TV-Tipp für den 1. Dezember: Manhattan

Dezember 1, 2015

3sat, 22.15
Manhattan (USA 1979, Regie: Woody Allen)
Drehbuch: Woody Allen, Marshall Brickman
Während TV-Autor Isaac Davis sich noch mit seiner lesbischen Ex (die ihre gescheiterte Ehe vermarktet) kabbelt, hat er bereits eine neue Freundin und schon ein Auge auf seine Zukünftige geworfen. Und er will ein Buch schreiben.
Einer von Woody Allens schönsten Filmen. In SW und damit stilbildend für unser Bild von, nun, Manhattan als Sehnsuchtsort.
Um 20.15 Uhr und um 00.45 Uhr zeigt 3sat „Midnight in Paris“. Das Erste zeigt um 00.20 Uhr „Ich sehe den Mann deiner Träume“ und um 01.55 Uhr „Whatever works – Liebe sich wer kann“.
mit Woody Allen, Diane Keaton, Michael Murphy, Mariel Hemingway, Meryl Streep, Anne Byrne, Karen Ludwig, Michael O’Donoghue, David Rasche
Wiederholung: Mittwoch, 2. Dezember, 02.15 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Manhattan“
Wikipedia über „Manhattan“ (deutsch, englisch)

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “Blue Jasmine” (Blue Jasmine, USA 2013)

Meine Besprechung von Woody Allens “Magic in the Moonlight” (Magic in the Moonlight, USA 2014)

Meine Besprechung von John Turturros “Plötzlich Gigolo” (Fading Gigolo, USA 2013 – mit Woody Allen)

Meine Besprechung von Woody Allens “Irrational Man” (Irrational Man, USA 2015)

Woody Allen in der Kriminalakte  

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TV-Tipp für den 30. November: Der Stadtneurotiker

November 30, 2015

Arte, 20.15

Der Stadtneurotiker (USA 1977, Regie: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen, Marshall Brickman

Der vierzigjährige, neurotische Komiker Alvy Singer erzählt von seinem Leben und seiner Beziehung zu Annie Hall.

Woody Allens bekanntester Film. Hier ist für uns Zuschauer kein Unterschied zwischen Woody Allen und dem von ihm erfundenen Alvy Singer zu spüren – und dabei ist letztendlich doch alles erfunden. Jedenfalls irgendwie.

„Annie Hall“ erhielt die Oscars für den besten Film, Regie, Drehbuch und Hauptdarstellerin (Diane Keaton) und zahlreiche weitere Preise.

Danach, um 21.45 Uhr, läuft „Woody Allen: A Documentary“ (sehenswert!) und in den kommenden Tagen zeigen alle Sender Woody-Allen-Filme, weil Woody Allen am Dienstag einen runden Geburtstag hat, den er wahrscheinlich mit Dreharbeiten für seinen nächsten Film verbringt.

Mit Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts, Carol Kane, Paul Simon, Janet Margolin, Shelley Duvall, Christopher Walken, Marshall McLuhan (als er selbst), Jeff Goldblum (Partygast), Walter Bernstein (Annies Date vor dem Theater), Sigourney Weaver (Alvys Date vor dem Theater), Truman Capote (Capote Look-Alike)

Wiederholung: Dienstag, 1. Dezember, 13.55 Uhr (VPS 13.45)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Stadtneurotiker“

Wikipedia über „Der Stadtneurotiker“ (deutsch, englisch)

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “Blue Jasmine” (Blue Jasmine, USA 2013)

Meine Besprechung von Woody Allens “Magic in the Moonlight” (Magic in the Moonlight, USA 2014)

Meine Besprechung von John Turturros “Plötzlich Gigolo” (Fading Gigolo, USA 2013 – mit Woody Allen)

Meine Besprechung von Woody Allens „Irrational Man“ (Irrational Man, USA 2015)

Woody Allen in der Kriminalakte  


Neu im Kino/Filmkritik: Sie waren „Jersey Boys“, Kleingangster und Musiker

Juli 31, 2014

Nachdem 2013 der jährliche Clint-Eastwood-Film ausfiel, ist er jetzt mit „Jersey Boys“ zurück und er inszenierte sein erstes Musical. Wer jetzt großartige Tanzszenen und Schauspieler, die tanzend ihre Dialoge singen, erwartet, kann sich das Geld für ein Ticket sparen. Denn „Jersey Boys“ erzählt sehr unfilmisch und bieder die Geschichte der Pop-Gruppe „Four Seasons“, deren größte Hits aus den frühen sechziger Jahren stammen. Die Schauspieler, von denen viele ihre Rolle bereits auf der Bühne spielten, singen die Hits dann ganz brav auf der Bühne stehend.

Damit ist „Jersey Boys“ die Leinwand-Version eines Musicals, die sich sehr unglücklich zwischen die Stühle setzt und alle Probleme hat, die die meisten Biopics haben. Denn es wird die gesamte Geschichte der Band erzählt, weshalb der Film über zwei Stunden dauert und zunehmend langweilt.

Die Geschichte beginnt 1951 in Belleville, New Jersey, erzählt vom Aufstieg, den großen Erfolgen, wie sich die vier Musiker teilweise zerstritten und, nach einer langen Pause, 1990 (das ist die zweite Jahreszahl, die in dem Film genannt wird), bei der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame wieder zusammen auftraten. Bei dieser langen Zeit fehlt dann auch zunehmend dramaturgische Fokus, den der Film in den ersten Minuten hat, wenn Sänger Frankie Valli (John Lloyd Young), Bandleader Tommy DeVito (Vincent Piazza) und Bassist Nick Massi (Michael Lomenda) in New Jersey aufwachsen, in kleinen Sälen vor einem alle Altergruppen umfassendem Publikum auftreten und als jugendliche Kleingangster, unter der liebevollen Obhut des lokalen Paten Gyp DeCarlo (Christopher Walken), erste Verbrechen begehen. Dazu gehören ein grotesk schiefgehender Geldschrankdiebstahl und nächtliche Einbrüche in Kirchen, um die Akustik auszuprobieren. Jugendstreiche eben. Außerdem hat DeCarlo einen Narren an Valli gefressen und fördert deshalb seine musikalischen Ambitionen.

Irgendwann nehmen Valli, DeVito und Massi den Pianisten und Songwriter Bob Gaudio (Erich Bergen) als ‚vierten Mann“ in ihre Band auf, nennen sich „The Four Seasons“ und der Weg zum Erfolg ist, mit kleinen Hindernissen, geebnet. Als sie ihren ersten Hit haben (der an einer auch nur nacherzählbaren historischen Aufarbeitung vollkommen desinteressierte Film verrät nicht, wann das war) könnte die Filmgeschichte, die bis jetzt in einem lose an „GoodFellas“ erinnerndem Stil und mit vielen direkten Kommentare der Hauptcharaktere direkt an uns Zuschauer erzählt wurde, enden. Die Jungs sind ihrem Viertel und einer Karriere als Verbrecher entkommen.

Aber es geht weiter und „Jersey Boys“ wird immer beliebiger. Denn ziemlich zusammenhanglos werden, durchaus vergnügliche Szenen, garniert mit den bekannten Hits, anekdotisch aneinandergereiht, aber die Charaktere bleiben blass und für keinen der Musiker interessieren wir uns. Auf der Bühne, wenn die Songs durch die Bandgeschichte lose zusammengehalten werden, stört das nicht weiter. In einem Film möchte man dann doch etwas mehr erfahren. Nur es kommt nichts. Auch nicht über Frankie Valli, der als bekanntestes Bandmitglied so etwas wie der Protagonist ist. Seine Freundschaft zu Tommy DeVito ist zwar wichtig, er übernimmt sogar seine enormen Geldschulden (deren Abbezahlung angesichts des Erfolgs der Gruppe seltsam lange dauert), aber in der zweiten Filmhälfte wird sie zunehmend nebensächlicher. Seine Frau, die er noch vor dem Beginn seiner Musikerkarriere heiratete, verschwindet über weite Teile des Films, wird zur Alkoholikerin (was wir an den immer gut gefüllten Gläsern in ihrer Hand erkennen), die Kinder werden im Sauseschritt größer, weshalb wir auch wissen, dass die Zeit vergeht. Denn am Make-Up der Schauspieler sind die Jahrzehnte kaum zu erkennen. Auch nicht an der Ausstattung. Der gesamte Film spielt in einem zeitlosen Paralleluniversum, in dem es nur den Leadsänger Frankie Valli und die „Four Seasons“ gibt.

Allerdings sind die „Four Seasons“ eine Pop-Gruppe mit überschaubaren musikalischen Errungenschaften und einem vernachlässigbarem Einfluss auf spätere Musiker und Bands. Eigentlich war ihre Karriere, trotz späterer Hits, mit dem Auftauchen der Beatles vorbei. Sie waren auch nicht, wie die Doors, die ja auch in einem Spielfilm verewigt wurden, für die Jugendkultur wichtig.

Gerade weil Clint Eastwood in seinen früheren Filmen immer ein gutes Ohr für die Musik hatte, die er teilweise selbst komponierte, er mit dem grandiosen Charlie-Parker-Biopic „Bird“ einen Musikfilmklassiker und mit „Honkytonk Man“ ein unterschätzes Drama über einen Country-Musiker während der Depression inszenierte und er sich in seinem einzigen Dokumentarfilm „Piano Blues“ mit dem Blues beschäftigte, ist die Musical-Verfilmung „Jersey Boys“ so enttäuschend. Da helfen auch die live gesungenen Hits nicht.

Clint Eastwoods nächster Film als Regisseur, „American Sniper“ über einen Navy-Seal-Scharfschützen mit Bradley Cooper in der Hauptrolle, ist schon in der Postproduktion.

Jersey Boys - Plakat

 

Jersey Boys (Jersey Boys, USA 2014)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Marshall Brickman, Rick Elice (nach ihrem Musical)

mit John Lloyd Young, Erich Bergen, Michael Lomenda, Vincent Piazza, Christoper Walken, Mike Doyle, Renée Marino, Erica Piccininni

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Jersey Boys“

Moviepilot über „Jersey Boys“

Metacritic über „Jersey Boys“

Rotten Tomatoes über „Jersey Boys“

Wikipedia über „Jersey Boys“ (deutsch, englisch)

All Music über die Four Seasons

History vs. Hollywood über „Jersey Boys“

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


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