TV-Tipp für den 26. Juli: Baby Driver

Juli 25, 2020

RTL, 22.00

Baby Driver (Baby Driver, USA 2017)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Edgar Wright

Mit Musik geht bei ‚Baby‘ nicht alles besser. Bei geht alles nur mit Musik. Zum Beispiel wenn der Fluchtwagenfahrer einigen Gangstern bei der Flucht vor der Polizei hilft. Als er sich verliebt, will er aus dem Verbrecherleben aussteigen. Davor soll er noch bei dem berühmten letzten großen Überfall mitmachen.

TV-Premiere. Harter Gangsterthriller mit einer Portion Humor und so viel gut ausgewählter Musik, dass er sich mühelos zum Gangster-Musical qualifiziert. Und ich meine das lobend!

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ansel Elgort, Kevin Spacey, Lily James, Jon Hamm, Jamie Foxx, Eiza González, Jon Bernthal, Micah Howard, Morse Diggs, CJ Jones, Sky Ferreira, Lance Palmer, Flea, Lanny Joon, Big Boi, Killer Mike, Paul Williams, Jon Spencer, Walter Hill

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Baby Driver“

Metacritic über „Baby Driver“

Rotten Tomatoes über „Baby Driver“

Wikipedia über „Baby Driver“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Baby Driver“ (Baby Driver, USA 2017)


TV-Tipp für den 14. Juni: Moon – Die dunkle Seite des Mondes

Juni 13, 2019

One, 21.00

Moon – Die dunkle Seite des Mondes (Moon, Großbritannien 2009)

Regie: Duncan Jones

Drehbuch: Nathan Parker (nach einer Idee von Duncan Jones)

Sam baut für einen Konzern auf dem Mond Helium ab. Sein einziger Gefährte ist der Roboter Gerty (im Original: Kevin Spacey). Nach einem Unfall trifft er in der Mondstation auf seinen Doppelgänger.

Sam Rockwell in einer Doppelrolle. Das ist schon mehr als die halbe Miete. Aber Duncan Jones hat in seinem Langfilmdebüt auch eine überzeugende Geschichte und, trotz des überschaubaren Budgets, überzeugende Tricks. All das macht „Moon“ zu einem der besten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahre.

„Moon“ wurde unter anderem mit dem Hugo-Award und etlichen normalen Filmpreisen, wie dem British Independent Film Awards als bester Film des Jahres, ausgezeichnet.

mit Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Benedict Wong, Matt Berry, Malcolm Stewart

Wiederholung: Samstag, 15. Juni, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Moon“

Metacritic über „Moon“

Rotten Tomatoes über „Moon“

Wikipedia über „Moon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ “Moon” (Moon, Großbritannien 2009) und ein Interview mit Duncan Jones über den Film

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ „Source Code“ (Source Code, USA 2011)

Meine Besprechung von Duncan Jones“ „Warcraft: The Beginning“ (Warcraft: The Beginning, USA 2016)


TV-Tipp für den 4. Mai: Die üblichen Verdächtigen

Mai 3, 2019

Servus TV, 22.05

Die üblichen Verdächtigen (The usual Suspects, USA 1995)

Regie: Bryan Singer

Drehbuch: Christopher McQuarrie

„Wer ist Keyser Soze?“ fragen sich einige nur scheinbar zufällig in eine Gefängniszelle eingesperrte Verbrecher und, nach einem Massaker im Hafen von San Pedro, auch ein Zollinspektor. Er lässt sich von dem einzigen Überleben erzählen, wie es zu dem Blutbad im Hafen kam.

Nach zwei Stunden gibt es die überraschende Enthüllung. Heute dürfte das Ende bekannt sein.

„Einer der intelligentesten Thriller des Jahres.“ (Fischer Film Almanach 1997)

McQuarries Drehbuch erhielt unter anderem den Edgar und den Oscar.

Mit Kevin Spacey, Chazz Palminteri, Stephen Baldwin, Gabriel Byrne, Benicio Del Toro, Kevin Pollak, Pete Postlethwaite, Suzy Amis, Giancarlo Esposito, Dan Hedaya, Paul Bartel, Louis Lombardi

Wiederholung: Sonntag, 5. Mai, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die üblichen Verdächtigen“

Wikipedia über “Die üblichen Verdächtigen” (deutsch, englisch)

Drehbuch „The Usual Suspects“ von Christopher McQuarrie

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (X-Men: Days of Future Past, USA 2014)

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Apocalypse“ (X-Men: Apocalypse, USA 2016)

Meine Besprechung von Bryan Singer/Dexter Fletchers „Bohemian Rhapsody“ (Bohemian Rhapsody, USA 2018)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)


TV-Tipp für den 8. Juli: Sieben

Juli 7, 2018

Sat.1, 22.55
Sieben (USA 1995, Regie: David Fincher)
Drehbuch: Andrew Kevin Walker
In einer verregneten Großstadt jagen ein junger und ein alter Polizist einen Serienmörder, der sich bei seinen Taten anscheinend von den sieben Todsünden inspirieren lässt.
Einer der in jeder Beziehung prägenden Thriller der neunziger Jahre, der gleichzeitig Genre-Fans und das große Kinopublikum begeisterte – und ein absolutes Killer-Ende hat.
Mit seinem zweiten Spielfilm, nach dem Desaster „Alien 3“, setzte David Fincher seine Filmkarriere auf die richtigen Spuren. Danach kamen „The Game“, „Fight Club“, „Panic Room“, „Zodiac“, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, „The Social Network“, „Verblendung“ und „Gone Girl“. Da ist kein echter Flop dabei.
mit Brad Pitt, Morgan Freeman, Gwyneth Paltrow, Kevin Spacey, John C. McGinley, Richard Roundtree, R. Lee Emery

Wiederholung: Montag, 9. Juli, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Metacritic über „Sieben“
Rotten Tomatoes über „Sieben“
Wikipedia über „Sieben“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)

David Fincher in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. September: Moon – Die dunkle Seite des Mondes

September 22, 2017

3sat, 22.25
Moon – Die dunkle Seite des Mondes (Moon, Großbritannien 2009)
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Nathan Parker (nach einer Idee von Duncan Jones)
Sam baut für einen Konzern auf dem Mond Helium ab. Sein einziger Gefährte ist der Roboter Gerty (im Original: Kevin Spacey). Nach einem Unfall trifft er in der Mondstation auf seinen Doppelgänger.
Sam Rockwell in einer Doppelrolle. Das ist schon mehr als die halbe Miete. Aber Duncan Jones hat in seinem Langfilmdebüt auch eine überzeugende Geschichte und, trotz des überschaubaren Budgets, überzeugende Tricks. All das macht „Moon“ zu einem der besten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahre.
„Moon“ wurde unter anderem mit dem Hugo-Award und etlichen normalen Filmpreisen, wie dem British Independent Film Awards als bester Film des Jahres, ausgezeichnet.
mit Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Benedict Wong, Matt Berry, Malcolm Stewart

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Moon“

Rotten Tomatoes über „Moon“

Wikipedia über „Moon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ “Moon” (Moon, Großbritannien 2009) und ein Interview mit Duncan Jones über den Film

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ „Source Code“ (Source Code, USA 2011)

Meine Besprechung von Duncan Jones“ „Warcraft: The Beginning“ (Warcraft: The Beginning, USA 2016)


TV-Tipp für den 7. August: Moon – Die dunkle Seite des Mondes

August 7, 2017

One, 20.15
Moon – Die dunkle Seite des Mondes (Moon, Großbritannien 2009)
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Nathan Parker (nach einer Idee von Duncan Jones)
Sam baut für einen Konzern auf dem Mond Helium ab. Sein einziger Gefährte ist der Roboter Gerty (im Original: Kevin Spacey). Nach einem Unfall trifft er in der Mondstation auf seinen Doppelgänger.
Sam Rockwell in einer Doppelrolle. Das ist schon mehr als die halbe Miete. Aber Duncan Jones hat in seinem Langfilmdebüt auch eine überzeugende Geschichte und, trotz des überschaubaren Budgets, überzeugende Tricks. All das macht „Moon“ zu einem der besten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahre.
„Moon“ wurde unter anderem mit dem Hugo-Award und etlichen normalen Filmpreisen, wie dem British Independent Film Awards als bester Film des Jahres, ausgezeichnet.
mit Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Benedict Wong, Matt Berry, Malcolm Stewart

Wiederholung: Montag, 14. August, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Moon“

Rotten Tomatoes über „Moon“

Wikipedia über „Moon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ “Moon” (Moon, Großbritannien 2009) und ein Interview mit Duncan Jones über den Film

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ „Source Code“ (Source Code, USA 2011)

Meine Besprechung von Duncan Jones“ „Warcraft: The Beginning“ (Warcraft: The Beginning, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Baby Driver“ erledigt seine Arbeit mit Musik

Juli 28, 2017

Baby ist kein gewöhnlicher Fluchtwagenfahrer. Selbstverständlich kennt er die Straßen aus dem Effeff. Er beherrscht sein Auto mit traumwandlerischer Sicherheit. Und es gelingt ihm, der Polizei zu entkommen. Eine solche Flucht verlangt dabei oft ein gehöriges Maß an Improvisation.

Improvisationen gibt es allerdings nicht bei Baby. Denn er plant die Fluchtrouten präzise nach einem Soundtrack, der zehntelsekundengenau eingehalten wird.

Das ist natürlich unglaublich cool. Wenn Baby singend durch die Straßen von Atlanta brettert, die Polizei abhängt und dabei millimetergenau zwischen zwei Fahrzeugen durchfährt, summt man (man will ja den Sitznachbarn nicht stören) den Song mit.

Das ist natürlich auch vollkommen unrealistisch. Denn so genau kann niemand eine Flucht planen.

Aber um Realismus geht es Edgar Wright in seinem neuen Film „Baby Driver“ nicht. Es ist ein Gangstermusical. Es dürfte sogar das erste Gangstermusical sein. Denn Baby hört nicht nur ständig Musik, hauptsächlich Rock’n’Roll in all seinen Schattierungen, sondern er bewegt sich auch singend und tanzend durch die Stadt und seine Wohnung. Wright suchte für den Film eine Liste aus gut dreißig Songs aus den vergangenen Jahrzehnten zusammen, die Baby als Soundtrack für sein Leben hat. Es sind „Bellbottoms“ (Jon Spencer Blues Explosion), „Egyptian Reggae“ (Jonathan Richmann & The Modern Lovers), „Unsquare Dance“ (Dave Brubeck, yep, Jazz), „Debora“ (T. Rex), „Debra“ (Beck), „Brighton Rock“ (Queen) und „Baby Driver“ (Simon & Garfunkel).

Die Filmgeschichte bewegt sich in vertrauten Gewässern: Baby wird von Doc (Kevin Spacey), einem lokalen Gangsterboss, erpresst, als Fluchtwagenfahrer zu arbeiten, bis er seine Schulden abbezahlt hat. Dies könnte ihm jetzt, mit seinem letzten Job, gelingen. Der Milchbubi, der seine Eltern bei einem Autounfall verlor, soll für Buddy (Jon Hamm), dessen Freundin Darling (Eiza Gonzalez) und Bats (Jamie Foxx) der Fluchtwagenfahrer sein. Dummerweise ist Bats ein ziemlich durchgeknallter, schießwütiger und entsprechend unzuverlässiger Typ. Wobei Buddy auch nur ungern an seine Wall-Street-Karriere erinnert wird.

Gleichzeitig verliebt Baby sich in die Diner-Kellnerin Deborah (Lily James). Mit ihr möchte er ein ehrliches Leben beginnen, aber – selbstverständlich – hat Doc andere Pläne mit ihm.

Baby Driver“ ist ein großer Spaß, in dem Edgar Wright nach „Shaun of the Dead“, „Hot Fuzz“ und „The World’s End“ wieder seine Vorbilder zu einer vollkommen neuen Geschichte verarbeitet. Das macht Spaß. Die Musik passt. Der Humor ebenso; auch wenn „Baby Driver“, im Gegensatz zu seinen drei vorherigen Filmen, keine ausgewiesene Komödie ist. In dem Gangstermusical gibt es zwar viel zu Lachen, aber keine Szene ist von vornherein und nur auf die Lacher hin geschrieben. Dafür ist jede Szene mit einem Musikstück im Ohr geschrieben worden und wird im Takt des Songs gespielt.

Eigentlich kann man dem Film nur vorwerfen, dass er etwas zu sehr von sich überzeugt ist, etwas zu sehr seine eigene Cleverness ausstellt und dabei zu sehr auf den Applaus der Hipster spekuliert.

Darauf ein Cornetto.

Baby Driver (Baby Driver, USA 2017)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Edgar Wright

mit Ansel Elgort, Kevin Spacey, Lily James, Jon Hamm, Jamie Foxx, Eiza González, Jon Bernthal, Micah Howard, Morse Diggs, CJ Jones, Sky Ferreira, Lance Palmer, Flea, Lanny Joon, Big Boi, Killer Mike, Paul Williams, Jon Spencer, Walter Hill

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Baby Driver“

Metacritic über „Baby Driver“

Rotten Tomatoes über „Baby Driver“

Wikipedia über „Baby Driver“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Ein Gespräch mit Robert Rodriguez, Edgar Wright, Ansel Elgort, Jon Hamm und Eiza González über den Film

Ein Gespräch mit Edgar Wright und Kevin Spacey über den Film

 


TV-Tipp für den 12. März: L. A. Confidential

März 11, 2017

Arte, 20.15

L.A. Confidential (USA 1997, Regie: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe. Den Edgar gab es natürlich ebenfalls.

mit Kevin Spacey, Russell Crowe, Guy Pearce, James Cromwell, Kim Basinger, Danny DeVito, David Strathairn, Ron Rifkin, Paul Guilfoyle, Simon Baker

Wiederholung: Dienstag, 14. März, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „L. A. Confidential“

Wikipedia über „L. A. Confidential“ (deutsch, englisch)

SPLICEDwire: Interview mit James Ellroy zu “L. A. Confidential” (1997)

Drehbuch „L. A. Confidential“ von Brian Helgeland

Homepage von James Ellroy

Wikipedia über James Ellroy (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der James-Ellroy-Verfilmung “Rampart – Cop außer Kontrolle” (Rampart, USA 2011)

Meine Besprechung von James Ellroys Underworld-USA-Trilogie (Ein amerikanischer Thriller, Ein amerikanischer Albtraum, Blut will fließen)

Meine Besprechung von James Ellroys “Der Hilliker-Fluch – Meine Suche nach der Frau” (The Hilliker Curse – My Pursuit of Women, 2010)

Meine Teilbesprechung von James Ellroys “Perfidia” (Perfidia, 2014)

James Ellroy in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Elvis & Nixon“, „Salt and Fire“, Michael Shannon und Kevin Spacey, Michael Shannon und Veronica Ferres

Dezember 9, 2016

Wann schläft Michael Shannon eigentlich? Am 22. Dezember kommt der Arthouse-Thriller „Nocturnal Animals“ mit ihm in einer Nebenrolle in die Kinos. Vor einigen Monaten lieferte er ein „Midnight Special“ und diese Woche laufen zwei Filme mit ihm als Hauptdarsteller an. In „Elvis & Nixon“ spielt er Elvis Presley. In „Salt and Fire“, dem neuen Werner-Herzog-Film, spielt er den Entführer Matt Riley.

Er entführt Prof. Dr. Laura Sommerfeld (Veronika Ferres). Sie ist die Leiterin einer wissenschaftlichen Delegation. Im Auftrag der Vereinten Nationen sollen sie in Bolivien herausfinden, was und wer eine große Umweltkatastrophe auslöste, durch die sich der Salzsee Diablo Blanco unerbittlich ausdehnt. Sie glaubt, dass ein global agierender Konzern dafür verantwortlich ist. Riley ist der CEO dieser Firma.

Nachdem Werner Herzogs letzter Film „Königin der Wüste“ mit Nicole Kidman als Gertrude Bell nur 08/15-Hollywood-Schnulzenkino war, ist „Salt and Fire“ wieder ein richtiger Herzog-Film, der uns in eine fremde Landschaft entführt. Denn die zweite Hälfte des Films spielt auf dem Salzsee Diablo Blanco. Dort wird Sommerfeld mit zwei blinden, einheimischen Kindern auf einer kleinen Felseninsel ausgesetzt. Sie haben Lebensmittel für eine Woche. Sie können sich nicht miteinander verständigen. Und Sommerfeld hat keine Ahnung, warum sie zu der kleinen Felseninsel im Salzsee gebracht wurde.

Das ist, gedreht wurde in der riesigen Salzlandschaft der Salar de Uyuni in Bolivien, der visuell beeindruckendere Teil des betont eigenwilligen, aber letztendlich auch idiotischen Films. Denn Riley und seine Helfer führen die Entführung von Sommerfeld und ihrem Team professionell durch und auch in dem abgelegenem Haus, in dem sie gefangen gehalten werden, verhalten sie sich sehr vernünftig. Die Situation und auch die Machtspiele zwischen Geisel und Geiselnehmer schildert Herzog spannend. Auch die Gespräche zwischen Sommerfeld und Riley, der Philosophen zitiert, Weisheiten von sich gibt und an seiner Existenz und seinem Leben zweifelt, sind spannend, weil Riley die Erwartungen, die man an den Chef eines umweltzerstörenden Konzerns hat, unterläuft und er eher wie ein umweltschützender Philosoph wirkt.

Aber dann kommt die seltsame zweite Hälfte, in der man sich fragt, was Riley erreichen will. Denn der Ökoterrorist setzt die Person mitten in der Salzwüste aus, die schon aufgrund ihres Auftrages verpflichtet ist, sein Anliegen zu unterstützen. Und wenn er sie nicht wieder aus dieser Lage befreit, wird seine potentielle Verbündete sterben.

So hat „Salt and Fire“ zwar durchgehend den Herzog-Touch, aber der letztendlich interessant gescheiterte Film zerfällt in zwei Teile und hat, wenn man traditionelle Beurteilungsmaßstäbe anlegt, eine unglaubwürdige Geschichte. Herzog selbst nennt „Salt and Fire“ allerdings einen „Tagtraum, der den Regeln des Kinos nicht folgt“. Das verdeutlicht er schon in den ersten Minuten, wenn das Forscherteam entführt und dabei höflich wie Staatsgäste behandelt wird. Es ist ein gesittetes Theater, bei dem sich dann auch die Überraschung, wenn einer der Entführer, der zunächst im Rollstuhl saß, plötzlich steht, in Grenzen hält. Er ist nicht behindert; er hat nur manchmal keine Lust, alleine zu gehen. Und Herzog hat dieses Mal keine Lust, eine konventionelle Kinogeschichte zu erzählen.

Salt and Fire“ folgt eher einer Traumlogik und dem absurden Theater. Mit einprägsamen Bildern aus Bolivien, die man sich in einer Mischung aus Staunen und ungläubigem Kopfschütteln ansieht.

 

Unglaubwürdig, aber wahr (mehr oder weniger) ist die Geschichte von „Elvis & Nixon“. Am 21. Dezember 1970 traf sich US-Präsident Richard Nixon im Oval Office mit Elvis Presley. Von dem Treffen gibt es ein Bild, aber keinen Tonmitschnitt. Denn Nixon begann seine paranoide Alles-aufnehmen-Politik erst im Februar 1971.

Liza Johnson erzählt jetzt, schön pointiert, mit viel Zeitkolorit und liebevoll die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Politik und Pop, zwischen den ähnlich gestressten Helfern des Präsidenten und des Rockstars ausspielend, wie es zu dem Treffen kam. Denn Elvis Presley war von der Jugendkultur, der Gegenkultur, den Hippies und ihrem Drogenkonsum angeekelt. Er will etwas dagegen tun und möchte Nixon vorschlagen, dass er als Bundesagent für das Land arbeitet und undercover die kommunistische Gegenkultur und ihre Drogenringe infiltrieren möchte.

Nixon, hübsch grantig von Kevin Spacey gespielt, möchte sich allerdings nicht mit dem Entertainer treffen. Aber seine Tochter hätte gerne ein Autogramm.

Michael Shannon spielt Presley und bleibt dabei letztendlich immer Michael Shannon. Das liegt allerdings auch an den unzähligen Elvis-Imitatoren und den unzähligen bekannten Bildern von Elvis in seinen verschiedenen Lebensphasen und seinen vielen Spielfilmen, die immer wieder im Nachmittagsprogramm laufen. Da fällt in jeder Sekunde auf, dass Elvis Presley und Michael Shannon, der Elvis auf dem schmalen Grad zwischen Mensch und Parodie spielt, verschieden aussehen.

Ein viel größeres Problem von „Elvis & Nixon“ ist allerdings die eingesetzte Musik. Es gibt kein einziges Elvis-Lied (wobei seine für die Popgeschichte wichtigen Songs in den Fünfzigern erschienen und er damals, nach seiner Hollywood-Karriere, vor allem in Las Vegas live spielte und belanglosen Breitwand-Pop ablieferte). Stattdessen werden Songs von Blood, Sweat & Tears, Creedence Clearwater Revival und Otis Redding gespielt. Es sind heute immer noch coole Songs, die Elvis in dem Film eine vermeintliche Hipness verleihen, die er damals nicht hatte. Für die Jugendkultur war er ein Teil des verhassten Establishments – und seine Wunsch, als Undercover-Agent den Drogensumpf der Gegenkultur trockenzulegen, bestätigt ihre Einschätzung. Auch wenn Elvis‘ selbstgewählte Mission nie mehr als eine spinnerte Idee eines von der Welt abgehobenen Stars war.

Elvis & Nixon“ erzählt eine in jeder Beziehung unbedeutende Anekdote, die zu einem neunzigminütigem Spielfilm aufgeblasen wird und Elvis inszeniert, als sei er noch ein Teil des jugendlichen Aufbegehrens gegen die Gesellschaft.

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Salt and Fire (Salt and Fire, Deutschland/USA/Frankreich/Mexiko 2016)

Regie: Werner Herzog

Drehbuch: Werner Herzog

LV: Tom Bissell: Aral (Kurzgeschichte, erschienen in „God Lives in St. Petersburg: Short Stories“, 2006)

mit Veronica Ferres, Michael Shannon, Gael Garcia Bernal, Lawrence Krauss, Volker Michalowski, Danner Ignacio Marquez Arancibia, Gabriel Marquez Arancibia

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Filmportal über „Salt and Fire“

Moviepilot über „Salt and Fire“

Metacritic über „Salt and Fire“

Rotten Tomatoes über „Salt and Fire“

Wikipedia über „Salt and Fire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Werner Herzogs „Königin der Wüste“ (Queen of the Desert, USA/Marokko 2015)

Werner Herzog in der Kriminalakte

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Elvis & Nixon (Elvis & Nixon, USA/Deutschland 2016)

Regie: Liza Johnson

Drehbuch: Joey Sagal, Hanala Sagal

mit Michael Shannon, Kevin Spacey, Alex Pettyfer, Johnny Knoxville, Colin Hanks, Evan Peters, Sky Ferreira, Tracy Letts

Länge: 87 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „Elvis & Nixon“

Metacritic über „Elvis & Nixon“

Rotten Tomatoes über „Elvis & Nixon“

Wikipedia über „Elvis & Nixon“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. März: L. A. Confidential

März 9, 2016

Kabel 1, 22.40

L.A. Confidential (USA 1997, Regie: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe. Den Edgar gab es natürlich ebenfalls.

mit Kevin Spacey, Russell Crowe, Guy Pearce, James Cromwell, Kim Basinger, Danny DeVito, David Strathairn, Ron Rifkin, Paul Guilfoyle, Simon Baker

Wiederholung: Freitag, 11. März, 02.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

SPLICEDwire: Interview mit James Ellroy zu “L. A. Confidential” (1997)

Drehbuch „L. A. Confidential“ von Brian Helgeland

Homepage von James Ellroy

Wikipedia über James Ellroy (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der James-Ellroy-Verfilmung “Rampart – Cop außer Kontrolle” (Rampart, USA 2011)

Meine Besprechung von James Ellroys Underworld-USA-Trilogie (Ein amerikanischer Thriller, Ein amerikanischer Albtraum, Blut will fließen)

Meine Besprechung von James Ellroys “Der Hilliker-Fluch – Meine Suche nach der Frau” (The Hilliker Curse – My Pursuit of Women, 2010)

Meine Teilbesprechung von James Ellroys “Perfidia” (Perfidia, 2014)

James Ellroy in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 17. Dezember: Sieben

Dezember 17, 2015

Vox, 22.10
Sieben (USA 1995, Regie: David Fincher)
Drehbuch: Andrew Kevin Walker
In einer verregneten Großstadt jagen ein junger und ein alter Polizist einen Serienmörder, der sich bei seinen Taten anscheinend von den sieben Todsünden inspirieren lässt.
Einer der in jeder Beziehung prägenden Thriller der neunziger Jahre, der gleichzeitig Genre-Fans und das große Kinopublikum begeisterte – und ein absolutes Killer-Ende hat.
Mit seinem zweiten Spielfilm, nach dem Desaster „Alien 3“, setzte David Fincher seine Filmkarriere auf die richtigen Spuren. Danach kamen „The Game“, „Fight Club“, „Panic Room“, „Zodiac“, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, „The Social Network“, „Verblendung“ und „Gone Girl“. Da ist kein echter Flop dabei.
mit Brad Pitt, Morgan Freeman, Gwyneth Paltrow, Kevin Spacey, John C. McGinley, Richard Roundtree, R. Lee Emery

Wiederholung: Freitag, 18. Dezember, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Metacritic über „Sieben“
Rotten Tomatoes über „Sieben“
Wikipedia über „Sieben“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)

David Fincher in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. Dezember: Moon

Dezember 13, 2015

ARD, 00.05
Moon – Die dunkle Seite des Mondes (Moon, Großbritannien 2009)
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Nathan Parker (nach einer Idee von Duncan Jones)
Sam baut für einen Konzern auf dem Mond Helium ab. Sein einziger Gefährte ist der Roboter Gerty (im Original: Kevin Spacey). Nach einem Unfall trifft er in der Mondstation auf seinen Doppelgänger.
Sam Rockwell in einer Doppelrolle. Das ist schon mehr als die halbe Miete. Aber Duncan Jones hat in seinem Langfilmdebüt auch eine überzeugende Geschichte und, trotz des überschaubaren Budgets, überzeugende Tricks. All das macht „Moon“ zu einem der besten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahre.
Aus unerfindlichen Gründen versteckt das Erste den mit dem Hugo-Award ausgezeichneten Film bei seiner TV-Premiere im Nachtprogramm.
mit Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Benedict Wong, Matt Berry, Malcolm Stewart

Wiederholungen

Montag, 14. Dezember, Eins Festival, 20.15 Uhr und 23.30 Uhr

Samstag, 19. Dezember, Eins Festival, 23.35 Uhr

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Moon“

Rotten Tomatoes über „Moon“

Wikipedia über „Moon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ “Moon” (Moon, Großbritannien 2009) und ein Interview mit Duncan Jones über den Film

Meine Besprechung von Duncan Jones‘ „Source Code“ (Source Code, USA 2011)

Bonushinweis
Am 26. Mai 2016 startet Duncan Jones‘ neuer Film „Warcraft: The Beginning“, eine Spieleverfilmung, in unseren Kinos. Der arg beliebige Trailer sieht ziemlich enttäuschend aus.

https://www.youtube.com/watch?v=qqXp9luh4NU


TV-Tipp für den 21. August: Männer, die auf Ziegen starren

August 20, 2015

3sat, 22.35

Männer, die auf Ziegen starren (USA 2009, Regie: Grant Heslov)

Drehbuch: Peter Straughan

LV: Jon Ronson: The men who stare at goats, 2004 (Durch die Wand; Männer, die auf Ziegen starren)

Ein Journalist hört von einer Armeeeinheit, die ihre Gegner mit gewaltfreien, teils übersinnlichen Methoden bekämpft. Er macht sich auf die Suche nach ihr.

Die Story von „Männer, die auf Ziegen starren“ klingt erfunden, ist aber wahr und der Film folgt dem Sachbuch erstaunlich genau.

Köstlich durchgeknallte Militärsatire (alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung von Buch und Film).

mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang, Robert Patrick, Waleed Zuaiter, Stephen Root, Glenn Morshower

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Männer, die auf Ziegen starren“

Metacritic über “Männer, die auf Ziegen starren”

Rotten Tomatoes über “Männer, die auf Ziegen starren”

Wikipedia über “Männer, die auf Ziegen starren” (deutschenglisch)

Homepage von Jon Ronson

Den of Geek: Interview mit Jon Ronson (5. November 2009)

UGO: Interview mit Jon Ronson (6. November 2009)

Homepage des 1st Earth Battalion

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Kill the Boss 2“ versucht es mit Entführung

November 27, 2014

Rückblickend erscheint „Kill the Boss“ in einem sanfteren Licht. Immerhin ging es da um drei Männer, die schreckliche Vorgesetzte hatten und sie töten wollten. Das ging ziemlich schief, aber Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) kamen mit heiler Haut aus der Sache raus – und die Komödie, von der nie eine Fortsetzung geplant war, war so erfolgreich, dass jetzt ein zweiter Teil entstanden ist, der in den USA („Horrible Bosses 2“) und bei uns („Kill the Boss 2“) mit einem unpassendem Titel zu kämpfen hat. Denn Nick, Dale und Kurt sind inzwischen mit einer grandiosen Geschäftsidee selbstständig: einer Dusche, die auch gleich das shamponieren und einseifen erledigt. Der Großkapitalist Bert Hanson (Christoph Waltz – großartig! Vielleicht weil er sich an das Drehbuch hielt.) will ihr Produkt kaufen. Sagt er. Denn als er die von ihnen produzierte riesige Menge von „Shower-Buddy“-Duschen abnehmen soll, sagt er, dass er ihre Firma in den Bankrott treiben wolle, das Patent billig kaufen und die Duschen in China produzieren werde.
Die einzige Idee, die die drei Trottel haben, um aus ihrer Malaise zu kommen ist: sie entführen den Sohn von Bert Hanson und erpressen den Firmenchef um die benötigte Summe. Die Entführung geht, dank Inkompetenz und Lachgas, schief, aber Rex Hanson (Chris Pine) befindet sich dann doch in im Kofferraum ihres Autos. Denn Rex will sich an seinem Vater rächen – und wenn er seinen Willen nicht bekommt, flippt er auch wegen Kleinigkeiten aus.
Für eine Komödie ist „Kill the Boss 2“ erschreckend unwitzig. Die meiste Zeit geht für die improvisierten Blödeleien von Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis drauf, die ohne Punkt und Komma gleichzeitig Quatschen und mit ihren Improvisationen schnell nerven. Denn es ist nicht witzig, drei Männern zuzuhören, die ständig durcheinander reden, sich für unglaublich witzig halten und dies auch zeigen.
Eigentlich haben nur die beiden von Christoph Waltz und Kevin Spacey gespielten Kapitalisten witzige Sprüche, die wahrscheinlich schon so im Drehbuch standen. Waltz spielt einen höflichen Kapitalisten von der aalglatten Sorte; Spacey, den wir noch aus dem ersten Teil kennen, einen Choleriker von der beleidigenden Sorte; wobei seine Beleidigungen über die Inkompetenz und bodenlose Dummheit von Nick, Dale und Kurt absolut zutreffend sind. Denn die drei Männer sind Blödiane, denen ein normal denkender Mensch noch nicht einmal die Aufsicht über eine Toilette anbieten würde. Entsprechend begrenzt ist das Interesse an ihrem Schicksal und das Mitleid, das man mit ihnen hat.
Und damit kommen wir zu einem zweiten Problem: während sie in „Kill the Boss“ noch Normalos aus der unterdrückten Arbeiter- und Angestelltenwelt waren, die sich gegen ihre Unterdrücker wehrten und wir uns, als Quasi-Gleichgesinnte, deshalb mit ihnen und ihren Wünschen identifizieren konnten, sind sie jetzt einfach Trottel, die aus eigenem Verschulden hereingelegt wurden (sie hätten nur einen Vertrag mit Hanson abschließen müssen) und jetzt ihren Fehler wieder gut machen wollen, in dem sie sich als Verbrecher versuchen. Aber ohne die Hilfe von Dean „Motherfucker“ Jones (Jamie Foxx, ebenfalls wieder dabei) und die Ideen des von ihnen entführten Rex würde dem Trio nichts gelingen.
Am Ende taucht Jones als Deus ex machina und es gibt – ich liebe Autoverfolgungsjagden – eine Autoverfolgungsjagd mit einer köstlichen Unterbrechung an einem Bahnübergang.
Die Story, immerhin kein 1-zu-1-Remake von „Kill the Boss“, ist, jedenfalls wenn man mehr als eine Nummernrevue erwartet, erschreckend schlecht entwickelt. Alle Drehungen und Wendungen kennt man schon aus anderen, besseren und kraftvoller erzählten Filmen, in denen Entführungen grandios scheitern.
Ach ja: Frau Aniston ist auch wieder dabei. Sie ist immer noch sexsüchtig.

Kill the Boss 2 - Plakat

Kill the Boss 2 (Horrible Bosses 2, USA 2014)
Regie: Sean Anders
Drehbuch: Sean Anders, John Morris (nach einer Geschichte von Jonathan Goldstein, John Francis Daley, Sean Anders und John Morris, basierend auf Charakteren von Michale Markowitz)
mit Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston, Jamie Foxx, Chris Pine, Christoph Waltz, Kevin Spacey, Jonathan Banks, Lindsay Sloane
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Kill the Boss 2“
Moviepilot über „Kill the Boss 2“
Metacritic über „Kill the Boss 2“
Rotten Tomatoes über „Kill the Boss 2“
Wikipedia über „Kill the Boss 2“
Meine Besprechung von Seth Gordons „Kill the Boss“ (Horrible Bosses, USA 2011)


TV-Tipp für den 19. Juni: 21

Juni 19, 2014

Pro7, 20.15

21 (USA 2008, R.: Robert Luketic)

Drehbuch: Peter Steinfeld, Allan Loeb

LV: Ben Mezrich: Bringing down the House, 2002 (Neuveröffentlichung zum Film unter „21“, deutscher Titel „21“)

Eine Gruppe von hochbegabten MIT-Studenten macht die Casinos in Las Vegas beim Blackjack um Millionen ärmer. Interne Konflikte und ein Detektiv der Casinos gefährden die Einheit der Gruppe.

Der auf Tatsachen basierende Spielerfilm ist makelloses „Zwischendurch-Entertainment“ (tip), das Buch ein lesenswerter Ausflug in die unbekannte Welt professioneller Kartenspieler.

Mit Jim Sturgess, Kate Bosworth, Kevin Spacey, Laurence Fishburne

Wiederholung: Sonntag, 22. Juni, 10.25 Uhr

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „21“

Metacritic über „21“

Rotten Tomatoes über „21“

Wikipedia über „21“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ben Mezrich

Jeff Ma’s World of Gambling

Drake Bennett: House of Cards (The Boston Globe, 6. April 2008; eine lesenswerte Reportage über “Bringing down the house” und die von Mezrich vorgenommenen Fiktionalisierungen)

Meine Besprechung des Sachbuchs „21“ von Ben Mezrich

Meine Besprechung von Robert Luketics „Paranoia – Riskantes Spiel“ (Paranoia, USA/Frankreich 2013)


TV-Tipp für den 14. April: Sieben

April 13, 2014

ZDF, 22.15
Sieben (USA 1995, Regie: David Fincher)
Drehbuch: Andrew Kevin Walker
In einer verregneten Großstadt jagen ein junger und ein alter Polizist einen Serienmörder, der sich bei seinen Taten anscheinend von den sieben Todsünden inspirieren lässt.
Einer der in jeder Beziehung prägenden Thriller der neunziger Jahre, der gleichzeitig Genre-Fans und das große Kinopublikum begeisterte – und ein absolutes Killer-Ende hat.
Mit seinem zweiten Spielfilm, nach dem Desaster „Alien 3“, setzte David Fincher seine Filmkarriere auf die richtigen Spuren. Danach kamen „The Game“, „Fight Club“, „Panic Room“, „Zodiac“, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, „The Social Network“ und „Verblendung“. Da ist kein echter Flop dabei.
mit Brad Pitt, Morgan Freeman, Gwyneth Paltrow, Kevin Spacey, John C. McGinley, Richard Roundtree, R. Lee Emery
Hinweise
Metacritic über „Sieben“
Rotten Tomatoes über „Sieben“
Wikipedia über „Sieben“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

David Fincher in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Oktober: Mitternacht im Garten von Gut und Böse

Oktober 16, 2013

Arte, 20.15

Mitternacht im Garten von Gut und Böse (USA 1997, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: John Lee Hancock

LV: John Berendt: Midnight at the Garden of Good and Evil, 1994 (Mitternacht im Garten der Lüste)

Der New Yorker Reporter John Kelso soll in Savannah, Georgia, nur über die traditionelle Weihnachtsfeier eines vermögenden Antiquitätenhändlers berichten. Aber dann geschieht ein Mord und Savannah hat einen ausgewachsenen Skandal.

Bei der Verfilmung des, an der Kinokasse ziemlich untergegangenen, True-Crime-Bestsellers von John Berendt beschränkte Clint Eastwood sich auf die Regie. Er inszenierte ein langes, nicht sonderlich spannendes, in einer Gerichtsverhandlung mündendes  Opus über die Doppelmoral im Süden der USA.

„Eastwoods Faszination für gepflegte Langsamkeit [verlangt] dem Zuschauer einiges an Geduld ab. Wer sie aufbringt, wird entlohnt mit dem exotischen Sittengemälde einer bizarren Gesellschaft der obersten Tausend.“ (Angie Dullinger, AZ)

Mit John Cusack, Kevin Spacey, Jude Law, Alison Eastwood, Lady Chablis (als sie selbst)

Wiederholung: Freitag, 18. Oktober, 14.00 Uhr

Hinweise

Booknotes: Interview mit John Berendt (28. August 1997)

Metacritic über „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“

Rotten Tomatoes über „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“

Wikipedia über „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“ (englisch, deutsch)

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 28. Mai: Männer, die auf Ziegen starren

Mai 28, 2013

BR, 22.45

Männer, die auf Ziegen starren (USA 2009, R.: Grant Heslov)

Drehbuch: Peter Straughan

LV: Jon Ronson: The men who stare at goats, 2004 (Durch die Wand; Männer, die auf Ziegen starren)

Ein Journalist hört von einer Armeeeinheit, die ihre Gegner mit gewaltfreien, teils übersinnlichen Methoden bekämpft. Er macht sich auf die Suche nach ihr.

Die Story von „Männer, die auf Ziegen starren“ klingt erfunden, ist aber wahr und der Film folgt dem Sachbuch erstaunlich genau.

Köstlich durchgeknallte Militärsatire (alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung von Buch und Film).

mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang, Robert Patrick, Waleed Zuaiter, Stephen Root, Glenn Morshower

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Männer, die auf Ziegen starren“

Metacritic über “Männer, die auf Ziegen starren”

Rotten Tomatoes über “Männer, die auf Ziegen starren”

Wikipedia über “Männer, die auf Ziegen starren” (deutschenglisch)

Homepage von Jon Ronson

Den of Geek: Interview mit Jon Ronson (5. November 2009)

UGO: Interview mit Jon Ronson (6. November 2009)

Homepage des 1st Earth Battalion

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)


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