TV-Tipp für den 18. Februar: Der Schlachter/Vor Einbruch der Nacht

Februar 18, 2019

Heute: Ein Claude-Chabrol-Double-Feature

Arte, 20.15

Der Schlachter (Le boucher, Frankreich/Italien 1969)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol

In der Provinz verliebt sich eine Lehrerin in einen Schlachter. Dieser ist allerdings auch der in der Gegend gesuchte Kindermörder.

Ein Chabrol-Klassiker über zwei beschädigte Menschen, die nicht zueinander finden können.

Mit Stéphane Audran, Jean Yanne, Roger Rudel

Hinweise

AlloCiné über „Der Schlachter“

Rotten Tomatoes über „Der Schlachter“

Wikipedia über „Der Schlachter“ (deutsch, englisch, französisch)

Arte, 21.45

Vor Einbruch der Nacht (Juste avant la nuit, Frankreich 1971)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol

LV: Edward Atiyah: The thin line, 1951 (später Murder, my Love)

Bei einem SM-Spiel tötet Charles Masson seine Geliebte. Er gesteht die Tat seiner Frau und dem Mann seiner Geliebten. Der ist zugleich sein bester Freund. Beide raten ihm davon ab, zur Polizei zu gehen. Aber kann Masson mit seiner Schuld leben?

Chabrol rechnet mal wieder mit der Moral der Bourgeoisie ab. Ein mehr als selten gezeigter Chabrol-Klassiker.

Masson „ist ein Gefangener seiner eigenen Welt, der er letztlich zum Opfer fällt. Chabrol inszeniert dies mit der analytisch-sezierenden Brillanz eines Chirurgen, er nutzt die Kamera und ihre Bewegungen über ihren ästhetischen Aspekt hinaus zur psychologischen Beweisführung. Darin ist er seinem Vorbild Alfred Hitchcock sehr nahe.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

mit Michel Bouquet, Stéphane Audran, Jean Carmet, Francois Périer, Henri Attal

Hinweise

AlloCiné über „Vor Einbruch der Nacht“

Rotten Tomatoes über „Vor Einbruch der Nacht“

Wikipedia über „Vor Einbruch der Nacht“ (deutsch, englisch, französisch) und Claude Chabrol (deutsch, englisch, französisch)

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte

 

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TV-Tipp für den 11. Februar: Hanna K.

Februar 11, 2016

Arte, 22.50
Hanna K. (Frankreich/Israel 1983, Regie: Constantin Costa-Gavras)
Drehbuch: Franco Solinas, Constantin Costa-Gavras
Die israelische Anwältin Hanna Kaufman soll den illegal ins Land gekommenen, unter Terrorverdacht stehenden Palästinenser Selim Bakri verteidigen. Er behauptet allerdings, keinen Anschlag geplant zu haben, sondern er will nur das illegal beschlagnahmte Haus seiner Eltern wieder haben. Hanna fragt sich, ob Selim die Wahrheit sagt.
Die deutsche Premiere erlebte „Hanna K.“ am 12. Oktober 1990 in der ARD und der „Fischer Film Almanach“ schrieb damals: „In der emotionalen Betroffenheit unabhängiger Frauen (…) werden politische und gesellschaftliche Probleme in allen Facetten ihrer Widersprüchlichkeit greifbar. Im Engagement der Protagonistinnen treffen sich die Argumente aller beteiligten Parteien. Ihr Entscheidungskonflikt zwingt auch den Zuschauer zu Identifikation und Stellungnahme.“
Das Lexikon des internationalen Films meint: „Melodram vor dem Hintergrund der oft tabuisierten israelischen Besiedlungspolitik, in dessen Verlauf das Private das Politische überlagert. Eindrücklich und ohne Klischees werden die Probleme einer Frau gezeigt, die versucht, gegen gesellschaftliche Normen und die Widerstände der offiziellen Politik ihren eigenen Weg zu gehen.“
Costa-Gavras zeigte in einem Film erstmals die palästinensische Seite des Konflikts, viele Kritiker warfen ihm sofort eine Anti-israelische Haltung vor, in den USA wurde der Film kaum besprochen und er verschwand dort und in anderen Ländern rasend schnell aus den Kinos. In die deutschen Kinos kam er überhaupt nicht. Da scheint Costa-Gavras einige Jahre zu früh gewesen zu sein.
mit Jill Clayburgh, Jean Yanne, Gabriel Byrne, Mohammed Bakri, David Clennon
Hinweise
Arte über die Costa-Gavras-Filmreihe
Rotten Tomatoes über „Hanna K.“
Wikipedia über „Hanna K.“ (englisch, französisch)


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