TV-Tipp für den 18. August: Snowden

August 17, 2019

RTL, 20.15

Snowden (Snowden, USA/Deutschland 2016)

Regie: Oliver Stone

Drehbuch: Oliver Stone, Kieran Fitzgerald

LV: Anatoli Kutscherena: Time of the Octopus, ?; Luke Harding: The Snowden Files: The Inside Story of the World’s Most Wanted Man, 2014 (Edward Snowden: Geschichte einer Weltaffäre)

Sehenswertes Biopic über Edward Snowden, der Mann, der uns 2013 über die globale Überwachung der NSA informierte und der seitdem als politischer Flüchtling in Moskau lebt.

Oliver Stone inszenierte den Whistleblower als Patrioten, der unbedingt als freier Mann in die USA zurückkehren sollte.

Wer Laura Poitras‘ grandiosen Dokumentarfilm „Citizenfour“ kennt, wird in „Snowden“ nichts Neues erfahren.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Am 17. September erscheint im S. Fischer Verlag Edward Snowdens Autobiographie „Permanent Record – Meine Geschichte „.

mit Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Nicolas Cage, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Rhys Ifans, Scott Eastwood, Joely Richardson, Timothy Olyphant, Ben Schnetzer

Wiederholung: Montag, 19. August, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Snowden“

Metacritic über „Snowden“

Rotten Tomatoes über „Snowden“

Wikipedia über „Snowden“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Meine Besprechung von Oliver Stones „Snowden“ (Snowden, USA/Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Laura Poitras’ „Citzenfour“ (Citizenfour, USA/Deutschland 2014) (mit weiteren Video-Interviews) und der DVD (ebenfalls mit Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Glenn Greenwalds „Die globale Überwachung“ (No place to hide, 2014)

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Neu im Kino/Filmkritik: Über Oliver Stones „Snowden“

September 22, 2016

Bei uns ist Edward Snowden ein Held, der die globale Überwachung der NSA öffentlich machte. Seitdem versucht ein Untersuchungsausschuss des Bundestages herauszufinden, wie sehr die NSA Deutsche überwacht und wie sehr der Bundesnachrichtendienst darin verwickelt ist.

In den USA ist dagegen die Meinung über ihn tief gespalten zwischen tapferer Whistleblower und feigem Landesverräter. Die Geheimdienste versuchen immer wieder ihn zu diskreditieren. Die Regierung und Konservative würden ihn am liebsten bis ans Ende der Welt in einen Kerker werfen; wenn sie nicht gerade behaupten, Snowden habe nichts verraten, was die nationale Sicherheit gefährde oder ihn gleich zu einem russischen Spion erklären.

Denn seit dem 23. Juni 2013 lebt Edward Snowden in Moskau. Nicht weil er es so plante, sondern weil sein Pass auf der Flugreise nach Südamerika von der USA für ungültig erklärt wurde. Seitdem verhandelt er, mit der Hilfe mehrerer Anwälte, über seine Rückkehr in die USA, die derzeit immer noch utopisch erscheint. Im besten Fall droht ihm eine unglaublich lange Haftstrafe. Die Todesstrafe ist auch möglich. Ein fairer Prozess sehr unwahrscheinlich.

In dieses Klima, während in den USA bekannte Bürgerrechtsorganisationen und Bürgerrechtler die an Präsident Barack Obama gerichtete Begnadigungskampagne „Pardon Snowden“, startet Oliver Stones neuer Film „Snowden“ dort und hier in den Kinos. Er erzählt im wesentlichen einfach noch einmal die bereits aus Büchern und Laura Poitras‘ Dokumentarfilm „Citizenfour“ bekannte Geschichte noch einmal. Allerdings erstaunlich konventionell. Der Film wirkt fast so, als habe Stone ein mildes Alterswerk und keine weitere, von Wut getriebene Abrechnung und Anklage der USA inszenieren wollen. „Snowden“ ist das Gegenteil zu dem aus „Natural Born Killers“ bekanntem visuellen und akustischen Overkill. Es ist ein Film, der die Konservativen und die Gegner und Feinde von Edward Snowden überzeugen will, dass der Geheimnisverräter aus lauteren Motiven handelte, dass er ein Patriot ist, der für die US-amerikanischen Werte kämpft und mit seiner Tat eine Diskussion über den Wert der Privatsphäre und die Macht der Regierung anstoßen wollte.

Das ist ehrenwert und „Snowden“ ist auch ein sehenswerter Film, der ausgehend von dem Treffen in dem Hotel in Hongkong im Juni 2013, wo Dokumentarfilmerin Laura Poitras (gespielt von Melissa Leo, die älter als Poitras ist und auf noch älter geschminkt wurde) und „The Guardian“-Kolumnist Glenn Greenwald (Zachary Quinto, verblüffend ähnlich) Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt, dito) treffen und er ihnen sein Leben erzählt und die Beweise für die globale NSA-Überwachung übergibt.

Dieses zehntägige Gespräch, das wir aus „Citizenfour“ kennen, liefert den Rahmen für die Rückblenden, in denen Snowden sein Leben erzählt und so langsam in die globale Überwachungsmaschine des US-Geheimdienstes nach 9/11 einführt.

Vor allem in der ersten Hälfte wird diese Welt und Snowdens immer stärker werdende Gewissenskonflikte lehrbuchhaft geschildert. Es beginnt mit seinen wenigen Tagen beim Militär. Nach einer Verletzung während der Ausbildung wird der brillentragende Bürohengst als dienstunfähig ausgemustert. Snowden, der ebenso glühende, wie naive Patriot, ist, weil er seinem Land nicht mehr dienen kann, verzweifelt. Da erhält er das Angebot, beim Geheimdienst an der vordersten Front der Landesverteidigung mitzumachen. Wegen seiner überragenden Computerkenntnisse fördert ihn sein Mentor Corbin O’Brian (Rhys Ifans), er trifft Hank Forrester (Nicolas Cage in einer seiner zahlreichen Kleinstrollen), der als im Ausbildungslager kaltgestelltes Computergenie eine ältere Version von Snowden ist. Und Snowden verliebt sich in Lindsay Mills (Shailene Woodley) eine Linke, die ihn auf eine Antikriegsdemo mitnimmt.

Diese Beziehung rückt in der zweiten Hälfte des Films, wenn Snowden in Tokio, Maryland und Hawaii arbeitet, immer mehr in den Mittelpunkt, ohne die Geschichte wirklich voran zu bringen. Im Gegenteil: Lindsay wird immer mehr zum typischen Heimchen am Herd mit Anwandlungen von Weinerlichkeit und einem Gottvertrauen in die US-Regierung, das sie bei ihrer ersten Begegnung mit Snowden nicht hatte.

Neben ihr hat Snowden, außer einigen austauschbaren Arbeitsbeziehungen, keine Freunde und keine Bekannten. Auch seine Eltern und seine ältere Schwester tauchen in „Snowden“ nicht auf. Snowden, der in die Produktion involviert und das Drehbuch vor dem Dreh las, bleibt in dem über zweistündigem Film ein Mensch ohne eine Familie und ohne soziale Beziehungen. Er ist der Mensch, den wir in „Citizenfour“ kennen lernten und der seitdem als öffentliche Person seine Auftritte in den Medien (und in „Snowden“) hat. Dabei hätte gerade ein Blick auf seine Familie einen neuen Blick auf ihn eröffnen können. Auch ein Blick auf seine Zeit in Moskau und der öffentlich ausgetragene Kampf um die Interpretation der von ihm veröffentlichten Dokumente hätten einen neuen Blick auf Snwoden eröffnen können.

So ist „Snowden“ für alle, die „Citizenfour“ kennen, nur ein Reenactment des mit dem Dokumentarfilmoscar ausgezeichneten und sehr sehenswerten Films. Stones Film endet allerdings, abgesehen von dem Epilog, in Hongkong. Poitras erzählte in „Citizenfour“ die Geschichte noch etwas weiter.

Obwohl Stone der bekannten Geschichte keine neuen Aspekte abgewinnt (und auch nicht abgewinnen will), ist „Snowden“ dank der Besetzung und der guten Kameraarbeit (eigentlich sehen wir nur sprechende Köpfe in Innenräumen) sehenswert. In einigen Jahren wird „Snowden“ als Film, der den Moment, in dem sich die Diskussion über die globale Überwachung radikal änderte, sogar noch wichtiger werden. Denn selbstverständlich wird der Spielfilm öfter und zu besseren Zeiten im Fernsehen gezeigt werden als der Dokumentarfilm.

Für den Moment liefert Oliver Stone gut gemachtes politisches Aufklärungskino mit leicht angezogener Handbremse, das vor allem zu einer Rehabilitierung und Begnadigung von Edward Snowden in den USA führen soll.

snowden-plakat

Snowden (Snowden, USA/Deutschland 2016)

Regie: Oliver Stone

Drehbuch: Oliver Stone, Kieran Fitzgerald

LV: Anatoli Kutscherena: Time of the Octopus, ?; Luke Harding: The Snowden Files: The Inside Story of the World’s Most Wanted Man, 2014 (Edward Snowden: Geschichte einer Weltaffäre)

mit Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Nicolas Cage, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Rhys Ifans, Scott Eastwood, Joely Richardson, Timothy Olyphant, Ben Schnetzer

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

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Rotten Tomatoes über „Snowden“

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Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Meine Besprechung von Laura Poitras’ „Citzenfour“ (Citizenfour, USA/Deutschland 2014) (mit weiteren Video-Interviews) und der DVD (ebenfalls mit Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Glenn Greenwalds „Die globale Überwachung“ (No place to hide, 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ gibt es viele alte Bekannte

Mai 27, 2016

Vor sechs Jahren war Tim Burtons Version von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ an der Kinokasse so unglaublich erfolgreich, dass eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit war. Außerdem hatte Carroll mit „Through the Looking-Glass“ quasi eine Fortsetzung geschrieben, von der man den Titel verwenden konnte. Denn, so Produzentin Suzanne Todd: „’Alice hinter den Spiegeln‘ ist im Grunde eine Ansammlung beliebiger und bizarrer Episoden aus Carrolls Leben, die eigentlich in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Linda Woolverton hatte eine völlig neue Geschichte geschrieben, die von dem Buch inspiriert war und all den Figuren folgt, die wir im ersten Film liebgewonnen haben. Wir erleben, was mit ihnen seit dem ersten Film passiert ist. Und wir folgen ihnen in ihre Vergangenheit und erfahren noch mehr über sie. Alle waren begeistert.“

Trotzdem dauerte es sechs Jahre, bis mit „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ die Fortsetzung fertig war. Linda Woolverton schrieb wieder das Drehbuch, in dem sie die Geschichte von Alice weitererzählt. Die Regie übernahm James Bobin („Muppets most wanted“). Etliche Schauspieler, die bei „Alice im Wunderland“ mitspielten, sind wieder dabei und der poppig-künstliche Zuckerschock-Stil wurde beibehalten.

Am Ende von „Alice im Wunderland“ brach Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) als Seefahrerin in Richtung China auf.

Am Anfang von „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ kann sie, drei Jahre später, mit einem waghalsigen Manöver in sturmumtoster See einigen Piraten entkommen. Zurück in England erfährt Alice, dass ihre Mutter kurz davor steht, die Reederei zu verkaufen. An den Schnösel Hamish Ascot, der sie schon vor Jahren nicht heiraten wollte, und eine Gruppe alter Männer, die sich Frauen nur als Hausfrauen vorstellen können.

Alice tritt durch einen Spiegel ins Unterland, das sie in den vergangenen Jahren nicht besuchte. Erschrocken sieht sie, was sich aller veränderte. Vor allem der Verrückte Hutmacher Tarrant Hightopp (Johnny Depp) ist nicht mehr er selbst. Er ist, nachdem er eine Spur von seinen verstorbenen Eltern entdeckte, todunglücklich. Er bittet Alice um Hilfe. Aber wie sollen Tode wieder ins Leben zurückkehren?

Trotzdem versucht Alice ihren Freund zu retten und während ihrer Rettungsmission erfahren wir auch viel über das Wunderland und seine Bewohner in früheren Jahren. Insofern ist „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ ein Sequel und ein Prequel, wobei gerade dieser Teil der alleruninteressanteste ist. Denn wollen wir wirklich wissen, wie und warum Mirana, die Weiße Königin (Anne Hathaway), und Iracebeth, die Rote Königin (Helena Bonham Carter) sich zerstritten und Iracebeth so böse wurde? Hat sie uns nicht gerade wegen ihrer nicht erklärten Bösartigkeit im ersten Film so gut gefallen? Und wollen wir wirklich alles über die Eltern und Kindheit vom Verrückten Hutmacher erfahren? Nicht wirklich.

Auch Alices Rettungsmission im Unterland, die natürlich von Ereignissen in der realen Welt inspiriert ist und auch zwischen Gegenwart und Vergangenheit etwas hin und her springt, und es um den Besitz der Chronosphäre, die von der Zeit (Sacha Baron Cohen) beherrscht und gepflegt wird, wird eher lustlos präsentiert. Mit einer gehören Portion Unglaubwürdigkeit. Denn die taffe Seefahrerin soll jetzt, immerhin spiegeln ihre Abenteuer im Unterland ihre aktuellen Probleme in der realen Welt, an sich zweifeln und sich ernsthaft überlegen, ob sie nicht doch zum Heimchen am Herd wird.

Da helfen dann auch nicht mehr die Auftritte der alten Bekannten aus dem ersten Film und die bunten, hauptsächlich aus dem Computer generierten Bilder. Wobei jetzt das Zusammenspiel von Schauspielern und CGI-Figuren besser funktioniert als im ersten Teil.

Eine riesige Enttäuschung ist dagegen die erschreckend beliebig vor sich hin plätschernde Musik von Danny Elfman; – wobei: zur Lektüre von Carrolls Alice-Geschichten könnte sie eine gute Geräuschkulisse sein.

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Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln (Alice through the looking glass, USA 2016

Regie: James Bobin

Drehbuch: Linda Woolverton

LV: Lewis Carroll: Through the Looking-Glass, 1871 (Alice hinter den Spiegeln)

mit Johnny Depp, Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Sacha Baron Cohen, Rhys Ifans, Matt Lucas, Lindsay Duncan, Leo Bill, Geraldine James, Andrew Scott, Richard Armitage, Ed Speleers, Alan Rickman (Stimme), Timothy Spall (Stimme), Paul Whitehouse (Stimme), Stephen Fry (Stimme), Barbara Windsor (Stimme), Michael Sheen (Stimme)

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“

Metacritic über „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“

Rotten Tomatoes über „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“

Wikipedia über „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritiken: Keine Sternenkrieger, aber viele Frauen: „Carol“, „Madame Bovary“, „Unsere kleine Schwester“ und „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“

Dezember 17, 2015

Während der neue „Star Wars“-Film „Das Erwachen der Macht“ diese und die nächsten Wochen die Kinocharts anführen wird (allein schon aufgrund der astronomischen Vorverkaufszahlen sind die Kinos bis Mitte Januar voll), werden alle anderen Filme unter ferner liefen laufen. Dabei haben sie durchaus einen Blick verdient und sie richten sich an ein Nicht-“Star Wars“-Publikum.
Für alle, die zu alt, zu gebildet und zu bildungsbürgerlich für „Star Wars“ sind, laufen diese Woche sogar mehrere Filme an: die Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ mit Cate Blanchett und Rooney Mara, die Gustave-Flaubert-Verfilmung „Madame Bovary“ mit Mia Wasikowska und die Akimi-Yoshida-Verfilmung „Unsere kleine Schwester“, inszeniert von Hirokazu Kore-eda, der zuletzt das hochgelobte Drama „Like Father, like Son“ inszenierte.

„Carol“ basiert zwar auf einem Roman von Patricia Highsmith, aber es ist kein Kriminalfilm. 1952 veröffentlichte sie als Claire Morgan „The Price of Salt“. Der Roman, der später auch als „Carol“ erschien, verkaufte sich gut, war unter Lesben eine beliebte Lektüre und wird heute unter „Klassiker“ gelabelt. Erst 1984 enthüllte Highsmith ihr Pseudonym. Denn es war eine lesbische Liebesgeschichte, die, damals schockierend, nicht mit einer Läuterung der beiden ineinander verliebten Frauen endete.
Therese (Rooney Mara) ist im New York der frühen fünfziger Jahre eine schüchterne Verkäuferin. Da lernt sie die wohlhabende, verheiratete Carol (Cate Blanchett) kennen und sie muss langsam erkennen, dass sie für die lesbische Carol mehr als freundschaftliche Gefühle empfindet. Aber damals war das kein gesellschaftlich toleriertes Verhalten.
Todd Haynes inszenierte das sehenswerte Drama nach einem Drehbuch von Phyllis Nagy (die 1998 eine Theaterversion des ersten Ripley-Romans „The talented Mr. Ripley“ schrieb) optisch elegant und zurückhaltend als sei es ein Film aus den Fünfzigern. Ein Douglas-Sirk-Film in braun und beige.
Es ist ein Blick in eine Zeit, als man über ein so ungeheuerliches Verhalten den Mantel des Schweigens legte, Homosexuelle ihre Gefühle verschwiegen und Carol, deren Ehe gerade eine sehr schwierige Phase durchmacht, nicht wirklich an eine Scheidung denkt. Einerseits wegen der gesellschaftlichen Folgen, andererseits wegen ihrer Tochter.
Haynes zeigt allerdings auch, dass diese Zeit und die damaligen Konventionen für uns heute unglaublich fern sind.

Das gilt auf für die Leiden von Madame Bovary, dieser von Gustave Flaubert erfundenen Frau, die er in seinem gleichnamigen Roman, der inzwischen ein Klassiker ist, verewigte und der mehrmals verfilmt wurde, unter anderem von Jean Renoir, Vincente Minnelli und Claude Chabrol. Nun hat Sophie Barthes mit Mia Wasikowskas ihre Interpretation von „Madame Bovary“ abgeliefert, die weniger auf die Dialoge (es wird erstaunlich wenig gesprochen) und mehr auf die Schauspieler und ihr Spiel vertraut.
Die junge Emma heiratet den Landarzt Charles Bovary. Von ihm erhofft sie sich die große Liebe und, über eine kleinen Umweg durch das Dorf, in dem er praktiziert, den Weg nach Paris und damit in das richtige, das glamouröse Leben. Weil Charles Bovary in dieser Hinsicht keine Ambitionen hat, beginnt sie sein Geld für Luxusgüter auszugeben und sie stürzt sich kopflos in Affären mit anderen Männern.
Für eine Literaturverfilmung geht Barthes in ihrem zweiten Spielfilm (nach dem 2009er „Cold Souls“) erstaunlich frei mit der Vorlage um. Aber natürlich folgt sie der bekannten Geschichte und sie rekonstruiert die damaligen Konventionen und gesellschaftlichen Zwänge, die heute schon lange nicht mehr gelten, minutiös. Obwohl die Sehnsüchte, Gefühle und Eigenschaften der porträtierten Figuren zeitlos sind, wirkt ihre „Madame Bovary“-Version musealer als es nötig wäre.
So bleibt am Ende des langsam erzählten Films, das Gefühl, einen zwar gut gespielten, aber niemals berührenden Film gesehen zu haben.

In seinem neuesten Film „Unsere kleine Schwester“ erzählt Hirokazu Kore-eda (zuletzt das sehenswerte Drama „Like Father, like Son“) einen zwar schönen Film, für den man allerdings in der richtigen Stimmung sein muss.
Die drei Schwester Sachi, Yoshino und Chika Koda, die in einem Haus in Kamakura, einer Küstenstadt in der Nähe von Tokio leben, lernen auf der Beerdigung ihres Vaters, den sie seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen haben, die dreizehnjährige Suzu Asano kennen. Sie ist ihre kleine Schwester, von der sie bis dahin nichts wussten. Spontan bieten sie ihr an, dass sie bei ihnen wohnen könne. Suzu nimmt das Angebot an und zieht zu ihnen.
Und während der normale Zuschauer jetzt beginnt, sich abertausende möglicher Konflikte, hochputschende Emotionen und Enthüllungen lange vergessener Familiengeheimnisse vorstellt, geht Hirokazu Kore-eda, wie die Manga-Vorlage der bei uns eher unbekanntan Akimi Yoshida (vor Jahren erschienen mal einige ihrer Werke auf Deutsch), einen ganz anderen Weg. Konsequent undramatisch erzählt er vom Leben der vier Schwestern und des Dorfes. Das ist immer feinfühlig beobachtet, psychologisch stimmig und vermittelt das Gefühl des wahren Lebens, das normalerweise vollkommen undramatisch ist.
Insofern verbringt man gerne zwei Stunden mit Sachi, Yoshini, Chika und Suzu in ihrer friedlichen Frauen-WG. Man darf halt nur keine Spannung oder ein Drama erwarten.

Für alle, die zu jung für „Star Wars“ sind, – obwohl man nie zu jung für „Star Wars“ sein kann -, läuft „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ an. Ein Kinderfilm, der nicht so respektlos ist, wie man nach dem Trailer vermuten könnte.
Der elfjährige Felix Vorndran (Oskar Keymer) erhält, nachdem er von mehreren Schulen flog, eine letzte Chance auf der Otto-Leonhard-Schule. Dummerweise ist die Direktorin, Frau Doktor Schmitt-Gössewein (Anja Kling), eine ziemliche Schreckschraube, die ihre Schüler mit Regeln, Pedanterie und schlechten Noten quält. Und dann gibt es noch Marios Gang, die von ihm gleich am ersten Tag eine Mutprobe verlangt. Er soll in der Nacht im seit Ewigkeiten abgesperrten alten Lehrerzimmer, in dem es spuken soll, einbrechen. Felix wird im Lehrerzimmer von Frau Doktor Schmitt-Gössewein (die Dame besteht auf jeder Silbe) erwischt. Weil er sich seine ältliche Lehrerin nicht nackt vorstellen will, stellt er sie sich ganz klein vor – und, schwups!, ist sie klein.
Und Felix hat jetzt mindestens ein sehr großes Problem. Denn Marios Vater, der aasige Schulrat Henning (Justos von Dohnányi), will die Schule schließen, was für Felix fatale Folgen hätte und nirgendwo ist Frau Doktor Schmitt-Gössewein, die die Schulschließung verhindern könnte.
Dass der Geist von Schulgründer Otto Leonhard (Otto Waalkes), der alles tun würde, um Gefährdungen von seiner Schule abzuwenden, auch an dem Spuk beteiligt ist, wissen Felix und seine neue Freundin Ella (Lina Hüesker) in diesem Moment noch nicht.
„Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ ist ein Kinderfilm, der sich nur an sein Zielpublikum richtet. Nämlich Kinder bis zwölf Jahre. Die werden ihr Vergnügen an den Witzen, den überzeichneten Charakteren und dem Auftritt von Otto Waalkes, der letztendlich Otto spielt, haben.
Für alle anderen ist diese Literaturverfilmung dann doch etwas zu kindisch geraten.

Carol - Plakat

Carol (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)
Regie: Todd Haynes
Drehbuch: Phyllis Nagy
LV: Patricia Highsmith: The Price of Salt, 1952 (Erstveröffentlichung unter dem Pseudonym Claire Morgan; Wiederveröffentlichung unter ihrem Namen als „Carol“, deutsche Titel „Salz und sein Preis“ und „Carol oder Salz und sein Preis“)
mit Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Carrie Brownstein, Kyle Chandler, Jake Lacy, Cory Michael Smith
Länge: 119 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Carol“
Moviepilot über „Carol“
Metacritic über „Carol“
Rotten Tomatoes über „Carol“
Wikipedia über „Carol“ und über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Meine Besprechung der Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Kriminalakte über Patricia Highsmith

Madame Bovary - Plakat
Madame Bovary (Madame Bovary, USA/Deutschland/Belgien 2014)
Regie: Sophie Barthes
Drehbuch: Felipe Marino, Sophie Barthes
LV: Gustave Flaubert: Madame Flaubert, 1857 (Madame Bovary – Sitten der Provinz)
mit Mia Wasikowska, Rhys Ifans, Ezra Miller, Logan Marshall-Green, Henry Lloyd-Hughes, Laura Carmichael, Oliver Gourmet, Paul Giamatti
Länge: 119 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Madame Bovary“
Moviepilot über „Madame Bovary“
Metacritic über „Madame Bovary“
Rotten Tomatoes über „Madame Bovary“
Wikipedia über „Madame Bovary“ und Gustave Flaubert

Unsere kleine Schwester - Plakat
Unsere kleine Schwester (Umimachi Diary, Japan 2015)
Regie: Hirokazu Kore-eda
Drehbuch: Hirokazu Kore-eda
LV: Akimi Yoshida: Unimachi Diary (Manga, erscheint seit April 2007 monatlich in „Monthly Flowers“)
mit Haruka Ayase, Masami Nagasawa, Kaho, Suzu Hirose, Ryo Kase, Takafumi Ikeda, Kentaro Sakaguchi, Ohshiro Maeda
Länge: 127 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Unsere kleine Schwester“
Moviepilot über „Unsere kleine Schwester“
Metacritic über „Unsere kleine Schwester“
Rotten Tomatoes über „Unsere kleine Schwester“
Wikipedia über „Unsere kleine Schwester“
Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Hilfe ich hab meine Lehrerin geschrumpft - Plakat
Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft (Deutschland/Österreich 2015)
Regie: Sven Unterwaldt
Drehbuch: Gerrit Hermans
LV: Sabine Ludwig: Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft, 2006
mit Oskar Keymer, Lina Hüesker, Georg Sulzer, Anja Kling, Axel Stein, Justus von Dohnányi, Johannes Zeiler, Michael Ostrowski, Otto Waalkes
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“
Film-Zeit über „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“
Moviepilot über „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“
Homepage von Sabine Ludwig


Neu im Kino/Filmkritik: Taffe Frauen: Jennifer Lawrence als „Serena“

Dezember 18, 2014

„Serena“ spielt während der Großen Depression in North Carolina und am Ende von Susanne Biers Film ist man ziemlich depressiv, weil hier so viel Talent versammelt ist und am Ende nur das Gefühl einer großen Verschwendung bleibt, trotz Bradley Cooper und Jennifer Lawrence in den Hauptrollen.
Cooper spielt den Holzunternehmer George Pemberton, der sich 1929 bei einem Besuch in der Großstadt in Serena (Jennifer Lawrence) verliebt. Sie entstammt einer Holzfällerdynastie und ihre Eltern kamen bei einem tragischen Unfall ums Leben. Sie heiraten und kehren in die Wälder von North Carolina zurück.
In den Smoky Mountains zeigt Serena den Holzfällern, die von der Stadtschnepfe nichts halten, schnell, dass sie mit der Axt umgehen kann und auch als Geschäftsfrau übernimmt sie schnell die Führung im Unternehmen ihres Mannes.
Allein schon diese Aufstiegsgeschichte einer Frau in einer Männerwelt in wirtschaftlich schweren Zeiten könnte für einen guten Film ausreichen. Vor allem wenn die Geschichte mit etwas Lokalpolitik garniert wird. Denn selbstverständlich werden in den Smoky Mountains Probleme mit etwas Geld, das in die richtigen Taschen fließt, gelöst. Und wenn das nicht hilft, dann, wie im Wilden Westen, eben mit Gewalt.
Aber dann gibt es noch eine zweite Liebesgeschichte. George hatte, bevor er die rationale Serena heiratete, eine Geliebte, die er auch schwängerte. Er nimmt, immerhin spielt die Geschichte in den frühen Dreißigern und die Geliebte gehört zu den Angestellten, das Kind offiziell nicht an, aber er hilft ihr finanziell. Serena, die nach einem Unfall, keine Kinder mehr bekommen kann, kommt, als sie davon erfährt, mit dieser Situation nicht klar und das Verhängnis nimmt, dramaturgisch nicht besonders schlüssig, aber von den Wünschen des Drehbuchautors getragen, seinen Lauf.
Mit zunehmender Laufzeit verstärkt sich der Eindruck, dass Susanne Bier und ihr Drehbuchautor Christopher Kyle („K 19“, „Alexander“) nicht wussten, was sie erzählen wollten. Ratlos pendeln sie zwischen den verschiedenen Geschichten, ohne dass sie sich gegenseitig befruchten. Die Liebesgeschichte von George und Serena hat eigentlich nichts mit der Geschichte zwischen George und seiner ehemaligen, sich passiv verhaltenden Geliebten zu tun. Das Wirtschaftsdrama, die lokaler Korruption und die Hinterzimmerpolitik sind den Filmmachern herzlich egal. Ebenso der Aufstieg von Serena im Unternehmen ihres Mannes. Letztendlich produzieren sie vor allem Klischees und im negativen Sinn überraschende Wendungen. So sollen wir, zum Beispiel, plötzlich glauben, dass die rücksichtslose Geschäftsfrau sich doch nur nach einer gepflegten Mutterschaft sehnte. Über die Visionen des Vorarbeiters legen wir gnädig den Mantel des Schweigens.
Auch der historische Hintergrund bleibt blass. Dabei bietet die Große Depression sich, auch wenn Pembertons Holzgeschäft gut läuft und er dank seiner Frau expandieren kann, gut an, um im historischen Gewand von den Auswirkungen eines ungebremsten Kapitalismus auf die Menschen und die Umwelt zu erzählen. Aber in North Carolina sind die Wälder unendlich; – auch wenn der Film 2012 in Tschechien gedreht wurde und das kleine Pembertonsche Hüttendorf im Wald nie seine Herkunft als Filmset verleugnen kann.
Dabei ist der Drehort das geringste Problem von „Serena“, der zweiten Zusammenarbeit von Bradley Cooper und Jennifer Lawrence nach „Silver Linings“ und vor „American Hustle“.

Serena - Plakat

Serena (Serena, USA/Frankreich 2014)
Regie: Susanne Bier
Drehbuch: Christopher Kyle
LV: Ron Rash: Serena, 2008
mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Rhys Ifans, Toby Jones, David Dencik, Ana Ularu, Kim Bodnia
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Facebook-Seite zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Serena“
Moviepilot über „Serena“
Metacritic über „Serena“
Rotten Tomatoes über „Serena“
Wikipedia über „Serena“


TV-Tipp für den 2. Oktober: Mr. Nice

Oktober 2, 2013

3sat, 22.25

Mr. Nice (GB 210, R.: Bernard Rose)

Drehbuch: Bernard Rose

LV: Howard Marks: Mr. Nice, 1996 (Mr. Nice)

Biopic über Howard Marks, der vom begabten, aus ärmlichen Verhältnissen kommendem Kleinstadtjungen während der Swinging Sixties an der Universität Oxford mit Drogen und freier Liebe in Berührung kommt und ratzfatz zum größten Dope-Dealer Englands aufsteigt, mit dem Gesetz Probleme hat und heute, das ist die dramaturgische Klammer, auf der Bühne locker-flockig von seinem Leben erzählt.

Mr. Nice“ ist eine mäßig unterhaltsame Selbstinszenierung von Howard Marks.

mit Rhys Ifans, Chloe Sevigny, David Thewlis, Omid Djalili, Crispin Glover

Wiederholung: Donnerstag, 3. Oktober, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Mr. Nice“

Metarcritic über „Mr. Nice“

Rotten Tomatoes über „Mr. Nice“

Wikipedia über „Mr. Nice“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bernard Roses „Chicago Joe und das Showgirl“ (Chicago Joe and the Showgirl, GB 1989)


DVD-Kritik: Mord und Totschlag, überall und jederzeit

März 13, 2013

Nach der fantastischen Welt von Oz, vor „Hitchcock“ und zwischen „Vega$“ (muss sein, für mich als PI-Junkie) und Peter Weir (muss sein, für alle Filmfans) stapeln sich Bücher und Filme, die ich teilweise schon vor Weihnachten gelesen habe und ausführlich besprechen wollte. Aber bis jetzt kam ich nicht dazu und in den nächsten Tagen sieht es auch nicht viel besser aus. Bevor meine Notizen auch für mich vollkommen unlesbar werden, gibt es jetzt einen Schwund kurzer Kritiken. Ich würde ja sagen Drei-Satz-Kritiken, aber dann werden es doch vier, fünf oder noch mehr Sätze.

Beginnen wir mit einigen Gangsterfilmen:

Black’s Game“ führt uns in die Unterwelt von Island. Student Stebbi hat Angst vor einer drohenden Gefängnisstrafe. Doch dann trifft er seinen Jugendfreund Toti, der inzwischen als Gangster sein Geld verdient und ihm bei diesem Problemchen helfen will. Er gibt Stebbi eine kleine Aufgabe, die er mit Bravour erledigt und fortan verfolgen wir gespannt seinen Aufstieg in der isländischen Gangsterhierarchie, in der die Protagonisten jünger und brutaler als bei Martin Scorsese sind.

Das ist mitreisend hartes Kino mit überzeugenden Schauspielern, die teilweise hier ihr Leinwanddebüt gaben. Óskar Thór Axelssons Film basiert auf einem Roman von Stefán Máni, der in einem Featurette von den Recherchen für den Roman erzählt. Wobei allerdings unklar bleibt, wie sehr der, bis auf den Epilog, 1999/2000 spielende Film „Black’s Game“ auf Tatsachen beruht oder verschiedene Vorfälle und Personen aus der isländischen Unter- und Halbwelt zu einer spannenden Geschichte verdichtet.

Black's Game - DVD-Cover

Black’s Game – Kaltes Land (Svartur á leik, Island 2012)

Regie: Óskar Thór Axelsson

Drehbuch: Óskar Thór Axelsson

LV: Stefán Máni: Svartur á leik, 2004

mit Þorvaldur Davið Kristjánsson, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Damon Younger, Maria Birta Bjarnadóttir, Vignir Rafn Valþórsson, Egill Einarsson, Björn Jörundur Friðbjörnsson

DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS), Isländisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Diverse Featurettes und Interviews (19 Minuten), Originaltrailer, Wendecover

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Black’s Game“

Wikipedia über „Black’s Game“

Bei „Mr. Nice“ stellt sich die Frage nicht. Denn Bernard Roses Film erzählt, basierend auf der Biographie von Howard Marks, dessen Lebensgeschichte und wie er vom begabten, aus ärmlichen Verhältnissen kommendem Kleinstadtjungen während der Swinging Sixties an der Universität Oxford mit Drogen und freier Liebe in Berührung kam und ratzfatz zum größten Dope-Dealer Englands aufstieg, mit dem Gesetz Probleme hatte und heute, das ist die dramaturgische Klammer, auf der Bühne locker-flockig von seinem Leben erzählt.

Mr. Nice“ ist eine mäßig unterhaltsame Selbstinszenierung von Howard Marks. Aber die Einzel-DVD ist mit einem Audiokommentar von Bernard Rose und einem von Howard Marks gut ausgestattet. Wer mehr Infos will, muss die Doppel-DVD kaufen.

Mr. Nice

Mr. Nice (Mr. Nice, GB 210)

Regie: Bernard Rose

Drehbuch: Bernard Rose

LV: Howard Marks: Mr. Nice, 1996 (Mr. Nice)

mit Rhys Ifans, Chloe Sevigny, David Thewlis, Omid Djalili, Crispin Glover

DVD

Koch Media

Bild: 1.85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Zwei Audiokommentare, Deutscher Trailer, Originaltrailer

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Film-Zeit über „Mr. Nice“

Metarcritic über „Mr. Nice“

Rotten Tomatoes über „Mr. Nice“

Wikipedia über „Mr. Nice“ (deutsch, englisch)

Wesentlich gelungener ist Bernard Roses 1944 in London spielendes, heute fast vergessenes Frühwerk „Chicago Joe und das Showgirl“, nach einem Drehbuch von David Yallop, mit Kiefer Sutherland und Emily Lloyd in den Hauptrollen.

Emily Lloyd spielt das titelgebende Showgirl Georgina Grayson, die sich ein Leben auf der großen Bühne und als Gangsterbraut erträumt und als sie Rick ‚Chicago Joe‘ Allen (Kiefer Sutherland) kennenlernt, ist sie sofort in ihn verliebt. Denn er ist ein waschechter Gangster aus Chicago! Das Liebespaar beginnt schnell ihre Version von Bonnie und Clyde zu spielen. Dummerweise ist Chicago Joe kein Gangster, sondern ein kleiner, fahnenflüchtiger Soldat und notorischer Aufschneider.

Rose spielt in diesem Film sehr interessant und für einen über zwanzig Jahre alten Mainstream-Film sehr avantgardistisch mit den verschiedenen Wahrnehmungsebenen. Denn er wechselt ständig zwischen der Realität und Georginas Träumen von der großen Hollywood-Karriere (so beginnt und endet der Film mit einer Fantasie von ihr bei der Premiere ihres großen Films [Remember „Sunset Boulevard“?]) und ihrem, aus den Hollywood-Gangsterfilmen entlehntem Bild der Wirklichkeit. Die Kulissen sind überdeutlich als Kulissen erkennbar, das Filmformat erinnern an einem Dreißiger-Jahre-Gangsterfilm, die Farben an das damals gebräuchliche Technicolor. Und auch Chicago Joe hat seine Probleme mit der schnöden Realität. Denn er steht zwischen zwei Frauen, die er beide belügt.

Ach ja: „Chicago Joe und das Showgirl“ basiert auf einem wahren Fall: dem „Cleft Chin Murder“. Am 3. Oktober 1944 lernten sich die am 5. Juli 1926 in South-Wales geborene Elizabeth ‚Betty‘ Maud Jones (die als Georgina Grayson als Striptease-Tänzerin arbeitete) und der 1922 in Schweden geborene, in Massachusetts aufgewachsene Karl Hulten, der sich Ricky nannte und damals seit einem halben Jahr fahnenflüchtig war, kennen. Der Film folgt den damaligen Ereignissen anscheinend ziemlich genau.

Beide wurden zum Tode verurteilt. Hulten wurde als einziger G. I. der je in Großbritannien hingerichtet wurde, am 8. März 1945 erhängt. Jones wurde 1954 begnadigt.

Chicago Joe und das Showgirl - DVD-Cover

Chicago Joe und das Showgirl (Chicago Joe and the Showgirl, GB 1989)

Regie: Bernard Rose

Drehbuch: David Yallop

mit Emily Lloyd, Kiefer Sutherland, Patsy Kensit, Keith Allen, Liz Fraser, Alexandra Pigg

DVD

Koch Media (Film Noir Collection 11)

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: 12-seitiges Booklet, Bildergalerie, Trailer

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Chicago Joe und das Showgirl“

Wikipedia über „Chicago Joe und das Showgirl“

Dass „The Take – Zwei Jahrzehnte in der Mafia“ nicht das Budget von „Der Pate“ oder „Goodfellas“ hatte, sieht man und dass „The Take“ ursprünglich eine vierteilige TV-Serie war, sieht man ebenfalls. Denn der Film teilt sich in vier Blöcke, die 1984, 1988 und 1994 (der dritte und vierte Teil) spielen und die Länge einer TV-Episode haben. Und dass die Geschichte weitgehend den bekannten Genrepfaden folgt, merkt man schnell.

The Take“ erzählt die Geschichte von Freddy Jackson (Tom Hardy) und seinem Freund und Cousin Jimmy Jackson (Shaun Evans), zwei Londoner Verbrecher, die sich seit Ewigkeiten kennen. Freddie verbrachte einige Jahre im Gefängnis und kaum ist er draußen, beginnt er mit einer fiebrigen Energie, die Scarface vor Neid erblassen lassen würde, sein Imperium aufzubauen. Gleichzeitig wird er zunehmend psychopathisch und man fragt sich spätestens ab der Filmmitte, wie ein so durchgeknallter Verbrecher die letzten zehn Jahre (und die Jahre vor dem Filmbeginn) überleben konnte. Währenddessen festigt Jimmy seinen Ruf als Geschäftsmann, der zwar illegale Geschäfte betreibt, aber zunehmend verbürgerlicht.

Das folgt alles bis zum Ende, durchaus kraftvoll und für eine TV-Serie sehr brutal, den bekannten Genrekonventionen. Aber schon von Anfang spielen die Frauen an der Seite von Freddy und Jimmy, teils als Schwester, teils als Ehefrau, eine wichtige Rolle, die zwar zunächst irritiert, weil sie mit dem verbrecherischen Leben der Gangster nichts zu tun haben, aber sie sorgt auch für ein überraschendes und ungewöhnliches Ende, das auch eine Verschiebung innerhalb des Genres anzeigt. Denn im Spiel zwischen Gangstern und Gangstern und Gangstern und Polizisten ist ein weiterer Mitspieler hinzugekommen.

Und dann ist da noch Tom Hardy in Bad-Ass-Bad-Ass-Mode. Für sein Spiel war er für den 2009er Crime Thriller Award als bester Darsteller nominiert. Danach spielte er, um nur seine bekannteste Rolle zu nennen, in „The Dark Knight Rises“ den Bösewicht.

The Take - DVD-Cover

The Take – Zwei Jahrzehnte in der Mafia (The Take, GB 2009)

Regie: David Drury

Drehbuch: Neil Biswas

LV: Martina Cole: The Take, 2005 (Die Schwester)

mit Tom Hardy, Shaun Evans, Charlotte Riley, Kierston Wareing, Margot Leicester, Brian Cox, Jane Wood

DVD

Koch Media

Bild: 1.78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digitial 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: –

Länge: 178 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Sky1 über „The Take“

Wikipedia über „The Take“ 

Homepage von Martina Cole

Dank „Drive“ ist Nicolas Winding Refn inzwischen wohl bekannt genug, dass mit seinem Namen geworben werden kann. Bei „Black’s Game – Kaltes Land“ war er Executive Producer, aber auf dem DVD-Cover wird er groß erwähnt. Der englische Gangsterfilm „Pusher“ basiert auf Nicholas Winding Refns gleichnamigem, rauhen Debütfilm von 1996 über einen kleinen Drogendealer, der gerade eine Pechsträhne hat und innerhalb weniger Tage viel Geld besorgen muss, das er nicht hat. Er lässt sich auf zunehmend riskante Geschäfte ein und bei einem Noir können wir uns denken, wie die Geschichte ausgeht.

Diese nicht sonderlich spektakuläre Geschichte (sie wurde durch Nicholas Winding Refns Regie, die Kamera und die Schauspieler zu etwas Besonderem) hat jetzt Drehbuchautor Matthew Read (Produzent bei „Miss Marple“, „Aurelio Zen“ und „Kommissar Wallander“) mit kleinen Änderungen ins heutige London übertragen, der Spanier Luis Prieto gab sein UK-Debüt und Richard Coyle übernahm die Hauptrolle in dieser Version von „Pusher“, die die altbekannte Geschichte in einer anderen Stadt erzählt. Das ist als eigenständiger Film gelungen, interessant im Vergleich zwischen Original und Remake und ähnelt dem US-Remake von Stieg Larssons „Verblendung“, das auch gut, aber für die Kenner des Originals auch ziemlich überflüssig ist.

Pusher - DVD-Cover

Pusher (Pusher, GB 2012)

Regie: Luis Prieto

Drehbuch: Matthew Read

mit Richard Coyle, Agyness Deyn, Bronson Webb

DVD

Sunfilm

Bild: 16:9 (1:1,85)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Metacritic über „Pusher“

Rotten Tomatoes über „Pusher“

Wikipedia über „Pusher“

Die „Briefe aus dem Jenseits“ haben mächtig Patina angesetzt. Die Geschichte ist auch mehr ein Gruselfilm als ein Noir. Allerdings einer, der zwar einige gelungene, also unheimliche Szenen hat, aber insgesamt eher den Eindruck von verwirrend zusammengesetztem, sich als Liebesdrama viel zu ernst nehmendem Stückwerk hinterlässt.

Denn als Literaturagent Lewis Venable (Robert Cummings) in Venedig in der Villa der über hundertjährigen Juliana Bordereau (Agnes Moorehead) unter einem Vorwand die anscheinend unglaublich beeindruckenden Liebesbriefe des verschollenen Poeten Jeffrey Ashton an sie sucht, wird er in ein Spiel um Identitäten, Schein und Sein hineingezogen und er verliebt sich in die Nichte der Hausherrin (Susan Hayward), die nach Sonnenuntergang zu einer anderen Frau wird.

Briefe aus dem Jenseits - DVD-Cover

Briefe aus dem Jenseits (The Lost Moment, USA 1947)

Regie: Martin Gabel

Drehbuch: Leonardo Bercovici

LV: Henry James: The Aspern Papers, 1888 (Asperns Nachlass)

mit Robert Cummings, Susan Hayward, Agnes Moorehead, Joan Lorring, John Archer

DVD

Koch Media (Film Noir Collection 10)

Bild: 1.37:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: 12-seitiges Booklet, Bildergalerie

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Briefe aus dem Jenseits“

Turner Classic Movies über „Briefe aus dem Jenseits

Wikipedia über „Briefe aus dem Jenseits“ 

P. S.: Der Trailer ist ein Fan-Made-Trailer.

Zurück in die Fast-Gegenwart.

Der Mann mit der Stahlkralle“. Das klingt doch nach zünftiger, gehirnbefreiter Action mit vielen schlagenden und tretenden Asiaten. Vor allem weil der Film erst 1980, drei Jahre nach dem US-Kinostart, in die deutschen Kinos kam und in den Bahnhofkinos gerade gefühlt jeder zweite Film einen „Bruce Lee“ im Titel hatte. Da konnte „Der Mann mit der Stahlkralle“ nur ein weiterer billiger Action-Film sein, der auch bei der Kritik schlecht ankam: „übles Kinostück“ (Fischer Film Almanach 1981), „blutrünstiger Film“ (Lexikon des internationalen Films).

Nun, blutrünstig ist der Film in einigen Momenten und natürlich im Showdown. Und ein Mann mit einer Stahlkralle kommt auch vor. Aber der Originaltitel „Rolling Thunder“ trifft es schon eher. Denn wie ein Donnergrollen bewegt sich die Noir-Geschichte langsam und sehr fatalistisch voran. Paul Schrader, der Autor von „Taxi Driver“, hatte die Idee für die Geschichte von einem Kriegsheimkehrer, der sich in seiner alten Heimat nicht mehr zurechtfindet. Eine Geschichte, die in vielen Momenten in einem interessanten Verhältnis zu „Taxi Driver“ steht und damals, – wir sind in der Prä-“Rambo“-Zeit und auch auch vor den kritischen Vietnam-Filmen „Sie kehren heim“ (Coming Home) und „Die durch die Hölle gehen“ (The Deer Hunter) -, im Kino noch Terra Incognita war. Heywood Gould (The Bronx, Cocktail) wurde dann als zweiter Drehbuchautor genommen und John Flynn, der davor die unterschätzte Richard-Stark-Verfilmung „Revolte in der Unterwelt“ (The Outfit) drehte, übernahm die Regie. Flynn drehte später unter anderem „Bestseller“ und „Lock Up – Überleben ist alles“.

Erzählt wird die Geschichte von Major Charles Raine (William Devane) der 1973 nach einer siebenjährigen Gefangenschaft in einem Vietcong-Gefangenenlager wieder in seine alte Heimat San Antonio, Texas zurückkehrt. Aber der introvertierte Mann, der überall als Kriegsheld gefeiert wird, hat Probleme, in sein altes Leben, das es auch nicht mehr gibt, zurückzukehren. Für seinen Sohn ist er ein fremder Mann. Seine Frau hat sich in einen anderen Mann verliebt. Er hat keinen Job.

Erst als einige Verbrecher ihm einige Münzen, die er als Anerkennung für seine Gefangenschaft erhielt, klauen, seine Familie umbringen und ihm in einem Küchenabfallzerkleinerer (in Texas ein übliches Haushaltsgerät) seine Hand zerhäckseln, hat er wieder eine Mission und die titelgebende Stahlkralle als Ersatz für die fehlende Hand.

Raine will die Mörder seiner Frau und seines Sohnes finden.

Dabei hilft ihm Johnny Vohden (Tommy Lee Jones), der mit ihm in Gefangenschaft war und daran ebenfalls zerbrochen ist.

Tommy Lee Jones hat zwar nur wenige Szenen in dem Film, aber wie er in ihnen die Verlorenheit seines Charakters zeigt, ist großes Schauspiel.

Denn Raine und Vohden sind zutiefst gebrochene Charaktere, die in der Gesellschaft ihren Platz nicht mehr finden. Genau wie Travis Bickle (Robert De Niro) in „Taxi Driver“ oder William James (Jeremy Renner) in „The Hurt Locker“.

Das gesagt, muss allerdings auch gesagt werden, dass „Der Mann mit der Stahlkralle“ sogar nach damaligem Standard sehr langsam erzählt ist, die wenigen Schnitte, die dunklen Bilder und die introvertierten Charaktere dieses Gefühl der Langsamkeit noch verstärken und so „Der Mann mit der Stahlkralle“ sich zäher als nötig ansieht. Jedenfalls wenn man auf die Action gespannt ist. Die gibt es erst in der zweiten Hälfte und sie ist immer noch ziemlich graphisch. Wobei die schlimmste Szene, gerade weil wir sie uns so gut vorstellen können, wohl das Zerkleinern von Raines‘ Hand ist.

Das Bonusmaterial ist sehr gelungen. Es gibt eine Bildergalerie, ein elfminütiges Interview mit Linda Haynes über die Dreharbeiten und ihr Leben nach dem Film abseits der Filmindustrie und einen sehr interessanten und sehr informativen Audiokommentar, bei dem Drehbuchautor Heywood Gould im lockeren Gespräch mit Roy Frumkes aus seinem Leben und über den Film erzählt. Wer also einen Blick hinter die Kulissen werfen will, ist hier ziemlich gut bedient. Und wer wissen will, warum „Der Mann mit der Stahlkralle“ einer der Lieblingsfilme von Quentin Tarantino und Eli Roth ist, sollte sich Eli Roths „Trailer from Hell“-Audiokommentar zum Trailer anhören.

Ach ja: „Der Mann mit der Stahlkralle“ war bis 2001 auf dem Index und diese DVD/Blu-ray ist die erste ungekürzte Veröffentlichung des Films in Deutschland.

Der Mann mit der Stahlkralle - DVD-Cover

Der Mann mit der Stahlkralle (Rolling Thunder, USA 1977)

Regie: John Flynn

Drehbuch: Paul Schrader, Heywood Gould

mit William Devane, Tommy Lee Jones, Linda Haynes, James Best, Lisa Richards

DVD

Koch Media

Bild: 1.85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Audiokommentar mit Drehbuchautor Heywood Gould, Interview mit Darstellerin Linda Haynes (11 Minuten), Trailer mit Kommentar von Eli Roth, Trailer, TV-Spot, Bildergalerie

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Noir of the Week: Krimiautor Wallace Stroby über „Der Mann mit der Stahlkralle“

Rotten Tomatoes über „Der Mann mit der Stahlkralle“

Turner Classic Movies über „Der Mann mit der Stahlkralle“

Wikipedia über „Der Mann mit der Stahlkralle“ 

Homepage von Heywood Gould


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