DVD-Kritik: „State of Play – Mord auf Seite Eins“, schmutzige Wäsche auf Seite Drei und Politik danach

Februar 27, 2019

Es gibt viele gute Gründe, sich die schon etwas ältere BBC-Miniserie „State of Play – Mord auf Seite Eins“ anzusehen. Da ist einmal der gewonnene Edgar als beste TV-Miniserie/Film. Da ist die Besetzung. John Simm, David Morrissey, Kelly Macdonald, Bill Nighy und James McAvoy spielen Hauptrollen. Einige standen damals am Anfang ihrer Karriere, die sie zu „The Walking Dead“ und „X-Men“ führte. Und dann könnte da noch der Wunsch sein, dass man einfach eine gute Serie sehen möchte.

Es beginnt mit zwei Ereignissen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. In einem Westend-Hinterhof wird ein 15-jähriger Drogendealer erschossen. Ein zufällig anwesender Zeuge wird angeschossen. Zur gleichen Zeit verunglückt eine junge Frau in der Londoner U-Bahn. Sie war eine Mitarbeiterin des jungen, aufstrebenden Labour-Abgeordneten Stephen Collins (David Morrissey). Er ist Vorsitzender der Energiekommission.

Als „Herald“-Starreporter Cal McCaffrey (John Simm) über den Tod des jungen Drogendealers recherchiert, entdeckt er eine Verbindung zu Collins‘ toter Mitarbeiterin und er vermutet, dass ihr Tod kein Unglück war und dass sie bei ihrer Arbeit etwas sehr Brisantes entdeckte.

Weil er Collins von früher kennt – er war sein Wahlkampfmanager für die Unterhauswahlen -, gestalten sich die Recherchen zwischen professioneller Distanz und Freundschaft schwierig.

Bewundernswert schnell entwickelt sich in der sechsteiligen BBC-Miniserie die Geschichte, die entsprechend schnell ein verwickelter Knäuel unterschiedlicher Interessen und Loyalitäten aus Politik, Presse, Wirtschaft und Privatem wird.

Das Drehbuch für „State of Play – Mord auf Seite Eins“ ist von Paul Abbott. Er schrieb mehrere Drehbücher für die legendäre Krimiserie „Cracker“ (Für alle Fälle Fitz) und war der kreative Kopf hinter Serien wie „Hit & Miss“ und, zuletzt, „Shameless“ und „No Offence“.

Regie führte David Yates, der damals nur ein TV-Regisseur war. Seitdem drehte er vier Harry-Potter-Filme und er soll alle „Fantastic Beasts“/“Phantastische Tierwesen“-Filme inszenieren. Schon in „State of Play“ führte er, noch ohne Spezialeffekte, ein großes Ensemble über mehrere Stunden souverän durch eine spannende, aus mehreren Handlungssträngen bestehende Geschichte.

In England war die spannende Serie ein Hit. Es gab zahlreiche Preise und Nominierungen. Neben dem schon erwähnten Edgar erhielt „State of Play“ drei BAFTA-Awards (Bill Nighy als bester Hauptdarsteller, Mark Day für den Schnitt und Simon Okin, Stuart Hilliker, Jamie McPhee und Pat Boxshall für den Ton) und war für weitere BAFTAs nominiert, u. a. David Morrissey ebenfalls als bester Hauptdarsteller und die gesamte Serie als beste dramatische Serie. Außerdem erhielt sie erhielt einen Peabody Award und mehrere Preise der Royal Television Society. Um nur einige zu nennen.

Paul Abbott sollte eine Fortsetzung schreiben. Er versuchte es. Später sagte er, es werde keine Fortsetzung geben, weil er nicht wisse, welche neue Geschichte er mit diesen Charakteren erzählen solle. Ein besseres Lob kann man wohl kaum einer Serie machen.

2009 gab es ein von Kevin Macdonald inszeniertes, starbesetztes und gutes Remake. Jedenfalls solange man die vielschichtige, über gut sechs Stunden fesselnde Vorlage nicht kennt.

In Deutschland zeigte Arte die sechsteilige, in sich abgeschlossene (das muss man heute bei den vielen offenen Serienenden ja sagen) Mini-Serie 2008. Seitdem wurde sie, wenn ich mich nicht irre, nicht wiederholt.

Polyband veröffentlicht „State of Play – Mord auf Seite Eins“ jetzt wieder auf DVD. Wieder ohne Bonusmaterial.

State of Play – Mord auf Seite Eins (State of Play, Großbritannien 2003)

Regie: David Yates

Drehbuch: Paul Abbott

mit John Simm, David Morrissey, Kelly Macdonald, Bill Nighy, James McAvoy, Polly Walker, Philip Glenister, Marc Warren, James Laurenson, Benedict Wong

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 300 Minuten (6 x 50 Minuten) (2 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

BBC über „State of Play“

BFI Screen Online über „State of Play“

Wikipedia über „State of Play“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Yates‘ „Legend of Tarzan“ (The Legend of Tarzan, USA 2016)

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TV-Tipp für den 27. Januar: State of Play – Der Stand der Dinge

Januar 27, 2018

ZDFneo, 21.45

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief (und mal wiederholte werden könnte), ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend konnte Hollywood sich 2009 einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „State of Play“

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


TV-Tipp für den 17. Juni: State of Play – Der Stand der Dinge

Juni 17, 2017

ZDF, 23.30

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „State of Play“

Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)

Mene Besprechung von Kevin Macdonalds „Black Sea“ (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)


TV-Tipp für den 15. Juni: State of Play – Der Stand der Dinge

Juni 15, 2014

RTL, 20.15/23.25

State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)

In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.

Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.

Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.

Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.

mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

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Rotten Tomatoes über „State of Play“

Tony Macklin vergleicht Original und Kopie (und hält das Original für etwas besser)

Kriminalakte über die TV-Serie „Mord auf Seite 1″ (State of Play)


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