TV-Tipp für den 18. Mai: Der Spion, der aus der Kälte kam

Mai 18, 2018

3sat, 22.25

Der Spion, der aus der Kälte kam The Spy who came in from the Cold, Großbritannien 1965)

Regie: Martin Ritt

Drehbuch: Paul Dehn, Guy Trosper

LV: John le Carré: The spy who came in from the cold, 1963 (Der Spion, der aus der Kälte kam)

Der britische Geheimdienstler Leamas wechselt zum Schein die Seiten – und gerät in Teufels Küche.

Realistischer, kritischer, kalter Agententhriller über die Suche nach Doppelagenten und Überläufern. Mit le Carrés Buch (ein Welterfolg) und der gelungenen Verfilmung wandelte sich das heroische Bild des Spions zu eines sehr gewöhnlichem. Denn überall sind Spione „eine schmutzige Prozession von hohlen Narren und Verrätern. Ja, auch von Schwulen, Sadisten und Trinkern, von Leuten, die Räuber und Gendarm spielen, im ihrem erbärmlichen Leben etwas Reiz zu geben.“ (John le Carré: Der Spion, der aus der Kälte kam).

Mit Richard Burton, Oskar Werner, Claire Bloom, Peter van Eyck, Rupert Davies, Sam Wanamaker, Cyril Cusack, Bernard Lee

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Spion, der aus der Kälte kam“

Wikipedia über „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

John le Carré in der Kriminalakte

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TV-Tipp für den 16. Oktober: 1984

Oktober 15, 2017

Arte, 21.55

1984 (Großbritannien 1984, Regie: Michael Radford)

Drehbuch: Michael Radford

LV: George Orwell: Nineteen Eighty-Four, 1949 (1984)

Kamera: Roger Deakins

Winston Smith beginnt ein Tagebuch zu schreiben und er verliebt sich. In dem totalitären, alles und jeden überwachenden Staat Ozeanien macht ihn das zu einer gefährlichen Person.

Originalgetreue Bearbeitung von Orwells Dystopie, die nicht gerade den stärksten Plot hat, aber als enorm einflussreiche Warnung vor totalitären Gedankengebäuden und Staaten überzeugt.

Radford ist etwas sehr Seltenes gelungen, nämlich gleichzeitig ein Musterbeispiel für den Umgang mit Literatur im Film und ein Musterbeispiel für politisches Kino zu schaffen.“ (Fischer Film Almanach 1985)

Letzter Film des am 5. August 1984 verstorbenen Richard Burton. Die Premiere des Films war am 10. Oktober 1984.

mit John Hurt, Richard Burton, Suzanna Hamilton, Cyril Cusack, Gregor Fisher

Wiederholung: Donnerstag, 26. Oktober, 23.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „1984“

Wikipedia über „1984“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 24. Oktober: Ein Abend mit John le Carré: Dame, König, As, Spion/Der Spion, der aus der Kälte kam

Oktober 24, 2016

Arte, 20.15

Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Regie: Tomas Alfredson

Drehbuch: Bridget O’Connor, Peter Straughan

LV: John le Carré: Tinker, Tailer, Soldier, Spy, 1974 (Dame, König, As, Spion)

Wer ist der Maulwurf im britischen Geheimdienst? George Smiley sucht den für die Sowjetunion arbeitenden Verräter.

Grandiose Verfilmung des verschachelten Agententhrillers von John le Carré.

mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Dame, König, As, Spion“

Rotten Tomatoes über „Dame, König, As, Spion“

Wikipedia über die Verfilmung „Dame, König, As, Spion“ (deutsch, englisch)

Arte, 22.15

Der Spion, der aus der Kälte kam (GB 1965, Regie: Martin Ritt)

Drehbuch: Paul Dehn, Guy Trosper

LV: John le Carré: The spy who came in from the cold, 1963 (Der Spion, der aus der Kälte kam)

Der britische Geheimdienstler Leamas wechselt zum Schein die Seiten – und gerät in Teufels Küche.

Realistischer, kritischer, kalter Agententhriller über die Suche nach Doppelagenten und Überläufern. Mit le Carrés Buch (ein Welterfolg) und der gelungenen Verfilmung wandelte sich das heroische Bild des Spions zu eines sehr gewöhnlichem. Denn überall sind Spione „eine schmutzige Prozession von hohlen Narren und Verrätern. Ja, auch von Schwulen, Sadisten und Trinkern, von Leuten, die Räuber und Gendarm spielen, im ihrem erbärmlichen Leben etwas Reiz zu geben.“ (John le Carré: Der Spion, der aus der Kälte kam).

Mit Richard Burton, Oskar Werner, Claire Bloom, Peter van Eyck, Rupert Davies, Sam Wanamaker, Cyril Cusack, Bernard Lee

Hinweise

Arte über John le Carré

Rotten Tomaites über „Der Spion, der aus der Kälte kam“

Wikipedia über „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

John le Carré in der Kriminalakte

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Bonushinweis

le Carre - Der Taubentunnel - 4

Am 9. September erschien „Der Taubentunnel“, die Memoiren von John le Carré, der am 19. Oktober seinen 85. Geburtstag feierte.

Über „Die Memoiren eines Jahrhundertautors“ schreibt der Verlag:

„Was macht das Leben eines Schriftstellers aus? Mit dem Welterfolg „Der Spion, der aus der Kält kam“ gab es für John le Carré keinen Weg zurück. Er kündigte seine Stelle im diplomatischen Dienst, reiste zu Recherchezwecken um den halben Erdball – Afrika, Russland, Israel, USA, Deutschland –, traf die Mächtigen aus Politik- und Zeitgeschehen und ihre heimlichen Handlanger. John le Carré ist bis heute ein exzellenter und unabhängiger Beobachter, mit untrüglichem Gespür für Macht und Verrat. Aber auch für die komischen Seiten des weltpolitischen Spiels.

In seinen Memoiren blickt er zurück auf sein Leben und sein Schreiben.“

John le Carré: Der Taubentunnel

(aus dem Englischen von Peter Torberg)

Ullstein, 2016

384 Seiten

22,00 Euro


DVD-Kritik: „Die Wildgänse kommen“ – immer noch?

Januar 14, 2015

In den späten Siebzigern war „Die Wildgänse kommen“ im Kino ein Riesenhit. In Deutschland hatte er fast vier Millionen Besucher und er belegte den sechsten Platz der deutschen Kinocharts von 1978. Selbstverständlich gab es danach weitere Söldnerfilme und auch „Missing in Action“ klopfte eine Jahre später an die Tür.
Als ich den Film vor Ewigkeiten im Kino sah, war ich begeistert und, das kann schon jetzt verraten werden, ich erinnere mich sehr genau an viele Szenen. Eigentlich an fast den gesamten Film. Aber natürlich ist man als Jugendlicher, wenn man höchstens einmal im Monat ins Kino geht, es auch an der Kasse vorbei schafft und sich einen Film anzusehen kann, den man noch nicht ansehen darf (ja, ich war noch Unter-16), wesentlich einfacher zu beeindrucken.
Naja, damals überlegte ich auch, wie ich mir einen „Eis am Stil“-Film ansehen kann. Denn die waren damals noch verbotener. Heute frage ich mich, nachdem ich mir auf YouTube einige Minuten angesehen habe, warum jemals irgendein Lebewesen sich einen solchen Mist ansehen möchte.
Daher fragte ich mich vor dem Ansehen der jetzt erschienenen, neu restaurierten Fassung (für mein Empfnden ist das Bild am Anfang zu Hell, aber insgesamt ist es gut und anscheinend deutlich besser als bei den vorherigen Ausgabe), ob mir „Die Wildgänse kommen“ heute immer noch gefällt.
Schon bei dem Vorspann fällt auf, wie viele bekannte Namen dabei sind. Die Produzenten Euan Lloyd und Erwin C. Dietrich wollten, sicher beflügelt durch den Erfolg von Sam Peckinpahs Weltkrieg-II-Film „Steiner – Das eiserne Kreuz“, mit viel Geld einen Kassenhit produzieren.
Der vor allem für sein kompetentes Handwerk bekannte Andrew V. McLaglen übernahm die Regie. Er inszenierte davor etliche Western, wie „MacLintock“, „Der Mann vom großen Fluß“, „Der Weg nach Westen“, „Bandolero“, „Chisum“, „Geier kennen kein Erbarmen“ und den unterschätzten Western „Der Letzte der harte Männer“ (mit Charlton Heston und James Coburn). Öfters arbeitete er mit James Stewart und John Wayne zusammen.
John Glen übernahm, wie schon vorher bei zwei James-Bond-Filmen und bei „Superman“, die Second-Unit-Regie. Später inszenierte er fünf James-Bond-Filme.
TV-Veteran Reginald Rose („Die zwölf Geschworenen“) schrieb das dichte Drehbuch, das die Geschichte ohne Hänger, aber auch ohne große Überraschungen, gradlinig vorantreibt.
Joan Armatrading, damals noch am Anfang ihrer Karriere, schrieb und sang das Titellied „Flight of the Wild Geese“.
Roy Budd schrieb die beschwingte Marschmusik, die das ganze Abenteuer wie einen Lausbubenstreich wirken lässt. Budd schrieb davor auch die Musik für „Get Carter“, „Fluchtpunkt Marseille“ und „Die schwarze Windmühle“; alle mit Michael Caine.
Und dann die Schauspieler, die ein kleines Who-is-Who der damaligen Stars sind. Heute erinnert so eine Ansammlung natürlich an die „Expendables“-Filme. Jedenfalls übernahm Richard Burton die Hauptrolle. Roger Moore, der damals James Bond war, spielt mit. Ebenso Stewart Granger, Hardy Krüger, Richard Harris (davor „Der Mann, den sie Pferd nannten“, „18 Stunden bis zur Ewigkeit“ und „Robin und Marian“), Barry Foster („Frenzy“ und die Hauptrolle in der englischen Krimiserie „Van der Valk“), Frank Finlay (Richard Lesters „Die drei Musketiere“-Filme und der deutsche „Van der Valk“) und einige Gesichter, die man aus damaligen englischen Spielfilmen kennt, ohne ihre Namen zu kennen. Es sind Charaktergesichter, die so heute kaum noch in Filmen auftreten.
Die Story selbst ist denkbar einfach. Colonel Allen Faulkner (Kann ein Ex-Militär einen Militärrang haben?) soll, im Auftrag von einem britischen Banker, in einem afrikanischen Land einen totgeglaubten Politiker aus der Gefangenschaft befreien. Faulkner stellt ein Team aus alten Kameraden und Neulingen zusammen. Sie trainieren. Am Heiligabend (das ist wahrscheinlich der einzige Weihnachtsfilm, bei dem es keine Weihnachtsbäume gibt) führen sie dann die Mission aus. Sie springen über dem Land ab, töten alle Bewacher von Präsident Julius Limbani, befreien ihn, gehen zum nächsten Flughafen, an dem sie von einem Flugzeug abgeholt werden sollen. Weil der Bankier mit den neuen Machthabern zu einer lukrativen Vereinbarung gekommen ist, cancelt er den Auftrag und das Flugzeug landet nicht. Jetzt sind die Söldner auf sich allein gestellt und sie schlagen sich, verfolgt von Feinden, durch das Land zu einem weiter entfernt liegendem Flugplatz.
Das ist effektiv erzählt und trotz der Länge von 129 Minuten erstaunlich kurzweilig. Es ist auch, wenn wir uns an neuere Aktionen von Söldnerfirmen in Afrika erinnern – ich sage nur „Executive Outcomes“ –, erstaunlich aktuell. Es ist auch, in seiner Glorifizierung des Söldnertums, ein Werbefilm für diese freischaffenden Soldaten, die ihre Talente dem höchsten Bieter zur Verfügung stellen und deren Moral niemals auch nur ansatzweise hinterfragt wird. Dass sie in „Die Wildgänse kommen“ letztendlich für die gute Sache kämpfen und der Rassist zum Freund des bei der Bevölkerung beliebten Revolutionärs (so eine Art Nelson-Mandela-Vorläufer) wird, verleiht den Söldnern einen Glorienschein, den sie nicht verdient haben. Immerhin bringen sie bei der Befreiung von Limbani ohne Skrupel mehrere hundert, größtenteils schlafende Soldaten um.
Sowieso sind die Söldner in „Die Wildgänse kommen“ echte Männer, die ihre Erfüllung im Dienst an der Waffe finden und sich dazwischen eher langweilen. Seelische Probleme haben sie nicht und wenn getrunken wird, dann aus Langeweile.
Die DVD enthält, neben dem Originaltrailer, auch einen, auf dem Cover nicht erwähnten Audiokommentar mit Euan Lloyd, John Glen und Roger Moore.

Die Wildgänse kommen - DVD-Cover - Master 2014

Die Wildgänse kommen (The Wild Geese, Großbritannien/Schweiz 1978)
Regie: Andrew V. McLaglen
Drehbuch: Reginald Rose
LV: Daniel Carney: The Wild Geese, 1977 (Die Wildgänse kommen)
mit Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris, Hardy Krüger, Stewart Granger, Jeff Corey, Frank Finlay, Barry Foster, Ronald Fraser, Kenneth Griffith, John Kani, David Ladd, Rosalind Lloyd, Winston Ntshona, Jake Watson

DVD
Ascot Elite
Bild: 1,85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Audiokommentar, Originaltrailer, Wendecover
Länge: 129 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Rotten Tomatoes über „Die Wildgänse kommen“
Wikipedia über „Die Wildgänse kommen“ (deutsch, englisch)


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