TV-Tipp für den 10. Juli: Händler der vier Jahreszeiten

Juli 9, 2016

ZDFkultur, 20.15

Händler der vier Jahreszeiten (Deutschland 1972, Regie: Rainer Werner Fassbinder)

Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder

München, fünfziger Jahre: der Obsthändler Hans Epp versucht, nachdem er schon in anderen Berufen scheiterte, über die Runden zu kommen, während er von seiner Frau und seiner Mutter drangsaliert wird.

Ein früher Fassbinder-Klassiker und die erste Auseinandersetzung des Jungen Deutschen Films mit den fünfziger Jahren.

mit Hans Hirschmüller, Irm Hermann, Hanna Schygulla, Kurt Raab, Gusti Kreissl, Klaus Löwitsch, Ingrid Caven, Peter Chatel, Walter Sedlmayer, Hark Bohm

Wiederholung: Montag, 11. Juli, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Filmportal über „Händler der vier Jahreszeiten“

Wikipedia über „Händler der vier Jahreszeiten“ (deutsch, englisch) und Rainer Werner Fassbinder

Homepage der Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation

Meine Besprechung von Annekatrin Hendels Doku „Fassbinder“ (Deutschland 2015)

Rainer Werner Fassbinder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. Juli: Bildnis einer Trinkerin

Juli 8, 2014

ZDFkultur, 20.15
Bildnis einer Trinkerin (Deutschland 1979, Regie: Ulrike Ottinger)
Drehbuch: Ulrike Ottinger
Experimenteller Spielfilm von Ulrike Ottinger (auch Kamera), aus feministischer Perspektive, über eine wohlhabende Trinkerin, die sich in Westberlin zu Tode trinken will. Dort trifft sie auf eine arme Trinkerin und beide Frauen ziehen gemeinsam durch die Stadt.
„Grell werden in diesem Melodrama die Stationen zweier Trinkerinnen aneinandergereiht.“ (Fischer Film Almanach 1980)
Die Musik ist von Peer Raben.
Beginn eines Ulrike-Ottinger-Abends. Nach dem „Bildnis einer Trinkerin“ (Wiederholung um 00.55 Uhr) folgen um 22.00 Uhr „Ulrike Ottinger – Die Nomadin vom See“ (D 2012, Wiederholung um 02.40 Uhr) und um 23.05 Uhr „Die koreanische Hochzeitstruhe“ (D/Rok 2009, Wiederholung um 03.45 Uhr).
Mit Tabea Blumenschein, Lutze, Magdalena Montezuma, Orpha Termin, Monika von Cube, Paul Glauer, Nina Hagen, Kurt Raab, Volker Spengler, Eddie Constantine
Hinweise
Homepage von Ulrike Ottinger
Filmportal über „Bildnis einer Trinkerin“
Wikipedia über „Bildnis einer Trinkerin“ und Ulrike Ottinger


TV-Tipp für den 24. Oktober: Das Gespenst

Oktober 24, 2013

 

Arte, 01.05

Das Gespenst (Deutschland 1982, R.: Herbert Achternbusch)

Drehbuch: Herbert Achternbusch

TV-Premiere eines Films, der damals einen ziemlichen Skandal auslöste und, im Rückblick, mit dem Tod von Rainer Werner Fassbinder das Ende des Jungen Deutschen Films bedeutete. Herbert Achternbusch erzählt gewohnt brachial-grotesk eine ziemlich blasphemische Geschichte über einen Jesus, der durch das damalige Bayern wandelt – und er fragt auch danach, was in der heutigen Gesellschaft der christliche Glaube bedeutet und wie sehr er in der Amtskirche aufgehoben ist.

hinter dem Film [wird] als ganzem eine Verzweiflung deutlich, die ernst zu nehmen ist, die fragt, wie weit die Kirche (…) zum gegenwärtigen furchterregenden Zustand der Welt beigetragen hat. Jeder angemaßten Ordnung, auch der kirchlichen, hält Achternbusch das wilde Denken des Surrealismus, in dessen Tradition er steht, und die tatsächlichen Bedürfnisse des Menschen, z. B. nach Liebe, entgegen.“ (Fischer Film Almanach 1984)

Und damit ist „Das Gespenst“ heute noch wichtiger als vor dreißig Jahren.

Zum Skandal wurde der Film, weil Innenminister Friedrich Zimmermann (CSU), der sich in seinem religiösen Gefühl beleidigt fühlte, Achternbusch damals die letzte Rate der zugesagten Fördergelder verweigerte und damit eine Diskussion über die Freiheit der Kunst auslöste.

Der Filmverleiher wurde wegen der Beleidigung eines Religionsbekenntnisses angeklagt. Das Verfahren wurde eingestellt. Kinobesitzer, vor allem in Süddeutschland und auf dem Land, die den Film zeigen wollten, wurden bedroht.

Die Jury der Evangelischen Filmarbeit nominierte „Das Gespenst“ zum Film des Monats.

Achternbusch erhielt das Geld neun Jahre später.

Ach ja: damals war der Film „frei ab 18 Jahre“ (in zweiter Instanz) und gehörte mit über 140.000 Besuchern zu den bestbesuchten Deutschen Filmen des Kinojahres. Für die DVD-Veröffentlichung wurde „Das Gespenst“ neu geprüft und jetzt ist er „frei ab 12 Jahre“. Wie sich die Zeiten ändern…

mit Herbert Achternbusch, Annamirl Bierbichler, Kurt Raab, Dietmar Schneider

Hinweise

Arte über „Das Gespenst“ (dort auch einige Tage in der Mediathek ansehbar)

Wikipedia über „Das Gespenst“ (deutsch, englisch)

epd Film: Stefan Höltgen über Herbert Achternbusch


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