TV-Tipp für den 18. März: Gorky Park

März 18, 2016

3sat, 22.35

Gorky Park (USA 1983, Regie: Michael Apted)

Drehbuch: Dennis Potter

LV: Martin Cruz Smith: Gorky-Park, 1981 (Gorki Park)

Im Moskauer Gorki Park werden drei verstümmelte Leichen gefunden. Inspektor Renko kommt bei seinen Ermittlungen einer Staatsaffäre auf die Spur.

Martin Cruz Smith schuf mit dem sowjetischen Ermittler Arkadi Renko eine enorm erfolgreiche Serienfigur. Für „Gorky-Park“ erhielt er den Gold Dagger.

Die Verfilmung missfiel der damaligen Filmkritik: „voller naiver Klischees, in der Charakterzeichnung oberflächlich, ohne Stimmung und Atmosphäre. Auch als Genre-Film spröde und spannungslos.“ (Lexikon des internationalen Films). Oder „Nun sind Klischees…nichts schlimmes, wenn nur alles andere stimmt: eine komplexe, nachvollziehbare Story, spannende Atmosphäre, interessante Charaktere und physische Aktion. Das alles aber hat Gorky Park in zu geringem Maße.“ (Fischer Film Almanach 1985).

Wie so oft wurde aus einem guten Buch ein mittelmäßiger Film.

Dennis Potters Drehbuch erhielt den Edgar.

Mit William Hurt, Lee Marvin, Brian Dennehy, Joanna Pacula, Ian Bannen

Hinweise

AllMovie über “Gorky Park”

Rotten Tomatoes über “Gorky Park”

Turner Classic Movies über “Gorky Park”

Wikipedia über “Gorky Park” (deutsch, englisch)

Homepage von Martin Cruz Smith

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Stalins Geist“ (Stalin’s Ghost, 2007)

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Die goldene Meile“ (Three Stations, 2010)

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Gorki Park“ (Gorky Park, 1981)

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Tatjana“ (Tatjana, 2013)

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Martin Cruz Smith, Arkadi Renko und „Tatjana“

Februar 12, 2014

Dass eine Leiche verschwindet, ist in Moskau nichts Ungewöhnliches. Dass es sich dieses Mal um die Leiche der Enthüllungsjournalistin Tatjana Petrowna handelt, die aus dem sechsten Stock stürzte, ist auch nicht besonders ungewöhnlich. So etwas passiert halt schon einmal in einer chaotischen Millionenstadt in den zahlreichen Leichenschauhäusern. Außerdem ist der Fall sowieso schon abgeschlossen. Es war Suizid. Und sowieso wollte niemand die Leiche für eine Beerdigung haben.

Aber Arkadi Renko, der unbestechliche Polizist, der seinen ersten Auftritt 1981 in „Gorki Park“ hatte und seitdem immer wieder in Konflikt mit seinen Vorgesetzten und den Machthabern geriet, ist neugierig. Auch weil in der gleichen Woche ein milliardenschwerer Verbrecher erschossen wurde. Er schnüffeln etwas herum, entdeckt mehrere Spuren nach Kaliningrad, dem Heimathafen der Baltischen Flotte, und Verbindungen zwischen der Journalistin und dem Verbrecher.

Mit „Tatjana“, dem achten Arkadi-Renko-Roman, setzt Martin Cruz Smith seine Chronologie des Wandels in der Sowjetunion fort, die sich wie ein Blick in die aktuellen Schlagzeilen liest: ein dysfunktionaler Staat, der von Oligarchen und zu Demokraten gewandelten Apparatschiks beherrscht wird, bittere Armut von vielen und obszöner Reichtum von wenigen Menschen, mit dem Leben bedrohte Journalisten, schmutzige Geschäfte zwischen Staat, Verbrechern und Militärs und eine Missachtung von Menschenleben.

Hinter diesem eindrücklichem Porträt einer korrupten Gesellschaft, in der das Recht des Stärkeren und die Macht der Korrupten herrscht, verschwindet die Krimihandlung. Denn wer auch nur einige Polit-Thriller gelesen hat, wird in „Tatjana“ das Komplott ziemlich schnell durchschauen. Aber auch in den vorherigen Renko-Romanen war die Krimihandlung nicht gerade der wirklich starke Teil der Geschichte, die man nicht mit der russischen Wirklichkeit verwechseln sollte. Auch wenn es schwer fällt. Denn „Tatjana“ ist kein Tatsachenbericht, aber so nah an der Wirklichkeit, dass man das gerne vergisst.

Ein lesenswerter Thriller, in dem wir auch Renkos aus den vorherigen Romanen bekannten Freunden wieder begegnen, ist es sowieso.

Smith - Tatjana - 2

Martin Cruz Smith: Tatjana

(übersetzt von Susanne Aeckerle)

C. Bertelsmann, 2013

320 Seiten

14,99 Euro

Originalausgabe

Tatjana

Simon and Schuster, New York, 2013

Hinweise

Homepage von Martin Cruz Smith

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Stalins Geist“ (Stalin’s Ghost, 2007)

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Die goldene Meile“ (Three Stations, 2010)

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Gorki Park“ (Gorky Park, 1981)

Und hier ein schöner Ausschnitt aus einem aktuellen Gespräch zwischen Martin Cruz Smith und Michael Connelly

Das ganze Gespräch

Das erinnert mich daran, dass der neue Connelly, wieder mit Harry Bosch, bei mir rumliegt und er auch – ungelesen – ein absoluter Lesetipp ist

Connelly - Der Widersacher - 2

Michael Connelly: Der Widersacher

(übersetzt von Sepp Leeb)

Knaur, 2014

464 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe

The Drop

Little, Brown and Company, 2011


Wieder aufgelegt, oft sogar neu übersetzt und mit Ergänzungen

Dezember 31, 2013

Die Tage sind einige Klassiker wiederaufgelegt worden, mit neuem Umschlag, teils mit Nachworten, teils neu übersetzt; wobei Neuübersetzung es nicht so genau trifft, weil auch das Original in einer überarbeiteten oder neuen (d. h. ursprünglichen) Fassung erschien.

Smith - Gorki Park - 2

Anlässlich der Veröffentlichung von Martin Cruz Smiths neuem Arkadi-Renko-Roman „Tatjana“ veröffentlichte der C.Bertelsmann-Verlag auch seinen ersten Arkadi-Renko-Roman „Gorki Park“, mit einem neuen, vierseitigem Nachwort von Tobias Gohlis wieder. In „Gorki Park“ will Chefinspektor Arkadi Renko herausfinden, wer drei Menschen im titelgebenden Gorki Park ermordete.

Der Roman, der damals ein Bestseller war, ist inzwischen ein Krimi-Klassiker, der einen Blick zurück in die Hochzeit des Kalten Krieges wirft.

Für alle, die ihn immer noch nicht gelesen haben: Lesebefehl.

Martin Cruz Smith Gorki Park

(mit einem Nachwort von Tobias Gohlis)

(übersetzt von Wulf Bergner)

C. Bertelsmann, 2013

416 Seiten

14,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Scherz Verlag, 1982

Originalausgabe

Gorky Park

Random House, 1981

Hinweise

Wikipedia über die Verfilmung “Gorky Park” (deutsch, englisch)

Homepage von Martin Cruz Smith

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Stalins Geist“ (Stalin’s Ghost, 2007

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Die goldene Meile“ (Three Stations, 2010)

Burgess - Clockwork Orange - Die Urfassung - 2

Gleich noch ein Klassiker: „Uhrwerk Orange“ von Anthony Burgess, das jetzt als „Clockwork Orange“ bei Klett-Cotta erschien.

Allerdings handelt es sich hier nicht um eine Neuauflage, sondern Ulrich Blumenbach übersetzte die Urfassung der Geschichte von Alex, dessen gesellschaftsschädlichen Triebe und gewalttätiges Verhalten ihm mit einer speziellen Therapie ausgetrieben werden sollen.

Ergänzend zum Roman gibt es umfangreiches Bonusmaterial, teils von Anthony Burgess, teils von Andrew Biswell und Ulrich Blumenbach.

Auch hier wieder: Lesebefehl.

Die Verfilmung von Stanley Kubrick kann man sich danach ansehen.

Anthony Burgess: Clockwork Orange – Die Urfassung

(übersetzt von Ulrich Blumenbach)

Klett-Cotta, 2013

352 Seiten

21,95 Euro

Originalausgabe

A Clockwork Orange – The Restored Edition

William Heinemann, 2012

Hinweise

Homepage der Anthony Burgess Foundation

Wikipedia über Anthony Burgess (deutsch, englisch)

Blatty - Der Exorzist - 2

Klassiker Nummer 3: „Der Exorzist“. Denn bevor die junge Regan (Linda Blair) im Film unchristliche Flüche ausstieß, Gegenstände bewegte, ihren Kopf verdrehte und spuckte und ein Pater einen Exorzismus durchführte, schrieb William Peter Blatty den 1971 erschienenen Bestseller „Der Exorzist“.

2011, zum vierzigjährigem Jubiläum des Romans, erschien eine von ihm überarbeitete Version des Romans, die anscheinend weitgehend in einem sprachlichen Feinschliff und einem neuen Charakter in einer neuen, alptraumhaften Szene besteht. Für Blatty ist diese Fassung die endgültige Fassung des Romans – und sie erschien jetzt auch auf Deutsch.

William Peter Blatty: Der Exorzist

(übersetzt von Barbara Först)

Bastei-Lübbe, 2013

432 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

The Exorzist

Harper Collins, 2011

Hinweise

„The Exorzist“-Fanseite

Kirjasto über William Peter Blatty

Wikipedia über William Peter Blatty (deutsch, englisch)

Thomas - Die Backup-Männer - 2Thomas - Dämmerung in Mac's Place - 2

Klassiker Nummer 4 und 5, beide, im Gegensatz zu den vorherigen Romanen, nicht verfilmt: Die letzten beiden Mc-Corkle-und-Padillo-Romane „Die Backup-Männer“ und „Dämmerung in Mac’s Place“ von Ross Thomas, die ich in einer großen Mc-Corkle-und-Padillo-Jubelarie abfeiern wollte. Wie üblich in der Ross-Thomas-Gesamtausgabe des Alexander-Verlages sind die Übersetzungen durchgesehen und bei „Die Backup-Männer“ sogar deutlich erweitert worden.

In „Die Backup-Männer“, das kurz nach den ersten beiden Mc-Corkle-und-Padillo-Geschichten „Kälter als der Kalte Krieg“ und „Gelbe Schatten“ erschien, sollen sie in den USA einen zukünftigen König eines erdölreichen Landes beschützen – und schon stapeln sich die Leichen in einem Krieg mit unklaren Fronten. Aber Mc Corkle und Padillo sind nie um einen lakonischen Spruch verlegen. Das ganze liest sich wie ein guter Siebziger-Jahre-Thriller.

Zwanzig Jahre später steht „Mac’s Place“ noch immer in Washington und wieder geraten die beiden Freunde in eine undurchsichtige Geheimdienstgeschichte. Denn CIA-Söldner Steadfast Haynes schrieb vor seinem Tod seine Memoiren „Zum Söldner berufen“ und weil er in unzählige schmutzige Aktionen involviert war, wollen viele verschiedene Parteien den brisanten Text aus teilweise durchaus verständlichen egoistischen Interessen haben.

Das wäre dann ein doppelter Lesebefehl.

Ross Thomas: Die Backup-Männer

(übersetzt von Wilm W. Elwenspoek, Heinz F. Kliem und Jochen Stremmel)

Alexander Verlag, 2012

248 Seien

14,90 Euro

Originalausgabe

The Backup Men

1971

Deutsche gekürzte Erstausgabe

Was ich nicht weiß, macht mich nicht kalt

Ullstein, 1972

Ross Thomas: Dämmerung in Mac’s Place

(übersetzt von Bernd Holzrichter)

Alexander Verlag, 2013

392 Seiten

14,90 Euro

Originalausgabe

Twilight at Mac’s Place

1990

Deutsche Erstausgabe

Letzte Runde in Mac’s Place

Ullstein, 1992

Hinweise

Wikipedia über Ross Thomas (deutsch, englisch)

Alligatorpapiere: Gerd Schäfer über Ross Thomas (Reprint “Merkur”, November 2007)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Gottes vergessene Stadt” (The Fourth Durango, 1989)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Umweg zur Hölle“ (Chinaman’s Chance, 1978)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Kälter als der Kalte Krieg“ (Der Einweg-Mensch, The Cold War Swap, 1966)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Teufels Küche“ (Missionary Stew, 1983)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Am Rand der Welt“ (Out on the Rim, 1986)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Voodoo, Ltd.“ (Voodoo, Ltd., 1992)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ “Der Yellow-Dog-Kontrakt” (Yellow Dog Contract, 1976)

Meine Besprechung von Ross Thomas‘ „Gelbe Schatten“ (Cast a Yellow Shadow, 1967)

Meine Besprechung von Ross Thomas‘ „Der achte Zwerg“ (The Eight Dwarf, 1979)

Kleine Ross-Thomas-Covergalerie in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. Mai: Gorky Park

Mai 19, 2013

3sat, 22.10

Gorky Park (USA 1983, R.: Michael Apted)

Drehbuch: Dennis Potter

LV: Martin Cruz Smith: Gorky-Park, 1981 (Gorki Park)

Im Moskauer Gorki Park werden drei verstümmelte Leichen gefunden. Inspektor Renko kommt bei seinen Ermittlungen einer Staatsaffäre auf die Spur.

Martin Cruz Smith schuf mit dem sowjetischen Ermittler Arkadi Renko eine enorm erfolgreiche Serienfigur. Für „Gorky-Park“ erhielt er den Gold Dagger.

Die Verfilmung missfiel der damaligen Filmkritik: „voller naiver Klischees, in der Charakterzeichnung oberflächlich, ohne Stimmung und Atmosphäre. Auch als Genre-Film spröde und spannungslos.“ (Lexikon des internationalen Films). Oder „Nun sind Klischees…nichts schlimmes, wenn nur alles andere stimmt: eine komplexe, nachvollziehbare Story, spannende Atmosphäre, interessante Charaktere und physische Aktion. Das alles aber hat Gorky Park in zu geringem Maße.“ (Fischer Film Almanach 1985).

Wie so oft wurde aus einem guten Buch ein mittelmäßiger Film.

Dennis Potters Drehbuch erhielt den Edgar.

Mit William Hurt, Lee Marvin, Brian Dennehy, Joanna Pacula, Ian Bannen

Hinweise

AllMovie über „Gorky Park“

Rotten Tomatoes über „Gorky Park“

Turner Classic Movies über „Gorky Park“

Wikipedia über „Gorky Park“ (deutsch, englisch)

Homepage von Martin Cruz Smith

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Stalins Geist“ (Stalin’s Ghost, 2007)


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