TV-Tipp für den 7. Mai: Ghost Dog – Der Weg des Samurai

Mai 7, 2014

Eins Plus, 22.45

Ghost Dog – Der Weg des Samurai (USA 1999, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Poetisch-meditativer, mit Hip-Hop-Klängen unterlegter Gangsterfilm über einen nach dem Kodex der Samurai lebendem Killer, der auf die Abschussliste seiner Auftraggeber gerät. Jarmusch ist dabei gänzlich desinteressiert an der Story, aber sehr interessiert an dem Spiel mit Stimmungen, Symbolen, Zeichen und Motiven.

„Durch ‘Ghost Dog’ hindurch blicken wir wie durch ein Vergrößerungsglas in die Filmgeschichte. (…) Mit ‘Ghost Dog’ variiert Jarmusch einmal mehr sein Lieblingsthema, die Differenz der Kulturen und die wunderbaren, auch komischen Momente, die durch den Zusammenstoß verschiedener Mentalitäten entstehen können. Besonders bizarr sieht seine filmische Synthese von HipHop und italienischer Vorstadt-Mafia aus.“ (Nils Meyer in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001 – ein empfehlenswertes Buch)

mit Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman, Henry Silva, Isaach de Bankolé, Gary Farmer, The RZA (Cameo; er schrieb auch die Musik)

Wiederholung: Donnerstag, 7. Mai, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Ghost Dog”

Wikipedia über „Ghost Dog“ (deutsch, englisch)

Arte über „Ghost Dog“

Senses of Cinema: Marco Lanzagorta über „Ghost Dog“ (September 2002)

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Jim Jarmuschs “Only Lovers left alive” (Only Lovers left alive, Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Zypern/USA 2013)

„Ghost Dog“ ist der heutige Tagestipp, weil am Donnerstag der spannende Polit-Thriller „Zulu“ mit  Forest Whitaker in der Hauptrolle anläuft. Hier ist schon einmal der Trailer. Aber der Film von Jerome Salle („Fluchtpunkt Nizza“ und die beiden „Largo Winch“-Filme) selbst steht in der Tradition der 70er-Jahre-Polit-Thriller, die ja in erster Linie Gehirnfutter sind.

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TV-Tipp für den 14. März: Ghost Dog – Der Weg des Samurai

März 14, 2014

3sat, 22.35

Ghost Dog – Der Weg des Samurai (USA 1999, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Poetisch-meditativer, mit Hip-Hop-Klängen unterlegter Gangsterfilm über einen nach dem Kodex der Samurai lebendem Killer, der auf die Abschussliste seiner Auftraggeber gerät. Jarmusch ist dabei gänzlich desinteressiert an der Story, aber sehr interessiert an dem Spiel mit Stimmungen, Symbolen, Zeichen und Motiven.

„Durch ‘Ghost Dog’ hindurch blicken wir wie durch ein Vergrößerungsglas in die Filmgeschichte. (…) Mit ‘Ghost Dog’ variiert Jarmusch einmal mehr sein Lieblingsthema, die Differenz der Kulturen und die wunderbaren, auch komischen Momente, die durch den Zusammenstoß verschiedener Mentalitäten entstehen können. Besonders bizarr sieht seine filmische Synthese von HipHop und italienischer Vorstadt-Mafia aus.“ (Nils Meyer in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001 – ein empfehlenswertes Buch)

mit Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman, Henry Silva, Isaach de Bankolé, Gary Farmer, The RZA (Cameo; er schrieb auch die Musik)

Wiederholung: Mittwoch, 19. März, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ghost Dog“

Wikipedia über „Ghost Dog“ (deutsch, englisch)

Arte über „Ghost Dog“

Senses of Cinema: Marco Lanzagorta über „Ghost Dog“ (September 2002)

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Jim Jarmuschs “Only Lovers left alive” (Only Lovers left alive, Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Zypern/USA 2013)


TV-Tipp für den 13. März: Broken Flowers – Blumen für die Ex

März 13, 2014

3sat, 22.25

Broken Flowers – Blumen für die Ex (USA/Frankreich 2005, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch (inspiriert von einer Idee von Bill Raden und Sara Driver)

Don Johnston (Stoneface Bill Murray) lungert nur noch in seiner Wohnung herum und träumt von seinen früheren Frauen. Eines Tages erhält er einen anonymen Brief, in dem steht, dass er einen 19-jährigen Sohn habe. Don, der bislang von seinem Vaterglück nichts wusste, macht sich auf den Weg quer durch die USA zu seinen alten Freundinnen, die er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat und von denen eine die Mutter sein muss.

Jim Jarmusch erhielt für sein lakonisches Road-Movie über verpasste Chancen den Großen Preis der Jury in Cannes, einige weitere Preise, viel Kritikerlob – und an der Kinokasse lief der Film auch gut.

Mit Bill Murray, Julie Delpy, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Chloë Sevigny, Jessica Lange, Tilda Swinton

Hinweise

Film-Zeit über „Broken Flowers“

Metacritic über „Broken Flowers“

Rotten Tomatoes über „Broken Flowers“

Wikipedia über „Broken Flowers“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Jim Jarmuschs „Only Lovers left alive“ (Only Lovers left alive, Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Zypern/USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Jim Jarmusch behauptet „Only Lovers left alive“

Dezember 25, 2013

 

Schon Jim Jarmuschs erster Spielfilm „Permanent Vacation“ war eigentlich ein Vampirfilm und auch in all seinen weiteren Filmen, wie „Dead Man“, „Ghost Dog“, „Broken Flowers“ und „The Limits of Control“, wandelten seine Protagonisten etwas Untot durch die Landschaft, aber erst jetzt, mit dem grandiosen „Only Lovers left alive“ sind Vampire seine Protagonisten. Seit Jahrhunderten leben sie unter uns. Ihren Blutdurst stillen sie inzwischen normalerweise mit Blutkonserven, die sauberes Blut enthalten. Sie sind kunstinteressiert und können auch einiges aus erster Hand erzählen. Zum Beispiel über die Werke von Shakespeare. Oder über von ihnen besuchte legendäre Konzerte, die allerdings schon vor so vielen Jahren stattfanden, dass sie, wenn sie heute mit Sterblichen darüber reden, behaupten müssen, sie hätten das Konzert auf YouTube gesehen. Da kann man schon einmal die Lust am Leben verlieren.

Auch der in Detroit lebende Adam (Tom Hiddleston), der in seinem Studio endlos an seiner Musik herumexperimentiert, denkt mal wieder an Selbstmord. Seine in Tanger lebende Freundin Eve (Tilda Swinton) hört davon und macht sich auf den Weg. Denn sie will ihren Freund und Liebhaber nicht verlieren.

In Detroit taucht auch Eves Schwester Ava (Mia Wasikowska) auf. Sie ist jünger als die beiden Bohemien-Vampire und vollkommen verantwortungslos. Vor allem Adam ist immer noch wütend auf sie wegen einer alten Geschichte. 1926 machte sie in Paris etwas sehr Dummes. Auch in Detroit lenkt sie mit ihrem impulsivem Verhalten viel zu schnell die Aufmerksamkeit auf die die Anonymität liebenden Vampire.

Aber viel wichtiger als die nacherzählbare Geschichte ist bei Jim Jarmusch, wie immer, die Stimmung, die sich in ihrer Mischung aus Lakonie, Lebensmüdigkeit, Klugheit und Anspielungsreichtum gar nicht so sehr von seinen früheren Werken unterscheidet und den nicht in die Gesellschaft passen wollenden Protagonisten, die oft auch etwas neben sich zu stehen scheinen und daher vollkommen in sich ruhen. Adam und Eve haben in der Vergangenheit ihren Rückzug von der Welt, die vor allem Adam zunehmend anödet, kultiviert. Noch nicht einmal zur Nahrungsaufnahme wollen sie mit uns Menschen etwas zu tun haben.

Only Lovers left alive“ ist mit seinem trockenem Humor sogar ziemlich witzig geraten. Denn die Welt der Vampire, die aus erster Hand von ihren Begegnungen mit Shakespeare erzählen können, die in den vergangenen Jahrhunderten schon fast alles erlebten und, dank ihrer Unsterblichkeit, eine vollkommen andere Perspektive auf das Leben haben, ist immer wieder gut für einen Witz und ein lässiges Spiel mit dem Absurden.

Den Rest besorgen die bedeutungsschwangeren, leicht entschlüsselbaren Namen: Adam und Eve für das im Mittelpunkt des Films stehende Liebespaar. Ihr Freund Christopher Marlowe (John Hurt) als Weggefährte von Shakespeare und Autor etlicher Shakespeare-Stücke. Dr. Watson (Jeffrey Wright) als Lieferant von sauberem Blut an Adam, der sich bei seinen nächtlichen Besuchen in der Klinik Dr. Faust nennt.

Wie in „Dead Man“ und „Ghost Dog“ spielt Jarmusch souverän mit Genrezitaten. Bei seinem vorherigem Film „The Limits of Control“ wurde das Spiel mit Gangsterfilmzitaten ja etwas blutleer.

Auch wenn das Ende, als missglückter Gag, etwas enttäuschend ist, weil es den vorherigen Film desavouiert, ist „Only Lovers left alive“ wieder ein hypnotischer Jarmusch, wie wir ihn lieben.

Only Lovers left alive - Plakat

Only Lovers left alive (Only Lovers left alive, Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Zypern/USA 2013)

Regie: Jim Jarmusch

Drehbuch: Jim Jarmusch

mit Tilda Swinton, Tom Hiddleston, Mia Wasikowska, John Hurt, Anton Yelchin, Jeffrey Wright, Slimane Dazi, Carter Logan

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Only Lovers left alive“

Moviepilot über „Only Lovers left alive“

Metacritic über „Only Lovers left alive“

Rotten Tomatoes über „Only Lovers left alive“

Wikipedia über „Only Lovers left alive“

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte

Die Cannes-Pressekonferenz mit den üblichen Verdächtigen

Ein gut aufgenommenes Gespräch mit Jim Jarmusch und Tilda Swinton während des New York Film Festival

Weniger gut, aber dokumentarisch interessant

 

Und, brandneu, Intro trifft den Meister


TV-Tipp für den 24. Juli: Broken Flowers/The Limits of Control

Juli 24, 2013

HR, 23.15

Broken Flowers – Blumen für die Ex (USA/Frankreich 2005, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch (inspiriert von einer Idee von Bill Raden und Sara Driver)

Don Johnston (Stoneface Bill Murray) lungert nur noch in seiner Wohnung herum und träumt von seinen früheren Frauen. Eines Tages erhält er einen anonymen Brief, in dem steht, dass er einen 19-jährigen Sohn habe. Don, der bislang von seinem Vaterglück nichts wusste, macht sich auf den Weg quer durch die USA zu seinen alten Freundinnen, die er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat und von denen eine die Mutter sein muss.

Jim Jarmusch erhielt für sein lakonisches Road-Movie über verpasste Chancen den Großen Preis der Jury in Cannes, einige weitere Preise, viel Kritikerlob – und an der Kinokasse lief der Film auch gut.

Mit Bill Murray, Julie Delpy, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Chloë Sevigny, Jessica Lange, Tilda Swinton

Hinweise

Film-Zeit über „Broken Flowers“

Metacritic über „Broken Flowers“

Rotten Tomatoes über „Broken Flowers“

Wikipedia über „Broken Flowers“ (deutsch, englisch)

HR, 00.55

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

“The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) ist natürlich sehenswert.

Zur TV-Premiere habe ich auch ein ausführliches Gespräch mit Jim Jarmusch gepostet.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

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Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. April: Stranger than Paradise

April 12, 2013

ZDFkultur, 20.15

Stranger than Paradise (USA/D 1984, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Musik: John Lurie

Willie, Eva und Eddie fahren von New York nach Florida.

Das „Kleine Fernsehspiel“ des ZDF als Talentförderer. Das echte Spielfilmdebüt (sein Abschlussfilm „Permanent Vacation“ ist, trotz seiner Länger, wohl doch eher als Talentprobe zu sehen.) von Jim Jarmusch gewann unter anderem den Special Jury Price in Sundance und die Goldene Kamera in Cannes und er war der Liebling der Filmkritiker und der Jugendlichen (jedenfalls wenn ihnen Punk, No Wave und die damalige New-Yorker-Kunstszene imponierten). Danach drehte Jarmusch „Down by Law“ (mit Tom Waits, John Lurie und Roberto Benigni), „Mystery Train“, „Dead Man“ und „Ghost Dog“.

„Damals, Mitte der 80er, haben wir das Öde, Strenge, Hermetische gemocht. ‘Stranger than Paradise’ war ein Film, der als cool galt, ein Film, an dem man sich gegenseitig erkennen konnte. Wer ihn bloß langweilig fand, hatte nichts verstanden. Wir mochten ihn, weil er von etwas erzählte, genauer: etwas der Erzählung voraussetzte, das wir kannten: einen diffusen Hunger nach Erfahrung, gepaart mit dem Misstrauen, vielleicht der Unfähigkeit, daraus Worte zu machen. Wir (das waren wohl vor allem Jungs) waren fasziniert von der Reduktion, von der Weigerung, eine Geschichte auf eine elaborierte Art zu erzählen, von der Coolness der Figuren.“ (Stefan Reinecke: Stranger than Paradise, in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001)

mit John Lurie, Eszter Balint, Richard Edson, Cecillia Stark Danny Rosen, Rammellzee, Tom DiCillo

Hinweise

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

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Senses of Cinema über Jim Jarmusch


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