TV-Tipp für den 14. Februar: Offene Wunde deutscher Film

Februar 14, 2018

Arte, 21.35

Offene Wunde deutscher Film (Deutschland 2017/2018)

Regie: Johannes F. Sievert, Dominik Graf

Drehbuch: Johannes F. Sievert, Dominik Graf

Spielfilmlange, essayistische Doku über den deutschen Film abseits des Neuen Deutschen Films und den kommerziell erfolgreichen, aber induskutablen Schulmädchenreport-Dirndl-Jodel-Filmen. Dominik Graf und Johannes F. Sievert beschäftigen sich, wie schon in „Verfluchte Liebe deutscher Film“, mit dem deutschen Genrefilm und damit mit den Werken von Klaus Lemke, Roger Fritz, Carl Schenkel, Nikolai Müllerschön und Wolfgang Petersen.

Auf der Berlinale 2017 lief eine gut zweistündige Fassung des Films. Arte zeigt als TV-Premiere eine neunzigminütige Fassung.

mit Klaus Lemke, Wolfgang Petersen, Olaf Möller, Wolfgang Büld, Peter F. Bringmann, Arthur Brauner, Roland Klick, Ralf Huettner, Akiz

Hinweise

Arte über „Offene Wunde deutscher Film“

Berlinale über „Offene Wunde deutscher Film“

Wikipedia über „Offene Wunde deutscher Film“

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf”

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2013/2014)

Dominik Graf in der Kriminalakte

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Der Göhre, der „Rocker“, der „Supermarkt“ – eine Lesung in Hamburg am Samstag

Oktober 29, 2014

Eine richtige Lesung, in der der Autor seinen Text herunternuschelt und schüchtern die Fragen des wohlgesonnenen und gesitteten Publikums beantwortet, wird es am Samstag, den 1. November, im Alabama Kino (Jarrestraße 30, 22303 Hamburg) ab 21.00 Uhr nicht geben. Frank Göhre wird zwar seinen neuen Text „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ (Culturbooks) vorstellen, aber zwei gut abgehangene, immer noch und immer wieder sehenswerte Filme werden die meiste Zeit beanspruchen. Denn zwischen den Leseteilen gibt es, endlich mal wieder im Kino, „Supermarkt“ (1973) von Roland Klick und „Rocker“ (1972, ursprünglich ein TV-Film) von Klaus Lemke.
Beide Filme spielen in Hamburg in den frühen Siebzigern und Zeigen die Schattenseiten der Großstadt. In „Supermarkt“ will ein kleinkrimineller Achtzehnjähriger einem Mädchen helfen, indem er einen Geldtransporter überfällt. In „Rocker“ rutscht ein Fünfzehnjähriger, nachdem sein älterer Bruder ermordet wird, in die Welt der Rocker und Zuhälter ab.
Frank Göhre, der mit seinen Romanen in den vergangenen Jahrzehnten eine Gegenchronik zu Hamburgs offizieller Stadtgeschichte schrieb, befasste sich in mehreren Essays auch mit anderen Autoren und Filmen, die ebenfalls die verbrecherische Seite Hamburgs zeigen.
In seiner Ankündigung schreibt CulturBooks:
Zu mehreren Hamburg-Filmen hat der Krimi- und Drehbuchautor Frank Göhre zwei eBooks veröffentlicht: „Du fährst nach Hamburg, ich schwör´s dir“ (CulturBooks, Mai 2014) und „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ (CulturBooks, November 2014). Er erinnert an Filme, deren großes Thema die Stadt ist, oder besser, das Porträt eines Stadtviertels: Hamburg St. Pauli im Wandel der Zeit. Hier haben so unterschiedliche Regisseure wie Francesco Rosi, Jürgen Roland, Klaus Lemke, Roland Klick und Vadim Glowna ihre Geschichten von Gastarbeitern, Gangstern und anderen Ausgegrenzten erzählt.
Zugleich aber lässt sich in ihnen die Entwicklung der Organisierten Kriminalität verfolgen. Von der „rechten Hand“ des berühmt-berüchtigten Mafiosi Lucky Luciano bis hin zur Etablierung der „Hell´s Angels“ und dem Auftraggeber des St. Pauli Killers Werner Pinzner spannt sich der Bogen dieser „Heimatfilme“.
Frank Göhres Texte eröffnen eine neue Sicht auf sie. Es ist der stadtgeschichtlich erhellende Film aus Worten hinter den Kinofilmen, ein Stück Kultur- und Sittengeschichte der Freien und Hansestadt Hamburg.
Göhre - Du fährst nach Hamburg ich schwör s dir - Ein HeimatfilmGöhre - Die Härte der Reichtum und die Weite - Ein Heimatfilm
Frank Göhre: Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir
CulturBooks, 2014
65 Seiten
4,99 Euro

Frank Göhre: Die Härte, der Reichtum und die Weite
CulturBooks, 2014
45 Seiten
3,99 Euro

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Frank Göhre in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. August: Roland Klick – The Heart is a Hungry Hunter

August 23, 2014

3sat, 22.05

Roland Klick – The Heart is a Hungry Hunter (Deutschland 2013, Regie: Sandra Prechtel)

Drehbuch: Sandra Prechtel

Spielfilmlange Doku über Roland Klick, der am 4. Juli 75 Jahre alt wurde. Er drehte „Bübchen“, „Deadlock“, „Supermarkt“ und die vergessene Johannes-Mario-Simmel-Verfilmung „Lieb Vaterland magst ruhig sein“ (Hey, die könnte mal im Fernsehen laufen!). Er erhielt Preise, aber er passte mit seinen Genrevariationen nicht in die deutsche Filmwelt der siebziger Jahre zwischen dem Neuen Deutschen Film und dem „Schulmädchenreport“-Kommerzkino. Heute hat er Kultstatus.

Sein letzter deutscher Film war 1992 „Schluckauf“. Danach drehte er unter einem bislang nicht enthülltem Pseudonym mehrere Filme für das US-Fernsehen.

3sat zeigt am Sonntag um Mitternacht „Deadlock“ und danach, um 01.30 Uhr „White Star“

Mit Roland Klick, Otto Sander, Hark Bohm, David Hess, Eva Mattes, Jost Vacano

Hinweise

Homepage zum Film 

Homepage von Roland Klick

Wikipedia über Roland Klick 

Filmportal zum Film 

taz: Thomas Groh über den Film 

3sat über den Film (dort kann man ihn sich auch in ganzer Länge ansehen)

 


TV-Tipp für den 26. Oktober: Supermarkt

Oktober 26, 2013

 

ZDFkultur, 22.30

Supermarkt (Deutschland 1974, R.: Roland Klick)

Drehbuch: Roland Klick, Georg Althammer (Mitarbeit), Jane Sperr (Mitarbeit)

Der 18-jährige Willi driftet durch Hamburg. Um die Hure Monika zu retten, will er den Geldtransporter eines Supermarktes zu überfallen.

Ein deutscher Gangsterfilm, der damals von der Kritik gelobt wurde, aber sich an der Kasse schwertat.

Fest steht dass Klick hier unbewusst einige wichtige Komponenten des Neuen Deutschen Films vorweggenommen hat: Jugendkriminalität, die Großstadt als Dschungel und die Entstehung von Gewalt im thematischen Bereich, glaubhafter Realismus und geradliniges Erzählkino im formalen.“ (Robert Fischer/Joe Hembus: Der Neue Deutsche Film 1960 – 1980, 1981)

Als ich den Film das erste Mal sah, war ich begeistert, denn „Supermarkt“ war originäres Kino, das bis auf die Drehorte nichts mit anderen deutschen Filmen gemein hatte.

Der Titelsong „Celebration“ wird von Marius Müller-Westernhagen als Marius West gesungen; die Musik ist von Udo Lindenberg. Und Jost Vacano (Das Boot, Robocop, Total Recall) war der Kameramann.

mit Charly Wierczejewski, Eva Mattes, Michael Degen, Walter Kohut, Witta Pohl, Alfred Edel

 

Hinweise

Homepage von Roland Klick

Wikipedia über Roland Klick und „Supermarkt“

Filmzentrale: Andreas Thomas über „Supermarkt“

Splatting Image: Andreas Busche über Roland Klick (1999)


TV-Tipp für den 19. Oktober: Deadlock

Oktober 19, 2013

 

ZDFkultur, 23.00

Deadlock (Deutschland 1970, R.: Roland Klick)

Drehbuch: Roland Klick

Nach einem Bankraub flüchten zwei Bankräuber in ein verlassenes Kaff – und liefern sich schnell mit den dort lebenden Goldgräbern ein tödliches Duell.

Ein deutscher Genrefilm, ein in der Gegenwart spielender Western, der wirklich nichts von der Biederkeit und Langeweile vieler anderer deutscher Genrefilme der letzten Jahrzehnte hat, sondern originäres Kino ist.

Ein Quasi-Western, ein Reißer und ein lyrisches Gespinst aus Farben, flirrendem Licht, Wüstensand und schemenhaften Figuren.“ (Wolf Donner, Die Zeit)

Die Musik ist von „The Can“, die Bilder von Robert Van Ackeren („Harlis“, „Die flambierte Frau“).

Nächsten Samstag läuft „Supermarkt“, ein Gangsterfilm, der mir noch besser gefallen hat.

mit Mario Adorf, Anthony Dawson, Mascha Elm Rabben, Marquard Bohm, Sigurd Fitzek, Betty Segal

Wiederholung: Sonntag, 20. Oktober, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Roland Klick

Wikipedia über Roland Klick und „Deadlock“


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