TV-Tipp für den 16. Juli: Big Eyes

Juli 15, 2019

ZDF, 23.45

Big Eyes (Big Eyes, USA 2014)

Regie: Tim Burton

Drehbuch: Scott Alexander, Larry Karaszewski

Schönes, im quietschbunten Fünfziger-Jahre-Hollywood-Stil inszeniertes Biopic über die Malerin Margaret Keane, die mit ihren Kitsch-Bildern von Kindern mit riesengroßen Augen bekannt wurde.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des untypischen, aber selbstverständlich sehenswerten Tim-Burton-Films.

Dass das ZDF den Film als TV-Premiere um Mitternacht versendet, ist eine Frechheit.

mit Amy Adams, Christoph Waltz, Danny Huston, Jon Polito, Krysten Ritter, Jason Schwartzman, Terence Stamp, Delaney Raye, Madeleine Arthur, Elisabetta Fantone, James Saito, Guido Furlani

Hinweise

Moviepilot über „Big Eyes“

Metacritic über „Big Eyes“

Rotten Tomatoes über „Big Eyes“

Wikipedia über „Big Eyes“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Big Eyes“

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Big Eyes“ (Big Eyes, USA 2014)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Die Insel der besonderen Kinder“ (Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children, USA 2016)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Dumbo“ (Dumbo, USA 2019)

Tim Burton in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 8. September: Veronica Mars

September 8, 2016

Pro7, 20.15

Veronica Mars (Veronica Mars, USA 2014)

Regie: Rob Thomas

Drehbuch: Rob Thomas, Diane Ruggiero (nach einer Geschichte von Rob Thomas)

Veronica Mars kehrt nach Neptune, Kalifornien, zurück. Nicht wegen des zehnjährigen Klassentreffens, sondern um ihrer Highschoolliebe zu helfen. Logan soll seine Freundin ermordet haben. Veronica, die kurz vor einer Karriere als Anwältin in einer großen Kanzlei in New York steht, beginnt wieder, während sie ihre alten Freunde trifft, als Privatdetektivin zu arbeiten.

Veronica Mars“ ist die Spielfilm-Fortsetzung der gleichnamigen TV-Serie, die vor allem als Fan-Service funktioniert und eben deshalb kurzweilig unterhält.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung; auch zu den Fans und der Finanzierung des Films.

mit Kristen Bell, Jason Dohring, Krysten Ritter, Ryan Hansen, Francis Capra, Percy Daggs III, Chris Lowell, Tina Majorino, Enrico Colantoni, Sam Huntington, Jerry O’Connell, Jamie Lee Curtis, James Franco

Wiederholung: Freitag, 9. September, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Veronica Mars“

Moviepilot über „Veronica Mars“

Metacritic über „Veronica Mars“

Rotten Tomatoes über „Veronica Mars“

Wikipedia über „Veronica Mars“

Thrilling Detective über Veronica Mars

Homepage von Rob Thomas

Facebook-Seite zu den Veronica-Mars-Romanen

Rob Thomas Book Club

Word & Film: Kurzes Interview mit Jennifer Graham (25. März 2014)

PopBytes: Längeres Interview mit Jennifer Graham (31. März 2014)

Wikipedia über Veronica Mars

Thrilling Detective über Veronica Mars

Englische Veronica-Mars-Fanseite

Meine Besprechung von Rob Thomas’ „Veronica Mars“ (Veronica Mars, USA 2014)

Meine Besprechung von Rob Thomas’ „Veronica Mars“ (Veronica Mars, USA 2014) (DVD-Besprechung)

Meine Besprechung von Rob Thomas/Jennifer Grahams „Veronica Mars: Zwei Vermisste sind zwei zu viel“ (Veronica Mars: The Thousand Dollar Tan Line, 2014)

Meine Besprechung von Rob Thomas/Jennifer Grahams „Veronica Mars: Mörder bleiben nicht zum Frühstück“ (Mr. Kiss and Tell, 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: Tim Burton macht „Big Eyes“

April 23, 2015

Die Bilder von den Kindern mit den großen Augen dürften auch bei uns bekannt sein. Aber der Name der Zeichnerin und die Geschichte hinter den Kitsch-Bildern dürften bei uns unbekannt sein. Wahrscheinlich haben auch in den USA bis zu Tim Burtons „Big Eyes“ nur wenige Menschen die Geschichte dieses Kunstschwindels gekannt; obwohl die Zeichnungen von Margaret Keane seit Jahrzehnten bekannt sind, in den Sechzigern wohl allgegenwärtig waren und auch heute noch bekannt sind. Immerhin ist Margaret Keane immer noch als Malerin aktiv und erfolgreich.
Das war, als Margaret in den frühen Fünfzigern mit ihrer Tochter Jane ihren damaligen Mann verläßt und nach San Francisco flüchtet, nicht absehbar. Für ein Kleingeld verkauft sie auf Märkten ihre Bilder und lernt ihren späteren Mann Walter Keane kennen, der als Maler auftritt, aber vor allem ein Verkaufsgenie ist. Sie verlieben sich ineinander, heiraten 1955 und als bei einer Ausstellung ihre Bilder besser als seine Stadtansichten von Paris (die erstens kitschig und zweitens nicht von ihm sind) ankommen, gibt er sich kurzerhand als der Zeichner der Kinderbilder aus. Immerhin wollen die Käufer mit dem Künstler reden und eine Frau würde niemals als Künstlerin anerkannt werden. Er verkauft ihre Bilder für eine erstaunliche Summe und baut, dank seines Geschäftssinns, in den folgenden Jahren ein kleines Imperium auf. Denn die Leute sind süchtig nach Keane-Bildern. Mit Nachdrucken befriedigt er die durch seine publikumswirksamen Auftritte angestachelte Nachfrage, während die Druckerpressen heiß laufen und die schüchterne Margaret zu Hause Originale malt, bis sie die Lüge nicht mehr vor ihrer pubertierenden Tochter verbergen kann. 1964 verlässt sie Walter und flüchtet mit ihrer Tochter nach Hawaii. Dort lernt sie auch ihren jetzigen Mann Dan McGuire kennen (der im Film keine Rolle spielt), wird Zeugin Jehovas (was angesprochen wird) und sagt der Öffentlichkeit schließlich, dass sie die bekannten Keane-Bilder gemalt hat. Es kommt zu einem Prozess, den ihr Ex-Mann, der sich selbst verteidigt, grandios verliert und sie als Erschafferin der Keane-Bilder anerkannt wird.
Diese Fakten bilden, mit gewissen Freiheiten, das erzählerische Rückgrat von „Big Eyes“, den Keane-Bewunderer Tim Burton, als eher milde Satire auf den Kunstbetrieb der sechziger Jahre (mit Jason Schwartzman als blasierten Galerist, Terence Stamp als Kunstkritikpapst und Danny Huston als Keane fördernder Klatschkolumnist als Triumvirat des Kunstbetriebs), als Emanzipationsdrama und als bittere Studie über Träume inszenierte. Burton ließ die Schauspieler immer einen kleinen Tick neben der Rolle spielen und zeigt so ihren Selbstbetrug. Amy Adams ist als Margaret Keane eine Spur zu sehr die schüchterne Doris-Day-Hausfrau, die eben diesen Traum von der perfekten Familie hat, aber sich in die falschen Männer verliebt. Christoph Waltz ist als Walter Keane immer eine Spur zu großspurig als frankophoner Künstler. Schon bei seinem ersten Auftritt ist seine Fassade brüchig. Er wäre gerne ein großer Maler. In Wirklichkeit ist er aber ein großer Verkäufer, der sich nie eingestehen will, dass er kein Künstler ist. Er ist ein Nachfolger von Ed Wood, bei dem sich – im Gegensatz zu Walter Keane – der Traum auf eine große Karriere als Künstler niemals erfüllen wird.
Obwohl das Drehbuch für „Big Eyes“ von den „Ed Wood“-Drehbuchautoren Scott Alexander und Larry Karaszweski ist, ist „Big Eyes“ kein zweiter „Ed Wood“. Der Geschichte von Margaret Keane fehlt letztendlich die dramatische Fallhöhe von Ed Wood. Während bei ihm alles schief geht, was schief gehen kann, geht bei ihr alles gut aus. Auch dank der Hilfe einiger Männer.
Tim Burton inszeniert diese wahre Geschichte im quietschbunten Stil damaliger Hollywood-Kitschfilme, mit, bei der Ehegeschichte, einem größeren Realismus, einem oft ironischen Ton und einer bittersüßen Note. Denn die unschuldigen fünfziger und sechziger Jahre, als der amerikanische Traum noch intakt war und Kunst von den Museen zum Alltagsgegenstand wurde, sind vorbei.

Big Eyes - Plakat

Big Eyes (Big Eyes, USA 2014)
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Scott Alexander, Larry Karaszewski
mit Amy Adams, Christoph Waltz, Danny Huston, Jon Polito, Krysten Ritter, Jason Schwartzman, Terence Stamp, Delaney Raye, Madeleine Arthur, Elisabetta Fantone, James Saito, Guido Furlani
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Big Eyes“
Moviepilot über „Big Eyes“
Metacritic über „Big Eyes“
Rotten Tomatoes über „Big Eyes“
Wikipedia über „Big Eyes“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Big Eyes“
Meine Besprechung von Tim Burtons „Frankenweenie“ (Frankenweenie, USA 2012)

Tim Burton in der Kriminalakte

DP/30 spricht mit Tim Burton über „Big Eyes“


DVD-Kritik: „Veronica Mars“ ist wieder zurück Neptune, Kalifornien

August 2, 2014

Für die „Veronica Mars“-Fans bestanden die letzten Jahren aus persönlichen Wiederholungen der DVDs auf dem heimischen Bildschirm. Aber jetzt gibt es neues Futter. Nämlich einen Spielfilm, der nach einem kurzen Gastspiel in den Kinos jetzt auf DVD erschien und den Roman „Zwei Vermisste sind zwei zu viel“, der am 11. August erscheint. Bis dahin kann man sich den Spielfilm „Veronica Mars“ ansehen. Zum Kinostart schrieb ich:

Was bisher geschah: Als TV-Serie lief „Veronica Mars“ von 2004 bis 2007 im US-TV und sie hatte eine überschaubare, aber sehr treue Fanbasis, zu der auch Stephen King und Ed Brubaker gehörten. In der Serie ist die Heldin eine Privatdetektivin, die auch Schülerin ist und das Ganze wird aus der Hardboiled-Noir-Perspektive, mit einer Prise Humor, erzählt. Eine einfache, aber ziemlich geniale Idee.

Im deutschen TV lief die Serie ab 2006 im ZDF. Zuerst am Samstag Nachmittag, dann Freitag Nacht, beide Male gut versteckt, mit wechselnden Anfangszeiten, vor einem überschaubarem Publikum, das nicht das Zielpublikum der Serie, nämlich Teenager, war. Ich gab bei dieser „Sopranos“-würdigen Programmierung schnell auf.

Nach dem Ende der Serie ließ die Beliebtheit von „Veronica Mars“ nicht nach, die Macher und Schauspieler wurden immer wieder auf die Serie angesprochen – und als Serienerfinder Rob Thomas auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eine Seite veröffentlichte, um das echte Interesse der Fans an einer „Veronica Mars“-Neuauflage zu testen, war, wie bei „Stromberg“, das Spendenziel schnell erreicht. Genaugenommen sollten bei der Kickstarter-Kampagne zwei Millionen Dollar gesammelt werden. Das erreichten sie innerhalb eines Tages. Am Ende wurden es 5,7 Millionen, die Kampagne brach sämtliche Rekorde und einem „Veronica Mars“-Spielfilm, der neun Jahre nach dem Ende der Serie spielt, stand nichts mehr im Weg.

Die Gegenwart: Veronica arbeitet schon lange nicht mehr als Privatdetektivin. Sie hat ihr Studium abgeschlossen, einen gut dotierten Job in einer Kanzlei in Manhattan in Aussicht und sie hat einen Freund. So einen richtig braven Typen. Kurz: ihr Leben verläuft endlich in ruhigen und gesitteten Bahnen. Da erfährt sie, dass Bonnie DeVille, früher Klassenkameradin, später Sängerin, ermordet wurde und ihr Ex-Freund Logan verdächtigt wird, sie getötet zu haben. Veronica fliegt von der Ostküste zurück nach Neptune, Kalifornien. Eigentlich will sie Logan nur bei der Suche nach einem Anwalt helfen, aber dann beginnt sie doch mit der Mörderjagd.

Außerdem steht das zehnjährige Klassentreffen an, bei dem sie unter keinen Umständen dabei sein will.

Aber auch ohne das Klassentreffen (bei dem sie – das ist jetzt nicht wirklich überraschend – teilnimmt) ist der Spielfilm „Veronica Mars“ vor allem eine Begegnung mit alten Bekannten, die man mehrere Jahre nicht gesehen hat, und die man jetzt, wenn man wieder seinen Heimatort besucht, wieder trifft, sich mit ihnen über die Vergangenheit und die Gegenwart, in der die damaligen Träume an der Gegenwart gemessen werden, unterhält und bemerkt, was sich in den vergangenen Jahren veränderte. In der „Red Harvest“-Kommune Neptune veränderte sich wenig und die Seriennostalgie wird auch dadurch befördert, dass viele alte Serienbekannte wieder dabei sind.

Diese Reunion ist dann schon fast wichtiger als der vernachlässigbare Fall – und knüpft nahtlos an die „Veronica Mars“-TV-Serie an, die ja auch immer ein selbstironischer und stilbewusster Clash zwischen Teenager-Drama und Hardboiled-Privatdetektivkrimi (inclusive dem Voice-Over) ist und die Fälle (jedenfalls in den mir bekannten Episoden) eher mau sind.

Auch optisch bewegt sich „Veronica Mars“ immer auf dem gewohnten TV-Standard, der auf der Kinoleinwand doch etwas deplatziert wirkt.

So ist der Spielfilm nur eine überlange Auftaktepisode für eine neue „Veronica Mars“-TV-Serie, die auch als Einzelfilm, als Nachklapp zur Serie, eigentlich ins Fernsehen gehört, aber wegen der Vorgeschichte im Kino läuft.

Veronica Mars“ ist von der ersten bis zur letzten Minute Fanservice, der kaum geeignet ist, neue Fans zu gewinnen.

Die Zukunft: In jedem Fall erscheint am 25. März der Roman „The Thousand Dollar Tan Line“ von Rob Thomas und Jennifer Graham. Es ist er erste „Veronica Mars“-Roman einer geplanten Serie und er spielt nach dem Ende des Films. Eine deutsche Übersetzung ist noch nicht angekündigt.

 

Nun, die Zukunft zeichnet sich jetzt etwas deutlicher ab. Denn die deutsche Übersetzung von „The Thousand Dollar Tan Line“ erscheint in wenigen Tagen. Ob es weitere Film-Auftritte von Veronica Mars gibt, ist dagegen immer noch unklar. Jedenfalls wären die Macher und Veronica-Mars-Darstellerin Kristen Bell bereit.

Und der Spielfilm, der eine sehr vergnügliche Angelegenheit für die „Veronica Mars“-Fans und Fans von angenehm altmodischen Privatdetektiv-Krimis ist (wie ich, der ohne seine jährliche Dosis Continental Op, Sam Spade, Philip Marlowe, Lew Archer, Jim Rockford undsoweiter nicht leben kann), bei denen Wortwitz wichtiger als Action sind (vor allem Action von der unrealistischen Sorte), funktioniert auf dem inzwischen gar nicht mehr so kleinem kleinen Bildschirm besser als im Kino.

Als Bonusmaterial gibt es auf der DVD (die Blu-ray hat etwas mehr) die 53-minütige Doku „Von den Fans: Das Making-of Veronica Mars“, in dem die Geschichte des Films von der Kickstarter-Kampagne über die Dreharbeiten bis zur Präsentation auf der San Diego Comic-Con erzählt wird. Der Schwerpunkt liegt dabei bei den Fans, denen es wirklich gelang, den Film Realität werden zu lassen. Einige waren auch bei den Dreharbeiten als Statisten dabei und bei der Vorstellung auf der Comic-Con feierten sie die Schauspieler und Rob Thomas frenetisch, bei einem Panel in der für 5000 Leute ausgelegten, vollbesetten Halle H. In der Doku kommen einige der Fans ausführlicher zu Wort. Außerdem werden die Macher, vor allem „Veronica Mars“-Erfinder Rob Thomas und die Schauspieler, die größtenteils auch schon bei der Serie dabei waren, nicht müde, die große Bedeutung der Fans für die Serie zu betonen. Und man muss ihnen zustimmen: denn „Veronica Mars“ ist das erste Beispiel für eine im TV gecancelte Serie, die durch den Willen der Fans, die sich hier auch finanziell am Film beteiligten, wieder zum Leben erweckt wurde.

Veronica Mars - DVD-Cover - 4

 

Veronica Mars (Veronica Mars, USA 2014)

Regie: Rob Thomas

Drehbuch: Rob Thomas, Diane Ruggiero (nach einer Geschichte von Rob Thomas)

mit Kristen Bell, Jason Dohring, Krysten Ritter, Ryan Hansen, Francis Capra, Percy Daggs III, Chris Lowell, Tina Majorino, Enrico Colantoni, Sam Huntington, Jerry O’Connell, Jamie Lee Curtis, James Franco

DVD

Warner Home Video (Warner Brothers)

Bild: 2,40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch, Spanisch (5.1)

Untertitel: Spanisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch

Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: Von den Fans: Das Making of Veronica Mars

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Der erste „Veronica Mars“-Roman erschien in den USA Ende März und bei uns am 11. August. Zeitlich spielt er nach dem Spielfilm. Veronica arbeitet jetzt als Privatdetektivin in Neptune und ihr Vater ist davon nicht sonderlich begeistert. In „Zwei Vermisste sind zwei zu viel“ sucht sie, im Auftrag der Handelskammer von Neptune, zwei während des Spring-Break-Besäufnisses verschwundene Teenager.

Ich bin gerade beim Lesen und die erste Hälfte hat sich sehr angenehm weggelesen. Die – wenn kein Unglück geschieht – Jubelrezension gibt es dann in einigen Tagen.

Der zweite“Veronica Mars“-Roman „Mr. Kiss and Tell“ (wieder ein schöner Originaltitel) erscheint am 28. Oktober und wenn die Verkaufszahlen gut sind, wird es sicher weitere Romane mit der Privatdetektivin gegen.

Thomas - Veronica Mars - 4

Rob Thomas/Jennifer Graham: Veronica Mars: Zwei Vermisste sind zwei zu viel

(übersetzt von Silvia Kinkel)

script 5, 2014

336 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

Veronica Mars: The Thousand Dollar Tan Line

Alloy Entertainment, 2014

Hinweise

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Film-Zeit über „Veronica Mars“

Moviepilot über „Veronica Mars“

Metacritic über „Veronica Mars“

Rotten Tomatoes über „Veronica Mars“

Wikipedia über „Veronica Mars“

Thrilling Detective über Veronica Mars

Meine Besprechung von Rob Thomas‘ „Veronica Mars“ (Veronica Mars, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Der Fanservice „Veronica Mars“

März 13, 2014

 

Was bisher geschah: Als TV-Serie lief „Veronica Mars“ von 2004 bis 2007 im US-TV und sie hatte eine überschaubare, aber sehr treue Fanbasis, zu der auch Stephen King und Ed Brubaker gehörten. In der Serie ist die Heldin eine Privatdetektivin, die auch Schülerin ist und das Ganze wird aus der Hardboiled-Noir-Perspektive, mit einer Prise Humor, erzählt. Eine einfache, aber ziemlich geniale Idee.

Im deutschen TV lief die Serie ab 2006 im ZDF. Zuerst am Samstag Nachmittag, dann Freitag Nacht, beide Male gut versteckt, mit wechselnden Anfangszeiten, vor einem überschaubarem Publikum, das nicht das Zielpublikum der Serie, nämlich Teenager, war. Ich gab bei dieser „Sopranos“-würdigen Programmierung schnell auf.

Nach dem Ende der Serie ließ die Beliebtheit von „Veronica Mars“ nicht nach, die Macher und Schauspieler wurden immer wieder auf die Serie angesprochen – und als Serienerfinder Rob Thomas auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eine Seite veröffentlichte, um das echte Interesse der Fans an einer „Veronica Mars“-Neuauflage zu testen, war, wie bei „Stromberg“, das Spendenziel schnell erreicht. Genaugenommen sollten bei der Kickstarter-Kampagne zwei Millionen Dollar gesammelt werden. Das erreichten sie innerhalb eines Tages. Am Ende wurden es 5,7 Millionen, die Kampagne brach sämtliche Rekorde und einem „Veronica Mars“-Spielfilm, der neun Jahre nach dem Ende der Serie spielt, stand nichts mehr im Weg.

Die Gegenwart: Veronica arbeitet schon lange nicht mehr als Privatdetektivin. Sie hat ihr Studium abgeschlossen, einen gut dotierten Job in einer Kanzlei in Manhattan in Aussicht und sie hat einen Freund. So einen richtig braven Typen. Kurz: ihr Leben verläuft endlich in ruhigen und gesitteten Bahnen. Da erfährt sie, dass Bonnie DeVille, früher Klassenkameradin, später Sängerin, ermordet wurde und ihr Ex-Freund Logan verdächtigt wird, sie getötet zu haben. Veronica fliegt von der Ostküste zurück nach Neptune, Kalifornien. Eigentlich will sie Logan nur bei der Suche nach einem Anwalt helfen, aber dann beginnt sie doch mit der Mörderjagd.

Außerdem steht das zehnjährige Klassentreffen an, bei dem sie unter keinen Umständen dabei sein will.

Aber auch ohne das Klassentreffen (bei dem sie – das ist jetzt nicht wirklich überraschend – teilnimmt) ist der Spielfilm „Veronica Mars“ vor allem eine Begegnung mit alten Bekannten, die man mehrere Jahre nicht gesehen hat, und die man jetzt, wenn man wieder seinen Heimatort besucht, wieder trifft, sich mit ihnen über die Vergangenheit und die Gegenwart, in der die damaligen Träume an der Gegenwart gemessen werden, unterhält und bemerkt, was sich in den vergangenen Jahren veränderte. In der „Red Harvest“-Kommune Neptune veränderte sich wenig und die Seriennostalgie wird auch dadurch befördert, dass viele alte Serienbekannte wieder dabei sind.

Diese Reunion ist dann schon fast wichtiger als der vernachlässigbare Fall – und knüpft nahtlos an die „Veronica Mars“-TV-Serie an, die ja auch immer ein selbstironischer und stilbewusster Clash zwischen Teenager-Drama und Hardboiled-Privatdetektivkrimi (inclusive dem Voice-Over) ist und die Fälle (jedenfalls in den mir bekannten Episoden) eher mau sind.

Auch optisch bewegt sich „Veronica Mars“ immer auf dem gewohnten TV-Standard, der auf der Kinoleinwand doch etwas deplatziert wirkt.

So ist der Spielfilm nur eine überlange Auftaktepisode für eine neue „Veronica Mars“-TV-Serie, die auch als Einzelfilm, als Nachklapp zur Serie, eigentlich ins Fernsehen gehört, aber wegen der Vorgeschichte im Kino läuft.

Veronica Mars“ ist von der ersten bis zur letzten Minute Fanservice, der kaum geeignet ist, neue Fans zu gewinnen.

Die Zukunft: In jedem Fall erscheint am 25. März der Roman „The Thousand Dollar Tan Line“ von Rob Thomas und Jennifer Graham. Es ist er erste „Veronica Mars“-Roman einer geplanten Serie und er spielt nach dem Ende des Films. Eine deutsche Übersetzung ist noch nicht angekündigt.

Veronica Mars - Plakat 4

Veronica Mars (Veronica Mars, USA 2014)

Regie: Rob Thomas

Drehbuch: Rob Thomas, Diane Ruggiero (nach einer Geschichte von Rob Thomas)

mit Kristen Bell, Jason Dohring, Krysten Ritter, Ryan Hansen, Francis Capra, Percy Daggs III, Chris Lowell, Tina Majorino, Enrico Colantoni, Sam Huntington, Jerry O’Connell, Jamie Lee Curtis, James Franco

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Veronica Mars“

Moviepilot über „Veronica Mars“

Metacritic über „Veronica Mars“

Rotten Tomatoes über „Veronica Mars“

Wikipedia über „Veronica Mars“ 

Thrilling Detective über Veronica Mars


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