TV-Tipp für den 16. November: Planet der Vampire

November 16, 2017

Arte, 00.35

Planet der Vampire (Terrore nello spazio/Terror en el Espacio, Italien/Spanien 1965)

Regie: Mario Bava

Drehbuch: Callisto Cosulich, Antonio Roman, Alberto Bevilacqua, Mario Bava, Rafael J. Salvia

Nachdem die Galliot spurlos verschwindet, wird die Argos von einer unbekannten Kraft zu einer Landung auf dem nebelverhangenen Planeten Aura gezwungen. Kurz nach der Landung beginnen die Raumfahrer sich seltsam zu verhalten. Was auch an den körperlosen Bewohnern von Aura liegt, die sich den Körpern der Menschen bemächtigen.

ein Schundklassiker par excellence“ (Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films)

ein Film, der Spaß macht, ungeachtet aller technischen Abstrusitäten und Ungereimtheiten in der Logik.“ (Filmkritik)

Planet der Vampire“ weist zahlreiche Parallelen zu „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ auf. Aber „Alien“-Regisseur Ridley Scott meinte, er habe „Planet der Vampire“ nie gesehen.

mit Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda, Evi Morandi, Fernando Villena

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Planet der Vampire“

Wikipedia über „Planet der Vampire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mario Bavas „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (La Maschera del Demonio, Italien 1960)

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TV-Tipp für den 9. November: Die toten Augen des Dr. Dracula

November 9, 2017

Arte, 23.25

Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura, Italien 1966)

Regie: Mario Bava

Drehbuch: Romano Migliorini, Roberto Natale, Mario Bava (nach einer Geschichte von Romano Migliorini und Roberto Natale)

Dr. Eswai soll in einem Dorf einige seltsame Vorfälle aufklären und gerät immer tiefer in einen Strudel des Grauens, der mit Dracula nichts zu tun hat. Den hat der deutsche Verleih erfunden, um die Kundschaft ins Kino zu locken.

Mario Bavas psychedelischer Horrorfilm gilt inzwischen als Klassiker. Dieses Schicksal wurde ihm schon in einer zeitgenössischen Kritik prognostiziert: „Ein Alptraum-Film, der früher oder später seinen Platz in der Horrorgeschichte haben wird.“ (Film)

mit Giacomo Rossi Stuart, Erika Blanc, Fabienne Dali, Piero Lulli, Max Lawrence

Wiederholung: Freitag, 17. November, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Die toten Augen des Dr. Dracula“

Rotten Tomatoes über „Die toten Augen des Dr. Dracula“

TCM über „Die toten Augen des Dr. Dracula“

Wikipedia über „Die toten Augen des Dr. Dracula“

Meine Besprechung von Mario Bavas „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (La Maschera del Demonio, Italien 1960)


DVD-Kritik: Über Mario Bavas „Die Stunde, wenn Dracula kommt“

August 16, 2016

Moldawien, frühes siebzehntes Jahrhundert: Prinzessin Asa Vajda und ihr Liebhaber werden von ihrem Bruder auf einem Scheiterhaufen verbrannt, weil sie eine Hexe und er ein Vampir, vielleicht sogar Dracula höchstselbst, sein sollen.

Zweihundert Jahre später entdecken Professor Krubajan und sein Assistent Gorobec während ihrer Fahrt zu einem Ärztekongress das Grab von Asa und durch eine Verkettung unglücklicher Umstände erwecken sie sie zum Leben. Sie und ihr damaliger, ebenfalls von den Toten zurückkehrender Liebhaber Javutich wollen sich jetzt an Asas Nachfahren rächen.

Dracula, um gleich ein Missverständnis auszuräumen, das es nur in der deutschen Fassung von Mario Bavas Regiedebüt gibt, ist der aus kommerziellen Erwägungen gewählte Quasi-Name von Javutich – und, zugegeben, der Titel „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ klingt verdammt gut. Auch wenn „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ auf der Geschichte „Wij“ von Nikolai Gogol basiert. Aber auch mit dieser Geschichte hat der Film wenig zu tun. Bava, ein Fan der Geschichte, übernahm nur einige Elemente aus ihr.

Letztendlich ist das egal, weil „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ der surrealen Logik eines Alptraums folgt, rudimentär aufgehängt an der bekannten und unzählige Male wiederholten Vampirgeschichte, in der ein Vampir wieder auftaucht, Menschen aussaugt, andere Menschen ihn besiegen wollen und es eine bedrohte Jungfrau gibt.

Dazu fand Bava Bilder, die sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben, wie die Metallmaske, die auf Asas Gesicht gedrückt wird, und der ganze Film hat eine auch heute noch verstörende Atmosphäre von Sex, Sadismus, Gewalt, Angst und Wahnsinn. In einer sich an den schon damals klassischen Hollywood-Horrorfilmen aus den dreißiger und vierziger Jahren orientierenden, allerdings viel opulenteren Ausstattung mit sumpfiger Landschaft zwischen Friedhöfen und alten Gemäuern, klaustrophobisch engen Wegen durch dorniges Gebüsch und kafkaesken, teils verfallenen Gebäuden und Gemächern voller Spinnennetzen und flackernden Kerzen.

Mario Bava, der vor seinem offiziellem Regiedebüt „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ bereits bei Dutzenden Filmen Kameramann war und auch ohne Namensnennung einige Filme zumindest teilweise inszenierte, inszenierte die Horrorgeschichte mit einem deutlichen Blick auf effektive und auch effektheischerische Bilder hin. Dass Javutich und Asa, die langsam von den Toten erwacht, immer wieder aus dem Nichts auftauchen und im Nichts verschwinden, trägt zu dieser alptraumhaften Stimmung bei. Außerdem hat Barbara Steele eine Doppelrolle: sie ist Asa und Katia, die schöne Schlossherrin, in die sich Gorobec bei ihrem ersten, bedrohlich abgehobenem Auftreten, sofort verliebt. Sie ist auch die Jungfrau, die Asa töten will.

1960, als der Film in die italienischen Kinos kam, muss das, neben klinisch reinen Doris-Day- und Heinz-Erhardt-Filmen ein Schock gewesen sein. Alfred Hitchcocks grenzüberschreitender und stilbildender (Horror-)Thriller „Psycho“ (der allerdings auf einer anderen Ebene für Entsetzen sorgte) lief fast gleichzeitig in unseren Kinos an. Denn in Deutschland lief Bavas Film bereits 1961 in einer minimal gekürzten Fassung in den Kinos. In die englischen Kinos kam Bavas Film 1968 in einer stark gekürzten Fassung. Erst 1992 erschien dort eine ungekürzte Fassung.

Und heute?

Über seinen Einfluss gibt es kaum Diskussionen. So orientierte Francis Ford Coppola sich 1992 beim Set-Design von seinem Dracula-Film mehrmals an Bavas Sets. Tim Burton nannte ihn 1998 seinen Lieblingshorrorfilm und in „Sleepy Hollow“ (1999) spielte er auf ihn an. Und in zahlreichen Listen taucht er auf. Beispielsweise in Frank Schnelle/Andreas Thiemans Meta-Liste „Die 50 besten Horrorfilme“ (2010), für die sie fünfzig Bestenlisten und Umfragen der letzten Jahre auswerteten.

Ronald M. Hahn und Volker Jansen vertreten, um auch einige der wenigen negativen Stimmen zu nennen, im „Lexikon des Horrorfilms“ (1985/1989) die Minderheitenmeinung: „hanebüchene Streifen…ein geistloser alter Stinkkäse…Ein völlig überbewerteter Grusler, der den Horror aus abscheulich zugerichteten Gesichtern statt aus unterschwelligem Nervenkitzel bezieht.“

Hanebüchen ist, wenn man versucht die Filmgeschichte nachzuerzählen, „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ unbestritten, aber als atmosphärischer Gruselfilm ist er heute noch enorm effektiv, kurzweilig, unterhaltsam, vergnüglich und sexy.

Koch Media veröffentlichte den Horrorfilmklassiker jetzt als Beginn ihrer „Mario Bava Collection“ erstmals auf Blu-ray in einer Blu-ray/DVD-Sammleredition mit umfangreichem Bonusmaterial, unter anderem einem hörenswerten, nicht untertitelten Audiokommentar von Filmhistoriker Tim Lucas, Interviews mit Barbara Steele und Lamberto Bava, einer geschnittenen Szene, einer umfangreichen Bildergalerie und einer alternativen Schnittfassung. Das Bonusmaterial müsste identisch mit der früheren, nicht mehr erhältlichen DVD-Ausgabe von e-m-s sein.

Die Stunde wenn Dracula kommt - DVD-Cover

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La Maschera del Demonio, Italien 1960)

Regie: Mario Bava

Drehbuch: Ennio de Concini, Mario Serandrei

LV: Nikolai Gogol: Вий, 1835 (erschienen in „Миргород“) (Wij, Kurzgeschichte)

mit Barbara Steele, John Richardson, Andrea Checchi, Ivo Garrani, Arturo Dominici, Enrico Olivieri, Antonio Pierfederici

DVD/Blu-ray

Koch Media (Mario Bava Collection #1 – Collectors Edition)

Bild: 1,66:1 (16:9)

Ton Deutsch, Englisch, Italienisch (Dolby Digital [DVD], DTS-HD Master Audio 2.0 [Blu-ray])

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (angekündigt): Trailer, Audiokommentar, Interviews mit Barbara Steele und Lamberto Bava, Alternative Filmfassung, Geschnittene Szene, Bildergalerie

Länge: 84 Minuten (DVD), 87 Minuten (Blu-ray)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Stunde, wenn Dracula kommt“

TCM über „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (Übersichtsseite) und Lang Thompson über den Film

Wikipedia über „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (deutsch, englisch)

Nikolai Gogols Geschichte „Wij“ (englische Fassung)

Das ist eines der bekannten Filmbilder

Barbara Steele in "Die Stunde, wenn Dracula kommt" (Foto: Koch Media)

Barbara Steele in „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ (Foto: Koch Media)


TV-Tipp für den 16. Oktober: Nebraska Jim

Oktober 16, 2015

Servus TV, 22.25
Nebraska Jim (Spanien/Italien 1965, Regie: Anthony Roman, Mario Bava [ungenannt])
Drehbuch: Jesus Navarro, Anthony Roman
Im Wilden Westen räumt ein Revolvermann für einen Rancher unter einer Verbrecherbande, die ehrliche Leute umbringt, auf.
Selten gezeigter Italo-Western. Horrorfilmer Mario Bava („Die Stunde, wenn Dracula kommt“) wird zwar nicht als Regisseur genannt, aber er drehte fast den ganzen Film.
„Durchschnittlicher Italowestern.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Ken Clark, Yvnne Bastien, Peter Carter, Red Ross
Wiederholung: Samstag, 17. Oktober, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Wikipedia über „Nebraska Jim“

MannbeisstFilm über „Nebraska Jim“

Nightmare Horrormovies über „Nebraska Jim“

Splash Movies über „Nebraska Jim“


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