TV-Tipp für den 9. November: Wege zum Ruhm

November 9, 2018

3sat, 22.25

Wege zum Ruhm (Paths of Glory, USA 1957)

Regie: Stanley Kubrik

Drehbuch: Jim Thompson, Stanley Kubrik, Calder Willingham

LV: Humphrey Cobb: Paths of glory, 1935 (Wege zum Ruhm)

Erster Weltkrieg: Colonel Dax muss einen aussichtslosen Sturm auf einen unbedeutenden Hügel durchführen. Nachdem der Angriff scheitert, lässt Dax‘ Vorgesetzter drei Soldaten auswählen und will sie wegen „Feigheit vor dem Feind“ erschießen lassen. Colonel Dax versucht in einer Verhandlung deren Leben zu retten.

Krasser Antikriegsfilm.

In Frankreich wurde der Film erst 1975 gezeigt. Bis dahin hatte kein Verleiher den Mut gehabt „Wege zum Ruhm“ zu präsentieren.

„Die Intensität von Paths of Glory ist eine spezifische filmische Intensität: Sie resultiert aus dem Umgang mit der Kamera, dem genauen Timing, dem Blick für Details. (…) Paths of Glory ist eine Studie über die Macht. Kubrik zeigt eine Welt, in der die Mächtigen die Untergebenen zu Schachfiguren degradieren, in der aber auch jeder, der in der Hierarchie weiter oben steht, mit dem Wissen leben muss, selbst nur eine Schachfigur zu sein.“ (Christoph Haas in Andreas Kilb, Rainer Rother u. a.: Stanley Kubrik, film: 8, 1999)

mit Kirk Douglas, Ralph Meeker, Adolphe Menou, George Macready, Richard Anderson

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Wege zum Ruhm“

Wikipedia über „Wege zum Ruhm“ (deutsch, englisch)

Stanley Kubrik in der Kriminalakte

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TV-Tipp für den 9. Dezember: Zwei rechnen ab

Dezember 9, 2016

3sat, 22.35

Zwei rechnen ab (USA 1957, Regie: John Sturges)

Drehbuch: Leon Uris (nach dem Zeitschriftenartikel von George Scullin)

Zum heutigen 100. Geburtstag von Kirk Douglas zeigt 3sat diesen immer wieder gern gesehenen Westernklassiker über US-Marshal Wyatt Earp (Burt Lancaster), Doc Holliday (Kirk Douglas) und die legendäre Schießerei am O. K. Corral.

Um 12.30 Uhr zeigt der MDR das selten gezeigte Westernabenteuer „Snowy River“ (Australien 1982) und die ARD, nach Mitternacht, um 01.15 Uhr den packenden Western „Mit stahlharter Faust“ (USA 1955); beide mit Kirk Douglas.

mit Burt Lancaster, Kirk Douglas, Rhonda Fleming, Jo Van Fleet, John Ireland, Frank Faylen, George Matthews, Earl Holliman, Dennis Hopper, DeForest Kelley, Lee Van Cleef

Hinweise

TCM über „Zwei rechnen ab“

Wikipedia über „Zwei rechnen ab“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Sturges‘ „Die 5 Geächteten“ (Hour of the Gun, USA 1967)

John Sturges in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. Juli: Spartacus

Juli 19, 2015

3sat, 21.40
Spartacus (USA 1960, Regie: Stanley Kubrick)
Drehbuch: Dalton Trumbo
LV: Howard Fast: Spartacus, 1951 (Spartacus)
71 nach Christus: Spartacus führt einen Sklavenaufstand gegen die Römer an – und Stanley Kubrick inszenierte (nachdem Produzent und Hauptdarsteller Kirk Douglas Regisseur Anthony Mann gefeuert hatte) einen der wenigen genießbaren Monumentalfilme.
mit Kirk Douglas, Laurence Olivier, Jean Simmons, Charles Laughton, Peter Ustinov, John Gavin, Tony Curtis, Nina Foch, John Ireland, Herbert Lom, John Dall, Woody Strode
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Spartacus“
Wikipedia über „Spartacus“ (deutsch, englisch)
Stanley Kubrick in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Feiner Reihenauftakt der „Masterpieces of Cinema“ mit „Die Nacht des Jägers“ und „Einsam sind die Tapferen“

Mai 4, 2013

 

Für Cineasten sind der Country-Noir „Die Nacht des Jägers“ und der Neo-Western „Einsam sind die Tapferen“ Klassiker, die bislang in Deutschland noch nicht auf DVD oder nur in einer sehr spartanischen DVD veröffentlicht wurden.

 

So war „Die Nacht des Jägers“ bislang nur als DVD ohne Bonusmaterial erhältlich. Die DVD/Blu-ray-Ausgabe von Koch-Media in der „Masterpieces of Cinema“-Collection enthält jetzt den Film auf DVD und, erstmals, Blu-ray mit knapp zwanzig Minuten Bonusmaterial. Der nächste Schritt wäre eine deutsche Veröffentlichung der Criterion-DVD/Blu-ray mit umfangreichem Bonusmaterial, wie einem Audiokommentar mit dem Second-Unit-Regisseur Terry Sanders, Filmarchivar Robert Gitt, Kritiker F. X. Feeney und Autor Preston Neal Jones, dem gut vierzigminütigem „The Making of ‚The Night of the Hunter’“, dem gut 160-minütigem „Charles Laughton directs ‚The Night of the Hunter’“ und vielen weiteren Extras. Aber das dürfte noch einige Zeit dauern; falls überhaupt.

 

In „Die Nacht des Jägers“, dem einzigen Spielfilm von Schauspieler Charles Laughton, spielt Robert Mitchum den während der Depression über das Land ziehenden Prediger Harry Powell, der „Hate“ (Hass) und „Love“ (Liebe) auf seine Finger tätowiert hat und diese Tätowierungen bei seinen Predigen beeindruckend zur Geltung bringt. Er ist aber auch ein eiskalter Psychopath, der sich bei den Harpers einnistet, weil der vorherige Hausherr dort nach einem missglückten Überfall, für den er die Todesstrafe erhielt, 10.000 Dollar versteckt hat. Nur die beiden Kinder John und Pearl wissen, wo das Geld versteckt ist.

 

Nachdem Powell ihre Mutter getötet hat und will er von ihnen das Versteck erpressen. In einem kleinen Boot flüchten sie. Aber wie ein böser Dämon verfolgt Powell sie.

 

Der Country-Noir-Klassiker, der formal an den deutschen expressionistischen Film anschließt und dessen oft irreale Fotografie und das oft übertriebene Schauspiel auch heute noch verstört, ist auch unglaublich spannend. Vor allem weil Robert Mitchum als Prediger eine Ausgeburt der schlimmsten Alpträume der beiden Kinder ist.

 

Und sicher beeinflusste der Film auch Joe R. Lansdale bei seinem neuesten Roman „Dunkle Gewässer“ (Edge of Dark Water). Jedenfalls sind die Bezüge und Querverweise zwischen dem Film und dem Buch, vor allem in der alptraumhaften Stimmung, wenn man sie kurz hintereinander genießt, verblüffend – und Joe R. Lansdale schrieb für eine für Juli 2013 angekündigte US-Prachtausgabe von Davis Grubbs Roman, der die Vorlage für den Film ist, eine Einleitung.

 

 

Einsam sind die Tapferen“ ist ein Post-Western, der normalerweise irgendwo im Nachtprogramm versteckt wird und jetzt erstmals auf DVD erhältlich ist. Das Bonusmaterial (es entspricht der US-DVD der Universal „Backlot Serie“) ist zwar kurz, aber sehr informativ.

 

Wie in „Die Nacht des Jägers“ ist die Geschichte auf den ersten Blick nicht sonderlich komplex. Es wird die Geschichte einer Jagd erzählt. Jack Burns, einer der letzten Cowboys, der sich den Cowboy-Idealen verpflichtet fühlt, provoziert 1953 in einer Kleinstadt in New Mexico eine Schlägerei, um in das Gefängnis eingeliefert zu werden. Dort sitzt sein Freund Paul, weil er Mexikanern über die Grenze geholfen hat. Ein Verbrechen vor dem Gesetz. Für Burns einfach ein Akt der Menschlichkeit. Eine Selbstverständlichkeit für jemand, der Grenzen sowieso nicht respektiert. Als Paul, der inzwischen bürgerlich wurde, nicht mit ihm ausbrechen will, bricht Burns alleine aus. Er will über eine Hügelkette in Richtung Mexiko flüchten. Sheriff Johnson verfolgt ihn.

 

Kirk Douglas nannte „Einsam sind die Tapferen“ später immer wieder seinen Lieblingsfilm, sein Sohn Kirk Douglas hält ihn für den besten Film seines Vaters, der Western taucht regelmäßig in Bestenlisten auf und er hat heute viele Fans, wie Steven Spielberg, der im Bonusmaterial über den Western spricht.

 

Für dieses Lob gibt es viele Gründe. So ist der Film, nach einem grandiosen Drehbuch von Dalton Trumbo, zugleich eine einfache, Western-typische Verfolgungsjagd, und eine komplexe, auf mehreren Ebenen spielende Meditation über das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, von Freiheit und Konformität, von Western-Idealen, die vielleicht schon immer ein Mythos waren, und einer Gegenwart, in der andere Werte zählen.

 

Dazu kommen die grandiosen Schauspieler: Kirk Douglas als freiheitsliebender Cowboy, Gena Rowlands als seine Freundin und Pauls Frau, Walter Matthau als nach außen hin schläfriger Polizist (ungefähr so schläfrig wie ein im Schatten auf seine Beute lauernder Panther) und George Kennedy als sadistischer Gefängniswärter. Oh, und das Pferd von Kirk Douglas.

 

Einsam sind die Tapferen“ ist der bekannteste Film von David Miller und wahrscheinlich auch, – zugegeben, ich kenne seine anderen Filme nicht so sehr -, sein bester Film.

 

Genug gelobt, lassen wir zwei andere Stimmen zu Wort kommen:

 

Die Qualitäten und das Engagement des Films sind die Qualitäten und das Engagement seiner Autoren. Edward Abbey, der Romanautor, war hauptsächlich Umweltschützer in US-Nationalparks. Dalton Trumbo, der Drehbuchautor, war der prominenteste unter den ‘Hollywood-Ten’, die nach den McCarthy-Verfolgungen offiziell nicht mehr beschäftigt werden durften,…Es gibt Kritiker, die finden, dass in diesem Film sein missionarischer Enthusiasmus mit ihm durchgegangen ist.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon, 1976/1995)

 

„‘Einsam sind die Tapferen’ ist der paradigmatische Postwestern. Ein existenzialistischer Film, eine kritische Studie, ein selbstreflexives Metapherngewitter. Schwarz-weiß war ein genialer Schachzug. (…) ‚Lonely are the Brave‘, ein kleiner Schwarzweißfilm, ist ein großer Western. Sollte einmal die Geschichte des Western als Genre tatsächlich geschrieben werden, so wird dieser Film in der Gruppe der Gründungsmythen und der filmischen Reflexionen auf das Problem der Gründungsgeschichte der amerikanischen Gesellschaft einen herausragenden Platz einnehmen.“ (Josef Rauscher in Bernd Kiefer/Norbert Grob, Hrsg.: Filmgenres: Western, 2003)

 

Die Nacht des Jägers - DVD-Cover

 

Die Nacht des Jägers (Night of the Hunter, USA 1954)

 

Regie: Charles Laughton

 

Drehbuch: James Agee

 

LV: Davis Grubb: Night of the hunter, 1953

 

mit Robert Mitchum, Shelley Winters, Lillian Gish, Billy Chapin, Sally Jane Bruce, James Gleason, Evelyn Warden, Peter Graves

 

 

DVD/Blu-ray

 

Koch Media (Masterpieces of Cinema Collection No. 01)

 

Bild: 1,66:1

 

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0, Dolby Digital 2.0)

 

Untertitel: Deutsch, Englisch

 

Bonusmaterial: Featurette „Moving Pictures“, Geschnittene Szene, Trailer, Bildergalerie, Booklet

 

Länge: 90 Minuten (DVD), 93 Minuten (Blu-ray)

 

FSK: ab 16 Jahre

 

 

Hinweise

 

All Movie über „Die Nacht des Jägers“

 

Rotten Tomatoes über „Die Nacht des Jägers“

 

Turner Classic Movies über „Die Nacht des Jägers“

 

Wikipedia über „Die Nacht des Jägers“ (deutsch, englisch)

 

Noir of the Week über „Die Nacht des Jägers“

 

 

Einsam sind die Tapferen - DVD-Cover

 

Einsam sind die Tapferen (Lonely are the Brave, USA 1962)

 

Regie: David Miller

 

Drehbuch: Dalton Trumbo

 

LV: Edward Abbey: The Brave Cowboy, 1956

 

Mit Kirk Douglas, Walter Matthau, Gena Rowlands, Michael Kane, George Kennedy

 

 

DVD/Blu-ray

 

Koch Media (Masterpieces of Cinema Collection No. 02)

 

Bild: 2.35:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0; DD 2.0)

 

Untertitel: Englisch

 

Bonusmaterial: Featurette „Ein Tribut an den Film“, Featurette „Die Musik zum Film“, Trailer, Bildergalerie, Booklet

 

Länge: 107 Minuten

 

FSK: ab 12 Jahre

 

 

Hinweise

 

All Movie über „Einsam sind die Tapferen“

 

Rotten Tomatoes über „Einsam sind die Tapferen“

 

Turner Classic Movies über „Einsam sind die Tapferen“

 

Wikipedia über „Einsam sind die Tapferen“

 

 

 


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