TV-Tipp für den 28. Juni: Taxi Driver

Juni 28, 2019

3sat, 22.25

Taxi Driver (Taxi Driver, USA 1976)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Paul Schrader

Taxifahrer Travis Bickle nimmt das Gesetz in die eigene Hand.

Das bekannteste Werk des Teams Scorsese/Schrader, einer von De Niros bekanntesten Filmen und die letzte Arbeit von Hitchcock-Komponist Bernard Herrmann. „Taxi Driver“ ist die eindrucksvolle Studie eines soziopathischen Einzelgängers und eine Liebeserklärung an New York. Ein unumstrittener Klassiker

mit Robert De Niro, Jodie Foster, Cybill Shepherd, Peter Boyle, Harvey Keitel, Leonard Harris, Albert Brooks, Martin Scorsese (Mann im Taxi am Filmende)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Taxi Driver“

Wikipedia über „Taxi Driver“ (deutsch, englisch)

Martin-Scorses-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“ (The Wolf of Wall Street, USA 2013) und ein Infodump dazu

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Silence“ (Silence, USA 2016)

Martin Scorsese in der Kriminalakte

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TV-Tipp für den 13. April: Panic Room

April 12, 2019

Super RTL, 20.15

Panic Room (Panic Room, USA 2002)

Regie: David Fincher

Drehbuch: David Koepp

Die frisch geschiedene Meg Altman entdeckt mitten in Manhattan ihr Traumhaus. In ihm ist sogar, letzter Schrei der Sicherheitsindustrie für ängstliche, stinkreiche Großstädter, ein Panic Room. In diesen sicheren Raum kann sich der Hausbesitzer während eines Einbruchs zurückziehen und abwarten bis die Polizei anrückt. Meg hält den Raum für überflüssig, aber als in der Nacht drei Einbrecher auftauchen, flüchtet sie mit ihrer Tochter in den Panic Room. Dummerweise wollen die Einbrecher die in diesem Zimmer versteckten Millionen des Vorbesitzers stehlen.

Das mag jetzt neu klingen, aber im Kern erzählt „Panic Room“ eine uralte, aus jedem zweiten Western bekannte Story. Tauschen Sie einfach den Panic Room gegen ein Fort oder eine Wagenburg; die Einbrecher gegen Indianer aus und Sie wissen genau, in welchem Moment die Kavallerie auftaucht. Oh, und in welchem Zustand das Haus ist.

David Koepp und David Fincher machen daraus einen spannenden Hightechthriller.

Oder sagen wir es mit den Worten von Georg Seeßlen: Panic Room „ist vor allem ein reduzierter, ebenso brillant konstruierter wie fotografierter Thriller, ein Kammerspiel des Terrors, das alle Elemente, die am Anfang eingeführt wurden, beständig transponiert, wendet und variiert. Insofern ist Panic Room ein Stück reiner Film-Komposition, in der Sujets, Objekte und Einstellungen die Rollen von Melodien, Takten und Tönen übernehmen (…). Und wie für eine musikalische Komposition, so gilt auch für Panic Room: Es kommt nicht allein auf die Erfindung einer Melodie an, sondern auch darauf, was ein Interpret mit ihr anzustellen weiß.“ (in Frank Schnelle [Hrsg.]: David Fincher)

Mit Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto, Patrick Bauchau, Andrew Kevin Walker (der „Se7en“-Drehbuchautor spielt den verschlafenen Nachbarn)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Panic Room“

Wikipedia über David Fincher (deutsch, englisch) und „Panic Room“ (deutsch, englisch)

Die Welt: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Süddeutsche Zeitung: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Drehbuch „Panic Room“ von David Koepp

The Works and Genius of David Fincher (Fan-Blog – mit einem „Panic Room“-Special)

Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tatoo, USA 2011)

Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)

David Fincher in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Jodie Foster leitet das „Hotel Artemis“

Juli 26, 2018

Los Angeles, 2028: die Stadt versinkt im Chaos. Mitten drin im Kampf zwischen Polizei, Verbrechern und randalierenden Bürgern steht das ‚Hotel Artemis‘, ein heruntergekommenes Hotel. Eine Ruine, die anscheinend schon lange ihren Betrieb eingestellt hat, wenn nicht das Logo hell über die Stadt strahlen würde und wenn nicht eine Etage äußerst zahlungswillige Kunden beherbergen würden. Denn das ‚Hotel Artemis‘ ist ein Krankenhaus, das seine Mitglieder, die nach fehlgeschlagenen Verbrechen nicht in eine normales Krankenhaus gehen können, wieder zusammenflickt. Das wird von der ‚Schwester‘ (Jodie Foster), ihrem Gehilfen ‚Everest‘ (Dave Bautista) und modernster Technik erledigt. Die unglaublich alt aussehende, alkoholsüchtige, immer noch den vor 22 Jahren geschehenen Tod ihres Sohnes betrauernde Ärztin, die wie ein gehlahmer Geist Musik hörend durch die Etage huscht, führt ein strenges Regiment und stellt keine Fragen. Obwohl sie zu einigen Stammkunden eine fast schon freundschaftliche Beziehung hat.

An diesem Abend ist das ‚Hotel Artemis‘ voll belegt mit ihren mehr oder weniger schwer verletzten Kunden. Um die Anonymität zu wahren, trgen sie alle Tarnnamen, die auch die Namen der Zimmer sind, in denen sie logieren. Auch wenn die ‚Schwester‘ ihre wahren Namen kennt.

An diesem abend sind die Gäste ‚Waikiki‘ (Sterling K. Brown), sein nach einem gemeinsamen Banküberfall schwer verletzter Bruder ‚Honolulu‘ (Brian Tyree Henry), der äußerst redselige Waffenhändler ‚Acapulco‘ (Charlie Day, nervig) und die Auftragskillerin ‚Nice‘ (Sofia Boutella). Sie soll einen der Hotelgäste umbringen. Dabei gilt auch im ‚Hotel Artemis‘ die aus den „John Wick“-Filmen bekannte Hotelregel, nach der innerhalb des Gebäudes keine Verbrechen verübt werden dürfen.

Eine andere Regel besagt, dass nur Verbrecher behandelt werden, die bereits im voraus eine beträchtliche Mitgliedschaftsgebühr bezahlen. Trotzdem hilft die ‚Schwester‘ einer jungen Polizistin, die schwer verletzt an der Hintertür um Hilfe bittet. Sie kennt Morgan Daniels (Jenny Slate) von früher, als die Polizistin noch ein Kind war und die ‚Schwester‘ noch nicht als Eremitin im ‚Hotel Artemis‘ lebte.

Und dann will noch der schwerverletzte Wolfking (Jeff Goldblum) in das von ihm gegründete und finanzierte ‚Hotel Artemis‘. Er ist als Gangsterkönig der unumstrittene Herrscher der Stadt. Ihm schlägt man nur dann einen Wunsch ab, wenn man an akuter Todessehnsucht leitet.

Hotel Artemis“ ist das zwiespältige Spielfilmdebüt von Drew Pearce, dem Co-Autor von „Iron Man 3“. Der Cast ist hochkarätig und spielfreudig. Die Idee, eines Hospitals für Verbrecher erinnert natürlich sofort an die aus „John Wick“ bekannten Hotels für Killer und die nahe Zukunft, in der Pearces Film spielt, ist eine „Die Klapperschlange“-Dystopie, in der die Polizei noch nicht die Stadt verlassen hat. Das ist ein Hintergrund, vor dem man gut eine hundsgemeine, amoralische Geschichte entwickeln kann. Die Bilder und der Stil sind aus den einschlägigen Noirs und Science-Fiction-Noirs geborgt. Da man sie immer wieder gerne sieht, ist das kein Problem.

Ein Problem ist allerdings das Drehbuch. Eine richtige Geschichte will sich nicht entwickeln. Es gibt Situationen und viele nicht so wahnsinnig interessante Gespräche. Aber eine Geschichte will daraus nicht entstehen. „Hotel Artemis“ ist eine nur in einem Haus spielende Situationsbeschreibung, die sich am Ende in einer durchaus ordentlichen Portion Gewalt entlädt. Nicht weil das unbedingt nötig wäre, sondern weil es ein Mittel ist, einen Film zum Ende zu bringen.

Hotel Artemis (Hotel Artemis, USA 2018)

Regie: Drew Pearce

Drehtuch: Drew Pearce

mit Jodie Foster, Sterling K. Brown, Dave Bautista, Sofia Boutella, Jeff Goldblum, Brian Tyreee Henry, Jenny Slate, Zachary Quinto, Charlie Day, Kennth Choi

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Hotel Artemis“

Metacritic über „Hotel Artemis“

Rotten Tomatoes über „Hotel Artemis“

Wikipedia über „Hotel Artemis“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. Juni: Panic Room

Juni 8, 2018

RTL II, 23.05

Panic Room (Panic Room, USA 2002)

Regie: David Fincher

Drehbuch: David Koepp

Die frisch geschiedene Meg Altman entdeckt mitten in Manhattan ihr Traumhaus. In ihm ist sogar, letzter Schrei der Sicherheitsindustrie für ängstliche, stinkreiche Großstädter, ein Panic Room. In diesen sicheren Raum kann sich der Hausbesitzer während eines Einbruchs zurückziehen und abwarten bis die Polizei anrückt. Meg hält den Raum für überflüssig, aber als in der Nacht drei Einbrecher auftauchen, flüchtet sie mit ihrer Tochter in den Panic Room. Dummerweise wollen die Einbrecher die in diesem Zimmer versteckten Millionen des Vorbesitzers stehlen.

Das mag jetzt neu klingen, aber im Kern erzählt „Panic Room“ eine uralte, aus jedem zweiten Western bekannte Story. Tauschen Sie einfach den Panic Room gegen ein Fort oder eine Wagenburg; die Einbrecher gegen Indianer aus und Sie wissen genau, in welchem Moment die Kavallerie auftaucht. Oh, und in welchem Zustand das Haus ist.

David Koepp und David Fincher machen daraus einen spannenden Hightechthriller.

Oder sagen wir es mit den Worten von Georg Seeßlen: Panic Room „ist vor allem ein reduzierter, ebenso brillant konstruierter wie fotografierter Thriller, ein Kammerspiel des Terrors, das alle Elemente, die am Anfang eingeführt wurden, beständig transponiert, wendet und variiert. Insofern ist Panic Room ein Stück reiner Film-Komposition, in der Sujets, Objekte und Einstellungen die Rollen von Melodien, Takten und Tönen übernehmen (…). Und wie für eine musikalische Komposition, so gilt auch für Panic Room: Es kommt nicht allein auf die Erfindung einer Melodie an, sondern auch darauf, was ein Interpret mit ihr anzustellen weiß.“ (in Frank Schnelle [Hrsg.]: David Fincher)

Mit Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto, Patrick Bauchau, Andrew Kevin Walker (der „Se7en“-Drehbuchautor spielt den verschlafenen Nachbarn)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Panic Room“

Wikipedia über David Fincher (deutsch, englisch) und „Panic Room“ (deutsch, englisch)

Die Welt: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Süddeutsche Zeitung: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Drehbuch „Panic Room“ von David Koepp

The Works and Genius of David Fincher (Fan-Blog – mit einem „Panic Room“-Special)

Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tatoo, USA 2011)

Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)

David Fincher in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. Februar: Angeklagt

Februar 10, 2018

ZDFneo, 23.45
Angeklagt (USA 1988, Regie: Jonathan Kaplan)
Drehbuch: Tom Topor
Sarah (Jodie Foster, die dafür einen Oscar und Golden Globe als beste Hauptdarstellerin erhielt) wurde vergewaltigt. Weil sie aufreizend angezogen war und sich nicht sehr damenhaft verhielt, lässt sich die Staatsanwältin (Kelly McGillis, die damals, nach „Top Gun“ und „Der einzige Zeuge“ auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stand) auf einen Deal mit der Verteidigung ein. Sarahs Vergewaltiger erhalten nur eine milde Strafe. Aber Sarah will eine angemessene Verurteilung der Täter.
„Vielleicht mag manchen die Inszenierung stören, die Emotionen erzeugt und keine Argumente sucht. Doch liegt darin auch eine Methode, nämlich mit dem Sujet zu konfrontieren, das Parteinahme erfordert und bei dem vor der Aufklärung vielleicht erst einmal die Aufrüttelung steht.“ (Fischer Film Almanach 1990)
Empfehlenswerter, zum Nachdenken anregender Justizthriller
mit Jodie Foster, Kelly McGillis, Bernie Coulson, Leo Rossi, Ann Hearn
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Angeklagt“
Wikipedia über „Angeklagt“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. Dezember: Inside Man

Dezember 29, 2016

ZDFneo, 20.15

Inside Man (USA 2006, Regie: Spike Lee)

Drehbuch: Russell Gewirtz

Dalton Russell überfällt eine Wall-Street-Bank. Schnell wird sie von der Polizei umzingelt und Detective Keith Frazier beginnt mit den Verhandlungen. Spätestens als Madaline White als Unterhändlerin des Bankgründers auftaucht und sich in die Verhandlungen einmischt, weiß er, dass er es nicht mit einem normalen Banküberfall zu tun hat.

„‘Inside Man’ ist ein typischer Spike-Lee-Film, insofern er in jeder Sekunde ein bisschen mehr ist al ein reiner Genrefilm. Er macht böse Witze ebenso über den kulturellen Reichtum New Yorks wie über Post-9/11-Paranoia und War-on-Terror-Vorurteile. Er analysiert die Mechanik der Macht, verbindet sie mit gesellschaftlicher Hierarchie und bricht sie an der Politik der Hautfarben.“ (Alexandra Seitz: Inside Man, in Gunnar Landsgesell/Andreas Ungerböck, Hrsg.: Spike Lee, 2006)

Ein feiner Thriller

mit Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster, Willem Dafoe, Chiwetel Ejiofor, Christopher Plummer

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Inside Man“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Inside Man“

Rotten Tomatoes über “Inside Man”

Drehbuch “Inside Man” von Russel Gewirtz (Fassung vom 17. Januar 2005)

Meine Besprechung von Spike Lees „Buffalo Solders ’44 – Das Wunder von St. Anna“ (Miracle at St. Anna, USA/Italien 2008)

Meine Besprechung von Spike Lees “Oldboy” (Oldboy, USA 2013)


TV-Tipp für den 4. August: Das Schweigen der Lämmer

August 4, 2016

Vox, 22.55

Das Schweigen der Lämmer (USA 1991, Regie: Jonathan Demme)

Drehbuch: Ted Tally

LV: Thomas Harris: The Silence of the Lambs, 1988 (Das Schweigen der Lämmer)

FBI-Agentin Starling verfolgt einen Serienkiller und verliebt sich in den inhaftierten Hannibal Lecter.

Inzwischen schon ein Klassiker, der – zu Recht – etliche Oscars erhielt (Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptrolle). Beim wiederholten Sehen fällt auf, wie wenig von den schockierenden Ereignissen wirklich zu sehen ist – und wie konservativ die Kameraführung ist. Achten sie auf die erste Begegnung von Jodie Foster und Anthony Hopkins. Da ist keine Bewegung überflüssig, kein Schnitt zu viel und es wird sich in jeder Sekunde auf das Drehbuch und die Schauspieler verlassen.

Hitchcock hätte der Film gefallen.

Mit Jodie Foster, Anthony Hopkins, Scott Glenn, Ted Levine

Wiederholung: Freitag, 5. August, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “The Silence of the Lambs”

Rotten Tomatoes über “The Silence of the Lambs”

Drehbuch „The Silence of the Lambs“ von Ted Tally (2nd draft script, 28. Juli 1989)

Drehbuch „The Silence of the Lambs“ von Ted Tally und Thomas Harris (final draft script)

Drehbuch „The Silence of the Lambs“ von Ted Tally und Thomas Harris (undated, unspecified draft script)

Homepage von Thomas Harris

Krimi-Couch über Thomas Harris

Wikipedia über Thomas Harris (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jonathan Demmes „Ricki – wie Familie so ist“ (Ricki and the Flash, USA 2015)


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