TV-Tipp für den 25. August: Jacques – Entdecker der Ozeane

August 24, 2019

3sat, 20.15

Jacques – Entdecker der Ozeane (L’Odyssée, Frankreich/Belgien 2016)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle, Laurent Turner

LV: Jean-Michel Cousteau, Albert Falco: Capitaine De La Calypso, 1990

TV-Premiere des sehenswerten, wohlwollenden Biopics über den begeisterten Taucher, Erfinder und Visionär Jacques-Yves Cousteau (1910 – 1997), der in zahllosen Tauchgängen das Leben in den Ozeanen filmisch festhielt und einem weltweiten Publikum präsentierte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Lambert Wilson, Pierre Niney, Audrey Tautou, Laurent Lucas, Benjamin Lavernhe, Vincent Heneine, Thibault de Montalembert, Roger Van Hool, Chloe Hirschman, Adam Neill

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

AlloCiné über „Jacques“

Moviepilot über „Jacques“

Rotten Tomatoes über „Jacques“

Wikipedia über „Jacques“ (englisch, französisch) und Jacques Costeau

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch – Tödliches Erbe“ (Largo Winch, Frankreich 2008)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch II – Die Burma-Verschwörung“ (Largo Winch II, Frankreich/Belgien/Deutschland 2011)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Zulu“ (Zulu, Frankreich/Südafrika 2013) und der DVD

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Jacques – Entdecker der Ozeane“ (L’Odyssée, Frankreich/Belgien 2016)

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Neu im Kino/Filmkritik: Das schöne Biopic „Jacques – Entdecker der Ozeane“ über Jacques-Yves Cousteau

Dezember 9, 2016

In seinem neuen Film „Jacques – Entdecker der Ozeane“ erzählt Jérôme Salle („Zulu“, die beiden Largo-Winch-Filme) die Lebensgeschichte von Jacques-Yves Costeau (1910 – 1997). Nach dem Unglückstod seines Sohnes Philippe (Pierre Niney) 1979 springt der Film zurück in die Vergangenheit. 1949 verbringt Jacques-Yves Costeau (Lambert Wilson), damals noch Mitglied der französischen Kriegsmarine, mit seiner Frau Simone (Audrey Tautou), ihren beiden Kindern Jean-Michel und Philippe und vielen Freunden glückliche Tage am Mittelmeer, das er in langen Tauchgängen erforscht.

Das Meer und das Tauchen sind seine Leidenschaften. Er will es erforschen und das Gesehene auf Film festhalten. Mit dem ausgemusterten Minensuchboot „Calypso“, das er mit seiner Familie und Männern, die in den nächsten Jahrzehnten zu engen Weggefährten wurden, herrichtete. Zunächst kommt das Geld aus der Erbschaft seiner Frau. Später von Sponsoren, einer Ölgesellschaft und seinen Filmen. Die Kinder werden auf’s Internat geschickt und später mehr oder weniger Teil des Costeauschen Familienunternehmens. Das ist immer von visionären Ideen und Projekten (die heute teils idiotisch sind) und Geldnot bestimmt. Und Costeau beginnt sich, mit Philippe, der zunächst eigene Wege beschreitet, für den Schutz der Umwelt zu engagieren.

Das erzählt Salle, der sein Biopic in Argentinien, Kroatien, Südafrika, auf den Bahamas und der Antarktis drehte, bildgewaltig über und unter Wasser, immer unterhaltsam und mit spürbarer Sympathie für Jacques Costeau und Philippe Costeau, dessen Sturm- und Drangjahren mit viel Sechziger-Jahre-Optik viel Zeit gewidmet wird. Deren Beziehung steht im Mittelpunkt des Jahrzehnte umspannenden Biopics, der alles erstaunlich konfliktfrei und oberflächlich schildert. Die dunklen und problematischen Seiten von Costeau werden zwar nicht verschwiegen, aber auch nicht weiter thematisiert. Denn die Ikone soll nicht beschädigt werden.

So ist „Jacques“ ein schöner Film, der nebenbei auch ein nostalgisch verklärter Aufruf zum Schutz der Umwelt ist.

jacques-plakat

Jacques – Entdecker der Ozeane (L’Odyssée, Frankreich/Belgien 2016)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle, Laurent Turner

LV: Jean-Michel Cousteau, Albert Falco: Capitaine De La Calypso, 1990

mit Lambert Wilson, Pierre Niney, Audrey Tautou, Laurent Lucas, Benjamin Lavernhe, Vincent Heneine, Thibault de Montalembert, Roger Van Hool, Chloe Hirschman, Adam Neill

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Französische Homepage zum Film

AlloCiné über „Jacques“

Moviepilot über „Jacques“

Rotten Tomatoes über „Jacques“

Wikipedia über „Jacques“ (englisch, französisch) und Jacques Costeau

Meine Besprechung von „Largo Winch – Tödliches Erbe“ (Largo Winch, Frankreich 2008)

Meine Besprechung von „Largo Winch II – Die Burma-Verschwörung“ (Largo Winch II, Frankreich/Belgien/Deutschland 2011)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Zulu“ (Zulu, Frankreich/Südafrika 2013) und der DVD


DVD-Kritik: „Alleluia“, ein Killerpärchen auf Mördertour

November 16, 2015

Als sie auf ihre Mordtour gingen, ahnten Raymond Fernandez und Martha Beck nicht, wie groß die popkulturellen Nachwirkungen ihrer Taten bis in die Gegenwart sind. Die dicke, eifersüchtige Krankenschwester Martha Beck verliebte sich 1947 in den Heiratsschwindler Ray Fernandez und die beiden, wahrlich ein Pärchen aus der Hölle, taten sich zusammen. Er verführte alleinstehende Frauen, die sie über Zeitungsannoncen für einsame Herzen fanden. Deshalb wurden sie auch „Lonely Hearts Killer“ genannt. Dann ermordeten sie ihre Opfer. Insgesamt wurden ihnen siebzehn Morde vorgeworfen.
1949 wurden sie zum Tode verurteilt und am 8. März 1951 wurde die Todesstrafe vollzogen.
1970 inszenierte Leonard Kastle den Semi-Klassiker „Honeymoon Killers“ über die „Lonely Hearts Killer“. Ein Film, der ungefähr so angenehm wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung ist.
Jetzt ist diese Geschichte die Inspiration für Fabrice Du Welz‘ „Alleluia“, der in einem ortlosen und trostlosen Belgien spielt. Gloria trifft sich mit Michel und aus dem One-Night-Stand wird eine mehr als schräge Liebe. Sie lässt ihre Tochter zurück und gemeinsam machen sie sich als Geschwisterpaar auf die Suche nach Frauen, die in Michel die Liebe ihres Lebens erblicken. Dummerweise ist Gloria so rasend eifersüchtig, dass sie Marguerite schon in der ersten Nacht umbringt. Dabei wollten sie ihr erstes Opfer zuerst finanziell ausnehmen wollten.
Beim zweiten Mal soll die Sache besser laufen. Gloria soll ihr Temperament zügeln.
„Alleluia“ ist kein angenehmer Film. Gloria und Michel sind Menschen, mit denen man nicht länger als nötig zusammen sein will. Fabrice Du Welz inszeniert ihre Geschichte in vier Akten, die alle nach Frauen benannt sind, die Michel verführt. Dabei verfolgt Du Welz, scheinbar teilnahmslos und in extrem kunstlosen Bildern, die Geschichte des gänzlich moralbefreiten Killerpaares. Die Bilder sind die Antithese zu den gelackten Bildern aus Du Welz‘ ebenso stromlinienförmigen, wie langweiligen Polizeithriller „Colt 45“, den er unmittelbar danach inszenierte.
Verglichen mit „Colt 45“, der ebenfalls vor wenigen Tagen ebenfalls auf DVD erschien, ist „Alleluia“ der bessere, der kompromisslosere und auch unangenehmere Film, der wahrscheinlich genau deshalb nur von einem überschaubaren Publikum gesehen wird.

Alleluia - DVD-Cover

Alleluia – Ein mörderisches Paar (Alléluia, Belgien/Frankreich 2014)
Regie: Fabrice Du Welz
Drehbuch: Fabrice Du Welz, Romain Protat, Vincent Tavier
mit Lola Dueñas, Laurent Lucas, Héléna Noguerra, Édith Le Merdy, Anne-Marie Loop, Pili Groyne, Stéphane Bissot, Sorenza Mollica

DVD
Pierrot le Fou
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Französisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial (angekündigt): Trailer, Making of, Kurzfilm, Deleted Scenes, Wendecover
Länge: 89 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren

Hinweise
Französische Homepage zum Film
Rotten Tomatoes über „Alleluia“
Wikipedia über „Alleluia“ (englisch, französisch)
Meine Besprechung von Fabrice Du Welz‘ „Colt 45“ (Colt 45, Frankreich/Belgien 2014)


TV-Tipp für den 6. Dezember: Kein Mord bleibt ungesühnt

Dezember 6, 2013

ZDFneo, 23.50

Kein Mord bleibt ungesühnt (F 2006, R.: Franck Mancuso)

Drehbuch: Franck Mancuso

LV: Lawrence Block: Like a bone in the throat (Kurzgeschichte, abgedruckt in “Enough Rope”)

Ein Sexualstraftäter ermordet die neunjährige Tochter des Polizisten Malinowski. Der kurz darauf als Täter verurteilte Eckman beteuert in Briefen gegenüber Malinowski seine Unschuld. Als Malinowski deshalb auf eigene Faust mit Ermittlungen beginnt, beginnt er immer mehr an Eckmans Unschuld zu glauben.

Regiedebütant Mancuso schrieb vorher unter anderem das Drehbuch für den Noir-Polizeithriller „36 – Tödliche Rivalen“. „Kein Mord bleibt ungesühnt“ erhielt ebenfalls gute Kritiken und (erlebte) ebenfalls seine Deutschlandpremiere auf DVD. Das scheint inzwischen bei französischen Kriminalfilmen so üblich zu sein.

Denn „Kein Mord bleibt ungesühnt“ ist ein kleiner, feiner Krimi mit einem gelungenen Ende.

Mit Jean Dujardin, Laurent Lucas, Agnès Blanchot, Jean-Pierre Cassel

Auch bekannt als „Counter Investigation – Kein Mord bleibt ungesühnt“

Wiederholung: Samstag, 7. Dezember, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “A drop of the hard stuff” (2011)

Meine Besprechung der Lawrence-Block-Verfilmung “Acht Millionen Wege zu sterben” (Eight Million Ways to Die, USA 1986)

Lawrence Block in der Kriminalakte


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