TV-Tipp für den 9. Oktober: Wildes Treiben am Quai d’Orsay

Oktober 8, 2019

Arte, 20.15

Wildes Treiben am Quai d’Orsay (Quai d’Orsay, Frankreich 2013)

Regie: Bertrand Tavernier

Drehbuch: Antonin Baudry, Christophe Blain, Bertrand Tavernier

LV: Antonin Baudry, Christophe Blain: Quai d’Orsay – Chroniques diplomatiques, 2010

Politsatire über die Arbeit im französischen Außenministerium, gezeigt aus der Perspektive eines jungen Redenschreibers.

Das scheint heute, abgesehen von einer Festivalpräsentation, die Deutschland-Premiere von Taverniers bislang letztem Spielfilm zu sein.

mit Thierry Lhermitte, Raphaël Personnaz, Niels Arestrup, Bruno Raffaelli, Julie Gayet, Jane Birkin

Hinweise

AlloCiné über „Wildes Treiben am Quai d’Orsay“

Rotten Tomatoes über „Wildes Treiben am Quai d’Orsay“

Wikipedia über „Wildes Treiben am Quai d’Orsay“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Der Uhrmacher von St. Paul (L’horloger de Saint-Paul, Frankreich 1974)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „In the Electric Mist – Mord in Louisiana (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Die Prinzessin von Montpensier“ (La Princesse de Montpensier, Frankreich 2010)

Werbeanzeigen

DVD-Kritik (+ Buchtipps): Die Harlan-Coben-Verfilmung „Just one look“

Februar 6, 2019

Eva Beaufils entdeckt unter den Schnappschüssen von ihrem letzten Familienausflug ein ihr vollkommen unbekanntes Foto. Auf dem sind ihr Mann und einige andere Menschen. Sie kennt niemand von ihnen und als sie Bastien danach fragt, reagiert er seltsam auf das gut zwanzig Jahre alte Bild.

Kurz darauf verschwindet er spurlos.

Eva beginnt ihn zu suchen. Denn, das erfahren wir schon in der ersten Folge der sechsteiligen Miniserie „Just one look“, Bastien wurde entführt. Und, das ahnen wir dank der zahlreichen Rückblenden schnell, sein Verschwinden hängt mit einem Rockkonzert, das ebenfalls vor gut zwanzig Jahren in den Katakomben von Paris stattfand, zusammen. Damals brach während des Konzerts eine Panik aus. Menschen starben – und auch Eva war dort. Sie kann sich nur nicht daran erinnern.

In den USA ist Harlan Coben schon seit Ewigkeiten ein Bestsellerautor. In der Krimiszene wurde er mit seinen Myron-Bolitar-Romanen, von denen der erste 1995 erschien, bekannt. Mit seinen Einzelromanen, beginnend mit „Kein Sterbenswort“ (Tell no one, 2001) (die zwei vor seinen Bolitar-Romanen erschienenen Bücher können wir als Frühwerk links liegen lassen), hatte er dann auch beim breiten Publikum seinen Durchbruch. Auch in Deutschland war das so.

Und obwohl Hollywood immer wieder an Cobens Tür klopft und er nichts gegen Verfilmungen seiner Thriller einzuwenden hat, hatte bei den Verfilmungen bis jetzt Frankreich die Nase vorn. Es begann 2006 mit Guillaume Canets gleichnamiger Verfilmung von „Kein Sterbenswort“ (Tell no one, 2001). 2015 folgte die Miniserie „No Second Chance – Keine zweite Chance“ (Une chance de trop), nach seinem Roman „Keine zweite Chance“ (No Second Chance, 2003). Sie ist für den 29. März 2019 angekündigt. Jetzt erschien, ebenfalls bei Polyband, die Miniserie „Just one look“.

Und, wegen der Vollständigkeit, 2017 gab es, als Zweiteiler, eine deutsche Verfilmung von „Keine zweite Chance“.

Doch zurück zu „Just one look“. Als ich den Roman „Kein böser Traum“ (Just one look, 2004) vor über zwölf Jahren las, war ich begeistert. Das war ein richtiger Pageturner, der einen zuverlässig durch die Nacht bringt. Auf den letzten Seiten hat Harlan Coben dann noch einige überraschende und ziemlich atemberaubende Enthüllungen.

Ludovic Colbeau-Justins Verfilmung verlegt die Geschichte aus den Vororten New Yorks nach Paris und dem Umland. Selbstverständlich wurde sie auch etwas aktualisiert. Das bemerkt man hauptsächlich an den benutzten Telefonen.

Dummerweise wurde irgendwo auf dem Weg über den Atlantik die Spannung vergessen. Denn, im Stil skandinavischer Krimiserien, plätschert die Geschichte zwischen verschiedenen Handlungssträngen und Rückblenden zum Konzert. Spannung und das drängende Bedürfnis, erfahren zu wollen, warum Bastien entführt wurde, entsteht so nicht. Dafür passiert in den einzelnen Episoden zu wenig, während die Geschichte auf über dreihundert Minuten gestreckt und immer wieder die Glaubwürdigkeit strapaziert wird. Zum Beispiel wenn Bastiens Entführer ihn ausgerechnet in einem Vorstadthaus versteckt oder Evas Tochter mit einer simplen Internetrecherche viele Fragen beantwortet oder die Kommissarin immer zwei Schritte hinter den Bösewichtern ist.

Insgesamt ist „Just one look“ eine erstaunlich spannungsfreie Coben-Verfilmung.

Just one look (Juste un regard, Frankreich 2017)

Regie: Ludovic Colbeau-Justin

Drehbuch: Patrick Renault, Mehdi Ouahab, Sophie Hiet, Aude Marcle, Kristel Mudry, Sébastien Vitoux

LV: Harlan Coben: Just one look, 2004 (Kein böser Traum)

mit Virginie Ledoyen, Thierry Neuvic, Thierry Frémont, Jimmy Jean-Louis, Joseph Malerba, Stanislas Merhar, Anne Girouard, Mathilde Bisson, Michaël Abiteboul, Carole Richert, Sophie-Charlotte Husson, Arthur Jugnot, Julie Gayet, Joséphine Hélin, Jean-Baptiste Blanc, Harlan Coben (Cameo am Ende der Serie)

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (2,00:1)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 319 Minuten (6 Folgen auf 2 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

(die ich damals spannender als jetzt die TV-Serie fand)

Harlan Coben: Kein böser Traum

(übersetzt von Christine Frauendorf-Mössel)

Goldmann, 2006

416 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Just one look

Dutton 2004

Zuletzt erschienen:

der elfte Myron-Bolitar-Roman. Dieses Mal will Myron Bolitar herausfinden, was mit zwei Kindern wohlhabender US-Familien geschah. Nach zehn Jahren taucht nämlich einer der beiden entführten Jungs in London auf. Der andere bleibt verschwunden und es ist unklar, was in den zehn Jahren geschah.

Harlan Coben: Der Preis der Lüge

(übersetzt von Gunnar Kwisinski)

Goldmann, 2018

416 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

Home

Dutton, 2016

Hinweise

AlloCiné über „Just one look“

Wikipedia über „Just one look“

Homepage von Harlan Coben

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein böser Traum“ (Just one look, 2004)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Kein Friede den Toten“ (The Innocent, 2005)

Meine Besprechung von Harlan Coben „Der Insider“ (Fade away, 1996)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Das Grab im Wald“ (The Woods, 2007)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Sie sehen dich“ (Hold tight, 2008)

Meine Kurzbesprechung der Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ (Ne le dis à personne, Frankreich 2006)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Von meinem Blut“ (Long Lost, 2009)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „In seinen Händen“ (Caught, 2010)

Meine Besprechung von Harlan Cobens “Sein letzter Wille” (Live Wire, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Nur zu deinem Schutz“ (Shelter, 2011)

Meine Besprechung von Harlan Cobens „Ich finde dich“ (Six Years, 2013)

Harlan Coben in der Kriminalakte


%d Bloggern gefällt das: