TV-Tipp für den 15. März: Texas Killing Fields

März 15, 2019

3sat, 22.25

Texas Killing Fields – Schreiendes Land (Texas Killing Fields, USA 2011)

Regie: Ami Canaan Mann

Drehbuch: Donald F. Ferrarone

Drei Polizisten suchen in den Sümpfen von Texas einen Serienfrauenmörder.

Etwas unspektakulärer, an James Lee Burke (ohne Geister) erinnernder fiebriger Südstaaten-Noir mit tollen Bildern und Schauspielern. Der Krimiplot gerät dabei zur Nebensache.

Ami Canaan Mann ist die Tochter von Michael Mann. In den letzten Jahren arbeitete sie fast ausschließlich fürs Fernsehen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Jessica Chastain, Chloë Grace Moretz, Sheryl Lee, Tony Bentley, Stephen Graham, Jason Clarke

Hinweise

Metacritic über „Texas Killing Fields“

Rotten Tomatoes über „Texas Killing Fields“

Wikipedia über „Texas Killing Fields“

Daily Mail über die wahren Hintergründe (8. Juli 2012)

Meine Besprechung von Ami Canaan Manns „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“ (Texas Killing Fields, USA 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Rampage – Big meets Bigger“ in der Großstadt

Mai 10, 2018

Wir haben

Dwayne Johnson

einen riesigen Affen

zwei andere Tiere

und

ein Ausmaß an Zerstörung, das ganze Versicherungen ruinieren kann.

Wir haben einen spaßigen, familienfreundlichen Sommerblockbuster, der nie mehr verspricht, als er einhalten will. Und das alles bei einer Laufzeit von unter zwei Stunden.

Es beginnt mit einem fehlgeschlagenen Experiment. Im Erdorbit forscht Energyne an Geneditierungen, mit der unheilbare Krankheiten behandelt werden können. Oder auch etwas anderes, das so schrecklich ist, dass die Geneditierung wegen ihres Missbrauchspotentials, schon vor den Energyne-Forschungen, als Waffe der Massenvernichtung eingestuft wurde.

In letzter Sekunde kann eine Wissenschaftlerin mit einem Koffer voller Behälter mit Forschungsmaterial die Rettungskapsel besteigen, die im Erdorbit verglüht. Drei der feuerfesten Behälter landen leicht ramponiert auf der Erde. Die in ihnen enthaltenen Viren infizieren einen Wolf, ein Krokodil und, in San Diego in einem Zoo, einen Affen. Die Tiere werden schnell größer und aggressiver. So vernichtet der Wolf in Sekunden eine Spezialeinheit furchtloser Söldnern und holt ihren Hubschrauber vom Himmel.

Claire Wyden (Malin Akerman), die eiskalte Chefin von Wyden Technologies, der Muttergesellschaft von Energyne, hat trotzdem einen Plan für diese unvorhergesehene Situation. Sie lockt mit einem Funksignal die drei Monster nach Chicago. In ihrem Labor hat sie ein Gegenmittel und damit einen Plan, wie sie sich als Retter des Planeten inszenieren und die Machtposition ihrer Firma ausbauen kann. Denn, wie alle durchgeknallten Firmenbosse und Mad Scientists (auch wenn sie es mit der Laborarbeit nicht so hat) glaubt sie, alles zu kontrollieren.

Ebenfalls auf den Weg nach Chicago machen sich Davis Okoye (Dwayne Johnson) und Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris). Die Gentechnikerin war an den Forschungen von Energyne beteiligt und möchte jetzt ihren Fehler rückgängig machen.

Okoye ist im San Diego Wildlife Sanctuary ein respektierter Primatenforscher, der ein vertrauliches Verhältnis zu George hat. George ist ein intelligenter, gewitzter, unglaublich seltener Albino-Silberrücken-Gorilla. Seit Ewigkeiten sind sie beste Freunde. Selbstverständlich ist Okoye besorgt über die Veränderungen bei seinem besten Freund und er möchte ihn retten. Denn George ist ein Guter. Auch wenn er sich durch die Mutationen nicht normal verhält.

Zu ihnen stößt Agent Harvey Russell (Jeffrey Dean Morgan), ein, ähem, sagen wir einfach, ein Mitglied einer „Mission Impossible“-Truppe, die es überhaupt nicht gibt. Auch wenn sie im Film lässig „Other Government Agency“ (OGA) genannt wird.

Rampage – Big meets Bigger“ ist nach „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ und „San. Andreas“ die dritte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Brad Peyton und Dwayne Johnson. Dieses Mal basiert der Film auf einem Videospiel aus den Achtzigern. Die Macher übernahmen aus dem Spiel einige Ideen; vor allem natürlich die auch nicht brandneue Idee mit den riesigen Tieren. Davon ausgehend erfanden sie eine Geschichte, die sich nicht weiter um die Dramaturgie eines primitiven Computerspiels kümmert. Die von vier Autoren geschriebene Geschichte funktioniert als Filmgeschichte, die nichts neue erfindet. Und das auch überhaupt nicht will.

Der Katastrophenfilm erzählt eine B-Picture-Geschichte. Bekannte Elemente werden lustvoll, mit kleinen Variationen und einer, oft elliptisch erzählten, aber immer nachvollziehbaren und stringenten Geschichte aneinandergereiht. Die Charaktere bewegen sich quer durch die USA nach Chicago, wo der Film in einer großen Schlacht endet. Das Militär versucht – erfolglos – die Lage zu kontrollieren, während die drei Riesentiere Autos, Busse und Flugzeuge wie Spielzeug durch die Luft werfen und durch Gebäude springen. George zelebriert auf einem Wolkenkratzer seine King-Kong-Gedächtnisveranstaltung. Okoye, Caldwell und Russell versuchen, die Tiere zu besiegen, während Wyden und ihr ängstlicher Bruder (halt der typische Sidekick) versuchen, unbeschadet aus dem Chaos herauszukommen.

George ist dabei, dank des Motion-Capture-Spiels von Jason Liles, auch während dieser Schlacht, eine gequälte Kreatur, die versucht mit der plötzlichen, für ihn unbegreiflichen Verwandlung und den ebenso unbegreiflichen aggressiven Schüben umzugehen. Schon davor wurde die tiefe Freundschaft zwischen ihm und Okoye fest etabliert. Dwayne Johnson verleiht Okoye sein gewohntes Charisma, das ihn zu dem idealen Mann für die Aufgabe – George und die Welt retten – macht. Die anderen Schauspieler sind vor allem Stichwortgeber in einem Film, der ihnen keine Oscars einbringen wird.

Wegen des humorvollen, leicht selbstironischen Untertons und den sympathischen Charakteren gefällt die Blockbuster-Zerstörungsorige auf der großen Leinwand ausnehmend gut. In diesem Fall ist nämlich die Größe der Leinwand entscheidend. 

Rampage – Big meets Bigger (Rampage, USA 2018)

Regie: Brad Peyton

Drehbuch: Ryan Engle, Carlton Cuse, Ryan J. Condal, Adam Sztykiel (nach einer Geschichte von Ryan Engle)

mit Dwayne Johnson, Naomie Harris, Malin Akerman, Jeffrey Dean Morgan, Jake Lacy, Joe Manganiello, Marley Shelton, P.J. Byrne, Demetrius Grosse, Jack Quaid, Breanne Hill, Matt Gerald, Will Yun Lee, Jason Liles

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Rampage“

Metacritic über „Rampage“

Rotten Tomatoes über „Rampage“

Wikipedia über „Rampage“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brad Peytons „San Andreas“ (San Andreas, USA 2015)

Die Europapremiere in London

 


DVD-Kritik: „Desierto – Tödliche Hetzjagd“ an der mexikanisch-amerikanischen Grenze

Oktober 25, 2016

Ein Tag wie jeder andere an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, zwischen Dritter und Erster Welt, zwischen Armut und schießwütigen Drogenkartellen und dem gelobten Land mit dem Versprechen auf Reichtum. Wie jeden Tag versuchen Dutzende Mexikaner die Grenze zu überqueren, ohne erwischt zu werden. Einige haben diese Reise schon öfter gemacht, andere versuchen ihr Glück zum ersten Mal. Wenn sie von der Border Patrol oder selbsternannten Grenzschützern erwischt werden, werden sie wieder zurückgeschickt – und sie versuchen wieder ihr Glück.

Aber an diesem Tag, der in „Desierto – Tödliche Hetzjagd“ geschildert wird, geht einiges schief. Schon in Mexiko bleibt das Auto der Schleuser in der Wüste liegen. Zwei der Schlepper wollen die zwölf Migranten über die Grenze bringen.

Kurz hinter der Grenze, als die Gruppe sich in zwei kleinere Gruppen getrennt hat, erschießt ein selbsternannter Grenzschützer (grandios: Jeffrey Dean Morgan) kaltblütig den größeren Teil der Gruppe.

Die überlebenden vier Illegalen und der Gehilfe des Schleusers, der die Gegend nicht kennt, können flüchten.

Zunächst. Denn der Redneck hat sie entdeckt und mit seinem über alle geliebten Hund beginnt er sie zu jagen.

Desierto – Tödliche Hetzjagd“, der zweite Spielfilm von „Gravity“-Drehbuchautor Jonás Cuarón, ist ein spannender Survival-Thriller vor einer prächtigen Western-Kulisse. An einen Western erinnert Cuaróns Film auch fast durchgehend. Nur dass hier die Indianer Mexikaner sind und unsere Sympathien bei ihnen liegen. Auch wenn wir nichts über sie wissen und im Lauf des Films eigentlich nichts über sie erfahren. Über den Redneck und seine Motive erfahren wir auch nichts. Denn Cuarón konzentriert sich, wie in „Gravity“, auf die Situation und den Kampf des Einzelnen ums Überleben. In „Gravity“ war es eine Frau, die zur nächsten Raumstation gelangen musste, ehe ihr die Luft ausging. In „Desierto“ ist es letztendlich ein Mann (Gael García Bernal), der einfach nur am Leben bleiben will, unbewaffnet ist und niemanden verletzten will. Insofern geht es um den Zusammenprall von Humanität und Barbarei.

Das ist spannend inszeniert. Mit wenigen Dialogen und fotogener, nach der großen Leinwand schreiender Kulisse.

Es ist allerdings auch ein Film, der auf jeglichen gesellschaftskritischen Kommentar verzichtet oder auch nur irgendwie die Situation an der amerikanisch-mexikanischen Grenze vertieft. Sie ist nur die austauschbare Kulisse für eine Menschenjagd, bei der die Gejagten auf ihrer Flucht erstaunlich lange auf jegliche Gegenwehr verzichten.

Beim Toronto International Film Festival 2015 erhielt „Desierto“ den International Critics‘ Award (FIPRESCI) „for using pure cinema to create a strong physical sensation of being trapped in a vast space and hunted down by hatred in its most primal form.“

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Desierto – Tödliche Hetzjagd (Desierto, Mexiko/Frankreich 2015)

Regie: Jonás Cuarón

Drehbuch: Jonás Cuarón, Mateo Carcía Elizondo

mit Gael García Bernal, Jeffrey Dean Morgan, Alondra Hidalgo, Diego Cataño, Marco Pérez, Oscar Flores, David Lorenzo

DVD

Ascot Elite

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer, Wendecover

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 18 Jahre (keine Ahnung warum)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Desierto“

Metacritic über „Desierto“

Rotten Tomatoes über „Desierto“

Wikipedia über „Desierto“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: „Die Vorsehung“ sieht ihr Ende nicht voraus

Mai 23, 2016

Serienkillerfilm, die nächste Runde. Ich sage nicht Thriller, den thrillen tut „Die Vorsehung – Solace“ nur ganz selten. Dabei hat die Idee, dass Jäger und Täter seherische Begabungen haben, durchaus etwas. Auch wenn Stephen King schon vor Jahren in „Dead Zone“ von einem Lehrer mit hellseherischen Fähigkeiten, die er zur Verbrechensbekämpfung einsetzt, erzählte und Ted Griffin („Ocean’s Eleven“, „Aushilfsgangster“) eine frühere Fassung des Drehbuchs bereits 1998 verkaufte und Produzent Beau Flynn die Geschichte seit gut fünfzehn Jahren verfilmen wollte. Jetzt, nachdem die Hochzeit der Serienkillerfilme vorbei ist und alle vorherigen Verfilmungspläne, in die mehrere hochkarätige Namen involviert waren, scheiterten, gelang es ihm. Was jetzt, nachdem die Erinnerung an „Das Schweigen der Lämmer“ und „Sieben“ langsam verblasst, nicht unbedingt ein Nachteil ist. Zwischen all den Superheldenfilmen und Young-Adult-Dystopien ist ein Serienkillerfilm eigentlich eine willkommene, fast schon realitätsnahe Abwechslung.

Weil FBI-Detective Joe Merriwether (Jeffrey Dean Morgan) und seine Kollegin Katherine Cowles (Abbie Cornish) bei der Jagd nach einem Serienmörder nicht weiter kommen, konsultiert Merriwether seinen alten, zurückgezogen lebenden Freund, den Psychoanalytiker John Clancy (Sir Anthony Hopkins). Der kann nämlich, durch Berührung, in die Vergangenheit und Zukunft sehen. Allerdings kann er die Bilder nicht immer sofort richtig zuordnen.

Sein Gegner ist Charles Ambrose (Colin Farrell), der abgesehen von Clancys schemenhaften Visionen erst im letzten Drittel des Films auftritt. Bis dahin ist „Die Vorsehung“ ein recht biederer Rätselkrimi mit einer übernatürlichen Komponente. Danach wird es dann endgültig zu einem kruden Hokuspokus, bei dem sich natürlich eine Frage immer drängender stellt: Ist alles vorherbestimmt? Regisseur Afonso Poyart gibt darauf die wahrhaft ausweichende Antwort, dass es mal so, mal so ist. Halt gerade, wie es ihm passt.

Da waren sogar die alten Verschwörungsthriller, in denen die Bösewichter einen genialen Plan entwerfen, der mit tödlicher Sicherheit zu einem bestimmten, weit weit entfernten Ereignis führt, schon weiter. Was auch daran lag, dass der Protagonist erst am Ende die ganze Dimension des Komplotts erfährt, während in „Die Vorsehung“ ständig die Frage im Raum steht: „Warum versucht Clancy nicht die Zukunft zu ändern?“. Oder anders formuliert: „Warum haben die Handlungen von Clancy keinen Einfluss auf die Zukunft?“.

Das gesagt, hatte ich beim Ansehen des absolut durchschnittlichen Films immer das Gefühl, dass „Die Vorsehung“ vielleicht besser als Roman funktioniert hätte. Da hätte man dann auch Ambroses Motiv, das als Steilvorlage für Diskussionen um Sterbehilfe gut geeignet ist, vertiefen können.

Als Bonusmaterial gibt es dreizehn Minuten untertitelte Interviews mit Anthony Hopkins, Colin Farrell, Jeffey Dean Morgan, Abbie Cornisch, Afonso Poyart und Produzent Thomas Augsberger, in denen der Werbeaspekt eindeutig im Vordergrund steht.

Die Vorsehung - DVD-Cover - 4

 

Die Vorsehung – Solace (Solace, USA 2015)

Regie: Afonso Poyart

Drehbuch: Sean Bailey, Ted Griffin

mit Anthony Hopkins, Jeffrey Dean Morgan, Abbie Cornish, Colin Farrell, Matt Gerald, Jose Pablo Cantillo, Xander Berkeley

DVD

Concorde Home Entertainment

Bild: 2,40:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Interviews, Deutscher und Originaltrailer

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Die Vorsehung“

Metacritic über „Die Vorsehung“

Rotten Tomatoes über „Die Vorsehung“

Wikipedia über „Die Vorsehung“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 7. Januar: The Losers

Januar 7, 2016

Vox, 23.10

The Losers (USA 2010, Regie: Sylvain White)

Drehbuch: Peter Berg, James Vanderbilt

LV: Andy Diggle/Jock: The Losers, 2003 (The Losers)

Als ein Anschlag auf eine Drogenbaron in Bolivien grandios schiefgeht, wissen Clay und sein Team, dass ihr Auftraggeber, der geheimnisvolle Max, ein ganz hohes Tier im US-amerikanischen Geheimdienst und zuständig für die wirklich schmutzigen Aktionen, sie umbringen will. Sie beschließen, es ihm heimzuzahlen.

Das bessere A-Team und der bessere „A-Team“-Film, dank eines selbstironischen Tons, guter Schauspieler und ordentlicher Action.

Die Vorlage, der Comic von Andy Diggle und Jock, ist auch einen Blick wert.

mit Jeffrey Dean Morgan, Zoe Saldana, Chris Evans, Idris Elba, Columbus Short, Oscar Jaenada, Jason Patric

Wiederholung: Freitag, 8. Januar, 03.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

 Metacritic über “The Losers”

Rotten Tomatoes über “The Losers”

Wikipedia über “The Losers”

Homepage von Andy Diggle

Blog von Andy Diggle

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jocks „The Losers: Goliath – Band 1“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Shawn Martinbroughs „The Losers: Die Insel – Band 2“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Nick Dragotta/Alé Garza: The Losers: Der Pass, Band 3 (The Losers 13 – 19, 2005)
Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Ben Olivers (Zeichner) „The Losers: London Calling (Band 4) (The Losers # 20 – 25, 2005)

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Colin Wilsons “The Losers: Endspiel (Band 5)” (The Losers # 26- 32, 2005/2006)

Meine Besprechung von Andy Diggle (Autor)/Leonard Manco/Danijel Zezelj (Zeichner) „John Constantine, Hellblazer: Spritztour (Band 10)“ (Hellblazer: Vol. 230 – 239, 2008)

 Meine Besprechung von Andy Diggles “The Punisher”-Geschichte “Stille Nacht” (in “PunisherMAX: Hässliche kleine Welt”)

Meine Besprechung von Sylvain Whites “Choral des Todes” (La Marque des anges – Miserere, Frankreich/Belgien 2013)


DVD-Kritik: Robert De Niro ist nicht im „Bus 657“

Dezember 28, 2015

Robert De Niro, die nächste. Nach der Komödie „Man lernt nie aus“, in der er immerhin eine Hauptrolle hatte und vor „Joy – Alles außer gewöhnlich“ (läuft am Donnerstag an), in der er eine Nebenrolle hat, und vor „Dirty Grandpa“ (der am 17. März bei uns anlaufen soll und nach der Ansicht des klamaukigen Trailers – naja, eigentlich genügt schon der Titel – eine weitere überflüssige Studie in Vulgärhumor verspricht), gibt es „Bus 657“, einen Thriller von Scott Mann, der vor einigen Jahren den Killer-bringen-sich-in-einem-Wettbewerb-um-Film „The Tournament“ inszenierte. Schon für die FSK-18-Freigabe wurde der brutale Film geschnitten.
Dieses Mal geht es gewaltfreier zu. Auch wenn viel Blut fließt, wild herumgeschossen wird und einige Menschen eines gewaltsamen Todes sterben, geht es weniger graphisch zu. Und Robert De Niros Rolle ist als Bösewicht des Films etwas größer als man erwarten konnte. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt er trotzdem nicht. Er spielt seine Rolle ohne erkennbares Engagement nach Schema F in einem Film, der nach Schema F abläuft, hinunter.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Vaughn (Jeffrey Dean Morgan), ein Mann mit Talenten aus der „Taken“-Schule und einem Herz aus Gold, der dringend über 300.000 Dollar für eine lebenswichtige Operation seiner todsterbenskranken Tochter benötigt. Vaughn arbeitet auf dem Casino-Schiff von „The Pope“ (Robert De Niro), der ihm, trotz einer immer ominös bleibenden gemeinsamen Geschichte, das Geld nicht geben will. Also nimmt Vaughn den Vorschlag des neuen Türstehers Cox (Dave Bautista), das Casino auszurauben, an. Weil in Popes Casino auch Geld gewaschen wird, kann er nicht zur Polizei gehen. So der geniale Plan der Räuber.
Selbstverständlich geht schon der Raub schief und auf ihrer Flucht entführen die Geldräuber, von denen einer einen Bauchschuss hat, den titelgebenden Bus 657, in dem die üblichen gelangweilten Frühmorgenpassagiere, inclusive einer Schwangeren und einer Tiermedizinstudentin, sitzen. Schon nach wenigen Metern werden sie von der Polizei verfolgt.
Nein, auch für Nicht-Genre-Junkies birgt „Bus 657“ keine großen Überraschungen und das Ende ist eines dieser Enden, über das nicht allzu genau nachgedacht werden sollte. Auch nicht über Vaughns genialen Plan (oder war das schon Plan B? C? D? E?).
Aber als erstaunlich prominent besetztes B-Picture (wahrscheinlich wollten alle ihre Szene mit Robert De Niro haben), das seine Geschichte ebenso flott wie überraschungsfrei in knapp neunzig Minuten erzählt, ist „Bus 657“ als schnelles Futter für den Genrejunkie okay. Allerdings hätte man bei dieser Besetzung einen besseren Film erwarten können.
So ist es halt nur ein weiterer vollkommen austauschbarer 08/15-Thriller, der immerhin so gut ist, De Niros Ruf nicht weiter zu demolieren. Das hat er in den vergangenen Jahren ja oft genug in anderen Filmen gemacht.

Bus 657 - DVD-Cover

Bus 657 (Heist, USA 2015)
Regie: Scott Mann
Drehbuch: Stephen Cyrus Sepher, Max Adams (nach einer Geschichte von Stephen Cyrus Sepher)
mit Jeffrey Dean Morgan, Dave Bautista, D. B. Sweeney, Robert De Niro, Gina Carano, Morris Chestnut, Mark-Paul Gosselaar, Kate Bosworth
ursprünglich angekündigt als „Die Entführung von Bus 657“ (was an „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ erinnert, wo die Verbrecher einen, ähem, besseren Plan hatten)

DVD
Ascot Elite
Bild: 2,39:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Behind the Scenes, Trailer, Wendecover
Länge: 89 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Moviepilot über „Bus 657“
Metacritic über „Bus 657“
Rotten Tomatoes über „Bus 657“
Wikipedia über „Bus 657“


TV-Tipp für den 19. Februar: The Losers

Februar 19, 2015

Vox, 22.15

The Losers (USA 2010, Regie: Sylvain White)

Drehbuch: Peter Berg, James Vanderbilt

LV: Andy Diggle/Jock: The Losers, 2003 (The Losers)

Als ein Anschlag auf eine Drogenbaron in Bolivien grandios schiefgeht, wissen Clay und sein Team, dass ihr Auftraggeber, der geheimnisvolle Max, ein ganz hohes Tier im US-amerikanischen Geheimdienst und zuständig für die wirklich schmutzigen Aktionen, sie umbringen will. Sie beschließen, es ihm heimzuzahlen.

Das bessere A-Team und der bessere „A-Team“-Film, dank eines selbstironischen Tons, guter Schauspieler und ordentlicher Action.

Die Vorlage, der Comic von Andy Diggle und Jock, ist auch einen Blick wert.

mit Jeffrey Dean Morgan, Zoe Saldana, Chris Evans, Idris Elba, Columbus Short, Oscar Jaenada, Jason Patric

Wiederholung: Freitag, 20. Februar, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

 Metacritic über “The Losers”

Rotten Tomatoes über “The Losers”

Wikipedia über “The Losers”

Homepage von Andy Diggle

Blog von Andy Diggle

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jocks „The Losers: Goliath – Band 1“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Shawn Martinbroughs „The Losers: Die Insel – Band 2“

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Nick Dragotta/Alé Garza: The Losers: Der Pass, Band 3 (The Losers 13 – 19, 2005)
Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Ben Olivers (Zeichner) „The Losers: London Calling (Band 4) (The Losers # 20 – 25, 2005)

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jock/Colin Wilsons “The Losers: Endspiel (Band 5)” (The Losers # 26- 32, 2005/2006)

Meine Besprechung von Andy Diggle (Autor)/Leonard Manco/Danijel Zezelj (Zeichner) „John Constantine, Hellblazer: Spritztour (Band 10)“ (Hellblazer: Vol. 230 – 239, 2008)

 Meine Besprechung von Andy Diggles “The Punisher”-Geschichte “Stille Nacht” (in “PunisherMAX: Hässliche kleine Welt”)

Meine Besprechung von Sylvain Whites „Choral des Todes“ (La Marque des anges – Miserere, Frankreich/Belgien 2013)


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