TV-Tipp für den 12. August: Misery

August 11, 2018

Tele 5, 20.15

Misery (Misery, USA 1990)

Regie: Rob Reiner

Drehbuch: William Goldman

LV: Stephen King: Misery, 1987 (Sie)

Des Schriftstellers Alptraum (hilflos ans Bett gefesselt in den Händen eines fanatischen Fans), des Zuschauers Vergnügen. Eine der besten Verfilmungen des Grandmasters der Mystery Writers of America.

Kathy Bates erhielt für ihre furchterregende Darstellung der helfenden Krankenschwester den Oscar, den Chicago Film Critics Association Awards und den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Mit James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Lauren Bacall, Frances Sternhagen

Wiederholung: Montag, 13. August, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Misery”

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Rob Reiners „Das grenzt an Liebe“ (And so it goes, USA 2014)

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TV-Tipp für den 8. Oktober: Misery (mit königlichen Leseempfehlungen)

Oktober 7, 2016

ZDFneo, 22.00

Misery (USA 1990, Regie: Rob Reiner)

Drehbuch: William Goldman

LV: Stephen King: Misery, 1987 (Sie)

Des Schriftstellers Alptraum (hilflos ans Bett gefesselt in den Händen eines fanatischen Fans), des Zuschauers Vergnügen. Eine der besten Verfilmungen des Grandmasters der Mystery Writers of America.

Kathy Bates erhielt für ihre furchterregende Darstellung der helfenden Krankenschwester den Oscar, den Chicago Film Critics Association Awards und den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Mit James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Lauren Bacall, Frances Sternhagen

Wiederholung: Sonntag, 9. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Misery”

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Rob Reiners „Das grenzt an Liebe“ (And so it goes, USA 2014)

Bonushinweis

Mind Control von Stephen KingVier nach Mitternacht von Stephen King

Vor einigen Tagen erschien „Mind Control“, der dritte Roman mit Ex-Detective Bill Hodges. Dieses Mal vermutet er, dass der im Wachkoma liegende Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker, für eine Selbstmordepidemie verantwortlich ist.

Das klingt doch übernatürlich spannend.

Für seinen ersten Hodges-Roman „Mr. Mercedes“ erhielt King seinen ersten Edgar- und Daggar-Krimipreis. Der zweite Hodges-Roman „Finderlohn“ war für den Dagger-Preis nominiert.

Eine TV-Verfilmung von „Mr. Mercedes“ mit Brendan Gleeson als Bill Hodges ist in Arbeit.

Bis dahin kann man die neu durchgesehene Neuausgabe von „Vier nach Mitternacht“ studieren. Auf dem Cover steht „Vier Kurzromane“ und das ist, wie wir es von Stephen King kennen, ein minderschwerer Fall von Etikettenschwindel. Denn die „Kurzromane“ kommen auf 1136 Seiten. Klein gedruckt. Anders gesagt: andere Autoren würden kurz auf die Silbe „kurz“ verzichten und niemand würde meckern. Auch der Verlag sah es so. Denn die in „Vier nach Mitternacht“ enthaltenen Geschichten erschien früher als „Langoliers“ und „Nachts“. Jetzt sind „Langoliers“ (verfilmt als TV-Zweiteiler), „Das heimliche Fenster, der heimliche Garten“ (verfilmt von David Koepp mit Johnny Depp als „Das geheime Fenster“), „Der Bibliothekspolizist“ und „Zeitraffer“ in einem Buch erschienen. Wie in den USA.

Stephen King: Mind Control

(übersetzt von Bernhard Kleinschmidt)

Heyne, 2016

528 Seiten

22,99 Euro

Originalausgabe

End of Watch

Scribner, New York, 2016

Stephen King: Vier nach Mitternacht – Vier Kurzromane

(übersetzt von Joachim Körber)

Heyne, 2016

1136 Seiten

13,99 Euro

Originalausgabe

Four past Midnight

Viking, New York, 1990


TV-Tipp für den 3. Oktober: The Wolf of Wall Street

Oktober 3, 2016

ZDF, 22.00

The Wolf of Wall Street (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Terence Winter

LV: Jordan Belfort: The Wolf of Wall Street, 2007 (Der Wolf der Wall Street)

An seinem ersten Arbeitstag an der Wall Street crasht die Börse. Also zieht der nun arbeitslose, selbsternannte „Wolf of Wall Street“ Jordan Belfort 1987 eine Straße weiter und mit dem Verkauf von Pennystocks verdient er ein Vermögen.

Knapp gesagt: „GoodFellas“ und „Casino“ in der Finanzwelt, niemals langweilig und grandios von Martin Scorsese inszeniert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung – und noch mehr im Bonusmaterial zum Film.

mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Jean Dujardin, Jon Bernthal

Wiederholung: Mittwoch, 5. Oktober, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Belfort - Der Wolf der Wall-Street - Movie-Tie-In - 4

Jordan Belfort: Der Wolf der Wall Street – Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone

(übersetzt von Egbert Neumüller)

Goldmann Taschenbuch, 2014

640 Seiten

9,99 Euro

Die Originalausgabe erschien 2007.

Die deutsche Erstausgabe 2008 im Verlag Börsenmedien AG.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Wolf of Wall Street“

Moviepilot über „The Wolf of Wall Street“

Metacritic über „The Wolf of Wall Street“

Rotten Tomatoes über „The Wolf of Wall Street“

Wikipedia über „The Wolf of Wall Street“ (deutsch, englisch)

Hollywood vs. Reality über „The Wolf of Wall Street“

Kriminalakte: Tonnen weitergehender Informationen über den Film

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses “The Wolf of Wall Street” (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 20. Dezember: Misery

Dezember 20, 2015

RBB, 23.00

Misery (USA 1990, Regie: Rob Reiner)

Drehbuch: William Goldman

LV: Stephen King: Misery, 1987 (Sie)

Des Schriftstellers Alptraum (hilflos ans Bett gefesselt in den Händen eines fanatischen Fans), des Zuschauers Vergnügen. Eine der besten Verfilmungen des Grandmasters der Mystery Writers of America.

Kathy Bates erhielt für ihre furchterregende Darstellung der helfenden Krankenschwester den Oscar, den Chicago Film Critics Association Awards und den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Mit James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Lauren Bacall, Frances Sternhagen

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Misery”

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour

Meine Besprechung von Rob Reiners „Das grenzt an Liebe“ (And so it goes, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Das grenzt an Liebe“ wenn Michael Douglas und Diane Keaton sich kabbeln

November 7, 2014

„Harry und Sally“-Regisseur Rob Reiner hat wieder zugeschlagen und wenn sich in seinem neuen Film „Das grenzt an Liebe“, nach einem Drehbuch von Mark Andrus („Besser geht’s nicht“), die Schöne und das Biest zum ersten Mal treffen, wissen wir, wie die Geschichte endet. Vor allem wenn das Biest auf seine neunjährige Enkeltochter, die er noch nie gesehen hat, aufpassen muss und er „aufpassen“ zunächst als „möglichst schnell aus meinem Leben entfernen“ versteht.
Die Schöne ist eine meistens gut gelaunte Witwe, die sich gleich gut mit dem Kind versteht und dann auch beginnt, das Biest zu erziehen. Der ist ein Immobilienmakler, der immer noch seiner vor Jahren verstorbenen Frau, der Liebe seines Lebens, hinterhertrauert und jetzt möglichst vielen Menschen das Leben zur Hölle machen will. Ihm geht es ja auch nicht besser.
Dass das Biest von Michael Douglas und die Schöne von Diane Keaton gespielt wird, hilft natürlich beim Gewinnen der Zuschauerherzen für diese nette Romantic-Comedy, die sich auf dem Charisma ihrer Stars ausruht und dabei sowohl die Stars als auch ihr Publikum unterfordert. Denn diese Liebeskomödie für die Generation 50+ (oder eher 60+) hat als Hauptdarsteller Michael Douglas, der „Einer flog über das Kuckucknest“ und „Das China-Syndrom“ produzierte und Hauptdarsteller in „Wall Street“, „Der Rosenkrieg“, „Basic Instinct“, „Falling Down“ und „The Game“ war, und Diane Keaton, die in „Reds“, allen drei „Der Pate“-Filmen und in zahlreichen Woody-Allen-Klassikern, wie „Der Stadtneurotiker“ (sie war Annie Hall!), „Innenleben“, „Manhattan“ und „Manhattan Murder Mystery“, dabei war. Das waren provozierende Filme, die ihre Spuren in der Filmgeschichte hinterlassen haben.
Dagegen ist „Das grenzt an Liebe“ eine unerhebliche Komödie, die nur wegen der spielfreudigen Schauspieler besser erscheint, als sie letztendlich ist und sich in die ähnlich gelagerte romantische Komödien für Sechzigjährige einreiht, in denen das Drehbuch nie das Niveau der Schauspieler erreicht.

Das grenzt an Liebe - Plakat

Das grenzt an Liebe (And so it goes, USA 2014)
Regie: Rob Reiner
Drehbuch: Mark Andrus
mit Michael Douglas, Diane Keaton, Sterling Jerins, Frances Sternhagen, Maurice Jones, Andy Karl, Austin Lysy, Frankie Valli, Rob Reiner
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Das grenzt an Liebe“
Moviepilot über „Das grenzt an Liebe“
Metacritic über „Das grenzt an Liebe“
Rotten Tomatoes über „Das grenzt an Liebe“
Wikipedia über „Das grenzt an Liebe“


TV-Tipp für den 11. Februar: Misery

Februar 11, 2014

WDR, 23.15

Misery (USA 1990, R.: Rob Reiner)

Drehbuch: William Goldman

LV: Stephen King: Misery, 1987 (Sie)

Des Schriftstellers Alptraum (hilflos ans Bett gefesselt in den Händen eines fanatischen Fans), des Zuschauers Vergnügen. Eine der besten Verfilmungen des Grandmasters der Mystery Writers of America.

Kathy Bates erhielt für ihre furchterregende Darstellung der helfenden Krankenschwester den Oscar, den Chicago Film Critics Association Awards und den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Mit James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Lauren Bacall, Frances Sternhagen

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Misery“

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung „Carrie“ (Carrie, USA 2013)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour


Neu im Kino/Filmkritik: Martin Scorsese und „The Wolf of Wall Street“

Januar 16, 2014

Was soll nach einem Kinderfilm, einer Liebeserklärung an das Kino, kommen? Martin Scorsese entschied sich für eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: nach über zehn Jahren spielt die Geschichte, die er erzählt, wieder in New York, ein Charakter steht im Mittelpunkt und es wird ein Milieu porträtiert, das die meisten Menschen wahrscheinlich nur aus der Zeitung kennen. Dieses Mal ist es der titelgebende „The Wolf of Wall Street“, wie sich Jordan Belfort gänzlich unbescheiden selbst nennt und wie er folgerichtig seine Autobiographie betitelte, und das Milieu der Börsenspekulanten, die Millionen verdienen und die bürgerliche Moralvorstellungen ungefähr so sehr beachten, wie Mafiosi, die sich aber auch gegenseitig umbringen.

The Wolf of Wall Street“ schließt auch stilistisch und erzählerisch an „GoodFellas“ und „Casino“, zwei frühere Scorsese-Klassiker, an. Nur das dieses Mal die Gangster keine Mörder, sondern Weiße-Kragen-Kriminelle sind.

Jordan Belfort kommt 1987 an die Wall Street und wird kurz darauf beim Börsencrash entlassen. Er eröffnet, abseits der Wall Street, Stratton Oakmont, eine Firma, die mit den Pennystocks ein Vermögen macht und mit immer mehr Angestellten in immer größere Büros expandiert. Belfort faszinierte bei den Pennystocks, Aktien von prinzipiell wertlosen Unternehmen, die nicht an der regulären Börse gehandelt werden und oft nur ein Betrug sind, dass er eine wesentlich höhere Provision als bei sonstigen Verkäufen erhält.

Belfort und seine engsten Freunde, eine erschreckend hohe Zahl von Schulabbrechern und Kleingangstern und in jedem Fall von Menschen, die keinerlei ökonomisches Wissen haben, aber gut das von Belfort geschriebene Verkaufsskript vorlesen können, verdienen mit ihrer aggressiven Verkaufsstrategie schnell unglaublich viel Geld und geben es ebenso schnell, maßlos und hemmungslos für Frauen, Drogen und ihre pubertären Träume aus.

Gleichzeitig sind sie Betrüger und Steuerhinterzieher im großen Stil, die – wie Gangster – Tonnen von Geld über die Grenze schmuggeln.

The Wolf of Wall Street“ zeichnet, nach einem Drehbuch von „The Sopranos“- und „Boardwalk Empire“-Autor Terence Winter, in einem atemlosem, dreistündigen Strudel von Voice-Over, Ansprachen, grellen Bildern und absurden Geschichten das Leben der Yuppies, die glauben über dem Gesetz zu stehen, nach – und wir finden sie durchaus sympathisch. Fast wie große Jungs, die ihren Spaß haben und nicht fassen können, dass sie Geld wie Heu verdienen.

Das liegt auch daran, dass die Gegenseite von dem humorlosen FBI-Agenten Patrick Denham verkörpert wird, der Belfort anscheinend nur verfolgt, weil er ihm sein Geld nicht gönnt; weil die Opfer von Belforts Spekulationen, die kleinen Menschen, die ihr mühsam Erspartes in wertlosen Aktien anlegen, nie vorkommen und weil, auch wenn Belfort am Ende vor Gericht steht, die Verhandlung auf einen kurzen Gag zusammengestrichen wird. Da fragt man sich dann doch, was Belfort, außer etwas Steuerhinterziehung, so schlimmes getan hat. Aber das fragte man sich auch bei Tony Soprano.

Beim Drehbuch merkt man, dass Terence Winter vom Fernsehen kommt. Denn es gibt viele, für Kino-Verhältnisse, unglaublich lange Szenen, in denen wenige Schauspieler in einem Raum sitzen und reden – und wir fasziniert zuhören, weil die Schauspieler und die von Winter geschriebenen Dialoge, Monologe und das fast pausenlose Voice-Over grandios sind. Wenn Wall-Street-Broker Mark Hanna dem jungen Jordan Belfort, der an seinen Lippen hängt, erzählt, wie die Wall Street funktioniert, dann darf Matthew McConaughey in wenigen Minuten einen vollkommen wahnsinnigen Menschen porträtiert, dem Andere ihr Geld anvertrauen. Oder wenn Leonardo DiCaprio als Jordan Belfort eine seiner zahlreichen Ansprachen vor seinen Angestellten hält oder er einen massiven Quaaludes-Drogenrausch hat. Oder wenn er in der Schweiz sein Schwarzgeld anlegen will und an einen von Jean Dujardin hübsch skrupellosen, aber sehr charmanten Banker gerät.

Langweilig ist Martin Scorseses Film nie. Trotzdem ist „The Wolf of Wall Street“ mit drei Stunden, je nach Sichtweise, entweder zu lang geraten, weil man wirklich nicht die fünfte Belfort-Ansprache braucht, weil die Geschichte eher ein unfokussierter, eklektischer Reigen von grellen und absurden Episoden ist, oder zu kurz, weil es trotzdem nie langweilig wirkt und man gerne noch etwas mehr über Belfort und sein maßloses Leben in einem ebenso maßlosem Film erfahren hätte.

P. S.: Mehr, viel mehr Infos über den Film und die Hintergründe gibt es hier.

The Wolf of Wall Street - Plakat

The Wolf of Wall Street (The Wolf of Wall Street, USA 2013)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Terence Winter

LV: Jordan Belfort: The Wolf of Wall Street, 2007 (Der Wolf der Wall Street)

mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Jean Dujardin, Jon Bernthal

Länge: 179 Minuten

FSK: 1b 16 Jahre

Die Vorlage

Belfort - Der Wolf der Wall-Street - Movie-Tie-In - 4

Jordan Belfort: Der Wolf der Wall Street – Die Geschichte einer Wall-Street-Ikone

(übersetzt von Egbert Neumüller)

Goldmann Taschenbuch, 2014

640 Seiten

9,99 Euro

Die Originalausgabe erschien 2007.

Die deutsche Erstausgabe 2008 im Verlag Börsenmedien AG.

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Wolf of Wall Street“

Moviepilot über „The Wolf of Wall Street“

Metacritic über „The Wolf of Wall Street“

Rotten Tomatoes über „The Wolf of Wall Street“

Wikipedia über „The Wolf of Wall Street“ (deutsch, englisch)

Hollywood vs. Reality über „The Wolf of Wall Street“

Kriminalakte: Tonnen weitergehender Informationen über den Film

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


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