TV-Tipp für den 18. Juli: Fury – Herz aus Stahl

Juli 18, 2019

Vox, 22.10

Fury – Herz aus Stahl (Fury, USA 2014)

Regie: David Ayer

Drehbuch: David Ayer

Packender und extrem schonungsloser Kriegsfilm über die Erlebnisse einer Besatzung eines US-Panzers während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs in Deutschland.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Brad Pitt, Logan Lerman, Shia LaBeouf, Jon Bernthal, Michael Pena, Jim Parrak, Brad William Henke, Jason Isaacs, Kevin Vance, Alicia von Rittberg, Scott Eastwood

Hinweise
Moviepilot über „Herz aus Stahl“
Metacritic über „Herz aus Stahl“
Rotten Tomatoes über „Herz aus Stahl“
Wikipedia über „Herz aus Stahl“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Ayers “End of Watch” (End of Watch, USA 2012)

Meine Besprechung von David Ayers “Sabotage” (Sabotage, USA 2014)

Meine Besprechung von David Ayers „Herz aus Stahl“ (Fury, USA 2014)

Meine Besprechung von David Ayers „Suicide Squad“ (Suicide Squad, USA 2016)

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TV-Tipp für den 7. Dezember: Fury – Herz aus Stahl

Dezember 7, 2017

Vox, 22.15

Herz aus Stahl (Fury, USA 2014)

Regie: David Ayer

Drehbuch: David Ayer

Packender und extrem schonungsloser Kriegsfilm über die Erlebnisse einer Besatzung eines US-Panzers während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs in Deutschland.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Brad Pitt, Logan Lerman, Shia LaBeouf, Jon Bernthal, Michael Pena, Jim Parrak, Brad William Henke, Jason Isaacs, Kevin Vance, Alicia von Rittberg, Scott Eastwood

Wiederholung: Freitag, 8. Dezember, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Herz aus Stahl“
Moviepilot über „Herz aus Stahl“
Metacritic über „Herz aus Stahl“
Rotten Tomatoes über „Herz aus Stahl“
Wikipedia über „Herz aus Stahl“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Ayers “End of Watch” (End of Watch, USA 2012)

Meine Besprechung von David Ayers “Sabotage” (Sabotage, USA 2014)

Meine Besprechung von David Ayers „Herz aus Stahl“ (Fury, USA 2014)

Meine Besprechung von David Ayers „Suicide Squad“ (Suicide Squad, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Über David Ayers Weltkrieg-II-Film „Herz aus Stahl“

Januar 1, 2015

„Herz aus Stahl“ erfindet das Genre des Kriegsfilms nicht neu oder liefert umwerfend neue Erkenntnisse. Jedenfalls nicht, wenn man Filme wie „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (von Sam Peckinpah) oder „The Big Red One“ (von Samuel Fuller) über den Zweiten Weltkrieg oder „Platoon“ (von Oliver Stone) über den Vietnamkrieg gesehen hat; um nur drei Filme zu nennen, die „Herz aus Stahl“ beeinflussten und die von Kriegsveteranen inszeniert wurden. Wobei Peckinpah keine Kampferfahrung hatte. „The Big Red One“ und „Platoon“ verarbeiten persönliche Erlebnisse. David Ayer ist vor allem für seine Drehbücher und Filme aus den innerstädtischen Kampfzonen von Los Angeles bekannt. „Training Day“, „The Fast and the Furious“, „Dark Blue“, „S. W. A. T. – Die Spezialeinheit“, „Harsh Times“, „Street Kings“, „End of Watch“ und zuletzt „Sabotage“ (okay, der war nicht gut). Immer geht es um Männergruppen, ihren Zusammenhalt, Macho-Rituale und auch den Kampf gegeneinander. Meistens sind seine Protagonisten Polizisten, die sich kaum von den Verbrechern, die sie bekämpfen sollen, unterscheiden. Ohne die Dienstmarke wäre diese Grenze zwischen Gut und Böse überhaupt nicht mehr vorhanden.
Alle seine Filme sind Kriegsfilme, die aber, bis auf „U-571“, in der Gegenwart in den USA spielten. In „Herz aus Stahl“ geht es nach Deutschland. Der Krieg ist fast vorbei, dennoch kämpfen die Deutschen bis zum letzten Mann und für die Amerikaner war es der letzte rundum gute Krieg.
Aber gerade weil Ayer seine bekannten Themen und Charaktere, gesättigt mit Erzählungen von Kriegsveteranen, in ein anderes Genre überträgt, entstehen interessante Verschiebungen und Irritationen. Sowohl in Ayers bekanntem Kosmos, als auch im Kriegsfilm.
So ist eine der grausamsten Szenen am Anfang. Die Mannschaft von Don ‚Wardaddy‘ Collier (Brad Pitt) hat, nach dem Tod eines Kameraden, einen neuen fünften Mann bekommen. Norman Ellison. Ein Junge, der den Krieg am Schreibtisch überleben wollte und der für den Einsatz nicht ausgebildet ist. Also gibt Wardaddy ihm einen verkürzten „Training Day“. Nach einem Gefecht soll er einen Deutschen erschießen. Er soll die Hemmung vor dem Töten verlieren. Er soll für seine Kameraden eintreten. Eigentlich will Wardaddy das Richtige: dem Jungen alles mitgeben, um im Krieg zu überleben und ihn im Schnellverfahren zu einem vollwertigen Teil seiner Mannschaft machen. Sie müssen sich auf den Neuling verlassen können.
Aber er will das Erreichen, indem Norman den Deutschen tötet. Er soll ihn hinterrücks exekutieren. Einen Mord begehen. Und dabei will er auch seinen Willen brechen.
Es gibt noch weitere grandiose Szenen, wie eine gruselige Mahlzeit bei zwei deutschen Frauen, die sich episodisch zu einer Chronik von 24 Stunden aus dem Krieg aneinanderreihen und der Logik von Gefecht und Vorbereitung auf das nächste Gefecht folgen, während sie in ihrem Sherman-Panzer im April 1945 durch Deutschland kurven und miteinander reden.
Da ist es schade, dass Ayer den Film nicht einfach, wie Sam Fuller in „The Big Red One“, mit dem Kriegsende enden lässt, sondern er eine Schlacht inszeniert, in der die Mannschaft des Panzers tapfer in den Heldentod marschiert, weil sie sich in den vergangenen Jahren niemals zurückgezogen haben und niemals ihren fahrunfähigen Panzer zurücklassen würden. Da wird der Antikriegsfilm dann doch zu einem Kriegsfilm, der die Tapferkeit des Soldaten feiert und all dem einen Sinn verleiht; wie Oliver Stone in „Platoon“, wenn am Filmende, nach dem Einsatz von Napalm, alle bis auf einige Amerikaner tot sind und, jedenfalls in dem Film, am Ende die Amerikaner den Krieg gewonnen haben. Diese Rechtfertigung hat Ayer nicht nötig. Immerhin spielt der Film während des Zweiten Weltkriegs und natürlich endet „Herz aus Stahl“ zwiespältiger.
Auffallend bei Ayers Film ist die historische Genauigkeit. Bei den Panzern und der Kleidung fällt das eher positiv auf. Die Leuchtspurmunition, die im Krieg eingesetzt wurde, um die Flugbahnen zu verfolgen, verleiht den nächtlichen Kämpfen dann die Ästhetik eines Computerspiels. Die blutigen Kopfschüsse und durch das Bild fliegenden Körperteile erinnern in ihrer Brutalität an aktuelle Zombie-Filme.
Und, bedingt durch die Konzentration auf eine Mannschaft die sich in einem Panzer durch Feindesland bewegt, wird „Herz aus Stahl“ dann auch zu einem Kriegsfilm, der auch zu einer anderen Zeit spielen könnte und eine seltsam verquere Moral hat. Denn Don Collier (Brad Pitt), Boyd Swan (Shia LaBeouf), Grady Travis (Jon Bernthal), Trini Garcia (Michael Pena) und Norman Ellison (Logan Lerman) haben keinen Überblick über die große Gefechtslage. Sie fahren von einem Gefecht zum nächsten. Die Kriegsziele werden niemals angesprochen. Die Deutschen treten nur als eine bedrohliche Masse ohne irgendwelche individuellen Eigenschaften auf. Es werden auch, abgesehen von einer Gruppe abgemagerte Gestalten, die durch ein Feld stolpern, keine Opfer der Nazi-Gräuel gezeigt. Es gibt auch keine Bilder der Konzentrationslager.
Es geht um Männer im Krieg, die zwischen ihnen entstehende Kameradschaft und ihre Weltsicht. Was sie vor dem Krieg getan haben oder was sie danach machen wollen, ist egal.
Das ist im Kriegsfilmgenre nicht neu, wurde aber selten so brutal gezeigt und weil die Eingangs erwähnten Filme schon lange nicht mehr im Kino laufen und teilweise selten im TV gezeigt werden, ist „Herz aus Stahl“ ein empfehlenswerter, aber auch harter und schonungsloser Kriegsfilm, der im Matsch nichts vom Mythos des heldenhaften Todes übrig lässt.
Bei David Ayer gibt es nicht die hemmungslose Glorifizierung des Kampfes. Der Krieg ist hier kein Spaß wie Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“, kein Leben in der Wiederholungsschleife, wie Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (der ja unübersehbare Weltkrieg-II-Anspielungen hat), und auch kein „Saving Private Ryan“. Hier geht es nur um das Überleben im Feindesland und wie der Krieg Menschen verändert. Damals und heute.

Herz aus Stahl - Plakat

Herz aus Stahl (Fury, USA 2014)
Regie: David Ayer
Drehbuch: David Ayer
mit Brad Pitt, Logan Lerman, Shia LaBeouf, Jon Bernthal, Michael Pena, Jim Parrak, Brad William Henke, Jason Isaacs, Kevin Vance, Alicia von Rittberg, Scott Eastwood
Länge: 134 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Herz aus Stahl“
Moviepilot über „Herz aus Stahl“
Metacritic über „Herz aus Stahl“
Rotten Tomatoes über „Herz aus Stahl“
Wikipedia über „Herz aus Stahl“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Ayers „End of Watch“ (End of Watch, USA 2012)

Meine Besprechung von David Ayers „Sabotage“ (Sabotage, USA 2014)


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