TV-Tipp für den 30. Mai: Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Mai 29, 2019

Sat.1, 20.15

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (Moana, USA 2016)

Regie: Ron Clements, John Musker, Don Hall (Ko-Regie), Chris Williams (Ko-Regie)

Drehbuch: Jared Bush (nach einer Geschichte von Ron Clements, John Musker, Chris Williams, Don Hall, Pamela Ribon, Aaron Kandell und Jordan Kandell)

Weil die für die Bewohner einer Südpazifikinsel die lebensnotwendigen Fischschwärme ausbleiben und die Ernten verdorren, sticht die Häuptlingstochter Vaiana auf eigene Faust in See. Sie will das Rätsel lösen und das überleben ihres Volkes sichern.

Für Kinder ist der Disney-Film „Vaiana“ ein bunter Abenteuerfilm, der alles hat, was das Herz begehrt: eine taffe, optimistische Heldin, ein ihr helfenden Halbgott, Tiere, Abenteuer, flotte Sprüche und sieben Originalsongs, von denen zwei in verschiedenen Fassungen präsentiert werden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit (im Original den Stimmen von) Auli’i Cravalho, Dwayne Johnson, Jermaine Clement, Rachel House, Temuera Morrison, Alan Tudyk, Nicole Scherzinger

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Lina Larissa Strahl, Andreas Bourani

Wiederholung: Sonntag, 2. Juni, 15.30 Uhr

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Metacritic über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Rotten Tomatoes über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Wikipedia über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Clements/John Musker/Don Hall/Chris Williams‘ „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (Moana, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ in der Disney-Welt

Dezember 23, 2016

Es ist Weihnachten. Es ist Disney-Zeit. Auch wenn es in dem neuesten Disney-Film „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ keine Weihnachtsbäume und keinen Schnee gibt. Denn die Geschichte spielt vor langer, langer Zeit in der malerisch-traumhaften Südsee. Vaiana (im Original „Moana“ [hier gibt es eine Erklärung für die Namensänderung]) ist die sechzehnjährige Tochter des Häuptlings. Seit ihrer Geburt ist sie vom Meer fasziniert und auch vom Meer für ihre künftige Reise, die sie in dem Film unternehmen muss, auserwählt. Ihre Eltern wollen allerdings, dass sie auf der Insel bleibt. Sie soll später auch der neue Häuptling der Motunui werden.

Aber seit einiger Zeit ist das Inselparadies bedroht. Ernten werden unfruchtbar. Die Fischgründe sind aus unerklärlichen Gründen leergefischt.

Vaiana glaubt, dass hinter dem die Insel umgebendem Riff neue Fischgründe sind. Mit dem dummen Hahn HeiHei (der Running Gag des Films) macht sie sich auf den Weg um ihr Volk, ihre Insel und damit die Welt zu retten.

Auf ihrer Reise trifft sie als erstes Maui, einen Halbgott mit dem großspurigen Gehabe des vorpubertären Klassenclowns, der in diesem Fall zwar etwas doof ist (er hält sich für den Größten), aber auch einiges über das Meer weiß und kämpfen kann. Außerdem hat er den ganzen Schlamassel, der auch Vaianas Welt bedroht, verursacht, als er das Herz von Te Fiti stahl und so eine schreckliche, langsam alles verschlingende Dunkelheit entfesselte. In einem Kampf mit dem Lava-Monster Te Ka verlor er das Herz von Te Fiti.

Um seine Schuld zu begleichen soll Maui ihr jetzt bei der Suche helfen und das Herz von Te Fiti an seinen ursprünglichen Ort zurückbringen. Was natürlich leichter gesagt, als getan ist.

Für Kinder ist „Vaiana“ ein bunter Abenteuerfilm, der alles hat, was das Herz begehrt: eine taffe, optimistische Heldin, ein ihr helfenden Halbgott, Tiere, Abenteuer, flotte Sprüche und sieben Originalsongs, von denen zwei in verschiedenen Fassungen präsentiert werden.

Für Erwachsene fehlt bei all den Abenteuern doch die erzählerische Geschlossenheit. Die Disney-Urgesteine Ron Clements und John Musker („Arielle, die Meerjungfrau“, „Aladdin“) erzählen vor allem eine Reisegeschichte, in der sich, inspiriert von alten Legenden der Völker Ozeaniens, ziemlich beliebig austauschbare Episoden aneinanderreihen, die nach dem Ende der Episode in sich abgeschlossen sind. So tauchen die Kokomora, kleine, wilde Piraten mit Rüstungen aus Kokosschalen, nur einmal auf.

Es fehlt auch die zweite Ebene, ein Sub- und Metatext, der über das offensichtliche hinausgeht. Entsprechend eindimensional sind die Charaktere geraten. Das zeigt sich besonders deutlich an Vaiana. Die Protagonistin hat keinen inneren Konflikt und auch der äußere Konflikt ist nicht wirklich vorhanden.

Ein weiteres Problem des Films ist, was auch an der Geschichte liegt, das arg verklärende Bild, das von der Südsee und den Südseebewohnern gezeichnet wird. Sie sind ein immer fröhlich-singendes Volk, das keine Probleme hat und im Einklang mit der Natur lebt. Das ist das während des Kolonialismus von ihnen gezeichnete pittoreske Bild, das heute mindestens einen rassistischen Beigeschmack hat. Immerhin rettet kein weißer Mann, sondern ein Mädchen das Paradies.

Diese Punkte fallen vor allem im Vergleich zu „Zoomania“ auf. Der kommerziell und bei den Kritikern sehr erfolgreiche Film wird ausdrücklich auf dem Plakat genannt und Drehbuchautor Jared Bush war auch einer der Autoren von „Zoomania“. Dieser Disney-Blockbuster hatte alles, um auch einem älteren Publikum Stoff zum Nachdenken zu geben und war politisch progressiver. Auch weil die Geschichte in einer bunten, in jeder Hinsicht vielfältigen Großstadt spielt. In „Vaiana“ gibt es nur die Insulaner, Götter und Monster.

Vaiana“ ist nicht so gut wie „Zoomania“. Aber das hat, zugegeben, auch etwas von dem Vorwurf, dass das Vier-Sterne-Menü heute nicht so gut wie gestern ist.

Als Vorfilm gibt es den witzigen Animationsfilm „Herz oder Kopf: Inner Workings“ von Regiedebütant Leo Matsuda. Er war Story Artist bei „Baymax“ und „Ralp reicht’s“.

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Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (Moana, USA 2016)

Regie: Ron Clements, John Musker, Don Hall (Ko-Regie), Chris Williams (Ko-Regie)

Drehbuch: Jared Bush (nach einer Geschichte von Ron Clements, John Musker, Chris Williams, Don Hall, Pamela Ribon, Aaron Kandell und Jordan Kandell)

mit (im Original den Stimmen von) Auli’i Cravalho, Dwayne Johnson, Jermaine Clement, Rachel House, Temuera Morrison, Alan Tudyk, Nicole Scherzinger

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Lina Larissa Strahl, Andreas Bourani

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Metacritic über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Rotten Tomatoes über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“

Wikipedia über „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Steven Spielbergs Roald-Dahl-Verfilmung „BFG – Big Friendly Giant“

Juli 22, 2016

Ab und an, erstaunlich selten für seinen Ruf, dreht Steven Spielberg einen richtigen Kinderfilm; wie jetzt in seinem erstem Walt-Disney-Film. „BFG – Big Friendly Giant“ über die Freundschaft zwischen einem Waisenmädchen und einem Riesen. Einem freundlichem Riesen, der in einer seltsamen Sprache spricht und Träume sammelt und verteilt.

Der Film basiert auf dem Kinderbuch „Sophiechen und der Riese“ von Roald Dahl, das 1985 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Es war – Dahl starb 1990 – seine Lieblingsgeschichte und bevor er sie aufschrieb, erzählte er sie seinen Kindern und Enkeln. Es ist eine kurze, schlichte Geschichte in der ein Mädchen von einem Riesen entführt wird, nachdem es ihn in der Nacht gesehen hat. Schnell befreundet sich Sophiechen mit ihm und erfährt, dass es noch andere Riesen gibt, die vor allem Kinder fressen und die sich wie Schulhofhalbstarke benehmen. Mit dem BFG (Big Friendly Giant) oder, in der deutschen Übersetzung, dem GuRie (Der gute Riese) will sie alle Kinder vor den Menschenfressern retten. Dafür benötigt sie die Hilfe der Queen – und das Frühstück von Sophie und dem Riesen bei der Queen ist im Roman und im Film ein humoristischer Höhepunkt. „Sophiechen und der Riese“ ist auch ein sehr dialoglastiges Buch mit sehr wenigen Beschreibungen. Das meiste wird der Fantasie der jungen Leseratten überlassen.

Für einen Spielfilm ist Dahls Buch, eher eine kurzweilige Ansammlung von Episoden und oft sehr witzigen Dialogen und Wortspielen, allerdings zu kurz geraten. Einige der Dialoge, etwa wenn der BFG sich über die Essgewohnheiten der anderen Riesen auslässt sind für einen Kinderfilm nicht so geeignet.

Die 2015 verstorbene Melissa Mathison, die für Spielberg bereits „E. T. – Der Außerirdische“ (USA 1982) schrieb, musste den Roman zu einem Spielfilm aufpeppen und der Vorlage treu bleiben. So folgt die Verfilmung der Vorlage, baut sie allerdings immer wieder aus, was Steven Spielberg die Gelegenheit gibt, in Bildern und Actionszenen zu schwelgen. Das beginnt schon in den ersten Minuten, wenn Sophie (Sophiechen in der deutschen Übersetzung) von dem Riesen entführt wird und sie sich kurz darauf in der Höhle des Riesen zuerst vor ihm verstecken will (Indiana Jones wäre stolz auf sie) und anschließend vor den bösen Riesen, die durch die Wohnung des BFG randalieren, verstecken muss. Sie tut es in einer Kotzgurke. Die schmecken, in den Worten des BFG, „nach Hurgelgurgel und Würgelrülps“.

Schon in diesen Minuten fällt auf, wie gut das Zusammenspiel von Mark Rylance, der den guten Riesen spielt, und Ruby Barnhill, die die zehnjährige Sophie spielt, ist und wie nahtlos die Verbindung zwischen realen und digital bearbeiteten Bildern ist. Fast nie hat man den Eindruck, dass hier Bilder zusammengefügt wurden. Denn selbstverständlich ist Rylance keine sieben Meter groß und die Schauspieler der anderen, noch größeren Riesen sind auch keine zwölf bis sechzehn Meter groß. Aber die gezeigte Welt ist bis ins letzte Detail stimmig.

Das gefällt, auch wenn die Filmgeschichte immer noch sehr episodisch ist und es eigentlich keinen Konflikt und damit keine Spannung gibt. Denn die Idee, wie die Riesen besiegt werden können, kommt aus heiterem Himmel, die Queen ist sofort überzeugt und der Kampf gegen die Menschenfresser-Riesen ist schnell vorbei.

Es ist auch ein Film, der sich gezielt an Kinder richtet. Die dürften verzaubert sein. Jugendliche und Erwachsene werden sich da, im Gegensatz zu „E. T.“, konsequent unterfordert fühlen.

BFG - Big Friendly Giant - Plakat

BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Melissa Mathison

LV: Roald Dahl: The BFG, 1982 (Sophiechen und der Riese; BFG – Big Friendly Giant)

mit Mark Rylance, Ruby Barnhill, Penelope Wilton, Jermaine Clement, Rebecca Hall, Rafe Spall, Bill Hader

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Die Vorlage

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Zum Filmstart erschien Roald Dahls „Sophiechen und der Riese“ unter dem Filmtitel, mit dem Teaser-Filmplakat als Titelbild und einigen Filmfotos, die nichts von der Bildgewalt des Films verraten.

Lesenswert!

Roald Dahl: BFG – Big Friendly Giant

(übersetzt von Adam Quidam, mit Zeichnungen von Quentin Blake)

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2016

256 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Sophiechen und der Riese

Rowohlt Verlag, 1984

Originalausgabe

The BFG

Jonathan Cape, London, 1982

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „BFG – Big Friendly Giant“

Metacritic über „BFG – Big Friendly Giant“

Rotten Tomatoes über „BFG – Big Friendly Giant“

Wikipedia über „BFG – Big Friendly Giant“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Homepage von Roald Dahl

Wikipedia über Roald Dahl (deutsch, englisch)

„Behind the Scenes“-Interview mit Steven Spielberg

Die Cannes-Pressekonferenz


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