TV-Tipp für den 7. Juli: War Dogs

Juli 7, 2019

Pro7, 20.15

War Dogs (War Dogs, USA 2016)

Regie: Todd Phillips

Drehbuch: Stephen Chin, Todd Phillips, Jason Smilovic

LV: Guy Lawson: Arms and the Dudes (Artikel Rolling Stone, 2011)

Die Schulfreunde Efraim (Jonah Hill) und David (Miles Teller) verdienen ihr Geld mit kleinen, öffentlich ausgeschriebenen Beschaffungsaufträge des Militärs. Als sie für ihren bislang größten Auftrag die Konkurrenz unwissentlich um fünfzig Millionen Dollar unterbieten, ändert sich ihr Leben.

Immer wieder gelungen satirisch zugespitztes Drama über Freundschaft und den amerikanischen Traum.

Todd Phillips drehte vorher die „Hangover“-Filme. Aktuell ist er mit dem DC-Einzelfilm „Joker“ beschäftigt. Der Trailer sieht vielversprechend aus.

Mehr über „War Dogs“ in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Miles Teller, Jonah Hill, Ana de Armas, Bradley Cooper, Kevin Pollak

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „War Dogs“

Metacritic über „War Dogs“

Rotten Tomatoes über „War Dogs“

Wikipedia über „War Dogs“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Todd Phillips „War Dogs“ (War Dogs, USA 2016)

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Neu im Kino/Filmkritik: „Beach Bum“ Moondog, glücklich beduselt in Florida

März 29, 2019

Moondog ist der ultimative Abhänger. Vor Ewigkeiten schrieb er ein erfolgreiches Buch mit Gedichten. Später heiratete er die vermögende Minnie (Isla Fisher), die ihn bedingungslos liebt, mit ihm eine inzwischen 22-jährige Tochter hat und ihn finanziell durchfüttert. Dabei braucht Moondog nicht viel. Er lebt auf einem Hausboot, was in Florida nicht ungewöhnlich ist. Er konsumiert die Drogen, die schon die Beatniks in rauen Mengen genossen. Er hat Affären mit anderen Frauen. Und er torkelt fröhlich bekifft, das Leben genießend, über die Strandpromenade.

Diesen Mann verkörpert Matthew McConaughey als einen grenzdebilen, immer freundlichen und allseits toleranten Freigeist, der die Anforderungen der Konsumgesellschaft nonchalant ignoriert. Und der dabei, wegen des Vermögens seiner Frau, hemmungslos von ihr profitiert. Er ist ein Schnorrer, Faulenzer und Kiffer. Er verkörpert nicht das philosophische Gegenmodell zum Kapitalismus. Er ist ein zu Gefühlen unfähiger Parasit, dessen Rechnungen im Zweifelsfall immer von Minnie bezahlt werden.

Harmony Korine idolisiert diesen Menschen in seinem neuen Film „Beach Bum“. Mit ihm kehrt er, sieben Jahre seinem letzten Film, dem erfolgreichen „Spring Breakers“, zurück in den Sunshine State. Wieder hat er kein Interesse am konventionellen Erzählen einer Geschichte. Er ignoriert all die bekannten Drehbuchregeln. Wieder glorifiziert er den Lebensstil seiner in rauen Mengen Drogen konsumierenden Charaktere. Unklar ist dabei, ob es sich nicht vielleicht doch um eine sehr versteckte und subtile Art der Kritik am US-Lebensstil handeln könnte.

Beach Bum“ ist, mit einigen Nebencharakteren, eine Charakterstudie über einen Mann, der keine Lust hat, sich zu verändern und die Studie eines fröhlichen Stillstands. Das was Korine als Handlung anbietet, ist weniger als nichts. So soll Moondog nach dem von ihm mitverschuldetem Tod seiner Frau nur dann sein Erbe erhalten, wenn er sein lange geplantes neues Buch endlich vollendet. Das führt dazu, dass Korine in der zweiten Filmhäfte einige Male Moondog an verschiedenen Orten mit einer alten mechanischen Schreibmaschine zeigt. Dann haut der Poet fröhlich bekifft, fotogen am Strand sitzend, in die Tasten. Dass er dabei irgendetwas verwertbares herstellt, erscheint unwahrscheinlich. Und dass dieser Vollzeitkiffer jetzt noch irgendeinen bemerkenswerten Gedanken formuliert, erscheint unmöglich. Denn während des gesamten Films hat Moondog zwar eine klare und eindeutige Haltung zum Leben, aber dass er in der Lage ist, diese in Poesie zu überführen, wird noch nicht einmal angedeutet. Es wird nur von seiner Frau, seinen Freunden und seinem Manager behauptet, dass er früher einmal ein großer Poet war.

Heute hat der Aussteiger noch nicht einmal die Energie, um sich dem uramerikanischen Leistungsprinzip zu verweigern. Das wäre zu viel Aktivität. Dazu müsste er eine Haltung dazu entwickeln, ein Ziel haben und es verfolgen. Stattdessen trinkt und kifft er sich, wie ein Haustier, einfach durch den Tag. Den nächsten und den übernächsten.

Weil ein Tag wie der andere ist und weil Moondog keine Entwicklung durchmacht und Minnies Tod keinerlei Auswirkung auf sein Leben hat, könnten die Erlebnisse von Moondog auch in irgendeiner anderen Reihenfolge gezeigt werden.

Dieser Moondog ist nämlich eine Person ohne Geheimnisse. Entsprechend schnell weiß man alles über ihn und die Komödie erscheint, trotz schöner Bilder, witziger Szenen, Starauftritten und einer mit etwas über neunzig Minuten (mit Abspann) kurzen Laufzeit ziemlich lang.

Harmony Korine: „Ich wollte etwas machen, das einen in Hochstimmung versetzt und völlig respektlos ist. Es soll die Menschen auf den Humor und die Poesie des Lebens einstimmen, man soll eine Weile eintauchen können in einen durch und durch aberwitzigen Trip. Die Welt ist so dunkel und ernst und pedantisch geworden. Ich finde, es ist erfrischend, einem unangepassten Hallodri zu folgen, einem Typ, dem Regeln völlig egal sind, jemandem, der total abgefahren ist, aber einen gleichzeitig mit seinem Charme sofort für sich einnimmt. Die Geschichte mag einem albern erscheinen, aber es geht um echte Menschen und Menschlichkeit.

Im Herzen ist Moondog immer jung geblieben. Er hat jedes Hindernis, das das Leben vor einem aufstellen kann, bezwungen. Am Ende des Tages reicht es ihm, high zu sein, anders zu sein als die Anderen und so viele Frauen und Drinks wie möglich zu haben. Es macht ihm Spaß, andere Leute auf die Palme zu bringen. Die Geschichte von Moondog ist wie eine perverse Jimmy-Buffett-Ballade. Er ist der Held einer modernen Stoner-Rock-Erzählung. In der heutigen Welt kommt uns das wie Fantasy vor. Dieser Typ sagt einfach:,Fickt Euch alle! Ich lasse meine Füße in den Sand baumeln, trinke und genieße das Leben.‘ Für ihn ist es, als würde er seine Poesie jetzt nicht mehr schreiben, sondern einfach nur noch ausleben.

Für mich ist er die Strandversion eines Cheech-und-Chong-Films.“

Isla Fisher: „’Beach Bum‘ ist wie ein Gedicht ohne Pointe.“

Beach Bum (The Beach Bum, USA 2019)

Regie: Harmony Korine

Drehbuch: Harmony Korine

mit Matthew McConaughey, Isla Fisher, Snoop Dog, Zac Efron, Jonah Hill, Martin Lawrence, Stefania LaVie Owen, Jimmy Buffett

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Beach Bum“

Metacritic über „Beach Bum“

Rotten Tomatoes über „Beach Bum“

Wikipedia über „Beach Bum“

Meine Besprechung von Harmony Korines „Spring Breakers“ (Spring Breakers, USA/Frankreich 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Eine Kindheit in den „Mid90s“ unter Skatern

März 9, 2019

Egal was man erwartet, wenn man hört, dass Jonah Hill einen Film inszeniert: sein Regiedebüt „Mid90s“ ist anders als erwartet. Bekannt wurde Hill als Komiker der gröberen Sorte. In den vergangenen Jahren profilierte er sich auch als ernsthafter Schauspieler. Für seine Rollen in „Moneyball“ und „The Wolf of Wall Street“ erhielt er Oscar-Nominierungen. Trotzdem ist er immer noch am bekanntesten für künstlerisch nicht besonders bemerkenswerten Komödien, wie „Superbad“ und „21 Jump Street“.

Mid90s“ ist weder das eine, noch das andere. Es ist ein quasi-dokumentarischer, auf 16mm gedrehter Blick auf die Skaterszene in Los Angeles in den Neunzigern, garniert mit der dazu passenden Musik. Im Mittelpunkt steht der dreizehnjährige Stevie (Sunny Suljic). Er bewundert seinen älteren Bruder Ian (Lucas Hedges) und, fast noch mehr, eine Gruppe von fast gleichaltrigen Skatern. Er möchte gerne zu ihnen gehören. Aber wie spricht man seine Idole an? Und wie erwirbt man ihren Respekt? Vor allem wenn die eigene Skater-Erfahrung gegen Null tendiert und das eigene Skateboard ein zusammengeflickter Witz ist.

Jonah Hill schildert das mit dem ruhigen Blick eines Dokumentarfilmers. Er nimmt sich Zeit. Er hält sich im Hintergrund. Er beobachtet die Jugendlichen mit einem sympathisierendem und auch neugierigen Blick. Die Skater werden von realen Skatern gespielt, die sich mehr oder weniger selbst spielen. Sie hängen Die Filmgeschichte ist dabei nur die erzählerische Krücke für den Einblick in eine Jugendkultur. „Mid90s“ ist eine Milieustudie, die, außer bei Stevie, die Protagonisten nur bei ihrer gemeinsamen Freizeit beobachtet.

Der Look und das 4:3-Bildformat lassen den Film wie einen damals aufgenommenen und seitdem in irgendeiner Schublade vergessenen Film wirken. Das ist die Stärke und Schwäche des Films. Er zeigt die Szene so, wie sie damals war zwischen skaten, abhängen, pseudophilosophisch blödeln, Drogen nehmen, Musik hören und Mixtapes erstellen.

Gleichzeitig fehlt der Blick aus der Gegenwart auf die Vergangenheit und umgekehrt. Es ist, im Gegensatz zu den ebenfalls gerade im Kino angelaufenen Dramen „Die Berufung“ und „Beale Street“, unklar, was die besondere Bedeutung dieser Skaterjungs für die Gegenwart ist.

Mid90s (Mid90s, USA 2018)

Regie: Jonah Hill

Drehbuch: Jonah Hill

mit Sunny Suljic, Katherine Waterston, Lucas Hedges, Na-kel Smith, Olan Prenatt, Gio Galicia, Ryder McLaughlin, Alexa Demie, Harmony Korine

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Mid90s“

Metacritic über „Mid90s“

Rotten Tomatoes über „Mid90s“

Wikipedia über „Mid90s“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Gus Van Sants John-Callahan-Biopic „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

August 17, 2018

John Callahan trinkt sich in den frühen Siebzigern in Long Beach, Kalifornien, durch den Tag. Als er mit einer Zufallsbekanntschaft von einer wilden Party zu einer noch wilderen Party will, verändert sich sein Leben für immer. Und das ist jetzt nicht Hollywood-Pathos, sondern bittere Realität: Auf dem Weg zur nächsten Party baut der betrunkene Fahrer einen Unfall, den dieser fast unverletzt überlebt. Callahan, der noch betrunkenere Beifahrer, überlebt schwer verletzt. Ärzte können sein Leben retten, aber er ist fast vollständig gelähmt. Er muss bis an sein Lebensende im Rollstuhl sitzen. Auch seine Arme kann er kaum bewegen.

Callahan zieht zurück in seine Geburtsstadt Portland, Oregon. Er trinkt weiter und beginnt zu Malen. Es sind primitive, sarkastisch-schwarzhumorige und immer wieder politisch inkorrekten Cartoons, die zuerst in der örtlichen Tageszeitung abgedruckt werden. Später in den gesamten USA und weltweit.

Am 24. Juli 2010 stirbt der am 5. Februar 1951 geborene John Callahan. Aber diesen Teil, seine letzten Lebensjahre als erfolgreicher Cartoonist, erzählt Gus Van Sant in seinem neuen Film „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ nicht. Er baut seinen konventionell erzählten Feelgood-Film nach dem Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker auf. Er erzählt Callahans Weg vom Trinker zur Enthaltsamkeit und Selbsterkenntnis. Mit dem AA-Programm hat Van Sant eine sehr einfache und dramaturgisch sehr tragfähige Struktur. Er kann in der Zeit hin und her springen, ohne den Fluss der Erzählung zu unterbrechen und so auch etwas widerständiges Indie-Feeling in einen sehr konventionellen Film bringen. Das AA-Programm gibt auch eine klare dramaturgische Richtung vor: von rauschenden Drogennächte über die verschiedenen Versuche, abstinent zu Leben und anschließend sein Leben immer mehr in Ordnung zu bringen. Dazu gehören auch Callahans Umgang mit seiner Behinderung und sein beginnender Erfolg als Cartoonist. In seinen Zeichnungen setzt er sich auch ohne falsche Scheu, mit ätzendem Humor und Selbstironie mit seiner letztendlich selbst verschuldeten, beschissenen Situation auseinander. Auch ohne das Bild zu kennen, sagt der Filmtitel ‚Keine Panik, er wird zu Fuß nicht weit kommen‘ einiges über Callahans Haltung zu sich und seinem Leben aus. Callahans spiritueller Helfer auf dem Weg zur Selbsterkenntnis ist dabei Donnie. Ein vermögender AAler, der eine kleine Schar von Jüngern um sich gescharrt hat und in seiner Nobelvilla nicht arm wie Jesus lebt, aber sich so benimmt und aussieht.

Mit den Musikerinnen Kim Gordon („Sonic Youth“) und Beth Ditto („Gossip“) und Udo Kier ist Donnies AA-Gruppe prominent besetzt. Callahans Sozialarbeiterin Suzanne wird ebenfalls von einer Indie-Musikerin gespielt: „Sleater-Kinney“-Gitarristin Carrie Brownstein.

Und Donnie, gespielt von Jonah Hill, ist auch kein Unbekannter. Auch wenn er unter seinem Vollbart kaum erkennbar ist. Joaquin Phoenix spielt, gewohnt überzeugend, John Callahan.

In Gus Van Sants Filmographie, die munter zwischen Arthaus, Experimenten und Mainstream-Hollywood-Erzählkino hin und her springt, gehört „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ eindeutig in die letzte Kategorie. Den Ursprung hatte das Projekt vor mehr als zwanzig Jahren. Robin Williams, mit dem Van Sant bei „Good Will Hunting“ zusammen gearbeitet hatte, hatte sich die Rechte an John Callahans Biographie gesichert und er wollte Callahan spielen. Seitdem traf Van Sant sich öfter mit Callahan und arbeitete mit verschiedenen Autoren an verschiedenen Drehbuchversion. Letztendlich baute er das Buchkapitel, in dem Callahan erzählt, wie er seine Alkoholsucht überwand, zum Film aus.

Don’t worry, weglaufen geht nicht (Don’t worry, he won’t get far on foot, USA 2018

Regie: Gus Van Sant

Drehbuch: Gus Van Sant (nach einer Geschichte von John Callahan und Gus Van Sant & Jack Gibson & William Andrew Eatman)

LV: John Callahan: Don’t worry, he won’t get far on foot, 1989 (Don’t worry, weglaufen geht nicht)

mit Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Carrie Brownstein, Beth Ditto, Kim Gordon

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Metacritic über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Rotten Tomatoes über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Wikipedia über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Meine Besprechung von Gus Van Sants „The Sea of Trees – Liebe wird dich nach Hause führen“ (The Sea of Trees, USA 2015)

Don’t worry, das Filmgespräch ist zwar leise aufgenommen, aber die drei Drehbuchautoren sind gut verständlich

Eine Doku über John Callahan


Neu im Kino/Filmkritik: „Sausage Party – Es geht um die Wurst“ – und Kinder müssen draußen bleiben

Oktober 6, 2016

Erinnern Sie sich noch an „Fritz the Cat“? Das war vor über vierzig Jahren ein Trickfilm, der damals mühelos eine FSK-18-Freigabe erhielt. Heute ist er zwar „frei ab 16 Jahren“, aber das ändert nichts daran, dass der Film in jeder Sekunde und in ungefähr jedem Bild, auch wenn eine Katze im Mittelpunkt steht, explizit ist.

Sausage Party – Es geht um die Wurst“, der neue Film von Seth Rogen und Evan Goldberg, ist jetzt der erste Computeranimationsfilm, der in den USA ein R-Rating erhielt, was sich vor allem aufgrund der Sprache und einer vollkommen unvermittelt kommenden Orgie am Filmende, die dem Begriff „Food Porn“ eine neue Bedeutung verleiht, erklärt.

In dem Trickfilm können Lebensmittel, also die industriell hergestellten Brötchen und Würste, die es nur in hygienisch ultrasauberen US-amerikanischen Supermärkten gibt, sprechen. Sie bandeln miteinander an, lieben und hassen sich und freuen sich, nachdem sie gekauft wurden, vor den Toren des Supermarktes in dem versprochenen Himmel miteinander vereint zu werden. Da erfahren sie von einem zurückgegebenem Lebensmittel, dass draußen nicht der Himmel, sondern die Hölle aus sie wartet. Sie werden – Überraschung! Bzw. was haben sie sich sonst unter Vereinigung vorgestellt? – beschnitten, in die Pfanne geworfen, gebrutzelt und gegessen.

Eine richtige Story hat „Sausage Party“ nicht und die Filmidee trägt höchstens über die Länge eines TV-Sketches. Da helfen dann auch die zahlreichen sexuellen Anspielungen und Anzüglichkeiten – die Wurst Frank will von dem Brötchen Brenda, ähem, umschlungen werden – nicht weiter.

Und, siehe „Fritz the Cat“, subversiv ist bei der „Sausage Party“ nichts mehr. Es ist ein Kindergeburtstag mit Zoten, Stereotypen, nerviger Musik, schlechtem Essen und ohne Alkohol.

sausage-party-plakat

Sausage Party – Es geht um die Wurst (Sausage Party, USA 2016)

Regie: Conrad Vernon, Greg Tiernan

Drehbuch: Seth Rogen, Evan Goldberg, Kyle Hunter, Ariel Shaffir (nach einer Geschichte von Seth Rogen, Evan Goldberg und Jonah Hill)

mit (im Original den Stimmen von) Seth Rogen, Jonah Hill, Michael Cera, Kristen Wiig, Salma Hayek, Danny McBride, Edward Norton, David Krumholtz, Bill Hader, Craig Robinson, Nick Krill, James Franco, Paul Rudd

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Sausage Party“

Metacritic über „Sausage Party“

Rotten Tomatoes über „Sausage Party“

Wikipedia über „Sausage Party“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 3. Oktober: The Wolf of Wall Street

Oktober 3, 2016

ZDF, 22.00

The Wolf of Wall Street (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Terence Winter

LV: Jordan Belfort: The Wolf of Wall Street, 2007 (Der Wolf der Wall Street)

An seinem ersten Arbeitstag an der Wall Street crasht die Börse. Also zieht der nun arbeitslose, selbsternannte „Wolf of Wall Street“ Jordan Belfort 1987 eine Straße weiter und mit dem Verkauf von Pennystocks verdient er ein Vermögen.

Knapp gesagt: „GoodFellas“ und „Casino“ in der Finanzwelt, niemals langweilig und grandios von Martin Scorsese inszeniert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung – und noch mehr im Bonusmaterial zum Film.

mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Jean Dujardin, Jon Bernthal

Wiederholung: Mittwoch, 5. Oktober, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Belfort - Der Wolf der Wall-Street - Movie-Tie-In - 4

Jordan Belfort: Der Wolf der Wall Street – Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone

(übersetzt von Egbert Neumüller)

Goldmann Taschenbuch, 2014

640 Seiten

9,99 Euro

Die Originalausgabe erschien 2007.

Die deutsche Erstausgabe 2008 im Verlag Börsenmedien AG.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Wolf of Wall Street“

Moviepilot über „The Wolf of Wall Street“

Metacritic über „The Wolf of Wall Street“

Rotten Tomatoes über „The Wolf of Wall Street“

Wikipedia über „The Wolf of Wall Street“ (deutsch, englisch)

Hollywood vs. Reality über „The Wolf of Wall Street“

Kriminalakte: Tonnen weitergehender Informationen über den Film

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses “The Wolf of Wall Street” (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „War Dogs“ – satirisches Drama über Waffenhändler

September 30, 2016

Vom Regisseur von „Hangover“ und anderer Komödien, die für eher groben Humor bekannt sind, mit Jonah Hill in der Hauptrolle, der zwar schon zweimal für den Oscar nominiert wurde, aber immer noch vor allem als Komiker bekannt ist und mit einem Trailer gesegnet, der die nächste Hollywood-Kriegskomödie erwarten lässt, die primär auf platte Gags und knallige, eher grobe Satire setzt: das sind Zeichen, die die Erwartungen dämpfen. Schließlich waren zuletzt „Whiskey Tango Foxtrot“ mit Tina Fey und „Rock the Kasbah“ mit Bill Murray ziemlich enttäuschende und rundum harmlose Kriegssatiren.

Und wenn dann die ersten Minuten direkt aus „Lord of War – Händler des Todes“ geklaut sind, dann fragt man sich, ob man sich wirklich ein inoffizielles Remake von „Lord of War“ ansehen muss. Immerhin hat Andrew Niccol in seinem grandiosen Film über internationale Waffenhändler alles gesagt, was gesagt werden muss.

Daran ändert der Hinweis, dass die Geschichte von „War Dogs“ auf der wahren Geschichte von Efraim Diveroli und David Packouz basiert, nichts. Die beiden Schulfreunden begannen 2005 als Anfang-Zwanzigjährige kleine Beschaffungsaufträge des Militärs, die öffentlich ausgeschrieben werden müssen, abzustauben. Ihr großer Coup gelang ihnen Anfang 2007, als sie für dreihundert Millionen Dollar vom US-Militär den Auftrag für die Lieferung von Waffen und Munition an die Afghanische Nationalarmee erhielten.

Sie hatten – und das zeigt der Trailer, der eigentlich alle Gags enthält – die Konkurrenz unwissentlich um über fünfzig Millionen Dollar unterboten.

Diese Szene ist relativ spät im Film, der sich nach seinem verunglückten „Lorld of War“-Anfang schnell zu einem Drama über Freundschaft und den amerikanischen Traum entwickelt. Das ist absolut sehenswert und immer wieder gelungen satirisch zugespitzt.

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War Dogs (War Dogs, USA 2016)

Regie: Todd Phillips

Drehbuch: Stephen Chin, Todd Phillips, Jason Smilovic

LV: Guy Lawson: Arms and the Dudes (Artikel Rolling Stone, 2011)

mit Miles Teller, Jonah Hill, Ana de Armas, Bradley Cooper, Kevin Pollak

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „War Dogs“

Metacritic über „War Dogs“

Rotten Tomatoes über „War Dogs“

Wikipedia über „War Dogs“ (deutsch, englisch)

 


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