TV-Tipp für den 13. Oktober (+ Buchtipp): In the Electric Mist – Mord in Louisiana

Oktober 12, 2019

Arte, 21.10

In the Electric Mist – Mord in Louisiana (In the Electric Mist, USA 2009)

Regie: Bertrand Tavernier

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: James Lee Burke: In the Electric Mist with Confederate Dead, 1993 (Im Schatten der Mangroven)

Polizeichef Dave Robicheaux will den Mord an einer neunzehnjährigen Prostituierten aufzuklären. Bei seinen Ermittlungen trifft er auch auf eine Filmcrew, die einen historischen Film dreht, den lokalen Paten, seinen alten Freund Julie ‘Baby Feet’ Balboni, dessen Geld auch in dem Film steckt und den Geist von Konföderierten-General John Bell Hood.

Grandios besetzte, sehr atmosphärische und sehr gelungene Verfilmung eines Robicheaux-Krimis. Feiner Stoff für Krimifans.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tommy Lee Jones, John Goodman, Peter Sarsgaard, Kelly Macdonald, Mary Steenburgen, Justina Machado, Ned Beatty, James Gammon, Pruitt Taylor Vince, Levon Helm, Buddy Guy, John Sayles

Lektürehinweis

Brandneu aus der Druckerei: der neue Dave-Robicheaux-Roman mit dem superunspektakulärem Titel „Mein Name ist Robicheaux“. Im Original ist der Titel des 21. Robicheaux-Krimis noch unspektakulärer.

Bei jedem anderen Roman würde ich bei dieser Ausgangslage von einem persönlichen Fall sprechen. Aber alle Dave-Robicheaux-Fälle sind persönlich. Dieses Mal geht es um einen Mord. Der Mann, der Robicheauxs Frau überfahren hat, wurde ermordet. Robicheaux kann sich nicht an die Mordnacht erinnern. Aber seine Hände sind zerschunden und selbstverständlich wird man ihn, wegen seines Motivs, verdächtigen. Also beginnt Robicheaux in eigener Sache zu ermitteln. Und langjährige Robicheaux-Fans wissen, dass das keine normale, streng den Dienstvorschriften gehorchende Ermittlung wird.

James Lee Burke: Mein Name ist Robicheaux

(übersetzt von Jürgen Bürger)

Pendragon, 2019

600 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Robicheaux – You know my name

Simon & Schuster, 2018

Hinweise

Rotten Tomatoes über „In the Electric Mist“

Wikipedia über „In the Electric Mist“ (deutsch, englisch)

Berlinale: Pressekonferenz zu „In the Electric Mist“

Homepage von James Lee Burke

Mein Porträt von James Lee Burke

James Lee Burke in der Kriminalakte

„In the Electric Mist“ in der Kriminalakte

Thrilling Detective über „the Great Lost P. I.“ Dave Robicheaux

Homepage von James Lee Burke

Wikipedia über James Lee Burke (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über „the Great Lost P. I.“ Dave Robicheaux

Homepage von James Lee Burke

Wikipedia über James Lee Burke (deutsch, englisch)

Mein Porträt von James Lee Burke

James Lee Burke in der Kriminalakte

„In the Electric Mist“ in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“ (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Neonregen“ (The Neon Rain, 1987)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Blut in den Bayous“ (Heaven’s Prisoners, 1988)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Mississippi Jam“ (Dixie City Jam, 1994)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Sumpffieber“ (Sunset Limited, 1998)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Straße der Gewalt“ (Last Car to Elysian Fields, 2003)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Flucht nach Mexiko – Ein Dave-Robicheaux-Krimi“ (Crusader’s Cross, 2005 )

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Sturm über New Orleans“ (The Tin Roof Blowdown, 2007)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Regengötter“ (Rain Gods, 2009)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Der Uhrmacher von St. Paul (L’horloger de Saint-Paul, Frankreich 1974)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „In the Electric Mist – Mord in Louisiana (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Die Prinzessin von Montpensier“ (La Princesse de Montpensier, Frankreich 2010)


DVD-Kritik: „State of Play – Mord auf Seite Eins“, schmutzige Wäsche auf Seite Drei und Politik danach

Februar 27, 2019

Es gibt viele gute Gründe, sich die schon etwas ältere BBC-Miniserie „State of Play – Mord auf Seite Eins“ anzusehen. Da ist einmal der gewonnene Edgar als beste TV-Miniserie/Film. Da ist die Besetzung. John Simm, David Morrissey, Kelly Macdonald, Bill Nighy und James McAvoy spielen Hauptrollen. Einige standen damals am Anfang ihrer Karriere, die sie zu „The Walking Dead“ und „X-Men“ führte. Und dann könnte da noch der Wunsch sein, dass man einfach eine gute Serie sehen möchte.

Es beginnt mit zwei Ereignissen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. In einem Westend-Hinterhof wird ein 15-jähriger Drogendealer erschossen. Ein zufällig anwesender Zeuge wird angeschossen. Zur gleichen Zeit verunglückt eine junge Frau in der Londoner U-Bahn. Sie war eine Mitarbeiterin des jungen, aufstrebenden Labour-Abgeordneten Stephen Collins (David Morrissey). Er ist Vorsitzender der Energiekommission.

Als „Herald“-Starreporter Cal McCaffrey (John Simm) über den Tod des jungen Drogendealers recherchiert, entdeckt er eine Verbindung zu Collins‘ toter Mitarbeiterin und er vermutet, dass ihr Tod kein Unglück war und dass sie bei ihrer Arbeit etwas sehr Brisantes entdeckte.

Weil er Collins von früher kennt – er war sein Wahlkampfmanager für die Unterhauswahlen -, gestalten sich die Recherchen zwischen professioneller Distanz und Freundschaft schwierig.

Bewundernswert schnell entwickelt sich in der sechsteiligen BBC-Miniserie die Geschichte, die entsprechend schnell ein verwickelter Knäuel unterschiedlicher Interessen und Loyalitäten aus Politik, Presse, Wirtschaft und Privatem wird.

Das Drehbuch für „State of Play – Mord auf Seite Eins“ ist von Paul Abbott. Er schrieb mehrere Drehbücher für die legendäre Krimiserie „Cracker“ (Für alle Fälle Fitz) und war der kreative Kopf hinter Serien wie „Hit & Miss“ und, zuletzt, „Shameless“ und „No Offence“.

Regie führte David Yates, der damals nur ein TV-Regisseur war. Seitdem drehte er vier Harry-Potter-Filme und er soll alle „Fantastic Beasts“/“Phantastische Tierwesen“-Filme inszenieren. Schon in „State of Play“ führte er, noch ohne Spezialeffekte, ein großes Ensemble über mehrere Stunden souverän durch eine spannende, aus mehreren Handlungssträngen bestehende Geschichte.

In England war die spannende Serie ein Hit. Es gab zahlreiche Preise und Nominierungen. Neben dem schon erwähnten Edgar erhielt „State of Play“ drei BAFTA-Awards (Bill Nighy als bester Hauptdarsteller, Mark Day für den Schnitt und Simon Okin, Stuart Hilliker, Jamie McPhee und Pat Boxshall für den Ton) und war für weitere BAFTAs nominiert, u. a. David Morrissey ebenfalls als bester Hauptdarsteller und die gesamte Serie als beste dramatische Serie. Außerdem erhielt sie erhielt einen Peabody Award und mehrere Preise der Royal Television Society. Um nur einige zu nennen.

Paul Abbott sollte eine Fortsetzung schreiben. Er versuchte es. Später sagte er, es werde keine Fortsetzung geben, weil er nicht wisse, welche neue Geschichte er mit diesen Charakteren erzählen solle. Ein besseres Lob kann man wohl kaum einer Serie machen.

2009 gab es ein von Kevin Macdonald inszeniertes, starbesetztes und gutes Remake. Jedenfalls solange man die vielschichtige, über gut sechs Stunden fesselnde Vorlage nicht kennt.

In Deutschland zeigte Arte die sechsteilige, in sich abgeschlossene (das muss man heute bei den vielen offenen Serienenden ja sagen) Mini-Serie 2008. Seitdem wurde sie, wenn ich mich nicht irre, nicht wiederholt.

Polyband veröffentlicht „State of Play – Mord auf Seite Eins“ jetzt wieder auf DVD. Wieder ohne Bonusmaterial.

State of Play – Mord auf Seite Eins (State of Play, Großbritannien 2003)

Regie: David Yates

Drehbuch: Paul Abbott

mit John Simm, David Morrissey, Kelly Macdonald, Bill Nighy, James McAvoy, Polly Walker, Philip Glenister, Marc Warren, James Laurenson, Benedict Wong

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 300 Minuten (6 x 50 Minuten) (2 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

BBC über „State of Play“

BFI Screen Online über „State of Play“

Wikipedia über „State of Play“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Yates‘ „Legend of Tarzan“ (The Legend of Tarzan, USA 2016)


TV-Tipp für den 8. September: No Country for Old Men

September 8, 2018

Servus TV, 22.05

No Country for Old Men (No Country for Old Men, USA 2007)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005 (Kein Land für alte Männer)

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Sonntag, 9. September, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. Februar: Mord in Louisiana

Februar 23, 2018

3sat, 22.35

In the Electric Mist – Mord in Louisiana (In the Electric Mist, USA 2009)

Regie: Bertrand Tavernier

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: James Lee Burke: In the Electric Mist with Confederate Dead, 1993 (Im Schatten der Mangroven)

Polizeichef Dave Robicheaux will den Mord an einer neunzehnjährigen Prostituierten aufzuklären. Bei seinen Ermittlungen trifft er auch auf eine Filmcrew, die einen historischen Film dreht, den lokalen Paten, seinen alten Freund Julie ‘Baby Feet’ Balboni, dessen Geld auch in dem Film steckt und den Geist von Konföderierten-General John Bell Hood.

Grandios besetzte, sehr atmosphärische und sehr gelungene Verfilmung eines Robicheaux-Krimis. Feiner Stoff für Krimifans.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tommy Lee Jones, John Goodman, Peter Sarsgaard, Kelly Macdonald, Mary Steenburgen, Justina Machado, Ned Beatty, James Gammon, Pruitt Taylor Vince, Levon Helm, Buddy Guy, John Sayles

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Berlinale: Pressekonferenz zu „In the Electric Mist“

Film-Zeit über „In the Electric Mist“

Homepage von James Lee Burke

Mein Porträt von James Lee Burke

James Lee Burke in der Kriminalakte

„In the Electric Mist“ in der Kriminalakte

Thrilling Detective über „the Great Lost P. I.“ Dave Robicheaux

Homepage von James Lee Burke

Wikipedia über James Lee Burke (deutsch, englisch)

Mein Porträt von James Lee Burke

James Lee Burke in der Kriminalakte

„In the Electric Mist“ in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“ (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Neonregen“ (The Neon Rain, 1987)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Blut in den Bayous“ (Heaven’s Prisoners, 1988)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Mississippi Jam“ (Dixie City Jam, 1994)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Straße der Gewalt“ (Last Car to Elysian Fields, 2003)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Sturm über New Orleans“ (The Tin Roof Blowdown, 2007)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Regengötter“ (Rain Gods, 2009)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Der Uhrmacher von St. Paul (L’horloger de Saint-Paul, Frankreich 1974)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „In the Electric Mist – Mord in Louisiana (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von Bertrant Taverniers „Die Prinzessin von Montpensier“ (La Princesse de Montpensier, Frankreich 2010)


TV-Tipp für den 11. Oktober: True Grit/No Country for Old Men

Oktober 11, 2017

Ein wahrhaft coeniglicher Abend

Kabel 1, 20.15

True Grit (USA 2010, Regie: Joel Coen, Ethan Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (Die mutige Mattie; True Grit)

Die vierzehnjährige Mattie Ross will den Mörder ihres Vaters, den Feigling Tom Chaney, finden. Für die Jagd engagiert sie den versoffenen, aber furchtlosen Marschall Rooster Cogburn.

Ein zukünftiger Western-Klassiker

mit Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper

Wiederholung: Donnerstag, 12. Oktober, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Charles Portis (deutsch, englisch) und „True Grit

New York Times über Charles Portis (19. Dezember 2010)

Amerikanische Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Deutsche Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Film-Zeit über „True Grit“ (Coen-Version)

Metacritic über “True Grit”

Rotten Tomatoes über “True Grit”

Drehbuch „True Grit“ von Joel und Ethan Coen

Meine Besprechung von Charles Portis’ Roman „True Grit/Die mutige Mattie“ (True Grit, 1968)

Kabel 1, 22.25

No Country for Old Men (USA 2007, Regie: Ethan Coen, Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Freitag, 13. Oktober, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 1. Oktober: Gosford Park

Oktober 1, 2017

Arte, 20.15

Gosford Park (Großbritannien/Italien/USA/Deutschland 2001)

Regie: Robert Altman

Drehbuch: Julian Fellowes (nach einer Idee von Robert Altman und Bob Balaban)

Auf dem Landsitz Gosford Park trifft sich eine Jagdgesellschaft mit ihrer Dienerschaft. Als der Hausherr ermordet wird, muss ein Inspektor den Mörder suchen.

Tolle Gesellschaftskomödie mit einem Hauch Agatha Christie und einem „Was? Die ist auch dabei?“-Ensemble.

Der Film erhielt, neben vielen anderen Preisen, den BAFTA als bester Film, eine Golden Globe für die Regie, einen Oscar für das Drehbuch und die Screen Actors Guild zeichnete gleich das gesamte Ensemble aus.

Drehbuchautor Julian Fellowes ist auch der Erfinder von „Downtown Abbey“.

mit Maggie Smith, Michael Gambon, Kristin Scott Thomas, Camilla Rutherford, Charles Dance, Geraldine Somerville, Tom Hollander, Natasha Wightman, Jeremy Northam, Bob Balaban, James Wilby, Claudie Blakley, Laurence Fox, Ryan Phillippe, Stephen Fry, Kelly Macdonald, Clive Owen, Helen Mirren, Eileen Atkins, Emily Watson, Alan Bates, Derek Jacobi, Richard E. Grant

Wiederholung: Montag, 3. Oktober, 14.05 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Gosford Park“

Wikipedia über „Gosford Park“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Manns Doku „Altman“ (Altman, Kanada 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „T2 Trainspotting“ – Was wurde aus den „Trainspotting“-Jungs?

Februar 17, 2017

Trainspotting“ war der „Easy Rider“ der neunziger Jahre. Ein Film, der den Nerv der Jugend traf und ihre Kultur porträtierte. Ein sofortiger, aus dem Nichts kommender Kultfilm über einige Jungs aus Edinburgh, die Drogen konsumieren und denen alles egal ist. Außer den Drogen. Schon die ersten Minuten, untermalt von Iggy Pops „Lust for Life“, geben das Tempo und die No-Nonsense-Haltung des Films vor.

Wie bei allen richtigen Kultfilmen ist auch bei „Trainspotting“ eine Fortsetzung unnötig. Auch wenn Irvine Welsh, Autor der Romanvorlage, die in England schon vor dem Film ein Bestseller war, später wieder zu Renton, Sick Boy, Spud und Begbie zurückkehrte. In „Porno“ erzählte er 2002, zehn Jahre nach „Trainspotting“, ihre Geschichte weiter.

Und jetzt haben Danny Boyle und Drehbuchautor John Hodge eine Kinofortsetzung gemacht, die lose auf beiden Büchern basiert und die Geschichte des Kinofilm weiter erzählt.

T2 is really an adaptation of two books: Porno, Irvines 10 years later sequel but, even more, it’s a direct loop back to Trainspotting. For me, the original book is like a modern Ulysses. It’s unsurpassed I think, and reading it is still like the ‚rush of ocean to the heart‘. The new film is constantly drawn back into its orbit and it’s been a privilige to step back into that world.“ (Danny Boyle)

Am Ende von „Trainspotting“ klaute Renton (Ewan McGregor) von seinen Freunden Spud (Ewen Bremner), ‚Sick Boy‘ Simon (Jonny Lee Miller) und Begbie (Robert Carlyle) das Geld, das sie für den Verkauf von Drogen erhielten.

Jetzt zwanzig Jahre später kehrt er nach Edinburgh zurück. Seine Mutter ist gestorben. Aber das ist für die Filmgeschichte, die wieder, primär, eine Ansammlung von höchst lose zusammenhängenden Episoden und Anekdoten ist. Seine damaligen Freunde sind immer noch in Edinburgh und sie haben sich nicht verändert. Spud hängt immer noch an der Nadel. Sick Boy führt eine extrem schlecht gehende Kneipe. Mit Sexvideos will er von den städtischen Honoratioren genug Geld für sein nächstes großes Projekt erpressen. Er will mit seiner Freundin (mehr platonisch als sexuell) ein Bordell eröffnen. Und Begbie, die menschliche Handgranate, geht immer noch keiner, meist von ihm provozierten, Schlägerei aus dem Weg. Jetzt, also eigentlich seit „Trainspotting“, sitzt er im Gefängnis. Als ein Entlassungsantrag abgelehnt wird, bricht er aus und quartiert sich bei seiner Frau und seinem Sohn ein.

Begbie (mehr) und Sick Boy (weniger) sind immer noch über Rentons Diebstahl verärgert. Sie wollen, dass er dafür bezahlt. Spud, dem Renton damals ein Viertel des Geldes gab, hätte dagegen gerne auf das Geld verzichtet. Als Junkie investierte er das Geld nur in Drogen.

Das ist die sich langsam materialisierende Ausgangslage. Denn Boyle und John Hodge (der auch das Drehbuch für „Trainspotting“ schrieb) führen die einzelnen Charaktere langsam ein. Es dauert einige Zeit, bis Renton wieder in seiner alten Heimat ist, bis er seine alten Freunde, mehr oder weniger freiwillig, getroffen hat und Sick Boy ihm das Geschäft seines Lebens vorschlägt.

Dieses Mal verzichten Boyle und Hodge auch auf eine Erzählerstimme, die den ersten Film strukturierte und ihm von der ersten Minute an eine Haltung gab. Das ist ein Problem von „T2 Trainspotting“. Ein anderes, viel gravierenderes, ist, dass sich Renton, Spud, Sick Boy und Begbie in den vergangenen zwanzig Jahren nicht änderten. Sie sind nur älter geworden.

Ein anderes Problem ist die episodische Struktur, die hier dazu führt, dass fast keine Handlung und Ereignis Folgen hat. So spielt Rentons Herzanfall in der ersten Minute später keine Rolle mehr. Dank einer Operation kann er noch Jahrzehnte leben und, angesichts des von ihm im Film absolvierten Sportpensums, muss er sich auch in keinster Weise einschränken. Später erzählt er Sick Boy, dass er glücklich verheiratet sei. Noch später erzählt er ihm, dass das eine Lüge war. Seine Ehe sei gescheitert und er habe seinen Job verloren. Weil wir weder seine Frau, noch seinen Job, noch sein Leben in Holland kennen lernen, und es auch keinen Einfluss auf die Filmgeschichte hat, ist es egal. Das gleiche gilt auch für seine Freunde. Nur Begbie hat mit einer Frau und einem Sohn so etwas wie ein Leben und ein Ziel: er will mit ihnen zusammen sein und seinen Sohn ebenfalls zu einem Verbrecher erziehen. Der hat allerdings Pläne für ein ehrliches, bürgerliches Leben mit einer ordentlichen beruflichen Ausbildung.

Insgesamt ist „T2 Trainspotting“ ein überflüssiger Film. Das heißt jetzt nicht, dass er schlecht ist. Er hat einige tolle Szenen, die dummerweise meistens „Trainspotting“ mehr oder weniger direkt zitieren. Sowieso ist „T2 Trainspotting“ mit Flashbacks, Zitaten und Querverweise zum ersten Film überreich gesegnet. Aber wir erfahren in „T2 Trainspotting“ nichts über die vier Jungs, was wir nicht schon in „Trainspotting“ über sie wussten. Damit wirkt der Film wie die Wiedervereinigung einer einstmals geliebten Band, die jetzt eine neue CD einspielt, die in ihren besten Momenten alte Ideen wiederholt, in ihren schlechtesten Momenten langweilt.

t2-trainspotting-plakat

T2 Trainspotting (T2 Trainspotting, Großbritannien 2017)

Regie: Danny Boyle

Drehbuch: John Hodge

LV: Irvine Welsh: Trainspotting,1993 (Trainspotting); Porno, 2002 (Porno)

mit Ewan McGregor, Ewen Bremner, Jonny Lee Miller, Robert Carlyle, Anjela Nedyalkova, Kelly Macdonald

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Weltpremiere

Die Vorlage

Porno von Irvine Welsh

Irvine Welsh: Porno

(übersetzt von Clara Drechsler und Harald Hellmann)

Heyne, 2017

576 Seiten

10,99 Euro

Originalausgabe

Porno

Jonathan Cape, London, 2002

Deutsche Erstausgabe bei Kiepenheuer & Witsch.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „T2 Trainspotting“

Metacritic über „T2 Trainspotting“

Rotten Tomatoes über „T2 Trainspotting“

Wikipedia über „T2 Trainspotting“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Danny Boyles „Trance – Gefährliche Erinnerung“ (Trance, GB 2013)

Meine Besprechung von Danny Boyles „Steve Jobs“ (Steve Jobs, USA 2015)

Homepage von Irvine Welsh

Meine Besprechung von Jon S. Bairds Irvine-Welsh-Verfilmung „Drecksau“ (Filth, Großbritannien 2013 – mit weiteren Videoclips) und der DVD

 


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