TV-Tipp für den 2. Dezember: The Ice Harvest

Dezember 1, 2017

Der Weihnachtsfilm für die Noir-Fans

Sat.1, 00.05

The Ice Harvest (USA 2005, Regie: Harold Ramis)

Drehbuch: Richard Russo, Robert Benton

LV: Scott Phillips: The Ice Harvest, 2000 (Alles in einer Nacht)

Heiligabend in Wichita, Kansas: Anwalt Charlie Arglist hat mit seinem Kumpel Vic einen Mafiaboss um zwei Millionen Dollar erleichtert. Bevor er Wichita verlassen kann, muss er noch den Weihnachtsabend überleben. Denn anscheinend wollen die Verwandtschaft, Kleingangster, eine Femme Fatale, ein Killer, sein nicht vertrauenswürdiger Mitverbrecher und der titelgebende Eissturm seinen Plan durchkreuzen.

Hochkarätig besetzte schwarze Komödie, die bei uns leider nur auf DVD veröffentlicht wurde.

Scott Phillips‘ Debütroman war für den Edgar und Hammett Preis nominiert. Das Drehbuch war auch für einen Edgar nominiert.

Mit John Cusack, Billy Bob Thornton, Connie Nielsen, Randy Quaid, Oliver Platt, Ned Bellamy

Wiederholung: Sonntag, 3. Dezember, 03.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Scott Phillips

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ice Harvest“

Wikipedia über „The Ice Harvest“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 21. Januar: The Ice Harvest

Januar 21, 2017

 

Pro7, 00.30

The Ice Harvest (USA 2005, Regie: Harold Ramis)

Drehbuch: Richard Russo, Robert Benton

LV: Scott Phillips: The Ice Harvest, 2000 (Alles in einer Nacht)

Heiligabend in Wichita, Kansas: Anwalt Charlie Arglist hat mit seinem Kumpel Vic einen Mafiaboss um zwei Millionen Dollar erleichtert. Bevor er Wichita verlassen kann, muss er noch den Weihnachtsabend überleben. Denn anscheinend wollen die Verwandtschaft, Kleingangster, eine Femme Fatale, ein Killer, sein nicht vertrauenswürdiger Mitverbrecher und der titelgebende Eissturm seinen Plan durchkreuzen.

Hochkarätig besetzte schwarze Komödie, die bei uns leider nur auf DVD veröffentlicht wurde.

Scott Phillips‘ Debütroman war für den Edgar und Hammett Preis nominiert. Das Drehbuch war auch für einen Edgar nominiert.

Mit John Cusack, Billy Bob Thornton, Connie Nielsen, Randy Quaid, Oliver Platt, Ned Bellamy

Wiederholung: Sonntag, 22. Januar, 04.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Scott Phillips

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ice Harvest“

Wikipedia über „The Ice Harvest“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. März: Django Unchained

März 29, 2015

Pro7, 20.15
Django Unchained (Django Unchained, USA 2012)
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Wilder Westen: Nachdem der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz Django aus der Sklaverei befreite und sie das erkleckliche Kopfgeld für die Brittle-Brüder kassierten, machen sie sich auf die Suche nach Djangos Frau Broomhilda (oder Brunhilde). Ihre Suche führt sie nach Candyland, der Farm des durchtriebenen Südstaatlers und Sklavenhalters Calvin Candie.
„Django Unchained“ ist ein typischer Quentin-Tarantino-Film, mit vielen bekannten Gesichtern, teilweise in Kleinstrollen, die dieses Mal unter der Maske von Bart und Dreck kaum bis überhaupt nicht erkennbar sind. Als Tarantino- und Western-Fan hat mir die Nummernrevue, bei der Tarantino einfach die vertrauten Pfade in einem anderen Setting abschreitet, durchaus gefallen. – Genaueres steht in meiner ausführlichen Filmbesprechung.
Inzwischen dreht Quentin Tarantino (Nachträglich noch Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!) seinen zweiten Western. „The Hateful Eight“ hat noch keinen Starttermin.
mit Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Walton Goggins, Dennis Christopher, Don Johnson, Laura Cayouette, James Remar, James Russo, Nichole Galacia, Dana Gourrier, Don Stroud, Bruce Dern, Lee Horsley, Zoe Bell, Michael Bowen, Robert Carradine, Tom Savini, Rex Linn, Ned Bellamy, Michael Parks, Quentin Tarantino, Franco Nero
Wiederholung: Montag, 30. März, 01.15 Uhr (Taggenau! – Und wahrscheinlich ungekürzt. Immerhin ist der Film FSK-16)

Die Bildergeschichte zum Film

Tarantino - Django Unchained - Comic - 4

Mehr oder weniger parallel zum Film erschien auch eine Comic-Version von „Django Unchained“, über die Quentin Tarantino sagt: „Dieser Comic ist im Grunde die erste Entwurfsfassung des Drehbuchs. Sämlichtes Material, das es am Ende doch nicht in den Film geschafft hat, ist in der vorliegenden Ausgabe sehr wohl enthalten.“ Dafür wurde dann an anderen Stellen, vor allem bei den Dialogen, gekürzt. Aber insgesamt ist der Comic eine schöne Ergänzung zum Film, die für Tarantino- und Western-Fans eine unterhaltsame Lektüre ist.
Dass die Geschichte mir im Comic schlüssiger als im Film erschien, hat wohl damit zu tun, dass ich die Spaghettiwestern-Geschichte schon bis zur letzten Wendung kannte und, so meine Erinnerung an den Film, einige Szenen umgestellt wurden.
In jedem Fall ist „Django Unchained“ ein großer Spaß für den Western-Fan.

Quentin Tarantino (Originaldrehbuch)/Reginald Hudlin (Adaption)/R. M. Guéra/Jason Latour/Denys Cowan/Danijel Zezelj/John Floyd (Zeichnungen): Django Unchained
(übersetzt von Dietmar Schmidt)
Eichborn, 2013
272 Seiten
19,99 Euro

Originalausgabe
Django Unchained
Vertigo/DC Comics, 2013

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Django Unchained“

Metacritic über „Django Unchained“

Rotten Tomatoes über „Django Unchained“

Wikipedia über „Django Unchained“ (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

 Nachtrag (31. März 2015): Der umfangreiche Schnittbericht ist online. Denn für die 20.15-Uhr-Ausstrahlung griff der Sender beherzt zur Schere.


TV-Tipp für den 16. Dezember: The Ice Harvest

Dezember 16, 2014

Der einzig echte, wahre und wahrhaftige Weihnachtsfilm

Pro7 Maxx, 23.05

The Ice Harvest (USA 2005, Regie: Harold Ramis)

Drehbuch: Richard Russo, Robert Benton

LV: Scott Phillips: The Ice Harvest, 2000 (Alles in einer Nacht)

Heiligabend in Wichita, Kansas: Anwalt Charlie Arglist hat mit seinem Kumpel Vic einen Mafiaboss um zwei Millionen Dollar erleichtert. Bevor er Wichita verlassen kann, muss er noch den Weihnachtsabend überleben. Denn anscheinend wollen die Verwandtschaft, Kleingangster, eine Femme Fatale, ein Killer, sein nicht vertrauenswürdiger Mitverbrecher und der titelgebende Eissturm seinen Plan durchkreuzen.

Hochkarätig besetzte schwarze Komödie, die bei uns leider nur auf DVD veröffentlicht wurde.

Scott Phillips‘ Debütroman war für den Edgar und Hammett Preis nominiert. Das Drehbuch war auch für einen Edgar nominiert.

Mit John Cusack, Billy Bob Thornton, Connie Nielsen, Randy Quaid, Oliver Platt, Ned Bellamy

Hinweise

Homepage von Scott Phillips

Amerikanische Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ice Harvest“


Buchkritik & Filmkritik: „Paperboy“ – ein Roman von Pete Dexter, ein Film von Lee Daniels

Juli 17, 2013

Der Plot von „Paperboy“ klingt gut und hat sich schon in zahlreichen Büchern und Filmen bewährt: ein Fremder kommt in die Stadt und räumt auf. In Pete Dexters Roman kommen zwei Reporter in den sechziger Jahren in eine US-Kleinstadt, um den Mörder des Sheriffs zu finden. Denn sie glauben nicht, dass der zum Tode verurteilte Hillary Van Wetter der Mörder ist.

Auch die ersten Zeilen von Peter Dexters „Paperboy“ sind gut. In ihnen führt er pointiert seine Charaktere und die Konflikte ein. Thurmond Call, der ermordete Sheriff von Moat County, einem Flecken Land in den Sümpfen von Florida, war ein Mann, „der in Ausübung seines Amtes eine selbst für die Verhältnisse von Moat County unangemessen hohe Anzahl von Schwarzen umgebracht hatte“. Nachdem er einen Weißen zu Tode trampelte, wird er bestialisch ermordet und Hillary Van Wetter, ein Verwandter des Toten, einer seit Ewigkeiten in den Sümpfen lebenden Hinterwäldlersippe, wird zum Tode verurteilt.

Während er im Gefängnis sitzt, verliebt sich Charlotte Bless in ihn und will ihn freibekommen. Zwei Reporter der Miami Times, Ward James und Yardley Acheman, sollen mit ihrer Hilfe eine Reportage über ihn schreiben, die den damaligen Fall wieder aufrollt. Ward ist der eine Sohn des Herausgebers der örtlichen Tageszeitung. Jack ist sein zweiter Sohn und der Erzähler von „Paperboy“. Der Junge verdient, nachdem er kurz nach Studienbeginn wegen Vandalismus von der University of Florida exmatrikuliert wurde, sein Geld als Zeitungsausfahrer und dann als Fahrer von seinem Bruder und Yardley. Außerdem verliebt er sich in die Mittvierzigerin Charlotte, der Inbegriff eines „Heißen Fegers“, einer Frau, die Männer reihenweise den Kopf verdreht und immer den falschen Mann auswählt.

Sie beginnen den Fall aufzurollen und stoßen schnell auf einige Ungereimtheiten. Van Wetter scheint unschuldig im Gefängnis zu sitzen.

Aber der Krimiplot und das Aufdecken der kleinstädtischen Bigotterie steht nicht wirklich im Mittelpunkt von Pete Dexters mit dem Literary Award des PEN Center USA ausgezeichneten Romans.

Stattdessen geht es auch um das sexuelle Erwachen von Jack, der sich in Charlotte verliebt, die Beziehung zwischen den beiden Brüdern und zu ihrem Vater William Ward James und verschiedene kleinere Erlebnisse von Jack, die die Haupthandlung nicht voranbringen. Jedenfalls wenn man die Recherchen von Ward und Yardley als die Haupthandlung betrachtet und nicht das Leben von Ward (immerhin beginnt Dexter seinen Roman mit dem Satz „Mein Bruder Ward war einmal berühmt.“) oder die Entwicklungsgeschichte des Ich-Erzählers oder die Geschichte der Familie James. Sowieso ist der Ich-Erzähler eher ein passiver Beobachter der Recherchen als ein aktiver Teil. Wichtige Erkenntnisse erfährt er, und damit auch wir, sogar nur vom Hörensagen.

Und nach zwei Dritteln ist der Krimiplot ziemlich abgehandelt. Denn nachdem auf Seite 205 die beiden Journalisten ihre Recherche-Ergebnisse veröffentlichen, kommt Van Wetter frei – und anstatt jetzt im letzten Drittel des Romans den Krimiplot, den Dexter auch auf den vorherigen Seiten eher mitschleppte als energisch zu entwickeln, weiter voranzutreiben, lässt er ihn links liegen und erzählt zunehmend langatmig vor sich hin plätschernd von dem weiteren Leben der Hauptcharaktere. Dabei wird die Geschichte von Wards Berühmtheit durch den Artikel über Van Wetter, für den er sogar den Pulitzer-Preis erhielt, zunehmend beliebiger und langweiliger. Denn plötzlich geht es nur noch über gefühlt tausende von Seiten um die Befindlichkeiten von Jack, Ward und Yardley, aber es ist auch vollkommen unklar, welches Ende Pete Dexter ansteuert; also was er erzählen will.

Auch die Verfilmung von „Paperboy“ ist eine überraschend große Enttäuschung. Pete Dexter schrieb eine frühere Fassung des Drehbuchs. Regisseur Lee Daniels („Precious“) überarbeitete sie, so erzählt er im Bonusmaterial der DVD, und wahrscheinlich stammt die starke Betonung der Rassenkonflikte, die so im Buch nicht vorhanden ist, von ihm. Obwohl dieses Thema auch in Dexters Werk wichtig ist und dem Film eine durchaus interessante Dimension beifügt.

Indem sich stärker auf den Krimiplot konzentriert wird, unterscheidet die Filmgeschichte, die von der afroamerikanischen Haushälterin der Jansens erzählt wird, sich – zu ihrem Vorteil – kräftig vom Roman. Ebenso wird Jacks Verliebtheit in Charlotte Bless und sein damit verbundenes Coming-of-Age-Drama klarer herausgearbeitet. Es geht auch deutlicher um die damaligen Umbrüche, vulgo Rassenkonflikte, Alltagsrassismus, Homosexualität und Homophobie.

Die Besetzung, unter anderem Matthew McConaughey, Nicole Kidman, John Cusack, Scott Glenn und Ned Bellamy, ist hochkarätig und spielfreudig. Die unbekannteren Schauspieler Zac Efron und David Oyelowo, die als Jack Warden und Yardley Acheman wichtige Rollen spielen, sind ebenfalls gut. Aber sie alle werden von Nicole Kidman als Charlotte Bless und John Cusack als Hillary Van Wetter in den Schatten gestellt. Beide sind konträr zu ihrem Typ besetzt und sie werfen sich lustvoll in ihre Rollen. Sie spielen unsympathische Charaktere, die auch unsympathisch bleiben. So ist Hillary Van Wetter ein Arschloch vor dem Herrn, das sich in seiner Rolle gefällt und überhaupt nicht sympathisch sein will. Er ist einfach nur ein notgeiler, dummer, bauernschlauer Hinterwädler und ziemlich böse.

Die Locations, vor allem die Bilder aus den Sümpfen, gefallen und verleihen dem Film eine fiebrige Atmosphäre.

Aber all die Teile bleiben Splitter, die sich nie zu einem kohärentem Ganzen zusammenfügen. „Pete Dexters The Paperboy“ wird somit schnell zu einem zähen Drama irgendwo zwischen Coming-of-Age-Drama und Film Noir, das sich nie wirklich entscheiden kann, wessen Geschichte erzählt wird, weil Lee Daniels irgendwie alles erzählen will.

Letztendlich ist die Verfilmung – wie das Buch – eine große Enttäuschung. Nicht weil sie so schlecht ist, sondern weil sie so viel besser hätte sein können. Aber als Camp funktioniert der hysterisch-schwüle „The Paperboy“, mit etlichen abgedrehten Szenen (meistens mit Kidman und Cusack) prächtig.

Dexter - Paperboy

Pete Dexter: Paperboy

(übersetzt von Bernhard Robben)

Liebeskind, 2013

320 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

The Paperboy

Random House, 1995

Verfilmung

The Paperboy - DVD-Cover

Pete Dexters The Paperboy (The Paperboy, USA 2012)

Regie: Lee Daniels

Drehbuch: Pete Dexter, Lee Daniels

mit Zac Efron, Matthew McConaughey, Nicole Kidman, John Cusack, Macy Gray, David Oyelowo, Scott Glenn, Ned Bellamy

DVD

Studiocanal

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making Of, Hinter den Kulissen, Interviews mit Cast und Crew, Trailer, Wendecover

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Krimi-Couch über Pete Dexter

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Paperboy“

Metacritic über „The Paperboy“

Rotten Tomatoes über „The Paperboy“

Wikipedia über Pete Dexter (deutsch, englisch) und „The Paperboy“ 


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