Neu im Kino/Filmkritik: „Meg“ tut das, was Haie so tun. Im Film

August 9, 2018

Etwas böswillig könnte man sagen, dass Dwayne Johnson zwischen „Rampage“ und „Skyscraper“ keine Zeit hatte und deshalb Jason Statham gegen den Monsterhai kämpfen darf. Aber Stathams Version des Helden ist etwas weniger poliert als bei dem immer sympathischen Johnson. Es geht, dank Stathams gepflegtem Drei-Tage-Bart, in einer homöopathischen Dosis, in Richtung britische Arbeiterklasse. Und George Clooney war mal für die Rolle des tapferen Jonas Taylor im Gespräch.

Nachdem ein kleines Forschungs-U-Boot im Pazifik vor der Küste Chinas in der tiefsten Tiefsee havarierte, wird Taylor zur Hilfe gerufen. Sie entdeckten unter einer als Barriere funktionierenden Schwefelwasserstoff-Schicht eine neue, noch vollkommen unerforschte Unterwasserwelt. Die dreiköpfige Besatzung hat nur noch für wenige Stunden Sauerstoff und sie wird von irgendetwas Großem angegriffen. Taylor hat dieses Ding schon einmal vor fünf Jahren bei einer Tiefseetrettungsmission getroffen. Damals starben zwei Kameraden. Danach hörte er mit dem Tauchen auf und ertränkt sein Selbstmitleid heroisch in Bier. Das würde Dwayne Johnson niemals tu.

Weil Taylor der beste Mann für eine so gefährliche Rettungsaktion ist, bittet die Mannschaft der Forschungsstation, zu der auch zwei alte Bekannte von Taylor gehören, ihn um Hilfe. Und weil Taylors Ex-Frau in dem jetzt gesunkenen U-Boot ist, begibt er sich auf eine Rettungsmission, bei der er zwei der drei Besatzungsmitglieder, unter anderem seine Frau, retten kann. Dabei sehen sie und wir sensationsgierigen Zuschauer zum ersten mal das gefährliche Wesen: es ist ein Megalodon, ein 25 Meter großer Hai, der seit Ewigkeiten als ausgestorben gilt. Und dieser Meg (eigentlich sogar zwei) verlässt sein Unterwassergefängnis, um auf die Jagd zu gehen.

Die Filmgeschichte basiert auf Steve Altens 1997 erschienener Debütroman „The Meg“. Alten schrieb mehrere Buchfortsetzungen zu seinem erfolgreichen Thriller. Hollywood kaufte sich damals sofort die Filmrechte, aber nach „Deep Blue Sea“ wurde das Projekt erst einmal auf die lange Bank geschoben. Einmal waren auch Guillermo del Toro und Eli Roth involviert. Jetzt verfilmte Jon Turteltaub den Roman und der Film ist „Der weiße Hai“ mit einem größeren Hai und, nun, auch größeren Booten. Es gibt auch, – siehe „Alien“ -, einen fiesen Großkapitalisten.

Turteltaub erzählt die bekannte Geschichte mit viel Wumms und Spaß in unter zwei Stunden noch einmal nach für eine Generation, die Spielbergs Klassiker „Der weiße Hai“ nicht im Kino gesehen hat. Es gibt zahlreiche gut platzierte Anspielungen und Inside-Jokes auf „Der weiße Hai“ und seine unzähligen Fortsetzungen und Rip offs. Dafür hatte Turteltaub ein erkleckliches Budget von 150 Millionen Dollar. Das Geld sieht man auf der Leinwand.

Es ist auch, wie in „Der weiße Hai“, eine kluge Entscheidung, den riesigen Hai erst spät und oft nur in Teilansichten zu zeigen. Manchmal sieht man auch nur die Auswirkungen eines seiner Angriffe. So wirkt er etwas bedrohlicher, wenn er sich die bunt zusammengewürfelten Mitglieder der internationalen Forschungsmission vornimmt. Diese ist, und das ist ein augenfälliger Unterschied zu den älteren Blockbustern, deutlich multikultureller und weiblicher als im Siebziger-Jahre-Blockbuster-Kino.

The Meg“ ist angenehm altmodisches Blockbuster-Kino, das bewusst auf die nervigen Modernismen der letzten Saisons verzichtet und seine Geschichte unaufgeregt präsentiert. Perfekt Sommerunterhaltung eben. Für das Open-Air-Strandkino.

P. S.: In „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ gibt es auch einen Riesenhai. Aber der hat mit diesen Megs nicht zu tun. Sie fressen sich durch vollkommen verschiedene Filmwelten.

Meg (The Meg, USA 2018)

Regie: Jon Turteltaub

Drehbuch: Dean Georgaris, Jon Hoeber, Erich Hoeber

LV: Steve Alten: Meg: A Novel of Deep Terror, 1997 (Meg)

mit Jason Statham, Li Bingbing, Winston Chao, Rainn Wilson, Ruby Rose, Page Kennedy, Jessica McNamee, Ólafur Darri Ólafsson, Robert Taylor, Sophia Shuya Cai, Masi Oka, Cliff Curtis

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Meg“

Metacritic über „Meg“

Rotten Tomatoes über „Meg“

Wikipedia über „Meg“

Homepage von Steve Alten

Meine Besprechung von Jon Turteltaubs „Last Vegas“ (Last Vegas, USA 2013)

Nachtrag (24. August 2018)

MEG von Steve Alten

Manchmal läuft’s dumm. Denn erst jetzt trudelte bei mir die lang ersehnte Neuausgabe von „Meg“ ein. Zum Filmstart veröffentlichte der Heyne Verlag nämlich eine Neuausgabe von Steve Altens jetzt erfolgreich verfilmtem Debütroman „Meg“. Wobei „Neuausgabe“ etwas irreführend ist. Denn es wurde nicht einfach der alte, 1997 erschienene Bestseller genommen und mit einem neuen Umschlag neu veröffentlicht, sondern die „Vom Autor erweiterte und komplett überarbeitete Neuausgabe“, die in den USA 2015 erschien und jetzt erstmals auf Deutsch erschien.

Die Neuausgabe beginnt mit der 2011 geschriebenen, sieben Jahre vor der Romangeschichte spielenden Vorgeschichte zum ursprünglichen Roman. Alten veröffentlichte die achtzigseitige Geschichte als E-Book. Ausgehend von den Ereignissen in der Vorgeschichte nahm er für die Neuausgabe am ursprünglichen Roman notwendige Änderungen vor, erweiterte Szenen, vertiefte Figuren und überarbeitete ihn auch sprachlich, weil, so Alten, er sich stilistisch weiterentwickelt hat.

Die Story ist natürlich immer noch die gleiche: Tiefseeforscher Jonas Taylor will im Marianengraben einen Carcharodon mealodon, kurz Meg, entdecken. Nach seiner Entdeckung begibt sich der riesige Hai in den oberen Wasserregionen und sucht Nahrung.

Steve Alten: Meg

(vom Autor erweiterte und komplett überarbeitete Neuausgabe)

(übersetzt von Bernd Kleinschmidt)

Heyne, 2018

400 Seiten

9,99 Euro

Originalausgabe dieser Ausgabe

Meg

Viper Press, 2015

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TV-Tipp für den 25. Dezember: Quo Vadis

Dezember 25, 2016

Arte, 20.15

Quo Vadis (USA 1951, Regie: Mervyn LeRoy)

Drehbuch: John Lee Mahin, S. N. Behrman, Sonya Levien

LV: Henryk Sienkiewicz: Quo Vadis, 1895 (Quo Vadis)

Rom, 64 n. Chr.: ein Feldherr verliebt sich in eine Christin (schwerer Fehler) und Nero (Peter Ustinov!) lässt Rom abfackeln.

einer der Könige des Monumentalfilms“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon), bei dem 30.000 Statisten für ein gut gefülltes Bild sorgten. Heute unvorstellbar.

Morgen geht die monumentale Geschichtsstunde bei Arte um 20.15 Uhr mit dem „Untergang des römischen Reiches“ (USA 1964, Regie: Anthony Mann) weiter.

mit Peter Ustinov, Deborah Kerr, Robert Taylor, Finlay Currie, Leo Genn, Patricia Laffan

Wiederholung: Freitag, 30. Dezember, 13.55 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Quo Vadis“

TCM über „Quo Vadis“

Wikipedia über „Quo Vadis“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. April: Longmire

April 12, 2016

RTL Nitro, 23.35

Longmire: Ehrlichkeit und Integrität/Emanzipierte Töchter (USA 2012, Regie: Christopher Chulack, Michael Uppendahl)

Drehbuch: Hunt Baldwin, John Coveny, Sarah Nicole Jones

Erfinder: Hunt Baldwin, John Coveny

LV: Charakter von Craig Johnson

Wyoming, wo sich seit den Tagen des Wilden Westens wenige änderte: Sheriff Walt Longmire sorgt für Recht und Ordnung – und wir können eine in den USA hochgelobte Krimiserie genießen.

RTL Nitro zeigtwieder  die erste Staffel in Doppelfolgen.

In den USA ist bereits die fünfte Staffel bestellt.

Die Serie basiert auf Craig Johnsons Longmire-Romanen, die bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

Die Pilotfolge wurde für den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert.

Die Serienerfinder Hunt Baldwin und John Coveny waren vorher bei „The Closer“ beschäftigt.

mit Robert Taylor, Katee Sackhoff, Lou Diamond Phillips, Bailey Chase, Cassidy Freeman, Adam Bartley, Louanne Stephens

Hinweise

A&E-Homepage zu “Longmire”

Wikipedia über „Longmire“

Fantastic Fiction über Craig Johnson

Homepage von Craig Johnson

Mysterious Musings: Interview mit Craig Johnson über Walt Longmire (2007)

Und noch ein längeres Gespräch mit Craig Johnson, in dem er über die Entstehung der TV-Serie spricht


TV-Tipp für den 10. Januar: Longmire: Ehrlichkeit und Integrität/Emanzipierte Töchter

Januar 10, 2014

RTL Nitro, 22.05

Longmire: Ehrlichkeit und Integrität/Emanzipierte Töchter (USA 2012, R.: Christopher Chulack, Michael Uppendahl)

Drehbuch: Hunt Baldwin, John Coveny, Sarah Nicole Jones

Erfinder: Hunt Baldwin, John Coveny

LV: Charakter von Craig Johnson

Wyoming, wo sich seit den Tagen des Wilden Westens wenige änderte: Sheriff Walt Longmire sorgt für Recht und Ordnung – und wir können eine in den USA hochgelobte Krimiserie genießen.

RTL Nitro zeigt die erste Staffel in Doppelfolgen.

In den USA wird dieses Jahr die dritte Staffel gezeigt.

Die Serie basiert auf Craig Johnsons Longmire-Romanen, die bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

Die Pilotfolge wurde für den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert.

Die Serienerfinder Hunt Baldwin und John Coveny waren vorher bei „The Closer“ beschäftigt.

mit Robert Taylor, Katee Sackhoff, Lou Diamond Phillips, Bailey Chase, Cassidy Freeman, Adam Bartley, Louanne Stephens

Hinweise

A&E-Homepage zu „Longmire“

Wikipedia über „Longmire“

Fantastic Fiction über Craig Johnson

Homepage von Craig Johnson

Mysterious Musings: Interview mit Craig Johnson über Walt Longmire (2007)

Und noch ein längeres Gespräch mit Craig Johnson, in dem er über die Entstehung der TV-Serie spricht


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