TV-Tipp für den 9. April: Der Moment der Wahrheit

April 8, 2019

Einer der letzten Leinwandauftritte von Robert Redford, der gerade als „Ein Gauner & Gentleman“ im Kino kriminell erfreut

WDR, 23.40

Der Moment der Wahrheit (Truth, USA 2015)

Regie: James Vanderbilt

Drehbuch: James Vanderbilt

LV: Mary Mapes: Truth and Duty: The Press, The President and The Privilege of Power, 2005

Im Sommer 2004 erfährt „60 Minutes II“-Produzenten Mary Mapes (Cate Blanchett), dass US-Präsident George Bush bei den Angaben zu seiner Militärzeit log. Sie und ihr Reporterteam recherchieren für eine TV-Reportage, die von Dan Rather (Robert Redford) präsentiert wird. Danach bricht, mitten im Wahlkampf, ein wahrer Shitstorm über sie herein.

Ein auf wahren Ereignissen basierendes, oft zu einseitig auf Mapes‘ Seite stehendes Journalistendrama. Letztendlich ist Vanderbilts von guten Absichten und guten Schauspielern getragenes Regiedebüt nur solala.

Gegen das wenige Monate vorher in den Kinos angelaufene, mit dem Oscar als bester Film des Jahres ausgezeichnete Drama „Spotlight“ sieht „Der Moment der Wahrheit“ reichlich blass aus.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Cate Blanchett, Robert Redford, Topher Grace, Dennis Quaid, Elisabeth Moss, Bruce Greenwood, Stacy Keach, John Benjamin Hickey, Dermot Mulroney

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Der Moment der Wahrheit“

Metacritic über „Der Moment der Wahrheit“

Rotten Tomatoes über „Der Moment der Wahrheit“

Wikipedia über „Der Moment der Wahrheit“

Meine Besprechung von James Vanderbilts „Der Moment der Wahrheit“ (Truth, USA 2015)

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Neu im Kino/Filmkritik: Robert Redford, „Ein Gauner & Gentleman“

März 28, 2019

Vor dem Kinostart sagte Robert Redford, dass „Ein Gauner & Gentleman“ sein letzter Film sein werde. Danach wolle der 82-jährige in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Inzwischen ist er sich anscheinend nicht mehr so sicher, ob David Lowerys warmherzige Gaunerkomödie „Ein Gauner & Gentleman“ wirklich sein letzter Film sein soll.

David Lowery, der Redford bereits in seinem Kinderfilm „Elliot, der Drache“ inszenierte, erzählt die Geschichte von Forrest Tucker, einem notorischen Bankräuber, der inzwischen ein alter, aber immer noch junggebliebener Gentleman ist. Er ist ein Berufsverbrecher, der immer wieder in Haft saß, ausbrach und jetzt weiter Banken überfällt. Sein jüngster Überfall, dieses Mal in Dallas, lief wieder einmal so höflich und gesittet ab, dass wir unwillkürlich an „Out of Sight“ Jack Foley (George Clooney) denken müssen. Wobei es historisch korrekt wahrscheinlich umgekehrt war. Denn Tucker, den es wirklich gab, begann seine Verbrecher- und Ausbrecherkarriere 1936 als Fünfzehnjähriger und Lowerys Film spielt 1981. Der von Elmore Leonard erfundene Foley betrat erst später zuerst die literarische und dann die filmische Bühne.

Forrest Tucker war ein vollendeter Gentleman, der seine Verbrechen ohne Gewalt verübte. Den Revolver, den er dabei hatte, zeigte er niemals. Aber diese Angewohnheit erklärt den Originaltitel des Films, der auf der gleichnamigen „The New Yorker“-Reportage von David Grann basiert. Trotzdem ist der deutsche Titel „Ein Gauner & Gentleman“ viel zutreffender.

Als Gentleman hält Tucker auf seiner Flucht vor der Polizei selbstverständlich an, um einer Frau, die Probleme mit ihrem Auto hat, zu helfen. Auch wenn er keine Ahnung von Autos hat. Er unterhält sich mit Jewel (Sissy Spacek). Er fährt sie nach Hause und das ist der Beginn einer wundervollen, erwachsenen Beziehung, in der sich zwei Menschen redend näherkommen.

Diese Liebesgeschichte könnte sein Abschied vom Verbrecherleben sein, wenn er nicht ein Berufsverbrecher wäre, der einfach gerne das tut, was er tut. Also raubt er weiter Banken aus mit seinen Verbrecherkumpels, der „Over-the-Hill-Gang“. Sie besteht aus Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits). Der Musiker, dessen letzte CD 2011 erschien, und Ab-und-zu-Schauspieler wurde dafür aus seinem filmischen Ruhestand gezerrt.

Verfolgt werden sie über Landesgrenzen hinweg von Detective John Hunt. Casey Affleck liefert eine weitere feine, minimalistische Charakterstudie. Dieses Mal ist er unter dem Porno-Schnauzbart Tom-Selleck-Schnauzbart (Hunt ist ja ein ehrlicher Polizist) kaum erkennbar. In Lowerys vorherigem Film „A Ghost Story“ war er als stummer Geist mit einem Bettlaken über dem Kopf noch weniger erkennbar.

Diese Erzählstränge verknüpft David Lowery zu einer wunderschön entspannten Schnurre, einer Verbrecherballade, die einem auch am Lagerfeuer erzählt werden könnte. Denn früher, in diesem Fall 1981, ging alles langsamer. Nachrichten verbreiteten sich über Tage und Wochen von der einen Küste des Landes zur anderen. Falls überhaupt. Computer waren keine Alltagsgegenstände, sondern schrankgroße Geräte, die in Science-Fiction-Filmen riesige Hallen füllten. Ein Ermittler musste damals, nachdem er auf die abstruse Idee gekommen war, dass verschiedene Überfälle in verschiedenen Bundesstaaten miteinander zusammenhängen könnten, mühsam die Informationen über die Überfälle zusammentragen, immer wieder Ländergrenzen überschreiten, mit unterschiedlichen Gesetzgebungen kämpfen und in Archiven wühlen. Denn schon auf den ersten Blick klingt die Idee, dass ein Haufen alter Männer professionell Banken überfällt, ziemlich fantastisch.

Währenddessen hat Forrest Tucker viel Zeit, um mit seinen Kollegen weitere Überfälle zu planen und, vor allem, mit Jewel den Sonnenuntergang zu genießen.

Und wir können Robert Redford und Sissy Spacek dabei beobachten.

Es gibt wirklich schlechtere Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen.

Wenn Robert Redford jetzt wirklich keinen weiteren Film mehr dreht, ist „Ein Gauner & Gentleman“ eine rundum gelungene, angenehm nostalgische Abschiedsvorstellung, die noch einmal, mühelos und ohne erkennbare Anstrengung, die Karriere von Robert Reedford Revue passieren lässt.

Aber wie beginnt noch einmal Davd Granns Artikel über den sympathischen Bankräuber? „Forrest Tucker had a long career robbing banks, and he wasn’t willing to retire.“

Ein Gauner & Gentleman (The old man & the gun, USA 2018)

Regie: David Lowery

Drehbuch: David Lowery

LV: David Grann: The Old Man and the Gun (Reportage, The New Yorker, 27. Januar 2003)

mit Robert Redford, Sissy Spacek, Casey Affleck, Danny Glover, Tom Waits, Tika Sumpter, Keith Carradine, Isiah Whitlock Jr., John David Washington

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein Gauner & Gentleman“

Metacritic über „Ein Gauner & Gentleman

Rotten Tomatoes über „Ein Gauner & Gentleman“

Wikipedia über „Ein Gauner & Gentleman“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Lowerys „Elliot, der Drache“ (Pete’s Dragon, USA 2016)

Meine Besprechung von David Lowerys „A Ghost Story“ (A Ghost Story, USA 2017)

Ein Gespräch mit David Lowery, Robert Redford und Sissy Spacek über den Film

Das Gespräch nach der TIFF-Premiere mit, mehr oder weniger, dem gesamten Cast

 


TV-Tipp für den 22. Dezember: The Company you keep – Die Akte Grant

Dezember 22, 2018

ARD, 23.40

Die Akte Grant (The Company you keep, USA 2013)

Regie: Robert Redford

Drehbuch: Lem Dobbs

LV: Neil Gordon: The Company you keep, 2003

Nachdem eine Weathermen-Kampfgefährtin verhaftet wird und ein neugieriger Jungspund-Journalist seine vierzig Jahre zurückliegende terroristische Vergangenheit enthüllt, taucht der angesehene Bürgerrechtsanwalt Jim Grant unter. Um, wie der Journalist vermutet, seine Unschuld zu beweisen.

Spannender, im positiven Sinn altmodischer, vor allem auf die Dialoge setzender Polit-Thriller, bei dem der Polit-Teil eher eine Beigabe ist und die vielen bekannten Gesichter, denen Robert Redford (als Grant) auf seiner Flucht vor dem FBI begegnet, erfreuen zuerst das Auge des gestandenen Kinofans und sorgen dann für eine angenehme Verunsicherung. Denn bei diesem All-Star-Ensemble ist schnell vollkommen unklar, wer nur einen kurzen Gastauftritt hat und wer nicht.

mit Robert Redford, Shia LaBeouf, Julie Christie, Susan Sarandon, Nick Nolte, Terrence Howard, Anna Kendrick, Stanley Tucci, Chris Cooper, Richard Jenkins, Brendan Gleeson, Brit Marling, Sam Elliott, Stephen Root, Jackie Evancho

auch bekannt als „The Company you keep – Die Akte Grant“ (Kinotitel)

Wiederholung: Sonntag, 23. Dezember, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Akte Grant“

Wikipedia über „Die Akte Grant“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 25. November: Butch Cassidy und Sundance Kid

November 25, 2018

Tele 5, 20.15

Butch Cassidy und Sundance Kid (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)

Regie: George Roy Hill

Drehbuch: William Goldman

In Wirklichkeit waren Butch Cassidy und Sundance Kid zwei Verbrecher, die zu Legenden wurden, und deren Leben öfters verfilmt wurde. Am erfolgreichsten von George Roy Hill, nach einem Drehbuch von William Goldman, der damit in die Topliga der Drehbuchautoren aufstieg, und mit Paul Newman als Butch Cassidy und Robert Redford als Sundance Kid. Der eine war damals schon ein Star, der andere danach.

In „Butch Cassidy und Sundance Kid“ erzählen sie das Leben der beiden Verbrecher in einem locker-flockigen Stil, bei dem die beiden einfach nette Jungs sind, die gegen die Autoritäten kämpfen, Züge und Banken überfallen, immer ihren Spaß haben und die besten Freunde sind.

Der Film war ein Kinohit. 1973 trafen sich George Roy Hill, Paul Newman und Robert Redford wieder für die ebenfalls sehr erfolgreiche Gaunerkomödie „Der Clou“ (The Sting, USA 1973), die mir nicht so gefällt. William Goldman erhielt für „Butch Cassidy und Sundance Kid“ einen Drehbuchoscar und schrieb in den nächsten Jahren die Drehbücher für „Vier schräge Vögel/Zwei dufte Typen“ (The hot rock, USA 1972), „Die Frauen von Stepford“ (The Stepford Wives, USA 1975), „Tollkühne Flieger“ (The great Waldo Pepper, USA 1975, ein schöner, unterschätzter Film mit Robert Redford), „Die Unbestechlichen“ (All the President’s Men, USA 1976, für den er seinen zweiten Drehbuchoscar erhielt) und „Der Marathon-Mann“ (Marathon Man, USA 1976, nach seinem Roman).

mit Robert Redford, Paul Newman, Katherine Ross, Strother Martin, Henry Jones, Jeff Corey

Hinweise

Turner Classic Movies über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Rotten Tomatoes über „Butch Cassidy und Sundance Kid“

Wikipedia über „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Roy Hills „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)


TV-Tipp für den 21. Oktober: Der Moment der Wahrheit

Oktober 21, 2018

ARD, 23.35

Der Moment der Wahrheit (Truth, USA 2015)

Regie: James Vanderbilt

Drehbuch: James Vanderbilt

LV: Mary Mapes: Truth and Duty: The Press, The President and The Privilege of Power, 2005

Im Sommer 2004 erfährt „60 Minutes II“-Produzenten Mary Mapes (Cate Blanchett), dass US-Präsident George Bush bei den Angaben zu seiner Militärzeit log. Sie und ihr Reporterteam recherchieren für eine TV-Reportage, die von Dan Rather (Robert Redford) präsentiert wird. Danach bricht, mitten im Wahlkampf, ein wahrer Shitstorm über sie herein.

TV-Premiere zur Prime-Time für Nachteulen, Vampire und Werwölfe: ein auf wahren Ereignissen basierendes, oft zu einseitig auf Mapes‘ Seite stehendes Journalistendrama. Letztendlich ist Vanderbilts von guten Absichten und guten Schauspielern getragenes Regiedebüt nur solala.

Gegen das wenige Monate vorher in den Kinos angelaufene, mit dem Oscar als bester Film des Jahres ausgezeichnete Drama „Spotlight“ sieht „Der Moment der Wahrheit“ reichlich blass aus.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Cate Blanchett, Robert Redford, Topher Grace, Dennis Quaid, Elisabeth Moss, Bruce Greenwood, Stacy Keach, John Benjamin Hickey, Dermot Mulroney

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Der Moment der Wahrheit“

Metacritic über „Der Moment der Wahrheit“

Rotten Tomatoes über „Der Moment der Wahrheit“

Wikipedia über „Der Moment der Wahrheit“

Meine Besprechung von James Vanderbilts „Der Moment der Wahrheit“ (Truth, USA 2015)


TV-Tipp für den 20. Oktober: Tollkühne Flieger

Oktober 20, 2018

RBB, 22.05

Tollkühne Flieger (The Great Waldo Pepper, USA 1975)

Regie: George Roy Hill

Drehbuch: William Goldman (nach einer Geschichte von George Roy Hill)

Sehr unterhaltsames Drama mit vielen witzigen Momenten und viel live gefilmter Fliegeraction über Waldo Pepper, der in den Zwanzigern mit seiner Doppeldecker-Flugshow durch die USA reist. Ständig begleitet von Abstürzen, Notlandungen, Toten und Knochenbrüchen.

mit Robert Redford, Bo Svenson, Bo Brundin, Susan Sarandon, Geoffrey Lewis, Edward Herrmann, Margot Kidder

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Tollkühne Flieger“

Wikipedia über „Tollkühne Flieger“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Roy Hills „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (Butch Cassidy and Sundance Kid, USA 1969)


TV-Tipp für den 25. August: Sneakers – Die Lautlosen

August 25, 2018

ZDFneo, 20.15

Sneakers – Die Lautlosen (Sneakers, USA 1992)

Regie: Phil Alden Robinson

Drehbuch: Phil Alden Robinson, Walter F. Parkes, Lawrence Lasker

Martin Bishop und sein Team brechen im Auftrag von Firmen in Computersysteme ein. Als sie einen halbseidenen Regierungsauftrag erhalten, geraten sie in Teufels Küche.

Sozusagen die unglamouröse Variante von „Ocean’s Eleven“. Was den Film nicht weniger unterhaltsam macht.

mit Robert Redford, Sidney Poitier, Dan Aykroyd, Ben Kingsley, Mary McDonnell, River Phoenix, David Strathairn, Timothy Busfield, James Earl Jones

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sneakers – Die Lautlosen“

Wikipedia über „Sneakers – Die Lautlosen“ (deutsch, englisch)


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