DVD-Kritik: Rob Cohen orchestriert „The Hurricane Heist“

Oktober 2, 2018

Während ein Hurrikan in Alabama einen Küstenort zerlegt, wollen Perkins und seine Männer in aller Ruhe die Bank ausrauben.

Aber sie haben nicht mit der Bundesagentin Casey, dem Meteorologen Will und seinem Bruder Breeze gerechnet.

Und schon beginnt ein windiges Katz-und-Maus-Spiel in der Bank, in der 600 Millionen alte Dollar auf ihre Vernichtung warten, und im menschenleeren Küstenort. Denn der Ortssheriff hat in weiser Voraussicht vor der Ankunft des Hurrikans das Dorf geräumt. Jetzt können die Guten und die Bösen hemmungslos herumballern und auch Gegenstände, wie Radkappen, als tödliche Waffen einsetzen. Und wie es sich für einen Actiontrashfilm gehört, werden Logik und Wahrscheinlichkeit fröhlich ignoriert. Da können im tosenden Sturm Gespräche über größere Entfernungen geführt werden, Kugeln treffen auch bei Hurrikanstärke 5 das gewünschte Ziel und seltsamerweise liegen alle Gebäude, wenn es gerade nötig ist, fast nebeneinander.

Einen Innovationspokal strebt Rob Cohen mit seinem neuen Film „The Hurricane Heist“ nicht an. Wie in seinen bekanntesten Filmen „The Fast and the Furious“ und „xXx – Triple X“ liefert er leichtgewichtige Buddy-Actionunterhaltung mit einem humoristischen Unterton, der immer sagt, man solle das ganze nicht zu Ernst nehmen. Das beginnt schon mit dem sportlichen Turnen aller Beteiligte im Hurrikan als sei dieser Hurrikan der Kategorie 5 (mehr geht nicht) eine steife Brise und endet, nun, sagen wir es mal so, mit einer jede Wahrscheinlichkeit ignorierenden „Fast & Furious“-Hommage.

Die Schauspieler, unter anderem Toby Kebbel als Will, Maggie Grace als Casey, Ryan Kwanten als Breeze, spielen betont entspannt. Die Dialoge sind vorhersehbar und die Tricks sind bestenfalls durchwachsen. Wobei, wie ein Blick in das Bonusmaterial zeigt, Cohen erstaunlich viel live mit den Schauspielern drehte und auch erstaunlich viel vor laufender Kamera zerstört wird. Danach wurde ungefähr jedes Bild, vor allem natürlich alle Bilder, in denen der Hurrikan tobt, digital bearbeitet.

The Hurricane Heist“ ist es ein okayer, selbstironischer Actionfilm für einen verregneten Nachmittag.

Das Bonusmaterial besteht aus achtzehn erstaunlich informativen Mini-Featurettes. Sie enthalten Kurzstatements der Macher und viele Aufnahmen von den Dreharbeiten.

The Hurricane Heist (The Hurricane Heist, USA 2018)

Regie: Rob Cohen

Drehbuch: Scott Windhauser, Jeff Dixon (nach einer Geschichte von Anthony Fingleton und Carlos Davis)

mit Toby Kebbell, Maggie Grace, Ryan Kwanten, Ralph Ineson, Melissa Bolona, Ben Cross

Blu-ray

Universum Film

Bild: 2,40:1 (1080p)

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: 18 Mini-Featurettes, Trailer

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

DVD identisch.

Hinweise

Moviepilot über „The Hurricane Heist“

Metacritic über „The Hurricane Heist“

Rotten Tomatoes über „The Hurricane Heist“

Wikipedia über „The Hurricane Heist“

Meine Besprechung von Rob Cohens James-Patterson-Verfilmung „Alex Cross“ (Alex Cross, USA 2012)

Meine Besprechung von Rob Cohens „The Boy next Door“ (The Boy next Door, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: Die Schlachtplatte „Northmen – A Viking Saga“

Oktober 23, 2014

Es begab sich im Jahr 873 des Herrn eine Horde ausgestoßener Wikinger nach Britannien, wo sie das Kloster Lindisfarne zwecks Rehabilitierung plündern wollten. Aber zuvor stießen sie, nach einem Schiffbruch, auf eine schöne und äußerst wehrhafte Jungfrau von königlichem Blut. Sie befreiten sie gar blutig von ihren Bewachern, die sie zu einer arrangierten Hochzeit bringen sollten, nahmen sie geschwind als Geisel und erbaten von ihrem Vater, einem schottischen König, Geld. Dieser schickte eine überall gefürchtete Söldnerbande, das aus den Karpaten kommende blutrünstige, aber nicht blutsaugende Wolfsrudel, los, seine Tochter zu befreien. Oder umzubringen. Jedenfalls sollen sie die Wikinger nach Walhalla schicken.
Schnell geht es mächtig rund in der einsamen schottischen Landschaft. Neben all dem Morden gibt es auch etwas Liebe, denn die schöne Maid verliebt sich, oh große Überraschung, in einen der ungewaschenen Wikinger. Und sie treffen einen äußerst wehrhaften Mönch, der in einem Turm mit tödlichen Fallen und Notausgang lebt. Die Kampfkunst beherrst der Mann Gottes ebenfalls.
Bei vielen Kritikern kam „Northmen – A Viking Saga“ nicht besonders gut an, wobei ich den Film nicht so schlecht fand, weil er ziemlich genau das liefert, was er verspricht: eine niemals innovative Schlachtplatte, in der immer genug passiert, um nicht gelangweilt zu werden. Garniert mit prächtigen Landschaftsaufnahmen, die zeigen, dass Südafrika, mit der Hilfe von Farbfiltern, sehr gut für Schottland herhalten kann.
Man sollte allerdings nie nach so etwas wie „Logik“ fragen. Da werden die Nordmänner dann ziemlich ungnädig.

Northmen - Plakat

Northmen – A Viking Saga (Northmen – A Viking Saga, Schweiz/Deutschland/Südafrika 2014)
Regie: Claudio Fäh
Drehbuch: Bastian Zach, Matthias Bauer
mit Tom Hopper, Ryan Kwanten, Ken Duken, Charlie Murphy, James Norton, Leo Gregory, Darrell D’Silva, Mark Strepan, Richard Lothian, Ed Skrein, Anatole Taubman, Johan Hegg, Danny Keogh
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Northmen“
Moviepilot über „Northmen“
Rotten Tomatoes über „Northmen“
Wikipedia über „Northmen“

Und jetzt den Lautstärkeregler auf volle Leistung schieben


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