot für eine außergerichtliche Einigung an die Angehörigen eines bei einem Bauunfall umgekommenen Arbeiters versteht.

Über zwei Stunden entwirft Haneke die „Momentaufnahme einer bürgerlichen europäischen Familie“. Es ist ein satirisches Porträt. Eine Abfolge von mehr oder weniger eindeutig zuordenbarer Szenen, die in sich gelungen sind, insgesamt aber emotional wenig bewegen oder neue Erkenntnisse liefern. Die Reichen sind amoralisch und unfähig zu irgendeiner Form von Mitgefühl oder menschlicher Nähe. Das kennt man aus älteren Haneke-Filmen. Aber dieses Mal verzichtet er auf eine Geschichte. Fast alle für die Handlung wichtigen Ereignisse sieht man nicht, sondern erfährt erst später von ihnen, wenn eine Person einer anderen davon erzählt. Nie schält sich so etwas wie ein Hauptplot heraus, weil „Happy End“ überhaupt nicht daran interessiert ist. Und selbstverständlich ist kein Mitglied der Familie Laurent sympathisch oder taugt zum Sympathieträger. Das war auch in den anderen Haneke-Filmen nicht anders. Aber dieses Mal interessiert man sich für keinen Charakter und keiner hat im Film eine dramaturgische Fallhöhe oder macht eine Entwicklung durch. Das würde Hanekes Botschaft stören und würde natürlich auch der Absicht eines durch und durch pessimistischen Sittenbildes einer normalen bürgerlichen, sich selbst genügenden Familie zuwiderlaufen. Oder in den Worten der offiziellen Synopse: „’Rundherum die Welt und wir mittendrin, blind.‘ Die Momentaufnahme einer bürgerlichen europäischen Familie.“

Bei Michael Haneke weiß man, was man erhält. Auch wenn sein neuester Film die Geschlossenheit früherer Werke vermissen lässt zugunsten eines Haneke-Best-of, bei dem selbstverständlich auch die Medienkritik nicht fehlt. Das ist nicht schlecht, aber auch enttäuschend.

Happy End (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

mit Isabelle Huppert, Jean-Louis Trintignant, Mathieu Kassovitz, Fantine Harduin, Franz Rogowski, Laura Verlinden, Toby Jones, Hassam Ghancy, Nabiha Akkari

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCiné über „Happy End“

Filmportal über „Happy End“

Moviepilot über „Happy End“

Metacritic über „Happy End“

Rotten Tomatoes über „Happy End“

Wikipedia über „Happy End“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)


TV-Tipp für den 4. Oktober: Liebe

Oktober 4, 2017

Wenige Tage vor dem Kinostart von Michael Hanekes „Happy End“ (ebenfalls mit Jean-Louis Trintignant und Isabelle Huppert) kann man sich noch einmal seinen vorherigen Film ansehen:

Arte, 20.15
Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.
Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.
Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, habe ich hier erklärt.
mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Wiederholungen

Freitag, 6. Oktober, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 13. Oktober, 13.50 Uhr (jetzt dürfte jeder seine Wunschuhrzeit haben)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Liebe“

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Michael Haneke in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)


TV-Tipp für den 15. März: Mord im Fahrpreis inbegriffen

März 15, 2017

Arte, 20.15

Mord im Fahrpreis inbegriffen (Frankreich 1965, Regie: Constantin Costa-Gavras)

Drehbuch: Constantin Costa-Gavras

LV: Sébastien Japrisot: Compartiment tueurs, 1962 (Mord im Fahrpreis inbegriffen)

In einem Schlafwagen wird eine junge Frau ermordet. Inspektor Grazziani sucht den Täter, während dieser munter die Verdächtigen ermordet.

Das heute fast unbekannte Spielfilmdebüt von Costa-Gavras, der danach mit seinen Polit-Thrillern das Publikum begeisterte. Hier wandelt er noch auf den Pfaden des Rätselkrimis.

Aber: „Bereits dieser erste Film deutete Interesse an gesellschaftlichen Zusammenhängen an.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von „Che“ bis „Z“ – Polit-Thriller im Kino, 1991) Das zeigt sich auch an dem Täter (wird nicht verraten) und den damit verbundenen Problemen bei den Dreherlaubnissen für bestimmte Orte durch die Polizei.

mit Yves Montand, Simone Signoret, Michel Piccoli, Pierre Mondy, Charles Denner, Jean-Louis Trintignant, Bernadette Lafont

Wiederholungen

Freitag, 17. März, 13.35 Uhr

Dienstag, 21. März, 13.35 Uhr

Dienstag, 28. März, 13.40 Uhr

Hinweise

Arte über den Film

Rotten Tomatoes über „Mord im Fahrpreis inbegriffen“

Wikipedia über „Mord im Fahrpreis inbegriffen“ (deutsch, englisch, französisch)


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