Neu im Kino/Filmkritik: „The Happytime Murders“ – zerfetzte Puppen und mittendrin Cop Melissa McCarthy

Oktober 11, 2018

Los Angeles, Gegenwart, mit einem kleinen Unterschied: in diesem L. A. leben Puppen, mehr geächtet als geachtet, unter Menschen. Vor Jahren waren die Puppen in einer Familien-TV-Serie sehr beliebt. Phil Philips durfte als Polizist arbeiten. Bis es zu einem Unfall kam. Jetzt ist er ein Privatdetektiv der allseits bekannt-beliebten Hardboiled Schule irgendwo zwischen Sam Spade und Philip Marlowe. Für die Menschen sind die Puppen nur ziemlich verachteter Abschaum. Und die Puppen, nun, sagen wir es mal so: sie haben ähnliche Bedürfnisse wie die Menschen und sie benehmen sich in ihrer Welt der Drogenhöhlen, illegalen Spielclubs und Porno-Videotheken auch genauso schlecht wie die Menschen in ihrer Welt.

Als ein Killer Puppen umbringt, die alle eine Verbindung zu der aus dem TV allseits beliebten Happytime-Gang haben, müssen Phil und sein Ex-Partner Connie Edwards (Melissa McCarthy) notgedrungen zusammen arbeiten.

Das ist die Ausgangslage für eine Abfolge vulgärer Zoten, die witzig sein sollen. Es aber nicht sind. Dafür sind sie zu dumm. Die Geschichte selbst ist ein 08/15-Buddymovie, gekreuzt mit einer Noir-Parodie. Und die Idee, dass Puppen in dieser Welt leben, wurde, auch wenn es da Cartoonfiguren sind, in „Falsches Spiel um Roger Rabbit“ vor dreißig Jahren schon viel besser verwirklicht. Hier, immerhin geht es um die nicht jugendfreie Version dieser Idee, kommt noch eine Portion „Meet the Feebles“ hinzu.

Das ist so unwitzig und zäh, dass die knapp neunzig Minuten (mit Abspann, ohne Abspann müssten es unter achtzig Minuten sein) einem wie eine Ewigkeit vorkommen.

Und die eigentlich immer zuverlässige Melissa McCarthy spult hier auf Autopilot und spürbar gelangweilt ihre altbekannten Sprüche ab.

Als eine halbstündige Episode „Muppets Show“-Episode könnte die Idee von „The Happytime Murders“ funktionieren. Als Spielfilm nicht.

The Happytime Murders“-Regisseur Brian Henson ist der Sohn von „Muppets Show“-Erfinder Jim Henson. Mit seinen Geschwistern führt er seit Jahren den Familienbetrieb fort. Unter anderem bei „Muppets – Die Schatzinsel“ und „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ übernahm er die Regie.

The Happytime Murders – Kein Sesam, nur Straße (The Happytime Murders, USA 2018)

Regie: Brian Henson

Drehbuch: Todd Berger (nach einer Geschichte von Todd Berger und Dee Austin Robertson)

mit Melissa McCarthy, Elizabeth Banks, Maya Rudolph, Joel McHale, Leslie David Baker, Bill Baretta, Ben Falcone (Cameo)

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Happytime Murders“

Metacritic über „The Happytime Murders“

Rotten Tomatoes über „The Happytime Murders“

Wikipedia über „The Happytime Murders“

 

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