TV-Tipp für den 16. Dezember: Jesse Stone: Dünnes Eis

Dezember 16, 2015

3sat, 22.25
Jesse Stone: Dünnes Eis (USA 2009, Regie: Robert Harmon)
Drehbuch: Ronni Kern (nach einer Geschichte von Ronni Kern, Michael Brandman und Tom Selleck)
LV: Charakter von Robert B. Parker
Jesse Stone rollt einen alten Fall von Kindesentführung wieder auf.
Der fünfte Jesse-Stone-Film basiert auf keinem Roman von Robert B. Parker. Aber sonst gibt es nicht viel Neues aus Paradise, der kleinen Seestadt, in der der mehr oder weniger trockene Alkoholiker und Polizeichef Jesse Stone für Ruhe und Ordnung sorgen soll, zu melden.
Am Donnerstag zeigt 3sat um 22.25 Uhr (Wiederholung um 02.25 Uhr) den Jesse-Stone-Krimi „Ohne Reue“.
mit Tom Selleck, Kathy Baker, Kohl Sudduth, Leslie Hope (als Sidney Greenstreet!), Stephen McHattie, William Sadler, William Devane
Wiederholung: Donnerstag, 17. Dezember, 01.55 Uhr

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Mord im Showbiz“ (High Profile, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der Killer kehrt zurück“ (Stranger in Paradise, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Brimstone“ (Brimstone, 2009)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


Nicht Spenser, sondern Jesse Stone, Virgil Cole und Everett Hitch – und immer Robert B. Parker

Mai 19, 2015

Parker - Mord im ShowbizParker - Der Killer kehrt zurück

Bekannt wurde Robert B. Parker mit dem Boston-Privatdetektiv Spenser, der in den Siebzigern zu einer Neuerfindung des Privatdetektiv-Romans betrug und in den folgenden Jahren die Blaupause für alle Privatdetektive wurde. Denn Parker gab dem Privatdetektiv ein Gewissen, einen gewalttätig-loyalen Freund (der die Schmutzarbeit vom Verprügeln bis Töten erledigte) und eine Freundin, eine feste Partnerin, und damit ein deutlich eingeschränktes Sexualleben. Spenser ist halt kein Mike Hammer.
Außerdem integrierte Parker Themen in den Privatdetektivroman, die dort in den frühen Siebzigern (und teilweise auch in der restlichen Literatur) nicht beachtet wurden und die uns heute selbstverständlich erscheinen.
Fast bis zur Jahrtausendwende schrieb Parker Spenser-Romane und einige Einzelromane, die lange nicht so populär wie die Serie um seinen Privatdetektiv sind.
Seine kurzlebige Serie mit der Privatdetektivin Sunny Randall war dann auch nur eine weibliche Ausgabe von Spenser. In „Mord im Showbiz“ hat sie nach sechs Romanauftritten (die fast alle nicht übersetzt wurden) auch ihren ersten Auftritt in einem Jesse-Stone-Roman.
Jesse Stone ist, obwohl sich sein Spenser-tum nicht verleugnen lässt, ein Gegenentwurf zu Spenser. Stone war Kriminalpolizist in Los Angeles, ist Alkoholiker, hat eine problematische On/Off-Beziehung zu seiner Ex-Frau Jenn, besucht regelmäßig einen Psychiater (er hat halt keine Susan Silverman) und ist der Polizeichef von Paradise, Massachusetts, einem Küstenort in Sichtweite von Boston.
In acht TV-Filmen wurde er kongenial von Tom Selleck verkörpert. Danach beendete CBS die Reihe, weil ihnen die Zuschauer zu alt waren. Für September 2015 ist mit „Lost in Paradise“ ein neuer Jesse-Stone-Film, wieder mit dem bewährten Team vor und hinter der Kamera, angekündigt, der dann vom Hallmark Channel präsentiert wird.
Bis dahin (und bis der Film im deutschen TV läuft) ist mehr als genug Zeit, um die beiden bei uns neuen Jesse-Stone-Romane „Mord im Showbiz“ und „Der Killer kehrt zurück“ zu lesen, die sich im Guten wie im Schlechten nicht von Robert B. Parkers anderen, in den letzten Jahren geschriebenen Romanen unterscheiden. Das Plotting ist eher schlampig (vor allem in „Mord im Showbiz“ passiert lange nichts: kein Ermittlungsansatz, keine heiße Spur, kein Verdächtiger), die Charaktere und die Gespräche sind, trotz wechselndem Setting, vertraut, aber Parkers Sprache gefällt und der lakonische Humor, vor allem in den zahlreichen Dialogen, ist gewohnt treffend. Eigentlich bestehen seine Romane nur aus Dialogen und einigen spärlichen Regieanweisungen.
In „Mord im Showbiz“ wird die in einem Park an einem Baum hängend die Leiche des bekannten, verheirateten Talkshow-Moderators und Schürzenjägers Walton Weeks entdeckt. Kurz darauf wird die Leiche seiner Assistentin Carey Longley in einem Müllcontainer im Hof von Daisys Restaurant entdeckt. Sie war von ihm schwanger. Aber die üblichen Verdächtigen haben ein Alibi oder kein Motiv.
Gleichzeitig behauptet Jesse Stones Exfrau, dass sie vergewaltigt wurde. Er bittet, trotz Zweifel, seine derzeitige Freundin, die Privatdetektivin Sunny Randall, sich um Jenn zu kümmern. Kurz darauf entdeckt Sunny einen Stalker. Aber Jenn, die weiterhin an ihrer TV-Karriere arbeitet, behauptet, ihn nicht zu kennen.
„Der Killer kehrt zurück“ beginnt mit der Rückkehr von einem alten Bekannten und einer typischen Western-Situation.
Wilson „Crow“ Cromartie, der indianisch-stämmige Killer aus dem zweiten Stone-Roman „Terror auf Stiles Island“ (Trouble in Paradise“, 1998), ist wieder in Paradise. Als erstes besucht er Jesse Stone im Polizeirevier, um ihm zu sagen, dass er zurückgekommen ist und jemand suchen soll.
Crow ist natürlich ein zweiter Hawk, wie Spensers loyaler, gewalttätiger Freund und Frauenheld heißt. Entsprechend schnell entwickelt sich aus dem professionellen Respekt zwischen Jesse und Crow eine Quasi-Freundschaft. Vor allem nachdem Crow sein Ziel entdeckt hat und sich weigert Frances Franklin zu töten und ihre vierzehnjährige Tochter Alice, eigentlich Amber, zu ihrem Vater zurückzubringen. Louis Francisco ist ein Florida-Mafiosi, der, nachdem er erfährt, dass Crow den Auftrag nicht ausführen will, seine Männer losschickt, um den Auftrag und Crow zu erledigen.
Währenddessen stachelt Amber ihren Freund Esteban Carty, den Kopf einer Latino-Gang an, ihren Vater auszunehmen.
Und schon entwickelt sich ein veritabler leichengesättigter Gegenwarts-Western.

Parker - Brimstone
Nach dem Quasi-Western „Der Killer kehrt zurück“ wenden wir uns dem echten Western zu: „Brimstone“, das dritte Abenteuer von Virgil Cole und Everett Hitch.
Nach einer einjährigen Suche finden die beiden Revolermänner Coles Freundin Allie French in einem Freudenhaus, aus dem sie sie sofort herausholen. Weil ihre Ersparnisse fast aufgebraucht sind, nehmen Cole und Hitch in Brimstone, einem kleinen, rasch wachsendem Ort, einen Job als Gesetzeshüter an und geraten in den Kampf zwischen Kneipenbesitzer Pike, der ganz Texas will, und Bruder Percival, einem religiösen Eiferer, der in Brimstone sein „Neues Bethelem“ errichten möchte. Natürlich ohne Alkohol und käuflichen Sex.
Bis dieser Konflikt zwischen Pike und Percival für die Romangeschichte wirklich wichtig wird, vergeht viel Zeit, die Robert B. Parker durchaus kurzweilig mit Allies Bemühungen als Hausfrau und religiös bekehrte Kirchenmusikerin und den üblichen Konflikten, die es in einer kleinen Stadt mit schießwütigen Betrunkenen und ebenso schießwütigen, aber nüchternen Indianern gibt. Das ist nicht besonders aufregend oder innovativ, aber es ist eine angenehme Lektüre, die auch den Staub des Wilden Westens atmet.
In den USA werden nach dem Tod von Robert B. Parker einige seiner Serien von anderen Autoren weitererzählt. Ace Atkins schreibt neue Spenser-Romane. Michael Brandman, der auch die Stone-Filme produzierte und die meisten Drehbücher verfasste, schrieb drei Jesse-Stone-Romane, ehe er den Stab an den dreifachen Shamus-Gewinner Reed Farrel Coleman (den könnte ein deutscher Verlag mal übersetzen) weiterreichte. Robert Knott, Schauspieler und Drehbuchautor der Parker-Verfilmung „Appaloosa“, schreibt neue Cole/Hitch-Western.
Und im Juli veröffentlicht Pendragon mit „Drei Kugeln für Hawk“ (Cold Service, 2005) einen neuen Spenser-Roman.

Nachtrag (21. März 2015): Wer die alten Spenser-Romane (die natürlich vieeel besser als die Neuen sind) lesen will, kann sich jetzt als E-Book „Wetten gegen den Tod“ (Mortal Stakes, 1975 – Betrug bei den Boston Red Sox. Nicht mit Spenser.), „Bodyguard für Rachel Wallace“ (Looking for Rachel Wallace, 1980 – Spenser spielt den Bodyguard für eine lesbische Feministin – und wir erleben eine erste Diskussion über Spensers Machotum und den Feminismus. Grandios!) und „Neun Mörder “ (The Judas Goat, 1978 – Spenser auf Terroristenjagd; den fand ich zu episodisch und zu Spenser-untypisch) besorgen.

Robert B. Parker: Mord im Showbiz
(übersetzt von Bernd Gockel)
Pendragon, 2015
304 Seiten
11,99 Euro

Originalausgabe
High Profile
G. P. Putnam’s Sons, 2007

Robert B. Parker: Der Killer kehrt zurück
(übersetzt von Bernd Gockel)
Pendragon, 2015
312 Seiten
11,99 Euro

Originalausgabe
Stranger in Paradise
G. P. Putnam’s Sons, 2008

Robert B. Parker: Brimstone
(übersetzt von Emanuel Bergman)
Europa Verlag, Zürich, 2015
224 Seiten
20,00 Euro

Originalausgabe
Brimstone
G. P. Putnam’s Sons, 2009

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 1. April: Jesse Stone: Totgeschwiegen

April 1, 2015

3sat, 22.25

Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, Regie: Robert Harmon)

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001 (Die Tote in Paradise)

Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.

Ein weiterer feiner Polizeifilm.

Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Die Tote in Paradise” (Death in Paradise, 2001)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Eiskalt” (Stone Cold, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Tod im Hafen“ (Sea Change, 2006)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

Lesehinweis

Vor einigen Tagen eingetroffen und der Anfang ist, wie immer bei Robert B. Parker, grandios. Mal sehen, wie der Kampf zwischen Paradise-Polizeichef Jesse Stone und dem Killer Wilson Cromartie, einem alten Bekannten, ausgeht.

Parker - Der Killer kehrt zurück

Robert B. Parker: Der Killer kehrt zurück – Ein Fall für Jesse Stone

(übersetzt von Bernd Gockel)

Pendragon, 2015

312 Seiten

11,99 Euro

Originalausgabe

Stranger in Paradise

G. P. Putnam’s Sons, 2008


Der „Tod im Hafen“ ist ein Fall für Jesse Stone

Januar 21, 2015

Parker - Tod im Hafen - 2

Paradise ist eine kleine Hafenstadt in Massachusetts, einen Steinwurf entfernt von Boston. Die Verbrechensrate ist niedrig. Das Leben eher entspannt. Eine mehrwöchige Segelregatta sorgt schon seit Jahren für Abwechslung. Kurz gesagt: Paradise ist ziemlich paradiesisch.
Daran ändert auch die aus dem Hafen gefischte Frauenleiche nichts. Schließlich ist die Todesursache der Unbekannten zunächst unklar und sie lag schon länger im Wasser (Wobei rückblickend das überwältigende Desinteresse der Medien schon beachtlich ist.). Polizeichef Jesse Stone beginnt mit den Ermittlungen. Von einem Bootsverleiher erfährt er, dass vor einem Monat eine Frau ein Boot mietete und nicht wieder zurück brachte. Er hat ihren Pass und danach ist, wie die Polizei schnell feststellt, die Tote Florence E. Horvarth, geboren am 13. Februar 1970, wohnhaft in Fort Lauderdale, Florida.
Drei Boote, die bei der Regatta mehr oder weniger teilnehmen (eher weniger), sind ebenfalls aus Fort Lauderdale. Und von einer Kollegin aus Fort Lauderdale erhält Jesse ein Video mit der Toten und zwei Männern beim Geschlechtsverkehr, bei dem Florence mehrfach erregt in die Kamera blickt. Kurz gesagt: sie und die beiden Männer wusste von der Aufnahme.
Jesse ist überzeugt, dass einer der vermögenden Bootsbesitzer aus Fort Lauderdale, die im Moment in Paradise sind, etwas mit Florences Tod zu tun haben. Vor allem weil das Video auf einem der Boote gemacht wurde.
Allerdings verhalten sich auch die ebenfalls vermögenden Eltern der Toten, deren Leben in einer einzigen cocktailgeschwängerten Seifenblase stattfindet, und die beiden jüngeren Zwillingsschwestern von Florence, Corliss und Claudia Plum, sehr merkwürdig.
Nachdem die letzten beiden Jesse-Stone-Romane „Die Tote im Paradies“ und „Eiskalt“ eher enttäuschende Angelegenheiten waren und es schon zu befürchten war, dass die Stone-Romane wie die Spenser-Romane werden, in denen das schlampige Plotting öfters einfach ärgerlich ist, hat Robert B. Parker sich bei „Tod im Hafen“ wieder zusammengerissen. Der Roman, ein Rätselkrimi, bei dem Jesse Stone schnell zwei Hauptverdächtige hat, liest sich wirklich so, als habe Parker sich vor dem Schreiben einige Gedanken über den Plot gemacht und diesen dann auch logisch entwickelt.
Sprachlich überzeugt der Roman sowieso. Parkers Tonfall ist ja auch der Grund, sich auf den nächsten Spenser-Roman zu stürzen. Einige alte Bekannte, auch aus den Spenser-Romanen, treten in „Tod im Hafen“ auf und Rita Fiore versucht, erfolglos die Plum-Zwillingsschwestern an einen uns sehr bekannten Privatdetektiv zu vermitteln.
Ach ja: Inzwischen trinkt Jesse seit über zehn Monaten keinen Alkohol mehr und er trifft sich häufiger mit seiner Ex-Frau Jenn. Eigentlich sind sie, auch wenn sie getrennte Wohnungen haben, wieder zusammen.
Im April erscheinen bei Pendragon zwei weitere Jesse-Stone-Romane: „Mord im Showbizz“ (High Profile, 2007) und „Der Killer kehrt zurück“ (Stranger in Paradise, 2008).
Ebenfalls für April hat der Europa-Verlag mit „Brimstone“ (2009) den dritten Western mit den Gesetzeshütern Virgil Cole und Everett Hitch angekündigt.
Und, wo wir gerade dabei sind, bei Pendragon erscheinen die alten Spenser-Romane von Robert B. Parker als E-Book only.

Robert B. Parker: Tod im Hafen – Ein Fall für Jesse Stone
(übersetzt von Bernd Gockel)
Pendragon, 2014
328 Seiten
10,99 Euro

Originalausgabe
Sea Change
G. P. Putnam’s Sons, 2006

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Die Tote in Paradise” (Death in Paradise, 2001)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Eiskalt” (Stone Cold, 2003)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. Januar: Jesse Stone: Totgeschwiegen

Januar 15, 2015

ZDFneo, 20.15

Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001 (Die Tote in Paradise)

Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.

Ein weiterer feiner Polizeifilm.

Danach läuft „Jesse Stone: Alte Wunden“ und davor, um 16.20 Uhr, gibt es zwei Folgen „Magnum“.

Und bei Pendragon ist vor wenigen Wochen „Tod im Hafen“ (Sea Change, 2006), ein weiterer Jesse-Stone-Roman von Robert B. Parker, erschienen.

Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Die Tote in Paradise” (Death in Paradise, 2001)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Eiskalt” (Stone Cold, 2003)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. Mai: Jesse Stone – Eiskalt

Mai 27, 2014

ZDFneo, 20.15

Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003 (Eiskalt)

Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.

Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schrieb Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.

„Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der angenehm altmodische Thriller wurde positiv aufgenommen. Insgesamt wurden acht Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt.

Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Die Tote in Paradise” (Death in Paradise, 2001)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Eiskalt” (Stone Cold, 2003)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 20. Mai: Jesse Stone: Knallhart

Mai 20, 2014

ZDFneo, 20.15

Jesse Stone – Knallhart (USA 2006, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: Tom Epperson

LV: Robert B. Parker: Night Passage, 1997 (Das dunkle Paradies)

Der zweite Jesse-Stone-Film erzählt die Vorgeschichte: in ihr tritt Jesse Stone seinen Job in Paradise an und muss zuerst den Kleinstadtsumpf ausmisten. Denn – Überraschung! – Stone hat den Job nur wegen seines Lebenslaufs (und dem Fazit: kaputter Verlierer) bekommen.

Im Buch endet die Ankunft von Jesse Stone in Paradise in einem Western-Showdown. Im Film ist es etwas weniger dramatisch. Aber auch der zweite Jesse-Stone-Film ist gute altmodische Unterhaltung, bei der die Charaktere im Mittelpunkt stehen.

„No fools over at CBS, the net quickly followed one of last year’s best TV movies, „Stone Cold,“ with this equally first-rate prequel.” (Variety)

Mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die Tote in Paradise“ (Death in Paradise, 2001)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Eiskalt“ (Stone Cold, 2003)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


„Eiskalt“, „Die Tote in Paradise“ und Jesse Stone ermittelt

März 11, 2014

Parker - Die Tote in Paradise - 2Parker - Eiskalt - 2

Mit Jesse Stone, dem Polizeichef von Paradise, einem Kaff in Massachussetts in Sichtweite von Boston, erfand Spenser-Erfinder Robert B. Parker einen zweiten, bei seinen Lesern äußerst beliebten Serienhelden, der sich in einigen wichtigen Punkten von seinem in jeder Beziehung vorbildlichem Privatdetektiv Spenser unterscheidet.

Jesse Stone war in Los Angeles Mordermittler mit einem massiven Alkoholproblem, das ihn dort untragbar machte. In Paradise fand er einen neuen Job, den er vor allem bekam, weil er ein Trinker ohne Perspektive war. Die Stadtväter dachten, sie hätten einen Polizisten, der sie bei ihren Geschäften nicht stört. Sie irrten sich und in dem ersten Jesse-Stone-Roman „Das dunkle Paradies“ räumt er, in guter alter Wildwest-Tradition als neuer Sheriff in dem Ort ordentlich auf.

Danach schrieb Parker acht weitere Jesse-Stone-Romane, Michael Brandman, der in etliche Parker-Verfilmungen involviert war, schrieb nach Parkers Tod bislang drei Jesse-Stone-Romane. Für literarischen Nachschub ist also gesorgt. Und dann gibt es noch acht sehr gelungene Jesse-Stone-TV-Spielfilme mit Tom Selleck in der Hauptrolle, die immer wieder im TV laufen.

Jetzt veröffentlichte der Pendragon Verlag mit „Die Tote in Paradise“ (leider ist der doppeldeutige Originaltitel „Death in Paradise“ unübersetzbar) und „Eiskalt“ den dritte und vierte Jesse-Stone-Roman auf Deutsch.

In „Die Tote in Paradise“ wird im Wasser eine stark verweste Frauenleiche entdeckt. Es dauert eine Zeit bis Jesse Stone ihren Namen ermittelt. Billie Bishop wurde von ihren Eltern verstoßen, war eine Prostituierte und hatte über ihren Zuhälter Verbindungen zu dem Mafiosi Gino Fish, der auch in Robert B. Parkers Spenser-Romanen auftaucht.

Die Tote in Paradise“ ist ein traditioneller Rätselkrimi mit einem sich im letzten Drittel deutlich abzeichnendem Täter und bekannten Parker-Themen. Immerhin geht es hier, mal wieder, um die Erziehung von Kindern, um Macht und Kontrolle in Beziehungen.

Eiskalt“ ist dagegen vom Aufbau her ein Thriller, bei dem die Täter von Anfang an bekannt sind. Nämlich das Ehepaar Tony und Brianna Lincoln, das munter die Bevölkerung von Paradise dezimiert und kaum Spuren hinterlässt. Denn natürlich findet Jesse Stone mit guter, ehrlicher Polizeiarbeit Hinweise auf die Täter, aber gerichtsfeste Beweise hat er nicht. Da bemerkt er, dass sie ihn umbringen wollen.

Das klingt jetzt nach einem ordentlichen Thriller, aber „Eiskalt“ plätschert erstaunlich spannungsfrei vor sich hin, während Stone noch seine alltägliche Polizeiarbeit erledigt (unter anderem hilft er einer vergewaltigten Schülerin) und eine Affäre mit der ebenfalls aus den Spenser-Romanen bekannten Anwältin Rita Fiore beginnt.

Robert B. Parker: Die Tote in Paradise

(übersetzt von Bernd Gockel)

Pendragon 2014

312 Seiten

10,99 Euro

Originalausgabe

Death in Paradise

G. P. Putnam’s Son, 2001

Verfilmung

Jesse Stone: Totgeschwiegen (Jesse Stone: Death in Paradise, USA/Kanada 2006)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

mit Tom Selleck, Matt Barr, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Robert B. Parker Eiskalt

(übersetzt von Bernd Gockel)

Pendragon 2014

352 Seiten

10,99 Euro

Originalausgabe

Stone Cold

G. P. Putnam’s Son, 2003

Verfilmung

Jesse Stone: Eiskalt (Jesse Stone: Stone Cold, USA 2005)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman

Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


Mord und Totschlag – mit Worten – und zwei Sachbücher

März 18, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Werke mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und ein Sachbuch, mit dem ich schon seit Monaten mein halbes Umfeld nerve.

Jarvis - Mehr Transparenz wagen - 2

Es ist „Mehr Transparenz wagen“ von Jeff Jarvis und es gehört zum intelligentesten, was ich in letzter Zeit über das Internet und den damit verbundenen Veränderungen von Privatsphäre und Öffentlichkeit gelesen habe. Jeff Jarvis ist Journalist, Blogger und Professor an der Journalistenschule der City University of New York. Er zeigt, immer wieder, sehr gelungen und fundiert den großen historischen Bogen bis hin zur Erfindung des Buchdrucks schlagend, wie das Internet die Welt verändert, wie das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit sich in den vergangenen Jahrhunderten änderte (und warum bestimmte Soldaten „Privates“ und „Public Schools“ [also Internate] gar nicht so öffentlich sind), wie sehr ihm der Gang in die Öffentlichkeit mit seiner Prostatakrebs-Erkrankung half, weil er viel Zuspruch bekam, das Thema in der Öffentlichkeit thematisiert wurde und er auch hilfreiche Informationen bekam und da sind wir schon bei dem großen Thema des Buches. Denn Jeff Jarvis geht es darum, zu zeigen, wie das Teilen von Wissen, Informationen und Erfahrungen unsere Welt verbessern kann. Wie die Zusammenarbeit von Kunden und Unternehmen zu besseren Produkten führt. Nämlich zu den Produkten, die die Kunden wollen. Das zeigt er an zahlreichen Beispielen und, im Gegensatz zu den Büchern über das Internet, die ich zuletzt von deutschsprachigen Autoren gelesen (manchmal auch nur angelesen) habe, nie mit einem larmoyant-kulturpessimistischen, sondern mit einem optimistischen Blick in die Zukunft. Ohne dabei die Probleme zu leugnen.

Auch wenn ich nicht mit jeder seiner Thesen übereinstimme, stimme ich ihm in vielen Punkten zu und „Mehr Transparenz wagen!“ hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Einsichten und Erkenntnisse verschafft – und das kann wahrlich nicht von jedem Buch gesagt werden.

Also: Lesebefehl!

Jeff Jarvis: Mehr Transparenz wagen! – Wie Facebook, Twitter & Co die Welt erneuern

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Quadriga, 2012

320 Seiten

24,99 Euro

Originalausgabe

Public Parts. How Sharing in the Digital Age improves the Way We Work and Live

Simon & Schuster, 2011

Hinweise

Buzzmachine (Blog von Jeff Jarvis)

Wikipedia über Jeff Jarvis (deutsch, englisch)

Pallay - Zugriff - 2

Emil Pallays „Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes“ reiht sich nahtlos in die Reihe der deutschsprachigen True-Crime-Bücher ein. Pallay war zwanzig Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos Südbayern und in „Zugriff“ erzählt er von einigen Einsätzen, bei denen er dabei war. Meist als Einsatzleiter. Das bleibt dann im anekdotischen stecken und es fehlt auch jede kritische Perspektive.

Ich habe nichts gegen Erfahrungsberichte, aber ich hätte auch gerne mal einige Bücher von Journalisten, die nach einer intensiven Recherche ein kritisches Buch über die Arbeit der Polizei oder bestimmte Einsätze und Fälle schreiben. Es muss ja nicht gleich der Nachfolger von Truman Capotes „Kaltblütig“ (Cold Blood, 1965) sein, aber es sollte schon mehr als eine Anekdotensammlung sein.

Emil Pallay: Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes

Heyne, 2013

224 Seiten

8,99 Euro

Jonas - Bis zum Hals

Mit seinem neuen Buch „Bis zum Hals“ versucht Kabarettist Bruno Jonas etwas neues. Anstatt die gedruckte Fassung von seinem aktuellen Programm vorzulegen oder mehrere Satiren, die er in den letzten Jahren auf der Bühne vortrug, gesammelt zu veröffentlichen, hat er zehn Geschichten geschrieben, in denen Menschen an einem Endpunkt angekommen sind und die über ihr bisheriges und künftiges Leben reflektieren.

In der ersten Geschichte „HerzLos“, gleichzeitig mit fast fünfzig Seiten auch die längste Geschichte des Buches, hat ein Boulevard-Journalist einen Herzanfall. Gegen den behandelten Arzt hatte er eine Rufmordkampagne inszeniert und er fragt sich, ob der Arzt ihn deshalb bei der Operation zufällig tötet. Das Spenderherz kommt von einem von-Guttenberg-Klon, den er mit seinen Artikeln aus dem Amt jagte und in den Suizid trieb. Die Operation gelingt und der Journalist will jetzt als Bekehrter für seine früheren Sünden büßen und nur noch über das Wahre und Gute schreiben.

Das ist so vorhersehbar-moralinsauer und bis zur erbaulich-wirklichkeitsfernen Schlusspointe erschreckend bieder-bräsig erzählt, dass diese Erzählung eher an die witzigen Geschichten eines Heinz Erhardt, als an die treffsicheren und genau beobachtenden Satiren eines Bruno Jonas erinnert. Die harmlose Geschichte machte mich auch nicht neugierig auf die anderen, vielleicht sogar guten Geschichten. Stattdessen nahm ich nach „HerzLos“ die Chance wahr, „Bis zum Hals“ zur Seite zu legen und mich anderen Werken zuzuwenden.

Bruno Jonas: Bis zum Hals

Karl Blessing Verlag, 2012

240 Seiten

17,95 Euro

Hinweise

Homepage von Bruno Jonas

Wikipedia über Bruno Jonas

Kaberett Live über Bruno Jonas

Parker - Das dunkle Paradies - Pendragon2

Nachdem Robert B. Parker mit seinen Spenser-Romanen inzwischen bei Pendragon einen guten Unterschlupf gefunden hat und sogar sein Western „Appaloosa“ übersetzt wurde, hat Pendragon sich jetzt seine, erfolgreich mit Tom Selleck verfilmten, Jesse-Stone-Romane vorgenommen. Der erste, jetzt bei Pendragon wiederveröffentlichte Jesse-Stone-Roman „Das dunkle Paradies“ erschien bereits 1998 bei Rowohlt. Die folgenden acht von Robert B. Parker geschriebenen Stone-Romane wurden nicht mehr übersetzt. In den USA hat Michael Brandman, nach Parkers Tod, bereits zwei weitere Stone-Romane geschrieben.

In „Das dunkle Paradies“ tritt Jesse Stone, ein geschiedener Alkoholiker, der gerade bei der Mordkommission in Los Angeles rausgeworfen wurde, seinen neuen Job in Paradise, einer kleinen Ostküstenstadt in der Nähe von Boston, Massachusetts an. Während Jesse Stone sich keine Illusionen über den Grund für seine Einstellung macht, haben der Vorsitzende des Stadtrats und seine engsten Vertrauten sich verschätzt. Nach einem Mord beginnt Jesse Stone mit ernsthaften Ermittlungen, die sich auch gegen die Stadtspitze richten. Denn er hat nichts mehr zu verlieren.

Im Gegensatz zu den in der ersten Person erzählten Spenser-Romanen, erzählt Robert B. Parker die Jesse-Stone-Geschichten aus der dritten Personen und auch aus verschiedenen Perspektiven und gerade bei den ersten Stone-Romanen sieht man, dass Robert B. Parker sich freute, Geschichten zu erzählen, die nicht in den Spenser-Kosmos gehörten. Denn ein Privatdetektiv, der in einer festen Beziehung lebt, ist das Gegenteil eines verkorksten Alkoholikers, der seiner Ehe hinterhertrauert und in einer Kleinstadt Polizist spielt.

Für die Neuausgabe schrieb Frank Göhre ein siebenseitiges Nachwort.

Robert B. Parker: Das dunkle Paradies – Ein Fall für Jesse Stone

(übersetzt von Robert Brack)

Pendragon, 2013

352 Seiten

10,95 Euro

Originalausgabe

Night Passage

G. P. Putnam’s Sons, New York, 1997

Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998

Verfilmung

Jesse Stone: Knallhart (Jesse Stone: Night Passage, USA 2006)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: Tom Epperson

mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

Chraibi - Inspektor Ali im Trinity College

Bei „Inspektor Ali im Trinity College“ von Driss Chraibi hilft die Länge, eigentlich Kürze von 128 Seiten, ungemein. Denn Chraibi will sich vor allem einen Spaß machen, indem er einen Culture Clash zwischen Afrika und England inszeniert. Der Kriminalfall ist dabei bestenfalls eine notdürftige dramaturgische Klammer, die Inspektor Ali von Casablanca nach Cambridge versetzt. Dort soll der geniale Ermittler Scotland Yard bei einem Mordfall helfen. Denn im ehrwürdigen Trinity College wurde eine marokkanische Prinzessin ermordet.

Bei seinen Ermittlungen bemüht sich der geniale Ermittler möglichst jedes Klischee und Vorurteil, das der Westen über Araber hat, zu erfüllen. Das ist anfangs witzig, aber es mündet schnell in eine billige Nummernrevue, in denen einfach immer wieder das schlechte Benehmen, die überragende sexuelle Potenz und Brünstigkeit von Inspektor Ali hoffnungslos übertrieben zur Schau gestellt werden.

Driss Chraibi: Inspektor Ali im Trinity College

(übersetzt von Regina Keil-Sagawe)

Unionsverlag, 2012

128 Seiten

10,95 Euro

Originalausgabe

L’Inspector Ali à Trinity College

Éditions Denoel, Paris, 1996

Deutsche Erstausgabe

Unionsverlag, 1998

Hinweise

Unionsverlag über Driss Chraibi

Wikipedia über Driss Chraibi

Krimi-Couch über Driss Chraibi

Kirjasto über Driss Chraibi

Bruen - Coleman - Tower

Nachdem Ken Bruen die drei genial-abgedrehten Über-Pulps „Flop“, „Crack“ und „Attica“ mit Jason Starr schrieb, hat er sich mit Reed Farrel Coleman, einem in den USA abgefeiertem Noir-Poeten, dessen bislang noch nicht übersetzten Krimis mehrmals für den Edgar nominiert waren und der mehrere Shamus Awards erhielt, zusammengetan und „Tower“ geschrieben. In „Tower“ erzählen sie von den seit ihrer Jugend miteinander befreundeten New Yorker Kleinkriminellen Nick und Todd und ihrem Leben auf den unteren Stufen eines Gangstersyndikats. Als Nick Todd umbringen soll, weil dieser ein Polizeispitzel ist, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Tower“, das in New York während der neunziger Jahre spielt (es endet am 11. September 2001), ist sicher nicht der stärkste Roman von Ken Bruen. Denn der Aufbau von „Tower“, wonach die Geschichte zuerst aus der Sicht von Nick (das dürfte die von Ken Bruen geschriebene Hälfte sein) und danach aus der Sicht von Todd erzählt wird, führt dazu, dass wir in der zweiten Hälfte die gleichen Ereignisse aus einer anderen Perspektive, aber ohne einen wirklich großen Erkenntnisgewinn wieder lesen.

Das ist nicht wirklich schlecht, aber auch etwas zu sehr in den bekannten Gewässern. Trotz dem trockenen Humor und den sympathisch-unsympathischen Charakteren, die letztendlich alle Berufsverbrecher sind.

„Tower“ erhielt den Macavity Award als bester Roman des Jahres.

Ken Bruen/Reed Farrel Coleman: Tower

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2012

224 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Tower

Busted Flush Press, 2009

Hinweise

Homepage von Reed Farrel Coleman

 

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor liegt falsch“ (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte

Child - Underground - 2

Während „Tower“ mit 9/11 endet, thematisiert der neue Jack-Reacher-Roman „Underground“ von Lee Child in einer gewissen Weise die Folgen und die Vorgeschichte von 9/11. In New York sieht Jack Reacher nach Mitternacht in einer U-Bahn eine Frau, die alle Anzeichen einer Selbstmord-Attentäterin hat. Als er sie von dem Attentat abhalten will, erschießt sie sich – und Jack Reacher steckt wieder einmal tief im Schlamassel. Denn die Selbstmord-Attentäterin war keine Selbstmord-Attentäterin, sondern eine kleine Pentagon-Angestellte in der Personalabteilung, und mehrere Leute glauben, dass sie Jack Reacher vorher wichtige Unterlagen gegeben hat, die die nationale Sicherheit bedrohen. Ein besonderes Interesse daran haben der hochdekorierte Kongressabgeordnete John Sansom aus North Carolina, der Senator werden will und der als Mitglied eines Special-Forces-Kommandos 1983 in Afghanistan war und für diesen Einsatz eine hohe Auszeichnung erhielt, und die Ukrainerin Lila Hoth, die mit einer seltsamen Geschichte in den USA einen Soldaten sucht.

Nach dem furiosen Beginn plätschert „Underground“ etwas unglücklich vor sich hin, weil Jack Reacher von A nach B läuft und meistens wenige Seiten später erklärt, dass er von Anfang an wusste, dass er gerade eben belogen wurde und das lange zurückliegende, nie vollständig aufgeklärte Ereignis in Afghanistan wirkt als Auslöser für die heutigen Ereignisse etwas zu bemüht.

Underground“ ist ein zu redseliger Thriller mit viel zu viel Militärpatriotismus. Denn in erster Linie will Jack Reacher Sansom helfen, weil Soldaten sich gegenseitig helfen.

Lee Child: Underground

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2012

448 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Gone Tomorrow

Bantam Press, 2009

Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

Meine Besprechung von Christopher McQuarries Lee-Child-Verfilmung „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Bell - Die Farbe der Nacht

Auch Madison Smartt Bell schlägt in „Die Farbe der Nacht“ einen Bogen von 9/11 in die Vergangenheit. Aber ganz anders als Lee Child. Madison Smartt Bell, eigentlich ein literarischer Schriftsteller und kein klassischer Krimiautor (obwohl er mit „Ein sauberer Schnitt“ [Straight Cut, 1986] einen tollen Hardboiled-Krimi schrieb) begibt sich in „Die Farbe der Nacht“ zurück in die Flower-Power-Zeit, den Drogenmissbrauch, die freie Liebe und den wirklich kriminellen Taten einer Hippie-Kommune.

Ich-Erzählerin Mae, die als Croupiere in einem Casino in Nevada arbeitet, entdeckt in einer TV-Aufnahme von dem Anschlag auf das World Trade Center ihre alte Freundin Laurel. „Blut lief ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, doch nicht aus denselben Gründen.“ Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Vergangenheit als sie in einer sektenhaften Hippie-Kommune des charismatischen Gurus D. zusammenlebten, sich ineinander verliebten, Sex mit wechselnden Partnern, unter anderem dem bekannten Musiker O., hatten und zunächst kleinere Einbrüche begingen.

Erinnerungen an die Manson-Familie sind nicht zufällig.

Die Farbe der Nacht“ ist, obwohl es derzeit auf der KrimiZeit-Bestenliste steht, eine Reise zur dunklen Seite der Flower-Power-Bewegung, die auch ziemlich Noir ist, aber sich nicht um Krimikonventionen kümmert, weil es kein Krimi ist. Bells kurzer Roman ist eine durchaus faszinierende Lektüre, die allerdings bewusst skizzenhaft bleibt und munter zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität hin und her springt.

Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Liebeskind, 2013

240 Seiten

18,90 Euro

(Die vorliegende Ausgabe basiert auf der Urfassung des Autors)

Originalausgabe

The Color of Night

Random House, 2011

Hinweise

Krimi-Couch über Madison Smartt Bell

Wikipedia über Madison Smartt Bell

 

 


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