DVD-Kritik: „Auf verlorenem Posten“ in „California“ im Wilden Westen

September 21, 2016

Mit zwei weiteren „Western Legenden“ erfreut Koch Media das Herz des Western-Fans, auch wenn „Auf verlorenem Posten“ (USA 1953) und „California“ (USA 1946) weitgehend unauffällige, aber gut gemachte und unterhaltsame Standardwestern sind.

California“ beginnt wie ein klassischer „Der große Treck“-Western, ehe er über den Goldrausch in Kalifornien in politischen Gewässern landet, indem er den Wahlkampf über die Frage, ob Kalifornien ein Teil der Vereinigten Staaten von Amerika werden soll, in den Mittelpunkt stellt. Wenn Kalifornien ein Teil der USA würde, würde der herrlich gesetzlose Zustand enden, der auch seine Verfechter hat.

Im Mittelpunkt dieser eher lose zusammengeknüpften Geschichte stehen Johnny Trumbo (Ray Milland), ein Deserteur, der den Siedlertreck in Richtung Kalifornien führen sollte, Michael Fabian (Barry Fitzgerald), der schon während des Trecks der weiße alte Mann war und danach zunächst widerwillig für den Anschluss Kaliforniens an die USA kämpft, Pharaoh Coffin (George Coulouris), der Bösewicht des Films, der sein gesetzloses Imperium gerne weiter aufrecht erhalten möchte, und Lily Bishop (Barbara Stanwyck), eine professionelle Pokerspielerin und Dame aus dem Vergnügungsmilieu, in die Trumbo und Coffin verliebt sind. Insofern ist die eher mühsam mitgeschleppte Liebesgeschichte der rote Faden des bunten Western, der, abgesehen von Indianern, von allem etwas bietet. John Farrow („Spiel mit dem Tode“, „Man nennt mich Hondo“) inszenierte ihn, abgesehen von einigen Einstellungen, ohne große Ambitionen, aber gerade am Anfang, wenn man den großen Siedlertreck langsam durch das Bild ziehen sieht, freut man sich über den betriebenen Aufwand.

 

Auf verlorenem Posten“ von George Sherman („Gegen alle Flaggen“, „Big Jake“) ist eine schamlose „Mein großer Freund Shane“-Kopie für Kinder, erzählt aus der Sicht von Joshua (Jimmy Hunt), dem Sohn von Zachary Hallock (Joel McCrea), der als Farmer nach Timberline kommt. Die Gegend wird seit Längerem von den Varden-Brüdern terrorisiert und alle Pinkerton-Detektive, die etwas dagegen tun wollten, wurden schnell erschossen.

Hallock will sich nicht einmischen, sondern nur seinen gerade erworbenen Acker bestellen und für Joshua ein guter Vater sein. Aber die Zeiten sind nicht so. Die Ersparnisse sind schnell aufgebraucht und Zachary will die schöne Nachbarin Sarah (Barbara Hale) heiraten. Allerdings erst, wenn er genug Geld für den Unterhalt hat. Also nimmt er das Angebot der Varden-Brüder an, bei einem Überfall mitzumachen. Weil Shane das niemals getan hätte und Zachary über das ehrlose Treiben seines Vaters todunglücklich ist, sorgt dieser plötzliche Wandel des edlen Vaters zum gemeinen Verbrecher für kurzzeitige Irritationen.

Nach dem Überfall hat Zachary zwar viel Geld, aber den großen, im Hintergrund agierenden Planer der Überfälle kennt er nicht.

Als schmissig erzählter Kinderfilm mit einem Hund (niedlich), einem Kind (niedlich), Pferden (weil Western) und ohne einen tiefer gehenden Anspruch unterhält „Auf verlorenem Posten“ gut über seine kurze Laufzeit von 76 Minuten. Denn man muss wirklich kein Genie sein, um die beiden großen Enttarnungen am Filmende zu erahnen.

Und James Arness, der kurz darauf als Marshal Matt Dillon in der äußerst langlebigen TV-Serie „Rauchende Colts“ (1955 – 1975; und danach noch einige TV-Specials) weltbekannt wurde, spielt hier beeindruckend einen der Varden-Brüder.

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California (California, USA 1946)

Regie: John Farrow

Drehbuch: Frank Butler, Theodore Strauss (nach einer Geschichte von Boris Ingster)

mit Ray Milland, Barbara Stanwyck, Barry Fitzgerald, George Coulouris, Albert Dekker, Anthony Quinn

DVD

Koch Media – Edition Western-Legenden # 41

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre (würde bei einer Neuprüfung sicher deutlich geringer ausfallen)

Hinweise

TCM über „California“

Rotten Tomatoes über „California“

Wikipedia über „California“

Meine Besprechung von John Farrows „Spiel mit dem Tode“ (The Big Clock, USA 1947)

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Auf verlorenem Posten (The Lone Hand, USA 1953)

Regie: George Sherman

Drehbuch: Joseph Hoffman

mit Joel McCrea, Jimmy Hunt, Barbara Hale, Alex Nicol, Charles Drake, James Arness (als Jim Arness)

DVD

Koch Media – Edition Western-Legenden # 40

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Bildergalerie, Booklet

Länge: 76 Minuten

FSK: ab 12 Jahre (auch hier würde eine Neuprüfung mindestens bei FSK-6 enden)

Hinweise

TCM über „Auf verlorenem Posten“

Wikipedia über „Auf verlorenem Posten“

Meine Besprechung von George Shermans „Die schwarze Maske“ (Black Bart, USA 1948)

Meine Besprechung von George Shermans „Verschwörung auf Fort Clark“ (War Arrow, USA 1953)

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TV-Tipp für den 14. Juli: Vogelfrei

Juli 14, 2016

Arte, 14.15

Vogelfrei (USA 1949, Regie: Raoul Walsh)

Drehbuch: John Twist, Edmund H. North

LV: W. R. Burnett: High Sierra, 1940

1870: Bandit McQueen flieht vor dem Gesetz und früheren Kumpels in die Berge.

„Vogelfrei“ ist die Western-Adaption von Burnetts Gangster-Roman „High Sierra“, den Walsh bereits 1941 mit Humphrey Bogart verfilmte und für Bogart ein wichtiger Schritt in seiner Karriere hin zu einem Hauptdarsteller war.

Der Western „ist die beste Filmversion des Stoffes, und die Schlußszenen mit dem Tod des Liebespaares gehören zum Besten, was Walsh je gedreht hat.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Mit Joel McCrea, Virginia Mayo, Dorothy Malone

Wiederholung: Mittwoch, 20. Juli, 15.40 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Vogelfrei“

Wikipedia über „Vogelfrei“

Krimi-Couch über W. R. Burnett

Mordlust über W. R. Burnett

Detnovel über W. R. Burnett

Film Noir.net über W. R. Burnett

ShotsMag über W. R. Burnett


TV-Tipp für den 4. Mai: Union Pacific

Mai 3, 2015

Arte, 20.15

Union Pacific (USA 1939, Regie. Cecil B. DeMille)

Drehbuch: Walter DeLeon, C. Gardner Sullivan, Jesse Lasky jr., Jack Cunningham

LV: Ernest Haycox: Trouble Shooter, 1936 (Das stählerne Band; Union Pacific. Heyne)

Epischer Western über den Bau der Union-Pacific-Linie, erzählt anhand der Erlebnisse von Exsoldat Jeff Butler (Joel McCrea), der als Troubleshooter angeheuert wurde und der sich in Molly (Barbara Stanwyck) verliebt. Was für einige weitere Probleme sorgt.

DeMille hält seien Lokomotive ständig unter Volldampf und braust von Höhepunkt zu Höhepunkt. Von der Demolierung eines Saloons zum Zugunglück im verschneiten Paß, vom Indianerüberfall bis zum Shoot-out zwischen dem Good Man, dem Good-bad Man, dem Bad-bad Man und dem Good-bad Girl, von der Verfolgungsjagd durch die Prärie zur Schienenhochzeit; alles voller Aufregung, voller Enthusiasmus und voller Spaß und Gelächter. DeMilles zweitbester Western (nach ‚The Plainsman‘), einer der größten Geschäftserfolge von 1939, mit den gleichzeitig entstandenen ‚Stagecoach‘, ‚Drums along the Mohwak‘ und ‚Jesse James‘ eines der Werke, mit denen der Western eine glorreiche Renaissance erlebte.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

überdurchschnittliche Kinounterhaltung“ (Lexikon des internationalen Films)

Klingt doch gut; auch wenn der Western-Klassiker bei uns fast unbekannt ist.

mit Joel McCrea, Barbara Stanwyck, Akim Tamiroff, Robert Preston, Lynne Overman, Brian Donlevy, Anthony Quinn, Lon Chaney jr.

auch bekannt als „Die Frau gehört mir“ (Titel der gekürzten Fassung, die 1939 in unseren Kinos lief; 1965 gab es dann eine Wiederaufführung)

Wiederholung: Dienstag, 5. Mai, 13.55 Uhr

Hinweise

Arte über „Union Pacific“

Turner Classic Movies über „Union Pacific“

Wikipedia über „Union Pacific“ (deutsch, englisch)


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