Neu im Kino/Filmkritik: „Iron Sky: The coming Race“, Dinos und einer taffen Frau

März 21, 2019

Vor sieben Jahren war „Iron Sky“ ein Spaß für die Freunde des gepflegten Trash: die Nazis leben auf der Rückseite des Mondes und jetzt wollen sie, zwecks Welteroberung, zurück auf die Erde. Finanziert wurde das SF-Abenteuer auch per Crowdfunding. Die Tricks waren für das bescheidene Budget spektakulär gelungen und, neben all den Witzen über Nazis, abstruse Verschwörungstheorien, durchgeknallte Politiker und den ganzen Rest, funktioniert „Iron Sky“ als Film.

Der Film war ein Erfolg. Laut Presseheft hatte „Iron Sky“ weltweit über fünfzig Millionen Zuschauer. In Deutschland sahen ihn im Kino über fünfhunderttausend Besucher und es wurden über fünfzigtausend Blu-rays verkauft. Und ich frage mich jetzt, welche Verschwörungstheorie es mit ‚fünf‘ oder ‚fünfzig‘ gibt. Eine Fortsetzung war schnell angekündigt und man hörte immer wieder, dass sie in Arbeit sei. Jetzt ist sie fertig.

Regisseur Timo Vuorensola ruhte sich nicht auf seinem Erfolg aus. Er erzählt nicht, wie man es von vielen Fortsetzungen kennt, einfach die Geschichte von „Iron Sky“ noch einmal. Nur größer und mit noch mehr Toten. Diese gehirnzellenschonende Möglichkeit hatten die „Iron Sky“-Macher sich mit dem Ende von „Iron Sky“ nämlich gründlich verbaut. In einem Nuklearkrieg, der die Erde unbewohnbar machte, vernichtete sich die Menschheit. Einige Menschen entkamen dem Weltuntergang. Sie flüchteten, wie uns am Anfang von „Iron Sky: The coming Race“ gesagt wird, auf den Mond. Sie bezogen die verlassene Mondbasis der Nazis.

Zwanzig Jahre später ist die schon damals betagte Mondstation mehr als baufällig. Obianaju ‚Obi‘ Washington (Lara Rossi), die Tochter der aus „Iron Sky“ bekannten Nazi-Lehrerin Renate Richter (Julia Dietze), ist das Gegenteil ihrer Mutter. Obi ist ein im Zweifel Regeln ignorierender, hochintelligenter Heißsporn. Als sich der Mondbasis ein zusammengeflicktes russisches Raumschiff nähert, kann sie im Alleingang eine Bruchlandung verhindern. Einer der Passagiere ist Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier). Der ebenfalls aus „Iron Sky“ bekannte Nazi-Mondführer, denkt immer noch an die Welteroberung. Dafür braucht er allerdings die Hilfe der nichtsahnenden Obi. Er erzählt ihr von einer wundersamen Energiequelle, die sich im Innern der hohlen Erde befindet und die die Mondbasis retten könnte. Der Weg zur Energiequelle (aka Der heilige Gral) ist auf einer alten Karte, die er Obi gibt, eingezeichnet.

Zusammen mit Sasha (Vladimir Burlakov), dem grundgütig-naiven Piloten des russischen Raumschiffs, und Malcolm (Kit Dale), ihrem schlagkräftig-tumben Mondfreund, macht Obi sich auf den Weg ins Erdinnere, wo sie gegen die Vril – Echsenmenschen, die seit Jahrhunderten die Weltgeschichte lenken – und Dinosaurier kämpfen muss.

Wie schon in „Iron Sky“ werden auch in „Iron Sky: The coming Race“ etliche beliebte Verschwörungstheorien, – ich sage nur Reptiloiden und hohle Welt -, genussvoll durch den Kakao gezogen. Auf dem Mond gibt es die einflussreiche Jobsiten-Sekte, die die Visionen von Steve Jobs huldigt. Die Jobsiten und ihr Guru sind so beseelt humorlos, dass sie jederzeit gut für einen Lacher sind.

Das schöne am zweiten „Iron Sky“-Spielfilm ist, dass nicht einfach noch einmal die bekannte Geschichte erzählt wird. Nazi-Fans müssen sich mit wenigen kurzen Auftritten von Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier), Renate Richter (Julia Dietze) und der US-Präsidentin (Stephanie Paul als Sarah-Palin-Lookalike) begnügen. Auch der Humor ist sparsamer. Dafür gibt es, nach einer ziemlich langen Ouvertüre auf dem Mond, eine Abenteuergeschichte im tropisch blühenden Innern der Erde, reichlich Action, gute Tricks und eine unbegrenzte Liebe zum Detail.

Iron Sky: The coming Race“ erzählt in der aus „Iron Sky“ bekannten Welt eine Abenteuergeschichte, die auch Indiana Jones, Han Solo oder die Besatzung der „Serenity“ (bekannt aus der TV-Serie „Firefly“) hätte erleben können. Das ist, auch weil die Macher mit der nötigen Portion Selbstironie ans Werk gehen, ein kurzweiliger Spaß für den geneigten Trash-Fan, der mal wieder in seinem Bahnhofskino bedient werden will. Auch wenn das Kino heute sauberer als damals ist.

Iron Sky: The coming Race (Iron Sky: The coming Race, Finnland 2019)

Regie: Timo Vuorensola

Drehbuch: Dalan Musson, Timo Viorensola

mit Lara Rossi, Vladimir Burlakov, Kit Dale, Julia Dietze, Udo Kier, Tom Green, John Flanders, Ricky Watson, Stephanie Paul

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Wer nicht sehen will, muss läsen

Pünktlich zum Start der Nachgeschichte von „Iron Sky“ erscheint mit „Iron Sky: Renate und die Mondnazis“ die Vorgeschichte von „Iron Sky: The coming Race“.

Renate Richter schreibt in ihrem Tagebuch für ihre Tochter Obi ihre Geschichte und die Geschichte der Nazis auf dem Mond auf.

Ich vermute, ohne das druckfrische Werk gelesen zu haben: Eine galaktische Bildungslektüre.

Johanna Sinisalo: Iron Sky: Renate und die Mondnazis

(übersetzt von Stefan Moster)

Tropen, 2019

496 Seiten

13 Euro

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Iron Sky: The coming Race“

Wikipedia über „Iron Sky: The coming Race“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Timo Vuorensolas „Iron Sky“ (Iron Sky, Finnland/Deutschland/Australien 2012)

Bonustrailer


TV-Tipp für den 18. Juli: Geisterfahrer

Juli 18, 2017

3sat, 20.15

Geisterfahrer (Deutschland 2012, Regie: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Zwei Rettungssanitäter rasen in Hamburg von einem Notfall zum nächsten. Bis ihnen ein angeschossener Generalstaatsanwalt vor seinem Tod einen Schlüssel gibt, der sie auf die Abschussliste von Waffenhändlern und korrupten Beamten setzt.

Ein Film von Lars Becker („Nachtschicht“) ist immer ein Lichtblick und die Garantie für neunzig spannend-unterhaltsame Minuten, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Humor.

„Aberwitziger, teilweise komödiantischer (Fernseh-)Multikulti-Krimi als wüste, im guten Sinn ungeschliffene Geschichte um Waffenhandel, Mafiamorde und Bestechung hoher Staatsbeamter.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Tobias Moretti, Fahri Yardim, Uwe Ochsenknecht, Julia Dietze, Sophie von Kessel, Misel Maticevic, Fritz Karl, Martin Brambach, Armin Rohde

Wiederholung: Mittwoch, 19. Juli, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Plan B – Scheiß auf Plan A“, Hauptsache Action

Juni 10, 2017

Ältere Semester und Die-hard-Fans von 80er-Jahre-Action- und Hongkongfilmen dürften die meisten Anspielungen in „Plan B – Scheiß auf Plan A“ erkennen und sich darüber freuen. Auch die Story könnte aus einem dieser Filme stammen.

Can (Can Aydin), großer „City Cobra“-Sylvester-Stallone-Fan, Phong (Phong Giang) und Cha (Cha-Lee Yoon), die andere Idole haben, sind Martial-Arts-Kämpfer, die von einer Filmkarriere träumen und, erfolglos, von Casting zu Casting laufen. Auch von ihrem neuesten Vorsprechtermin versprechen sie sich nicht viel.

Weil ihr Manager U-Gin (Eugene Boateng), begabter Tänzer der Michael-Jackson-“Thriller“-Schule, die falsche Adresse aufschreibt, geraten sie in eine Geiselnahme.

Einige Gangster haben Victoria (Julia Dietze) entführt. Sie ist Gabriels Frau. Er ist seit Ewigkeiten der König der Berliner Unterwelt. Über seine Frau wollen die Verbrecher an den Inhalt von seinem legendären Safe gelangen. Denn nur Gabriel kennt den Standort seines Safes. Aber er hat, falls ihm etwas passiert, in Berlin an mehreren Orten Hinweise auf den Safe versteckt.

Als die vier Jungs in der Lagerhalle auftauchen, glauben sie zuerst, in eine Filmszene gestolpert zu sein und sie zeigen auch gleich ihre kämpferischen Qualitäten. Trotzdem können die bewaffneten Entführer sie besiegen und, anstatt die unerwünschten Zeugen umzubringen, haben die grenzdebilen Entführer eine Idee: sie nehmen Phong als Geisel und schicken Can, Cha und U-Ging los, in Berlin die Hinweise zu finden, die zum Safe führen. Wenn sie versagen, stirbt Phong.

Während die drei Jungs sich durch Berlin kloppen, werden sie von zwei Polizisten verfolgt, die es so nur in schlechten US-Actionfilmen gibt.

Gut, die Geschichte ist nur die logikfreie Entschuldigung für endlose Kloppereien, in denen die Schauspieler ihre Qualitäten als Kämpfer und Stuntmen beweisen können. Denn „Plan B – Scheiß auf Plan A“ ist eine Arbeitsprobe und spielfilmlange Visitenkarte von Reel Deal Action Design, einer Gruppe junger Stuntmänner, die in „James Bond: Skyfall“, „Hitman: Agent 47“, „Die Tribute von Panem“ und „xXx: Die Rückkehr des Xander Cage“ Teil der Stuntteams waren und hier die Hauptrollen übernahmen. Entsprechend überzeugend sind die zahlreichen Actionszenen, die sich meistens in langen Martial-Arts-Kämpfen erschöpfen. Nach der dritten Klopperei wird das dann doch etwas monoton. Da helfen auch die wechselnden Gegner von Can, Cha, Pong und U-Gin (der es nicht so mit dem Kampfsport hat) nicht.

Dazwischen gibt es zahlreiche Anspielungen auf die von ihnen verehrten Schauspieler und Filme, oft auch selbstironisch gebrochen und nicht bierernst präsentiert. Mit „Bumm – Tschack“-Einblendungen im Bild und Synthesizer-lastiger Pseudo-80er-Jahre-Musik auf der Tonspur ist der Film ein Fest für Retro-Fans, die sich über die entsprechenden, maßlos eingestreuten Zitate freuen.

Dank des in jeder Sekunde spürbaren Engagements der Macher ist „Plan B – Scheiß auf Plan A“ ein sympathischer, aber kein guter Film.

Plan B – Scheiß auf Plan A (Deutschland 2017)

Regie: Ufuk Genç, Michael Popescu, Can Aydin (Actionregie)

Drehbuch: Rafael Alberto Garciolo

mit Can Aydin, Phong Giang, Cha-Lee Yoon, Eugene Boateng, Laurent Daniels, Julia Dietze , Gedeon Burkhard, Henry Meyer , Florian Kleine, Frank Richartz, Heidi Moneymaker, Aleksandar Jovanovic, Idil Baydar, Birol Ünel, MC Bogy, B-Lash und Die Atzen und K.I.Z

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Plan B – Scheiß auf Plan A“

Moviepilot über „Plan B – Scheiß auf Plan A“


TV-Tipp für den 9. März: Geisterfahrer

März 9, 2017

ZDFneo, 20.15

Geisterfahrer (Deutschland 2012, Regie: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Zwei Rettungssanitäter rasen in Hamburg von einem Notfall zum nächsten. Bis ihnen ein angeschossener Generalstaatsanwalt vor seinem Tod einen Schlüssel gibt, der sie auf die Abschussliste von Waffenhändlern und korrupten Beamten setzt.

Ein Film von Lars Becker („Nachtschicht“) ist immer ein Lichtblick und die Garantie für neunzig spannend-unterhaltsame Minuten, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Humor.

„Aberwitziger, teilweise komödiantischer (Fernseh-)Multikulti-Krimi als wüste, im guten Sinn ungeschliffene Geschichte um Waffenhandel, Mafiamorde und Bestechung hoher Staatsbeamter.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Tobias Moretti, Fahri Yardim, Uwe Ochsenknecht, Julia Dietze, Sophie von Kessel, Misel Maticevic, Fritz Karl, Martin Brambach, Armin Rohde

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. Juli: Iron Sky

Juli 17, 2014

RTL II, 20.15
Iron Sky (Finnland/Deutschland/Australien 2012, Regie: Timo Vuorensola)
Drehbuch: Michael Kalesniko, Johanna Sinisalo (nach einem Konzept von Jarmo Puskala)
Irre! Die Nazis landeten 1945 auf dem Mond und bereiten 2018, nachdem sie von einem afroamerikanischem Astronauten (den sie gleich bleichen) entdeckt werden, ihre Rückkehr auf die Erde vor. Jetzt soll gelingen, was 1945 scheiterte.
Herrlich abgedrehter, liebevoll gemachter Science-Fiction-Spaß mit Trash-Faktor und einigen Polit-Satiren, die wahrscheinlich schon heute erklärungsbedürftig sind.
Mehr, auch über die Finanzierung, in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier, Christopher Kirby, Tilo Prückner, Peta Sergeant, Stephanie Paul
Wiederholung: Sonntag, 20. Juli, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Iron Sky“

Rotten Tomatoes über „Iron Sky“

Wikipedia über „Iron Sky“ (deutsch, englisch)

Süddeutsche Zeitung: Gunnar Herrmann über die Finanzierung von “Iron Sky” (4. April 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Geh nicht in „Zimmer 205“! Da geschehen schlimme Dinge.

April 4, 2013

Studieren ist die Hölle. Da bekommt man als Erstsemester nur in einem Studentenwohnheim, das die Bausünden der siebziger Jahre unter einem anderen Licht erscheinen lässt und schon von außen Depressionsschübe auslöst, ein Zimmer, das trister als ein Mehrbettzimmer in einem seit anno dunnemals nicht mehr renoviertem Schullandheim mit Gemeinschaftsküche ist. Die anderen Studenten schneiden einen. Blicken sogar gehässig auf den Neuling und alle deuten an, dass in Zimmer 205 etwas schlimmes geschah. Dass das Zimmer, das man gerade bezogen hat, verflucht ist.

Nicht schön, vor allem wenn man, wie die neunzehnjährige Katrin (Jennifer Ulrich) noch einen Psychoknacks hat, deshalb Medikamente nehmen muss und entsprechend fürsorglich von ihrem alleinerziehenden Vater umsorgt wird. Trotzdem versucht Katrin sich das Zimmer schönzureden und dann lernt sie auch noch einen netten Kommilitonen kennen.

Damit könnten sich die Eingewöhnungsprobleme erledigen, wenn nicht die Geschichte mit ihrer Vormieterin wäre. Die verschwand nämlich spurlos. Katrin findet einige Aufzeichnungen von ihr im Zimmer (da hat der Hausmeister beim Aufräumen aber kräftig geschlampt) und entdeckt ihr Videotagebuch, in dem sie berichtet, wie sie zunehmend von einer Studentengruppe, die auch sie schlecht behandelt, bedroht wird und sie glaubt, dass die Clique sie töten will.

Katrin glaubt nun, dass mit ihr etwas ähnliches geschieht. Vor allem weil mehrere Menschen in ihrem Umfeld mysteriöse Unfälle haben oder ermordet werden. Außerdem stoßen ihr mehr mysteriöse Dinge zu als dem Protagonisten eines Sebastian-Fitzek-Romans.

Ihr ahnt es: „Zimmer 205 – Traust du dich rein?“ ist ein Psychothriller mit einer satten Portion Horror.

Leider kein guter. Denn die Macher von „Zimmer 205“ bieten immer mindestens zwei, sich widersprechende Erklärungen an: nach der einen ist das Zimmer verflucht und der Geist ihrer Vormieterin will sich an ihren Mördern rächen, nach der anderen ist Katrin die zunehmend verrückt werdende Mörderin. Aber es könnte auch ganz anders sein. Diese Ungewissheit könnte bis zur Auflösung spannungsfördernd sein, wenn nicht viele Szenen so vorhersehbar wären. Wenn das erste Mal aus einem Abfluss eine dunkle Masse blubbert, wissen wir, was einige Minuten später geschehen wird – und es geschieht. Wenn eine Frau allein auf einen Dachboden geht und die durchsichtigen Plastikplanen sich stylisch im Wind bewegen, wissen wir, was geschehen wird – und es geschieht. Wenn ein Mann – Na, ich glaube, ihr habt das Prinzip verstanden, das während des Sehens für eifriges Miträtseln sorgen soll; am Ende, wenn die Macher versuchen, das ganze irgendwie logisch und sinnvoll aufzulösen, aber nicht aufgeht.

Vor allem wenn einem die Damsel in Distress, die bedrohte, sich Genre-konform blöde benehmende Jungfrau, herzlich egal ist.

Da hilft es auch nicht, dass Regisseur Rainer Matsutani und Drehbuchautor Eckhard Vollmar in ihrem Remake des bei uns nicht veröffentlichten dänischen Horrorfilms „Kollegiet“ von Martin Barnewitz die Geschichte in jeder Szene mit einem mysteriösem Rätsel aufluden und sie in ausgesucht abschreckendem Siebziger-Jahre-Gebäuden inszenierten. Vor allem bei den Inneneinrichtungen und den Gebäuden, – es wurde unter anderem in einer ehemaligen SED-Parteischule, auf einem Berliner Campus und einem Fabrikgelände, auf dem auch Quentin Tarantino einige Szenen für „Inglourious Basterds“ drehte, gedreht -, inszenierten sie lustvoll eine dicke Patina vergangener Zeiten, die schon auf den ersten Blick ordentliche Ekelgefühle auslöst.

Am Ende ist „Zimmer 205“ doch nur ein formelhafter, unlogischer Horrorfilm mit einem entsprechend unbefriedigendem Ende.

Zimmer 205 - Plakat

Zimmer 205 – Traust du dich rein? (D 2011)

Regie: Rainer Matsutani

Drehbuch: Eckhard Vollmar (nach einer Vorlage von Jannik Tai Mosholt)

mit Jennifer Ulrich, Julia Dietze, Inze Björg David, Marleen Lohse, Florian Jahr, Tino Mewes, Daniel Roesner, Hans Uwe Bauer, André Hennicke, Gitta Schweighöfer, Dennis Gansel

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Zimmer 205“

Wikipedia über „Zimmer 205“

Unnützes Wissen

Gedreht wurde „Zimmer 205“ zwischen dem 27. Januar und dem 19. März 2010.

Die FSK prüfte den Film als „205 – Zimmer der Angst“ bereits im Oktober 2011.

Rainer Matsutani und Eckhard Vollmar arbeiteten bereits bei „Feuerläufer – Der Fluch des Vulkans“ und „Einladung zum Mord“ zusammen.

Eine Zwerg mit einem roten Umhang kennen wir aus „Wenn die Gondeln Trauer tragen“.


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