TV-Tipp für den 4. April: Ender’s Game

April 4, 2017

Pro 7 Maxx, 20.15

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game, 1985 (Enders Spiel)

Der junge Ender Wiggin soll zum Anführer im Kampf gegen die außerirdischen Formics ausgebildet werden. Dabei ist Ender noch ein Kind.

Durchaus gelungene Mainstream-Verfilmung eines Science-Fiction-Klassikers, die nicht die Komplexität der Vorlage erreicht.

Mehr in meiner Besprechung des Films und der Vorlage.

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight, Jessica Harthcock

Wiederholung: Mittwoch, 5. April, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Moviepilot über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Metacritic über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Rotten Tomatoes über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Wikipedia über „Ender’s Game – Das große Spiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferrys (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)“ (Ender’s Game: Battle School 1 – 5, 2009)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferry (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 2)“ (Ender’s Game: Command School 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Orson Scott Cards „Enders Spiel“ (Ender’s Game, 1985, 1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe) und Orson Scott Cards „Enders Schatten“ (Ender’s Shadow, 1999)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)

Die Vorlage

Man kann die Romane unabhängig voneinander lesen und man muss „Enders Schatten“ nicht lesen, um „Enders Spiel“ zu verstehen, aber „Enders Schatten“ ist eine wirklich lesenswerter anderer Blick auf die Ausbildung von Ender Wiggins. Und daher empfehle ich beide Romane; in chronologischer Reihenfolge.

Card - Enders Spiel - 2Card - Enders Schatten - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

Orson Scott Card: Enders Schatten

(übersetzt von Regina Winter)

Heyne, 2013

592 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Shadow

Tor, 1999

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TV-Tipp für den 21. August: Ender’s Game

August 21, 2016

Pro 7, 20.15

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game, 1985 (Enders Spiel)

Der junge Ender Wiggin soll zum Anführer im Kampf gegen die außerirdischen Formics ausgebildet werden. Dabei ist Ender noch ein Kind.

Durchaus gelungene Mainstream-Verfilmung eines Science-Fiction-Klassikers, die nicht die Komplexität der Vorlage erreicht.

Mehr in meiner Besprechung des Films und der Vorlage.

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight, Jessica Harthcock

Wiederholung: Montag, 22. August, 08.00 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Moviepilot über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Metacritic über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Rotten Tomatoes über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Wikipedia über „Ender’s Game – Das große Spiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferrys (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)“ (Ender’s Game: Battle School 1 – 5, 2009)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferry (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 2)“ (Ender’s Game: Command School 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Orson Scott Cards „Enders Spiel“ (Ender’s Game, 1985, 1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe) und Orson Scott Cards „Enders Schatten“ (Ender’s Shadow, 1999)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)


Die Vorlage

Man kann die Romane unabhängig voneinander lesen und man muss „Enders Schatten“ nicht lesen, um „Enders Spiel“ zu verstehen, aber „Enders Schatten“ ist eine wirklich lesenswerter anderer Blick auf die Ausbildung von Ender Wiggins. Und daher empfehle ich beide Romane; in chronologischer Reihenfolge.

Card - Enders Spiel - 2Card - Enders Schatten - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

Orson Scott Card: Enders Schatten

(übersetzt von Regina Winter)

Heyne, 2013

592 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Shadow

Tor, 1999

 


Orson Scott Cards „Ender’s Game“: der Comic und der Roman

Januar 6, 2014

Inzwischen liegt der zweite und abschließende Band der Comicversion von Orson Scott Cards mit dem Hugo- und Nebula-Preis ausgezeichnetem Science-Fiction-Klassiker „Ender’s Game“ vor, die Verfilmung ist auch schon angelaufen – und ich kann jetzt, immerhin ist der Roman bei uns wesentlich unbekannter als in den USA, unbefangener das Ende der Geschichte von Ender Wiggin diskutieren, ohne dass über Spoiler rumgemault wird.

Wir erinnern uns: Nach einer Invasion der Krabbler (aka Formics), die verhindert werden konnte, rüstet die Menschheit seit Jahrzehnten gegen einen neuen Angriff der Krabbler auf. In einer Kampfschule werden Kinder zu Soldaten ausgebildet. Der beste Soldat ist der am Anfang der Geschichte sechsjährige Ender Wiggin, der durch sein strategisches Talent beeindruckt und in wenigen Jahren zum Anführer der Menschheit gegen die außerirdischen Invasoren werden soll.

Im ersten Teil des Comics „Ender’s Game – Das große Spiel“ wurde der Anfang von Enders Ausbildung gezeigt und auch angesprochen, dass sein Training manipuliert wird, um seine Fähigkeiten voll zu entfalten. Am Ende wurde ihm gesagt, dass er sich für die nächste Stufe seiner Ausbildung, die Kommandantenschule, qualifiziert habe.

Im zweiten Teil wird die weitere Ausbildung des nun neunjährigen Jungen gezeigt. Gegen Ende (genaugenommen am Ende des vierten von fünf Heften) übernimmt der legendäre Mazer Rackham, der im vorherigen Krieg die Krabbler besiegte, seine weitere Ausbildung und im titelgebenden „großen Spiel“, das der Abschluss von Enders Ausbildung sein wird, besiegt er als Kommandant eine riesige Flotte von Angreifern.

Danach erfährt er, dass dieses und die vorherigen Spiele keine Spiele waren, sondern er der Befehlshaber über die gesamte Truppen der Menschheit war und er in seinem letzten Spiel die gesamte Rasse der Krabbler vernichtete.

Im Comic, der sich auf die verschiedenen Übungskämpfe von Ender konzentriert, spielt dieses Dilemma, dass er eine ganze Spezies vernichtete, keine Rolle.

Im Film wird es deutlicher angesprochen. Denn Ender kann nur, wie mehrmals betont wird, seinen Gegner vernichten, wenn er ihn vollkommen versteht – und dann auch liebt. Weil die Krabbler mit ihm über ein Computerspiel bereits – ohne dass er es wusste – Kontakt aufgenommen haben, findet er aber noch das befruchtete Ei einer Krabblerkönigin, mit dem er, wenn er einen neuen Planeten für es findet, seine Schuld etwas ausgleichen kann.

Im Buch, das der Auftakt zu weiteren Geschichten mit Ender ist, wird es noch deutlicher.

Denn Orson Scott Card zeigt in seinem Debütroman „Enders Spiel“ und der Jahre später entstandenen Parallelgeschichte „Enders Schatten“, in dem er Enders Ausbildung und die große Schlacht aus der Sicht von Bean, einem außergewöhnlich intelligentem Untergebenen von Ender, erzählt, viel deutlicher die menschenverachtende Ausbildung von Ender, die nur möglich wird, weil das Militär die Macht übernehmen konnte und die Angst vor einem unbekannten Feind herrscht. „Enders Spiel“ ist hier nur verständlich vor der Folie des Kalten Krieges, der als nie direkt angesprochener Subtext den gesamten Roman durchzieht. In dem 1999 entstandenem „Enders Schatten“ fehlt dieser Subtext, was zu interessanten Verschiebungen führt. Immerhin wurde damals in der internationalen Politik von einer immer stärkeren Verflechtung der Staaten, der zunehmenden Rolle von friedensstiftenden internationalen Kooperationen (im Fachjargon „Regime“) und sogar einem Ende von Kriegen gesprochen.

In beiden Romanen durchzieht die Darstellung der Manipulation der gesamten Ausbildung der Soldaten durch ihre Vorgesetzten die gesamte Geschichte. Es ist immer deutlich, dass die Auszubildenden nur Bauern in einem Spiel sind, was durch die Idee, dass hier Kinder für die Zwecke des Militärs benutzt werden, noch menschenverachtender wird.

In einem Subplot, der im Film und im Comic fehlt, spricht Orson Scott Card die Politik und die Rolle der Medien an. Denn in „Enders Spiel“ beginnen die beiden etwas älteren Geschwister von Ender eine Karriere als politische Kommentatoren – und er beschreibt in diesem Erzählstrang erstaunlich präzise, wie das heutige Internet funktioniert. Die beiden Geschwister schreiben ihre Kommentare unter zwei Tarnidentitäten (die eine ist kriegstreibend, die andere friedliebend) zuerst in politischen Diskussionsforen und, nachdem sie genügend Follower haben, auch in den Leitmedien. Dabei ahnt niemand, dass sogar die politische Elite auf Kinder hört.

Aber der größte Clou von „Enders Spiel“ ist das Ende. Denn nachdem Orson Scott Card vorher die Ausbildung in der Kampfschule so genau beschrieb, dass sogar das US-Militär den Roman auf seine Leseliste für Offiziersanwärter gesetzt hat, gibt es jetzt eine Wendung. Nach dem vorherigem Angriff, bei dem die Krabbler vernichtend geschlagen wurden, haben sie sich auf ihre Welt zurückgezogen und alle Invasionspläne fallen gelassen. Ender hat also einen Gegner besiegt, der überhaupt nicht mehr kämpfen wollte.

Gleichzeitig erkennen wir, dass die gesamte Kriegsparanoia nur funktionierte, weil die Militärs (und die Politik) niemals auf Verständigung, sondern immer nur mit Angst und Aggression operierte. In dem Moment wird der Roman, der sich vorher teilweise wie eine konservative Kampfschrift las (und Orson Scott Card ist vor solchen Anwandlungen nicht gefeit), zu einem Aufruf zur Verständigung. Zum Dialog.

Card - Ender s Game - 2

Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferry (Zeichnungen): Ender’s Game – Das große Spiel (Band 2)

(übersetzt von Bluna Williams)

Panini, 2013

132 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game: Command School 1 – 5

Marvel 2010

Die Vorlage

Card - Enders Spiel - 2Card - Enders Schatten - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

Orson Scott Card: Enders Schatten

(übersetzt von Regina Winter)

Heyne, 2013

592 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Shadow

Tor, 1999

Die Verfilmung

Ender s Game - Plakat

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight, Jessica Harthcock

Länge: 114 Minuten

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Moviepilot über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Metacritic über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Rotten Tomatoes über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Wikipedia über „Ender’s Game – Das große Spiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferrys (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)“ (Ender’s Game: Battle School 1 – 5, 2009)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Die Orson-Scott-Card-Verfilmung „Ender’s Game – Das große Spiel“

Oktober 24, 2013

Für alle Fans von Orson Scott Cards Science-Fiction-Klassiker „Ender’s Game“, der bei uns als „Enders Spiel“ erschien, ist die Verfilmung die gelungene Mainstream-Variante des Romans, mit den üblichen Veränderungen und Aktualisierungen.

Cards vielschichtiger Roman erschien 1985, eroberte sofort die Herzen der Leser und erhielt den Hugo- und Nebula-Award, zwei prestigeträchtige Science-Fiction-Preise. In seinem Debütroman erzählt er die Geschichte des jungen Ender Wiggins, der in einer Militärschule ausgebildet wird, um der Anführer der Menschheit gegen außerirdische Invasoren, die Krabbler (bzw. Formics oder Schaben), zu werden.

Im Roman ist Ender am Anfang sechs Jahre, am Ende elf Jahre, und das Militär manipuliert ihn und sein Leben schamlos für die große Schlacht. Der Kalte Krieg ist als Subtext der Geschichte offensichtlich; auch in der von Scott 1991 überarbeiteten Fassung. Außerdem hat das Militär wegen des seit Jahrzehnten drohenden Angriffs der Aliens die totale Macht über die Menschen, die gegen den übermächtigen Feind einen fragilen Burgfrieden schlossen.

Der Südafrikaner Gavin Hood, der nach seinem Drehbuch den Film inszenierte, konzentrierte sich auf den Hauptplot des gut fünfhundertseitigen Romans und ließ den im Film zwölfjährigen Ender von dem 1997 geborenen Asa Butterfield („Hugo Cabret“) spielen. So werden aus den Kindersoldaten des Romans sehr junge Erwachsene, die kaum jünger als die Soldaten in westlichen Demokratien sind, die in Auslandseinsätzen die Demokratie verteidigen dürfen. Diese Änderung, die aus filmischer Sicht absolut nachvollziehbar ist, verharmlost allerdings auch die inhumanen Taten der Erwachsenen ungemein. Davon abgesehen ist Ender im Film, wie im Buch, der jüngste und talentierteste Soldat in der Raumstation. Er ist ein geborener Führer und überragender Stratege.

Hood, der mit „Tsotsi“ und „Machtlos“ explizit politische Filme drehte, lässt in seinem neuen Film den politischen Hintergrund des Kalten Krieges weg, ohne ihn durch einen offenkundigen anderen politischen Hintergrund zu ersetzen. Beispielsweise und durchaus möglich als zeitgemäßes Update von Cards Roman wären das Kindersoldaten in Afrika, die gesellschaftliche Situation in Südafrika, der Kampf des Westens gegen den islamistischen Terrorismus oder der Einsatz von Drohnen, die aus weitab vom Kampfgebiet liegenden Einsatzzentralen gesteuert werden. So wird die Geschichte von „Enders Spiel“ zu einem Science-Fiction-Abenteuerfilm, in dem die militärische Ausbildung ein tolles Abenteuer mit harten, aber gerechten Ausbildern ist und Freundschaften fürs Leben geschlossen werden. Für den Film wurde Enders große Prüfung, die im Buch nur knappe sechs Seiten umfasst, erweitert, ohne – weil Ender den Kampf an einem Computerdisplay dirigiert – besonders packend zu sein. Es sind einfach Raumschiffe, die gegen andere Raumschiffe kämpfen – und weil wir weder die menschliche Besatzung noch die schabenartigen Gegner kennen oder sehen, können wir nur die Leistung des Feldherrn bewundern, der bedenkenlos Raumschiffe für das Kriegsziel opfert. Allerdings verwendet Hood wesentlich weniger Zeit als Card auf das Erklären der verschiedenen taktischen Züge in den von Ender gewonnenen Spielen, die als Teil von Enders detailliert geschilderter Ausbildung natürlich wichtig sind, um sein Feldherrentalent zu begreifen.

Im Film rückt dagegen die fast schon freundschaftliche Beziehung von Ender zu seinen Ausbildern Oberst Hyrum Graff (Harrison Ford) und Mazer Rackham (Ben Kingsley) und zu den anderen Soldaten stärker in den Mittelpunkt. So ist Enders rechte Hand Bean (Aramis Knight; seine Geschichte erzählt Orson Scott Card in „Enders Schatten“) von Anfang an in Enders Truppe. Das und auch die anderen Veränderungen gegenüber dem Roman sind alles kluge Entscheidungen, die der Filmgeschichte dienen.

Die im Buch gestellten moralischen Fragen, vor allem natürlich ob der Zweck die Mittel heiligt, sind immer noch vorhanden und so regt der Science-Fiction-Film „Ender’s Game“ auch zum Nachdenken an. Obwohl die moralischen Fragen und politischen Ansichten des Romans für ein weltweites Publikum so lange weichgespült wurden, bis sie in einem politischen Vakuum spielen.

Ender s Game - Plakat

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game, 1985 (Das große Spiel, Enders Spiel)

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Card - Enders Spiel - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Moviepilot über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Metacritic über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Rotten Tomatoes über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Wikipedia über „Ender’s Game – Das große Spiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferrys (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)“ (Ender’s Game: Battle School 1 – 5, 2009)


„Ender’s Game“ – die gezeichnete Version von Orson Scott Cards Roman

Oktober 9, 2013

 

Die demnächst startende Verfilmung von Orson Scott Cards Debütroman „Enders Spiel“ bescherte uns jetzt auch die deutsche Ausgabe der bereits vor fünf Jahren in den USA erschienenen Comics, die dort ziemlich erfolgreich sind. Immerhin gibt es genügend Nachschub.

In seinem mit dem Nebula- und Hugo-Preis ausgezeichneten Roman erzählt Card von einer Zukunft, in der bereits Kinder zu Soldaten ausgebildet werden. Sie sollen dann gegen einen gefährlichen außerirdischen Feind, der die Menschheit bereits einmal fast besiegt hätte, kämpfen.

Der junge Andrew ‚Ender‘ Wiggin ist dabei, so die Militärs, ein überragendes Talent, das einmal der größte Krieger aller Zeiten werden könnte. Dafür wird er als Sechsjähriger von seinen Eltern getrennt. In der Akademie durchläuft er eine harte Ausbildung, die im Mittelpunkt von „Ender’s Game – Das große Spiel“ steht.

Allerdings verzichteten Orson Scott Card, der die Oberaufsicht über die Comicserie hat, und Autor Christopher Yost auf sämtliche Hintergründe zur Gesellschaft und zur außerirdischen Bedrohung. Enders Ausbildung erscheint hier, obwohl sie dem Roman akkurat folgt, als reiner Selbstzweck, durchgeführt von einem menschenverachtendem Militär in einer ebenso menschenverachtenden Gesellschaft gegen einen nicht existierenden Feind.

Und die Ausbildung verläuft immer gleich: Ender kommt als jüngstes Mitglied in eine Gruppe, er wird gehänselt (was von dem Militärs gewünscht ist, weil sie glauben, dass Ender einerseits sehr beeinflussbar ist, aber andererseits gegen seine Feinde unerbittlich vorgeht und solange er keine Freunde hat, wird er ein guter Krieger sein), beweist sich und kommt, als Jüngster, in die nächste Klasse, in der er wieder gehänselt wird. Das liest sich schnell etwas redundant. Auch wenn die weitgehend gesichtslosen Militärs, nur Colonel Hyrum Graff, Direktor der Primarerziehung der Internationalen Flotte (halt des Militärs), taucht öfter auf, Enders Leben hemmungslos manipulieren und seltsame Entwicklungen in Enders Märchenland, einem Gedankenspiel, das auch vom Unterbewusstsein des Spielers gesteuert wird, feststellen.

Der Comic „Ender’s Game – Das große Spiel“ liest sich wie die Skizze für ein größeres Werk. Allerdings sind in dem ersten Sammelband auch nur die ersten Stationen von Enders Ausbildung enthalten.

Der Folgeband „Kommandanten-Schule“ ist für den 19. November angekündigt.

Card - Ender s Game - 1

Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferry (Zeichnungen): Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)

(übersetzt von Bluna Williams)

Panini, 2013

132 Seiten

14,95 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game: Battle School 1 – 5

Marvel 2008/2009

(2009 als Sammelband)

Die Vorlage

Card - Enders Spiel - 2Card - Enders Schatten - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

Orson Scott Card: Enders Schatten

(übersetzt von Regina Winter)

Heyne, 2013

592 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Shadow

Tor, 1999

Die Verfilmung

Ender s Game - Plakat

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight, Jessica Harthcock

Länge: 114 Minuten

Kinostart: 24. Oktober 2013

Hinweise

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film


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