TV-Tipp für den 15. Juni: Elliot, der Drache

Juni 14, 2019

Sat.1, 20.15

Elliot, der Drache (Pete’s Dragon, USA 2016)

Regie: David Lowery

Drehbuch: David Lowery, Toby Halbrooks (basierend auf einem Drehbuch von Malcolm Marmorstein und einer Geschichte von Seton I. Miller und S.S. Field)

Mr. Meacham (Robert Redford) erzählt den Dorfkindern Geschichten von einem Drachen, den er vor Jahren in den umliegenden Wäldern gesehen hat.

Eine Legende, bis seine Tochter Grace (Bryce Dallas Howard) im Wald den zehnjährigen Pete (Oakes Fegley) entdeckt, der behauptet, dass er die vergangenen Jahre im Wald von einem Drachen, den er Elliot nennt, behütet wurde. Und Elliot will das auch weiter tun.

Elliot, der Drache“ ist, wie man es von Disney erwartet, ein gelungener, liebenswert-charmanter Kinderfilm, der sein Publikum ernst nimmt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

David Lowery gehört zu den interessantesten unauffälligen Regisseuren, die gelungen zwischen Independent- und Mainstream-Kino wechseln. Er inszenierte „St. Nick“ (2009), „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“ (Ain’t Them Bodies Saints, 2013), „Elliot, der Drache“ (Pete’s Dragon, 2016), „A Ghost Story“ (2017) und „Ein Gauner & Gentleman“ (The Old Man & the Gun, 2018), Robert Redfords wundervolle Abschiedsvorstellung (bis zu seinem nächsten Film).

mit Bryce Dallas Howard, Oakes Fegley, Robert Redford, Wes Bentley, Karl Urban, Oona Laurence

Wiederholung: Sonntag, 16. Juni, 16.50 Uhr

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Elliot, der Drache“

Metacritic über „Elliot, der Drache“

Rotten Tomatoes über „Elliot, der Drache“

Wikipedia über „Elliot, der Drache“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Lowerys „Elliot, der Drache“ (Pete’s Dragon, USA 2016)

Meine Besprechung von David Lowerys „A Ghost Story“ (A Ghost Story, USA 2017)

Meine Besprechung von David Lowerys „Ein Gauner & Gentleman“ (The Old Man & the Gun, USA 2018)


DVD-Kritik: „Thor – Tag der Entscheidung“ im Puschenkino

März 20, 2018

Von der großen Leinwand, also der wirklich großen IMAX-Leinwand, hat sich der Mann mit dem Hammer jetzt auf den Weg auf die kleinen Bildschirme gemacht. Da wirken dann einige Kloppereien nicht mehr so groß wie im Kino, aber der Spaß bleibt.

Das Marvel-Studio hat nämlich Taika Waititi mit der Regie für „Thor – Tag der Entscheidung“ beauftragt und ihm bei diesem dritten „Thor“-Einzelabenteuer freie Hand gelassen. Waititi ist ein Neuseeländer, der mit Komödien bekannt wurde. Wie die Pseudo-Doku „5 Zimmer Küche Sarg (What we do in the Shadows, Neuseeland 2014) über eine Vampir-WG im heutigen Wellington (Neuseeland) und ihre alltäglichen Probleme zwischen Hausputz (studentisch), Essgewohnheiten (blutig) und Abendgestaltung (eher einsam). Das war eine herrlich abgedrehte schwarze Komödie für Halloween. „Thor – Tag der Entscheidung“ ist dann weniger schwarzhumorig geraten.

Als nach dem Tod ihres Vaters Odin (Anthony Hopkins) die Schwester der miteinander verfeindeten Halbbrüder Thor (Chris Hemsworth), der Edle, und Loki (Tom Hiddleston), der Schlawiner, auftaucht, gibt es gleich Ärger. Denn die Todesgöttin Hela (Cate Blanchett) ist ziemlich verärgert. Als Erstgeborene will sie die ihr zustehende Macht über Asgard haben. Sofort befördert sie ihre Brüder, die bislang nichts von ihr wussten, an das letzte Ende der Galaxis auf den Schrottplaneten Sakaar. Dort regiert der Grandmaster (Jeff Goldblum). Wie es sich für einen egozentrischen Herrscher mit Klatsche gehört, erfreut er mit eratischem Gehabe. Zum Ämusement des Volkes veranstaltet er Gladiatorenkämpfe. Bei dem nächsten Kampf soll Thor gegen das unbesiegbare grüne Monster kämpfen. Also, eigentlich soll er sich von ihm töten lassen. Als Thor in der Arena steht, erkennt er das Monster sofort: Es ist sein alter Freund Bruce Banner (Mark Ruffalo), der seit längerem als Hulk lebt und extrem – – – hulkig ist.

Und das ist erst der Anfang des neuesten Thor-Abenteuers.

Waititi erzählt seine Geschichte mit vielen Abweichungen und irrwitzigen Einfällen als durchgeknallte, herrlich respektlose Nummernrevue. Mit viel Slapstick in und zwischen den Kloppereien. Und viel Witz und Situationskomik zwischen den Kloppereien.

Thor, der als hammerschwingender Sohn von Odin mit Goldlocken, schon immer etwas lächerlich war, darf hier seinen Spruch „Ich bin Thor, Sohn von Odin“ ungefähr ein Dutzend Mal voller Inbrust und mit heiligem Ernst, als sei es ein tiefschürendes Shakespeare-Zitat, aufsagen. Die Angesprochenen sind von dieser Vorstellung wenig beeindruckt. Denn Thor ist ein Trottel. In einer Trottelgeschichte. Das ist in diesem Umfang eine vollkommen neue und sehr vergnügliche Dimension im Marvel Cinematic Universe.

Die Standard-DVD hat kein Bonusmaterial.

Derzeit läuft im Kino noch sehr erfolgreich das nächste Marvel-Einzelabenteuer „Black Panther“.

Am 26. April läuft „Avengers: Infinity War“ an. Der neue Trailer des über zweieinhalbstündigen Films mit über sechzig Hauptcharakteren, so heißt es infinitiv aus dem Hause Marvel, sieht so aus:

Thor: Tag der Entscheidung (Thor: Ragnarok, USA 2018)

Regie: Taika Waititi

Drehbuch: Eric Pearson, Craig Kyle, Christopher L. Yost

LV: Charaktere von Stan Lee, Larry Lieber, Jack Kirby

mit Chris Hemsworth, Tom Hiddleston, Cate Blanchett, Idris Elba, Jeff Goldblum, Tessa Thompson, Karl Urban, Mark Ruffalo, Anthony Hopkins, Benedict Cumberbatch, Sam Neill, Stan Lee, Matt Damon (ungenannt)

DVD

Marvel/Walt Disney Studios Home Entertainment

Bild: 2,39:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch, Türkisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch

Bonusmaterial: –

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Marvel-Facebook-Seite

Moviepilot über „Thor: Tag der Entscheidung“

Metacritic über „Thor: Tag der Entscheidung“

Rotten Tomatoes über „Thor: Tag der Entscheidung“

Wikipedia über „Thor: Tag der Entscheidung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Taika Waititi „5 Zimmer Küche Sarg“ (What we do in the Shadows, Neuseeland 2014)


TV-Tipp für den 15. Juni: Dredd

Juni 15, 2017

Vox, 22.45

Dredd (Dredd, Großbritannien 2012)

Regie: Pete Travis

Drehbuch: Alex Garland

LV: Charakter von John Wagner und Carlos Ezquerra

Ein normaler Tag in Mega-City One: Judge Dredd sorgt, begleitet von einer Berufsanwärterin, in einem Hochhaus für Ruhe und Ordnung.

Herrlich kompromiss- und humorloser Actionfilm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Karl Urban, Lena Headey, Olivia Thirlby, Wood Harris, Domhnall Gleeson

Wiederholung: Freitag, 16. Juni, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Dredd“

Metacritic über „Dredd“

Rotten Tomatoes über „Dredd“

Wikipedia über „Dredd“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pete Travis‘ „Dredd“ (Dredd, Großbritannien 2012)


TV-Tipp für den 2. Oktober: Dredd

Oktober 2, 2016

RTL, 23.05

Dredd (Dredd, Großbritannien 2012)

Regie: Pete Travis

Drehbuch: Alex Garland

LV: Charakter von John Wagner und Carlos Ezquerra

Ein normaler Tag in Mega-City One: Judge Dredd sorgt, begleitet von einer Berufsanwärterin, in einem Hochhaus für Ruhe und Ordnung.

Herrlich kompromiss- und humorloser Actionfilm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Karl Urban, Lena Headey, Olivia Thirlby, Wood Harris, Domhnall Gleeson

Wiederholung: Montag, 3. Oktober, 02.40 Uhr

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Dredd“

Metacritic über „Dredd“

Rotten Tomatoes über „Dredd“

Wikipedia über „Dredd“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pete Travis‘ „Dredd“ (Dredd, Großbritannien 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: „Elliot, der Drache“ aus dem Haus Disney und garantiert kinderlieb

August 26, 2016

Robert Redford, der inzwischen achtzigjährige Kinostar der siebziger Jahre, der immer wieder jahrelang keinen Film drehte, hat in den letzten Jahren ein beeindruckendes Arbeitspensum vorgelegt und bei dem Ein-Personen-Seglerdrama „All is lost“ sogar einen ganzen Film mit einer auch körperlich anstrengenden Rolle gestemmt. Da ist die Rolle von Mr. Meacham, bei dem die größte Gefahr darin bestand, sich beim Holzschnitzen zu schneiden, einfach dagegen.

Mr. Meacham ist der bei den Kindern von Milhaven, einer Kleinstadt im Pazifischen Nordwesten, beliebte Märchenonkel. Denn er erzählt ihnen Geschichten von einem Drachen, der in den Wäldern lebt und den er vor langer, langer Zeit gesehen hat.

Seine Tochter Grace (Bryce Dallas Howard), die als Försterin arbeitet, hält das, wie alle vernünftigen Erwachsene, für ein Märchen. Denn Drachen gibt es nicht.

Zur gleichen Zeit lebt Pete (Oakes Fegley) seit dem tödlichen Autounfall seiner Eltern vor sechs Jahren im Wald. Beschützt, behütet und befreundet mit einem Drachen.

Als Graces Freund und Sägewerkbesitzer Jack (Wes Bentley), dessen jüngerer Bruder Gavin (Karl Urban) und deren Männer den Wald abholzen, wird Pete entdeckt. Grace nimmt das zehnjährige Findelkind auf und weil auch „Elliot, der Drache“, Pete folgt, ist das beschauliche Milhaven-Kleinstadtleben zwischen Unglauben („Drachen gibt es nicht!“) und Sensationsgier bald vorbei. Denn Gavin will den Drachen fangen und zu Geld machen.

Elliot, der Drache“ ist ein sehr loses Remake von „Elliot, das Schmunzelmonster“ (USA 1977), einem Disney-Musical mit einem gezeichneten Drachen und realen Menschen. Für den neuen Film erfanden Toby Halbrooks und David Lowery, der auch Regie führte, eine komplett neue Geschichte, die in einer zeitlich nicht näher spielenden Vergangenheit ohne Handys und Computer spielt und die bis auf die Beziehung zwischen Pete und Elliot nichts mit dem 1977er-Film zu tun hat. Deshalb bringt es auch nichts, die Filme miteinander zu vergleichen und den einen Film gegen den anderen auszuspielen. In dem Remake wurde außerdem auf das Singen verzichtet und Elliot ist ein CGI-Drache, der daher ziemlich echt aussieht, aber keine Angst einflößt, weil er Kinder liebt, selbst ziemlich kindisch ist und gerne quitschvergnügt durch die unendlichen nordamerikanischen Wälder pflügt und über sie hinwegfliegt.

Die nach Petes Entdeckung in Graces Familie und Umfeld entstehenden Konflikte, wie die Frage nach Bewahrung oder Nutzbarmachung der Natur und des Umgangs mit Elliot, werden etwas plakativ in ein simples Gut-Böse-Schema gepresst. Das ist dann für Erwachsene zu banal und auch etwas zu eindimensional. Aber für sie ist „Elliot, der Drache“ nicht gemacht. Obwohl auch sie sich, wie Pete und Elliot, mit der Frage, wo sie hingehören, beschäftigen können.

Elliot, der Drache“ ist, wie man es von Disney erwartet, ein gelungener, liebenswert-charmanter Kinderfilm, der sein Publikum ernst nimmt.

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Elliot, der Drache (Pete’s Dragon, USA 2016)

Regie: David Lowery

Drehbuch: David Lowery, Toby Halbrooks (basierend auf einem Drehbuch von Malcolm Marmorstein und einer Geschichte von Seton I. Miller und S.S. Field)

mit Bryce Dallas Howard, Oakes Fegley, Robert Redford, Wes Bentley, Karl Urban, Oona Laurence

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Elliot, der Drache“

Metacritic über „Elliot, der Drache“

Rotten Tomatoes über „Elliot, der Drache“

Wikipedia über „Elliot, der Drache“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Star Trek Beyond“ absolviert erfolgreich die dritte Runde

Juli 22, 2016

Als Gene Rodenberry vor fünfzig Jahren das Raumschiff Enterprise mit seiner Multikulti-Besatzung auf die Reise zu unerforschten Welten schickte, hätte er nicht gedacht, dass das Raumschiff heute immer noch fliegt in einem ständig expandierendem Universum, das einige Male vor dem Ende stand.

Damals war „Star Trek“ eine Utopie, die heute teilweise Wirklichkeit ist und es war die erste Science-Fiction-TV-Serie, die SF-Fans sich ohne Krampfanfälle ansehen konnten. Es ging immer wieder um ernste und wichtige Themen, Logik und Physik wurden beachtet, während andere SF-Serien sie galant mit einem Fausthieb vollständig ignorierten. Konflikte wurden nicht mit Gewalt, sondern mit friedlichen Mitteln gelöst. Und ernstzunehmende Science-Fiction-Autoren wie Theodore Sturgeon, Harlan Ellison, Norman Spinrad, James Blish, Joe Haldeman und Alan Dean Foster schrieben Drehbücher und Romane für die Serie. Das war und ist deutlich ernsthafter als Flash Gordon oder Kampfstern Galactica (das Original).

2009, als die Serie im Kino und Fernsehen wieder einmal abgeschrieben war und die Fans sich an Wiederholungen und diversen DVD-Ausgaben erfreuten, wagte J. J. Abrams einen Neustart, der von den Trekkies misstrauisch beäugt wurde. Der Film „Star Trek“ wurde ein Erfolg, der die Welt von Raumschiff Enterprise einem neuen, jüngerem und auch größerem Publikum erschloss. Auch J. J. Abrams zweiter, ziemlich misslungener „Star Trek“-Film „Into Darkness“ lief gut. Danach übernahm Abrams beim neuen „Star Wars“-Film die Regie. Justin Lin, der vor allem für seine „Fast & Furious“-Filme bekannt ist, übernahm die Regie bei dem flotten, actionreichen und bildgewaltigen Science-Fiction-Abenteuerfilm, der es mit friedlichen Konfliktlösungen nicht so hat. Im Zweifel ersetzen Kinnhaken und Schusswaffen Argumente.

Das liegt aber auch an Krall (Idris Elba, gut versteckt hinter einer Maske), der unbedingt ein historisches Artefakt will und dafür die Enterprise in eine Falle lockt. Nach einem kurzem Gefecht, muss sie auf dem Planeten Altamid notlanden. Bei der Bruchlandung wird die Enterprise vollständig zerstört. Die meisten Besatzungsmitglieder (die wir vorher in einigen kurzen Szenen aus dem langweiligen Raumschiffleben kennen lernten) sterben. Die bekannte Hauptcrew der Enterprise – Captain James T. Kirk (Chris Pine), Spock (Zachary Quinto), Doktor McCoy (Karl Urban), Lieutenant Uhura (Zoe Saldana), Scotty (Simon Pegg), Sulu (John Cho) und Chekov (Anton Yelchin) – findet sich verstreut auf dem erdähnlichem Planeten, der sich auch gut als Kulisse für einen „Mad Max“-Endzeitfilm eignen würde. Zu Yorktown, dem nächstgelegenem Außenposten der Föderation, haben sie keinen Kontakt und auch untereinander gibt es keine Funkverbindung.

Auf dem Planeten trifft Scotty Jaylah (Sofia Boutella; naja, eher umgekehrt) und die Alien-Kämpferin, die den Planeten in und auswendig kennt, hilft kurz darauf Kirk und seiner Mannschaft im Kampf gegen Krall, der diktatorisch über Altamid herrscht.

Die von Simon Pegg und Doug Jung geschriebene Geschichte liegt zwar nicht über dem Niveau einer x-beliebigen TV-Folge, aber sie wird schwungvoll und mit Anspielungen auf den „Star Trek“-Kosmos, vor allem natürlich auf die Originalserie aus den Sechzigern, präsentiert. In einem durchgehend humorvoll-optimistischer Tonfall, der Lust auf Abenteuer im Weltraum und auf fremden Welten macht.

Und es gibt reichlich Action. Auch mit, da schlägt Lins „Fast & Furious“-Schule durch, einem Motorrad/-rädern auf Altamid und einem epischen Schlusskampf, der in Yorktown endet, dieser fantastisch aussehenden Weltraumstation, die als lichtdurchflutete Metropole ein vertraut-fremdes Escher-Gefühl hervorruft. Es gibt auch einige Worte zu Kralls Motivation, die früher (also in der Original-TV-Serie) sicher ausführlicher thematisiert worden wäre. In „Star Trek Beyond“ ist sie nur das Sahnehäubchen eines humorvollen, niemals langweiligen Actionfilms mit einer erfreulich stringenten Handlung.

Im Abspann wird sich von Original-„Spock“-Darsteller Leonard Nimoy, dessen Tod im Film sanft angesprochen wird, und „Chekow“-Darsteller Anton Yelchin, verabschiedet. Yelchin starb am 19. Juni 27-jährig bei einem absurden Autounfall. Deshalb wird er in dem bereits jetzt angekündigtem vierten „Star Trek“-Film mit dieser Besatzung nicht dabei sein.

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Star Trek Beyond (Star Trek Beyond, USA 2016)

Regie: Justin Lin

Drehbuch: Simon Pegg, Doug Jung (basierend auf der TV-Serie „Star Trek“ von Gene Roddenberry)

mit Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Idris Elba, Sofia Boutella, Joe Taslim, Lydia Wilson, Jeff Bezos (Yep, genau der)

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Star Trek Beyond“

Metacritic über „Star Trek Beyond“

Rotten Tomatoes über „Star Trek Beyond“

Wikipedia über „Star Trek Beyond“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8” (Super 8, USA 2011)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Star Trek into Darkness“ (Star Trek into Darkness, USA 2013)

Meine Besprechung von J. J. Abrams „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (Star Wars: The Force awakens, USA 2015)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furios 6“ (Furios Six; Fast & Furious Six, USA 2013)

Meine Besprechung von Justin Lins „True Detective – Die komplette zweite Staffel“ (True Detective – Season 2, USA 2015; Lin führte bei zwei Folgen die Regie)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Trek“ (Star Trek, 2009 – Roman zum Film)

Pressekonferenz zum Film, bestehend aus zwei Podien. Zuerst mit den Schauspielern Chris Pine, Simon Pegg, Zachary Quinto, Zoe Saldana, John Cho und Karl Urban; dann mit den Machern J.J. Abrams (Produktion), Justin Lin (Regie), Simon Pegg (Drehbuch), Doug Jung (Drehbuch) und Lindsey Weber (Produktion)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Loft“ – fünf Männer, fünf Schlüssel, eine Frauenleiche, ein Problem

Dezember 11, 2014

Wer nicht gerade zu den vergleichenden Filmwissenschaftlern gehört, wird mit der US-Version von „The Loft“ ein Problem haben: Erik Van Looy inszenierte ein Remake von seinem 2008er Kinohit „Loft – Tödliche Affären“, das sich kaum vom Original unterscheidet. Entsprechend bekannt sind, wenn man das Original kennt, die Dialoge und Twists, auf denen die vertrackte Whodunit-Filmgeschichte aufbaut.
„The Loft“ ist einfach die US-Version von „Loft – Tödliche Affären“, mit höherem Budget und bekannteren Schauspielern. Die Geschichte wurde nicht verändert und ist, wenn man das Original oder das bei uns fast unbekannte 2010er Remake „Loft – Liebe, Lust, Lügen“ von Antoinette Beumer, das bei uns nur auf DVD erschien, nicht kennt, ein herrlich gemeiner und vertrackter Rätselkrimi über fünf verheiratete Männer, die in einem Luxusapartment ihre Schäferstündchen abhalten, bis eines Tages Luke Seacord (Wentworth Miller) in dem Loft eine nackte, blutbesudelte, an das Bett gekettete Frauenleiche entdeckt. Panisch informiert er Vincent Stevens (Karl Urban), Chris Vanowen (James Marsden), Marty Landry (Eric Stonestreet) und Philip Trauner (Matthias Schoenaerts, der schon im Original dabei war). Die fünf Ehebrecher fragen sich, wer von ihnen der Mörder ist. Denn es gibt nur fünf Schlüssel für das Loft.
Erik Van Looy, der auch den genialen Thriller „Mörder ohne Erinnerung“/“Totgemacht – The Alzheimer Case“ inszenierte, inszenierte, mit vielen Rückblenden, wie die fünf Männer versuchen, mit der Situation umzugehen, sich dabei gegenseitig verdächtigen und hinter einige schmutzige Geheimnisse kommen. Denn, entsprechend der alten Thriller-Regel „Nichts ist so, wie es scheint“, hat jeder mindestens ein Geheimnis vor seinen besten Freunden.
Das Erzähltempo ist hoch, die Twists sind (jedenfalls wenn man das Original nicht kennt) unvorhersehbar und die Schauspieler sind gut. Wobei die Schauspieler sich im Remake noch mehr ähneln als im Original, wo sie eher unterscheidbare, aus einem Werbekatalog entsprungene Charakterköpfe waren. Im Remake sind es eher dunkelhaarige Schönlinge mit gut aussehenden Frauen, die man leicht verwechseln kann; was auch von Erik Van Looy beabsichtigt war. Und mit seiner Hochglanz-Optik, seinem subtil-ätzendem Kommentar zur bürgerlichen Ehe und den immer auf ihre hübsche Fassade bedachten Charakteren reiht sich „The Loft“ sehr gelungen in die Reihe von aktuellen Thrillern, wie „Gone Girl“ und „Ich. Darf. Nicht. Schlafen“, ein, die ebenfalls einen Blick auf die Ehe im 21. Jahrhundert werfen.
Aber wer bereits Erik Van Looys „Loft – Tödliche Affären“, das bei uns auf dem Fantasy-Filmfest lief, auf DVD veröffentlicht und bereits im Fernsehen gezeigt wurde, gesehen hat, erfährt in „The Loft“ nichts Neues. Deshalb ist sein US-Remake, wie Michael Hanekes „Funny Games“, ein spannender, aber auch redundanter Thriller.

The Loft - Plakat

The Loft (The Loft, USA 2014)
Regie: Erik Van Looy
Drehbuch: Wesley Strick, Bart de Pauw
mit Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller, Eric Stonestreet, Matthias Schoenaerts, Isabel Lucas, Rachael Taylor, Rhona Mitra, Valerie Cruz
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Loft“
Moviepilot über „The Loft“
Metacritic über „The Loft“
Rotten Tomatoes über „The Loft“
Wikipedia über „The Loft“


TV-Tipp für den 2. Mai: Die Bourne-Verschwörung

Mai 2, 2014

ZDFneo, 20.15

Die Bourne-Verschwörung (USA/D 2004, R.: Paul Greengrass)

Drehbuch: Tony Gilroy

LV: Robert Ludlum: The Bourne Supremacy, 1986 (Die Borowski-Herrschaft, Das Bourne Imperium)

Jason Bourne ist in Goa untergetaucht. Als ein Anschlag auf ihn verübt wird und er in Berlin ein Attentat verübt haben soll, beginnt Bourne den wirklichen Täter zu jagen.

Überaus erfolgreiche und auch bei der Kritik beliebte Fortsetzung von “Die Bourne-Identität”. Wieder, bis auf die Regie, mit dem bewährten Team und einigen halsbrecherischen Autoverfolungsjagden. Die Story ist ein Aufguss von „Die Bourne Identität“ (Am Anfang kämpft Bourne mit seiner Amnesie. In der Mitte erinnert er sich an seine Vergangenheit. Am Ende kämpft er gegen einen anderen Profikiller. Oh, und etliche Autos werden geschrottet.). Die vielen Berlin-Bilder sind dagegen für Berlin-Freunde ein Fest.

Gilroys Drehbuch war für den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert.

Mit Matt Damon, Franka Potente, Brian Cox, Julia Stiles, Karl Urban, Joan Allen, Michelle Monaghan

Hinweise

Film-Zeit über „Die Bourne-Verschwörung“

Rotten Tomatoes über “Die Bourne-Verschwörung”

Wikipedia über “Die Bourne-Verschwörung” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tony Gilroys “Das Bourne-Vermächtnis” (The Bourne Legacy, USA 2012)

Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Captain Phillips“ (Captain Phillips, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Riddick“ ist zurück in einem Science-Fiction-Western

September 19, 2013

 

Nachdem Vin Diesel als Domenic Toretto wieder zur „Fast & Furious“-Reihe zurückkehrte und sie seitdem zu den großen Kinohits gehört, eine Rückkehr als Xander Cage in einem dritten „xXx“-Film schon seit längerem angekündigt ist (in der gefloppten Fortsetzung spielte er nicht mit), er auch als Produzent erfolgreich ist, kehrte er jetzt zu einem weiteren Charakter zurück, der ihn weltweit bekannt machte: Richard B. Riddick, ein in der ganzen Galaxis gesuchter Schwerverbrecher mit einem Augendefekt, der als klassischer Antiheld nur an sein eigenes Überleben denkt und sich nicht für die Gesellschaft engagieren will. Er tut es dann natürlich doch und rettet in „Pitch Black – Planet der Finsternis“ (USA 2000) einige mit ihm auf einem verlassenem Planeten gestrandete Menschen vor tödlichen Urviechern, die im Dunkeln zuschlagen. Der billig gedrehte, sehr effektive B-Science-Fiction-Horrorfilm war ein Überraschungserfolg. 2004 folgte „Riddick: Chroniken eines Kriegers“. Die Fortsetzung war erheblich teurer, kein Horrorfilm, sondern ein buntes, episches Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition von „Dune – Der Wüstenplanet“, entsprechend ungenießbar und ein Kassenflop. Die Videospiele waren erfolgreicher und etliche Fans wünschten sich eine Fortsetzung, die von Regisseur David Twohy und Vin Diesel, der den schweigsamen Überlebenskünstler Riddick kongenial verkörpert, in den vergangenen Jahren immer wieder angekündigt wurde. Trotzdem hat so richtig hat wohl niemand mehr daran geglaubt.

Aber Vin Diesel Starstatus ermöglichte sie dann doch und der dritte Riddick-Film, der einfach „Riddick“ heißt, knüpft sehr locker an die vorherigen beiden Filme, vor allem die „Chroniken eines Kriegers“ an. Die Bezüge sind so locker, dass man sie getrost vernachlässigen kann. Man muss die vorherigen beiden Riddick-Filme wirklich nicht sehen, um „Riddick“ zu verstehen.

Riddick wird auf einem, abgesehen von einigen Urviechern, die Riddick als Mahlzeit ansehen, unbewohntem Planeten tot zurückgelassen. Jedenfalls glauben das seine Mörder. Aber Riddick überlebte. Von einer verlassenen Station sendet er ein Notsignal und lockt so zwei Raumschiffe heran. In dem einen ist eine von Santana angeführte Truppe Kopfgeldjäger. In dem anderen eine von Boss Johns angeführte Gruppe Söldner. Santana will das auf Riddick ausgesetzte Kopfgeld. Boss Johns will von Riddick einige für ihn wichtige Informationen. Das Kopfgeld würde er auch nehmen.

Riddick spielt die beiden Gruppen gegeneinander aus. Denn er will nur ein Raumschiff haben, um den Planeten zu verlassen.

Das ist nach dem pompösen „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ wieder eine Rückkehr zu dem schlanken „Pitch Black“-Stil. Die Story scheint dann eher aus einem Italo-Western oder einem in einer der gerne benutzten sandigen Baugruben gedrehtem Post-“Mad Max“-80er-Jahre-Endzeitfilm entliehen zu sein. Wobei Riddick in „Riddick“ nach der Ankunft der beiden Raumschiffe weitgehend als passiver Beobachter aus der Geschichte verschwindet. Er wartet ab, bis die Bösewichter sich so weit dezimiert haben, dass er ein Raumschiff bekommt.

Gedreht wurde, wie in einem alten Hollywood-Western, dann auch nicht vor Ort, sondern im Studio und dank des exzessiven Gebrauchs von Farbfiltern kann man die Qualität der Tricks nicht beurteilen. Sie sehen aber, vor allem die Tieranimationen, eher bescheiden aus.

Riddick“ ist ein angenehm altmodischer Science-Fiction-Western, ein B-Film mit wenig Dialog und etwas Action, der früher in 90 Minuten, höchstens 105 Minuten, erzählt worden wäre. Jetzt dauert es zwei Stunden, ist damit zu lang geraten und die meisten Bösewichter bleiben für diese Filmlänge viel zu eindimensional. Auch wenn sie nur Kanonenfutter für den unbesiegbaren Riddick sein sollen.

Riddick - Plakat

Riddick (Riddick. USA 2013)

Regie: David Twohy

Drehbuch: David Twohy (basierend auf von Jim Wheat und Ken Wheat)

mit Vin Diesel, Jordi Mollà, Matt Nable, Katee Sackhoff, Dave Bautista, Raul Trujillo, Bokeem Woodbine, Nolan Gerard Funk, Conrad Pla, Noah Danby, Neil Napier, Danny Blanco Hall, Keri Lynn Hilson, Karl Urban

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Riddick“

Moviepilot über „Riddick“

Metacritick über „Riddick“

Rotten Tomatoes über „Riddick“

Wikipedia über „Riddick“ 

 

 

 

 


TV-Tipp für den 22. August: Die Bourne-Verschwörung

August 22, 2013

Vox, 20.15

Die Bourne-Verschwörung (USA/D 2004, R.: Paul Greengrass)

Drehbuch: Tony Gilroy

LV: Robert Ludlum: The Bourne Supremacy, 1986 (Die Borowski-Herrschaft, Das Bourne Imperium)

Jason Bourne ist in Goa untergetaucht. Als ein Anschlag auf ihn verübt wird und er in Berlin ein Attentat verübt haben soll, beginnt Bourne den wirklichen Täter zu jagen.

Überaus erfolgreiche und auch bei der Kritik beliebte Fortsetzung von “Die Bourne-Identität”. Wieder, bis auf die Regie, mit dem bewährten Team und einigen halsbrecherischen Autoverfolungsjagden. Die Story ist ein Aufguss von „Die Bourne Identität“ (Am Anfang kämpft Bourne mit seiner Amnesie. In der Mitte erinnert er sich an seine Vergangenheit. Am Ende kämpft er gegen einen anderen Profikiller. Oh, und etliche Autos werden geschrottet.). Die vielen Berlin-Bilder sind dagegen für Berlin-Freunde ein Fest.

Gilroys Drehbuch war für den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert.

Im Anschluss, um 22.20 Uhr (Wiederholung um 02.35 Uhr), läuft der Thriller „Green Zone“, ebenfalls von Paul Greengrass, wieder mit Matt Damon und selbstverständlich sehenswert

Mit Matt Damon, Franka Potente, Brian Cox, Julia Stiles, Karl Urban, Joan Allen, Michelle Monaghan

Wiederholung: Freitag, 23. August, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Die Bourne-Verschwörung“

Rotten Tomatoes über „Die Bourne-Verschwörung“

Wikipedia über “Die Bourne-Verschwörung” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tony Gilroys „Das Bourne-Vermächtnis“ (The Bourne Legacy, USA 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: „Star Trek into Darkness“ bei der Terroristenjagd

Mai 8, 2013

 

Ich habe mich wirklich auf „Star Trek into Darkness“ gefreut (Nicht gut.). Immerhin war der vorherige „Star Trek“-Film von J. J. Abrams und den Drehbuchautoren Roberto Orci und Alex Kurtzman eine rundum überzeugende und gelungene Neuinterpretation der Geschichte des Raumschiffes Enterprise und seiner Besatzung in einer alternativen Zeitlinie, aber mit einer ordentlichen Portion Sense of Wonder. Es war – ich gebe es zu – der erste „Star Trek“-Film, den ich mir im Kino ansah, und auch der „Roman zum Film“ von Alan Dean Foster gefiel mir.

Entsprechend hoch waren meine Erwartungen für die Fortsetzung (Nicht gut.). Immerhin stand das gleiche kreative Team hinter der Kamera, die Schauspieler übernahmen wieder die gleichen Rollen und natürlich würde die Geschichte von Captain Kirk und seinem Raumschiff Enterprise weiter erzählt werden.

Ich lümmelte mich also in meinen Kinosessel, setzte die 3D-Brille (für mich „die Brille auf der Brille“) auf und bevor ich mit der Besprechung beginne gibt es noch eine Vorbemerkung, über zwei Dinge, die nicht unbedingt etwas mit dem Film zu tun haben, aber mich bis zum Abspann störten:

Der 3D-Effekt war dieses Mal wieder nur störend, nervig und schlecht gemacht und die Bilder waren für meinen Geschmack immer einen Tick zu dunkel.

Der Film selbst beginnt fetzig und, wie wir es aus unzähligen TV-Episoden kennen, mitten in der Action: auf dem Planeten Nibiru werden Kirk und seine Männer aus nie geklärten Gründen von den aufgebrachten Einwohnern verfolgt. Spock springt in einen Vulkan, der kurz vor einer planetenvernichtenden Explosion steht, und platziert dort eine Bombe, die diese Explosion stoppen soll. Weil er dabei auch sterben wird, verstößt Kirk gegen die Regeln der Sternenflotte, lässt die Steinzeitmenschen das Raumschiff Enterprise sehen und rettet Spock, den Planeten und dessen Bewohner.

Als Quittung für diesen Kuddelmuddel verliert Kirk die Enterprise. Aber noch bevor er so richtig Trübsal blasen kann in einer dieser schicken Yuppie-Retro-Bars, in denen zu schummeriger Beleuchtung auch in drei Jahrhunderten noch Fünfziger-Jahre-Blues läuft (ach ja: Plattenspieler gibt es auch noch.), verübt John Harrison (Benedict Cumberbatch, der nicht einmal „Sherlock Holmes“ sagt und seine Rolle als Khan in dieser Zeitlinie, die sich von der Zeitlinie der Original-“Raumschiff Enterprise“-Serie mal mehr, mal weniger unterscheidet, stoisch übersteht und so ein herrlich undurchschaubarer Schurke ist) einen Anschlag auf die Sternenflotte, der dazu führt, dass alle wichtigen Männer der Sternenflotte sich in einem schlecht gesicherten Besprechungszimmer versammeln. Harrison könnte jetzt in einem zweiten Anschlag die gesamte Kommandoebene vernichten, wenn nicht Captain Kirk die böse Absicht erkennen würde und – schon rummst es kräftig. Harrison erreicht sein Ziel nur teilweise und flüchtet nach Kronos, den verwüsteten Heimatplaneten der Klingonen, der wie ein verlassenes „Blade Runner“-Set aussieht.

James T. Kirk erhält – vollkommen entgegen den sonstigen Gewohnheiten und Regeln der Sternenflotte – den Auftrag, den Bösewicht zu töten. Voller jugendlicher Begeisterung über die Chance, den Tod von seinem väterlichen Mentor, Captain Pike, zu rächen, warpt er mit seinem Raumschiff und der schon aus dem ersten „Star Trek“-Film bekannten Besatzung in Richtung Kronos.

Und ich saß ungläubig über dieses erzählerische Chaos, im Kino. Denn der gesamte Film „Star Trek into Darkness“ fühlt sich nie wie eine „Raumschiff Enterprise“-Geschichte mit James T. Kirk, Spock, Uhura, Sulu und Scotty an. Es geht hier nicht mehr darum, neue Welten kennen zu lernen und Konflikte möglichst friedlich zu lesen. Stattdessen gibt es Action bis zum Abwinken. Es wird zerstört, geschossen, sich geprügelt und getötet, als gäbe es kein Morgen und als könne man mit Action, hastigen Schnitten und Schauplatzwechseln, garniert mit einen kleinen „Raumschiff Enterprise“-Zitaten für das Fan-Herz, von der fehlenden Geschichte ablenken.

Es gibt keinen optimistischen Blick in die Zukunft, kein Sense of Wonder, sondern nur einen chaotischen Racheplot, mit mehr Plotlöchern und Unwahrscheinlichkeiten als ein Schweizer Käse, in dem einerseits mit Warp-Antrieb und sich noch im Anfang befindender Beam-Technik riesige Entfernungen innerhalb von Sekundenbruchteilen überwunden werden können, aber andererseits dann wieder furchtbar komplizierte Manöver im All, nur in Raumanzügen, durchgeführt werden können und der Nuklear-Antrieb des Raumschiffs mit einem kräftigen Fausthieb wieder in Betrieb gesetzt werden kann. Sowieso scheinen die Maschinenräume und leeren Lagerräume der Raumschiffe größer als die Raumschiffe zu sein, aber ein richtiges, fertiges Drehbuch scheint dort niemand gefunden zu haben.

Star Trek - Into Darkness - Teaser

Star Trek into Darkness (Star Trek into Darkness, USA 2013)

Regie: J. J. Abrams

Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof

mit Chris Pine, Zachary Quinto, John Cho, Simon Pegg, Zoë Saldana, Karl Urban, Anton Yelchin, Benedict Cumberbatch, Alice Eve, Bruce Greenwood, Peter Weller

Länge: 132 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Star Trek into Darkness“

Metacritic über „Star Trek into Darkness“

Rotten Tomatoes über „Star Trek into Darkness“

Wikipedia über „Star Trek into Darkness“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Trek“ (Star Trek, 2009)

Meine Besprechung von J. J. Abrams‘ „Super 8“ (Super 8, USA 2011)

Bonushinweis

Alan Dean Foster, der ja schon viele gute Filmromane geschrieben hat, hat den Filmroman zu „Star Trek into Darkness“ geschrieben und vielleicht gelingt es ihm ja einige der Plotlöcher in dieser Post-9/11-Terroristenhatz-Geschichte, die – immerhin erzählen Science-Fiction-Geschichten ja immer etwas über die Gegenwart – wie ein zehn Jahre altes Fundstück wirkt, zu stopfen. Jedenfalls erscheint die deutsche Übersetzung pünktlich zum Filmstart.

Foster - Star Trek into Darkness

Alan Dean Foster: Star Trek into Darkness – Roman zum Film

Cross Cult, 2013

320 Seiten

12,80 Euro

 

 


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