TV-Tipp für den 7. Januar: Tatort: Reifezeugnis

Januar 7, 2019

RBB, 22.00

Tatort: Reifezeugnis (Deutschland 1977, Regie: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.

Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.

Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)

Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)

Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.

mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen

Hinweise

Wikipedia über „Reifezeugnis“

Tatort-Fundus über die Finke-Tatorte

Tagespiegel: Joachim Huber über den Tatort (22. März 2017)


TV-Tipp für den 13. Dezember (+ Buchkritik): Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See

Dezember 13, 2018

RTL, 20.15

Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See (Deutschland 2018)

Regie: Alexander Dierbach

Drehbuch: Miriam Rechel

LV: Sebastian Fitzek: Passagier 23, 2014

Wenn jemand auf einer Kreuzfahrt spurlos verschwindet, ist es meistens Suizid oder Suff. Aber was ist, wenn eine solche verschwundene Person wieder auftaucht? Mit diesem Problem müssen sich auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ einige Menschen beschäftigen. Denn die vor acht Wochen verschwundene und für tot erklärte elfjährige Anouk Lamar ist schwer traumatisiert wieder aufgetaucht. Von ihrer Mutter fehlt immer noch jede Spur. Bei sich hatte Anouk den Teddybär des fast gleichaltrigen Timmy Schwartz. Timmy und seine Mutter gingen vor fünf Jahren auf der „Sultan of the Seas“ über Bord.

Jetzt kehrt der Berliner Polizeipsychologe Martin Schwartz auf das Kreuzfahrtschiff zurück. Er will das Rätsel um den Tod seiner Frau und seines Sohns und das rätselhafte Auftauchen von Anouk lösen. Auf dem Schiff trifft er Daniel Bonhoeffer, der damals und heute der Kapitän des Schiffes ist.

(Zwischenbemerkung: diese Inhaltsangabe folgt dem Roman. Für den Film wurde der Schiffsname und die Dauer von Anouks Verschwinden geändert.)

Unterm Strich sind die 120 Minuten zwar spannend, aber „Passagier 23“ hätte ein noch besserer Film werden können.“ (tittelbach.tv)

mit Lucas Gregorowicz, Oliver Mommsen, Judy Winter, Kim Riedle, Mercedes Müller, André Röhner, Picco von Groote, Martin Lindow

Wiederholung: Freitag, 14. Dezember, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Was für ein Filmjahr für Sebastian Fitzek. Nachdem zunächst alle Produzenten abwinkten, gab es dieses Jahr mit den TV-Filmen „Das Joshua-Profil“, „Amokspiel“ (noch nicht gesehen), „Passagier 23“ (dito) und dem Kinofilm „Abgeschnitten“ wahre Fitzek-Festspiele mit zwiespältigem Ergebnis. Immerhin gelang es Christian Alvart in „Abgeschnitten“ aus dem Serienkiller-Pageturner einen Serienkiller-Thriller zu machen, der mir sogar besser als der Roman gefiel.

Auch die Verfilmung von „Passagier 23“ dürfte schwierig sein. Denn der Pageturner ist ein typischer Fitzek-Roman. Es beginnt mit einem Rätsel (Warum kehrte die vor acht Wochen über Bord gegangene Anouk zurück? Wo war sie die ganze Zeit?) und schnell wird aus dem Ermittlerkrimi ein Thriller, in dem ständig etwas passiert. Die Figuren bleiben dabei immer spärlich charakterisierte Erfüllungsgehilfen der sich rasend schnell entwickelnden Ereignisse. In einem Roman funktioniert das. Für einen Film muss die Romangeschichte verändert werden. Charaktere müssen eingeführt werden. Beziehungen müssen etabliert werden und auch die falschen Fährten müssen anders ausgelegt oder vollkommen aus der Filmgeschichte gestrichen werden. Die Aufgabe des Drehbuchautors ist es, die Essenz des Romans und warum der Roman gelesen wurde, in ein anderes Medium zu übertragen. Dafür kann und muss die Vorlage verändert werden.

Passagier 23“ ist ein ziemlich abstruser Thriller, der bis zur überraschenden Auflösung das Prinzip des Cliffhangers perfektioniert hat. Ehe man lange darüber nachdenken kann, ob das alles besonders wahrscheinlich ist, hat man das Buch zu Ende gelesen. Gleich danach streicht man die Idee mit der Kreuzfahrt von der nächsten Urlaubswunschliste. Gibt ja noch andere Orte, an denen es schön ist. Vielleicht ist da einer dabei, an dem keine Verbrechen geschehen.

Sebastian Fitzek: Passagier 23

Droemer, 2014

432 Seiten

19,99 Euro (gebundene Ausgabe)

Knaur 2015

9,99 Euro (Taschenbuch)

Hinweise

RTL über „Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See“

Homepage von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Kind“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Splitter“ (2009)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augensammler” (2010)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augenjäger” (2011)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzek/Michael Tsokos‘ „Abgeschnitten“ (2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Nachtwandler“ (2013)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Joshua-Profil“ (2015)

Meine Besprechung von Max Rhodes (Pseudonym von Sebastian Fitzek) „Die Blutschule“ (2015)

Meine Besprechung von Zsolt Bács‘ Sebastian-Fitzek-Verfilmung “Das Kind” (Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Christian Alvarts Sebastian-Fitzek-Michael-Tsokos-Verfilmung „Abgeschnitten“ (Deutschland 2018)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Michael Ende, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ – jetzt mit Schauspielern

März 29, 2018

Es dauerte einige Minuten, bis ich Lummerland in Dennis Gansels Realverfilmung von Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ als Lummerland akzeptieren konnte. Nicht unbedingt wegen der allseits bekannten Verfilmungen der Augsburger Puppenkiste, in der die Insel Lummerland aus Pappe, Plastik und Klebstoff war, das Meer eine Folie, die Lok eine Spielzeugeisenbahn und die Bewohner Puppen. Die TV-Serie, – eigentlich zwei TV-ARD-Serien, einmal 1961/1962 in SW, einmal 1977/1978 in Farbe -, ist ein Klassiker. Vor allem die Farbversion gehört zur frühkindlichen Bildung jedes Kindes, das damals in der BRD aufwuchs.

Selbstverständlich habe auch ich als Kind die Serie gesehen. Wahrscheinlich habe ich damals auch das Buch gelesen. Und beides seitdem fast vollständig vergessen.

Das Problem in diesen Minuten war daher nicht meine nicht mehr wirklich vorhandene Erinnerung an die TV-Serie, sondern die Diskrepanz zwischen der Behauptung, dass auf einer sehr kleinen Insel, die „ungefähr doppelt so groß wie unsere Wohnung“ (Ende) ist, vier Menschen in ihren Häusern leben, deren König ein Schloss auf einem Berg hat und eine Eisenbahn ihre Runden dreht, und dem offensichtlichen Augenschein, dass das in der Realität niemals funktionieren würde. In einem Trickfilm oder einem Puppentheaterstück, in dem sowieso alles abstrahiert ist, oder einem Roman, in dem ich mir eine fantastische Welt so zusammenstellen kann, wie sie mir gefällt, stört das nicht. Aber wenn dann Henning Baum als Lukas der Lokomotivführer, Annette Frier als Frau Waas, Christoph Maria Herbst als Herr Ärmel, Uwe Ochsenknecht als König Alfons der Viertel-vor Zwölfte und Solomon Gordon in seinem Kinodebüt als Jim Knopf in ihren Häusern, die schon fast die gesamte Insel einnehmen, und die Lokomotive Emma, die hier um engste Kurven fahren muss, auf Lummerland stehen, dann ist das etwas anderes.

Nach einigen Minuten konnte ich das akzeptieren. Außerdem verlassen Jim Knopf, Lukas und Emma die Insel. König Alfons der Viertel-vor Zwölfte hat nämlich festgestellt, dass die Insel, wenn Jim Knopf erwachsen wird, zu klein für fünf Bewohner, ihre Behausungen und eine Lok ist. Deshalb soll der Bahnbetrieb eingestellt und Emma verschrottet werden.

Weil Lukas sich nicht von Emma trennen will, will Lukas mit seiner geliebten Lok die Insel verlassen. Weil Jim Knopf nicht auf Lukas und Emma verzichten will, will er sie begleiten. Also verlassen sie zu dritt Lummerland.

Ihre Seefahrt endet an der Küste des Kaiserreichs Mandala. Das offensichtliche Vorbild für Mandala ist China. Dort erfahren sie, dass die Prinzessin Li Si von der Wilden 13 entführt wurde und in der Drachenstadt Kummerland von Frau Mahlzahn gefangen gehalten wird. In diesem Moment erfährt Jim Knopf im Buch, dass er als schlecht adressiertes Paket auf der Insel Lummerland ankam. Im Film, der sonst dem Roman sehr genau, fast schon sklavisch folgt, erfährt Jim Knopf das früher und die Suche nach seiner Herkunft ist für ihn, neben seiner Freundschaft zu Lukas und Emma, ein Grund, um Lummerland zu verlassen.

Jim und Lukas beschließen, Prinzessin Li Si zu retten. Auf dem Weg zur Drachenstadt müssen sie viele Gefahren in fantastischen Welten überstehen. Sie treffen sehr seltsame Geschöpfe, wie den Scheinriesen Tur Tur und den Halbdrachen Nepomuk, mit denen sie sich schnell anfreunden. Allerdings müssen sie weiter nach Kummerland.

Mit „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ durfte Dennis Gansel, der vorher unter anderem „Mechanic: Resurrection“, „Die Welle“ und „Napola – Elite für den Führer“ drehte, so richtig viel Geld ausgeben. Offiziell betrug das Budget 25 Millionen Euro und damit gehört er in jedem Fall zu den teuersten deutschen Filmen. Das Geld ist, wenn man auf Schauwerte steht, gut investiert. Die von fünf Computereffektfirmen und mehreren hundert Digital Artists geschaffenen Tricks überzeugen. Vieles wurde auch gebaut. So kann Lummerland seit einem Jahr im Filmpark Babelsberg besichtigt werden. Im Bavaria Filmstudio kann auf der Filmtour Nepomuks Höhle und eine Version der Lok Emma besichtigt werden. Und bei Massenszenen dürfen dann auch schon mal 150 prächtig kostümierte Schauspieler durch das Bild laufen.

Für Kinder ist Gansels „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ ein wunderschöner Abenteuerfilm. Für Erwachsene ist der episodisch erzählte Film, in dem es für Jim Knopf, Lukas und Emma nie wirklich gefährlich wird, dann doch zu kindgerecht. Im Gegensatz zu Pixar-Filmen, in denen für Erwachsene mindestens noch eine zweite und dritte Bedeutungs-, Anspielungs- und Interpretationsebene vorhanden ist.

Das kann auch über Michael Endes glänzend geschriebene Buch gesagt werden. Er hat es in erster Linie für Kinder geschrieben in der Absicht, ihnen auf unterhaltsame Weise etwas beizubringen. Er will ihnen Mut machen, ihre Neugierde wecken, zu Toleranz erziehen und Freude am Lernen vermitteln. Denn Schule muss nicht, wie bei Frau Mahlzahn, der furchterregenden, diktatorischen Lehrerin, eine totalitäre Zwangsanstalt an.

Und er hat einen unerschütterlichen Glaube an das Gute. So verwandelt sich Frau Mahlzahn nach der Begegnung mit Jim Knopf. Der Scheinriese Herr Tur Tur, der seit Ewigkeiten einsam in der Wüste lebt, freut sich über die Begegnung mit Jim Knopf und Lukas. Sie laufen nicht vor ihm weg, sondern sie bleiben neugierig stehen. Wie sie später erfahren, ist ein Scheinriese jemand, der umso größer erscheint, je weiter entfernt man von ihm ist. Wenn man sich ihm nähert, wird er immer kleiner, bis er die größe eines normalen Menschen hat. Eine schöne, sich selbst erklärende Metapher, die Erwachsene leicht entschlüsseln können.

Und gerade die durch die Geschichte und ihre Figuren transportierte Weltsicht macht „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auch für Erwachsene zu einer sehr interessanten und lohnenden Lektüre. Denn jetzt erkennt man die Absichten des Autors, die man als Kind überlas. Dabei ist auch erstaunlich, wie viel Ende Erwachsenen zu sagen hat und wie aktuell dieses fast siebzig Jahre alte Buch ist, das jetzt zu einem bunten Fantasyfilm für Kinder wurde, der sich nicht vor ähnlich gelagerten Hollywoodfilmen verstecken muss.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (Deutschland 2018)

Regie: Dennis Gansel

Drehbuch: Dirk Ahner, Andrew Birkin, Sebastian Niemann

LV: Michael Ende: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, 1960

mit Henning Baum, Solomon Gordon, Annette Frier, Christoph Maria Herbst, Uwe Ochsenknecht, Milan Peschel, Rick Kavanian, Leighanne Esperanzate, Ozzie Yue, Michael Bully Herbig (Stimme von Nepomuk), Judy Winter (Stimme von Frau Mahlzahn)

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Die Vorlage

Michael Ende: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

(mit Zeichnungen von Franz Josef Tripp, koloriert von Mathias Weber)

Thienemann, 2015

272 Seiten

16,99 Euro

Die Erstausgabe erschien 1960.

Zum Filmstart erschien eine Filmausgabe mit über vierzig Filmbildern.

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“

Moviepilot über „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“

Wikipedia über „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und Michael Ende

Homepage von Michael Ende

Thienemann über Michael Ende

Meine Besprechung von Dennis Gansels „Mechanic: Resurrection“ (Mechanic 2 – Resurrection, Frankreich/USA 2016)


TV-Tipp für den 23. März: Tatort: Reifezeugnis

März 22, 2017

Weil die Erstausstrahlung am 27. März 1977 war:

NDR, 23.30

Tatort: Reifezeugnis (Deutschland 1977, Regie: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.

Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.

Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)

Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)

Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.

mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen

Hinweise

Wikipedia über „Reifezeugnis“

Tatort-Fundus über die Finke-Tatorte

Tagespiegel: Joachim Huber über den Tatort (22. März 2017)


TV-Tipp für den 29. Dezember: Tatort: Reifezeugnis

Dezember 28, 2015

WDR, 22.00

Tatort: Reifezeugnis (Deutschland 1977, Regie: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.

Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.

Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)

Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)

Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.

mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen

Hinweise

Wikipedia über „Reifezeugnis“

Tatort-Fundus über die Finke-Tatorte


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