TV-Tipp für den 12. November: The World’s End

November 12, 2017

Nein, das ist nicht das Ende des WochenENDEs, sondern

RTL II, 22.30

The World’s End (The World’s End, Großbritannien 2013)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Simon Pegg, Edgar Wright

Zwei Jahrzehnte nachdem sie Newton Haven verlassen haben, kann Gary King seine alten Schulkumpels überzeugen, die damals vorzeitig abgebrochene Sauftour endlich zu beenden. Aber schon vor dem ersten Bier kommen ihnen die Dorfbewohner seltsam vor.

„The World’s End“ ist die neueste Komödie der Macher von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ und ist eigentlich ein Remake von „Shaun of the Dead“ mit zombiehaft angreifenden Aliens anstatt Zombies. Dazu gibt es etwas Midlife-Crisis-Komödie – und viele Anspielungen.

Der Film ist wie ein Pubbesuch mit einigen guten Freunden, plus einer grandiosen Methode, die Aliens zu besiegen, die eindeutig aus der „Dr. Who“-Schule stammt, und einem unpassendem Epilog, der ungefähr so witzig wie der Kater nach der Sauftour ist. Aber bis dahin…

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Simon Pegg, Nick Frost, Paddy Considine, Martin Freeman, Eddie Marsan, Rosamund Pike, David Bradley, Pierce Brosnan

Wiederholung: Montag, 13. November, 04.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The World’s End“

Moviepilot über „The World’s End“

Metacritic über „The World’s End“

Rotten Tomatoes über „The World’s End“

Wikipedia über „The World’s End“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „Baby Driver“ (Baby Driver, USA 2017)

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TV-Tipp für den 16. August: Pride

August 15, 2017

Arte, 20.15

Pride (Pride, Großbritannien 2014)

Regie: Matthew Warchus

Drehbuch: Stephen Beresford

Großbritannien 1984: Die Minenarbeiter streiken und hungern und werden von der Regierung bekämpft. In London entschließt sich der homosexuelle Aktivist Mark Ashton, ihnen zu helfen. Schließlich kämpfen sie doch beide gegen die Thatcher-Regierung. Das ist dann aber auch die einzige Gemeinsamkeit zwischen ihnen. Trotzdem überzeugt Ashton einige seiner Freunde, mit ihm Geld für die Streikenden zu sammeln und das Geld persönlich den Streikenden in Onllwyn zu überreichen.

Zum Kinostart des auf Tatsachen basierenden Feelgood-Movies schrieb ich: „Pride“ ist einer der schönsten Filme des Jahres. Erzählt in einem rauhen, unsentimentalem, aber auch humorvollem Tonfall, der das Herz wärmt und zeigt, wie Veränderungen geschehen können. So ist das Schlussbild, wenn die Bergarbeiter im gespendeten LGSM-Bus (Lesbians and Gays Support the Miners – yep, sehr unzweideutige Namensgebung) nach London kommen und bei dem Gay-Pride-Marsch mitdemonstrieren ein schönes Schlussbild.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ben Schnetzer, George Mackay, Dominic West, Andrew Scott, Bill Nighy, Imelda Staunton, Paddy Considine, Jessica Gunning, Paye Marsay

Wiederholung: Montag, 28. August, 13.35 Uhr

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Pride“
Moviepilot über „Pride“
Metacritic über „Pride“
Rotten Tomatoes über „Pride“
Wikipedia über „Pride“ (deutsch, englisch)
The Guardian über „Pride“ und die historischen Hintergründe (18. September 2014) (es wird ein „A -“ für die historische Genauigkeit vergeben)
The Guardian über „Pride“: Ausführliche Reportage und Interviews über die historischen Hintergründe des Films (31. August 2014)

Meine Besprechung von Matthew Warchus‘ „Pride“ (Pride, Großbritannien 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Girl with All the Gifts“ und dem Zombie-Gen

Februar 9, 2017

Glenn Close in einem Zombiefilm? Das macht neugierig. Die ersten geheimnisvollen Minuten des Films ebenso. Sie basieren auf einer mit dem Edgar ausgezeichneten Kurzgeschichte, die Mike Carey später zu einem Roman und einem Drehbuch ausbaute. Danach, wenn eine Gruppe Überlebender die auf dem Land gelegene Militärstation verlassen und sich Richtung London zu anderen Überlebenden durchschlagen müssen, gehorcht die Handlung von „The Girl with All the Gifts“ den bekannten Genrekonventionen. Auch wenn hier die Zombies Hungries genannt werden, sie reglos herumstehen, bis sie Nahrung wittern und sie durch eine Pilzinfektion zu Zombies wurden.

Die ersten Filmminuten spielen in den Kellern einer Kaserne (was wir erst später erfahren). In Zellen werden Kinder gefangen gehalten. Die schwerbewaffneten Soldaten scheinen sich vor ihnen zu fürchten und sie werden, mit Gesichtsmasken, an Rollstühle gefesselt durch das Gebäude transportiert. Zum Schulunterricht, der ebenfalls von bewaffneten Soldaten überwacht wird und den die Gefesselten in ihren Rollstühlen erhalten. Wobei unklar ist, warum Helen Justineau (Gemma Arterton) diese Bestien unterrichtet. Als sie sich dem titelgebenden „Girl with All the Gifts“ Melanie (Sennia Nanua), die ihre intelligenteste Schülerin ist, zu sehr nähert, reibt Sergeant Eddie Parks (Paddy Considine) etwas Schutzgel von seiner Haut ab. Plötzlich werden all die Schüler, die sich bis jetzt vollkommen normal verhielten, zu schreienden, triebgesteuerten Bestien.

Dritte Hauptperson ist Dr. Caroline Caldwell. Gespielt wird sie von Glenn Close, die eine der Hauptrollen hat und bis zum Schluss dabei ist. Das muss man ja sagen, weil sonst Stars in kleinen Filmen oft nur eine kleine Rolle haben, die auf dem Plakat groß beworben wird. Als Wissenschaftlerin sucht sie nach einem Gegenmittel. Dafür experimentiert sie mit den Zombies.

Diese drei Menschen machen sich, mit einigen weiteren Soldaten, nach einem Zombieüberfall auf das Militärlager auf den Weg nach London. Dort hoffen sie auf andere Überlebende zu treffen. Begleitet werden sie, weil Caldwell Melanie für weitere Experimente benötigt, von Melanie. Sie behandeln die gefährliche Gefangene wie ein Tier. Als weiblicher, intelligenter Kaspar Hauser entdeckt Melanie erstmals die seit Jahren von Zombies beherrschte Welt außerhalb des Gefängnisses, in dem sie bis jetzt lebte. Außerdem steht sie – theoretisch -, wie in einem Western, vor die Wahl, ob sie den weißen Siedlern oder ihren Stammesgenossen hilft. Dummerweise sind die eine desorganisierte, primitiven Trieben gehorchende Horde.

Colm McCarthy arbeitete bislang vor allem für das Fernsehen für Serien wie „Sherlock“, „Peaky Blinders“, „Doctor Who“ und „Injustice“. Mit „The Girl with All the Gifts“ inszenierte er einen Zombiefilm, den ich als DVD- oder TV-Film wahrscheinlich ziemlich uneingeschränkt loben würde. Die Schauspieler sind gut. Die Geschichte ist ordentlich entwickelt. Die Suspense-Momente ebenso. Die Action überzeugt. Schauwerte zwischen Stadt und Land und verfallenen Gebäuden sind reichlich vorhanden. Immer knüpft die Geschichte an eine erkennbare Realität an.

Im Kino ist dann alles eine Nummer zu klein und zu gewöhnlich geraten. Da fallen dann die durchgehend etwas zu farblosen Bilder negativ auf. Die Story, auch wenn es eine Reisegeschichte ist, plätschert oft zu sehr vor sich hin. Und, gerade im Hinblick auf das überraschende Ende, fallen einige Drehbuchschwächen auf. Da werden Dinge, wie das geruchshemmende Gel, das die Menschen zum Schutz gegen die Zombies auftragen müssen, anfangs immer wieder penetrant häufig erwähnt, später überhaupt nicht mehr. Andere Dinge, die für das Finale wichtig sind und eine ausführliche Diskussion lohnen würden, werden dagegen überhaupt nicht vorbereitet. Dafür wird Zeit verschwendet, um eher unwichtige Dinge so ausführlich zu erklären, dass auch der dümmste Zuschauer sie versteht. Und einiges ist unlogisch. Wenn auch nicht unlogischer als in anderen Zombiefilmen.

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The Girl with All the Gifts (The Girls with All the Gifts, Großbritannien/USA 2016)

Regie: Colm McCarthy

Drehbuch: Mike Carey

LV: M. R. Carey (das ist Mike Carey): The Girl with All the Gifts, 2014 (Die Berufene)

mit Gemma Arterton, Sennia Nanua, Glenn Close, Paddy Considine, Anamaria Marinca, Dominique Tipper, Fisayo Akinade, Anthony Welsh

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Girl with All the Gifts“

Metacritic über „The Girl with All the Gifts“

Rotten Tomatoes über „The Girl with All the Gifts“

Wikipedia über „The Girl with All the Gifts“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 20. August: The World’s End

August 20, 2016

RTL, 22.00

The World’s End (The World’s End, Großbritannien 2013)

Regie: Edgar Wright

Drehbuch: Simon Pegg, Edgar Wright

Zwei Jahrzehnte nachdem sie Newton Haven verlassen haben, kann Gary King seine alten Schulkumpels überzeugen, die damals vorzeitig abgebrochene Sauftour endlich zu beenden. Aber schon vor dem ersten Bier kommen ihnen die Dorfbewohner seltsam vor.

The World’s End“ ist die neueste Komödie der Macher von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ und ist eigentlich ein Remake von „Shaun of the Dead“ mit zombiehaft angreifenden Aliens anstatt Zombies. Dazu gibt es etwas Midlife-Crisis-Komödie – und viele Anspielungen.

Der Film ist wie ein Pubbesuch mit einigen guten Freunden, plus einer grandiosen Methode, die Aliens zu besiegen, die eindeutig aus der „Dr. Who“-Schule stammt, und einem unpassendem Epilog, der ungefähr so witzig wie der Kater nach der Sauftour ist. Aber bis dahin…

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Simon Pegg, Nick Frost, Paddy Considine, Martin Freeman, Eddie Marsan, Rosamund Pike, David Bradley, Pierce Brosnan

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The World’s End“

Moviepilot über „The World’s End“

Metacritic über „The World’s End“

Rotten Tomatoes über „The World’s End“

Wikipedia über „The World’s End“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edgar Wrights „The World’s End“ (The World’s End, Großbritannien 2013)


DVD-Kritik: „Der Verdacht des Mr. Whicher“ führt viermal zum Täter

August 1, 2016

Vor Sherlock Holmes gab es Jack Whicher. Er ermittelte im viktorianischen England der 1860er und 1870er Jahre und – das kommt jetzt für einige Holmesianer vielleicht als Schock – Jack Whicher ist eine reale Gestalt, die eine Inspiration für Charles Dickens‘ Inspector Bucket in „Bleak House“ war. Er war Scotland-Yard-Inspector und einer seiner bekanntesten Fälle war der Mord von Road Hill House 1860, der 2008 von Kate Summerscale in dem Sachbuch „The Suspicions of Mr Whicher or The Murder at Road Hill House“ verarbeitet wurde. Das Buch war dann die Vorlage für den gleichnamigen Film, der den Auftakt zu einer kleinen, betulich erzählten Filmreihe bildete. Insgesamt entstanden zwischen 2011 und 2014 vier spielfilmlange Filme mit Paddy Considine als Jack Whicher. Dabei ist er nur in „Der Mord von Road Hill House“ Polizist. In „Der Mord in Angel Lane“, „Mein Fleisch und Blut“ und „Der Schein trügt“ arbeitet er als Privatdetektiv.

In „Der Mord von Road Hill House“ versucht er den Mord an einem dreijährigem Kind aufzuklären. Der Mörder muss, weil es keine Einbruchspuren gibt, jemand aus der Familie oder des Personals sein. Der wahre Fall ist ein echter Rätselkrimi, ein Locked-Room-Mystery, das damals von der Öffentlichkeit interessiert verfolgt wurde und in der Literatur seine Spuren hinterließ, wie in Wilkie Collins‘ „Der Monddiamant“.

In „Der Mord in der Angel Lane“ arbeitet Jack Whicher nicht mehr als Polizist. Er wird von Lady Susan Spencer gebeten, ihre schwangere Nichte Mary Spencer, die in London spurlos verschwunden ist, zu suchen. Da wird ihre Leihe gefunden. Whicher sucht ihr verschwundenes Kind und ihren Mörder.

In „Mein Fleisch und Blut“ bittet Sir Edward Shore Whicher ihn um Hilfe. Sein Sohn, der einige Zeit in Indien lebte, wird in London von einem Inder verfolgt. Anscheinend will der Inder Charles Shore umbringen, weil dieser in Indien etwas getan hat.

In „Der Schein trügt“ beschattet Whicher die Frau von Sir Henry Coverly. Es gelingt ihm, Beweise für ihre Untreue zu beschaffen. Als ihr Liebhaber ermordet wird, beginnt Whicher den Täter zu suchen.

Wer von „Der Verdacht des Mr. Whicher“ eine Variante von Sherlock Holmes, vor allem in seinen neuen Inkarnationen, erwartet, – immerhin wird die Serie mit dem Spruch „Im viktorianischen England beruht die Gerechtigkeit auf dem Verdacht des Mr. Whicher.“ beworben -, und es gerne etwas stylisch in Richtung „Peaky Blinders“ oder „Ripper Street“ hätte, dürfte enttäuscht sein. Mr. Whicher ist doch ein ziemlich normaler Mann. Er ist kein Exzentriker oder Genie, sondern eher ein Kommissar Maigret oder ein notorisch schlecht gelaunter Inspector Barnaby. Seine Ermittlungen stützen sich weniger auf Spuren, als auf Befragungen von Menschen, die mehr oder weniger viel zu verbergen haben und mehr oder weniger schamlos lügen. Dabei ist er mit Fällen und Motiven konfrontiert, die jederzeit spielen könnten. Gesellschaftliche Zwänge und Regeln werden nicht, wie in anderen in der Vergangenheit spielenden Krimis, als wichtiger Teil der Ermittlung angesprochen.

Aber das Zeitkolorit ist mit den Gebäuden, den Kutschen und den Kleidern gut getroffen, Paddy Considine ist immer ein Gewinn, die anderen Schauspieler sind auch gut und allzuviele historische Kriminalfilme gibt es nicht.

Als Bonusmaterial gibt es ein informatives kurzes „Behind the Scenes“ zum ersten Whicher-Film „Der Mord von Road Hill House“.

Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House (The Suspicions of Mr Whicher: The Murder at Road Hill House, Großbritannien 2011)

Regie: James Hawes

Drehbuch: Neil McKay

LV: Kate Summerscale: The Suspicions of Mr Whicher or The Murder at Road Hill House, 2008 (Der Verdacht des Mr Whicher oder Der Mord von Road Hill House)

mit Paddy Considine, Peter Capaldi, Tom Georgeson, William Beck, Emma Fielding, Tim Pigott-Smit, Kathe O’Flynn

Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord in der Angel Lane (The Suspicions of Mr Whicher: The Murder in Angel Lane, Großbritannien 2013)

Regie: Christopher Menaul

Drehbuch: Neil McKay

mit Paddy Considine, Olivia Colman, William Beck, Shaun Dingwall

Der Verdacht des Mr. Whicher: Mein Fleisch und Blut (The Suspicions of Mr Whicher: Beyond the Pale, Großbritannien 2014)

Regie: David Blair

Drehbuch: Helen Edmundson

mit Paddy Considine, Nancy Carroll, John Hefferman, Adrian Quinton, Laura Frances-Morgan, Raphael Brandman, Tyler Bennett, Nicholas Jones, Ellora Torchia, Tim Pigott-Smith

Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Schein trügt (The Suspicions of Mr Whicher: The Ties that bind, Großbritannien 2014)

Regie: Geoffrey Sax

Drehbuch: Helen Edmundson

mit Paddy Considine, Helen Bradbury, Nancy Caroll, Ristead Cooper, Joanna Horton, James Northcote, Luke Thompson

Die DVDs

Der Verdacht des Mr Whicher - Road Hill House - Angel Lane - DVD-Cover - 4

Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House/Der Mord in der Angel Lane

Polyband

Bild 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Behind the Scenes

Länge: 180 Minuten (2 x 90 Minuten)

FSK: ab 12 Jahre

Der Verdacht des Mr Whicher - Fleisch und Blut - Schein - DVD-Cover - 4

Der Verdacht des Mr. Whicher: Mein Fleisch und Blut/Der Schein trügt

Polyband

Bild 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: –

Länge: 180 Minuten (2 x 90 Minuten)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Verdacht des Mr. Whicher“

Wikipedia über „Der Verdacht des Mr. Whicher“ und Jack Whicher


TV-Tipp für den 3. Juni: Blitz

Juni 3, 2016

Pro7, 22.25

Blitz (Großbritannien 2011, Regie: Elliott Lester)

Drehbuch: Nathan Parker

LV: Ken Bruen: Blitz or Brant Hits the Blues, 2002

London: Detective Sergeant Brant jagt einen Polizistenmörder und kümmert sich dabei wenig um Recht und Gesetz.

Harter Copfilm nach einem harten Polizeiroman von Ken Bruen, dem Erfinder von Jack Taylor. Von seinen sieben „Inspector Brant“-Romane sind inzwischen, endlich!, zwei Romane auf Deutsch veröffentlicht und in der Kriminalakte gebührend abgefeiert worden.

mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, David Morrisey, Luke Evans

Wiederholung: Sonntag, 5. Juni, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blitz“

Wikipedia über „Blitz“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Füchsin“ (Vixen, 2003)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Michael Fassbender ist „Macbeth“

Oktober 29, 2015

Die Frage, ob wir wirklich noch eine weitere Shakespeare-Verfilmung brauchen, ist etwas akademisch. Es gibt sie einfach. Jedes Jahr mehrere, die mehr oder weniger werkgetreu Shakespeares Werke interpretieren. Seit einigen Jahren werden sie gerne in die Gegenwart verlegt, was mindestens interessant ist und eine gewisse Aufmerksamkeit garantiert.
Justin Kurzel („Die Morde von Snowtown“) verlegte die Geschichte von Macbeth nicht in die Gegenwart, sondern an seinen schottischen Originalschauplatz, wo der Film gedreht wurde.
Die Geschichte von Macbeth dürfte bekannt sein: Macbeth (Michael Fassbender) ist der Anführer des königlichen Heeres. Nachdem er in einer blutigen Schlacht den Rebellenführer Macdonwald tötete, prophezeien ihm und seinem Kampfgefährten Banquo (Paddy Considine) drei mysteriöse Frauen (aka Hexen), dass er bald Than von Cawdor und König von Schottland sein werde. Banquo werde der Vater künftiger Könige sein.
Kurz darauf wird Macbeth von einem Boten zum Than von Cawdor ernannt.
Als er nach Inverness zurückkehrt, erfährt seine Frau, Lady Macbeth (Marion Cotillard), von der Prophezeiung und sie stachelt ihren Mann an, den König zu töten. Was Macbeth auch tut.
Jetzt ist er König, aber die Hexen tauchen wieder auf, er wird immer mehr zum Tyrannen, Schuldgefühle plagen ihn, er wird zunehmend wahnsinnig und er muss, gegen viele Widersacher, um seinen Thron kämpfen.
Es ist gut, wenn man die Geschichte von Macbeth präsent hat, wenn man sich „Macbeth“ ansieht. Denn die Shakespearschen Verse sind weit entfernt von unserer Sprache, die Geschichte besticht nicht gerade durch erzählerische Stringenz (jedenfalls nach den Hollywood-Erzählkonventionen), die Namen sind eher gewöhnungsbedürftig und die vollbärtigen Krieger und Herrscher sehen sich arg ähnlich. Außerdem hat Macbeth nach seiner Rückkehr aus dem Kampf Probleme mit der Realität und er sieht Geister. Posttraumatische Belastungsstörung heißt die aktuelle Diagnose. Früher hat man ihn einfach für verrückt erklärt.
Kurzel bemühte sich einerseits um eine möglichst werkgetreue Interpretation mit dem originalen Shakespeare-Text, die er vor Ort in Schottland drehte, und andererseits inszenierte er vor allem die Kampfszenen in äußerst abstrakten Bildern, die eine gespenstische Schönheit haben und in ihrem Wahnsinn eher an die Kriegsbilder aus „Apocalypse Now“ erinnern.
So grandios diese Schlachtgemälde sind, so enttäuschend sind dann die Innenaufnahmen, in denen man die alten Gemäuer, die karge, aber durchaus ansehnliche Innenausstattung und die Kostüme kaum zur Geltung kommen, denn die Bilder sind so dunkel, dass man außer den Schauspielern kaum etwas erkennen kann.
Das ist deutlich von Orson Welles‘ „Macbeth“ (1947) inspiriert. Welles musste, weil er nur ein kleines Budget hatte, in spartanischen Kulissen drehen. Dafür setzte er auf eine expressionistische Lichtsetzung und eine extreme Stilisierung.
Kurzels „Macbeth“ hat eine in sich geschlossene Vision, gute Schauspieler, eine prächtige Ausstattung und den Text von William Shakespeare. Das ist sehr düster, sehr dunkel, kalkuliert wahnsinnig und, bei den Außenaufnahmen, äußerst bildgewaltig. Aber so richtig begeistern will diese Neuinterpretation dann doch nicht. Es bleibt ein eher intellektuelles Vergnügen.

Macbeth - Plakat

Macbeth (Macbeth, Großbritannien 2015)
Regie: Justin Kurzel
Drehbuch: Jacob Koskoff, Todd Louiso, Michael Lesslie
LV: William Shakespeare: Macbeth, 1611/1623 (ursprünglich „The Tragedy of Macbeth“) (Macbeth)
mit Michael Fassbender, Marion Cotillard, David Thewlis, Jack Reynor, Paddy Considine, Hilton McRae, Sean Harris, David Hayman, James Harkness, Elizabeth Debicki
Länge: 113 Minuten
FSK: ab 12 Jahre (wahrscheinlich Kulturbonus)

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Macbeth“
Moviepilot über „Macbeth“
Metacritic über „Macbeth“
Rotten Tomatoes über „Macbeth“
Wikipedia über „Macbeth“ und das Theaterstück „Macbeth“
Meine Besprechung von Justin Kurzels „Die Morde von Snowtown“ (Snowtown, Australien 2011)


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