TV-Tipp für den 30. August: Gefühlt Mitte Zwanzig

August 30, 2018

3sat, 22.25

Gefühlt Mitte Zwanzig (While we’re young, USA 2014)

Regie: Noah Baumbach

Drehbuch: Noah Baumbach

Dokumentarfilmer Josh doktert seit zehn Jahren an seinem neuen Dokumentarfilm herum. Als er und seine Frau ein zwanzig Jahre jüngeres Hipster-Paar kennen lernen, verändert sich ihr Leben. Zunächst entdecken sie ihre Jugend wieder.

TV-Premiere einer sehr lebensweisen, traurigen und gleichzeitig vergnüglichen Midlife-Crisis-Komödie,

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ben Stiller, Naomi Watts, Adam Driver, Amanda Seyfried, Charles Grodin, Adam Horovitz, Maria Dizzi, Peter Yarrow, Peter Bogdanovich (Cameo)

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Moviepilot über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Metacritic über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Rotten Tomatoes über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Wikipedia über „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (While we’re young, USA 2014)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Mistress America“ (Mistress America, USA 2015)


TV-Tipp für den 26. März: Schwarzer Engel/Brian De Palma

März 25, 2017

Ein Arte-Themenabend

Arte, 20.15

Schwarzer Engel (Obsession, USA 1976)

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: Paul Schrader (Nach einer Geschichte von Paul Schrader und Brian De Palma)

Sechzehn Jahre nach der Entführung von seiner Frau und Tochter, die dabei starben, entdeckt Michael Courtland in Florenz eine Frau, die die Zwillingsschwester seiner toten Frau könnte. Sie verlieben sich ineinander, heiraten und kurz vor der Hochzeit wird sie entführt. Courtland fragt sich, ob sich jetzt alles wiederholt.

Starkes Frühwerk von De Palma, das, wie viele seiner Filme, zahlreiche Vergleiche mit dem Werk von Alfred Hitchcock provozierte. Auch weil dieses Mal Hitchcock-Komponist Bernard Herrmann („Vertigo – Aus dem Reich der Toten“) den Soundtrack komponierte und dafür posthum für den Soundtrack-Oscar nominiert wurde.

Die Story selbst; – nun ja, man sollte nicht zu viele Fragen stellen und sich dem Bilderrausch (Kamera: Vilmos Zsigmond) hingeben.

Danach drehte De Palma „Carrie – Das Satans jüngste Tochter“.

mit Cliff Robertson, Geneviève Bujold, John Lithgow, Sylvia ‚Kuumba‘ Williams, Wanda Blackman

Wiederholung: Dienstag, 4. April, 13.40 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Schwarzer Engel“

Wikipedia über „Schwarzer Engel“ (deutsch, englisch)

 

Arte, 21.50

Brian De Palma (De Palma, USA 2015)

Regie: Noah Baumbach, Jake Paltrow

Spielfilmlange Doku über Brian De Palma, in der der Regisseur ausführlich zu Wort kommt – und das ist gut so.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Brian De Palma“

Wikipedia über „Brian De Palma“

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (While we’re young, USA 2014)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Mistress America“ (Mistress America, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Mistress America“ ist nicht „Frances Ha“

Dezember 10, 2015

Als „Frances Ha“ war Greta Gerwig angenehm schusselig, verpeilt, planlos und gerade deshalb absolut liebenswert. In „Mistress America“ spielt Greta Gerwig, wieder unter der Regie von Noah Baumbach und wieder nach einem gemeinsam geschriebenem Drehbuch, wieder (jedenfalls auf den ersten Blick) die titelgebende Person. Sie ist die dreißigjährige Brooke, eine hyperaktive Manhattan-Bewohnerin, die immer gleichzeitig mehrere Projekte verfolgt und scheinbar Gott und die Welt kennt. Sie lebt, nein, sie ist der amerikanische Traum vom glamourösen Großstadtleben.
So wirkt sie bei ihrer ersten Begegnung auf die Jungstudentin Tracy (Lola Kirke), die in der fremden Großstadt verzweifelt Freunde sucht, sie unter ihren Studienkollegen nicht findet (jedenfalls nicht so, wie sie es sich vorstellt) und die in Manhattan ihre Abende einsam im Studierendenwohnheim verbringt. Das Leben in der pulsierenden Großstadt hat sich die 18-jährige Literaturstudentin und künftige Schriftstellerin definitiv anders vorgestellt. Mehr so, wie sie es aus aus Büchern und Filmen kennt.
Eher widerwillig lässt sie sich auf ein Treffen mit der über zehn Jahre älteren Brooke ein, weil ihre Eltern demnächst heiraten wollen. Bei ihrer ersten Begegnung erscheint ihr Brooke wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Brooke begrüßt sie überschwänglich und nimmt sie sofort mit in das echte Nachtleben von Manhattan. Für Tracy wird Brooke und ihr Leben zur kaum verhüllten Inspiration für ihre Kurzgeschichte „Mistress America“. Brooke verkörpert für sie den amerikanischen Traum und das Leben in der Großstadt. Aber sie wirft in ihrer Geschichte auch einen wenig schmeichelhaften Blick hinter Brookes glänzende Fassade.
Als Brookes großes Restaurant-Projekt implodiert, macht Brooke sich in der zweiten Hälfte von „Mistress America“ mit Tracy und einigen ihrer Studienfreunde auf den Weg nach Greenwich, Connecticut, zu ihrer alten Liebe, dem vermögenden Dylan. Inzwischen ist er mit einer Ex-Freundin von Brooke verheirat. Brooke hasst Mamie Claire, weil sie ihr ihre große Idee und ihren Freund stahl. Mamie Claire sieht das natürlich anders.
In dem mondänem Vorstadthaus ist mit den vielen Personen und zahlreichen Konflikten dann das Fundament für eine ordentliche Screwball-Comedy mit heftig schlagenden Türen (die in diesem Haus dummerweise, falls überhaupt, Schiebetüren sind) gelegt.
Leicht, für mein Empfinden schon zu skizzenhaft, fügen Baumbach und Gerwig in ihrem neuesten Einblick in das New Yorker Künstlermilieu (das wir natürlich aus Woody Allens Filmen bestens kennen) die einzelnen Teile ihres Porträts zu einer Abfolge von vergnüglichen Szenen zusammen, wechseln immer wieder, eher willkürlich, die Stimmung und Erzählhaltung, bis am Ende viele gelungene Teile übrig bleiben, die als Teile überzeugender als das dann zu wahllos zusammengefügte Gesamtwerk sind. So passen die in bester Screwball-Tradition zugespitzten Szenen in Greenwich mit ihren teilweise sehr theaterhaften Elementen und Kommentierungen zu Tracys Kurzgeschichte nicht zu den eher realistisch inszenierten Szenen aus Leben der New Yorker Bohème. Und dann kommt noch, als nebensächlicher Subplot, die anstehende Hochzeit der Eltern von Tracy und Brooke dazu.
Das hat immer wieder seine gut beobachteten Momente, die Figuren sind angenehm komplex und fehlerbehaftet, aber insgesamt ist „Mistress America“ zu unkonzentriert, um wirklich zu begeistern. In seinem neuesten Film lässt Baumbach die erzählerische Stringenz von „Frances Ha“ und „Gefühlt Mitte Zwanzig“ vermissen. Der Film wirkt eher wie ein Nebenwerk. Wie eine CD mit Raritäten und B-Sides. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht der große Wurf.

Mistress America - Plakat

Mistress America (Mistress America, USA 2015)
Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Noah Baumbach, Greta Gerwig
mit Greta Gerwig, Lola Kirke, Matthew Shear, Jasmine Cephas-Jones, Heather Lind, Michael Chernus, Cindy Cheung, Kathryn Erbe, Dean Wareham
Länge: 85 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
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Film-Zeit über „Mistress America“
Moviepilot über „Mistress America“
Metacritic über „Mistress America“
Rotten Tomatoes über „Mistress America“
Wikipedia über „Mistress America“

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (While we’re young, USA 2014)

Nachdem bei meinen Besprechungen von „Frances Ha“ und „Gefühlt Mitte Zwanzig“ vor allem Baumbach über seine Filme sprach, lasse ich Greta Gerwig über „Mistress America“ sprechen:


Neu im Kino/Filmkritik: „Gefühlt Mitte Zwanzig“ ist doch okay

Juli 30, 2015

Inzwischen haben ihre Freunde Kinder. Aber Josh Srebnick (Ben Stiller) und seine Frau Cornelia (Naomi Watts), Produzentin und Tochter eines erfolgreichen Dokumentarfilmers, fühlen sich noch nicht so alt. Sie sind ja in Brooklyn lebende Künstler. Er arbeitet seit zehn Jahren an seinem neuen Dokumentarfilm, einem mehrstündigem Opus über den linken Intellektuellen Ira Mandelstam, das zu komplex ist, um es in einem Halbsatz zu erklären. In jedem Fall soll der Film umfassend aufklären und die unverfälschte Wirklichkeit und Wahrheit zeigen. Wie in den Filmen der von ihm bewunderten Dokumentarfilmer Frederick Wiseman, die Maysles-Brüder und D. A. Pennebaker wird es in seinem Film keine Manipulation der Wirklichkeit geben.
Nebenbei unterrichtet er an einer Universität. Dort trifft er Jamie (Adam Driver), einen jungen Studenten, der ihn für seinen vorherigen Film bewundert. Josh genießt die für ihn ungewohnte Aufmerksamkeit und er ist auch fasziniert von Jamies jugendlicher Unbekümmertheit. Sie treffen sich öfter. Er nimmt auch seine anfangs skeptische Frau Cornelia mit zu den Treffen mit Jamie und seiner Freundin Darby (Amanda Seyfried). Die beiden Mittvierziger fühlen sich, angesteckt durch die Lebensfreude und das improvisierte Leben von Jamie und Darby, wieder jünger. Sie brechen aus ihrem schon seit Jahren in festen Bahnen verlaufendem Alltagsleben aus.
Noah Baumbach, der mit Ben Stiller bereits „Greenberg“ inszenierte, wollte mit seinem neuesten Film, nach „Frances Ha“, eine erwachsene Komödie drehen. Ein Film, wie er vor dreißig Jahren von Mike Nichols, Sydney Pollack oder Woody Allen inszeniert wurde. Und das gelang ihm. Auch wenn es mit einer Hip-Hop-Tanzeinlage von Naomi Watts und einer Teilnahme der Screbnicks bei einem Ayahuasca-Ritual, nebst Einnahme der sehr wirksamen Schamanendroge, arg in Richtung Slapstick und sichere Lacher geht, herrscht in „Gefühlt Mitte Zwanzig“ ein stiller und lebensweiser Humor, der anhand seiner vier Protagonisten auch zeigt, wie sich in den vergangenen Jahrzehnten Einstellungen veränderten. Immerhin gehören Josh und Cornelia noch zu der Generation, die ohne Internet aufwuchs, während Jamie und Darby mit ihm aufwuchsen.
Davon abgesehen prallen auch verschiedene Lebensstile und Anschauungen aufeinander, die es schon ewig gibt. Josh ist der Zauderer und Perfektionist mit einem hehren Kodex. Jamie der jugendlich-optimistische Macher, der allerdings auch alles seiner Karriere unterordnet, was zu Problemen mit seiner Frau Darby führt, die nicht nur sein Anhängsel sein will.
Etwas störend und letztendlich vollkommen überflüssig ist dagegen ein von Noah Baumbach breit eingeführter Krimi-Plot (Jamie nimmt Josh auch heimlich mit kleinen Kameras auf und es wird angedeutet, dass er Josh aus rein egoistischen Motiven angesprochen hat). Am Ende wird dieser Plot lässig beiseite gewischt. Auch weil er in seine Düsternis nicht zum restlichen Film passt, stört er eher die restliche Geschichte. Denn schon bei den Dreharbeiten für Jamies Dokumentarfilm, bei dem ihm Josh hilft, wird deutlich, dass Jamie nicht dem puristischen Ansatz von Josh folgt, sondern dass er die Wirklichkeit mindestens in Details manipuliert, wenn er so zu besseren Ergebnissen im Sinne einer dramatischen, spielfilmtauglichen Dramaturgie kommt.

Gefühlt Mitte Zwanzig - Plakat

Gefühlt Mitte Zwanzig (While we’re young, USA 2014)
Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Noah Baumbach
mit Ben Stiller, Naomi Watts, Adam Driver, Amanda Seyfried, Charles Grodin, Adam Horovitz, Maria Dizzi, Peter Yarrow, Peter Bogdanovich (Cameo)
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Moviepilot über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Metacritic über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Rotten Tomatoes über „Gefühlt Mitte Zwanzig“
Wikipedia über „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)


TV-Tipp für den 6. September: Frances Ha

September 5, 2014

Servus TV, 20.15

Frances Ha (USA 2012, Regie: Noah Baumbach)

Drehbuch: Greta Gerwig, Noah Baumbach

Frances Ha stolpert durch ihr Leben – und wir sind verzückt.

Eines der Kino-Highlights von 2013.

mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig

Hinweise

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Film-Zeit über „Frances Ha“

Metacritic über „Frances Ha“

Rotten Tomatoes über „Frances Ha“

Wikipedia über „Frances Ha“ (deutsch, englisch)

Berlinale: „Frances Ha“-Pressekonferenz Noah Baumbach und Greta Gerwig

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)


TV-Tipp für den 15. Februar: Frances Ha

Februar 15, 2014

Servus TV, 20.15

Frances Ha (USA 2012, R.: Noah Baumbach)

Drehbuch: Greta Gerwig, Noah Baumbach

Frances Ha stolpert durch ihr Leben – und wir sind verzückt.

Eines der Kino-Highlights von 2013.

mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig

Wiederholung: Sonntag, 16. Februar, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Frances Ha“

Metacritic über „Frances Ha“

Rotten Tomatoes über „Frances Ha“

Wikipedia über „Frances Ha“ (deutsch, englisch)

Berlinale: „Frances Ha“-Pressekonferenz Noah Baumbach und Greta Gerwig

Meine Besprechung von Noah Baumbachs „Frances Ha“ (Frances Ha, USA 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: „Frances Ha“ ist – zum Glück – nicht auf der Suche nach dem Mann fürs Leben

August 1, 2013

 

Frances – oder sollte ich Greta Gerwig sagen? Denn selten verschwimmt ein Schauspieler so mit ihrem Charakter (oder wir wünschen es uns), wie Greta Gerwig mit Frances in „Frances Ha“. Woody Allen fällt einem ein. Auch bei ihm ist ja unklar, wie sehr er er selbst oder der Charakter „Woody Allen“ ist.

Sie ist eine 27-jährige, in New York lebende Tänzerin, die gerne eine feste Anstellung in einer Tanzcompanie hätte und weiter mit ihrer besten Freundin Sophie (Stng-Tochter Mickey Sumner) zusammen wohnen würde. Und sie ist ein angenehm verpeilter Sonnenschein, der wenig Geld, aber viel Gottvertrauen und eine positive Weltsicht hat und nicht erwachsen werden möchte. Denn eigentlich ist ihr Leben und die vielen Umzüge, die dem Film auf den ersten Blick eine notdürftige Struktur verschaffen, okay. Sie ist zwar „undateable“, aber sie ist auch nicht wirklich auf der Suche nach dem Traummann. Gleich am Anfang verlässt sie ihren Freund, weil sie lieber weiter mit Sophie zusammen wohnt.

Greenberg“-Regisseur Noah Baumbach, der auch die Drehbücher für die Wes-Anderson-Filme „Die Tiefseetaucher“ und „Der fantastische Mr. Fox“ mitschrieb, verfolgt Frances in seiner episodischen, in Schwarz-Weiß gedrehten New-York-Komödie ein gutes Jahr, das sie meistens in New York in verschiedenen Wohnungen verbringt, weil Sophie ihren Mann fürs Leben gefunden hat, ausgezogen ist und Frances sich die Wohnung nicht mehr leisten kann.

Sie besucht, in einer etwas kurz geratenen Episode, über die Weihnachtstage ihre Eltern, die von Gerwigs Eltern gespielt werden, in ihrem Geburtsort Sacramento. Und sie fliegt für ein Wochenende nach Paris, das hier nicht die Stadt der Liebe, sondern der Einsamkeit ist. Dieser Kurztrip ist etwas ziellos und auch dramaturgisch unnötig.

Es gibt eine kurze, viel zu plötzlich kommende Depri-Phase, die etwas außerhalb des restlichen Tons des Films steht und zu sehr außerhalb ihres Charakters ist, was sie am Ende eines Monologs auch selbst sagt.

Der Ausflug zu ihrer alten Universität in Poughkeepsie ist dagegen gelungen, auch um die Fäden für ihre Rückkehr nach New York zusammenzubinden, und das Ende in New York versöhnt.

Baumbachs Feelgood-Movie erinnert an die Nouvelle Vague, an Woody Allens Filme, vor allem natürlich an sein SW-Meisterwerk „Manhattan“ und die Filme von Charlie Chaplin, bei dem auch unklar war, wie sehr er der von ihm gespielte Tramp war und der wahrscheinlich ein besserer Tänzer als Frances war. Doch der Tonfall, die Stimmungswechsel, die Improvisationsfreude (wobei das alles schon in Baumbach und Gerwigs Drehbuch stehen soll) und die weitgehend unbekannten Schauspieler erinnern dagegen an die Nouvelle Vague, an Filme von Francois Truffaut, Eric Rohmer und Jean-Luc Godard, die keine Stars engagierte, sondern Filmstars machten.

Es gibt witzige Dialoge, passend eingesetzte Musik und ein Gefühl überschäumender Lebensfreude, auch wenn die Umstände nicht so rosig sind. Das alles fügt sich so locker zusammen, dass kaum auffällt, wie genau durchstrukturiert der Film ist und wie viel zusammenhängende, aufeinander aufbauende Geschichte sich in den einzelnen Episoden, die wie zufällig aneinandergereihte Beobachtungen wirken, verbirgt.

Aber eigentlich ist die Story egal, weil man einfach gerne mit Frances und ihren männlichen und weiblichen Freunden zusammen ist. Es ist wie ein Besuch in einer netten WG.

Frances Ha - Plakat

Frances Ha (Frances Ha, USA 2012)

Regie: Noah Baumbach

Drehbuch: Greta Gerwig, Noah Baumbach

mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Frances Ha“

Metacritic über „Frances Ha“

Rotten Tomatoes über „Frances Ha“

Wikipedia über „Frances Ha“ (deutsch, englisch)

Berlinale: „Frances Ha“-Pressekonferenz Noah Baumbach und Greta Gerwig

 

 


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