TV-Tipp für den 16. März: Confidence – Coup in L. A.

März 15, 2019

One, 21.45

Confidence – Coup in L. A. (Confidence, USA/Kanada/Deutschland 2003)

Regie: James Foley

Drehbuch: Doug Jung

Weil Profidieb Jake zufällig einen Mafiosi beklaut hat, bietet er ihm bei seinem nächsten Trickbetrug einen Teil der Beute an. Nur: wer kann hier wem trauen und wer betrügt wen?

Gelungener Neo-Noir-Gangsterkrimi mit einer prächtig gelaunten Starbesetzung, die sich gegenseitig übers Ohr haut.

„mehr David Mamet als Ocean’s Eleven“ (Gerald Jung, Zitty 2/2004)

mit Edward Burns, Rachel Weisz, Andy Garcia, Dustin Hoffman, Paul Giamatti, Donal Logue, Luis Guzmán, John Carroll Lynch, Morris Chestnut, Robert Forster

Wiederholung: Montag, 18. März, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Confidence“

Wikipedia über „Confidence“ (deutsch, englisch)

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TV-Tipp für den 23. September: Confidence – Coup in L. A.

September 23, 2017

One, 21.35

Confidence – Coup in L. A. (USA/Kanada/Deutschland 2003, Regie: James Foley)

Drehbuch: Doug Jung

Weil Profidieb Jake zufällig einen Mafiosi beklaut hat, bietet er ihm bei seinem nächsten Trickbetrug Teil der Beute an. Nur: wer kann hier wem trauen und wer betrügt wen?

Gelungener Neo-Noir-Gangsterkrimi.

mehr David Mamet als Ocean’s Eleven“ (Gerald Jung, Zitty 2/2004)

mit Edward Burns, Rachel Weisz, Andy Garcia, Dustin Hoffman, Paul Giamatti, Donal Logue, Luis Guzmán, John Carroll Lynch, Morris Chestnut

Wiederholung: Montag, 25. September, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Confidence“

Wikipedia über „Confidence“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Robert De Niro ist nicht im „Bus 657“

Dezember 28, 2015

Robert De Niro, die nächste. Nach der Komödie „Man lernt nie aus“, in der er immerhin eine Hauptrolle hatte und vor „Joy – Alles außer gewöhnlich“ (läuft am Donnerstag an), in der er eine Nebenrolle hat, und vor „Dirty Grandpa“ (der am 17. März bei uns anlaufen soll und nach der Ansicht des klamaukigen Trailers – naja, eigentlich genügt schon der Titel – eine weitere überflüssige Studie in Vulgärhumor verspricht), gibt es „Bus 657“, einen Thriller von Scott Mann, der vor einigen Jahren den Killer-bringen-sich-in-einem-Wettbewerb-um-Film „The Tournament“ inszenierte. Schon für die FSK-18-Freigabe wurde der brutale Film geschnitten.
Dieses Mal geht es gewaltfreier zu. Auch wenn viel Blut fließt, wild herumgeschossen wird und einige Menschen eines gewaltsamen Todes sterben, geht es weniger graphisch zu. Und Robert De Niros Rolle ist als Bösewicht des Films etwas größer als man erwarten konnte. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt er trotzdem nicht. Er spielt seine Rolle ohne erkennbares Engagement nach Schema F in einem Film, der nach Schema F abläuft, hinunter.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Vaughn (Jeffrey Dean Morgan), ein Mann mit Talenten aus der „Taken“-Schule und einem Herz aus Gold, der dringend über 300.000 Dollar für eine lebenswichtige Operation seiner todsterbenskranken Tochter benötigt. Vaughn arbeitet auf dem Casino-Schiff von „The Pope“ (Robert De Niro), der ihm, trotz einer immer ominös bleibenden gemeinsamen Geschichte, das Geld nicht geben will. Also nimmt Vaughn den Vorschlag des neuen Türstehers Cox (Dave Bautista), das Casino auszurauben, an. Weil in Popes Casino auch Geld gewaschen wird, kann er nicht zur Polizei gehen. So der geniale Plan der Räuber.
Selbstverständlich geht schon der Raub schief und auf ihrer Flucht entführen die Geldräuber, von denen einer einen Bauchschuss hat, den titelgebenden Bus 657, in dem die üblichen gelangweilten Frühmorgenpassagiere, inclusive einer Schwangeren und einer Tiermedizinstudentin, sitzen. Schon nach wenigen Metern werden sie von der Polizei verfolgt.
Nein, auch für Nicht-Genre-Junkies birgt „Bus 657“ keine großen Überraschungen und das Ende ist eines dieser Enden, über das nicht allzu genau nachgedacht werden sollte. Auch nicht über Vaughns genialen Plan (oder war das schon Plan B? C? D? E?).
Aber als erstaunlich prominent besetztes B-Picture (wahrscheinlich wollten alle ihre Szene mit Robert De Niro haben), das seine Geschichte ebenso flott wie überraschungsfrei in knapp neunzig Minuten erzählt, ist „Bus 657“ als schnelles Futter für den Genrejunkie okay. Allerdings hätte man bei dieser Besetzung einen besseren Film erwarten können.
So ist es halt nur ein weiterer vollkommen austauschbarer 08/15-Thriller, der immerhin so gut ist, De Niros Ruf nicht weiter zu demolieren. Das hat er in den vergangenen Jahren ja oft genug in anderen Filmen gemacht.

Bus 657 - DVD-Cover

Bus 657 (Heist, USA 2015)
Regie: Scott Mann
Drehbuch: Stephen Cyrus Sepher, Max Adams (nach einer Geschichte von Stephen Cyrus Sepher)
mit Jeffrey Dean Morgan, Dave Bautista, D. B. Sweeney, Robert De Niro, Gina Carano, Morris Chestnut, Mark-Paul Gosselaar, Kate Bosworth
ursprünglich angekündigt als „Die Entführung von Bus 657“ (was an „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ erinnert, wo die Verbrecher einen, ähem, besseren Plan hatten)

DVD
Ascot Elite
Bild: 2,39:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Behind the Scenes, Trailer, Wendecover
Länge: 89 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Moviepilot über „Bus 657“
Metacritic über „Bus 657“
Rotten Tomatoes über „Bus 657“
Wikipedia über „Bus 657“


Neu im Kino/Filmkritik: „The Perfect Guy“ ist nicht der Traumprinz

Dezember 3, 2015

Nach einem Streit mit ihrem Freund trifft Leah Vaughn (Sanaa Lathan) in der Schlange eines Cafés auf Carter Duncan (Michael Ealy), einen höflichen und sehr aufmerksamen Mann. Als sie sich kurz darauf von Dave (Morris Chestnut) trennt, weil er sie noch nicht heiraten will, trifft sie wieder, wieder scheinbar zufällig, Carter. Sie verabreden sich zum Essen und eins kommt zum anderen. Carter ist wirklich der titelgebende „Perfect Guy“, der sogar von Leahs knurrigem Vater schnell akzeptiert wird.
Dummerweise, und das ist jetzt keine große Überraschung, hat Carter auch eine dunkle Seite. An einer Tankstelle verprügelt er einen Mann, der sich mit Leah unterhält und als sie sich danach, schockiert von der für sie ungewohnten Gewaltätigkeit, von Carter trennt, beginnt der verschmähte Liebhaber sie zu verfolgen. Denn ein „Nein“ akzeptiert der Stalker nicht.
Wer auch nur einen dieser zahlreichen Thriller gesehen hat, in denen ein Mensch eine verhängnisvolle Affäre hat, kann sich schnell die Geschichte von „The Perfect Guy“ bis zur letzten Minute ausmalen. Auf dieser Ebene gibt es in David M. Rosenthals ansprechend inszeniertem Film keine einzige Überraschung. Auch das Ende, wenn Leah, nach einem Gespräch mit einem verständnisvollem Polizisten, sich eine Schrotflinte besorgt hat, und alles auf die finale und tödliche Konfrontation hinausläuft, ist vorhersehbar. Was schade ist. Denn Leah ist als gut bezahlte Lobbyistin eigentlich eine intelligente Frau, die, wenn sie nur zwei Sekunden nachgedacht hätte, sicher eine viel smartere Lösung gefunden hätte, um Carter zu besiegen. Das hätte dem Thriller dann auch eine interessante Note verpasst.
Überraschend bei dem Film ist allerdings die, bis auf den Polizisten und wenige Nebenfiguren, ausschließlich afroamerikanische Besetzung, die hier alle typische gut gekleidete, gut aussehende, sich gut benehmende, in schönen Häusern lebende WASP-Charaktere verkörpern. Das ist bei Hollywood-Filmen immer noch ziemlich selten.

The Perfect Guy - Plakat

The Perfect Guy (The Perfect Guy, USA 2015)
Regie: David M. Rosenthal
Drehbuch: Tyger Williams (nach einer Geschichte von Alan McElroy und Tyger Williams)
mit Sanaa Lathan, Michael Ealy, Morris Chestnut, Charles S. Dutton, Tess Harper, Kathryn Morris, Rutina Wesley, Holt McCallany
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Perfect Guy“
Moviepilot über „The Perfect Guy“
Metacritic über „The Perfect Guy“
Rotten Tomatoes über „The Perfect Guy“
Wikipedia über „The Perfect Guy“


Neu im Kino/Filmkritik/Buchkritik: „Kick-Ass 2“ kickt in Jeff Wadlows Actionkracher und Mark Millars Comics ass

August 16, 2013

Wer mit „Kick-Ass“, der grandiosen und sehr respektlosen Liebeserklärung an die Superhelden, nichts anfangen konnte, sollte um „Kick-Ass 2“ einen großen Bogen machen. Denn der Film und der ihm zugrunde liegende Comic „Kick-Ass 2“ von Autor Mark Millar und Zeichner John S. Romita, Jr., ergänzt um etliche Szenen aus „Hit-Girl“ (die im Comic eine Elfjährige, im Film eine Fünfzehnjährige, ist) ist brutal, oft vulgär, zynisch, schwarzhumorig und nie wirklich jugendfrei. Deshalb ist „Kick-Ass 2“ auch „frei ab 18 Jahre“ und er hat sich diese Freigabe ehrlich verdient.

Nach dem Ende von „Kick-Ass“ ist Frank D’Amico (Mark Strong) tot. Kick-Ass (Aaron Taylor-Johnson), ein Möchtegern-Superheld mit dem Talent, sich verprügeln zu lassen, und Hit-Girl (Chloë Grace Moretz), ein Mädchen, das lässig ganze Legionen böser Jungs verprügelt und tötet, töteten den Mafia-Boss D’Amico und seine Männer. Dabei starb Hit-Girls Vater Big Daddy (Nicholas Cage in einem seiner besten Leinwandauftritte der vergangenen Jahre).

Hit-Girl Mindy McCready lebt jetzt bei Detective Marcus Williams (Morris Chestnut), der mit ihrem Vater befreundet war, und besucht die Schule. Eine für sie fremde Welt. Denn anstatt ihrer Bestimmung folgend, Verbrecher zu vermöbeln, muss sie jetzt Soap-Operas gucken und sich für Justin Bieber begeistern.

Aber die meiste Zeit schwänzt sie die Schule (Keine Panik. Sie hat den Schulcomputer gehackt und ist deshalb auf dem Papier immer anwesend.) und bildet Kick-Ass Dave Lizewski aus. Denn Daves Ambitionen sind größer als seine kämpferischen Fähigkeiten.

Als Marcus herausbekommt, dass Mindy nicht zur Schule geht, muss sie ihm versprechen, zur Schule zu gehen. Weil Big-Daddy sie erzogen hat, gegebene Versprechen zu halten, hält sie sich auch daran.

Dave, der schon immer davon träumte, zu einem Team von Superhelden zu gehören, schließt sich Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey) an. Der zum Gläubigen konvertierte Gangster hat die Gruppe „Justice Forever“ gegründet. Gemeinsam gehen sie mit ziemlich drastischen Methoden gegen Gangster vor. Meistens patrouillieren sie allerdings, wie eine Bürgerwehr in kindischen Verkleidungen, durch die Straßen, geben Autogramme und helfen in der Suppenküche aus.

Währenddessen will Chris D’Amico (Christopher Mintz-Plasse), der Sohn von Frank D’Amico und der in „Kick-Ass“ Red Mist war, seinen Vater rächen. Nach dem Tod seiner Mutter entdeckt er eine Ledermontur in ihrem Nachlass, zieht sie an und nennt sich jetzt „The Motherfucker“. Weil seine verbrecherischen Fähigkeiten proportional zu seinen Ambitionen sind, kauft er sich eine Bande von Schlägern ein, die ihm bei seiner Mission helfen sollen. Seine beste Waffe ist „Mother Russia“, wie er eine muskelbepackte Ex-KGB-Agentin nennt und deren Spitznamen man nicht mit „Mütterchen Russland“ übersetzen sollte. Sie ist die böse Schwester, die Ivan Drago (Dolph Lundgren) vor dem Frühstück vermöbelt und dann – vielleicht – verspeist.

Der große Spaß an „Kick-Ass 2“, in dem er auch um das Erwachsen-Werden geht, ist, dass Mark Millar, John Romita, Jr. und Jeff Wadlow jedes Superhelden-Klischee nehmen und es vom Kopf auf die Füße stellen, einem Realitätscheck unterziehen, die Superheldenmythologie kräftig entstauben und dann doch wieder – irgendwie – bestätigen. Aber halt auf eine zynisch-schwarzhumorige, pathosfreie Art.

Zur Vorlage oder Die gezeichneten Abenteuer von Kick-Ass und Hit-Girl

Der Film folgt ziemlich genau, bis auf das Finale, der Comicvorlage „Kick-Ass 2“, ergänzt um große Teile aus „Hit-Girl“, wobei im Film Hit-Girl älter als in den Vorlagen ist, weil die Hauptdarstellerin älter wurde. Die Namen einiger Charaktere wurden geändert. So wurde aus Chris Genovese Chris D’Amico. Naja, eine alte Hollywood-Weisheit sagt: „You can always change the name.“

Und der gesamte Film spielt mit Insider-Gags, Zeichen und Insignien, die das Herz des Fans erfreuen, ohne die Geschichte zu stören oder allzu besserwisserisch rüberzukommen. So hängt Daves Vater in einer Szene ein Plakat auf, während er ihm etwas von Verantwortung und den Unterschieden zwischen Comics und dem echten Leben erzählt. Auf dem Plakat ist das Cover von Mark Millar/Leinil Yus „Superior“ abgebildet. In diesem Comic möchte der an MS erkrankte Simon gerne ein Superheld sein. Ormon erfüllt ihm diesen Wunsch. Aber nach einer Woche hätte er gerne seine Seele, sonst wird Superior wieder der kranke Junge. Millar erzählt seine Version von der Verführbarkeit des Einzelnen in seinem typischen Stil – und gleichzeitig liefert er eine Liebeserklärung an Superman, der Simon für Superior als Vorbild diente.

Mark Millar und Leinil Yu widmeten „Superior“ Christopher Reeve und Richard Donner.

Die Comics sind genauso lesenswert wie „Kick-Ass 2“ sehenswert ist. Jedenfalls wenn man auf diese Art von Humor steht.

Kick-Ass 2 - Hauptplakat

Kick-Ass 2 (Kick-Ass 2, USA 2013

Regie: Jeff Wadlow

Drehbuch: Jeff Wadlow

LV: Mark Millar/John S. Romita Jr.: Kick-Ass 2, 2010/2012 (Kick-Ass 2)

mit Aaron Taylor-Johnson, Chloë Grace Moretz, Morris Chestnut, Christopher Mintz-Plasse, Jim Carrey, Yancy Butler, John Leguizamo, Clark Duke, Augustus Prew, Lyndsy Fonseca, Donald Faison, Lindy Booth, Robert Emms, Monica Dolan, Steven Mackintosh, Olga Kurkulina, Daniel Kaluuya, Tom Wu, Andy Nyman, Iain Glen

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Die direkte Vorlage für den Film und damit zusammenhängende Werke von Mark Millar

Millar - Kick-Ass 2 - Band 1

Mark Millar/John Romita, Jr.: Kick-Ass 2 (Band 1)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

108 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Kick-Ass 2 – Issue 1 – 4

Icon Comics, Dezember 2010 – November 2011

Millar - Kick-Ass 2 - Band 2

Mark Millar/John Romita, Jr.: Kick-Ass 2 (Band 2)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

100 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Kick-Ass 2 – Issue 5 – 7

Icon Comics, Januar – Mai 2012

Millar - Kick-Ass 2 - Gesamtausgabe

Die beiden „Kick-Ass 2“-Einzelbände erschienen auch Sammelband.

Millar - Hit-GirlMillar - Hit-Girl - Limitiertes Hardcover

Mark Millar/John Romita, Jr.: Hit-Girl – Kick-Ass 2: Die Vorgeschichte

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2013

124 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

Hit-Girl, Issue 1 – 5

Icon Comics, August 2012 – April 2013

Millar - Superior 2

Mark Millar/Leinil Yu: Superior – Band 2

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

100 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Superior, Issue 5 – 7

Icon Comics, Dezember 2011 – März 2012

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kick-Ass 2“

Metacritic über „Kick-Ass 2“

Rotten Tomatoes über „Kick-Ass 2“

Wikipedia über „Kick-Ass 2“ (deutsch, englisch)

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/Grant Morrisons “Vampirella: Heiliger Krieg (Master Series 1)”

Die Charakterposter

Kick-Ass 2 - Kick-Ass

Kick-Ass 2 - Hit-Girl

Kick-Ass 2 - Motherfucker

Kick-Ass 2 - Colonel Stars and Stripes

Ein brandneues Interview mit Jeff Wadlow und Christopher Mintz-Plasse


Neu im Kino/Filmkritik: Halle Berry tätigt „The Call“

Juli 11, 2013

 

Brad Anderson, der vor allem als Regisseur für TV-Serien wie „Fringe“, „The Killing“ (die US-Version von „Kommissarin Lund“), „Boardwalk Empire“, „Treme“, „The Wire“, „Person of Interest“ und „The Shield“ sein Geld verdient, hat auch einige beachtliche Kinofilme inszeniert, wie „Transsiberian“ (Edgar-nominiert), „Der Maschinist“ und „Session 9“ (Regiepreis in Sitges), die als astreine Thriller immer auch einen Tick besser als der Rest waren. Auch sein neuester Film „The Call – Leg nicht auf!“ ist ein Thriller, der die Genrekonventionen bedient und mit einigen gelungenen Überraschungen spannend unterhält. Früher nannte man so etwas B-Picture. Denn Genrejunkies können sich schon nach der Entführung der Schülerin Casey (Abigail Breslin) tagsüber in einem Parkhaus ausrechnen, wie die Geschichte in groben Zügen weiter- und ausgeht. Aber das hat uns bei einem Western auch nie gestört.

Casey gelingt es mit dem Prepaid-Telefon ihrer Freundin, das sich aufgrund der fehlenden GPS-Funktion nicht genau orten lässt, aus dem Kofferraum des Entführerautos den Notruf zu wählen. In der Notrufzentrale übernimmt Jordan Turner (Halle Berry) den Anruf. Sie versucht die panische Casey zu beruhigen, versucht herauszufinden, in was für einem Auto Casey liegt, zeigt ihr Möglichkeiten auf, wie sie auf sich aufmerksam machen kann, indem sie das Rücklicht zerstört, winkt und Farbe auf die Straße kippt, und koordiniert anhand von Caseys spartanischen Hinweisen auf die Beschaffenheit der Straße, Gebäude und Bäume die Polizei, die auf den Straßen von Los Angeles das Auto sucht.

Anderson zieht aus dieser Situation eine beträchtliche Spannung. Auch weil Caseys Entführer Casey, wie Jordan herausfindet, ein Serienmörder ist und damit Caseys Überlebensaussichten gegen Null tendieren. Dass dann Caseys Flucht- und die Rettungsversuche der Polizei und von anderen Personen alle schief gehen, gehört zu den Genrekonventionen. Ebenso dass am Ende Jordan dem Entführer gegenübersteht in einer Konfrontation, die eher in einen Horrorfilm (mit der Deko aus einem Torture-Porn-Film) als in einen Thriller gehört. Erfreulich und auch bemerkenswert für einen US-Thriller ist dabei, auch wenn der Bösewicht während Caseys Entführung mehrere Menschen ermordet, der Verzicht auf Schusswaffen. Er nimmt einfach das, was gerade zur Hand ist. Ärgerlich, weil überflüssig und auch nicht aus dem Charakter von Casey und Jordan erklärbar, ist die allerletzte Wendung in der letzten Minute des Films die nur auf einen billigen Überraschungseffekt zielt.

Davon abgesehen ist „The Call“ ein guter, sich in den Genrekonventionen bewegender, hochenergetisch erzählter Thriller mit einer starken Heldin.

The Call - Plakat

The Call – Leg nicht auf! (The Call, USA 2013)

Regie: Brad Anderson

Drehbuch: Richard D’Ovidio (nach einer Geschichte von Richard D’Ovidio, Nicole D’Ovidio und Jon Bokenkamp)

mit Halle Berry, Abigail Breslin, Michael Eklund, Morris Chestnut, David Otunga, Michael Imperioli

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Call“

Metacritic über „The Call“

Rotten Tomatoes über „The Call“

Wikipedia über „The Call“ 


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