TV-Tipp für den 7. Juli: Edgar Wallace: Neues vom Hexer

Juli 7, 2017

3sat, 22.35

Neues vom Hexer (Deutschland 1965, Regie: Alfred Vohrer)

Drehbuch: Herbert Reinecker

LV.: Edgar Wallace: Again the ringer, The ringer returns, 1929 (Neues vom Hexer)

Der Hexer ist stinkig: irgendein Nachahmer benutzt bei den Morden am Curtain-Clan seine Visitenkarte. Das schreit nach Vergeltung. Und so wird aus einem Verbrecher ein Verbrecherjäger.

Neues vom Hexer“ ist die ziemlich lahme Fortsetzung von „Der Hexer“. Herbert Reinecker ließ bei seinem Drehbuch die Romanvorlage (eigentlich eine Story-Sammlung) links liegen.

Mit Heinz Drache, Barbara Rütting, René Deltgen, Eddi Arent, Brigitte Horney, Margot Trooger, Klaus Kinski, Siegfried Schürenberg

Hinweise

Filmportal über „Neues vom Hexer“

Wikipedia über „Neues vom Hexer“ (deutsch, englisch)

3sat über seinen Krimisommer

Filmportal über „Der Zinker“

Wikipedia über „Der Zinker“ (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Edgar Wallace

Kirjasto über Edgar Wallace

Englische Edgar-Wallace-Seite

Deutsche Edgar-Wallace-Seite

Noch eine deutsche Edgar-Wallace-Fanseite

Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung „Der Zinker“ (D 1931)

Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung “Der Doppelgänger” (D 1934)

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TV-Tipp für den 5. Juli: Edgar Wallace: Der Zinker

Juli 4, 2017

3sat, 22.25

Der Zinker (Deutschland 1963, Regie: Alfred Vohrer)

Drehbuch: H. G. Petersson

LV: Edgar Wallace: The Squeaker, The Squeaker: The sign of the leopard, 1927 (Der Zinker)

Scotland Yard jagt den Zinker. Eine Raubtierhandlung spielt dabei eine wichtige Rolle.

H. G. Petersen verarbeitete in seinem ersten Drehbuch neben dem Wallace-Buch auch ein Treatment von Trygve Larsen, einem Pseudonym von Egon Eis, der bereits bei der ersten deutschen Verfilmung von „Der Zinker“ 1931 am Drehbuch mitarbeitete. Vohrer machte aus dem Drehbuch einen handwerklich passablen Krimi.

Wie bei den meisten anderen Wallace-Filmen der Rialto setzte der Regisseur auch hier auf ein Reservoir bekannter Schauspieler, legte zahlreiche irreführende Fährten und baute falsche Verdächtige auf, einzig, um die Geschichte zu verschleiern.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Die Musik ist von Peter Thomas.

Beginn einer kleinen 3sat-Reihe von Edgar-Wallace-Filmen, die morgen um 22.25 Uhr mit „Der Hexer“ und übermorgen um 22.35 Uhr mit „Neues vom Hexer“ fortgesetzt wird und die man sich endlich, mal wieder, ohne Werbepausen ansehen kann.

Mit Heinz Drache, Barbara Rütting, Günter Pfitzmann, Eddi Arent, Klaus Kinski, Siegfried Schürenberg

Hinweise

3sat über seinen Krimisommer

Filmportal über „Der Zinker“

Wikipedia über „Der Zinker“ (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Edgar Wallace

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Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung „Der Zinker“ (D 1931)

Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung “Der Doppelgänger” (D 1934)


TV-Tipp für den 20. März: Der Fall Serrano

März 20, 2017

Arte, 20.15

Der Fall Serrano (Mort d’un pourri, Frankreich 1977)

Regie: Georges Lautner

Drehuch: Georges Lautner

LV: Raf Vallet (Pseudonym von Jean Laborde): Mort d‘ un pourri, 1972

Ein Mann sucht die Mörder eines befreundeten Abgeordneten, und entdeckt ein übermächtiges System von Korruption und anderer Verbrechen.

Spannender Politthriller

Und jetzt einige weitere Stimmen:

Hervorragend besetzter, leicht zynisch gefärbter Kriminalfilm.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mehr Unterhaltungs- und Actionfilm als echter Polit-Thriller, mehr Kult des Delon-Mythos als Kreation einer glaubhaften Hauptfigur.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von ‚Che‘ bis ‚Z‘ – Polit-Thriller im Kino, 1991)

die politisch interessante Ebene des Zusammenspiels von Gewalt, Korruption und Politik wird einer auf spektakuläre Action-Höhepunkte hin inszenierten Dramaturgie geopfert.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

Als Vorlage für den Film diente auch die Affäre De Broglie. Der Provinzbürgermeister und Abgeordnete wurde am 24. Dezember 1976 ermordet. Bei den Untersuchungen wurden seine Beziehungen zu einer Gruppe von Politikern und Wirtschaftsbossen bekannt. Mit seiner Ermordung sollte ein Mitwisser beseitigt werden. Der Täter wurde nicht gefunden.

Georges Lautner ist vor allem für seine Jean-Paul Belmondo-Vehikel, wie „Der Windhund“, „Der Puppenspieler“ und „Der Profi“ bekannt.

Anschließend, um 22.15 Uhr, zeigt Arte „Die Hölle von Algier“ (Frankreich/Italien 1964, Regie: Alain Cavalier). Ebenfalls mit Alain Delon. Ebenfalls sehenswert.

mit Alain Delon, Ornella Muti, Mireille Darc, Stéphane Audran, Klaus Kinski, Maurice Ronet

Wiederholungen

Freitag, 24. März, 13.35 Uhr

Montag, 27. März, 13.35 Uhr

Hinweise

Arte über Alain Delon und das heutige Abendprogramm

Rotten Tomatoes über „Der Fall Serrano“

Wikipedia über „Der Fall Serrano“ (deutsch, englisch, französisch)

 


DVD-Kritik: Damiano Damianis Italo-Western „Töte Amigo“

Dezember 1, 2014

Später, in den Siebzigern und Achtzigern, war Damiano Damiani einer der führenden und genreprägenden Vertreter des italienischen Polit-Thrillers. Er inszenierte „Der Tag der Eule“ (der ja öfters im TV läuft), „Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert“ (der nie im TV läuft), „Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?“/“Der Terror führt Regie“ und die TV-Serie „Allein gegen die Mafia“, die damals ein weltweiter Erfolg war.

Der Italo-Western „Töte Amigo“ ist eines seiner Frühwerke, in dem die Revolution in Mexiko der Hintergrund für eine explosions- und bleihaltige Geschichte ist. Wobei Geschichte fast schon übertrieben ist. Im Mittelpunkt stehen die Kämpfe, die durch eine Geschichte, die inzwischen archetypisch für den Italo-Western ist, zusammengehalten werden. Denn es geht um die Freundschaft zwischen El Gringo Bill Tate (Lou Castel) und dem Banditenanführer El Chuncho (Gian Maria Volonté), der Waffen für General Elias, den sich in den Bergen versteckt haltenden Anführer der Revolution, sammelt und dafür Züge, die Waffen transportieren, überfällt. Weil der Gringo sich mit einer Lüge in Chunchos Bande einschleicht, wissen wir, dass er mindestens ein doppeltes Spiel treibt (was ja typisch für einen Italo-Western ist) und er etwas von General Elias will (was im US-Titel und US-Trailer verraten wird). Und dass in einer von Gier und Dummheit beherrschten Welt Freundschaften und Koalitionen schnell wechseln, gehört zum festen Inventar eines Italo-Western. Ebenso der interessante Spagat zwischen Verklärung der Revolution, dem Kampf gegen die korrupten Herrscher und einem, spätestens am Ende, illusionslosen Blick auf den Menschen als von Gier getriebenem Wesen.

Töte Amigo“ ist kraftvoll, kurzweilig, mit burlesken Übertreibungen, sehr unterhaltsam und brutal. Wobei die „ab 18 Jahre“-Freigabe aus heutiger Sicht doch etwas übertrieben ist. Dass die Geschichte eher grob gestrickt ist, stört dabei kaum.

Koch Media veröffentlichte den Film jetzt erstmals in einer vollständig synchronisierten Fassung auf DVD und Blu-ray. Im Kino lief er in einer um zwanzig Minuten gekürzten Fassung; was aber damals, in den Sechzigern und Siebzigern nicht ungewöhnlich war. Denn damals veränderte der Verleih in der Synchronisation öfters die Handlung und Stimmung des Films und kürzte auch gerne wild herum.

In der IMDB und dem „Western-Lexikon“ von Joe Hembus wird eine Originallänge von 135 Minuten genannt. Eine solche Fassung scheint allerdings nirgends zu existieren.

Töte Amigo - DVD-Cover

 

Töte Amigo (Quien Sabe, Italien 1966)

Regie: Damiano Damiani

Drehbuch: Salvatore Laurani, Franco Solinas

mit Gian Maria Volonté, Lou Castel, Klaus Kinski, Martine Beswick, Jaime Fernadez, Andrea Checchi

DVD

Koch Media

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (alte und neue Synchronisation), Italienisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Interview mit Regisseur Damiano Damiani, Interview mit Darsteller Lou Castel, 3 Kinotrailer, Bildergalerie

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Töte Amigo“

Wikipedia über „Töte Amigo“ (deutsch, englisch)

Damiano Damiani in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Die Lewis-Collins-Söldnerfilme „Geheimcode Wildgänse“, „Kommando Leopard“ und „Der Commander“

Juni 19, 2014

Nach „Die Profis“ war Lewis Collins ein Weltstar. Er war sogar als neuer James Bond im Gespräch und er wäre sicher ein guter Bond geworden. Aber es kam anders. Nach der TV-Serie war er nur noch in dem in England spielendem Action-Thriller „Das Kommando“, der durchaus als James-Bond-Bewerbungsvideo gesehen werden kann, und in den Söldner-Filmen „Geheimcode Wildgänse“, „Kommando Leopard“ und „Der Commander“ im Kino zu sehen.
In den vergangenen Jahren waren die Filme teils gekürzt und weitgehend ohne Bonusmaterial eher schlecht als recht erhältlich. Nach einer Neuprüfung sind sie jetzt alle „frei ab 16 Jahre“ und ungekürzt erhältlich. Auch das Bonusmaterial ist erfreulich umfangreich ausgefallen; bei den Blu-rays wurde teils noch eine Schippe draufgelegt.
Anthony M. Dawson (eigentlich Antonio Margheriti) inszenierte alle drei Filme mit einem überschaubarem Budget in einem durchaus flotten Tempo, das allerdings auch nicht verdecken kann, dass die Geschichten wild zusammengeklaut sind, teilweise wie der Zusammenschnitt von mehreren Filmen wirken und vor allem Söldner- und Dschungel-Romantik liefern. Mit einer ordentlichen Portion handgemachter Action, was heute, nach dem x-ten CGI-Gewitter, Spaß macht. Vor allem wenn Brücken, Staudämme, Fahrzeuge und Gebäude, gerne Lagerhallen mit Drogen, in die Luft gesprengt oder in Flammen aufgehen. Dazu laufen schwitzende Männer, wild um sich schießend, durch das Bild.
In „Geheimcode Wildgänse“ soll eine von Lewis Collins angeführte Söldnergruppe im Goldenen Dreieck ein Heroinlager vernichten.
In „Kommando Leopard“ ist Collins dann „El Leopardo“, ein legendärer Guerilla-Führer, der gegen Silveira und die von ihm geführte Militär-Diktatur kämpft.
In „Der Commander“ spielt Collins wieder einen Söldner, der wieder im Goldenen Dreieck ein Drogenlager vernichten soll – und wieder spielen seine Auftraggeber ein doppeltes Spiel.
Die Story ist in allen drei Filmen der Vorwand, um Männer durch den Dschungel kämpfen zu lassen und, möglichst fotogen, möglichst viel in die Luft zu jagen, zu schießen und sich zu schlagen. Immer ist, hauptsächlich als Eye Candy, auch eine Frau dabei. Einige Altstars, wie Klaus Kinski, Lee Van Cleef und Donald Pleasance, und, auf deutscher Seite, versierte Synchronsprecher, wie Manfred Lehmann, Thomas Danneberg und Frank Glaubrecht, spielen mit. Das hat dann schon etwas von einem Betriebsausflug in südliche Gefilde.
Für die Filmgeschichte sind „Geheimcode Wildgänse“, „Kommando Leopard“ und „Der Commander“ mehr als vernachlässigbare Werke, aber für die Fans von 80er-Jahre-Actionfilmen sind die Söldnerfilme einen kleinen Blick wert. Es gibt Action, Explosionen, eine herrliche Exploitation-Atmosphäre (man hat die Zeitungsschlagzeilen genommen und eine mehr als krude Story drumherum geschrieben) und schön gezeichnete Plakate, die es dieses Mal auch auf das DVD-Cover (und Wendecover) geschafft haben.
Dabei ist „Geheimcode Wildgänse“ der beste der drei Filme. „Kommando Leopard“ verlegt dann die ganze Geschichte mehr oder weniger nach Südamerika. Dass dann Lewis Collins ein südamerikanischer Revolutionsführer sein soll, ist nicht besonders glaubwürdig. Auch weil er auf jegliche Revolutionärsprosa verzichtet. Stattdessen kämpft er sich in bester Söldner-Manier mit seinen Männern durch den Dschungel. „Der Commander“ ist „Geheimcode Wildgänse“ mit einem geringem Budget und nicht verwandten Aufnahmen von „Geheimcode Wildgänse“.

Geheimcode Wildgänse

Geheimcode Wildgänse (Deutschland/Schweiz/Italien 1984)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Michael Lester
mit Lewis Collins, Ernest Borgnine, Lee Van Cleef, Mimsy Farmer, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Thomas Danneberg, Frank Glaubrecht, Wolfgang Pampel, Hartmut Neugebauer

DVD
Ascot Elite
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Französisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Audiokommentar, Film Soundtrack (von Eloy), Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Kommando Leopard

Kommando Leopard (Deutschland/Schweiz/Italien 1985)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Roy Nelson
mit Lewis Collins, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Cristina Donadio, John Steiner, Thomas Danneberg, Hans Leutenegger, Alan C. Walker, Subas Herrera

DVD
Ascot Elite
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Französisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Audiokommentar, Behind the Scenes Audiokommentar, Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Der Commander - DVD-Cover

Der Commander (Deutschland/Schweiz/Italien 1988)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Arne Elsholtz, Tito Capri
mit Lewis Collins, Lee Van Cleef, Donald Pleasence, John Steiner, Manfred Lehmann, Brett Halsey, Chat Silayan, Bobby Rhodes, Thomas Danneberg, Paul Muller, Frank Glaubrecht, Hans Leutenegger

DVD
Ascot Elite
Bild: 1.85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Geheimcode Wildgänse“ und „Kommando Leopard“

Wikipedia über „Geheimcode Wildgänse“ (deutsch, englisch), „Kommando Leopard“ (deutsch, englisch) und „Der Commander“


TV-Tipp für den 31. Mai: Edgar Wallace: Die seltsame Gräfin

Mai 31, 2014

Sat.1Gold, 20.15/23.45
Die seltsame Gräfin (Deutschland 1961, Regie: Josef von Baky, Jürgen Roland)
Drehbuch: Robert Adolf Stemmle, Curt Hanno Gutbrod
LV: Edgar Wallace: The strange countness/The sins of the mother, 1925 (Die seltsame Gräfin)
Margaret nimmt das Jobangebot bei der seltsamen Gräfin dankbar an. Doch kurz nach Dienstantritt stirbt sie fast. Wer will sie umbringen? Kann Inspektor Dorn den Täter finden, bevor er seine Pläne verwirklicht? Was hat die Gräfin damit zu tun? Fragen über Fragen, die Antwort erhalten Sie – mit Werbung – nach knapp zwei Stunden.
Das ist der Wallace-Film mit den UFA-Stars vor und hinter der Kamera. Er wirkt wie “ein verstaubtes Kammerspiel” (Joachim Kramp: Hallo – Hier spricht Edgar Wallace)
Mit Joachim Fuchsberger, Marianne Hoppe, Lil Dagover, Klaus Kinski, Edith Hancke, Eddi Arent, Fritz Rasp, Rudolf Fernau

Hinweise

Filmportal über „Die seltsame Gräfin“

Wikipedia über „Die seltsame Gräfin“

Krimi-Couch über Edgar Wallace

Kirjasto über Edgar Wallace

Englische Edgar-Wallace-Seite

Deutsche Edgar-Wallace-Seite

Noch eine deutsche Edgar-Wallace-Fanseite

Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung „Der Zinker“ (D 1931)

Meine Besprechung der Edgar-Wallace-Verfilmung “Der Doppelgänger” (D 1934)


DVD-Kritik: Klaus Kinski ist für Jess Franco „Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London““

November 18, 2013

Nach der IMDB führte Jess Franco bei 198 Filmen Regie und, auch wenn die Zahl wahrscheinlich nicht ganz genau stimmt: Es waren verdammt viele – und die meisten sind nicht besonders gut. Jedenfalls wenn man seine Filme nach den konventionellen Maßstäben beurteilt. Aber sie waren, vor allem in den Siebzigern und Achtzigern erfolgreich. Wer damals für einen Kinobesuch zu jung war und später nicht an die teils abenteuerlich gekürzten Videokassetten rankam, kannte nur die Sex und Gewalt verheißenden Titel wie „Vampyros Lesbos: Die Erbin des Dracula“ (der Titel erlangte Mitte der Neunziger als Titel eines Musiksamplers neue Berühmtheit), „Frauen für Zellenblock 9“, „Porno Baby“, „Sie tötete in Ekstase“, „Der Teufel kam aus Akasawa“ (eine „Edgar-Wallace-Verfilmung“, die ab und zu im TV läuft), „Der Todesrächer von Soho“ (eine Bryan-Edgar-Wallace-Verfilmung, die ebenfalls manchmal im TV läuft), „Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne“, „Greta – Haus ohne Männer“, „Frauen im Liebeslager“, „Ruf der blonden Göttin“, „Entfesselte Begierde“, „Sadomania – Hölle der Lust“, „Jungfrau unter Kannibalen“ und „Lolita am Scheideweg“.

Aber auch schon damals im Kino konnte man seine Filme nicht unbedingt ungekürzt sehen. So sagt Produzent Erwin C. Dietrich, der in den Siebzigern fünfzehn Franco-Filme produzierte und damals mit seinen Filmen, zum Entsetzen des Bildungsbürgertums (FSK und die kirchliche Filmkritik mussten sich die Werke berufsbedingt antun), zuverlässig die Bahnhofkinos füllte, dass es auch bei dem jetzt wieder auf DVD und erstmals Blu-ray veröffentlichtem Horrorfilm „Jack the Ripper“ Probleme gab. Dabei gehört der Film zu den harmloseren Werken von Franco: etwas nackte Haut, viel sehr rotes Blut, ein herausgeschnittenes Auge, eine abgetrennte Hand und ein amputierter rechter Busen. Trotzdem war er indiziert und ist jetzt „frei ab 18 Jahre“.

Die Story bedient sich am bekannten „Jack the Ripper“-Mythos: Klaus Kinski spielt Doktor Dennis Orloff, der tagsüber arme Patienten weitgehend unentgeltlich versorgt und nachts Freudenmädchen umbringt, danach ihre Leichen zerstückelt und sie selbst oder von seiner Gehilfin, der geistig behinderten Magd Frieda (Nikola Weisse), in der Themse verschwinden lässt. Ihm eher nicht auf den Fersen ist Scotland-Yard-Inspektor Selby (Andreas Mannkopff). Das ändert sich erst, als Selbys Freundin, die Tänzerin Cynthia (Charlie-Chaplin-Tochter Josephine Chaplin), sich als Dirne verkleidet und, wir ahnen es, auch weil sich die Laufzeit des Films dem Ende nähert, das Interesse des Frauenmörders weckt.

Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London“ ist sicher kein Klassiker und, trotz einiger sehr atmosphärischer Aufnahmen, bei weitem nicht so extravagant gefilmt wie die Filme von Dario Argento (der ebenfalls in Deutschland ein Liebling der Zensoren war). Francos Film ist eher ein konventioneller Horrorfilm irgendwo zwischen Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Adaptionen und den bundesdeutschen Edgar-Wallace-Filmen. Mit deutlicher Tendenz zu letzterem.

Das Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist, ohne den Audiokommentar, mit über einhundert Minuten erstaunlich umfangreich und informativ. Es gibt einen sehr informativen, im Dezember 2000 aufgenommen Audiokommentar von Erwin C. Dietrich, in dem er zwar eher wenige Hintergründe zu dem Film (abgesehen von den Drehorten in Zürich und den beteiligten Personen vor und hinter der Kamera), aber viel über sein Leben, seine Produzententätigkeit und wie sie in den siebziger Jahren Filme drehten, verrät, In „Erwin C. Dietrichs Hommage an Jess Francos Jack the Ripper“ verrät Dietrich in über zwanzig Minuten weitere Hintergründe zum Film und seiner Zusammenarbeit mit Jess Franco. Außerdem gibt es einen informativen 17-minütigen „Werkstattbericht zur Restauration“, der etwas didaktisch beschreibt, wie Filme restauriert werden und verdeutlicht, wie zeitaufwändig eine Restauration ist, ein fast halbstündiges „Interview mit Andreas Mannkopff“ und ein über vierzigminütiges „Audio-Interview mit Jess Franco (Zürich, Hotel Gregory, 17. Juni 1976)“, das auf französisch geführt wurde und keine Untertitel hat. Es gibt außerdem eine entfernte Szene, den Trailer mit anderen Dialogen und eine umfangreiche Fotogalerie.

Das Bonusmaterial scheint weitgehend identisch mit der bereits vor einigen Jahren erschienenen Ausgabe des Films zu sein. Jetzt allerdings mit einem stilechten Cover.

Auch das restaurierte Bild überzeugt.

Jack the Ripper - DVD-Cover

Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London (Jack, the Ripper, Deutschland/Schweiz 1976)

Regie: Jess Franco

Drehbuch: Jess Franco

mit Klaus Kinski, Lina Romay, Herbert Fux, Josephine Chaplin, Andreas Mannkopff, Nikola Weisse

DVD

Ascot-Elite (Jess Franco Golden Goya Collection)

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch (DD 5.1), Französisch (DD 2.0)

Untertitel: Niederländisch, Finnisch, Griechisch, Japanisch, Chinesisch

Bonusmaterial: Audiokommentar, Entfernte Szene, Erwin C. Dietrichs Hommage an Jess Francos „Jack, the Ripper“, Werkstattbericht zur Restauration, Interview mit Andreas Mannkopff, Audiointerview mit Jess Franco, Fotogalerie, Trailer, Wendecover

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Wikipedia über Jess Franco (deutsch, englisch) und „Jack the Ripper“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte vergleicht den ungekürzten „Jack the Ripper“ mit der um über 11 Minuten gekürzten FSK-16-Fassung

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Jess Franco

Inzwischen sind in der „Jess Franco Golden Goya Collection“ (Ascot-Elite) weitere Filme des Spaniers in ungeschnittenen Versionen wiederveröffentlicht worden: „Downtown – Die nackten Puppen der Unterwelt“, „Voodoo Passion – Ruf der blonden Göttin“, „Frauen in Zellenblock 9“ und „Ilsa, the Mad Butcher“ (auch bekannt als „Greta – Haus ohne Männer“ und „Ilsa, the wicked Warden“. Sowieso wurde, wegen „Ilsa, She Wolf of the SS“-Hauptdarstellerin Dyanne Thorne ihr Rollenname munter zwischen Greta, Ilsa und Wanda, mit entsprechenden Titeländerungen gewechselt.). Die DVDs und Blu-rays haben deutlich weniger Bonusmaterial. Meist nur den Trailer und eine Bildergalerie. Die Sprachfassungen und Untertitel scheinen die zu sein, die Produzent Erwin C. Dietrich in seinem Archiv hatte.

Downtown - DVD-CoverVoodoo Passion - DVD-Cover

Frauen für Zellenblock 9 - DVD-CoverIlsa - The Mad Butcher - DVD-Cover


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