TV-Tipp für den 3. August: Planet der Affen

August 3, 2017

Kabel 1, 20.15

Planet der Affen (Planet of the Apes,USA 1968)

Regie: Franklin J. Schaffner

Drehbuch: Michael Wilson, Rod Serling

LV: Pierre Boulle: La Planète des Singes, 1963 (Planet der Affen)

Nach einem verdammt langem Raumflug landet Astronaut George Taylor (Charlton Heston) und seine Crew auf einem Planeten, auf dem Affen die herrschende Rasse und Menschen von ihnen gejagte Primitivlinge sind, die höchsten für Forschungszwecke (vulgo Tierversuche) taugen. Taylor findet das ziemlich uncool.

Ein SF-Klassiker mit einem Hammerende. Denn, wie das letzte Bild des Films zeigt, ist Taylor auf der Erde gelandet.

Mit der Romanvorlage hat Schaffners Film wenig zu tun.

Kabel 1 zeigt heute alle „Planet der Affen“-Filme, die unmittelbar danach entstanden und zunehmend schlechter wurden: um 22.30 Uhr „Rückkehr zum Planet der Affen“ (USA 1970), um 00.20 Uhr „Flucht vom Planet der Affen“ (USA 1971), um 02.15 Uhr „Eroberung vom Planet der Affen“ (USA 1972) und um 03.50 Uhr „Die Schlacht um den Planet der Affen“ (USA 1973).

Der Anlass für das Affentheater ist der heutige Kinostart von „Planet der Affen: Survival“.

mit Charlton Heston, Roddy McDowall, Kim Hunter, Maurice Evans, James Whitmore, James Daly, Linda Harrison

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Planet der Affen“

Wikipedia über „Planet der Affen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pierre Boulles „Planet der Affen“ (La Planète des Singes, 1963)

Meine Besprechung von Greg Keyes‘ „Planet der Affen – Revolution: Feuersturm“ (Dawn of the Planet of the Apes: Firestorm, 2014)

Meine Besprechung von Matt Reeves‘ „Planet der Affen: Revolution“ (Dawn of the Planet of the Apes, USA 2014)

Die Vorlage (derzeit nur antiquarisch erhältlich)

Boulle - Planet der Affen - CrossCult

Pierre Boulle: Planet der Affen

(übersetzt von Merle Taeger)

Cross Cult, 2014

272 Seiten

12,80 Euro

Originalausgabe

La Planète des Singes

Editions Julliard, Paris, 1963

Der Roman erschien schon in einer anderen Übersetzung in mehreren Ausgaben.


DVD-Kritik: „The Twilight Zone“ – unheimliche Geschichten in der finalen Staffel

September 25, 2015

Nachdem in der vierten Staffel der legendären Serie „The Twilight Zone“ (USA 1959 – 1964) das Format von halbstündigen auf einstündige Geschichten (mit Werbung) verändert wurde, was nicht unbedingt zum Vorteil der Geschichten war, ist in der fünften und letzten Staffel der Serie (es gab später Wiederbelebungen und Kinofilme) wieder die Welt in Ordnung. Wenn man Intro, Rod Serlings Ansagen und den Abspann weglässt, wird in etwas über zwanzig Minuten eine unwahrscheinliche, immer spannende Geschichte, die fast immer ein ebenso überraschendes, wie überzeugendes Ende hat, erzählt. Meistens handelt es sich dabei um eine Science-Fiction- oder Horrorgeschichte.
Dabei ist die Auftaktepisode „Ein Leben für ein Leben“ (In Praise of Pip) eher schwach geraten. Im Mittelpunkt steht ein Spieler, der, als er erfährt, dass sein über alles geliebter Sohn in Vietnam im Sterben liegt, Gott um einen Tauschhandel bittet, während er schwerverletzt und von Visionen geplagt über einen Vergnügungspark stolpert. Da ist das Ende dann doch arg absehbar. Aber Jack Klugman darf schauspielerisch brillieren.
Die zweite Folge „Ein Halbschwergewicht aus Stahl“ (Steel) ist dann ein kleiner Klassiker, der 2011 als „Real Steel“ (Real Steel) wieder verfilmt wurde. Lee Marvin spielt einen Ex-Boxer und Box-Promoter, der – nachdem Boxkämpfe zwischen Menschen verboten sind und menschenähnliche Roboter gegeneinander kämpfen –, weil er das Geld braucht, als „Roboter“ gegen einen anderen Roboter in den Ring steigt.
Auch die dritte Folge „Porträt eines ängstlichen Mannes“ (Nightmare at 20.000 Feet), ebenfalls von Richard Matheson geschrieben, erhielt 1983 in dem Spielfilm „Unheimliche Schattenlichter“ (Twilight Zone: The Movie) ein von „Mad Max“ George Miller inszeniertes Remake. Es geht um einen von William Shatner gespielten Mann, der panische Flugangst hat. Als er während des Fluges aus dem Fenster blickt, sieht er ein koboldähnliches Wesen, einen Gremlin, auf der Tragfläche herumwerkeln. Das kann doch nur ein Alptraum sein.
Wie auch in den 33 anderen Geschichten aus der Dimension zwischen Licht und Schatten konfrontieren sie in jeder neuen Geschichte einen anderen Protagonisten mit seinen Ängsten oder Wünschen und einem Twist-Ende. Dabei fällt Robert Enricos Verfilmung von Ambrose Pierces Kurzgeschichte „Zwischenfall an der Eulenfluss-Brücke“ (Occurence at Owl Creek Bridge) aus dem Rahmen. Denn es ist eine französische Produktion, die für die US-Ausstrahlung bearbeitet wurde, während die anderen Geschichten alle für ein überschaubares Budget in Hollywood realisiert wurden. Auch von Regisseuren, die heute noch bekannt sind.
Don Siegel, Jacques Tourneur, Ida Lupino, Elliot Silverstein, Robert Butler, Richard C. Sarafian, Ted Post, Joseph M. Newman und Richard Donner inszenierten teils mehrere Episoden.
Wie immer schrieb Rod Serling die meisten Geschichten. Manchmal kam auch ein anderer Autor zum Zug. Neben dem schon erwähnten Richard Matheson waren das Charles Beaumont, Martin M. Goldsmith (der auch das Drehbuch für den Noir-Klassiker „Detour“ schrieb) und, am Anfang seiner Karriere, Earl Hamner, Jr. (der Erfinder der langlebigen TV-Serien „Die Waltons“ und „Falcon Crest“).
Und neben den schon erwähnten Schauspielern hatten Mickey Rooney, Telly Savalas, James Coburn, Warren Oates, Greg Morris, Patrick O’Neal, Michael Constantine, Jackie Cooper, Martin Landau, Barry Nelson (der allererste James-Bond-Darsteller), George Takei, John Mitchum, Robert Lansing und Don Gordon (okay, die beiden sind als Nebendarsteller, als Ich-kenne-das-Gesicht-aber-nicht-den-Namen, bekannt) prägnante Auftritte.
Am Ende wurden in fünf Jahren 156 Geschichten erzählt, die durchweg sehenswert sind und die heute immer noch als Schule für Autoren dienen können. Rod Serling, der Erfinder und Präsentator der Serie, schrieb insgesamt 92 Geschichten, vierzehn davon für die fünfte, aus 36 Geschichten bestehende Staffel.
Die Staffelbox ist mit Bonusmaterial, das sich dieses Mal vor allem auf die zahlreichen Audiokommentare konzentriert, gewohnt gut ausgestattet. Bei so einer alten Serie muss man sogar von überragend sprechen. Wie die aus der „Twilight Zone“ gekommene Serie.

The Twilight Zone - Staffel 5 - DVD-Cover

The Twilight Zone – Staffel 5 (The Twilight Zone, USA 1963/1964)
Erfinder: Rod Serling

DVD
Koch Media
Bild: 1.33:1 (4:3) (SW)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Audiokommentare, isolierte Musikspure
Länge: 879 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „The Twilight Zone“ (deutsch, englisch)

The Rod Serling Memorial Foundation

PBS: American Masters: Rod Serling

The Guardian: Phelim O’Neill: Why The Twilight Zone puts today’ TV sci-fi to sham (7. Mai 2011)

Meine Besprechung von “The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 1″ (USA 1959/1960)

Meine Besprechung von “The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 3” (USA 1961/1962)

Meine Besprechung von „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 4“ (USA 1963)

Die Doku „Rod Serling: The angry young Man of Hollywood“


DVD-Kritik: „The Twilight Zone – Staffel 4“, weniger Geschichten, dafür länger

Mai 5, 2015

Für die vierte Staffel der grandiosen und einflussreichen Anthologieserie „The Twilight Zone“ wurde die Episodenlänge von 25 Minuten auf 50 Minuten geändert, was nicht unbedingt ein Vorteil war. Denn bislang lag der Reiz der schwarzhumorigen ‚unwahrscheinlichen Geschichten“ in der Kürze, die ohne Umwege vom Set-Up zur meist schwarzhumorigen Pointe führt.
Bei der doppelten Länge hatten die Macher dann mehr Zeit, um ihre Charaktere zu charakterisieren und dabei immer noch deutlich unter der Länge eines Spielfilms zu bleiben. Das führt dazu, dass die achtzehn Geschichten der vierten Staffel nicht die Durchschlagkraft der kürzeren Geschichten haben, sondern oft wie eine gestreckte Kurzgeschichte (und mehr sind die klassischen „The Twilight Zone“-Geschichten nicht) mit einer dann absehbaren Pointe wirkt.
Das heißt jetzt nicht, dass die Geschichten schlecht sind. So lässt sich die Auftaktepisode „Wie ein Spiegelbild“ (In his Image) viel Zeit, um die Verunsicherung bei Alan Talbot zu zeigen, dessen Leben auseinanderfällt. Er ist ohne eine Erklärung zu spät bei seiner Freundin, die er in einigen Tagen heiraten will. Als sie in seinen Heimatort fahren, ist dort vieles anders, als er es in Erinnerung hat. Innerhalb einer Woche hat sich mehr verändert als in den letzten zwanzig Jahren und niemand erkennt ihn. Auch er kennt niemanden und das Labor, in dem er arbeitet, existiert nicht. Dann bemerkt er durch eine Verletzung, dass er ein Roboter ist. Das könnte jetzt das Ende der Episode sein, aber es gibt noch eine Drehung. Talbot findet seinen Erbauer und dieser erklärt ihm sehr ausführlich, warum er ihn geschaffen hat. Und es gibt darauf aufbauend eine hübsche Schlusspointe. Jedenfalls für Talbots Erbauer.
„Er ist zurück“ (He’s alive) ist ein Showcase für Dennis Hopper, der einen jungen Nazi spielt. Die Geschichte schildert seine Anfänge in der US-Provinz und wie er, inspiriert von einem zunächst unbekanntem Ratgeber, der sich später als ‚Geist‘ von Adolf Hitler zu erkennen gibt, eine Gefolgschaft um sich scharrt. Rod Serlings Geschichte ist eine psychologisch glaubwürdige Fallstudie zum Faschismus, wie er weiterlebt und auch was gegen Hassprediger jeder Couleur getan werden kann. Im Gegensatz zu den anderen „The Twilight Zone“-Geschichten ist hier der pädagogische Zeigefinger und die Botschaft überdeutlich zu sehen, weshalb „Er ist zurück“ als „The Twilight Zone“-Geschichte eher enttäuscht (denn unwahrscheinlich ist hier nichts, nur,, auch ohne Pegida, unheimlich in ihrer Alltäglichkeit), aber als zeitlose Warnung vor dem Faschismus, wie menschenfeindliches Denken sich ausbreitet und wer ihre Propagandisten sind, ist es eine gelungene Episode, die auch zeigt, wozu Fernsehen in der Lage ist. Außerdem vertrat Serling hier so offen wie selten seine politischen und philosophischen Überzeugungen.
Mehr Geschichten will ich jetzt nicht spoilern. Denn auch bei der doppelten Länge sind sie gut und unterhaltsam. Es gibt auch wieder einige noch heute bekannte Gesichter zu entdecken. „Hulk“ Bill Bixby, den schon erwähnten Dennis Hopper, Paul Mazursky (der heute als Regisseur bekannter ist), Jack Klugman, Robert Duvall, Burgess Meredith, Steve Forrest, Martin Balsam, Pat Hingle, James Whitmore, James Broderick und Burt Reynolds sind dabei. Teilweise noch am Anfang ihrer Karriere.
Einige Episoden wurden von Stuart Rosenberg, Don Medford, Buzz Kulik, David Lowell Rich, Lamont Johnson, die neben ihrer Serienarbeit, auch für frühere „The Twilight Zone“-Staffeln, auch einige erfolgreiche Spielfilme inszenierten.
Geschrieben wurden die Geschichten hauptsächlich von Rod Serling (sechs Geschichten, was deutlich weniger als in den früheren Staffeln ist) und Charles Beaumont (ebenfalls sechs Geschichten). Zwei Geschichten sind von Richard Matheson. Eine von Reginald Rose („Die zwölf Geschworenen“, „Die Wildgänse kommen“).
Die vierte „The Twilight Zone“-Staffel lag also weiterhin in den bewährten Händen. Dennoch wurde In der darauffolgenden fünften und letzten Staffel (bevor die Reihe später zweimal wiederbelebt wurde) wurde wieder auf das halbstündige Format, das besser zu den Horror- und Science-Fiction-Geschichten aus der Twilight Zone passt, zurückgegangen.
Das Bonusmaterial ist gewohnt überzeugend und umfangreich ausgefallen. Das Kernstück sind dabei die neunzehn Audiokommentare zu den achtzehn Episoden.
Weil die vierte Staffel nicht synchronisiert wurde und auch nicht im TV lief, gibt es die Geschichten nur im englischen Original mit ausblendbaren Untertiteln.

The Twilight Zone - Staffel 4 - DVD-Cover

The Twilight Zone – Staffel 4 (The Twilight Zone – Season 4, USA 1963)
Erfinder: Rod Serling

DVD
Koch Media
Bild: 1,33:1 (4:3, SW)
Ton: Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: 19 Audiokommentare, Isolierte Filmmusik zu allen 18 Episoden, Hörspielfassungen, Audio- und Videointerviews mit Cast & Crew, Sketch aus ‚Saturday Night Live‘, Outtakes, Clips, Promos
Länge: 904 Minuten (6 DVDs)
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „The Twilight Zone“ (deutsch, englisch)

The Rod Serling Memorial Foundation

PBS: American Masters: Rod Serling

The Guardian: Phelim O’Neill: Why The Twilight Zone puts today’ TV sci-fi to sham (7. Mai 2011)

Meine Besprechung von “The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 1″ (USA 1959/1960)

Meine Besprechung von „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 3“ (USA 1961/1962)


DVD-Kritik: Über „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 3“

April 10, 2015

Für ein Binge-Watching eignet sich die „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten“ nicht wirklich. Denn normalerweise will man beim Binge-Watching ja unbedingt wissen, wie es weitergeht. Auch weil jede Folge der Serie mit einem fiesen Cliffhanger endet, der in der nächsten Folge schnell aufgelöst wird. Dieses Suchtgefühl stellt sich bei den Geschichten aus der Twilight Zone nicht ein. Denn jede Episode ist eine in sich abgeschlossene kurze mal mehr, mal weniger fantastische, mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit, mal in der Zukunft, mal in einer Parallelwelt spielende Geschichte. Jede Episode hat andere Charaktere. Sie können daher unabhängig von einander in jeder beliebigen Reihenfolge gesehen werden. Und auch wenn nicht jede Geschichte grandios ist, sind die Geschichten immer sehenswert und zeigen, wie gutes Geschichtenerzählen funktioniert. Bei den US-amerikanischen Science-Fiction-Fans war die Serie während der Erstausstrahlung so beliebt, dass sie im dritten Jahr in Folge den Hugo als ‚Best Dramatic Presentation‘ erhielt.
Die dritte Staffel unterscheidet sich nicht von den vorherigen beiden Staffeln und alles, was ich damals schrieb, stimmt immer noch. Es sind wieder verdammt gute, knapp halbstündige Geschichte mit einer meistens überraschenden Pointe. Denn bei einigen Geschichten ist die Pointe heute zu bekannt, um noch wirklich zu überraschen und manchmal ist die Pointe absehbar. Immerhin gibt es bei einer überschaubaren Zahl von Charakteren nur eine bestimmte Menge an Pointen. Serienerfinder und Präsentator Rod Serling schrieb wieder die meisten Geschichten. Zu den anderen Autoren zählen Richard Matheson, Charles Beaumont und Ray Bradbury. Er schrieb die einhundertste Episode und verarbeitete „Unsere Oma, der Roboter“ (I sing the Body Electric) später zu einer Kurzgeschichte.
Teilweise spielen heute noch bekannten Schauspieler mit, wie Charles Bronson, Robert Redford, Peter Falk, Leonard Nimoy, Jack Klugman, Cliff Robertson, Lee Marvin, Strother Martin, R. G. Armstrong, Donald Pleasence, Richard Kiel, Veronica Cartwright, Paul Mazursky (der ja eher als Regisseur bekannt ist) und Buster Keaton.
Die tolle SW-Bildqualität muss sich nicht vor neueren Produktionen verstecken.
Und es gibt wieder erstaunlich viel Bonusmaterial. Neben vierundreißig Audiokommentaren, verteilt auf siebenundreißig Episoden (also eigentlich gibt es für jede Episode einen Audiokommentar) gibt es eine sechste DVD mit Teaser und Werbetafeln (ein netter Blick in die Vergangenheit), neunzehn Hörspieladaptionen fürs Radio, Vorlesung des alternativen Endes der Episode 70 (Eine Runde Billard), Ausschnitte aus den in den Achtzigern entstandenen Remakes der Episode 70 (Eine Runde Billard) und 87 (In den Schuhen eines Toten), Interviews mit dem Schauspieler Edson Stroll und dem Kameramann George T. Clemens, ein Ausschnitt aus der „Garry Moore Show“ und ein Ausschnitt aus der „Tell it to Groucho“-Show, in denen „The Twilight Zone“-Erfinder Rod Serling zu Gast war.
Wie schon bei den ersten beiden Staffeln ist auch die DVD-Ausgabe der dritten „The Twilight Zone“-Staffel eine filmhistorisch vorbildliche Ausgabe einer vor über fünfzig Jahren gedrehten Serie, die sich vor neuen Serien nicht verstecken muss.
Das gleiche gilt für die Geschichten. Aber das habe ich schon gesagt?

The Twilight Zone - Staffel 3 - DVD-Cover

The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 3 (USA 1961/1962)
Erfinder: Rod Serling

DVD
Koch Media
Bild: 1,33:1 (4:3), SW
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: 34 Audiokommentare, Isolierte Musikspur zu allen Episoden, 19 Radio-Hörspiele, Interviews mit Cast & Crew, Rod Serlings Auftritte in den Sendungen „The Garry Moore Show“ und „Tell ti to Groucho“, Ausschnitte aus den Farb-Remakes der 80er Jahre
Länge: 912 Minuten (6 DVDs)
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „The Twilight Zone“ (deutsch, englisch)

The Rod Serling Memorial Foundation

PBS: American Masters: Rod Serling

The Guardian: Phelim O’Neill: Why The Twilight Zone puts today’ TV sci-fi to sham (7. Mai 2011)

Meine Besprechung von „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 1“ (USA 1959/1960)

 


DVD-Roundup, Teil 2: TV-Serien und TV-Filme, alle sehenswert

März 19, 2014

Jetzt sind die TV-Serien dran. Ebenfalls durchgängig mindestens einen Blick wert.

Twilight Zone“ ist eine der klassischen TV-Serien. Rod Serling erfand sie 1959 und seitdem erlebte sie zwei erfolgreiche Neuauflagen im TV und einen Spielfilm. Außerdem gab es einige Nachahmer. Denn das Konzept war denkbar einfach: spannende Geschichten innerhalb einer halben Stunde erzählen. Sie waren das filmische Äquivalent zu einer Kurzgeschichte. Weitere Regeln gab es nicht, aber normalerweise waren es phantastische Geschichten, Horrorgeschichten und manchmal auch Kriminalgeschichten. Gerne auch in einem lockeren Genremix. Solange die Geschichte eine gute Pointe hatte, war alles möglich. Rod Serling schrieb fast alle „unwahrscheinliche Geschichten“ aus der „fünften Dimension jenseits der menschlichen Erfahrung – eine Dimension, so gewaltig wie der Weltraum und so zeitlos wie die Ewigkeit. Es ist das Zwischenreich, wo Licht in Schatten übergeht, Wissenschaft auf Aberglaube trifft. Sie liegt zwischen den Fallgruben unserer Furcht und den lichten Gipfeln unseres Wissens. Dies ist die Dimension der Fantasie, das Reich der Dämmerung“. Neben Serling schrieben auch Charles Beaumont und Richard Matheson einige Drehbücher für die erste Staffel.

Oh, und natürlich spielten die Geschichten mit wenigen Charakteren an wenigen Orten. Denn viel Geld war für die einzelnen Geschichten nicht vorhanden. Also beschränkten die Regisseure, wie Robert Parrish, Mitchell Leisen, Jack Smight, Stuart Rosenberg, William Claxton, Ted Post und Ralph Nelson, sich darauf, die Schauspieler möglichst wenig zu stören. In der ersten Staffel sind dann auch einige bekannte Namen dabei, die damals teils am Ende, teils am Anfang ihrer Karriere waren, wie Martin Landau, Dan Duryea, Ida Lupino, Martin Balsam, Burgess Meredith, Richard Conte, Rod Taylor, Fritz Weaver, Inger Stevens, Paul Mazursky, Warren Oates, Vera Miles, Claude Akins, Kevin McCarthy, Roddy McDowall, Jack Klugman, Anne Francis und Jack Warden.

Auch aus heutiger Perspektive sind die Geschichten – auch wenn wir einige Pointen früh erahnen – flott erzählt mit einer meist überraschenden, immer gelungenen Pointe.

Die DVD-Box mit der ersten Staffel ist eine Fundgrube für filmhistorisch Interessierte. Denn neben den 36 Folgen (in vorzüglicher Bildqualität) gibt es Tonnen von Bonusmaterial, unter anderem zu jeder Folge einen Audiokommentar, weitere Gespräche, Werbematerial und etwas Kleinkram.

Was soll ich sagen: eine phantastische Serie in einer rundum gelungenen Aufmachung.

Die zweite Staffel erscheint am 20. März 2014.

The Twilight Zone - Staffel 1 - DVD-Cover

The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 1 (The Twilight Zone, USA 1959/1960)

Erfinder: Rod Serling

DVD

Koch Media

Bild: 1.33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: 36 Audiokommentare und episodenbezogene Audiointerviews, Isolierte Musikspuren mit Musik von Bernard Herrmann, Jerry Goldsmith, Franz Waxman und anderen, Radio-Hörspielversionen einzelner Episoden, Werbetafeln der US-Erstausstrahlungen, Promotions zu einzelnen Episoden, Originalversion der Pilotfolte „Where is everybody“, Interviews mit den Darstellern Dana Dillaway, Suzanne Lloyd, Beverly Garland, Ron Masak und dem Kamermann George T. Clemens, Ausschnitte der Emmy Awards“-Verleihung, Deutscher Originalvorspann

Länge: 892 Minuten (36 Episoden auf 6 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „The Twilight Zone“ (deutsch, englisch)

The Rod Serling Memorial Foundation

PBS: American Masters: Rod Serling

The Guardian: Phelim O’Neill: Why The Twilight Zone puts today‘ TV sci-fi to sham (7. Mai 2011)

Im Gegensatz zur „Twilight Zone“ ist „Der Equalizer“ erstaunlich schlecht gealtert. „Der Equalizer“ war eine der prägenden Krimiserien der achtziger Jahre. In ihr spielte Edward Woodward in der Rolle seine Lebens Robert McCall, einen ehemaligen Geheimagenten, der jetzt in New York als „The Equalizer“ Menschen hilft, denen sonst niemand hilft. Er ist in einer von Gewalt und Verbrechern beherrschten New York ein altruistisches Ein-Mann-Gerechtigkeitsunternehmen mit einem Zeitungsinserat: „Gotta problem? Odds against you? Call The Equalizer“.

Aufgrund der Prämisse konnten die Macher (unter anderem Joel Surnow, der später einer der wichtigen Köpfe bei „Nikita“ und „24“ war) jede Art von Geschichte erzählen: mal hilft McCall einem Jugendlichen, der sich gegen eine Straßengang durchsetzen muss, mal einer Polizistin, die von ihren korrupten Kollegen bedroht wird, mal geht es gegen die Mafia, mal geht es um Geheimdienstintrigen, mal muss er alten Bekannten, wozu auch russische Überläufer und Profikiller gehören, helfen, und manchmal gerät er auch einfach so in einen riesigen Schlamassel und muss gehörig improvisieren. Manchmal hilft er dabei der Polizei, manchmal nicht. Manchmal hilft er seinen alten Bekannten beim Geheimdienst, manchmal nicht und McCall hat aus seiner Vergangenheit ein großes Netz sehr unterschiedlicher Freunde, die ihm manchmal helfen. Sobald ein Mensch sich in dem Sündenpuhl New York in einer ausweglosen Lage befindet, ist es ein Fall für den Equalizer, der mit allen Mitteln für Gerechtigkeit sorgt. Dabei verzichtet er nicht auf Gewalt, aber lieber setzt er seine kleinen grauen Zellen ein und überlistet die Bösewichter.

Zum Erfolg der Serie, die es auf vier Staffeln brachte, trug neben der Prämisse außerdem bei, dass viel in New York gedreht, das in „Der Equalizer“ schon in der Titelsequenz als ein Moloch des Verbrechens porträtiert wird. Naja, das war auch das kaputte New York der achtziger Jahre und nicht das heutige, friedliche, sanierte und gentrifizierte New York.

Im Zentrum der Geschichten steht dabei McCall, der von Edward Woodward herrlich ernsthaft als befehlsgewohnten Patriarchen der alten Schule spielt, der allein mit seiner Stimme alle zur Gefolgschaft bewegt; was natürlich vollkommen unglaubwürdig ist, aber Jack Bauer verfügte Jahre später über ein ähnliches Charisma. McCall ist auch immer Herr der Lage und mit seinem Jaguar fährt er selbst in die schlimmsten Slums. Dabei wird sein Auto nie geklaut, demoliert oder auch nur zerkratzt. Auch sein maßgefertigter Anzug wird nie schmutzig. Es ist halt ein wahrer Schutzengel.

Damals verbreitete die Serie einen grimmigen Realismus und war optisch das Anti-Programm zur ebenfalls sehr düsteren Krimiserie „Miami Vice“. Heute wirken die Geschichten doch arg betulich und gerade die cheesy Momente stören den angestrebten Realismus.

Die zweite Staffel ist für den 17. April angekündigt.

Der auf der Serie basierende Spielfilm (naja, wie gewohnt, sehr lose) mit Denzel Washington als Robert McCall soll in den USA am 26. September 2014 starten. Antoine Fuqua ist der Regisseur. Das Drehbuch ist von Richard Wenk. Könnte also ein guter Film werden.

The Equalizer - DVD-Cover D-2013

The Equalizer – Der Schutzengel von New York: Staffel 1 (The Equalizer, USA 1985/1986)

Erfinder: Michael Sloan, Richard Lindheim

mit Edward Woodward (Robert McCall), Robert Lansing (Control), Steven Williams (Lieutenant Burnett), Keith Szarabajka (Mickey Kostmayer), Mark Margolis (Jimmy), William Zabka (Scott McCall)

DVD

Koch Media

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bonusmaterial: –

Länge: 1025 Minuten (22 Episoden auf 6 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Fernsehserien über „The Equalizer“

Wikipedia über „The Equalizer“ (deutsch, englisch)

Überhaupt nicht realistisch oder grimmig will „Death in Paradise“ sein. Wir erinnern uns: Detective Inspector Richard Poole wurde vom beschaulichen London (Hey, immerhin hat die Stadt alles, was ein typischer Brite benötigt: Regen, Nebel, Tee und einen legeren Anzugzwang) nach Saint.-Marie, eine Insel in der Karibik versetzt. Für Poole die Hölle. Das beginnt schon mit der Kleidung. So ist seine Kollegin Camille Bordey immer sommerlich gekleidet und auch seine beiden Untergebenen Fidel Best und Dwayne Myers tragen eine eher leger-luftige Uniform, die perfekt ihre Dienstauffassung spiegelt. Außerdem muss er auf all die Annehmlichkeiten eines funktionierenden Polizeiapparates verzichten. Während er in London innerhalb weniger Stunden eine DNA-Analyse hat, dauert das auf St. Marie schon einmal einige Tage oder Wochen.

Aber Poole ist auch ein Ermittler alten Schlages. Ein grandioser Beobachter mit einer ebenso guten Kombinationsgabe und die wird auch gefordert bei den vielen Mordfällen, die sich jetzt auf der Insel ereignen. Normalerweise in der britischen Gemeinschaft oder unter mehr oder weniger halbseidenen Besuchern. So wird ein Plantagenbesitzer ermordet; in einer Schönheitsklinik ertrinkt eine Patientin im Pool; auf einem Ausflugdampfer wird eine Sängerin vergiftet; eine Querschnitgelähmte wird erwürgt und eine Schatzsuche nach einem legendären Piratenschatz geht mörderisch schief.

Death in Paradise“ ist eine witzige Crime-Comedy mit Fällen, die nach dem bewährten Agatha-Christie-Whodunit-Muster gestrickt sind. Aber während man in der ersten Staffel den Täter noch erraten konnte, gelingt das in der zweiten Staffel kaum noch. Das Sehvergnügen wird dadurch kaum gemindert.

Schade ist allerdings, dass auf der DVD nur die vom BBC bereits gekürzte internationale Fassung enthalten ist. In ihr sind die acht, im Original einstündigen Folgen nur jeweils fünfzig Minuten. Normalerweise werden Szenen gekürzt oder entfernt, die außerhalb Englands kaum verständlich oder für die Handlung unwichtig sind.

In England lief bereits die dritte, wieder aus acht Folgen bestehende Staffel.

Death in Paradise - Staffel 2 - DVD-Cover

Death in Paradise – Staffel 2 (Death in Paradise, Großbritannien 2013)

Erfinder: George Thorogood

mit Ben Miller (DI Richard Poole), Sara Martins (DS Camille Bordey), Danny John-Jules (Dwayne Myers), Gary Carr (Fidel Best), Don Warrington (Commisioner Selwyn Patterson), Elizabeth Bourgine (Catherine Bordey)

DVD

Edel

Bild: 16:9 PAL

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 417 Minuten (8 Fälle auf 4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

BBC über „Death in Paradise“

BBC Germany über „Death in Paradise“

Wikipedia über „Death in Paradise“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von “Death in Paradise – Staffel 1″ (Death in Paradise, GB/Fr 2011)

Zurück nach England. Genaugenommen in die Grafschaft Midsomer und zu den letzten Ermittlungen von Inspector Tom Barnaby, die in „Inspector Barnaby – Volume 20“ enthalten sind. Denn nach vierzehn Jahren und 81 Fällen beendete Barnaby-Darsteller John Nettles seinen Dienst. Dabei ist die Abschlussepisoden „Gesund, aber tot“ (Fit for Murder) ein schwacher Fall, bei dem nichts auf das Ende hindeutet. Barnabys Abschied aus dem Polizeidienst wirkt lieblos angepappt. Davor löste er, während eines Wellness-Urlaubs, auf den er gegen seinen erbitterten Widerstand von seiner Frau geschleppt wurde, eine Mordserie in dem Hotel. Denn unter zwei Toten ist ein Barnaby-Fall kein echter Barnaby-Fall. .

Mit „Geisterwanderung“ (The silent Land), „Mord von Meisterhand“ (Master Class), „Unter die Gürtellinie“ (The noble Art) und „Eine Schande für das Dorf“ (Not in my Backyard) sind auch die vorherigen vier Fälle in der Box enthalten.

Damit liegen jetzt alle Tom-Barnaby-Fälle auf Deutsch vor und schon für den 11. April ist die vierte und letze „Inspector Barnaby“-Collectors-Box angekündgt.

Inspector Barnaby - Volume 20

Inspector Barnaby – Volume 20

Regie: Peter Smith, Renny Rye, Richard Holthouse

Drehbücher: Peter J. Hammond, Nicholas Martin, Barry Purchese, John Wilsher, Andrew Payne

LV: Charakter von Caroline Graham

mit John Nettles (DCI Tom Barnaby), Jason Hughes (DS Ben Jones), Jane Wymark (Joyce Barnaby), Barry Jackson (Dr. Bullard), Laura Howard (Cully Barnaby)

DVD

Edel

Bild: 16:9 PAL

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Interviews mit John Nettles und Barry Jackson

Länge: 445 Minuten (5 Folgen auf 5 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

ITV über Inspector Barnaby

ZDF über „Inspector Barnaby“

Wikipedia über „Inspector Barnaby“ (deutschenglisch)

FAZ: Nina Belz trifft John Nettles (6. März 2011)

Krimi-Couch über Caroline Graham

Kaliber.38 über Caroline Graham

 Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 12“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 13“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 14“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 15“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 17“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Collector’s Box 1“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Collector’s Box 2“

Meine Besprechung von “Inspector Barnaby – Collector’s Box 3″

Fast schon prophetisch mutet „Secret State“ an. Nicht wegen der Geschichte: nachdem eine Kleinstadt durch eine Explosion zerstört wurde, es 19 Tote und 94 Verletzte gab, setzt sich der Stellvertretende Premierminister Tom Dawkins (Gabriel Byrne) bei dem US-Konzern PetroFex für eine Entschädigungszahlung ein. Der Konzern möchte nicht bezahlen. Es gibt Intrigen im Parlament und die Tötung eines Terroristen wächst sich zu einer veritablen diplomatischen Krise aus. Das ist alles Standard-Polit-Thriller-Stoff, der hier mit britischer Feinfühligkeit präsentiert wird und auch einen guten Einblick in das Politikgeschäft mit einer ordentliche Portion Konzernkritik vermittelt.

Nein, viel spannender ist der Blick auf die Arbeit der Geheimdienste, wie dem GCHQ, die in der vierteiligen TV-Miniserie „Secret State“ unkontrolliert jeden abhören. Das war 2012 und damit noch vor den Enthüllungen von Edward Snowden, die sich wie die Vorlage für „Secret State“ lesen. Denn Dawkins, der nach dem Absturz eines PedroFex-Flugzeuges in dem der Premierminister mitflog, zum Premierminister wird, glaubt zunehmend, dass er als Regierungschef nicht Herr der Lage ist, sondern von Geheimdiensten, Militärs, Banken und Konzernen, die die wahre Macht in den Händen halten, gesteuert wird.

Dabei ist „Secret State“ das Update des 1982 erschienenen Thrillers „A very british Coup“ von Chris Mullin, der bereits 1988 als „A very british Coup“ verfilmt wurde. Die Geschichte ist eine Anklage gegen Konzerne, Institutionen und Strukturen, die die Demokratie aushöhlen. Damals, als Mullin den Roman schrieb, entfaltete er seine These von einem geheimen Staat vor einem anderen Hintergrund. Heute ist sie, wie die 2012-er Version zeigt, aktueller denn je und, gerade wegen ihrem hoffnungslos pessimistischen Ende, ein Aufruf zum Handeln.

Secret State“ ist ein sehenswerter Polit-Thriller: gut erzählt, spannend, aufklärerisch.

Secret State - DVD-Cover

Secret State (Secret State, Großbritannien 2012)

Regie: Ed Fraiman

Drehbuch: Robert Jones

LV: Chris Mullin: A very british Coup, 1982

mit Gabriel Byrne, Ralph Ineson, Gina McKee, Douglas Hodge, Charles Dance, Rupert Grave, Sylvestra LeTouzel

DVD

Edel

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Behind the Scenes

Länge: 185 Minuten (2 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Channel 4 über „Secret State“

Wikipedia über „Secret State“ 

Homepage von Chris Mullin

In den USA läuft schon sehr erfolgreich die vierte Staffel von „The Walking Dead“, die fünfte und sechste Staffel der Zombieserie sind schon seit langem bestellt, und ich habe die dritte Staffel immer noch nicht abgefeiert. In ihr haben Rick Grimes und die anderen Überlebenden, nachdem sie nach einem Zombie-Angriff Herschels Farm verlassen mussten, in einem leerstehendem Gefängnis ein neues Zuhause gefunden. Die Mauern und Zäune, die früher Gefangene am Ausbruch hinderten, bieten jetzt einen guten Schutz gegen die Zombies. Vor allem, nachdem sie das Gefängnis von den Zombies geräumt haben.

In der Nähe residiert der Governor, der im Lauf der aus sechzehn Folgen bestehenden Staffel zu dem großen Gegner von Rick wird. Denn der Governor ist, wie die Leser der Vorlage wissen, ein ziemlich durchgeknallter Tyrann.

Das Gefängnis, der Governor und Michonne (yeah, wir „The Walking Dead“-Fans warteten schon die ganze zweite Staffel auf sie) sind aus der Comic-Vorlage bekannt und beliebt. Aber in der TV-Serie, die sich zunehmend von der Comic-Geschichte löst, aber ihrem Geist treu bleibt, gibt es viele Ereignisse und Charaktere, die neu sind. So erfahren wir in der Serie mehr über den Weg des Governors zum Tyrannen. Über große Strecken der Staffel, die wie ein Roman eine große Geschichte erzählt, erscheint er als ein durchaus vernünftig handelndes Stadtoberhaupt.

Nachdem die erste Staffel mit sechs Folgen arg kurz geraten war und bei der zweiten Staffel in der ersten Hälfte vollkommen unklar war, in welche Richtung die Macher die Geschichte erzählen wollen, haben sie jetzt ihren Rhythmus gefunden. Die Länge ist perfekt, die Geschichte, wobei sich die Ereignisse in der Stadt und im Gefängnis über weite Strecken parallel entwickeln, ist straff erzählt und langweilt nie.

Wie bei den vorherigen Staffeln ist auch hier das Bonusmaterial wieder erfreulich umfangreich und informativ ausgefallen. Oh, und wegen der Spoiler sollte man es erst nach der Serie ansehen.

The Walking Dead - Staffel 3 - 4

The Walking Dead – Staffel 3 (The Walking Dead, USA 2013)

Erfinder: Frank Darabont

LV: Comicserie von Robert Kirkman, Charlie Adlard und Tony Moore

mit Andrew Lincoln (Rick Grimes), Sarah Wayne Callies (Lori Grimes), Chandler Riggs (Carl Grimes), Laurie Holden (Andrea), Steven Yeun (Glenn Rhee), Norman Reedus (Daryl Dixon), Melissa McBride (Carol Peletier), Scott Wilson (Hershel Greene), Lauren Cohan (Maggie Greene), Emily Kinney (Beth Greene), David Morrissey (The Governor), Michael Rooker (Merle Dixon)

DVD

Entertainment One

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: diverse Featurettes, Deleted Scenes (insgesamt 78 Minuten)

Länge: 663 Minuten (16 Folgen auf 5 DVDs)

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Hinweise

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

AMC-Blog zu „The Walking Dead“

„The Walking Dead“-Fanseite

„The Walking Dead“-Wiki

Spiegel Online: Interview mit Charlie Adlard (21. Oktober 2011)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns “The Walking Dead 15: Dein Wille geschehe” (The Walking Dead Vol. 15: We find ourselves, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Eine größere Welt (Band 16)“ (The Walking Dead, Vol. 16: A larger world, 2012)

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Fürchte dich nicht (Band 17)“ (The Walking Dead, Vol. 17: Something to Fear, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 2“ (USA 2011/2012)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Ryan Ottley (Zeichner)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 1“ (Haunt, Vol 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 2“ (Haunt, Vol. 6 – 12, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) “Haunt – Band 3″ (Haunt, Vol. 13 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Nick Spencer (Autoren)/Shawn Martinbroughs (Zeichner) „Dieb der Diebe: „Ich steige aus“ (Band 1)“ (Thief of Thieves # 1 – 7, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Grenzen (Band 18)“ (The Walking Dead, Vol. 18: What comes after, 2013)


%d Bloggern gefällt das: