Neu im Kino/Filmkritik: Steven Soderberghs Arbeitstempo ist „Unsane: Ausgeliefert“ sind wir zu unserem Vergnügen

März 30, 2018

Lucky Logan“ gibt es erst seit einigen Wochen auf DVD und schon ist der nächste Film von Steven Soderbergh, der auf der Berlinale seine Premiere hatte, in unseren Kinos. „Unsane: Ausgeliefert“ ist sein erster Horrorfilm. Es ist außerdem der erste Film, den er auf einem iPhone drehte. Zuletzt zeigte Sean Baker in „Tangerine L. A.“, dass man mit einem iPhone einen gut aussehenden, äußerst farbenprächtigen Film inszenieren kann, der auch auf einer riesigen Leinwand nicht nach einem billigen Videofilm für den Hausgebrauch aussieht.

Soderberghs Bilder sind deutlich blasser und farbensättigter als Bakers strahlendes Los Angeles. Das liegt natürlich auch an der Geschichte: Sawyer Valentini (Claire Foy) fühlt sich verfolgt von einem Stalker. Wegen David Strine zog sie bereits in eine andere Stadt. Trotzdem sieht sie in jedem Mann, mit dem sie sich trifft und Sex haben will, David Strine. Weil es sich um auch für sie klar erkennbare Wahnvorstellungen handelt, wendet sie sich an das Highland Creek Behavioral Center. Sie möchte neben ihrer Arbeit eine Therapie mit regelmäßigen Sitzungen machen. Nach dem Gespräch mit der Therapeutin unterzeichnet sie einige Papiere und wird sofort für eine Nacht zur Beobachtung in die Klinik eingewiesen. Weil in den Papieren auch ein Satz war, mit dem sie zu einer stationären Beobachtung einwilligte, ist das legal.

Aus der einen Nacht wird eine Woche – und wir fragen uns schnell, ob sie nicht doch zu recht in der Klinik ist. Immerhin behauptet sie, dass einer der Pfleger ihr Stalker ist. Und dieses Mal erkennt sie ihre Wahnvorstellung nach einem Schockmoment nicht als Wahnvorstellung. David Strine bleibt David Strine.

Unsane“ ist ein schwarzhumoriger B-Horrorthriller, der die Psychiatrie als Vorhölle mit besorgten Pflegern und Ärzten zeigt, die fürsorglich ihren Willen gegenüber den nicht zurechnungsfähigen Patienten durchsetzen. Das knüpft an Filme wie Samuel Fullers „Schock-Korridor“ und, obwohl kein B-Picture, Milos Formans „Einer flog übers Kuckucksnest“ an. Auch in „Unsane“ ist, wie in Fullers Film, ein Journalist undercover in der Klinik. Nate hilft Sawyer auch, die Strukturen der Klinik zu verstehen. Denn das Highland Creek Behavioral Center hat – und hier wird „Unsane“ auch zu einer Kritik des US-Gesundheitssystems – die Patienten als Kunden entdeckt. Es sind rechtlose Kunden, die in dem Wust von notwendigen Erklärungen, die man unterschreiben muss, auch die Sätze unterschreiben, die zu ihrer Beobachtung in der Klinik führen. Dort werden ihre seelischen Probleme nicht behandelt, sondern sie werden so lange ruhiggestellt, bis ihre Krankenversicherung ihren Aufenthalt nicht mehr bezahlt. Nate will diese Quasi-Inhaftierung von Menschen im Highland Creek Behavioral Center aufdecken.

Diese Kapitalismuskritik ist in Soderberghs Werk eine Konstante, die in „Unsane“ allerdings nur ein Subplot ist.

Im Zentrum des Psycho-Thrillers steht die Frage, ob Sawyer verrückt ist oder ob ihr Stalker wirklich einer der Pfleger ist. Dann wäre sie ihm jetzt wirklich hilflos ausgeliefert und das wäre dann wirklich der endgültige Horror.

Diese Geschichte folgt, mit einigen modernen Tupfern, den bekannten Genrekonventionen, die Soderbergh mit viel Lust an den Konventionen, den überraschenden Wendungen und dem Horror der totalen Ausgeliefertseins in einem System erzählt.

Das ist nicht neu, aber ungeheuer spannend.

Neu ist dagegen die Aufnahmetechnik, die es Soderbergh ermöglichte, den Film sehr schnell in einer stillgelegten Klinik zu drehen. Der Drehort sorgte für das nötige bauliche Retro-Gefühl. Die iPhone-Bilder sorgen für eine große Intimität. Die immer wieder leicht verschobenen Proportionen und die kränklichen Farben passen gut zu der immer leicht verschobenen Wahrnehmung einer Person, die zunehmend zweifelt, ob sie noch zwischen Realität und Irrealität unterscheiden kann.

Im Presseheft sagt Steven Soderbergh, der gegenüber Experimenten immer aufgeschlossen ist, über die im Film verwandte Technik: „Seit Jahren experimentiere ich schon mit diesen Gerätschaften, mit Mobiltelefonen und diversen Linsen, mit denen man diese bestücken kann. Mir war vollkommen klar, dass man eines Tages mit dieser Technologie Filme drehen würde. Es ist die Technologie der Zukunft. Es war mein Ziel, einen Film zu drehen, den sich jedermann im Kino anschauen kann, ohne zu wissen, wie er gedreht wurde – und man erkennt keinen Unterschied zu einem normalen Film.

Insgesamt kamen drei iPhone 7Plus-Kameras zum Einsatz. Das Mobiltelefon hat eine 4K-Erfassung, was man in der tollen Auflösung auf der Leinwand erkennen kann. Zudem benutzten wir eine App namens FiLMiC Pro, die zahlreiche Belichtugnsmöglichkeiten zulässt. Man kann die Blendenöffnung, die Verschlusszeiten, die Farbtemperatur und die Tiefenschäfte steuern. Außerdem gibt es von FiLMiC Pro eine ferngesteuerte Version, die man mittels eines weiteren Mobiltelefons bedienen kann. Man braucht nicht einmal einen eigenen Monitor. Man hat die totale Kontrolle. Die iPhones sind sehr leicht, das macht sie in puncto Vibrationen sehr empfindlich. (…)

Auch die Linsen, die eine Firma namens Moment herstellt, sind extrem klein. Wir haben drei ihrer Produkte benutzt, eine 18mm-Linse, eine 60mm-Linse und ein Fischauge. Wir hatten aus Sicherheitsgründen drei Sätze mit den jeweils entsprechenden Objektiven. Es hätte ja sein können, dass wir alle drei Kameras gleichzeitig brauchten – aber das passierte dann nie. Wir drehten hauptsächlich mit der 18mm-Linse. Und manchmal nutzte ich die Linse, die normalerweise im iPhone eingebaut ist – es gab Szenen, für die sie genau die Brennweite besaß, die wir brauchten. (…)

Das ganze Kameraequipment passte in einen Rucksack. Wir hatten drei Mobiltelefone, drei Objektivsätze zusätzliche Batterien, ein paar Monitore, Klappen, Mikrophone und die Stabilisierungsvorrichtung fürs DGI Osmo dabei.“

Soweit die Technik, die sich wirklich jeder leisten kann. Aber, so Soderbergh weiter: „Wenn man nicht inszenieren kann, die Kamera nicht zu positionieren versteht und den Schnitt nicht beherrscht, ist es ganz egal, was für eine Kamera einem zur Verfügung steht.“

Unsane: Ausgeliefert (Unsane, USA 2018)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Jonathan Bernstein, James Greer

mit Claire Foy, Joshua Leonard, Juno Temple, Jay Pharoah, Amy Irving, Aimée Mullins, Polly McKie, Matt Damon (Cameo)

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Unsane“

Metacritic über „Unsane“

Rotten Tomatoes über „Unsane“

Wikipedia über „Unsane“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Unsane“

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

Interview mit Steven Soderbergh über den Film (Achtung: Spoiler!)

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Warte, bis es dunkel wird“ und der Phantom-Killer kommt

April 9, 2015

31. Oktober 2013: Die Jugendlichen der Kleinstadt sehen sich, wie jedes Jahr, im Autokino „The Town that dreaded Sundown“ (Der Phantomkiller/Der Umleger, USA 1976, Regie: Charles B. Pierce) an. Ein fröhliches Happening mit Bier und Fummeleien ist geplant.
1976: Eine Filmcrew dreht „The Town that dreaded Sundown“. Der bei uns fast unbekannte frühe Slasher-Horrorfilm basiert auf einer Mordserie, die im Frühling 1946 Texarkana erschütterte.
1946: In Texarkana, einer Stadt die eigentlich aus zwei Städten besteht, die auf der Grenze zwischen Texas und Arkansas liegt, bringt der Phantom-Killer acht Menschen um. Die „Mondlicht-Morde“, die es wirklich gab, wurden nie aufgeklärt.
Zurück in der Gegenwart wird die jährliche Filmpräsentation durch Jami Lerner gestört. Sie hatte mit ihrem Freund das Autokino verlassen, um auf einem abgelegenem Platz im Wald das zu haben, was in Horrorfilmen immer mit dem Tod der Beteiligten endet. Dieses Mal bringt der plötzlich aus dem Wald auftauchende maskierte Killer, der aussieht wie der Mörder in dem Film und damit wie der Mörder von 1946 und der für die Dorfjugend nur eine nette Schauerlegende ist, nur ihren Freund um. Sie muss die Tat ansehen (hübsch gefilmt als sich auf einer Steinwand abzeichnendes Schattentheater) und kann entkommen.
Das ist der gar nicht so unsympathische Auftakt zu Alfonso Gomez-Rejons Meta-Horrorfilm „Warte, bis es dunkel wird“, der danach lange Zeit vor sich hin plätschert, weil der Mörder erst eine längere Pause einlegt, die Filmgeschichte sich nirgendwohin entwickelt und es unklar ist, wer der Protagonist sein soll. Letztendlich ist es Jami, die auf eigene Faust beginnt, den Mörder zu suchen und dabei auch in den Archiven der beiden Städte stöbert. Denn irgendwie hängen die aktuellen Morde mit dem Film und der historischen Mordserie zusammen.
Gomez-Rejon („Glee“, „American Horror Story“) inszenierte allerdings auch einen Film, der sein Potential niemals ausschöpft. Das liegt an seiner Marotte, möglichst viele Dutch Angles in neunzig Minuten unterzubringen. Aber nach der dritten ohne Sinn und Verstand eingesetzten schrägen Kameraperspektive nerven die kippenden Bild nur noch. Immerhin gibt es in dem gut aussehendem Slasher keine Wackelkamera und sinnlos falsch belichtete Szenen.
Es gibt aber einige Anschlussfehlern und ein Drehbuch, das ziemlich zusammenhanglos zwischen den drei Zeitebenen hin- und herspringt. Es gibt im Drehbuch auch einige Schlampereien, die man eigentlich nach der ersten Fassung hätte beseitigen müssen. So schnappt sich die Heldin am Ende, wenn sie vor dem Killer flüchtet, noch schnell und ohne einen ersichtlichen Grund die Handtasche ihrer Großmutter. Später erfahren wir, dass in der Handtasche eine Schusswaffe ist. In einem besseren Film hätten wir das schon gewusst bevor sie sich die Tasche schnappt. Und wenn der Film in dem Moment spannender gewesen wäre, wäre mir das idiotische Verhalten von Jami überhaupt nicht aufgefallen. Immerhin reden wir vom Höhepunkt des äußerst unblutigen Horrorfilms.

Warte bis es Dunkel wird - Plakat

Warte, bis es dunkel wird (The Town that dreaded Sundown, USA 2014)
Regie: Alfonso Gomez-Rejon
Drehbuch: Roberto Aguirre-Sacasa
mit Addison Timlin, Veronica Cartwright, Travis Tope, Gary Cole, Joshua Leonard, Anthony Anderson, Ed Lauter
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Warte, bis es dunkel wird“
Moviepilot über „Warte, bis es dunkel wird“
Metacritic über „Warte, bis es dunkel wird“
Rotten Tomatoes über „Warte, bis es dunkel wird“
Wikipedia über „Warte, bis es dunkel wird“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Wenn ich bleibe“, wenn ich sterbe – wen kümmert’s?

September 18, 2014

Beginnen wir mit der Musik. Nicht, dass sie furchtbar schlecht ist. Sie ist nur furchtbar unpassend. Denn „Wenn ich bleibe“ spielt ungefähr heute. Die Protagonistin Mia Hall ist ein Teenager zwischen erster Liebe und Schulabschluss. Sie wurde also so um 1997 herum geboren.
Ihre Eltern sind in den Vierzigern. Sie wurden also in den Siebzigern geboren. Ihr Vater war als Jugendlicher und Jungerwachsener – das muss dann in den frühen Neunzigern gewesen sein – ein Rockmusiker und ihre Mutter war schon damals seine Geliebte. Nach der Geburt von Mia und ihrem jüngeren Bruder, also so um die Jahrtausendwende, änderten sie ihren Lebensstil radikal. Jetzt sind sie liebende Eltern mit bürgerlichen Berufen.
Mia ist eine begnadete Cellistin, die sich für die Julliard School beworben hat. Klassik ist also ihre Musik. Ihr Freund Adam ist dagegen Sänger einer in der Schule angesagten Rockband.
Nun: was sind die wahrscheinlichen musikalischen Referenzpunkte der Rockfraktion? Nirvana? Pearl Jam? Soundgarden? Alice in Chains? Die halbe Grunge-Bewegung? R. E. M.? Der damalige College-Rock? Punkrock vielleicht? Green Day? Social Distortion? Helmet? Metallica? Wobei die letztgenannten vielleicht zu wenig Mainstream für einen Hollywood-Film sind. Vielleicht auch Neil Young, der damals eine gloriose Rückkehr feierte?
Alles falsch. Es sind Alice Cooper und Iggy Pop. Von Cooper wird 1972er Hit „School’s Out“ zitiert und von Iggy Pop hält Mias Vater nur seine Werke vor 1977 für satisfaktionsfähig. Er meint also seine ersten „The Stooges“-Aufnahmen (wobei das ja eine Band war) und die ersten beiden Pop-Platten „The Idiot“ und „Lust for Life“. Sein 1993er-Album „American Caesar“, seine gloriose Rückkehr zur alten Form, zählt nicht.
Diese für das Alter der Charaktere falschen Referenzen bei Bands und Musikern gibt es zwar auch in anderen Filmen (so scheinen in Filmen heute Vierzigjährige ihre musikalische Sozialisation in den Siebzigern mit der Muttermilch gehabt zu haben, was sie mindestens zehn bis zwanzig Jahre älter macht), aber bei einem Film, in dem Musik für alle Charaktere ihr Lebensinhalt sein soll, sind diese falschen Referenzen noch ärgerlicher. Allerdings ist diese Schlampigkeit, die sich durch den gesamten Film zieht, auch nachvollziehbar. Denn letztendlich ist für keinen Charakter Musik wirklich wichtig. Niemand drückt hier, im Gegensatz zu „Can a Song save your Life?“, irgendetwas durch die Musik aus und sie ist auch nicht der Lebensinhalt von Mia, ihren Eltern und ihrem Freund. Sie ist ein austauschbar-beliebiges Lifestyle-Element.
Auch die Geschichte, die auf Gayle Formans 2009er Young-Adult-Roman „If I stay“ basiert, ist letztendlich nur eine 08/15-Schmonzette. Auf den ersten Blick dreht die für ein weibliches und sehr junges Publikum erzählte Geschichte sich um die Frage, ob Mia nach einem Autounfall weiterleben will. Während sie im Krankenhaus im Koma liegt, erinnert sie sich an ihr bisheriges Leben. Gleichzeitig wandelt ihr Geist durch das Krankenhaus. Türen sind ein Problem, durch Wände kann sie auch nicht gehen, aber dank irgendeiner Magie läuft niemals irgendwer in sie hinein. Jedenfalls erfährt sie auf den kalten Fluren des Krankenhauses, dass ihre Eltern und ihr Bruder bei dem Autounfall gestorben sind oder im Lauf der Nacht sterben. Sie erfährt auch, was ihre Großeltern und ihre Freunde denken und fühlen. Jedenfalls solange sie es aussprechen.
Das erinnert entfernt an Frank Capras Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ mit James Stewart, der sich in dem Film umbringen möchte, weil er sein Leben für vollkommen verpfuscht hält, aber von einem Engel gezeigt bekommt, wie trist das Leben in der Stadt ohne ihn wäre.
Das ist ein Film, der genau das hat, was „Wenn ich bleibe“ fehlt: Drama. Einen echten Konflikt. In „Wenn ich bleibe“ haben wir dagegen nur einen auf spielfilmlänge aufgeplusterten Scheinkonflikt und eine gut zweistündige, erschreckend konfliktfreie Schmonzette über ein junges Mädchen, das in einer Eliteschule aufgenommen werden könnte (ob sie es geschafft hat, wird am Filmende verraten), liebevolle Eltern, die sofort von ihrem Freund begeistert sind, und liebevollen Großeltern und einen bis über beide Ohren in sie verliebten Freund hat, der sie während ihres ersten Dates natürlich in ein Klassikkonzert entführt. Kurz: sie hat das perfekte Leben, das aus dramaturgischer Sicht genauso langweilig ist, wie es klingt.
Die im Titel „Wenn ich bleibe“ angedeutete Frage wird dagegen nicht weiter thematisiert. Es geht nur um Mias Vergangenheit, die fortgeschrieben in die Zukunft, entsprechend rosig aussieht. Halt ohne ihre Eltern und ihren Bruder, aber mit ihren Großeltern, ihrem Freund und einer möglichen Karriere als Musikerin – und das klingt doch gar nicht so schlecht.
Entsprechend spannungsfrei plätschert die kitschige Heile-Welt-Klischeeparade auf ihr vorhersehbares Ende zu. Auch die Zeitsprünge machen „Wenn ich bleibe“ nicht interessanter. Sie gaukeln nur in den ersten Minuten eine nicht vorhandene Komplexität vor.
„Wenn ich bleibe“ ist höchstens für schmachtende Teenager interessant, die sich in den jugendlichen Rocksänger der soften Sorte (Jamie Blackley) verguckt haben. Aber auch Teenager haben gute Filme verdient.
Fans von Hauptdarstellerin Chloë Grace Moretz, die sie als Hit-Girl lieben, sollten dagegen einen großen Bogen um den Film machen. Denn wir sollen glauben, dass Hit-Girl sich fragt, ob sie am Leben bleiben will. No Way! Aber ab dem 9. Oktober überzeugt sie in „The Equalizer“ als Prostituierte.

Wenn ich bleibe - Plakat

Wenn ich bleibe (If I stay, USA 2014)
Regie: R. J. Cutler
Drehbuch: Shauna Cross
LV: Gayle Forman: If I stay, 2009 (Wenn ich bleibe)
mit Chloë Grace Moretz, Mireille Enos, Jamie Blackley, Joshua Leonard, Liana Liberato, Stacy Keach, Gabrielle Rose, Jakob Davies, Ali Milner, Aisha Hinds
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Wenn ich bleibe“
Moviepilot über „Wenn ich bleibe“
Metacritic über „Wenn ich bleibe“
Rotten Tomatoes über „Wenn ich bleibe“
Wikipedia über „Wenn ich bleibe“


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