Neu im Kino/Filmkritik: „Unknown User: Dark Web“ ist ein gefährlicher Ort

Dezember 11, 2018

Desktop-Film, nächste Runde. Vor wenigen Wochen zeigte „Searching“, was in diesem Format alles möglich ist. Diesen Thriller sollte man sich unbedingt ansehen. Vor über drei Jahren zeigte „Unknown User“, dass es möglich ist, einen gesamten Spielfilm zu inszenieren, der vor dem Computer spielt und uns Zuschauer neunzig Minuten auf die Leinwand starren lässt, die nur einen Computerbildschirm zeigt, ohne dass man gelangweilt einschläft oder fluchtartig das Kino verlässt.

Unkown User: Dark Web“ ist der jüngste dieser Desktop-Filme.

Dieses Mal geht es um den jungen Matias, der in einem Café einen liegen gelassenen Laptop mitnimmt. Anscheinend vermisst niemand den Computer. Kurz nachdem er sich mit seinen Freunden für einen gemeinsamen Skype-Spieleabend zusammenfindet, entdeckt er auf dem fremden Laptop Dateien, die allen gängigen Dark-Web-Vorurteilen entsprechen und der Besitzer meldet sich. Er möchte seinen Computer wieder haben. Bis dahin bringt er Matias Freunde um. In Echtzeit.

Trotz der Titelgleichheit zwischen „Unknown User“ und „Unknown User: Dark Web“ sind die von Timur Bekmanbetov und Jason Blum (Blumhouse) billig produzierten Horrorfilme zwei vollkommen voneinander unabhängige Filme. Im Moment ist die einzige Verbindung zwischen den Horrorfilmen ihre Machart als Desktop-Film.

Für Regisseur Stephen Susco ist „Unknown User: Dark Web“ sein Regiedebüt. Davor schrieb er die Drehbücher für Horrorfilme wie „Der Fluch – The Grudge“, „Der Fluch – The Grudge 2“, die Jack-Ketchum-Verfilmung „Red“ und den Verfolgungsthriller „The Reach – In der Schusslinie“ (mit Michael Douglas).

Die von ihm erfundene Filmgeschichte ist dann auch schlüssiger als die halbgare Horrorgeschichte von „Unknown User“. Susco begibt in die sagenumwobenen dunklen Ecken des Internets und damit auch in ziemlich trashige Thrillergefilde.

Allerdings krankt „Unknown User: Dark Web“ an seinen nervigen und dummen Charakteren, über deren Ableben man erfreut ist, und an einer wenig gelungenen Benutzerführung. Zu oft irrt der Blick hilflos auf der Leinwand herum, anstatt sich an den Bewegungen der Maus oder der Tastatur eindeutig orientieren zu können. Denn selbstverständlich geht Matias nach der Methode vor, dass man immer noch einen weiteren Bildschirm öffnen kann, ehe das nächste Fenster aufpoppt.

Unknown User: Dark Web (Unfriended: Dark Web, USA 2018)

Regie: Stephen Susco

Drehbuch: Stephen Susco

mit Colin Woodell, Betty Gabriel, Stephanie Nogueras, Rebecca Rittenhouse, Andrew Lees, Coonor Del Rio, Savira Windy Ani

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Universal-Pictures-Horrorfilm-Facebook-Seite

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Unknown User: Dark Web“

Metacritic über „Unknown User: Dark Web“

Rotten Tomatoes über „Unknown User: Dark Web“

Wikipedia über „Unknown User: Dark Web“ (deutsch, englisch)


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